1841 / 100 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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S den Erlaß des Allerhoͤchsten Gesebes mo⸗ ausrrch,n Z9 nele vem die Dweposironen desselben auf die ichst zu besch ber⸗Elbe vielfach nothwendig wer⸗

in i2. linge an der O Aüℳ 8 * Peeseungen wohlthaͤtig einwirken und manchen V

drohenden Konflikt beseitigen wuͤrdenn. n Provinz Westphalen.

5 .31. Maͤrz. Die Sorge fuͤr die staͤndischen Be⸗ 8 namentlich die Herbeifͤhrung gesetz⸗ licher Bestimmungen in Betreff ihrer Pensionirung war einer der Gegenstaͤnde, die in der sechsten Plenar⸗Versammlung des Land⸗ tags zur Berathung kamen. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben naͤmlich durch die auf den allerunterthaͤnigsten Antrag des fuͤnften Westphaͤlischen Provinzial Landtages wegen Pensionirung der bei den Provinzial⸗Anstalten angestellten Beamten Allergnaͤdigst er⸗ lassene Entscheidung: „in besonders geeigneten Fällen eine verhaͤlt⸗ nißmaͤßige Konkurrenz der Staats⸗Kasse zu den Pensionen solcher, fruͤher dem Staatsdienst angehoͤrig gewesenen Beamten aus Gnade bewilligen zu wollen“, die Staͤnde und nicht minder die stͤndischen Beamten zum allerunterthaͤnigsten Danke um so mehr verpflichtet, als der Landtag hieraus entnehmen zu duͤrfen glaubte, daß die⸗ sen Beamten von nun an ohne Ausnahme ein Anspruch auf Pension gleich den im Staatsdienste angestellten Beam⸗

ten, insofern sie den naͤmlichen Bedingungen wegen der Gehalts⸗Abzuͤge und Pensions⸗Beiträͤge sich unterwerfen, zuge⸗ standen und dadurch eine große Beruhigung verschafft worden ist. Bisher war dies nur bei den an der Landarmen, und Correc⸗ tions⸗Anstalt zu Benninghausen dauernd angestellten Beamten nach §. 22. der Allerhoͤchsten Verordnung vom 15. Dezbr. 1820 er Fall und erlaubte sich die Versammlung nunmehr, da dieser z. den Fonds der Anstalt als densenigen bezeichnet, aus welchem je etwanige Pensionirung dieser Beamten erfolgen soll, zur Be⸗ eitiaung jeden Zweifels Se. Majestaät um den Allergnaͤdigsten Erlaß einer allgemeinen Bestimmung unterthaͤnigst zu bitten, nach welcher 1) die bei den Provinzial⸗Anstalten angestellten Beamten, wesche unausgesetzt ihren Beruf gewissenhaft erfuͤllen und darin ohne eigene Schuld behindert werden, aus dem Fonds der Anstalt, bei welcher sie fungiren, sich aller Vortheile zu er⸗ reuen haben sollen, welche die allgemeinen Pensions⸗Bestimmun⸗

en treuen Beamten gewaͤhren; 2) die allgemeinen Pensions⸗ Bestimmungen auf sie uͤberhaupt und namentlich auch in Hinsicht auf die Gehalts⸗Abzuͤge und Pensions⸗Beitraͤge Anwendung finden, die in die Kasse der betreffenden Anstalt ein⸗ ezahlt und unter besonderem Titel verrechnet werden; 3) stäaͤndi⸗ che Beamte darunter zu begreifen, die sruͤher im Staatsdienste estanden, aus ihrem bisherigen Pensions⸗Verhaͤltnisse ausscheiden und die laufenden Pensions ⸗Beitraͤge, wie auch die seit ihrem Uebertritt ruͤckstaͤndigen an die Anstalts⸗Kasse zahlen, mit der jedoch im Falle der Pensionirung die Staats⸗Kasse im Verhaͤltniß der Dauer ihrer Staatsdienstzeit zu der Pensionssumme auf beson⸗ dere Allerhoͤchste Entscheidung in den Spezialfaͤllen konkurrirt. Die demnachst zum Vortrag gebrachte, den Staͤnden durch den Herrn Landtags⸗Kommissarius nach dem Landtags⸗Abschiede vom 22. Juli 1832 über den Zustand und die Wirksamkeit der Taubstummen⸗Anstalten in der Provinz zu ertheilende Nachricht hat aͤußerst befriedigende Ergebnisse geliefert. Sr. Excellenz dem Herrn Ober⸗Praͤsidenten, der auch diesen Anstalten seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet und dadurch eine neue Segnung uͤber

und der innigste Dank ausgesprochen, in den nicht nur die aus den Taubstummen⸗Schulen seit ihrem Entstehen im Jahre 182]

zu Kentrop bei Hamm und 1830 und 1831 zu Buͤren und Soest . chen Regierung beruhte die Verthetlung auf der allgemeinen Be⸗

bis jetzt entlassenen 86 Zöoͤglinge, die ohne die Hülfe der Kunst

in tiefster Unwissenheit und einer fast thierischen Rohheit aufge⸗ wachsen seyn wuͤrden, nun aber die Wohlthat sittlich religioͤser

Beariffe und einer angemessenen Verstandsbildung genießen, ein⸗ zustimmen haben, sondern auch Alle, die fuͤr das Wohl ihrer Naͤchsten zu empfinden vermoͤgen.

Ausland.

1— X1XAX“ Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 3. April. Zu Anfang der heutigen Sitzung legte der Conseils⸗Präͤsi⸗ dent einen Gesetz⸗Entwurf vor, durch welchen ein Kredit von 66,861 Fr. als Subvention fuͤr die Stadt Paris zur Vermeh⸗ rung! der Munizipal⸗Garde verlangt wird. Diese Vermehrung soll sich auf 247 Mann und eben so viel Pferde belaufen. An der Tages⸗Ordnung war hierauf die Eroͤrterung des Gesetz⸗Entwurfs wegen Verbots der oͤffentlichen Versteigerung neuer Waaren. Der einzige gegen den Gesetz⸗Entwurf eingeschriebene Redner, Herr Marchal, war abwesend. Herr Meilheurat, der sich uq Gunsten des Entwurfs hatte einschreiben lassen, verzichtete auf das Wort, da er, wie er sagte, nicht zu vertheidigen brauche, was nicht angegriffen werde. Man ging hierauf zur Eroͤrterung der einzelnen Artikel uͤber. Der erste Artikel lautete fol⸗ gendermaßen: „Die Detail⸗Verkaͤufe neuer Waaren durch öffentliche Versteigerung, oder durch und mit Ravatt sind verboten.“ Herr Ganneron schlug fol⸗ gendes Amendement vor: Alle Detail⸗Verkaͤufe von neuen Waa⸗ ren durch oͤffentlichen Ausruf sind verboten. Der Detail⸗Verkauf! neuer Waaren durch Versteigerung kann nur durch die vom Gesetz bezeichnetzn Beamten und kraft einer vom Handels⸗Tribunal au uchenzeeütn Erlaubniß bewerkstelligt werden. Ein solche 9. h kann nur von ansaͤssigen Kaufleuten eingereicht werden welche mindestens ein Jahr lang ihr wirkliches Domizil in de Orte gehabt haben muͤssen, wo der Verkauf stattfinden soll. De

Ursprung der Waaren und der Grund d . er Verste n jenem Gesuche angegeben werden.“ esstftgerung muß 40,

die Provinz verbreitet hat, wurde dafuͤr die vollste Anerkennung

¹

vom 5. Juli 1836,

oͤffentlichen Ausruf

Es sey immer bedenklich,

sagte Herr Ganneron, eine Befugniß zu rauben, welche aus

dem Eigenthums⸗Rechte resultire, beschrägrten⸗ aber man e allerdings, braͤuche kundgäben, diesen abzuhelfen wissen. E 6

erwiesen, daß der Verkauf meeecc Waaren lichen Ausruf mit Rabatt u. s. w. dem Interesse des Handels und der Konsumenten zuwider sey, und er nehme deshalb keinen Anstand, sie zu verbieten. Aber nicht erwiesen sey ihm, daß die Verkeͤufe durch Versteigerung und durch die vom Gesetze bezeich⸗ neten Personen ebenfalls schaͤdlich waͤren; in vielen Faͤllen konn⸗ ten sie dem Handeltreibenden von Nutzen seyn. Der Justiz⸗ Minister sprach sich gegen das Amendement des Herrn Ganne⸗ ron aus, da dasselbe vollkommen im Widerspruch mit dem Prin⸗ zipe stehe, auf das sich das Gesetz gruͤnde. Nachdem sich noch mehrere Redner fuͤr und gegen das Amendement hatten vernehmen lassen,

wenn sich Miß⸗

und die Handels⸗Freiheit zu

und die Kammer zur Abstimmung schreiten wollte, ergab es sich, daß die Kammer nicht mehr vollständig war, und die Abstimmung mußte daher auf kuͤnftigen Dienstag verschoben werden. Am Montage wird sich die Kammer mit dem Vorschlage der Herren Mauguin und Pages wegen Vermehrung der in die Kammer nicht zulaͤssigen Beamten beschaͤftigen. 6 b

Paris, 4. April. Das Gesetz uͤber die Reserve und uͤber die Rekrutirung, welches noͤchstens in der Depurirten⸗Kammer zur Eröͤrterung kommen wird, hat zu mehreren Broschuͤren An⸗ laß gegeben, von denen einige aus der Feder hochstehender Be⸗ amten geflossen sind. Herr Larregny, Praͤfekt des Charente⸗De⸗ partements, hat ein Reserve⸗System vorgeschlagen, welches mit der Rekrutirung der aktiven Armee in Verbindung steht, indem es letzterer diejenigen Leute zuweist, die sich am meisten fuͤr den Kriegsdienst eignen, und daneben ein ausgedehntes Heer von arbeitenden Soldaten bildet, die gezwungen sind, in Friedenszei⸗ ten einen Theil des Jahres an den oͤffentlichen Bauten Theil zu nehmen, ohne ihre Departements zu verlassen: „Dieser Gedante“, sagt das Journal des Debats, „der so sehr mit den moder⸗ nen Tendenzen im Einklange steht, verdient von allen denen reiflich er⸗ wogen zu werden, welche wuͤnschen, Frankreich wieder an die Spitze der Civilisation gestellt zu sehen, denn es ist klar, daß fortan diejenigen Voͤl⸗ ker das Uebergewicht haben werden, welche, ohne die Sorge fuͤr ihre

Unabhaͤngigkeit zu vernachlaͤssigen, sich am angelegentlichsten mit den edlen und eintraͤglichen Unternehmungen des Friedens beschaͤf⸗ tigen. Eine andere ganz kuͤrzlich erschienene Schrift des Herrn von Bondy, Präͤfekten des Yonne⸗Departements, legt Ideen dar, deren unverzuͤgliche Verwirklichung nicht allein moͤglich, sondern auch leicht ist. Herrn von Bondy ist die außerordentliche Un⸗ gleichheit aufgefallen, mit welcher die Rekrutirung, die druͤckendste aller Auflagen, denn man hat sie mit Recht die Blutsteuer ge⸗ nannt, auf den verschiedenen Departements, und in den Devar⸗ tements auf den verschiedenen Bezirken lastet. Er hat diese Un⸗ gleichheit durch eine klare und uͤberaus sorgfaͤltige Statistik mit einer mathematischen Genauigkeit bewiesen. Es steht sest, daß in einigen Departements, wie z. in denen der Dordogne, oder der Lozere ein dienstfaͤhiger Mann nach der gegen⸗ waͤrtigen Gesetzgebung mindestens zwei Mal mehr Aus⸗ sicht hat, vom Loose getroffen zu werden, als in den Departements der Ost⸗Pyrenaͤen, oder des Doubs; denn von 1000 jungen Leuten, welche in dem Departement der Ost⸗Pyre⸗ naͤen von dem Revisions⸗Conseil untersucht werden, sinden sich 616 Diensttaugliche. In dem Departement der Dordoane da⸗ gegen nur 300, in dem der Lozére nur 311 von 1000. So sehr uͤbt die Arbeit in den Fabriken nachtheiligen Einfluß auf die oöͤf⸗ fentliche Gesundheit aus. In einigen Lokalitaͤten hat der dienst⸗ taugliche Mann gar keine Aussicht, dem Loose zu entgehen; ja noch mehr, es giebt Departements, die nicht immer ihr Kontin⸗ gent stellen koͤnnen, waͤhrend Andere eine zwei bis dreimal so starke Aushebung wuͤrden bestreiten koͤnnen. In diesem Punkte existirt also eine dauernde und belaͤstigende Ungleichheit; und zu einer Zeit, wo die Gleichheit die herrschende Leidenschaft ist, ruft eine solche Lage die Einmischung des Gesetzgebers herbei. Schon zu verschiedenen Malen hat man sich bemuͤht, jenem Uebelstande abzuhelfen; aber diese Bemuͤhungen haben immer nur un⸗ bedeutende Resultate geliefer. Herr von Bondy lie⸗ fert dafuͤr, mit den offiziellen Zahlen in der Hand, den unwiderleglichen Beweis, aber er laͤßt es dabei nicht bewen⸗ den. Er gehoͤrt zu der Zahl jener vernuͤnftigen Maͤnner, die da glauben, daß es in unserer Zeit am besten sey, sich des Tadelns zu enthalten, wenn man kein besseres System, als das, welches man verwirft, an die Stelle zu setzen habe. Unter der Kaiserli⸗

voͤlkerung. Man verlangte von jedem Departement ein mit der

seinen Feinden verspottet werden will.

stehendes Kontingent.

Zahl seiner Einwohner in Verhaͤltniß der Vertheilung an;

Uebrigens kam damals wenig auf die Art na jeder dienstfaͤhige Mann war Konskribirter, denn die Reihe kam fruͤher oder spaͤter an ihn. Die Restauration, die in Betreff der

das Kaiserliche System bei. Nach der Juli⸗Revolution machten sich sogleich gerechtere Ideen geltend, und schon am 1. Dezember

vor, die Rekrutirung nach der Durchschnittszahl der jungen Leute, welche auf den Registern der vorhergehenden 5 Jahre eingetra⸗ gen worden waͤren, zu vertheilen. Dieser Gedanke ward durch das Gesetz vom 11. Dezember 1830 sanctionirt. Das Gesetz welches die Vertheilung nach dem obener⸗ waͤhnten System beibehielt, uͤberließ es den Praͤfekten, die Kon⸗

tingente unter die Bezirke verhaͤltnißmoͤßig zu vertheilen. Nun

schien es, als ob man alles Ungerechte aus einem Verfahren ver⸗ der Revolutions⸗Vergangenheit nun einmal nicht gewöhnen. De denkenden Franzosen ist der stete Anachronismus brutaler Leiden

schaften uͤberdem widerwaͤrtig, die Schuͤchternen in der Nation

wischt haͤtte, welches sich auf die durchschnittlichen Resultate einer gewissen Anzahl von Jahren fuͤr das ganze Departement gruͤndet.

Aber Herr von Bondy enthuͤllt durch seine vortreffliche Statistik

eine andere Ursache der Ungleichheit, und diese besteht, wie ge⸗s sagt, in der Verschiedenheit des in den Departements permanent herrschenden Gesundheits⸗Zustandes. Die dienstfaͤhigen jungen Leute tragen allein zur Rekrutirung bei. Es waͤre daher auch

der Gerechtigkeit gemäß, daß sich auf ihre Anzahl allein die Kong tingente fuͤr die Departements und fuͤr die Bezirke gruͤndeten. Dieses System hat Herr von Bondy mit großem Fleiße und mit großer Umsicht entwickelt, und wir halten es fuͤr unmoͤglich, daß dasselbe keinen Eindruck auf die Kammer machen sollte.“

Gestern hatte der Baron Mortier im Hotel der auswaͤrtie gen Angelegenheiten eine lange Konferenz mit Herrn Guizotz;

„Es handelte sich darum“, sagt ein hiesiges Blatt, „das Beß nehmen festzustellen, welches unser Gesandter in Bern, in Bezug auf die Klosterfrage, beobachten soll. Wenn wir gut unterrichtet sind, so haͤtte sich der Baron Mortier vergebens bemuͤht, voß Herrn Guizot zu erlangen, daß das Kahinet der Tutlerieen dieser Sache neutral bliebe. Der Minister der auswaͤrtigen Ar gelegenheiten haͤtte ihm bemerklich gemacht, daß, da alle anderen Europaͤischen Maͤchte sich uͤbereinstimmend in diese Sache einz mischten, Frankreich sich um so weniger von ihnen trennen koͤnneht da das Franzoͤsische Kabinet die foͤrmliche Verpflichtung eing

gangen sey, in die Europäaͤische Uebereinstimmung zuruͤckzukehren

zzeigt sich in der neuesten Zeit ein gewisses

Maͤrz fuͤr

ston das Ministerium vom J. in die Meapolitanische

tige und gluͤckliche Einmischung gelegenheit belohnte. Jeder, der Enagland Eutes erweist, setzt sich demselben Verfahren aus. Es giebt außerdem in der Graͤnzfrage, woruͤber sich England und die Vereinigten Staaten streiten, eine Gefahr, die Jeden entfernen muß, der versucht seyn sollte, als Vermittler zwischen den beiden Parteien aufzutreten. Es ist naͤmlich schon einmal ein schiedsrichterliches Urcheil vom Koͤnige von Holland erlassen worden, dem sich die Amerikanische Regierung nicht gefuͤgt hat. Das des Koͤnigs de Franzosen wuͤrde wahrscheinlich nicht besser aufgenommen werden, und die Partei, welche sich fuͤr verletzt hielt, wuͤrde gegen da Urtheil protestiren. Lassen wir daher England und die Vereinig ten Staaren sich nach Gefalle

muß nur daran liegen, unserer

Das Ministerium wird sich wahrscheinlich uͤber die Behauptunge des „Globe’ naͤher erklaͤren. Wenn Herr Guizot den Wuͤnschen Englands zuvor gekommen seyn, und es uͤbernommen haben sollte seinen Streit mit den Vereinigten Staaten zu schlichten, so wuͤrde er strenge Rechenschaft uͤber ein solches B nehmen abzulegen ha⸗ ben, denn eine solche Haltung wuͤrde dem Reproͤsentanten Frank⸗ reichs, einer Regierung gegenuͤber, die uns beleidigt hat, nicht geztemen. Boͤses mit Gutem vergelten, ist eine sehr evangelische Vorschrift, die aber auf die Politik nicht angewendet werden kann, wenn man nicht von seinen Freunden verachtet und von 1

Das Journal des Debats meldet heute, daß der Taa wo die Palrs⸗Kammer in geheimer Sitzung den Bericht der Ui⸗ tersuchunas⸗Kommission uͤber das Darmes'sche Attentat vornehmen werde, noch nicht definitiv festgesetzt worden sey. .

Es heißt, Herr Humann werde der Depuurten⸗Kammer in cinigen Tagen einen Gesetz⸗Entwurf vorlegen, nach welchem die Wechsel, wenn sie als solche Kraft haben sollen, gestempelt wer den muͤssen. Man hofft, dadurch eine Vermehrung des Stempel Ertraas von wenigstens 6 Millionen zu erreichen.

Der Toulonnais theilt mit, daß eine telegraphische De pesche vom 29. Maͤrz der Flotte des Vice⸗Admirals Hugon den Befehl uͤberbracht hat, auszulaufen, um Evolutionen zu machen. Die Flotte soll sich indeß nicht weiter als bis zu den Hyerischen Inseln begeben.

Gestern Nachmittag wurden die Programme zu den Festlich keiten und Ceremonien sestaestellt, die in der naͤchsten Zeit statt finden, naͤmlich ¹) fuͤr die Legung des Grundsteins zu den Be festigungen von Paris, 2) fuͤr das Namensfest des Koͤnigs, 3) fuͤ die Tause des Grafen von Paris. Die Herren Guizot, Ducha tel, Rambuteau, Montalivet und Marschall Gerard waren in den Tutlerieen bei der Diskussion der Details dieser Programm anwesend, die binnen Kurzem veroͤffentlicht und in allen Straße von Paris angeschlagen werden sollen.

Es werden von Lyon mehrere Regimenter hier erwartet; werden gegen Ende des Monats eintreffen, um an der große Revue Theil zu nehmen, die am Namenstage des Koͤnigs stat findet. b

Der Herzog von Orleans ist gestern in Begleitung des G nerals Marbot und des Herzogs von Elchingen nach St. Omer abgereist. b Mlan liest im Commerce: „Wir glauben zu wissen, da es jetzt beschlossen ist, Graf Bresson werde auf seinen Botscha terposten am Berliner Hofe nicht zuruͤckkehren. Man versicher Herr Guizot habe ihm zum Ersatz die Wahl zwischen dem Bo schafterposten in Madrid und dem in Konstantinopel angeboten Es war nie die Rede davon, den Grafen Biesson dem Grafe St. Aulaire zum Nachfolger in Wien zu geben.“

Paris, 3. April. Waͤhrend die legitimistische Partei seit vie⸗ len Jahren durch eine Menge von Mißgriffen und politischen Fehler

zin Frankreich und Europa gegenuͤber ihren Einfluß gefaͤhrdet hatt

Hervortreten dieser Me

bnung, und zwar mit mehr Gluͤck und Nationalitaͤts⸗Gefuͤhl, als die er Soldaten nicht so vielverlangend war, behielt dennoch öbisher der Fall war. en che Zahl ihrer Sold cht 3 ger Zeit in der hiesigen legitimistischen Partei sich offenbaren sieht, sind deshalb nicht ohne Bedeutung, sie erregen also nich 1830 schlug der Marschall Soult, damaliger Kriegs⸗Minister, Wlcz. die Aufmerksamkeit der Regierung, sondern auch die de Auslandes. falsche Stellung zu suͤhlen; sie nehmen also mit jedem Tage meh

Die Anstrengungen, welche man seit ein

Seit einiger Zeit fangen die Legitimisten an, ihr

an den Geschaͤften Theil. Die radikale Partei ist durch ihre Uebe treibungen und leiden chaftlichen Symptome sehr in der oͤffentliche

Meinung gesunken, sie hat noch oft die Sympathieen der Massen, aber die aufgeklaͤrte Nation, der besitzende Mittelstand, der sried⸗

liche Buͤrger koͤnnen sich an diese permanente Exaltation und Kopie

sind durch allerlei truͤbe Erinnerungen eingeschreckt. Die Thorheiten und radikalen Irrthuͤmer buͤßt jetzt die republikanisch Partei durch eine sichtbare Verminderung ihres Einflusses. D. legitimistische Partei hingegen sucht jetzt in den Vordergrund zu treten und, ungeachtet der vielen Hindernisse, der großen Ab⸗ neigung der Massen, die ihr noch immer entgegensteht, eine wahre politische Stellung einzunehmen. Wird sie dieses Ziel erreichen? Sind die Mittel, welche sie waͤhlt, immer die richtigen? Sind die Chefs auch die wahrhaft Fäͤhigsten? Entgeht diese Richtung der Legitimisten der jetzigen Regierung und wird sie nicht gerade jetzt den Bemuͤhungen der Legitimisten, sich eine mehr national⸗ Frangostsche Stellung zu schaffen, eifrig ent⸗ gegen arbeiten? iese Fragen dringen mehr oder weniger in die Tiefen der jetzigen Franzoͤsischen Zustaͤnde, sind Ien 8 so schwieriger in kurzen Saͤtzen abzufertigen. Fuͤr das fülched bleibt es wesentlich, dem Entwickelunas⸗Prozeß der Franz chen Parteien aufmerksam zu folgen. Jetzt will die legi K1enge Partei beweisen, daß sie ihren Triumph vis, Race d selbst⸗ staͤndigen Politik und ohne Huͤlfe des Auslandet . d1 und 888 ner suchen werde. Nittel stehen den Sesleitn bee. haf e dn 8 bote, Gutsbesitz, Einkuͤnfte, geachtete et.. Vendasch ascn tere, geschichtliche Erinnerungen, 85 B 8 92 Suche ich jetzt die Vertreter dieser Partei zu chara erisiren, s d itimisten außer dem Advokaten Berryer

1 8

und daß demzufolge das besondere Interesse der Schweiz ande ren und weit wichtigeren Europaͤischen Interessen untergeordnetz bleiben muͤsse.“ 1

Ueber einen Artikel des Englischen „Globe,“ in welchem ge⸗ sagt wird, daß der Koͤnig der Franzosen den Regierungen Eng⸗ lands und der Vereinigten Staaten seine Vermittelung angeboten habe, außert sich der „Courrier français“ in folgender Weise: Wir koͤnnen diese Nachricht nicht glauben, obgleich sie von einem eeö. nal ausgeht, welches in Beziehungen mit dem Englischen 5 sterium steht. Es ist nicht moͤglich, daß die Franzoͤsische schnell rung eine solche Unbesonnenheit begangen, und dah⸗ se 8. fänds das Gedaͤchtniß fuͤr die Lehren verloren hat⸗ welche ngexe Undankbarkeit ihr erst vor kurzem echete t's Paimner⸗ weiß, durch welche Handlungen der Beäschle Lo

Fe I Berryer ist Frankreichs erstes Red Talent; er ist der Geschaͤftsmann, der Anwalt der Partei, e haͤlt von derselben eine regelmaͤßige Besoldung und ist eine veraus reiche, lebenslustige Natur. Seine Partei bedarf seiner, weil er ein Talent von außerordentlicher Art ist. Seine G wandtheit ist groͤßer als seine Ueberzeugung, sein Charakte kann unmoͤglich so hoch steigen, wie seine geniale Beredsamkei hateaubriand ist der groͤßte Einsiedler dieser Partei, polit en Einfluß uͤbt er jetzt wenig. Mehrere noch junge Deputirte sind voll Eifer, aber ohne rvorstechendes Talent, der Herzog von Valmy, Herr von

arcy u. s. w. sind zu diesen zu rechnen. In der Pairs Kammer ist seit laͤngerer Zeit Herr Dreux Brézé ziemlich kuͤhn her⸗

vorgetreten und theilt mit dem Vicomte von Dubouchage die Vor⸗

posten einer nicht immer gluͤcklichen Opposition. Außer Berryer, fehlen auch der legitimistischen Partei die leuchtenden, charakteri⸗

stischen Namen, um welche sich die Menge gruppiren koͤnnte. Keine Partei zählt mehr persoͤnlich rechtliche und ehrenfeste Ge⸗ muͤther, aber der politische Takt, die noͤthige Gewandtheit, das

politische Verdienst sind oft untergeordneter Art. Abbé von Genoude, der gewandte Besitzer der „Gazette de France“, leitet sein Blatt mit Geist. Marquis von ist einer von den legitimistischen Namen, die als Charakter, Gediegenheit und Uneigennuͤtzigkeit den meisten Klang haben.

Fast alle jungen Legitimisten haben den Staatsdienst verweigert

und diese Nichtbeschaͤftigung schadet natuͤrlich der Entwickelung

ihrer geistigen und politischen Faͤhigkeiten.

Großbritanien und Irland.

London, 3. April. Die Gegner der Korngesetze scheinen sich wenia Hoffnung zu machen, mit ihren Bestrebungen in der

naͤchsten Zeit etwas auszurichten, denn obgleich Herr Villiers seinen alljaͤhrlichen Antrag gegen diese Gesetze nach Ostern im Unterhause wieder vorbringen will, so aͤußerte derselbe sich doch

in einer Versammlung, welche dieser Tage in der hiesigen Kron⸗ und Anker⸗Tavern von Seiten des Vereins gegen die Korngesetze gehalten wurde, sehr kleinmuͤthig, und gab fast zu, daß die Char⸗ tisten Recht haͤtten, wenn sie erst eine neue Parlaments⸗ und Verfassungs⸗Reform wollten, ehe sie bereit waͤren, die Agitation des Vereins zu unterstuͤtzen, weil von dem Parlament in seiner jetzigen Gestalt doch schwerlich die Aufhebung der Kornge etze je⸗ mals zu erlangen seyn wuͤrde. Vermuthlich wird daher dieser

Verein seine Kräfte zunaͤchst der immer mehr um sich greifenden

Agitation gegen eine allgemeine Herabsetzung der Britischen Ein⸗ fuhr⸗Zoͤlle anschließen.

Der Examiner bemerkt, die Gegner des neuen Englischen Armengesetzes, welches allerdings Maͤngel habe und zuweilen auf unmenschliche Weise vollzogen werde, im allgemeinen aber dem

alten Stande der Dinge, durch den auf Muͤßiggang eine Praͤmie

gesetzt war, weit vorzuziehen sey, koͤnnten, wenn sie durchaus den Drang in sich fuͤhlten, eines Auantums von Unwillen und Sym⸗ pathie sich zu entladen, in Schottland Stoff dazu in Fuͤlle finden. „Die Unterstuͤtzung“, sagt dieses Blatt, „welche die Armen dort erhalten, betraͤgt weniger als ein Fuͤnftheil von derjenigen, welche ihnen in England gereicht wird. Nach einem Berichte der Ge⸗ neral⸗Kirchen⸗Versammlung uͤber das Armenwesen in Schottland betraͤzt in dem Kirchspiel von Criech die hoͤchste Unterstuͤtzung des Jah⸗

res 3 Sh., die niedrigste 1 Sh. Im Allgemeinen erreicht in wenigen

Gemeinden Nord⸗Schottlands die Unterstuüͤtzung 1 Pfd. jäaͤhrlich, im Durchschnitt betraͤgt sie bloß 3 Sh. In keinem Theile des Landes stehen aber die Pachtzinse so hoch, wie im Schottischen Hochlande; auch ist, seit der Zustand Irlands sich bessert, nir⸗ gends eine solche Masse menschlichen Elends zusammengedraͤngt,

schweifungen oder Entsittlichung, sondern herbeigefuͤhrt durch den Zustand der Gesellschaft. Wir brauchen, um das Elend in seiner vollen Ausdehnung zu schildern, nur zu bemerken, daß diese kar⸗ gen Unterstuͤtzungen nur wenigen Auserwaͤhlten zu Theil werden. Das Hauptuͤbel liegt in dem Gesetze, welches erklaͤrt, daß die

Armen unterstuͤtzt werden muͤssen, ohne anzugeben, auf welche

Weise diese Bestimmung in Vollzug treten soll. Eine arbeits⸗

unfaͤhige Wittwe ist zu einer Unterstuͤtzung berechtigt; um aber

ihr Recht durchzufuͤhren, muß sie vor den obersten Gerichtshef gehen. Die Gemeinde⸗Behoͤrden setzen die Unterstuͤtzung fest, und in entfernten Bezirken gehen sie dabei von dem gemeinsamen Grundsatze aus, den Betrag so niedrig als moͤglich zu halten. In den Stadtgemeinden, wo die Straten durch die Armen be⸗ laästigt werden, kann dieser Grundsatz nicht so leicht durchgefuͤhrt werden; hier bringt die oͤffentliche Meinung einen Unterstuͤtzungs⸗ Betrag von 1 Sh. woͤchentlich und an eine Familie zuweilen von 3 Sh. zu Stande. Eine so freigebige Unterstuͤtzung wirkt wie ein Magnet durch das ganze Land, und die Armen aus den Land⸗Gemeinden ziehen in die Staͤdte, wo sie durch dreijaͤhrigen Aufenthalt ein Besitzrecht erwerben. Am besten versorgt sind die Armen in den Arbeitshaͤusern; bis jetzt bestehen solche aber bloß in Edinburg, Glasgow und Paisley. Und auch hier wird keine nahrhafte animalische Kost gereicht.“

In diesen Tagen hat die Vermählung des Kanzlers der Schatz⸗ Kammer, Sir Francis Baring, mit Lady Arabella Howard, zweiten Tochter des Grafen von Effingham, hier in London statt⸗ gefunden.

Der Globe enthaͤlt eine Finanz⸗Uebersicht, wonach sich das reine Staats⸗Einkommen Englands im Jahre 1858 auf 47,333,459 Pfd. St. belief. Die Zoͤlle sind dabet mit 20,846,246, die Ac⸗ cise mit 13,632,171 Pfd. St. aufgefuͤhrt.

Eine aus Kalkutta hierher gebrachte Boa Coastrictor, die

sich im zoologischen Garten befindet, hat neulich in einem Tage

ein Kaninchen, drei Meerschweinchen und zuletzt noch ihre eigene Gefaͤhrtin, eine eben so große Schlange, die krank war und sich nicht wehren konnte, verzehrt, wodurch ihr Koͤrper einen Umfang von drei Fuß erhielt.

Die Chartistische Zeitung „True Scotsman“ ist aus Man⸗ gel an Theilnahme wieder eingegangen.

Der bekannte Marquis von Waterford hat neulich einem

Raͤuber, der in ein Haus eingedrungen war und auf die Magd sgeschossen, dann aber die Flucht erariffen hatte, persoͤnlich nach⸗

gesetzt, ihn festgenommen und den Gerichten uͤberliefert.

Herr East und Sir R. Inglis bereiten einen Antrag vor, wonach vom 1. Januar 1842 an jedes mit Hunden bespannte Fuhrwerk im ganzen Umfange des vereinigten Koͤnigreichs ver⸗ boten werden soll.

Deutsche Bundesstaaten.

Hannover, 7. April. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Erzieher der Kinder des Prinzen Wilhelm zu Solms⸗Braunfels, Dr. Marks, den Titel eines Hofraths verliehen.

Mainz, 6. April. Wie wir aus zuverlaͤssiger Quelle vernehmen, hat Se. Durchlaucht der Landgraf von Hessen⸗Hom⸗ burg, der erlauchte Gouverneur dieser Bundes⸗Festung, seinen Ent⸗ schluß, in diesem Monat unsere Stadt zu besuchen, geaͤndert, und gr Vice⸗Gouverneur des Herrn Grafen von Leiningen⸗Westerburg

rlaucht wird nun zur Feier des demnaͤchstigen hohen Geburts⸗

tages Se. Majestaͤt d jser ümeckt a. schkei veranstalten. jes es Kaisers von Oesterreich eine Festlichkeit

Detmold, 4. April. Se. Durchl bpri

. . . Durchlaucht der Erbprinz, der 2 Genf, wo sich derselbe einige Zeit aufhielt, zuruͤück⸗ 1 vee Sommer die Universität Bonn beziehen.

nser Bundes⸗Kontingent ist jetzt zu militairischen Uebungen hier zusammengezogen; im Laufe des Sommers wird dasselbe

von eine - dassell S General des Deutschen Bundes hierselbst inspizirt

arochejaquelin

Feingefuͤhrt worden ist.

Ackerbau zu beguͤnstigen. als hier, und zwar ist dieses Elend nicht eine Folge von Aus⸗ 8

Weise wuͤrden die Vereinigten Staaten den ersten Schlag fuͤhlen;

S

Unser Regierungs⸗Blatt publizirt zwei auf dem letzten Land⸗ tage berathene Gesetze, ein Hermachs⸗Gesetz und eine neue Ge⸗ meinde⸗Verfassung, wodurch einem disher oft fuͤhlbar gewordenen

Beduͤrsnisse abgeholfen werd. 8 Italien.

v“

Ein Schreiben aue Wien vom 29. Maͤrz, das sich auf

neuere Berichte aus Mailand beruft, widerlegt das von Fran⸗

Tode des Feldmarschalls v. Radetzky. Derselbe befinde sich kei⸗ nesweges in einem hoffnungelosen Zustande, sondern man duͤrfe sich eine, wenn auch nur langsame Heilung seiner Krankheit ver⸗ sprechen. Griechenland. Das Griechische Konsulat in Venedig hat unterm 25. Maͤrz folgende Mittheilung an den dasigen Handelsstand gerichtet:, In Folge eines Koͤnial. Edikts vom 25. Januar (6. Februar, 1811 sind die betreffenden Minister Sr. Majestät des Koͤnigs von

Griechenland aufgefordert worden, einen Gesetz Entwurf in Be⸗

treff der Errichtung einer National⸗Bank vorzubereiten und den⸗ selben dem Staatsrathe vorzulegen. Die Grundzuͤge davon sind folgende: Das Kapital der Bank wird vorlaͤufig auf 6 Millio⸗ nen Drachmen festgesetzt. Dieses Kapital wird in Actien getheilt werden, wovon die Regierung sofort den Betrag einer Million auf ihre Rechnung nimmt. Die Leitung dieses Institutes wird einem Rathe, welcher von den Actionairen gewaͤylt werden soll, anvertraut werden. Bei dieser Erunennung wird die Regierung nur in der Eigenschaft a's Actionair erscheinen, und auf keinen Fall wird die Zahl ihrer Stimmen den vierten Theil der Summe aller Stimmen uͤberschreiten koͤnnen. Diese Bank wird an und fuͤr sich eine eigene Anstalt bilden. Ihre Thaͤtigkeit wird darin bestehen, baares Geld gegen Pfand auf laͤngere oder kuͤrzere Frist, wie man es wuͤnschen wird, darzuleihen; doch darf das jaͤhrliche Interesse davon nicht 10 pCt. uͤbersteigen. Aus dem Geist eines solchen Koͤniglichen Edikts geht hervor, daß die Griechische Re⸗

gierung den Wunsch hegt, diese Anstalt vor jeder Art Unfaͤllen sicher zu stellen, und daß sie daher die Sicherheit der Actionaire und den Besitz der Actien garantiren wird, bis das Kataster,

das die Grundlage des Eigenthums bilden soll, in Griechenland Die Kavitalisten finden daher in der Errichtung dieser Bank eine schickliche delegenheit, um ihre Gelder gut anzulegen, und indem sie auf diese Art die Industrie und den Ackerbau Griechenlands beguͤnstigen, werden sie die Wie⸗ dergeburt eines Landes, welches zur Wiedergeburt von ganz Europa so viel beitrug, foͤrdern. Der Finanzzustand in Griechenland ist

sehr bluͤhend, die Leidenschaften haben zu toben aufgehoͤrt, die

Parteien haben sich versoͤhnt, und um den Reichthum des Landes zu entwickeln, ist nur noͤthig, die National⸗Industrie und den Besitzt Griechenland, welches so viel waͤhrend seiner langen Kriege gelitten hat, Kapitalien, um die

Schaͤtze seines fruchtbaren Bodens zu vermehren, so wird es zu gleicher Zeit den intellektuellen Vorschritt seiner Bewohner unter⸗ stuͤtzen.

. Dieses schoͤne Land, welches von der See umspuͤlt ist, wird ja endlich zu jener Wohlfahrt, wozu es das gegen die Ahnen der heutigen Griechen dankbare Europa erheben will, steigen.“

Vereinigte Sraaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 15. Maͤrz. Als das diplomatische Corps dem neuen Praͤsidenten am 9ten d. M. seine Gluͤckwuͤnsche darbrachte, fuͤhrte Herr Fox das Wort und sagte unter Anderem: „Mit Vergnuͤgen, Sire, haben wir von Ihren eigenen Lippen in Ihrer Antrittsrede die Erklaͤrung des aufrichtigen Wunsches vernommen, die nationalfreundschaftlichen und friedlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und den fremden Maͤchten zu foͤrdern, und wir schaͤtzen uns gluͤcklich, in Ihrem persoͤnlichen Charakter und in Ihren Eigenschaften die staͤrkste Versicherung zu finden, daß die Bestrebungen Ihrer Regierung der Erreichung eines so weisen und edlen Zieles aufrichtig zugewendet seyn werden.“ Der Praͤsident sprach in seiner Antwort die feste Ueberzeugung aus, daß auf lange Zeit hin kein schlimmes Ereigniß die so hoͤchst innigen Verhaͤltnisse unterbrechen werde, welche gegenwaͤrtig mit den Maͤchten bestaͤnden, deren Vertreter er hier vor sich sehe.

dem Praͤsidenten einzeln vorgestellt. Nur der Russische Bevoll⸗ maͤchtigte war durch Unpaͤßlichkeit verhindert, persoͤnlich an dieser Ceremonie Theil zu nehmen.

Der New⸗York American enthaͤlt ein Schreiben aus ashington vom §. Maͤrz, welches lebhafte Besorgnisse fuͤr den all eines Krieges mit Großbritanien aͤußert, aber nur fuͤr den

Anfang, nicht fuͤr die Dauer. Wenn Herr Fox abginge, heißt s in dieser Korrespondenz, so wuͤrde 10 Tage spaͤter die ganze n Kanada stationirte Britische Armee auf Amerikanischem Ge⸗ iete seyn, Buffalo als Opfer fallen, Lockport aus Rache ver⸗ rannt werden, ja selbst Neu⸗York wuͤrde einem direkten Besuche aus England innerhalb 30 Tagen nicht entgehen. Die Behoͤrden nd Armeen in Kanada und Neu⸗Braunschweig haͤtten wahr⸗ scheinlich schon Instructionen fuͤr diese Faͤlle erhalten, und ver⸗ muthlich waͤren auch schon in den Englischen Haͤfen Schiffe aus⸗ geruͤstet, um sogleich unter Segel gehen zu koͤnnen. Auf diese

nach kurzer Zeit wuͤrde aber die Anstrengung des Volkes die Britischen Waffen aus Nord⸗Amerika treiben, Frankreich, vielleicht auch Ruß⸗ land wuͤrden den Vereinigten Staaten zu Huͤlfe kommen, und nit ihrer vereinten Macht wuͤrde ein neuer großer Streit uͤber ie Herrschaft des Meeres entstehen. Unter vielen anderen Vor⸗ schlaͤgen und Plaͤnen, zu welchen der vielbesprochene Krieg mit England Veranlassung gegeben hat, befindet sich auch ein Pro⸗ jekt von einem Kaufmanne in New⸗York, der diese Stadt ver⸗ mittelst in derselben aufzufuͤhrender hoͤlzerner Thuͤrme, 200 Fuß hoch, mit 10 Kanonen auf ihrer Zinne, die gluͤhende Kugeln von 120 Pfund Gewicht auf die feindlichen Schiffe schleudern sollen, vertheidigen will. Am Fuße eines jeden dieser Thuͤrme soll ein Dampfkessel mit Maschinerie angebracht seyn, um denselben gegen Angriffe zu vertheidigen, und zugleich Feuer, um die Kugeln gluͤhend zu machen. Der Plan ist der Regierung vorgelegt wor⸗ den, praktische Militair⸗Personen laͤcheln aber uͤber diese Ausge⸗ burt einer wilden Phantasie. 8 Herr Mac Leod selbst soll von seiner Freisprechung so uͤber⸗ zeugt seyn, daß es ihm, wie man sagt, sehr gleichguͤltig ist, ob sein Verhoͤr von Lockport nach Albany verlegt werde, oder nicht, indem er seine Beweise fuͤr so klar haͤlt, daß er vor jeder Jury, selbst vor der zu Lockport, das Verdikt „Nicht schuldig“ erwartet. Die herrschende Ansicht ist, daß der General⸗Prokurator der Vereinigten Staaten in diesem Prozesse ein nolle prosequi bean⸗ tragen und Herr Mac Leod dann seine Freiheit erhalten werde. Als Vorsichtsmaßregel ist uͤbrigens eine Abtheilung Militair nach der Niagara⸗Graͤnze beordert worden, um jede Gewaltthaͤtigkeit von Seiten des Volks zu verhindern.

ösischen Blaͤttern ausgegangene Geruͤcht von einem gewaltsamen

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allmaͤlig wieder einen sehr friedfertigen Ton in Bezug auf die Differenzen mit England angestimmt. Der einzige Artizel, der darauf berechnet ist, auf die streitigen Gegenstoͤnde zwischen Groß⸗

britanien und den Vereinigten Staaten einen aufreizenden Cin⸗ fluß auszuüben, erschien am vorigen Donnerstag in dem „Wa⸗

shinaton Globe“ in einigen Bemerkungen uͤber die Antritisbot⸗

schafc des neuen Praͤsidenten. Der „Globe“ ist das vornehmste Organ der Partei Van Buren’s, und er wird mit gro⸗ ßer Geschicklichkeit und Energie redigirt; da aber jetzt diese Partei vom Ruder entfernt ist, so spricht der „Globe“ nicht mehr die Ansichten der Behoͤrde aus. Man glaubt, daß der „National Intelligencer,“ der auch in Washington erscheint und gleichfalls ein sehr angesehenes Blatt ist, das vornehmste Journal der Regierung seyn wird, aber man weiß noch nicht ge⸗ wiß, ob er das einzige Regierungsblatt seyn, oder in Verbindung mit dem „Madisonian“ bloß beguͤnstigt werden wird. So viel jedoch ist gewiß, daß bis jetzt der „Washington Narional Imtellt⸗ gencer“ und der „Washington Maͤdisoman“ die Ansichten und politischen Grundsaͤtze des Generals Harrison und seiner Kabinets an dem Regierungssitze aussprechen. .

Die Legislatur von Maryland hat in Bezun auf den Granz⸗ streit zwischen England und den Vereintgten Staaten einstimmig folgende Beschluͤsse angenommen: 1) Man ist von der Gerechtts⸗ keit der Anspruͤche des Staates Mame uͤberzeugt. 2²) Nur der Bundes⸗Regierung ist es erlaubt, die Fraae abzumachen. ³) Maine sollte alle ihm zu Gebote stehenden Mittel anwenden, um den Streit unter ehrenhaften Bedingungen freundschaftlich beizulegen. 4) Wenn die Britische Regterung das Recht Mame'’'s anerkennen und einen angemessenen Ersatz fuͤr die Anlegunz einer M litair⸗ streße durch das streitige Geviet anbieten wollte, so wuͤrde dies 2 vernuͤnftiges Auskunftsmittel seyn und Maine zufriedenstellen koͤnnen

Der Ex Praͤsident, Herr van Buren, hat den Revpraͤsentan⸗ ten, in Uebereinstimmung mit ihrer Resolution vom 30. Januar, einen Bericht des Staats⸗Secretairs, mit Beilagen, in Betreff der Untersuchungen und Beschlagnahmen mitgetheilt, welche sich Britische Kreuzer gegen Schiffe unter Amerikanischer Flagge er⸗ laubt haben, die des Sklavenhandels verdäͤchtig waren; die Bei⸗ lagen sind so zahlreich, daß sie gedruckt einen dicken Band aus⸗ machen werden. 1

Im Senat zu Washington sagte bei einer Debatte uͤber die Wahl eines Kongreß⸗Bruchdruckers Herr King zu Herrn Clay, der Charakter des Herrn Blair, eines der Buchdrucker, sey dem seinigen gleich. Herr Clay erklarte diese Behauptung fuͤr falsch und niedertraͤchtig, Herr King sandte hierauf an Herrn Clay eine Herausforderung durch Herrn Linn aus Missourt, der sie auch geschrieben hatte. Herr Clay nahm die Herausforderung an; der Polizeibeamte des Senats leate sich aber ins Mittel, und beide

erren mußten Buͤrgschaft fuͤr ihr friedliches Verhalten stellen.

zaͤhrend die beleidigenden Ausdruͤcke zwischen den beiden Sena⸗ toren gewechselt wurden, und waͤhrend die Herausforderung und die Annahme derselben vor sich ging, blieb der Senat ruhiger Zuschauer und setzte seine Verhandlungen fort, ohne daß sich eines seiner Mitglieder ins Mittel schlug, um die Ordnung herzustellen. Uebrigens ward der Streit hernach zwischen den Herren Clay und King freundschaftlich beigelegt.

Im Jahre 1840 kamen 115,206 Personen in den Vereinia⸗ ten Staaten seewaͤrts an. Die durchschnittliche Einwandererzahl wird jaͤhrlich zu 120,000 angenommen.

Aus Mexiko erfaͤhrt man, daß der Einfall in Texas jetzt fuͤr immer aufgegeben sey, und daß gar nicht mehr davon gesrrechen werden solle. Die oͤrtlichen Zwiste und Kaͤmpfe zwi chen den Foͤderalisten und den Anhaͤngern der gegenwaͤrtigen Merikanischen Regierung haben vor der Hand aufgehoͤrt und der Handel zwi⸗ schen der Hauptstadt Mexiko und den Kuͤsten⸗Staͤdten Vera⸗Cruz, Tampico und Matamoras ist theilweise wieder aufgebluͤht. üus Texas lauten die Berichte uͤber den Handel, den Stand der

Aerndte und den inneren Staatshaushalt aͤußerst befriedigend. Die Indianer waren in der letzten Zeit sehr ruhig, und der nere Plan, eine Kette von Graͤnz⸗Posten aufzustellen, wird in Zukunft ihre Einfaͤlle ziemlich verhuͤten.

Saͤmmiliche Gesandten nebst ihren Secretairen wurden hierauf

Die Amerikanischen Zeitungen haben, wie schon erwaͤhnt,

Takltikers bezeichnen.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die Schlacht bei Mollwitz den 10. April 1741.

Geschichte der Schlesischen Kriege nach Original⸗ Auellen von Leopold von Orlich. Mit Pläanen und einer Operations⸗Karte. Berlin bei Gro

pius, 1841. Erster Theil. 429 S. Kro.

Herr von Orlich ist mehrmals so glücklich gewesen, zur Bereicherung der vaterländischen Geschichte wichtiges Material aus entlegenen Ränmen mitzutheilen, namentlich zur Charakterschilderung des großen Kurfürsten. Das gegenwärtige Werk betrifft die erste kriegerische Wirksamkeit des großen Königs, und zwar zunächst den ersten Schlesischen Krieg, der, wie auch der zweite, im Ganzen zeither weniger als der siebenjährige Krieg, von den Militair⸗Schrifistellern ist beachtet worden, obgleich die Schlachten bei Mollwitz und bei Chottuschitz, mit ihren Nebenthaten an Gefechten und Belagerungen, die eigentliche Kriegsschule unsers Friedrich bilden, und das Jahr 1745 wesentlich die Poesie seiner Siege in. In wie weit Herr von Orlich diese militairgeschichtliche Domaine in Besitz zu nehmen sich bernfen zeige, überlassen wir den eigentlichen Sachverständigen zu entscheiden, um so mehr, da taktisch und strate⸗ gisch diesem ersten Bande wesentlich zum Grunde liegen mußte, was der große König selber in der Histoire de mon temps, die Oesterreichi⸗ sche Militair Zeitschrift, der General von Stille, und die Dresdener un⸗ gedruckten Nachrichten und andere Vorgänge geben. Was als neuer Stoff eingewedt worden, ist dem zweiten Theile der Schrift, dem Ur⸗ kundenduche entnommen, welches für immer ein erwünschtes Eigenthum der vaterländischen Geschichte bleiben wird, und welches darum hier umständlicher besprochen und belobt zu werden, ganz im Rechte ist.

Wir stehen gar nicht an, diesen, aus dem Dessauer Archive ent⸗ lehnten Materialien einen hohen Werth beizulegen, ja wir möchten die Briefe des großen Königs an den regierenden Fürsten von Anhalt, den berühmten ersten Preußischen Feldmarschall Leopold, eine Art von unmittelbarer, im Augenblicke der Ereignisse abgefaßter Geschichte des ersten Schlesischen Krieges nennen, die freilich, nach Art und Zweck der Mittheilung, nur einseitig, aber dennoch sehr charakteristisch ist. Man sieht in diesen vielen eigenhändigen Schreiben des Königs (und diese sind hier wiederum die Hauptsache) Briefsteller handeln, denken und Entwürfe machen, und so ganzen Kreis seines Wirkens als angehenden Strategen Auch die bespiellese Rüstigkeit und Rastlosig⸗ keit seines Wirkens, der stets klare, heitere Sinn, eine seltene geistige Grötze und eine durchaus unabhängige Selbstständigkeit des Handelns liegt in jeder Zeile offen da. Nebenbei wird manches Einzelne erhellt worüber zeither nur Vermuthungen halfen. EEEE F

Der alte Fürst von Dessau fand sich, nach König Friedrich Wil⸗ belms des Ersten Tode, in nicht ganz bequemer Lage bei der Selbst⸗

ständigkeit des neuen Herrn, der keinen fremden unmittelbaren Einfluß

nit und den alten Krieger gern ein wentg von sich ferne hielt. Lec⸗ pold fand dann den Krieg 80 Schlesien bedenklich, und, 2 man ihn vicht hörte, ihn nicht im Felde daben wollte, da klagte 8 85 als ältester General⸗Feldmarschall der Armee, Feweere⸗ e. Fr . suchte ihn mit güͤter Art zu beschwichtigen und zu beruhigen; endlich