1841 / 87 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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eine Ermunterungs⸗ Praͤmie fuͤr iftsteller seyn wuͤrde. 899 59 Schriftsteller zu besch

dem Nachdrucke in Belgien durch ein ein Ende zu mach

ferneren

mungen des Gesetzes fuͤr nachtheilig fuͤr

die Gesellschaft, und deshalb —2 4 Eegen denselben. Bei

Abgang der Post befand sich Herr Le erbuͤhne. Paris, 22. Maͤrz. Der Monite

genden Artikel:

der auswaͤrtigen Anlegenheiten, ist am

den Baron von Bourqueney, Franzoͤsischen Geschaͤfts⸗ eschen fuͤr den Diese Depeschen motiviren, wie

traͤger, in London eingetroffen. es heißt, die Weigerung des Herrn Gu

schrift derjenigen der andern Maͤchte d

Angelegenheiten bezuͤglichen Protokoll Bourqueney hat Lord Palmerston ein im Geiste diese Depeschen machen sollen

agt, daß Frankreich sich bei Seite halten werde, bis der Ein⸗ anc dag Franeznge der Maͤchte, welche den Londoner⸗Ver⸗ trag unterzeichnet haben, die Pforte dahin bestimmt haben wuͤr⸗ den, Mehmed Ali die Erblichkeit Aegyptens in direkter Linie zu Uebrigens war Oesterreich fuͤr seinen Theil aus freien

garantiren.

Stuͤcken diesem Wunsche zuvorgekommen. hat die Weisung erhalten, gegen die letzten Hattischerif offiziell zu protestiren, und es ist nicht zweifelhaft, daß die Britische Re⸗ gierung ihrerseits analoge Vorstellungen mache. Es ist also Grund u glauben, daß die Hemmnisse, welche Frankreich

vorhanden, noch in der Isolirung zuruͤckhalten, bal

Ueber die Stellung der Parteien aͤußert sich heute der Courrier franc

„Der Gesetz⸗Entwurf uͤber die Befestigung von Paris hatte einen ganz neuen Zuschnitt in der Pairs⸗Kammer herbeigefuͤhrt. dahin gehoͤrte fast die ganze Kammer den Meinungen an, welche ie hatte sich einem Werke des Widerstan⸗ des geweiht, welches durch diejenige Maͤßigung gemildert wurde, die man stets in der guten Gesellschaft wahrnimmt.

die Hofpartei repraͤsentirt.

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rium vom 15. April war der eigentliche

Dieser Zustand der Dinge wird sich aͤndern. in der Pairs⸗Kammer, wir sprechen von den aͤltesten und ent⸗ Der Hof hat in ihren Augen wenn auch nur schwach und vor⸗ uͤbergehend, durch die elektrische Erschuͤtterung des National⸗Ge⸗ Der Hof nimmt die Befestigung von F an; dies ist genug, ihn aufzugeben und um sich sich den Ligitimisten zu naͤhern, denen man allerdings auch nicht die leiseste

schiedensten, machen sich zu Tories. den Fehler begangen, sich,

fuͤhls beruͤhren zu lassen.

Spur jenes Fehlers vorwerfen kann.

mittelmaͤßige Buͤcher und fuͤr Es gebe nur ein Mittel, die en; aber durch den Gesetz⸗Entwurf hemme man

luck nicht, sondern man thue alles Moͤgliche, um zum 88 Na Beciebe desselben aufzumuntern. t

„Herr de [Epinay, Attaché bei dem Kabinet

uͤtzen, und dies liege darin, en diplomatischen Vertrag

Er halte alle Bestim⸗ die Schriftsteller und fuͤr

boudois auf der Red⸗

ur parisien enthaͤlt fol⸗

Freitag Abend mit De⸗

izot, fuͤr jetzt seine Unter⸗ em auf die orientalischen beizufuͤgen. Herr von e muͤndliche Mittheilung . Er ist zu erklaͤren be⸗

Sein Korrespondent

d gehoben seyn werden.“ in der Pairs⸗Kammer ais in folgender Weise:

Bis

Das Ministe⸗ Typus ihrer Neigungen. Die Konservativen

In diesem Augenblicke

rganisirt sich ganz offen eine Coalition zwischen jenen Konserva⸗

tiven und den Legitimisten; 885 Pasquier, Molé und Mouni

an der Spitze derselben stehen die

er. Die Maͤnner unserer

deinung legen diesen kleinen Komplotten, in denen die Eitelkeit und die momentanen Interessen die ersten Rollen spielen, keine

große Wichtigkeit bei. des Débats“ und fuͤr das jetzige Mini niß seyn.

Da Herr Mols es vergebens versucht hat, dem

Aber fuͤr das Schloß, fuͤr das „Journal

sterium wird es ein Ereig⸗

Guizot in der Deputirten⸗Kammer den Beistand der Konservati⸗ ven zu rauben, so macht er sich in der Pairs⸗Kammer zum Chef

der Konservativen von allen Nuͤancen. wird in der Debatte uͤber die Befestigung von Paris nicht den denn diese wichtige Frage trotzt dem Ein⸗

Aber bei allen anderen Gelegenheiten wird sie eine wirkliche Staͤrke erlangen, und von Seiten des Mi⸗ nisteriums ernstlich beruͤcksichtigt werden muͤssen.

Sieg davon tragen, flusse des Parteigeistes.

welche der Graf Molé gegenwaͤrtig ein

Diese neue Opposition

nimmt, entfernt ihn viel⸗

leicht fuͤr einige Zeit vom Staatsruder, aber macht ihn zum na⸗ tuͤrlichen Oberhaupt der torystischen Partei in Frankreich, eine 1 di vati in die Haͤnde fall

Partei, der die Konservativen doch zuletzt in die Haͤnde fallen

muͤssen.“ 8 8 Noch im Laufe dieser Woche wird mer mit den fuͤr das Jahr 1841 verlan

sich die Deputirten⸗Kam⸗ gten Krediten beschaͤftigen

und duͤrfte bei dieser Gelegenheit die Eroͤrterung noch lebhafter

werden,

als die uͤber die Kredite von 1840.

Der Bericht der

Kommission ist bereits an die Mitglieder der Deputirten⸗Kammer

ertheilt worden, und mehrere Stellen in demselben enthalten die von dem Thiersschen Ministe⸗

abermals herben Tadel uͤber

ium angeordneten Verwaltungs⸗Maßregeln. Lord Granville begab sich heute Vormittag zu dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, um einer verabredeten Konfe⸗

renz beizuwohnen; Herr Guizot aber l eine beiden Kinder in der vergangenen Die Freunde des Herrn Guizot

ieß sich entschuldigen, da Nacht gefaͤhrlich erkrankt und eine große Menge

von Mitgliedern beider Kammern erkundigten sich heute persoͤn⸗

lich nach dem Befinden der Kinder, denen Herr

allgemein bekannt, der zaͤrtlichste Vater Der Marschall Valse befindet sich ine Audienz bei dem Herz

Der bekannte und seit 10 Jahren wesene Instructions⸗Richter Zangiacomi sigen Koͤnigl. Gerichtshofe ernannt und Herrn Cabet⸗Gassicourt ersetzt worden. Boͤrse vom 22. Mäaͤrz. Franzoͤsischen Renten sehr fest, obgleich langreich war. Heute beginnt die Semester⸗Zahlung

Guizot, wie ist.

seit gestern in Paris und oge von Orleans.

so vielfach beschaͤftigt ge⸗ ist zum Rath beim hie⸗ in Ainer Stellung durch

An der Boͤrse waren heute die

der Umsatz nicht sehr be⸗

Die 5 proc. Rente war en comptant begehrt.

an die Rentiers; man er⸗

arbeiten.

wartet deshalb ein weiteres Steigen, da viele Rentiers einen Theil ihrer Coupons wieder in Renten zu placiren pflegen.

Großbritanien und Irland.

London, 20. Maͤrz. O'’Connell

ist in der letzten Repealer⸗

Versammlung zu Kildare in Irland wieder mit zwei neuen Agi⸗

tations⸗Vorschlaͤgen hervorgetreten.

Er fordert naͤmlich das Volk

auf, daß es sich die gaͤnzliche Abschaffung des Zehnten und eine Entschadigung der von ihrer Pacht vertriebenen Landleute zum

Ziele setzen solle.

Vom Zehnten in Irland ist bei der Umwand⸗

lung desselben in einen Grundzins der vierte Theil erlassen wor⸗

daß man sich Und wenn dringt er

den; O Connell will, Vierteln losmachen solle. stuͤcken vertrieben werden,

auch von den anderen drei Paͤchter von ihren Grund⸗ auf Einsetzung einer Jury,

welche den Pachtwerth des Landes und die von den Paͤchtern auf die Verbesserung desselben verwendeten Ausgaben abschaͤtzen

folle, damit den

Vertriebenen von den Grund⸗Eigenthuͤmern so

viel zuruͤckgezahlt werde, als der Pachtzins etwa den Pachtwerth

uͤberstiegen habe und als sie verausgabt haͤtten.

Die „Times“ meldet heute: „Unser Pariser Korrespondent

benachrichtigt uns, daß am 13ten d. e

zur Melioration

des Grundstuͤcks

in neues Protokoll von de

Gesandten der vier Maͤchte, die den Traktat vom 15. Juli ab⸗ schlossen, unterzeichnet worden sey. Es enthielt eine Antwort auf die der Konferenz durch Redschid Pascha gemachte Mittheilung von dem Hattischerif des Sultans, welcher Mehmed Ali die erb⸗ liche Regierung von Aegypten verleiht. Die Konferenz erklaͤrt, daß die dem Pascha auferlegten Bedingungen zu demuͤthigend fuͤr Frankreich und fuͤr die vier Maͤchte selbst seyen, daß sie die⸗ selbe daher nicht ratifiziren koͤnne, und daß die Pforte ihren Hat⸗ tischerif vom 13ten v. M. zuruͤcknehmen und abaͤndern muͤsse. Dasselbe Schreiben fuͤgt hinzu, daß Großbritanien den Maͤchten angezeigt habe, es wolle die von seinen Truppen besetzten Punkte auf der Syrischen Kuͤste so lange okkupirt halten, bis die orien⸗ talische Frage voͤllig erledigt sey.“

Nach Berichten aus Ostindien scheint man dort die Wieder⸗ einsetzung Dost Mohammed Chan's auf den Thron von Afgha⸗ nistan durch die Englische Regierung selbst und unter deren Schutze fuͤr sehr moͤglich zu halten, weil Schach Sudscha und sein Sohn so wenig Anhang finden, daß sie sich ohne eine dau⸗ ernde Occupation des Landes durch Englische Truppen gar nicht behaupten koͤnnten.

Die Morning Chronicle bemerkt: „Privatbriefe aus den Vereinigten Staaten an Haͤuser der Londoner City beobachten ein voͤlliges Schweigen uͤber die Kriegsfrage zwischen England und den Vereinigten Staaten, waͤhrend sie der Handelswelt zur Erledigung der orientalischen Frage Gluͤck wuͤnschen. Die angeb⸗ liche Ernennung des Herrn Clay zu einer besonderen Mission an die Englische Regierung, deren Zweck, wie man annimmt, die Ausgleichung der zwischen beiden Laͤndern bestehenden Differenzen ist, erregt ein hoͤchst lebhaftes Interesse. Uns duͤnkt diese Sen⸗ dung sehr wahrscheinlich; denn Herr Webster, gegenwaͤrtig er⸗ ster Minister unter der Harrisonschen Verwaltung, wollte schon im Jahre 1837 einen aͤhnlichen Schritt zur definitiven Erledigung der Graͤnzfrage gethan wissen, wurde aber von Herrn van Bu⸗ ren gehindert, weil diesem der Parteigeist nicht gestattete, Herrn Webster selbst die Sendung zu uͤbertragen, die oͤffentliche Mei⸗ nung aber die Wahl eines anderen Gesandten nicht erlaubte.“

Niederlande. Aus dem Haag, 23. Maͤrz. Der Koͤnig, welcher morgen

die Stadt Rotterdam besuchen wollte, hat diese Reise aufgescho⸗

ben, in Folge einer leichten Unpaͤßlichkeit, die aus einer Geschwulst an der rechten Hand besteht.

In Rotterdam ist eine Ehrenpforte, die man zur Feier der bevorstehenden Ankunft des Koͤnigs errichtet hatte, durch einen Windstoß umgeworfen worden, wodurch vier Personen schwer verletzt wurden.

Belgien. .

Bruͤssel, 22. Maͤrz. Die Parteien setzen alle moͤglichen Huͤlfsmittel in Bewegung, um auf die Entscheidung der gegen⸗ waͤrtigen ministeriellen Krisis in ihrem Sinne 2 wirken. An einigen als liberal bekannten Orten, wie Luͤttich, Verviers u. s. w.,

at sich der Stadtrath versammelt, um auf Veranlassung eines heiles der Buͤrgerschaft den Koͤnig zu bitten, daß er das gegenwaͤr⸗ tige Ministerium beibehalte. Ananderen Orten werden entgegengesetzte Versuche gemacht. Sicher ist, daß die Ruhe des Landes, die seit kurzem ganz ungestoͤrt sich darstellte, durch die letzte Maßregel des Se⸗ nats in sofern wieder in Frage gestellt ist, als dadurch die Ge⸗

errn muͤther von neuem aufgeregt worden, und die allgemeine Thaͤtig⸗ V keit, die sich mehr fleißes zugewandt hatte, Politik in Anspruch genommen wird.

den friedlichen Beschaͤftigungen des Gewerb⸗ jetzt wieder fast ausschließlich von der

Das Geruͤcht, daß Herr Nothomb mit der Bildung eines

neuen Ministeriums beauftragt sey, dessen wir vorgestern gedach⸗

ten, hat sich auch bis heute erhalten. Hier in Bruͤssel werden fortwaͤhrend Sicherheitsmaßregeln

Die Stellung, zur Erhaltung der Ruhe getroffen; auch heute sind die staͤdtischen

wieder verdoppelt worden.

Deutsche Bundesstaaten.

Karlsruhe, 23. Maͤrz. (Frankf. Journ.) Man schreibt aus Meersburg vom 17. Maͤrz: „Es hat sich im Laufe der ver⸗ flossenen und jetzigen Woche hier eine merkwuͤrdige Natur⸗Erscheinung gezeigt. Am 16ten d. M. bei Tagesanbruch sah man, so weit das Auge reichte, den Bodensee vom hiesigen Ufer aus zugefroren, und es mußten Schiffe, welche von hier abfuhren und hierher kamen, theils dasEis durchbrechen, theils sich durch Eisschollen durch⸗ Nach Beobachtungen des Direktors des hiesigen Schul⸗ lehrer⸗Seminars, Herrn 11— das Thermometer am 15ten Nachts 11 Uhr und am löten 2 orgens 4 Uhr 4 Grad Waͤrme. Die gleiche Erscheinung wiederholte sich gestern, nur soll das Thermometer das zweitemal 1 Grad Kaͤlte angezeigt haben. Nun ist aber der Bodensee seit Menschengedenken nie ohne eine Kaͤlte von 6—8 Grad, geschweige denn bei 4 Grad Waͤrme zugefroren, und wenn man bedenkt, daß die Tiefe des Sees unmittelbar an den Mauern unserer Stadt mehrere hundert Fuß betraͤgt, so ist diese Erscheinung hoͤchst auffallend und der Anfmerksamkeit der Naturforscher wuͤrdig.“

Darmstadt, 23. Maͤrz. Der Großherzoglich Hessische General⸗Major Friedrich Beck, Chef der ersten Section des Kriegs⸗Ministeriums, ist gestern hier im hohen Alter mit Tode abgegangen. 1 8 8

DOesterreich.

* Wien, 20. Maͤrz. Der bisherige Go Venedig, Graf v. Spaur, ist zum Gouverneur der Lombardei ernannt, und in dem Gouvernement, welches er bis jetzt beklei⸗ dete, durch den Vice⸗Praͤsidenten desselben, Grafen Alois Salfy ersetzt worden. Die Stelle des letzteren erhielt Herr von Sebregondi, Hofrath im Kabinette des Vice⸗Koͤnigs, einer der tuͤchtigsten Geschaͤftsmaͤnner unserer Administration in Italien, derselbe, welcher durch die in der Paͤpstlichen Verwaltung auf Verlangen des heiligen Vaters unter seiner Leitung eingefuͤhrten Reformen, vor einigen Jahren die Aufmerksamkeit des Auslandes auf sich bezogen hat. Der Russische Botschafter verlaͤßt, obwohl sehr leidend, gegen den Rath seiner zahlreichen Freunde, heute Wien, um sich in kleinen Tagereisen nach St. Petersburg zu begeben. Das Geruͤcht, daß General Graf Wrbna bestimmt sey, sich in außerordentlicher Mission nach Petersburg zu begeben, erhaͤlt sich; wahrscheinlich duͤrfte der Graf bestimmt seyn, die Gluͤckwuͤnsche unseres Hofes zur Vermaͤhlung des Thronfolgers zu uͤberbringen.

*9*ℳ Prag, 20. Maͤrz. Die amtlichen Rechnungs⸗Abschluͤsse auch des vergangenen Jahres liefern aufs neue den Beweis, in welchem Grade in unserer Provinz die Branntwein⸗Consumtion fortwaͤhrend zunimmt. Die auch anderer Orten gewonnene Ueber⸗ zeugung, daß zur Hemmung dieses, fuͤr die physische und mora⸗ lische Existenz der unteren Volksklassen so verhaͤngnißvollen Uebels

in vorzuͤgliches Mittel darin legt, wenn fuͤr die Erzeugung eines

1 1 8s 8

Wache

wesentlichen Einfluß auf die

guten und gesunden Bieres gesorgt wird, scheint bei uns leider nicht Platz greifen zu wollen, und besonders auf dem Lande wird Alles vernachlaͤssigt, was den arbeitenden Klassen dieses Stäͤr⸗ kungsmittel in jener guten Beschaffenheit bieten koͤnnte, die am besten geeignet ist, gegen die so verderbliche Branntwein⸗Pest zu schuͤtzen. Traurige Beweise der hierdurch sinkenden Moralitaͤt des Landvolkes lieferten besonders die in diesem Winter zahlreicher vorgekommenen Diebereien und Beraubungen, welche letzteren so⸗ gar bei dem nahen Koͤnigssaal, gewissermaßen unter den Thoren der Hauptstadt, stattfanden; und wenn auch, Dank sey es der Energie und Umsicht unseres hiesigen Stadthauptmanns die po⸗ lizeiliche Sicherheit hier mit allem Eifer gehandhabt wird, so fehlt es doch nicht an Beispielen, wo im Verlaufe des Winters selbst in der Stadt naͤchtliche, gewaltsame Anfaͤlle auf offener Straße versucht wurden. Gelang es hierbei auch immer der Wachsam⸗ keit des hiesigen Aufsichts⸗Personals, solche Versuche zu vereiteln, so wird doch allgemein die Nothwendigkeit gefuͤhlt, auch die Kreis⸗ Aemter in hoͤherem Maße als bisher zur strengeren Handhabung der Polizei⸗Vorschriften und Ueberwachung verdaͤchtiger Personen zu verhalten, um hierdurch die Entfernung derselben aus der Hei⸗ math und Einschleichung in die Hauptstadt zu verhindern.

Bei der nunmehr erfolgten Befreiung der Moldau von al⸗ lem Eise duͤrfte das von Herrn Andrews hier erbaute Dampf⸗ schiff fuͤr die Fahrten zwischen hier und Dresden demnaͤchst vom Stapel laufen. Wie aber in Beziehung auf die Beschaffenheit dieses Fahrzeugs selbst allgemein bedauert wird, daß die Haupt⸗ Kajuͤte so niedrig angelegt wurde, daß schon Personen von nur mittlerer Groͤße darin nicht aufrecht stehen koͤnnen, so hegen Sach⸗ kundige auch noch die Ueberzeugung, daß das so sehr vernach⸗ laͤssigte Strombett der Moldau, es zur Zeit noch, so lange keine entsprechendere Regulirung dieses Flusses erfolgt, nicht moͤglich machen, eine Befahrung mit Dampfschiffen von hier bis Dresden zu realisiren, und dies bloß zwischen Melnik und Dresden aus⸗ fuͤhrbar seyn wird. Die Nichterfuͤllung dieser Hoffnung, einer schnelleren direkten Verbindung zwischen hier und Dresden, waͤre aber um so mehr zu bedauern, da man, sicherem Verneh⸗ men nach, die hier im Publikum uͤber die entsprechende Ausfuͤh⸗ rung des Prag⸗Dresdner Eisenbahn⸗Projekts verbreiteten Beden⸗ ken auch in Wien theilt, und dort besonders die Ansicht zu herr⸗ schen scheint, unsere Monarchie mit dem Auslande durch einen Seitenfluͤgel der Nordbahn uͤber Bruͤnn und Ollmuͤtz nach Schle⸗ sien bis Breslau zu verbinden. 1

““

Rom, 16. Maͤrz. Das Diario meldet in einem Schre ben aus Wie n, daß mehrere in dieser Hauptstadt wo nende Italiaͤner, an deren Spitze der Paͤpstliche Nuntius, Fuͤrst Altieri, steht, dem dramatischen Dichter Pietro Metatasio, dessen irdische Ueberreste in der St. Michaels⸗Kirche zu Wien beigesetzt sind, daselbst ein Denkmal wollen errichten lassen, zu welchem auch die Freunde des Dichters in seinem Vaterlande Beitraͤge liefern

koͤnnen. Spanien.

Madrid, 15. 2 Am l9ten findet die Eroͤffnung der Cortes bestimmt statt. Morgen haͤlt der Senat seine erste vor⸗ bereitende Versammlung. Zur gemaͤßigten Meinung gehoͤren 53 Senatoren, eine hinreichende Anzahl, um einen maͤchtigen Ein⸗ fluß auszuuͤben. Gestern kamen bei dem Senats⸗Praͤsidenten Grafen Almodovar eine große Anzahl Senatoren und Deputirte zusammen. Wie zu erwarten war, bildete die Regentschaftsfrage das Thema des Gespraͤchs. Die meisten Anwesenden erklaͤrten sich zu Gunsten dreier Regenten. Im Redactions⸗Zimmer des fen elikantschen Blattes „El Huracan“ waren dagegen die Ultra⸗

Fortschrittsmaͤnner aus den neugewaͤhlten Cortes, 33 an der Zahl, Auch hier wurde eine dreifache Regentschaft als die

versammelt. geeignetste fuͤr den Augenblick angesehen.

Es bestaͤtigt sich nicht, daß die ehemalige Koͤnigin⸗Regentin foͤrmlich der Vormundschaft uͤber ihre Toͤchter entsagt hat.

Käeeeei⸗

Nachstehendes ist (dem Oesterr. Beob. zufolge) der nahere

Inhalt der (bereits mehrfach erwähnten) Kollektiv⸗Note, welche die Bevollmaͤchtigten von Oesterreich, Großbritanien, Preußen und Rußland an Schekib Efendi, Botschafter der hohen Pforte bei Ihrer Großbritanischen Majestaͤt, unterm 30. Januar d. J. gerichtet haben, und die, den Berichten aus Konstantinopel zu⸗ folge, eine wesentliche Veraͤnderung in den Entschluͤssen der Pforte hervorgerufen hat:

„Die unterzeichneten Bevollmächtigten der Höfe von Oesterreich, Großbritanien, Preußen und Rußland haben die Depesche Reschid Pascha's aus Konstantinopel vom 13. Schewwal 1256 (8. Dezember 1840) reiflich in Erwägung gezogen, durch welche Se. Excellenz Sche⸗ kib Efendi, Botschafter der hohen Pforte, Befehl erhalten hat, dem er⸗ sten Staats⸗Secretair Ihrer Großbritanischen Majestät, im Departe⸗ ment der auswärtigen Angelegenheiten mitzutheilen, um zur Kenntniß der Höfe, welche die Convention vom 15. Juli unterzeichnet haben, ge⸗ bracht zu werden.

Dieser Mittheilung zufolge, nehmen Se. Hoheit der Sultan An⸗ stand, das Paschalik Aegypten dem Mehmed Ali erblich zu verleihen.

Nachdem die Unterzeichneten dem Gegenstande dieser Mittheilung die ernsthafteste Aufmertz

über nachstehende Erwägungen zu unterbreiten. 8

Sie halten es für Pflicht, zuvörderst zu erwähnen, daß am Tage der oben erwähnten Depesche Reschid Pascha's die Repräsentan⸗ ten der vier Höfe sich noch nicht kollektiv des am 15. Oktober zu Lon⸗ don verabredeten Schrittes bei der hohen Pforte entledigt hatten; und aus den neuesten Berichten, die man aus Konstantinopel bis zum 27. Dezember erhalten hat, geht hervor, daß sich sogar zu dieser Epoche die Repräsentanten der vier Höfe noch nicht für berufen gehalten hat⸗ sen, Ministerium Sr. Ftet die Rathschläge, welche zu erthel⸗ en sie beauftragt waren, zu richten. n

sind die Absichten der verbündeten eeeher dieselben geblieben. Durch weite Entf haben sie sbeen thig gehabt zu haben, sich neuerdings zu vo. 90. n Repräsentanten zu Konstantinopel veehee präge einer vollkommenen Einstimmigreif Wiajestät hat zu diesem

. hrer Großbritanischen ond ensik an ihren Repräsentanten in Konstantino⸗

pel Instructionen ger chtet, welche dazu dienen, die vom 15. Oktober ausbrücklich zu bestätigen. 8

Der Wiener e hat hinsichtlich desselben Gegenstandes unterm 29. Dezember v. J. an den Herrn Internuncius bestimmte Befehle erlassen.

Der Berliner Hof hat sich den am 15. Oktober und am 14. No⸗ vember zu London gemeinschaftlich verabredeten Instructionen gänzlich angeschlossen.

Der Russische Hof hat unterm 23. Dezember an seinen Geschäfts⸗ träger in Konstantinopel Befehle, die genau in demselben Geiste ver⸗ faßt sind, gerichtet.

Indem die Unterzeichneten diese Thatsachen anführen, erlauben sie sich, anzunehmen, daß die Rathschläge, die solchergestalt von Seiten der Repräsentanten der vier Höfe ertheilt worden seyn werden, einen

einungen, welche Reschid Pascha in sei⸗

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Dynastie die ganze Republik in hatte. walt seiner Feinde gefallen waͤre; er befand Passagier nach der Havanna unterweges.

amkeit gewidmet, haben sie einstimmig beschlose sen, Se. Excellenz Schekib Efendi zu ersuchen, der hohen Pforte hier

in Ginnau bei Wehlau gewidmet.

also 56 Schiffe von 6492 Lasten ab.

ner oben erwähnten Depesche vom 8. Dezember dargelegt hat, ausgeübt und die Bedenklichkeiten gehoben haben dürften, welche dieser Mini⸗ ster über den weiteren von der hohen Pforte einzuschlagenden Gang ge⸗

äußert hatte.

Um jedoch diese Bedenklichkeiten zu heben und allen Zeitverlust zu

vermeiden, haben es die Unterzeichneten für nützlich erachtet, keine wei⸗

teren Berichte aus Konstantinopel 8eneees und ohne die Antwort P

auf die Mittheilung Sr. Excellenz

chekib Efendi's länger Reülacfe ben, für ihre Pflicht gehalten, dem Ottomanischen Herrn Bot

schafter

die Meinung ihrer respektiven Höfe, die sie ihm bereits mündlich mit⸗

utheilen die Ehre gehabt haben, noch einmal auszudrücken und schrift⸗ sich zu konstatiren.

Milde und Großmuth in der Art Gebrauch zu machen, daß nicht bloß der gegen Mehmed Ali erlassene Absetzungs⸗Ferman zurückgenommen, sondern ihm auch das Versprechen gewährt wird, daß seine Descenden⸗ ten in gerader Linie successive von dem Sultan zum Paschalik von Aegvpten ernannt werden sollen, so oft dieser Posten durch den Tod des vorhergehenden Pascha's erledigt wird.

Indem die vier Höfe der hohen Pforte rathen, dem Mehmed Ali

diese Gunst zu gewähren, rufen sie ihr, weit entfernt, Sr. Hoheit eine edächtniß

neue Idee an die Hand zu geben, nur die Absichten ins urüch welche der Sultan selbst gleich beim Ursprung der orientalischen Krisis von freien Stücken angekündigt hatte; Absichten, welche der Con⸗ vention vom 15. Juli zur Grundlage gedient haben.

Ferner hegen die vier Höfe, indem sie der hohen Pforte den Rath, welchen gegenwärtige Mittheilung ihr zu wiederholen bestimmt ist, er⸗

theilen, die Ueberzeugung, daß sie ihr weder ein Arrangement, das den Souverainetäts⸗Rechten und der rechtmäßigen Autorität des Sultans Abbruch thut, noch eine Maßregel an die Hand geben, die den Pflich⸗ ten zuwiderliefe, welche der Pascha von Aegypten, als Unterthan des Sultans, von Sr. Hoheit ernannt, um in ihrem Namen eine Provinz des Ottomanischen Reiches zu regieren, zu erfüllen hat.

Diese Wahrheit findet ihre Bestaͤtigung nicht bloß in den Arti⸗ keln 3, 5 und 6 der Separat⸗Akte, als Anhang zur Convention vom 15. Juli, sondern auch in den Instructionen, welche die vier Höfe an ihre Repräsentanten zu Konstantinopel in Folge der Berathung vom 15. Oktober gerichtet haben.

In der That wird durch obenerwähnte Akte §. 5 stipulirt, daß „„sämmtliche Traktate und sämmtliche Gesetze des Ottomanlschen Reichs, d. h. sämmtliche Traktate und sämmtliche Gesetze, die heute im otto manischen Reich in Kraft sind oder künftighin in diesem Reiche in

Kraft treten dürften, auf das Paschalik Aegypten, wie auf alle übrigen

Theiledes Ottomanischen Reiches, anwendbar seyn sollen.’““ Diese Be⸗ dingung, welche die vier Höfe für unerläßlich erachten, bildet in ihren Augen eines der solidesten Bande, um Aegypten als einen integriren⸗ den Theil des ottomanischen Reiches an die Türkei zu knüpfen. Der §. 6 derselben Akte besagt, daß die Land⸗ und Seemacht, elche der Pascha von Aegppten unterhalten dürfte, einen Theil der Streitkräfte des ottomannischen Reiches ausmachen, und stets als für den allgemeinen Dienst des Staates disponibel betrachtet werden solle.

8 Endlich ist durch die am 15. Oktober zu London verabredete und

durch das am ten letztverflossenen Monats November verfaßte Me⸗

morandum bestätigte Instruction formell anerkannt worden, daß, wenn

Mehmed Ali oder einer seiner Deszendenten die Bedingungen, unter

welchen ihm die erbliche Statthalterschaft von Aegvpten übertragen orden, verletzen sollte, dieser Titel zurückgenommen werden könnte.

Die Unterzeichneten glauben, daß die vollständige Ausführung der

obenerwähnten Bedingungen den Absichten des Sultans vollkommen entsprechen, alle Wünsche der vier verbündeten Höfe vollständig erfüllen, und das Werk der Pacification, welches der Zweck ihrer gegenseitigen

durch die Convention vom 15. Juli festgesetzten Verpflichtungen gewe⸗- Denn in der That, durch die Erfül⸗ auf welche die Sorgfalt

sen ist, glücklich vollenden würde. lung jener Bedingungen würden die Zwecke, und die Voraussicht der hohen kontrahirenden Theile gerichtet waren, erreicht werden. Der Sultan würde fortan des Gehorsams und der Unterwürfigkeit seines Pascha's, Statthalters von Aegypten, versichert eyn; die Einwohner dieser Provinz würden gegen die Unterdrückung, ie sie während der letztverflossenen Jahre durch die Mißbräuche der Lokal⸗Verwaltung zu erdulden hatten, geschützt seyn; Mehmed Ali end⸗ lich würde für sich selbst und für seine Familie eine Stellung erlangen, die seine Zukunft friedlich sicher stellen würde, ohne jedoch den Pflichten, die er als Unterthan der Pforte zu erfüllen haben wird, den mindesten Eintrag zu thun. Indem die Unterzeichneten diese Erwägungen zur Kenntniß Sr. Excellenz Schekib Efendi's bringen, ersuchen sie ihn, sie unverzüglich seinem Hofe vorzulegen, und die Regierung Sr. Hoheit aufzufordern, selben die ernsthafteste Aufmerksamkeit zu schenken. Sie haben die Ehre, zu gleicher Zeit dem Herrn Botschafter der ohen ottomanischen Pforte die erneuerte Versicherung ihrer Hochach⸗ ung darzubringen.“ (Folgen die Unterschriften.)

M ek o 1

Tampiko, 7. Febr. Es herrscht jetzt Ruhe in Mexiko;

man besorgt aber den baldigen Ausbruch ernster innerer Unruhen.

Die Regierung hat Alles aufgeboten, um des entflohenen Ex⸗

Ministers der auswaͤrtigen Angelegenheiten habhaft zu werden,

dessen vorgeschlagener Entwurf zur Gruͤndung einer monarchischen die groͤßte Aufregung versetzt Sein Leben waͤre verloren gewesen, wenn er in die Ge⸗ sich jedoch schon als

8 8

Inland.

Koͤnigsberg, 20. Maͤrz. Die hiesige Zeitung bringt seit einiger Zeit in ausfuͤhrlichen Berichten die Wirksamkeit hiesi⸗ ger Fabriken und industriellen Unternehmungen zur oͤffentlichen Kenntniß, welches gewiß aufmunternd und erweckend auf diesen hier noch sehr fehlenden Erwerbszweig einwirken wird. So erfaͤhrt man aus diesen Berichten, daß der hiesige Regierungs⸗Bezirk 13 Papiermuͤhlen enthaͤlt, daß die aͤlteste und bedeutendste der⸗ selben die des Kommerzienrath Jachmann auf Trutenau ist, welche gegenwaͤrtig 86 Arbeiter beschaͤftigt und eine Dampfmaschine von 14 Pferdekraft besitzt. Diese Fabrik hat namentlich einen bedeu⸗ tenden Absatz von Preßspaͤhnen, welche sie zu der ungewoͤhnlichen Laͤnge von 48 bis 52 Zoll fabricirt. Auch die Pappen fuͤr Lackir⸗

werden in Trutenau in seltener Guͤte geliefert und der

ersuch aus Stroh und Lumpen Dachpappen zu fertigen, ist die⸗ ser Fabrik vollkommen gelungen, und finden diese bei ihrer Bil⸗

ligkeit und Soliditaͤt um so groͤßeres Begehr, als die Dornsche

Bedachungsmethode in der hiesigen Provinz sich unpraktisch er⸗ wiesen hat. Ein neuerer Bericht ist dem Muͤhlen⸗Etaplissement Dieses Etablissement enthaͤlt eine Mahlmuͤhle von 6 Gaͤngen, welche auch das sogenannte Dauermehl fuͤr den Export nach Rußland in bester Aualitaͤt liefert. Ferner gehoͤrt zu diesem Etablissement eine Graupen⸗ muͤhle von 4 Gaͤngen, eine Oehlmuͤhle mit einer bedeutenden, vom hiesigen Mechanikus Steinfurt gefertigten hydraulischen Presse, eine Hollaͤndische Schneidemuͤhle, ein Eisen⸗ und ein Kupferhammer.

Stettin, 24. Maͤrz. Die Handels⸗Marine des . Staates bestand Ise Fdüs. des Jahres 1839 aus d Schiffen von 89,689 Gesammtlasten Groͤße. Hiervon gingen im Jahre 1840 durch See⸗Verlust 39 Schiffe mit 4613 Lasten und durch Verkauf nach auswaͤrts 17 Schiffe mit 1879 Lasten, Dagegen kamen hinzu 5 Schiffe mit 374 Lasten durch Ankauf Ss neuswaͤrts vhn18 Schiffe von 15,192 Lasten durch Neubau, im Ganzen 117 Schiffe

von 13,786 Lasten, Kolberg, Ruͤgenwalde und Sto

mit 15,566 Lasten, so daß am 1. Januar d. J. 749 Schiffe von 98,763 Lasten Groͤße vorhanden waren. Davon besaßen: Stet⸗ tin 200 Schiffe mit 24,943 Lasten, die Staͤdte des Oder⸗ und Peene⸗Reviers 79 Schiffe mit 755⸗ Lasten, Memel 74 Schiffe von 15,017 Lasten, Koͤnigsberg 26 Schiffe von 4016 Lasten, illau 5 Schiffe von 985 Lasten, Braunsberg 4 Schiffe von 483 Lasten, Elbing 5 Schiffe von 882 Lasten, Danzig 71 Schiffe

un pe 50 Schiffe von 5817 Lasten, Swinemuͤnde 14 Schiffe von 1845 Lasten, Wolgast 27 Schiffe von 3182 Lasten, Greifswald 55 Schiffe von

585 7 Schiffe von 8416 Diese Meinung ladet den Sultan ein, von seiner souverainen 5851 Lasten, Stralsund 87 Schiff Lasten und Barth

52 Schiffe von 5983 Lasten.

An Dampsschiffen besitzt Preußen gegenwaͤrtig 12 auf dem Rhein, 3 auf der Elbe, 4 auf der Spree, 1 in Wolgast, 2 in Greifswald, 1 in Breslau, 4 in Stettin, 1 in Danzig, l in El⸗

bing, 2 in Koͤnigsberg und 3 in Memel, zusammen 34. Die sowohl der Anlage, als der imposanten Größe (6—8 Fuß) nach, auf

im Jahre 1840 in den verschiedenen Haͤfen der Preußischen Mo⸗

narchie angekommen und von ihnen ausgegangenen Schiffe liefern

folgende Uebersicht: Eingang. Memel.. ĩ752 Koͤnigsberg, Pillau, Braunschweig und Elbing b 928 Stralsund, Wolgast, und Barth 793 Danzig 1383 Kolberg, Stolpe und Ruͤgenwalde 509 Stettin, Aklammn, Demmin und 8 Swinemuͤnde .. . .. .. ... 1748 6113

im Ganzen b wovon beladen einkommend 3162 ausgehend 5507 in Ballast 295 Bei der Vergleichung des Handels der Preußischen Ostsee⸗ haͤfen in 8 beiden letzteren Jahren stellt sich im Werthe die Einfuhr um circa 60 pCt. 8 8 5 5* hoͤher gegen 1839 und bei Berechnung der Importation und Exportation gegen ein⸗

Ausgang.

ander nach ihrem ungefaͤhren Werthe uͤberstieg die Ausfuhr den⸗ 6 gefaͤh h stieg fuh 3 Es waren daselbst, außer dem Direktor Herrn Biddle⸗Airy, sechs Ge⸗

hülfen zum Beobachten beschäftigt, fünf zum Reduziren der

jenigen der Einfuhr um 24 pCt.

weeitlaͤuftige und nicht in allen Räumen hinlänglich mit solidem iso ten Fundament versehene Gebäude in Oxford enthält neben den neue⸗

I14“ 111“] 1““ 5 Professor Nicchol, war selbst vor eintger Zeit in München und er tete die Instrumente im Frühjahr dieses ahres. Auch die Sternwarte in Orford, deren Vorsteher, der Doktor ohnson, ebenfalls Deutschland besucht hat, wird wahrscheinlichnoch ein ünchener Instrument erhalten. Diese Aussicht, daß in England, dem eigentlichen Vaterlande der ge⸗ naueren astronomischen Inftrumente, unmittelbare Vergleichungen mit den Ausführungen der besten Werkstätten des Kontinents angestellt werden können, muß fuͤr die Wissenschaft als eine höchst erfreuliche an⸗ gesehen werden, da die Eigenthümlichkeiten beider Gattungen, der Eng⸗ lischen und Deutschen Instrumente, auf diese Weise am strengsten ge⸗ prüft werden fönnen. 5

Von den sogenannten Meridian⸗Kreisen, mit denen ugleich Rec⸗ tascension und Declination beobachtet wird, existirt in ngland nur einer, früher im Besitz von Groombridge, jetzt von Sir James South in Kensington, bei dem auch ein sehr vollkommener Apparat zur Beob⸗ achtung der Pendel⸗Schwingungen im Vacuo aufgestellt ist, so wie meh⸗ rere Apparate zur Prüfung der besten Arten von Pendel⸗Uhren vorbe⸗ reitet werden. Sonst sind für die Declinationen überall Mauer⸗Kreise,

dem Kontinente unbekannt, und Mittags⸗Fernröhre von sehr roßen Dimensionen (8 10 Fuß) im Gebrauch. Am vollständigsten für alle Gattungen von Beobachtungen ist Cambridge ausgerüstet, durch einen

Mauerkreis, ein Mittags⸗Fernrohr und ein großes, nach Airy’'s An⸗

gabe aufgestelltes Fernrohr, bei welchem das Objektiv von Französischer Arbeit ist. Das großartige, vielleicht für die neueren Bedürfutse u r⸗*

ren Instrumenten einen kostbaren Schatz von älteren Ramsdenschen Malscer⸗Quadranten und Zenith⸗Sektoren. Die ungewöhnlich schön ge⸗ legene Sternwarte in Edinburg macht einen sehr ansprechenden Ein⸗ druck und enthält für den Direktor und für den Gehülfen gerade Alles, um Beobachtungen ersten Ranges anstellen zu können. Professor Hen⸗ derson, der zeitige Vorsteher derselben, erwähnte der sehr interessanten Entdeckung einer starken Parallare von « Centauri, über welche eine desondere Abhandlung nächstens erscheinen wird.

Während bei den älteren Englischen Beobachtungs⸗Journalen die Reduction der Beobachtungen gänzlich vermißt wurde, ist man sene 8 überall bemüht, wo möglich alle Beobachtungen so zu publiziren, daß die Resultate unmittelbar vorliegen. Am großartigsten wird dies auf der National⸗Sternwarte von Greenwich durchgeführt, die, wenn sie auch eines großen Fernrohrs entbehrt, doch in Hinsicht der anderen Instrumente sehr vollständig und in Bezug auf die Hülfsarbeiter mit einer Liberalität ausgerüstet ist, wie sie nur in England stattfinden kann.

älteren

Greenwicher Beobachtungen und drei sollten noch für die magnetischen

Beobachtungen angestellt werden

Berichtigung. In der gestr. Nr. d. St. Ztg. sind in dem

Artikel uͤber das Franz. Budget, S. 364, Sp. 2, folgende Zah⸗ kurrenten Beobachtungen an Sternen, Planeten und dem Monde zu

len zu berichtigen:

Zeile 31. Oeffentl. Unterricht 38. Total⸗Summe 754,268,655 st. 754,248,655. » 53. Universitaͤtsabgaben 4,349,082 st. 3,349,082. 59. Total⸗Summe 1, 161,838,142 st. 1,116,838,142.

16,046,659 st. 16,946,659.

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Verhandlungen der Akademie der Wissenschaften im Monat Januar 1841).

Sitzung der philosophisch⸗historischen Klasse am 4. Ja⸗ nuar. Herr Lachmann las über den lateinischen Homerus des ohne Grund sogenannten Pindarus Thebanus. Dies Gedicht wurde mit Unrecht dem Mittelalter zugeschrieben, da das Abendland nur den Auszug aus Ho⸗

selbst nur aus Ende des ersten Jahrhunderts, konnte, wie dieser, in

gäre Formen der besten Zeit, theils Fehler, die auch dem schlechtesten Dichter nicht begegneten.

seyn wird. Die Verse vom Aeneas, er sey erhalten worden ut profugus Latiis Proiam repararet in arvis augustumque genus claris submitteret astris, waren nicht mehr wahr und schicklich, nachdem Tiberius gestorben und nicht vergöttert war. Die Arbeiten der Ovidischen Zeitgenossen Macer und Tuticanus konnten einen jüngeren wohl zu diesem schwachen Versuche in Homericis reizen. Neben Manilius ibe er sich allerdings son⸗ derbar aus. Streng an den Bildern und Redeweisen des Virgil und Ovid haftend, und wo er sie nicht geradezu abschreibt, noch einfacher, als sie, aber durchaus ohne Eigenthümlichkeit, stoppelt er seinen dürren Auszug der Ilias aus Redensarten und beschränft sich, zumal in der zweiten Hälfte, so ganz auf Beschreibung der Kämpfe, daß er den Dich⸗ ter des Titurel (25, 99. 10) zu der Meinung gebracht hat, es sey vor Troja zehn Jahre Tag für Tag gekämpft worden.

Gesammt⸗Sitzung der Akademle am 7. Januar. Herr Dürksen las: Von den Integralen und deren Anwendung auf Functio⸗ nen imaginairer Veränderlichen. Herr Crelle legte in drei Groß⸗Folio⸗ Bänden das vollständige Manuskript für die Theiler aller Zahlen der 4, 5 und 6 Million, oder der Zahlen zwischen 3,000,000 und 6,000,000 vor, welches er, seinem früheren Antrage an die Akademie gemäß, hatte ausarbeiten lassen.

Durch ein Reskript des Ministeriums vom 24. Dezember 1840 wurde der Akademie die Allerhöchste Bestätigung der Wahl des Herrn Guizot zum auswärtigen Mitgliede der philosophisch⸗historischen Klasse und des Herrn Duc de Luynes zum Ehren⸗Mitgliede der Akademie be⸗ kannt gemacht. Ein zweites Ministerial⸗Reskript vom 29. Dezember 1840 betraf eine Allerhöchste Bestimmung über die Herausgabe der

Schriften Friedrich's II., welche der für diesen Gegenstand erwählten

Kommission zugefertigt wurde.

Gesammt⸗Sitzung der Akademie am 14. Januar. Herr von Raumer las über König Karl XI. von Schweden und die Staats⸗ Veränderung von 1680. Eine schlechte Verwaltung und vieljährige, größtentheils leicht zu vermeidende Kriege hatten Schweden an den

nooch dabei zu vermissen ist.

An jedem der beiden Meridian⸗In⸗ 8 strumente ist für alle 24 Stunden des Tages, während der ganzen Woche, mit Ausnahme des Sonntags, ein Gehülfe beauftragt, die festen

machen. An jedem Tage wird von dem ersten Gehülfen, Herrn Main,

ein ausführlicher Bericht nach einem bestimmten Schema gemacht, über

das an dem vorhergehenden Tage Beobachtete mit allen den Einzeln⸗ heiten, die mit einem Blicke übersehen lassen, was daraus zu ziehen und

Aehnlich wird es mit den Reductionen gehalten, so daß in ganz strenger Ordnung gleichmäßig die Beobachtun⸗

gen und die Publication fortschreiten.

Die Reduction der älteren Greenwicher Beobachtungen ist der 8

Britisy Association zu verdanken, indem sie, theils durch Geld⸗Beiträge ihrer Mitglieder, theils durch ihre einflußreiche Verwendung bei der

ꝛge Diese werden sich heben lassen, wenn erst die echte Ueberlieferung in Handschriften, die vor dem Schulgebrauche, d. h. vor dem dreizehnten Jahrhundert, geschrieben sind, nachgewiesen

güter, woran sich die Beseitigung des Reichsraths und der Stände,

so wie die völlige Unumschränktheit des Königs anreihte. Auf die Geschichte der späteren Regierung Karl's konnte Herr von Raumer,

der beschränkten Zeit halber, nicht eingehen, sondern erwähnte nur eines

Antrages der theologischen Fakultät zu Upsala, die philosophische in ih⸗ rer Lehrfreiheit, beschränken, welchen Antrag der König indessen durchaus zurückwies.

Regierung bewirkt hat, daß diese Reduction im größten Maaßstabe

ausgeführt werden konnte.

Bei Herrn Francis Bally sah Herr Encke einen sehr schönen un zweckmäßigen Apparat zur Wiederholung der Cavendishschen Versuche über die Dichtigkeit der Erde aufgestellt. Sir John Herschel war in

3 8 ländlicher Zurückgezogenheit igt, sci Werk ie Beob⸗ mer in der Grammatik des Dositheus kannte. Aber auch kein Dichter, dlicher Zurüsckgezogenheit beschäͤftig sein großes Werk über die Be

achtungen der Nebelflecke in der südlichen Hemisphäre zu redigiren, wo⸗

Versbau, Silbenmaß und Stvl Aehnltchkeiten mit anderen Dichtern b“ eine sehr große Anzahl der schönsten und detatllirtesten Zeichnungen als Virgil und Ovid vermeiden. Die wenigen Anstöße sind theils vul⸗

vorbereitet waren. Ein höchst interessanter Punkt, die Ermittelung der Lichtstärken und ihres Maßes, war noch fortwährend Gegenstand seiner Aufmerksamkeit.

Herr Poggendorff las über die Wirklichkeit des Uebergangs⸗ Widerstandes bei hydro⸗eleftrischen Ketten. Aus seinem Versuche zieht er folgende Schlüsse: 1) Es giebt unzweifelhaft einen von der Leitung im Innern der Masse verschiedenen Uebergangs⸗Widerstand an der Gränzfläche starrer und flüssiger Leiter, und dieser tritt nicht erst im Laufe der Wirkung des Stroms auf, sondern zeigt sich schon in den ersten Sekunden der Dauer des Stroms. 2) ieser Widerstand ist verschieden nach der Natur der Flüssigkeit und der dieselbe berührenden Metalle; auch verschieden nach der Oberflächen⸗Beschaffenheit dieser letzteren. 3) Er steht in umgekehrtem Verhältnisse des Querschnitts der Flüssigkeit. 4) Er ist eine Function der Stromstärke in den einzelnen Punkten des Querschnitts der Gränzfläche; er ist desto stärker, je schwächer diese ist.

Herr Dove berschtete über ein vom Professor Kaemtz in Halle an Herrn von Humboldt übersendetes Memoir: „Ueber die täglichen Schwankungen des Barometers.“ Die Arbeit des Herrn Kaemtz zer⸗ fällt in fünf Abschnitte: 1) Einfluß, welchen die Weite der Barom ter⸗Röhren auf dies Phänomen hat. 2) Einfluß der Jahreszeiten auf die täglichen Bariationen. 3) Oscillationen an der Meeresküste. 4) Ein⸗ fluß der Höhe über dem Meere. 5) Einfluß der geographischen Breite. Die Haupt⸗Ergebnisse der Untersuchung sind folgende: Die Weite der Barometer⸗Röhren hat weder auf die Wendestunden noch auf die Größe der täglichen Veränderung den geringsten Einfluß, wenn die Adhäsion des Quecksilbers durch Erschüttern überwunden wird. Mög⸗ lichst konstante Temperatur des Beobachtungs⸗ Raumes ist eann . weil, wenn bei schnellen Wärme⸗Aenderungen das Thermometer dem Barometer um 10 R. vorauseilt, der dadurch entstehende Fehler in un⸗ seren Breiten ¼ der ganzen Oscillation beträgt. Nennt man mitt⸗ lere Oscillation den Unterschied des Mittels der beiden Maxima und der beiden Minima, so erhält man, da das Morgen⸗Maximum und Nachmittags⸗Minimum im Sommer weiter von einander abstehen, als im Winter, nach Hällström's Berechnun 8⸗Verfahren, für Mailand, Kremsmünster, Dresden, Berlin und Halle für die Zeit des geringsten Abstandes resp. den 22. Januar, 18., 25., 7., 12. De ember, für di Zeit der größten Entfernung den 16. Juni, 5., 1. Jult⸗ 21., 16. Juni.

Rand des Verderbens gebracht und veranlaßten die Rückgabe der Kron⸗ für die Größe der Verschiebung in Stünden die Zahlen 1,88, 228, 1,97,

2,46, 1,96 und für den Aequator 0,87. An der See tritt im Allgemei⸗ nen das Maximum des Morgens später ein, als im Innern des Kon⸗ tinents. Unter den Tropen kann, bei einer Verminderung des Baro⸗ meterstandes um 200% noch keine Umkehrung der täglichen Schwan⸗ kungen stattfinden, da die tägliche Oscillation unten größer ist als

0“‧6s2. u. s. w.

besonders hinsichtlich der Cartesischen Philosophie zu

demie beantragte Bewilligung von 400 Rthlrn. an Herrn Panosfka

gegen Ablieferung von 20 Exemplaren seines Werkes über die vorzüg⸗ lichsten Terracotten der hiesigen Königlichen Museen. Vorgelegt wurde das Antwort⸗Schreiben des Herrn Herman ein Leipzig auf den Glück⸗ wunsch der Akademie. 1—

Sitzung der physikalisch⸗-mathematischen Klasse am 18. Januar. Herr Encke trug einige Bemerkungen vor, welche er über die astronomischen Anstalten Englands auf seiner letzten Reise dahin gemacht hatte. Er besuchte die Sternwarten von Greenwich, Cambridge, Kensington, Oxford und Edinburg, die in voller Thätigkeit sind, so wie die von Glasgow, deren Neubau fast vollendet ist. Auf den Englischen Sternwarten sind, mit Ausnahme eines großen 12zölli⸗ gen Objektiv⸗Glases in Cambridge von Französischer Arbeit, alle In⸗ strumente von Englischen Künstlern verfertigt. Von den Schottischen besitzt die Edinburger Sternwarte ein großes Passage⸗Instrument von Repsold und die Glasgower Sternwarte scheint ganz mit Münchener Instrumenten ausgerüstet werden zu sollen. Der Vorsteher derselben,

—) Wegen Mangel an Raum verspätet. D. Redact.

Herr H. Rose übergab eine Abhandlung von C. Rammelsberg

Pas Ministerium genehmigte durch ein Restript die von der Aka⸗ über die Sulfantimoniate und Sulfarseniate und gab Erläuterungen

über diesen Gegenstand. Gesammt⸗Sitzung der Akademie am 21. Januar. Herr H. Rose las über die Verbindungen der flüchtigen Chloride mit Am⸗ moniak und über ihre Zusammensetzungsweise.

UHeber die öffentliche Sitzung zur Feier des Geburtstages Könm Friedrich's II. am 28. Januar ist bereits in Nr. 31 der St. 8. beri tet worden.

Eine in der ersten Sitzung des Februars von Herrn von Hum⸗ boldt gemachte Mittheilung über die von Herrn Valenciennes in Pa⸗ ris angestellte Untersuchung des Thieres im Nautilus Pompilius, des dritten von Naturforschern gesehenen Thieres dieser Art, ist, nebst den Bemerkungen des Professors J. Müller über diesen Gegenstang⸗ dem Beschlusse der Akademie zufolge, dem Monats⸗Bericht für den Janua beigefügt worden.