b 1 glaude Lerrain e brer, dem Claude ain, 2 edehg Auffaffung um Vieles nachsteht, 1n 5 bisweilen in der Klarheit und Saftigkeit der Färbung überlegen, uü er⸗ trifft ihn aber weit in den wohlgezeichneten und geistreich behandelten Men⸗ 1 schen und Thieren, womit er seine Landschaften staffirt hat. Von allem 1 uter Nr. 432 a aufgestellte, Bild, in dessen Vor⸗
jesem liegt das, uUnten — ,F ½ —5 — einer Anhöhe zwei mächtige Kastanien⸗Bäume, neben ei⸗ nem Wege stehen, der von einem Hirtenknaben zu Esel und einigen
belebt wird; im Mittelgrunde sich ein klares Wasser hin⸗
Mandem Hintergrunde aber zart abgetönte Berge im sanften Abend⸗
roth schimmern, ein vellgültiges Zeugniß ab. Aus Leinw., h. 1 F. 5 ½¶ B., br. 2 F. l 8. 9 ae „ 9„ „ 2 Fie Gemälde der Spanischen Schule haben durch ein männliches, unter Nr. 403 e aufgestelltes Portrait des berühmten Don Diego Velasquez de Silva, einen um so erwünschteren Zuwachs erhal⸗ ten, als die Bilder dieses größten aller Spanischen Portraitmaler jetzt nur äußerst selten in den Kunsthandel kommen. Es ist das Brustbild eines Mannes, mit blondem, bis auf die Schultern herabwallenden Haar. Der schwarze Anzug mit weißem Kragen und Unterärmeln, und eine breite, schwarze Deckenkappel sind reich mit weißer und gelber Seide gestickt. In der Breite und Meisterschaft der Behandlung, der Helligkeit und Klarheit der Schatten im Fleisch, worin Velasquez nach der treffenden Bemerkung von Mengs alle anderen Maler übertrifft, der kühlen Haltung der Gesammtharmonie stimmt dieses Bild auf eine überraschende Weise mit dem berühmten Portrait der Infantin Mar⸗ garetha Theresa im Louvre überein. Auf Leinw., h. 2. F. 1½ Z., br. Die Französische Schule ist durch das berühmte Familien⸗Gemälde des Eberhardt Jabach von Charles Lebrün (Nr. 461 a) auf eine sehr bedeutende Weise bereichert worden. Dieser Jabach, ein reicher Banquier aus Köln, welcher viele Jahre in Paris ausässig war, hatte mit eben so viel Einsicht, als kluger Benutzung günstiger Gelegenhei⸗ ten, an Gemälden und Hand⸗Zeichnungen eine der schönsten Privat⸗ Sammlungen seiner Zeit zusammengebracht, namentlich eine Reihe von Hauptbildern aus der unvergleichlichen Gallerie König Karl's I. von England nach dem unglücklichen Ende dieses Monarchen erworben Nachdem er sich lange dieses Besitzes erfreut, überließ er durch Ver⸗ mittelung des Lebrün eine Auswahl an Ludwig XIV. Aus diesem Ankaufe stammen mehrere der schönsten Bilder, welche noch jetzt die Gallerie des Louvre schmücken, namentlich die Hauptwerke des Tizian
in der Großartigkeit und Hei⸗ ist er ihm doch
ansehende Prinzessin zeichnet sich nicht nur durch ihren reichen Anzug, einem weißen seidenen Kleide mit rothem Muster, einem stehenden Hals⸗ kragen und einer silbernen Krone, sondern auch durch die feineren Züge ihres lebendigen Kopfes vor ihrer Gefährtin aus, welche, obwohl auch in ihrer Weise geputzt, gröbere und dauerhafere Stoffe trägt, und da⸗ bei ein auffallend häßliches Gesicht hat. Durch den Ausdruck der aus ihren glänzenden Augen-strahlenden, kindischen Freude über ein Ge⸗ schenk von Obst, welches sie von der Prinzessin erhält, hat sie dessenun⸗ geachtet für den Kunstfreund viel Anziehendes. bequeme Anordnung der beiden sitzenden Kinder in einem verhältniß⸗ mäßig kleinen Raum, der überall, besonders in dem Fleisch vorherr⸗ schende lichte und klare Silberton, die große Leichtigkeit des Vortrages
420 Bartholomaeus van der Helst. Die Bildnisse einer kleinen Prinzessin und ihrer Milchschwester (Nr. 329. a.). Die den Beschauer
Die glückliche und
beweisen, daß dieses Bild der spätesten Zeit dieses Hauptes der Hollän⸗ dischen Portraitmaler angehört. Auf den edlen Charakter der Land⸗ schaft des Hintergrundes haben offenbar Bilder aus der Venezignischen Schule Einfluß gehabt. Auf Leinewand h. 2 F. 6 ½ Z⸗ br. 3. F. ½¶ Z. Jean Miel. Der Tod des Esels. (Nr. 324 a.) Die lebhafte Theisnahme, welche eine Italiänische Bauern⸗Familie über das in ihrer Mitte ausgestreckte Thier äußert, zeigt, daß sie sehr viel an ihn verlo⸗ ren hat. Der Tod scheint unerwartet erfolgt zu seyn, denn der Besitzer hat eben das Sattelzeug abgenommen, und sieht sich noch zum letzten⸗ male nach dem treuen Thiere um, welches die Frau mit gefalteten Hän⸗ den wehmüthig betrachtet. Der in gewisser Entfernung mit vorgestreck⸗ tem Kopf riechende Haushund scheint noch ungewiß über den Zustand seines alten Hauskameraden. Eine andere, weniger nahe betheiligte Gruppe unterhält sich über den Vorfall. Miel, welcher eigentlich Historien⸗Maler war, malte nur nebenher dergleichen Bilder nach dem organge seines berühmten Landsmannes, des Pieter de Laar, bekann⸗ ter unter seinem Italiänischen Beinamen „Bamboccio“. Indeß ver⸗ dankt er es gerade solchen Bildern, daß sein Name jetzt noch in Ehren gehalten wird. Dieser Tod des Esels ist aber in Anordnung drama⸗ tischer Motiven, richtiger Empfindung und meisterhafter Modellirung in dem tiefen grauen Ton des Pieter de Laar, eines seiner Meister⸗ stücke, dergleichen keine andere Gallerie in Deutschland von ihm auf⸗ zuweisen hat, wie denn überhaupt Bilder dieser Art von ihm nur sehr selten vorkommen. Auf Leinew. h. 1 F. 2 ½ Z. br. 1 F. 7 ½ Z.
Jan Molenaer. Der mit dem Zubereiten seiner Palette be⸗ schaͤfigte Maler deutet mit dem Spachtel auf die Gruppe eines Zwer⸗
Gabe darreicht. Der Mohrenkoönig hält stehend sein Geschenk in der Hand. In
dem Inneren des Hauses das neugterig zuschauende Gefolge, so wie
der Ochse und der Esel. Von dem Dache und durch eine Oeffnung
in der Wand suchen fünf Hirten dem Vorgange zuzusehen. In der
hüglichten Landschaft, deren Ferne mit einer großen Stadt abschließt,
die drei Züge der Könige. In der ganzen Auffassung, in den Charak⸗
teren, den Trachten und dem Beiwerk erkennt man das fremdartige und abenteuerliche Wesen, welches Jeronvmus Bosch, der älleste
und geistreichste aller Höllen⸗ und Teufels⸗Maler in den Niederlanden
aufbrachte. Man würde versucht seyn, das Bild diesem Meister selbst
beizumessen, wenn es in der Färbung nicht zu schwach für ihn er⸗
schiene. Von Sr. Majestät, dem hochseligen König, außerordentlich für
das Museum angekauft. Vormals in der Sammlung Sr. Excellenz,
29 Herrn General Rühle vos Lilienstern. Auf Holz, b. 3 F. 8 Z.,
r. 2 F. 3 /2½ Z.
Durch die obigen Erwerbungen ist die Zahl der für jeden Freund
der Kunst wahrhaft erfreulichen Gemälde im Königl. Museum wieder
namhaft vermehrt worden und kann man mit Zuversicht der Hoffnung
Raum geben, daß, wenn jede Gelegenheit Erwerbungen in demselben
Sinne zu machen, gewissenhaft benutzt wird, die Gallerte sich allmälig
auch an Meisterwerken aus den für die Kunst glücklichsten Epochen mit den ersten Gallerieen Europa's wird messen können, und dann, wie keine andere, ästhetischen Genuß mit kunsthistorischer Belehrung ver⸗
einigen wird.
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 6. Aprtl. Zeitdauer St. M. “
Um 6 ½ Uhr Morgens. „ 9 ½ „ Vormitt.. „ 12 ½ Nachmitt.. V
Abgang von Potsdam.
Abgang von BeerIIin
Zeitdauer St. M.
40 35 42 42 53
Um 8 Uhr Morgens.. „ 11 » Vormitt.... 2N „ „ Abends..
6 „ 4 ½ * „ 8 v 10 ““ „ Abends...
„ 7¾
dae mamalhe mser 824 se zchin 1iuuerh, n,c 22878 E“ i.s 16829 E egIS k
AAA““
99.
“ 8 beö“
11“
dwamen.⸗ 1.— hn vne nüh 11“ Amitl. Nachr. 8 8* 9 NK I ₰ “ andtags⸗2 le 8 1 9 L veeeegs Waesereen becten. Preußen. Denkmal Sr. Majestät Friedrich Wi helm's 111. — Taren bei Erbtheilungen ländlicher (Lüter. — Elementarschulwesen. — Strom⸗ und Ufer⸗Polizei. — Haussteuer in Westoreußen. — Lotterie. Bier⸗ und Brantweinsteuer. — Ab⸗ losbarkeit. der Erbpacht. — Institut der Schiedsmänner. — Forst⸗ u. BE“A“ — “ alen. Bericht über die ersten Plenar⸗Ver⸗ ammlungen. — Verhandlungen über die Königl. Propositi ammt 1. — Ver lung b Königl. ositio stindischen Ausschuß betreffend. “ “ 8 1 2 8 9 „ 8 Rußland u. Polen. Vetersburg. Ernennung. Frankreich. 8 G.88912 Eigenthums. — Vermischtes. roßbrit. u. Irland. London. Schreiben des Sultans an die Konigin. — Sir W. Parker, Commandeur der Ostindie (Fhi — Ansichte os Cirs5 s* . 7 5 6 tindien und China. Ansichten des Präsidenten Harrison über die
Amerikanische Constitution. — Wahl⸗Unruhen in Neufundland. —
Vermischtes.
i0 Brijsse Gerüch! 6
Belgien. Brüssel. Gerücht, das Herr Lehon in das Kabinet eir⸗ treten werde.
2A 8
„ r⸗ aheo *†8 s.. 7. Sr 1 2 Paris. Ueber die Verwerfung des Gesetzes in Betreff
Britischen Flotte in
Landtages die ferneren Unterzeichnungen annehme und fuͤr die
Ausfuͤhrung des Werks Sorge trage. Den Entwurf zu dem
Letzteren will Ich zu seiner Zeit zu Meiner Pruͤfung und Be⸗
staäͤtigung erwarten.
Berlin, den 24. Maͤrz 1841. ö (gez.) Friedrich Wilhelm. 86. Provinzial⸗Staͤnde des Koͤnigreichs Preußen.“
hmigung ertheilt worden, wurde
ben im Verlauf weniger gezeichnet. Ueber die, schuß⸗Mitglieder, werden.
In der Plenar⸗Sitzung am
Stunden der Betrag von 9615 Rthlr. e, fuͤr spaͤter anberaumte Wahl der Aus⸗ wird zu seiner Zeit das Naͤhere micgetheilt
nung unter den Landtags, Mitgliedern eroͤffnet und von densel⸗
4 27.
65 Maͤrz kam der Gesetz Ent⸗ wurf uͤber die bei Erbtheilungen ““ licher Nahrungen und die erweiterte Befugniß, nah dem Gesetz vom 14. September 1811 regulirte Bauerguͤter hypothekarisch zu V verschulden, zum Vortrage. Der Ausschuß, an den zunaͤchst die Begutachtung dieses, die Erhaltung eines kraͤftigen Bauern⸗
gestern die Unterzeich⸗
steuer fuͤhrte zu der Betrachtung uͤber die Verderblichkeit der Vermehrung von Branntwein⸗Schenken und deren nachtheiligen Einfluß auf die Moralitaͤt des Volks. Dadurch, daß in beliebig kleinen Quantitaͤten auch die Kraͤmer Branntwein verkaufen duͤrfen, werde das Uebel wesentlich vermehrt, und es kam daher die Einschraͤnkung dieser Berechtigung und zugleich eine Erhoͤ⸗ hung der Gewerbesteuer fuͤr die Schaͤnker in Vorschlag. Denn wenn auch im Allgemeinen nicht eine Zunahme der Trunksucht bemerkbar geworden, so sey doch kein Mittel zu verabsaͤumen, Maͤßigkeit zu befoͤrdern, und jede Gelegenheit zu ergrei⸗ fen, dafuͤr wirksam zu seyn. Der Landtag erkannte es an, daß der in den Staͤdten von Kaufleuten betriebene Detall⸗ handel mit Branntwein der Trunksucht großen Vorschub leiste, und beschloß zu beantragen, daß Kaufleute und Haͤndler Brannt⸗ wein nur in Gebinden von 7 ½ Quart Inhalt, oder mehr, zu verkaufen befugt seyn moͤchten, und daß, wiewohl ein Theil der Versammlung sich von einer vermehrten Schanksteuer fuͤr den vorliegenden Zweck keinen Erfolg versprechen zu koͤnnen, und in derselben nur eine Werthsverminderung der Kruggrundstuͤcke er⸗
Schweden u. Norwegen. beiden Konigreichen. Danem. Kopenhagen.
ges und Hundes, welche im Vorgrunde zusammen tanzen (Nr. 291 a.). Die Gravität des Zwerges mit seinem dicken Kopf von starken Gesichts⸗ zügen bildet mit dem läppischen Wesen “ der nicht weiß, wie ihm geschieht, einen sehr komischen Gegensatz. Die Frau des Molenaer 8 8 “ scheh WDuet 4 2 1“ „ 7 “ dc 5 1 g schen Orden. warnt einen Lehrling, welcher über die Gruppe lacht. Im Hintergrunde “ “ esec⸗g “ Dee he. hasbash 1“ auf einer Bank ein Leiermann, der zu dem närrischen Tanze aufspielt 5 mer der bevorstehenden Stände⸗Verfammlung. gen zur ersten Kam
Stockholm. Verhältniß zwischen den es ck zes zwisch vJ ET war, hatte kennen zu muͤssen glaubte, eine Erhoͤhung der Gewerbesteuer fuͤr uziehung d er Land-Gemeinden als die Schankstellen verord erden moͤg er ten der nt rdnet werden moͤge. 8s 8 b sein Gut⸗ Nachdem den Antraͤgen auf Aufhebung der Tabacks⸗ und der 65 Bö. es sehr bedenklich waͤre, uͤber Gewerbesteuer auf Fabrication der Ziegel zum Verkauf nebst ei⸗ . Familienleben und in die sitt⸗ nigen anderen keine Folge gegeben war, wurden die Petitionen:
und Giorgione. Der übrigens sehr stolze und hochfahrende Lebrün hatte eine so warme Freundschaft für Jabach, daß er ihm dieses große Bild als pretium affectionis malte. Auf der rechten Seite desselben sitzt Jabach und deutet auf die Spmbole von Wissenschaft und Kunst, eine bronzene Büste der Minerva, einen Globus, Bücher, einen Marmor⸗ kopf u. s. w., als die Lieblings⸗Beschäftigungen seines Lebens.“) In⸗
Meteorologische Beobachtungen. 22 8 gisch chtung Der König empfängt die drei Portugiesi⸗
ec Abdaddc
—
einem zum Theil von einem Vorhang verdeckten Spiegel gewahrt man das Portrait des Lebrün, mit Pinsel und Palette in der Hand. Dem Jabach zunächst ein Knabe, welcher dem Vater einen kleinen Hund eigt, den er auf dem Arm hat. Die anderen drei Kinder gruppiren ich auf der linken Seite des Bildes um die sitzende Mutter. Die zweite Tochter, sich an sie lehnend, streckt ihre Hand nach einem Apfel aus, den ihr jüngster, nackend auf einem Kissen sitzender Bruder hält. Die älteste Tochter, welche in einem stattlichen, seidenen Kleide auf der anderen Seite der Mutter steht, schließt die Gruppe ab. Zu ihren
üßen, auf einem prächtigen Teppich, ein zu ihr hinauf sehendes graues
indspiel. Mir ist kein anderes Bild bekannt, welches uns den be⸗ baglichen und eleganten Zustand einer reichen Familie aus der Zeit Ludwig's XIV. so glücklich vergegenwärtigt, als es in diesem der Fall ist. Auch machte es durch die geschmackvolle und bequeme Anordnung, die Weiche und Naturwahrheit der Köpfe, die in allen Haupt⸗ und Nebentheilen gleichmäßige fleißige Ausführung schon zur Zeit des Lebrün
roßes Aufsehen und wird von seinen Biographen ehrenvoll erwähnt. In unseren Tagen zeichnet es sich außerdem noch durch die Klarheit ünd Frische aller Lokal⸗Farben und namentlich der Schatten aus, wäh⸗ rend aus Mangel eines tüchtigen Impasto bei den meisten Bildern des Lebrün der braune Grund durchgewachsen und dadurch die Hal⸗ tung aufgehoben worden ist. Die an Werken des Lebrün so reiche Gallerie des Loupre besitzt kein Portraithbild von ihm, welches sich mit dem unsrigen messen könnte. Dasselbe ist, bis es in den Besitz des Museums gelangt, bei den Erben des Eberhart Jabach zu Köln, der Familte de Groote, aufbewahrt worden. Auf Leinewand, hoch 8 F. 10 ½ Z., breit 10 F. 5 Z.
Die zweite Abtheilung der Gallerie, welche die Niederländischen und Deutschen Schulen umfaßt, ist um eilf Bilder bereichert worden.
Eins derselben, von Hughe van der Goes (Nr. 17a.), gehört der Schule der van Eyck an. Es stellt die unter einem Baldachin thro⸗ nende Maria mit dem nackten Jesuskinde auf den Armen dar, welches in der Linken ein Vergißmeinnicht hat. Auf dem Boden ein Gefäß mit Lilien und Iris. Zu beiden Seiten, zwischen Säulen, Durchsichten in eine Landschaft mit Wasser, Bäumen und Gebäuden. In dem Cha⸗ rakter der Köpfe ist dieses Bild eines der feineren des Meisters, und dabei, mit Ausnahme des etwas grauen Fleischtons, von ungemeiner Sättigung und Kraft der Farben und sehr fleißtger Ausführung. Das⸗ selbe ist, von Sr. Majestät dem hochseligen König für das Museum außer⸗
dentlich angekauft worden. Es ist den Kunstfreunden früher aus den Sammlungen des Herrn Bettendorf in Achen und des General⸗ Lieutenants Herrn Rühle von Lilienstern Excellenz in Berlin er⸗ innerlich. Auf Holz, h. 2 F. 7 Z. br. 1 F. 9 ½ Z.
Die übrigen zehn Bilder gehoren der hohen Blüthe an, welche alle Gattungen der Malerei nach dem Vorgang des Rubens und Remb⸗ randt im 17ten Jahrhundert in den Niederlanden erreichten.
Govaert Flink. Die auf einem Lehnstuhl sitzende heilige Anna hat ihre Rechte traulich auf den Rücken der vor ihr stehenden kleinen Maria gelegt, welche sie lesen lehrt. In der Linken hält sie ihre Brille. (Nr. 301a.) Obwohl dieser Vorgang aus der heiligen Geschichte hier in jeder Beziehung in den Kreis des Holländischen Familienlebens ge⸗ zogen ist, und, wie die meisten Bilder der Rembrandtschen Schüler in der Ficmung Vieles zu wünschen übrig läßt, macht es sich doch durch den Ausdruck treuer Mütterlichkeit, durch eine tiefe satte Harmonie des Goldtons, wie er diesem Meister nur selten eigen ist, durch die meister⸗ hafte, ebenso breite, als weiche Behandlung auf eine sehr vortheilhafte Weise geltend. Auf Leinewand, h. 3 F. 1½ Z., br. 2 F. 6 Z.
Gerard Terborgh. Das Innere eines Hofraums, in welchem eine vor der Thür eines ärmlichen Gebäudes sitzende Frau sehr emsig beschäftigt ist, den Kopf ihrer kleinen Tochter von ungebetenen Gästen zu befreien. Auf dem zweiten Plan der Familienvater, ein Schleifer, der auf einem durch ein Pferd umgetriebenen Stein eine Sense schärft, deren Besitzer diesem Geschäft stehend zusieht. Im Hintergrunde ein Gebäude mit einem Storchnest. (Nr. 278 a.) Dieses vortreffliche, mit dem Monogramme des Meisters bezeichnete Bild, ist schon in der Sammlung des Herzogs von Choiseul unter dem Namen „le Remou- wer in Kupfer gestochen worden. Es ist eine von der gewöhnlichen Weise des Terborgd abweichende Production und wird von manchen 3828öS erk des Gabriel Metsu gehalten, doch scheint die Echtheit des Monogramms nicht zweifelhaft, und findet sich auch in der Art der Farbenharmoni — 6 9
monie und des Vortrags große Uebereinstim⸗ mung mit den anderen Arbeiten desFerborgh, welche Vorgänge aus dem Leben der höheren Stände behandeln. Eine musterhafte Haltung ist hier mit der größten Wahrheit und einer sehr sleißigen, wei hee Nann dennoch freien Behandlung verbunden. Dieses Belt⸗ bef chen ch 9 89 1 5 8 and sich in der letzten Zeit in der berühmten Sammlung des Herzogs von Verry, welch dem den Pallasi Elisae Bourhon schamüche Oö. rans Hals. Ein männliches und ein weibli 6 1 5 311 a. und 311 b.) in schwarzen eüches, Bildniß fhri Halskragen, welche beide, zumal das des Mannes, den Meister in S. zen Frische und Lebendigkeit der Auffassung, der geistreichen 1g. 9 breiten Behandlung zeigen, welche schon zu seiner Zeit den verühnsten
Auf der Staffelei ein untermaltes Bild, worauf,
bei sonst abweichender Anordnung, jene Gruppe mit dem Zwerge ebenfalls den Mittelpunkt bildet. Das Bild, mit dem Namen des Künstlers und dem Jahre 1631 bezeichnet, gehört durch das Dramatische des Gegenstandes, die dem Pleter de Hooge verwandte Beleuchtung, die Lebendigkeit der Portrait⸗ Köpfe, endlich durch die Breite und sichere Behandlung zu den vorzüg⸗ lichsten dieses Meisters. Auf Leinewand h. 3 F., br. 4. F.
Willtam van der Velde. Eine leicht hewegte⸗ See, welche von den segelnden Schiffen einer Kriegsflotte in den verschiedenen Plänen belebt wird. (Nr. 382 a.) Wolkenschatten und Sonnenblicke bringen auf der Wasserfläͤche, wie auf den Schiffen, eine reizende Abd⸗ wechselung der Wirkungen hervor. Am Himmel wird ein leichtes, windverwehtes Gewölk sanft von der Morgensonne geröthet. Die mei⸗ E111 der Schiffe, welche in allen Einzelheiten die ge⸗ naueste Kenntniß verrathen, die feine Beobachtung der Luft⸗Perspek⸗ tive, die Zartheit und Leichtigkeit der Pinselführung sind die Eigen⸗ schaften, welche diesen Meister in England und Holland so beliebt ma⸗ chen, daß seine Bilder außerdem sehr selten vorkommen. Auf Leinw. h. 1 F. 11 ½ 8., br. 2 F. 11 S. 1
Fan Fyt. Ein an einem Hinterlauf aufgehangener todter Hase, dem sich eine Katze mit begehrlichem Blicke nähert, mehrere Weintrau⸗ ben, zwei Enten, Rebhühner, ein Korb mit einer Schnepfe und ande⸗ rem todten Geflügel, sind mit dem Geschmack zusammengeordnet, mit der Naturwahrheit, mit dem Gefühl für eine satte und tiefe Farben⸗ Harmonie, mit dem markigen und meisterlichen Pinsel ausgeführt, welche an diesem Meister mit Recht bewundert werden. (Nr. 395 a.) Auf Leinw. h. 3 F. 3 ¾ Z., br. 4 F. 6 ½ Z. 8
Jacob Walscapeln. Ein reiches Gehänge von Früchten und Blumen. (Nr. 395 b.) Eine Melone, Pfirsichen, Trauben, Aprikosen, Pflaumen, Kirschen, Erdbeeren und andere Früchte erscheinen hier im bunten Gedränge und werden von Schmetterlingen, Käfern und Schnecken belebt. Auf einem Marmortische eine an einer Erbse schmau⸗ sende Maus. Dieses mit dem Namen des Meisters bezeichnete Bild zeigt ihn in der seltenen Vereinigung einer schönen Anordnung mit der liebevollsten Durchbildung des Einzelnen als einen der besten Na bhfeol⸗ ger des Jan David de Heem. Von Sr. Majestät dem hochseligen König außerordentlich für das Museum angekauft. Vormals in der Sammlung Sr. Excellenz, des Herrn General Rühle von Lilienstern. Auf Leinw. h. 1 F. 10 ¾ Z., br. 2 F. 7 ¾¼ Z.
Willem van Aelst. Todtes Geflügel. (Nr. 439 a.) Auf einem Tische von grünlichem Marmor, der zum Theil mit einem rothen Tep⸗ pich bedeckt ist, liegen zwei Schnepfen und ein Goldammer. Darüber an einem Nagel zwei rothe Rebhühner. Ein Stieglitz und andere kleine Vögel hängen, auf ein Zweiglein gereiht, von dem Tische herab. Dieses mit dem Namen des Meisters und der Jahreszahl 1653 be⸗ zeichnete Bild ist von einer so im Einzelnen durchgeführten Wahrheit, daß man in Versuchung geräth, das weiche Gefieder zu betasten, ent⸗ spricht aber zugleich durch die glückliche Anordnung, durch die fein ab⸗ gewogene Harmonie den höheren Anforderungen, welche man an ein Kunstwerk zu machen pflegt, und verleiht diesem unbedeutenden Ge⸗ genstande einen feinen malerischen Reiz. Auf Leinw. h. 2 F. 1 ¾ Z., Sr 1618.
Auch die dritte Abtheilung, welche Bilder aller Schulen aus den ältesten Epochen der Kunst enthält, ist durch zwei Gemälde bereichert worden.
Das eine Nr. 105 a rührt von dem Gentil da Fabriano, ei⸗ nem der größten Maler der Umbrischen Schule her, welcher zugleich einer der ersten und bedeutendsten Meister ist, die von der giotteken Weise zu einer freieren, im Einzelnen mehr auf Naturbeobachtung be⸗ gründeten, übergingen. Es stellt in der Mitte die thronende Marta dar, welche das stehendeChristuskind auf ihrem Schoße hält; zu den Seiten die heil. Catharina und den heil. Nicolaus von Bari, mit seinem Schutzbefohle⸗ nen, dem Stifter des Bildes, zu seinen Füßen. Im Hintergrunde zwei noch, sehr conventionelle Bäume, in denen jeden steben rothe Engelchen sitzen welche zum Preis der Jungfrau 88 goldenen Instrumenten spielen. Es trägt auf der erhabenen Leiste des gleichzeitigen Rahmens die Auf⸗ schrift: Gentilis de Fabriano pinxit. Ein Vergleich mit den wenigen anderen beglaubigten Werken dieses Meisters, welche noch vorhanden sind, beweist, daß das fragliche Bild der früheren Epoche desselben an⸗ gehört. Die Zeichnung des Kindes, wie aller Hände, ist hier ungleich schwächer und magerer als auf jenen, bei denen auch an die Stelle des hier gebrauchten Goldgrundes eine ziemlich ausführliche Ausbildung der Räumlichfeit getreten ist. Ref. begnügt sich hier, die Kunsifreunde an die Anbetung der Könige in der Sammlung der Akademie der Künste zu Florenz zu erinnern. Dagegen ist dieses Bild sehr merkwür⸗ dig, weil es in dem Ausdruck des Sehnenden im Kopfe der Maria offenbar den Einfluß des Taldeo di Bartolo von Siena zeigt, des⸗ sea in Umbrien ausgeführten Malereien der Herr von Rumohr für die Vorbilder dieser, jener Schule im 15ten Jahrhundert eigento ürnlt chen Gefühlsweise hält. Außerdem verdient der sehr öö . der Individualisirung in dem Pee⸗ Fieaes keenbee die Bur⸗
werden. Besitz Sr. Majestät des Königs, u verstatten geruht ha⸗
van Dvck zu seinem Bewunderer machten. Auf Leinewand, jedes h. 2 F. 5. S., br. 1 F. 11 ½¼ 8.
*) In welcher hohen Achtung dieser Jabach in seiner Zeit überhaupt naab, 1ee 85 im Jahre 1664 auf da geschlagene, im Königlichen
Münz⸗Kabinet befindliche silberne Schaumünze, welche die Umschrift
„Vivit post funera virtus“ trägt. “
ellung in Höchstihrem Museum huldreichst
4 „H 2 br. 5 F. 7 „ 3 8 S bib n lsetun der heiligen drei Könige (Nr. 1862), gehört der Altniederländischen Schule an. Unter dem meist zer⸗ störten Vorbau eines baufälligen mit Stroh gedeckten Lehmhauses sitzt Maria
332,34““Par. Quellwärme 6,8 0 R. + 2,5 ° R. Flußwärme 2,90 R. + 1,4 ° R. Bodenwärme 4,2 0 R. 84 pCt. Ausdünstung 0,024“ Rh. bezogen. Niederschlag 0. NO.
332,21“ Par. +† 8,30 R. + 6,490 R. 76 pCt. bezogen. NO. NO. 332,10“„Par. + 4,4
Luftdrudk. Luftwärme.. Thaupunkt ... Dunstsättigung Wetter
Wolkenzug..... Tagesmittel:
331,82““„Par. + 2,40 R. + 1,20 R. 84 „Ct. neblig. NO.
+ 1,10. 5 R.ö +†r 3,0 0 R. 81 pCt. NO.
Auswürtige Börsen.
Amsterdam, 3. April. 8 8 Schuld 51. 5 % do. 98 5. Kanz-Bill. 22 %¾4. Passive. Ausg. —. Zinsl. Preuss.
Oesterr. 104 ⁄14.
wirkl. 20 %. Pol. —.
Niederl. 5 % Span. Präm h
b Antwerpen, 2. April.
Neue Anl. 20 ¼ G. Hamburg, 5. April
Bank-Actien 1620 G. Engl Russ. 107 ½
London. 2. April.
Cons. 3 % 89 ⁄. Belg. 101. Neue Anl. 23 3 9⁄1. Passive 5 ¾. Ausg. Sch. 12 ⅞. 2 ½ % Holl. 51 1. 5 % 97 ⁄. 5 % Port. 357. 3 % 20 ¼. Eugl. Russ. 112. Bras. 68 ½. Columb. 23. Mex. 31. Peru — Chili —.
Paris, 2. April. 112. 75. 3 % Rente ün cour. 78. 10. 5 %
5 % Rentée fin ceur. 5 % Span. Rente 22 ⁄1. Passive —. 3 %
Neapl. au compt. 103 Port. —.
ET April.
5 % Met. 106 1³⁄16. 4 % 985 1. 3 % —1 . Bank-Actien 1631. 1632. Aunl. de 1834 —. de 1839 110 ⁄%8.
21/ % 1 % —.
ö Schauspiele.
Donnerstag, 8. April. Im Opernhause: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Abth., von Schiller. 8
Im Schauspielhause; Keine Franzoͤsische Vorstellung.
Freitag, 9. April. Kein Schauspiel. 1 “
Sonnabend, 10. April. Im Schauspielhause: Die Lichten⸗ steiner, dramatisches Gemaͤlde in 5 Abth., mit einem Vorspiele,
von Bahrdt. Im Opernhause: Oberon, Koͤnig der
Sonntag, 11. April. Elfen, romantische Feen⸗Oper in 3 Abth. mit Ballet. Musik von
C. M. v. Weber. (Dlle. 8 Carl: Rezia, als Gastrolle.) Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ran⸗ 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Im Schauspielhause: 5 Abth., von Schiller. Montag, 12. April.
2 Abth., Musik von L. van Beethoven. komisches Ballet in 3 Gemaͤlden von P.
Im Schauspielhause: Herrmann und — Familiengemälde in 4 Abth., von Dr. C. Toöpfer⸗ Hierauf: Die
Wiener in Berlin, Liederspiel in 1 Akt, von üGSe . Peront Glaßbrenner: Louise von Schlingen als astrolle.
ges:
m Opernhause: Fidelio, Oper in 3 Hierauf: Liebeshändel,
Taglioni. 8 Dorothea, idillisches
3 FI Fheäaten
Donnerstag 8. Füags Die Ballnacht. Große Oper in
4 Akten. Musik von Auber. “ Wild⸗ r zu ien: Herzog Olaf, als Gast.)
K. K. Hof⸗Opernsaͤnge Kein Schauspiel.
9. April. Penngbend, 10. April. Lenore. Melodrama in 3 Abth.⸗
Gesang, von C. v. Holtei. b mit ö 11. April. Die Juͤdin Oper in 4 Akten. Musik
alevy. (Herr Wild, K. K. Hof⸗Hpernsaͤnger zu Wien: E al Gast.) (Letztes Auftreten des Herrn Wild in dieser
Oper.) Montag, 12. April. Der Talisman. Posse mit Gesang
in 3 Akten, von J. Nestroy. erantwortlicher Redacteur I W Zinkeis en. Gedruckt bei A. W. Hayn.
Koͤni
81
mit dem sehr kleinen Kinde auf dem Schooße. Von zwei knieenden Königen senr. 85 eine verehrend die Hände, während der andere seine 8 ͤi11141X*“ G
Waͤrmewechsel + 8,40
Kabale und Liebe, Trauerspiel in
Schweiz er es schif Schweiz. Text der Oesterreichischen Verk Note st E Iernn 2 rreichischen P. rbal⸗Note 12 KNlo 2 * Aufhebung. gegen die Kloster Spanien. Madrid. Vermischtes über die Regentschaftsfrage 8 z⸗-Poe Ir 91 Non Fot ⸗ 5 Frankceichs Bedingungen bei seinem Wiedereintritt in die Londoner Konferenz. — Gerücht da9 Meohmo Ii , 8 r 8 “ ücht, daßs Mehmed Ali zu Gunste b him's abdiciren wolle. 1 “ Inlar „ P ose CAnbargo⸗: 2 : 2 Inland. Posen. Jubelfeier des Cenerals de 29 „ 2 „ 2½ 8 8 82 d Wif., K. u. Lit. Breslau. Fall von Mete
r Infanterie v. Grollman. orsteinen bei Grüneberg.
Nachrichten.
des Tages. Se. Mazestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht, dem zum zweiten Direktor der hiesigen Renten⸗Versicherungs⸗Anstalt
erwaͤhlten seitherigen Regierungs⸗Kalkulator Dzimski den Cha⸗ rakter als Rechnungs⸗Rath zu verleihen.
Der Notar Wilhelm Christian Burger zu St. Goar
8 11“ 8 . 8 3 “ ist zum Notar fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Kreuznach, im
Landgerichts⸗ Bezirke Koblenz, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Kreuznach, bestellt worden.
¶SMM
8 In der zur Aufnahme neuer Mitglieder bestimmten Plenar⸗ Versammlung der Koͤnigl. Akademie der Kuͤnste am 13. Maͤrz d. J. fanden folgende Wahlen statt. Zu ordentlichen einheimischen und resp. auswaͤrtigen Mit⸗ gliedern der Akademie der Kuͤnste wurden aufgenommen: ¹) der Historienmaler August Hopfgarren in Berlin;
) der Historienmaler Eduard Steinbruͤck in Duͤsseldorf; der Historienmaler Paul de la Roche in Paris; Herzogl. Gothaische Hofmaler Emil Jacobs in Gotha;
Landschaftmaler Eduard Biermann in Berlin; Laneschaftmaler August Elsasser, gegenwaͤrtig in Rom; Koͤnigl. Hof⸗Baumeister Stuͤler in Berlin; r Architekt Professor Stier in Berlin; Kupferstecher Eduard Eichens in Berlin; Professor und Hof⸗Kupferstecher Felsing in Darmgadt; Kupferstecher und Akademie⸗Direktor Albert Reindel in Nuͤrnberg; ) der Musik⸗Direktor und Dom⸗Organist E. Crell in Berlin; 3) der Koͤnigl. Saͤchsische Hof⸗Kapellmeister Reissiger in Dresden. Zu Ehren⸗Mitgliedern der Akademie wurden aufge⸗ nommen: 8 1) der General Direktor der Koͤnigl. Museen, hierselbst; 2) der Professor der Musik, Dr. Fink in Leipzig. Berlin, den 6. April 1841. Koͤnigl. Akademie der Kuͤnste. Dr. G. Schadow, Direktor.
Sö— 2SS8SSS=SSg=Z2 FEZIZEETTö
22
*
74
Dr. von Olfers
“
8. Asgekemmen: Der Ksnigl. Belgische außerordentliche Gesandte und bevvlimäͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Ge⸗
nerab Major Wilmar, von Bruͤssel.
Landtags⸗Angelegenheiten.
Provinz Preußen. V Danzig, 3. April. Nachdem auf den in Nr. 55 der hie⸗ siges Zeitung angezeigten Antrag der Staͤnde, „in der Haupt⸗ und Residenzstadt Koͤnigsberg ein Standbild Koͤnig Friedrich Wilhelm des Dritten in Erz errichten zu duͤrfen“, in der folgenden Allerhoͤchsten Ordre: b 8
eee Eingabe der Provinzial⸗Stoͤnde vom 6ten d. M. Wpons und die darin kundgegebene Absicht, Meinem in Gac vubendan Herrn Vater Majestaͤt ein Standbild in Erz virdean n. a6 einen mir werthen Beweis der treuen erae Gesinnung der Staͤnde wohlgefaͤllig aufgenom⸗ Kosten haies Seegss genehmige Ich, daß zur Aufbringung der richtende St gc in Meiner Residenzstadt Koͤnigsberg zu er⸗ richtende Standbild durch den gegenwaͤrtig versammelten Landtag eie ie Unterzeichnung unter den Bewohnern des Koͤnig⸗ den 2. Preußen eroͤffnet und aus den Landtags⸗Abgeordneten
I V 3) Daß die Kosten der 1
des Einnahme⸗Ausfalls durch Zuschlag auf die Branntwein⸗
die Wuͤnsche des Landes zu kennen, Bestimmungen . darin entha tenen Festsetzungen, nach welchen, so fern der Erblasser nicht testirt hatte, der Hofannehmer durch eine von Standesgenossen abzugebende summarische gemaͤßigte Taxe, unter fuͤr ihn guͤnstigen Zahlungsfristen der uͤbrigen Erbportionen bevor⸗ zugt werden solle, und in denen, . den Hofannehmer nicht einigen, eine bestimmte Erbfolge ausge⸗ sprochen ist, hatten die Abgeordneten der r —
zu treffen.
im §. 29. des Gesetzes vom 14. September 1811 und Art. 65. der Declaration vom 29. Mai 1816, wonach Bauerguͤter nur bis zu ein Viertel ihres Taxwerths verschuldet werden duͤrfen, einverstanden erklaͤrten. Der Landtag beschloß daher Se. Koͤnigl. Majestaͤt unter⸗ thaͤnigst zu bitten, unter Abstandnahme von dem Gesetz⸗Entwurfe folgende einfache Vorschriften, welche den Wuͤnschen und Be⸗ duͤrfnissen der Landgemeinden, und zugleich dem Staats⸗Interesse entsprechen moͤchten, ergehen zu lassen: 1) daß die in Ostpreußen und Litthauen bestehende Vorschrift, bei Erbannahmen eine Taxe zum Grunde zu legen, in welcher der Reinertrag zu 6 pCt. ka⸗ pitalisirt wird, auf die Landgemeinden der ganzen Provinz aus⸗ gedehnt werde. 2) Daß der §. 29. des Gesetzes vom 14. Sep⸗
tember 1811 wegen Beschraͤnkung der Verschuldung einer gewis⸗ sen Kategorie der kleineren Ackernahrungen aufgehoben werde. Niederlegung von Testamenten und der zu letzteren zu verwendenden Stempel vermindert werden moͤchten.
Hierauf kamen mehrere Petitionen, das Elementar⸗Schul⸗ wesen angehend, zum Vortrage, welche theils Vorschlaͤge fuͤr Erreichung eines vollstaͤndigeren Besuchs der Dorfschulen, theils den bestehenden Lehr⸗Plan und dessen Anwendung betrafen. Man war daruͤber einig, daß die auf die Volksbildung verwendeten außerordentlichen Mittel nirgends mit dem erreichten Erfolge im Einklange staͤnden, und der Landtag beschloß nach einer laͤngeren mit großer Theilnahme gefuͤhrten Debatte einstimmig, Allerhoͤch⸗ sten Orts darauf anzutragen, daß der Lehr⸗Plan fuͤr Landschulen sowohl, als seine Anwendung, der Pruͤsung einer gemischten Kommission, an welcher Sraͤnde Theil zu nehmen haͤtten, un⸗ terworfen werde, indem es bei dieser so wichtigen Angelegenheit darauf ankomme, nicht allein die rein technische Ansicht vertreten zu sehen. Nachdem mehreren den Lehrstand betreffenden Antraͤgen Er⸗ oͤrterung, aber keine Folge von der Versammlung gegeben war, wurde noch beschlossen, den vom vorigen Landtage angeregten Gegenstand, die Einwirkung der Gymnasial⸗Einrichtungen auf die Gesundheit der Zoͤglinge betreffend, wieder aufzunehmen und weiter zu verfolgen.
In der achtzehnten Plenar⸗Sitzung wurde zuerst uͤber den Ab⸗ druck der Sitzungs⸗Protokolle naͤherer Beschluß gefaßt, und so— dann der Allerhoͤchst zugefertigte Entwurf eines Gesetzes uͤber die Strom⸗ und Uferpolizei der oͤffentlichen Fluͤsse in Bera⸗ thung genommen. Es sind darin behandelt die Rechte und Pflichten des Staats in Betreff der Fluͤsse, die Bedingungen ihrer allgemein gestatteten Benutzung, der Bauanlagen in und Wasserleitungen aus ihnen, das Ufergebiet und die Eigenthume⸗ Beschraͤnkungen Hinsichts desselben, insbesondere die Leinpfade, nebst den Rechten der Uferbesitzer auf Alluvionen und Inseln, und deren Verpflichtung zur Deckung des Ufers, endlich Deich⸗ verbaͤnde, Uferbau⸗Verbaͤnde und die bei diesen interessirten Sub⸗ sidiar⸗Verpflichtungen.
Zu den einzelnen Paragraphen dieses Gesetzes wurden meh— rere, nicht wichtige Abaͤnderungen und Zusaͤtze beschlossen. Dar⸗ auf kam die Verordnung wegen Veranlagung der Haussteuer in Westpreußen zum Vortrage, woruͤber bereits Mittheilung gemacht ist (Nr. 91. der St. Zta.). 1
Der neunzehnten Plenar⸗Sitzung lag eine Petition wegen Aufhebung der Lotterie vor. Es wurde angefuͤhrt, daß die von Unter⸗Collecteuren befoͤrderte Bildung von Spiel⸗Societaͤten die Spielsucht vorzugsweise in die aͤrmeren Volkeklassen verpflanze und das Gluͤck der Familien in moralischer Hinsicht untergrabe wozu besonders die Ausdehnung der Lotterie auf fuͤnf Klassen viel beitrage. Nach einer den Gegenstand erschoͤpfenden Debatte gab bei gleicher Stimmenzahl der Herr Landtags⸗Marschall den Ausschlag zu Gunsten des in Rede stehenden Antrags, und es wurde hierauf vollguͤltig beschlossen, die Beschraͤnkung von fuͤnf Klassen der Lotterie auf eine, hoͤchstens zwei, Allerhoͤchstem Er⸗ zmessen anheimzustellen, dabei auch, unter Anfuͤhrung aller in der Versammlung eroͤrterten Gruͤnde dafuͤr und dagegen, der Aufhe⸗ bung der Lotterie Erwaͤhnung zu thun. 8
Ein Antrag auf Aufhebung der Biersteuer, und Deckung
liche Entwickelung des Volks so tief eingreifendes Gesetz, ohne
im Falle sich die Erben uͤber
— Landgemeinden zu dem bestimmten Antrage veranlaßt, die Emanation derselben zuf sich beruhen zu lassen, wogegen sie sich mit Aufhebung der Vorschrift
daß die Kosten bei Prozessen, die durch Kontumazial⸗Erkenntnisse beendigt werden, und in allen Prozessen die Kosten der Executionen, welche fruchtlos ausfallen, nicht, wie bisher stattgefunden, von den Extrahenten vorschußweise gezahlt werden duͤrfen, sondern vielmehr unmittelbar von demjenigen durch die Gerichte eingezo⸗ gen werden sollen, der in der Hauptsache verurtheilt worden ist, bei dessen Unvermoͤgen aber niedergeschlagen werden moͤchten, — ferner, daß die fuͤr Frauenspersonen geltende Vorschrift, wonach ihnen im Executionswege außer den gewoͤhnlichen Kleidungsstuͤcken auch die Betten gelassen werden muͤssen, auf die Männer ausge⸗ dehnt werden moͤge, des Koͤnigs Majestaͤt zur huldreichen Be⸗ 1 v beschlossen. ei der hierauf folgenden Berathung des Gese Beschraͤnkung der Abloͤsbarkeit der Erbpacht, und Zinsgerechtsame, wurde der Beschluß gefaßt, Aller⸗ hoͤchsten Orts zu befuͤrworten, daß der §. 1, wonach „die Abloͤsung solcher Erbzinse oder bloßen Zinse von jetzt ab auf den einseitigen Antrag der Verpflichteten nicht zu⸗ laͤssig seyn solle, es sey denn, daß die Befugniß dazu ver⸗ tragsmaͤßig ausdruͤcklich eingeraͤumt waͤre“, dahin abgeaͤndert werden moͤge, daß die Abloͤsung eines in Gelde oder einer festen Getraide⸗Abgabe bestehenden Erbpachts oder Erbzinses oder bloßen Zinses, welcher in einem nach Publication gegen⸗ waͤrtiger Verordnung abgeschlossenen Vertrage vorbedungen wird ausgeschlossen werden koͤnne, und daß der Richter verpflichtet werde, bei Aufnahme von Erbpachtsvertraͤgen den Erbverpaͤchter von der Befugniß des Erbpaͤchters, den Kanon, falls die gesetz⸗ liche Abloͤsungsbefugniß nicht ausdruͤcklich ausgeschlossen werde, auf seinen einseitigen Antrag abzuloͤsen, zu belehren. 8 Das Institut der Schiedsmaͤnner nahm sodann, in Folge eines Antrages, demselben dadurch mehr Autoritaͤt zu geben daß die vorgeladenen Parteien gehalten waͤren, wirklich zu erscheinen oder sich mindestens schriftlich zu entschuldigen, die Aufmerksamkeit der Versammlung in Anspruch. Der mit Begutachtung dieser Angelegenheit beauftragte Ausschuß hatte erheb liche Zweifel gegen 8 den Vorschlag erhoben; nach vollstaͤndiger Eroͤrterung derselben aber wurden mit großer Mehrheit nachstehende Antraͤge zu be⸗ fuͤrworten beschlossen: 1) In Bagatellsachen soll jeder Klaͤger die Bescheinigung seines Schiedsmannes vor dem ordentlichen Richter beibringen, sich dort zum Versuche des Vergleichs gemet⸗ det zu haben; 2) der Klaͤger erhaͤlt vom Schiedsmanne die Vor⸗ ladung gegen den Beklagten, mit welcher Ersterer sich an die Orts⸗Behoͤrde des Letzteren wendet, welche die Insinuation 8 besorgen hat. Der Beklagte, welcher nach geschehener Insinun⸗ 1e S. zahlt eine Strafe von fuͤnf Silbergroschen, die 6 ichter, bei dem die Klage fortgesetzt wird, einzuzie⸗ Es ist noch nachzuholen, daß in den Plenar⸗Sitzun 2sten, Listen und 25sten v. M. der 11 “ meinen Forst- und Jagd⸗Polizei⸗Ordnung (Nr. 718 der St. Ztg.) begutachtet wurde. Der Landtag beschloß, den Antrao daß diese Verordnung mit den ferner vorliegenden Gesetzen ͤber Jagdvergehen, uͤber Diebstahl an Holz und anderen Waldpro⸗ dukten, Waldstreu⸗Berechtigung und das bereits am 31. Mar 1837 emanirte Gesetz wegen Gebrauch der Waffen der Forst⸗Ber⸗ amten in einem Kodex vereinigt erscheinen moͤchte. “ 1 Bei der speziellen Eröoͤrterung des Gesetzes wurden mehrseitige Abaͤnderungen und Zusätze beschlossen, deren Aufzaͤhlung zu weit fuͤhren wuͤrde 1 Hauptsaͤchlich aber beschaͤftigten die Versammlung lungere Zeit hindurch die Abschnitte vom Insektenfraß und von den Wildschaͤden. In Hinsicht des ersteren verpflichtet das Gesetz den Eigenthuͤmer des Waldes, sobald sich darin Insekten in Ge⸗ fahr drohender Menge zeigen, die noͤthigen Vorkehrungen zur Ver⸗ tilgung derselben zu treffen; sobald seine Kraͤfte dagegen nicht aus⸗ reichen, sind zuerst die Servitut⸗Berechtigten und demnaͤchst die Einwohner der umliegenden Gegend wie bei Waldbraͤnden (in Enrfernung von 2 Meilen ein Mann aus jeder Feuerstelle) zur Huͤlfsleistung verbunden. Auch kann die Regierung den Eigen⸗ thuͤmer eines in ungewoͤhnlicher Menge befallenen Waldes an⸗ halten, denselben ohne alle Entschaͤdigung nieder zu brennen. So ausgedehnte, fuͤr den Wald⸗Eigenthuͤmer, wie fuͤr die Wald⸗ Anwohner bedrohliche Anordnungen in landespolizeilicher Ruͤcksicht riefen mannigfache Besorgnisse in der Versammlung hervor und die Interessen jedes im Gesetze Betheiligten fanden ihre Vertheidi⸗ ger. Die eigenen Kraͤfte des Wald⸗Eigenthuͤmers schienen einem so still und schnell verheerenden Uebel niemals gewachsen, zumal nach der Mittheilung mehrerer Abgeordneten sich die allein moͤgliche Ver⸗ tilgung der Insekten durch Einsammlung ihrer Cocons auf den Zeitraum weniger Tage beschraͤnke; den Kosten einer demnaͤchst aufzubietenden Nachbarhuͤlfe moͤchte der Waldbesitzer ebenfalls
1 1