1841 / 107 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Reserve zum Rauͤckkauf der Rente zu 5922 nicht vergessen haben, daß eine sinanzielle 5 8. he 888 88 hend gewesen waͤre; sie konnten nicht vergessen haben⸗ 5 Errichtung 12 neuer Regimenter den Schatz 2 Fe 18. laästige. Sie köͤnnten nicht vergessen haben, K. 2 2 2 un⸗ gen bis auf 900,000 Mann haͤtten treiben und noͤt 2 s das Blut von 10 Generationen und den letzten Thaler der ntertha⸗ Vertheidigung des Landes haͤtten hingehen F Das band wisse wohl, daß es nicht das Ministerium vom 2 ktober seb, welches ihm die jetzigen ungeheuren Opfer auferlegt habe. Das Land wisse wohl, daß es nicht das Ministerium vom 29. Ok⸗ ober sey, welches gesagt habe, daß die Huͤlfs⸗Auellen Frankreichs unerschoͤpflich waͤren, und daß man selbst 2 Milliarden von ihm verlangen koͤnn

e. Herr Thiers: „Wer hat das gesagt?“ Herr Humann: „S

Sie!“ Herr Thiers: „Nein, m. H.“

Herr Humann meinte, die Opfer, die man dem Lande auf⸗ erlegte, muͤßten eine Graͤnze haben, und es sey falsch, wenn man hinsichtlich der Opfer, die Frankreich bringen koͤnne, einen Ver⸗ gleich mit England anstellen wolle. In England sey das Gefuͤhl er Nationalitaͤt so stark und so einstimmig, daß dadurch die Huͤlfsmittel des Landes verdoppelt wuͤrden. Außerdem habe Eng⸗ and eine unberechenbare produktive Kraft und besitze das Mo⸗ nopel des Welthandels. Dies wären unermeßliche Huͤlfsmittel, nd doch, wer koͤnne sagen, was aus England mit seiner Schuld von 20 Milliarden geworden waͤre, wenn waͤhrend der letzten 50 Jahre das Gluͤck es auch nur einen einzigen Tag verrathen haͤtte. Frankreich muͤsse sparsamer mit seinen Huͤlfsquellen umgehen; es

koͤnne große Kaͤmpfe nur unter einem Diktator durchfuͤhren.

(Heftiges Murren zur Linken.) Bei Abgang der Post befand sich Herr Thiers auf der Rednerbuͤhne.

1b Paris, 12. April. Wegen des Osterfestes sind die meisten hiesigen Blaͤtter heute nicht erschienen. Nur der „Courrier

frangais“ und der „Constitutionnel“”“ lassen den Festtag unbe⸗ ruͤcksichtigt. Beide Blaͤtter enthalten fast uͤbereinstimmende Be⸗ trachtungen uͤber die außerordentlichen Kredite fuͤr 1841; sie for⸗

dern die Deputirten auf, das Ministerium uͤber die auswaͤrtige

Politik und uͤber die Anleihe dringend zu interpelliren. Ueber den neulich in der Staats⸗Zeitung (Nr. 83) ausfuͤhr⸗

lich besprochenen Plan der theilweisen Colonisation von Algier durch Schweizer theilt der Courrier frangais jetzt Folgendes mit: „Der Baron von Stockmar hat sich gegen das jetzige

Ministerium erboten, in dem Felde von Bona eine Kolonie zu begruͤnden, die Anfangs aus 4000 Schweizer, Elsasser und Sa⸗

voyer Ausgewanderten, saͤmmtlich geuͤbte, mit einem Betriebs⸗

Kapital versehene Ackerbauer bestehen wuͤrde. Die Kolonie duͤrfte sich nach Ablauf von 20 Jahren auf mehr als 100,000 Einwohner erheben. Er verlangte keine Unterstuͤtzung, sondern bloß ein Dar⸗ lehen von 3 Millionen, in Zahlungen von 500,000 Fr. jaͤhrlich,

das fuͤr den Bau des bewohnbaren Theiles der Maierhoͤfe be⸗

stimmt, und in 20 Jahren ruͤckzahlbar ist. Diese Vorschlaͤge sind noch der Pruͤfung unterworfen, oder vielmehr das Buͤreau der Afrikanischen Angelegenheiten hat sie unter dem Gewicht seiner

unheilbaren oder unfruchtbaren Traͤgheit erstickt. Herr von Stock⸗ mar erwartet noch eine Antwort und die Jahreszeit der Arbeiten ist da, ohne daß man einen Entschluß gefaßt hat. Es bieten sich

Kolonisten fuͤr Afrika dar, und die Regierung weist sie zuruͤck.

Dies ist, in Wahrheit, der Zustand der Frage. Das Ministe⸗

rium will lieber joͤhrlich 60 Millionen ausgeben und 68,000 Sol⸗ daten in Afrika halten, als die Kolonisirung vorbereiten.“

Die Revue de Paris glaubt, daß die persoͤnliche Vorliebe, die der Marschall Soult fuͤr England hegt, viel dazu beitrage, eine Annaͤherung zwischen den beiden Laͤndern zu Stande zu bringen. „Wir begreifen“, sagt das genannte Blatt, „daß man fuͤr England, wenn man seine Institutionen und seine Staats⸗ maͤnner in der Naͤhe gesehen hat, eine tiefe Bewunderung empfin⸗

den kann. Das Naͤderwerk seiner Organisation, die Energie seie

nes politischen Lebens koͤnnen auf den Geist einen Eindruck ma— chen, dessen man sich nur mit Muͤhe erwehren wird. Wenn sich nun zu diesen allgemeinen Ursachen noch besondere verfuͤhrende

Beweggruͤnde hinzugesellen, wenn die auserwaͤhlteste Gesellschaft

jenes Landes uns mit Huldigungen umringt hat, die durch einen Europaͤischen Ruhm gerechtfertigt werden, so wird allerdings die Begeisterung fuͤr ein solches Land nur noch vermehrt werden. Aber dem Staatsmanne geziemt es, solche Empfindungen zu be⸗ kaͤmpfen und sich nicht von Erinnerungen verfuͤhren zu lassen, die um so gefaͤhrlicher sind, je ehrenvoller sie waren. Wenn man die politischen Tugenden der Englaͤnder hochachtet, so muß man sich um so mehr bemuͤhen, sie nachzuahmen. Glaubt man wohl, daß, wenn sich England in unserer Lage befaͤnde, wenn es nach zehnjaͤhriger Allianz schmaͤhlich verlassen und aufgeopfert worden waͤre, es nicht lange Zeit denen feindlich gegenuͤber stehen wuͤrde, uͤber die es sich zu beklagen haͤtte? Ahmen wir diese Britische Sproͤdigkeit etwas nach! Wir wuͤrden zu sehr im Nachtheil seyn, wenn wir auf eine egoistische Politik durch dienstfertige Zugeständnisse antworteten, welche uns nicht einmal einen Nutzen verheißen.“ b Boͤrse vom 12. April. Das Geschaͤft war heute sehr unbedeutend, und die Course stellten sich nur um eine Kleinigkeit hoͤher als an der vorigen Boͤrse. Die Spekulanten scheinen die

heute in der Deputirten⸗Kammer begonnene Eroͤrterung uͤber die

außerordentlichen Kredite fuͤr 1841 abwarten zu wollen.

Großbritanien und Irland.

London, 10. April. Die Köͤnigin und Prinz Albrecht wol⸗ len, dem Vernehmen nach, in diesem Sommer eine Reise durch gs eltcher Provinzen machen. Prinz Albrecht hat jedem Seeee; die Neger⸗Expedition bestimmten Schiffe uͤbersandt ) gear eitetes goldenes Taschen⸗Chronometer als Geschenk

andt. Auf der Inschrift ist als Zweck der Expedition die Abschaffung des Sklavenhandels angegeben.

Der Edinburg Courant knupft an die Angabe, daß die Nord⸗Amerikanische Seemacht im Au ust 1839 nur I1 Linien⸗ schiffe, 17 Fregatten, 20 Korvetten, 2 Bri 8,8 8 1““ 2 Kriegs⸗Dampfschiffe betrug, EEEEEW1— Mir einer so schwachen Streitmacht koͤnnten die Fir ae vel 8 den Briten zur See keinen Widerstand leisten umal 90 S. ausgedehnten Kuͤsten und mehrere ihrer asha De ohne 988 gemessene Vertheidigung sind. Sie liegen dem Angriffe 2; unternehmenden Feindes offen, eben so wie ihr ausgebreiteter Handel, der in wenig Wochen durch unsere Kriegs⸗Dampfschiffe die sich laͤngs der ganzen Kuͤste reihen und Alles auf ihrem Wege festnehmen wuͤrden, vom Ocean wie weggefegt waͤre. Der Ge⸗

brauch der Dampfschiffe giebt dem Seekriege eine furchtbare Wirk⸗ samkeit. Kein Segelschiff kann ihnen entkommen, und die Ame⸗

rikaner muͤssen also bei einem Kriege mit England die Zerstoͤrung ihres auswaͤrtigen Handels klar vor Augen sehen.“ . Der Sun, bekanntlich ein halb ministerielles, halb radikale Blatt, bemerkt uͤber den Stand der Dinge in China: „Wir wuͤr

den uns wahrhaft wundern, wenn die Uebereinkunft Elliot’'s von;

den Ministern Ihrer Majestaͤt gutgeheißen wuͤrde; es waͤ ollars, welche in dem Vertrage figuriren, so wir also, statt 6 Millionen Dol⸗ Diese Summe, nebst der Gleichstellung koͤnnte

moöͤglich, daß die D viele Pfd. St. wären, und daß 1 lars, 6 Millionen Pfd. St. erhielten. Insel von Whampoa und einem System der man wohl als Entschaͤdigung gelten lassen. Die Insel Hong Kong aber wird als militairische Station wenig nuͤtzen. Insel gehoͤrt zu einer Gruppe, welche an der Muͤndung des Can⸗ Sie ist aus Granit gebildet, und das Erdreich erhebt sich im Mittelpunkte zu einer gewissen Hoͤhe. wohner bauen Kartoffeln und viele andere Vegetabilien. Der beste Ankergrund ist zwischen der Insel Lamma und Hong Kong, weil man dort 10 bis 12 Klafter Wasser hat. der Bucht von Tytam fuͤr kleine Schiffe guten Ankergrund; der Eingang dieser Bucht ist aber wegen der Klippen schwierig. Waͤh⸗ rend der noͤrdlichen Passatwinde durchfahren die von Makao kom⸗ menden Schiffe den Kanal Lantao, die Schifffahrt ist jedoch dort sehr schwierig und mit den groͤßten Gefahren verknuͤpft. Zeit des Aequinoctiums sind die Schiffe furchtbaren Windstoͤßen Die Insel Hong⸗Kong ist als Stellung schlecht ge⸗ waͤhlt; sie ist von kleinen Inseln umgeben, in deren Mitte unsere Kriegsschiffe gar nicht manoͤvriren koͤnnen. Die Chinesen dagegen werden mit ihren Dschunken die Eingaͤnge blokiren und die Ver⸗ bindungen nach Außen abschneiden koͤnnen. auf der Kuͤste, welche der Bucht von Hong⸗Kong gegenuͤber liegt, zwei Forts, und der kleine Hafen von Kau⸗tu wird von den Chi⸗ nesischen Dschunken stark besucht.“

In der Hoffnung auf Annahme der Bill uͤber die Zulassung rn hat man in Portsmouth be⸗ zum Gemeinderath fuͤr

tonflusses liegt.

Auch findet man in

ausgesetzt.

Die Chinesen haben

der Juden zu staͤdtischen Aemte reits einen Israͤeliten, Herrn Emanuel, einen der Stadt⸗Bezirke gewaͤhlt.

Die Koͤniglich T 6 weitere Damp

ampfschifffahrts⸗Gesellschaft hat sschiffe auf dem Clyde bauen zu las⸗ Atlantische Gesellschaft steht im Begriffe, wegen ffen einen Vertrag abzuschließen. schen Naturforscher ist dieses denn statt im Juli soll sie erhalten dadurch Ge⸗ Plymouth vom Sta⸗

Vestindische D beschlossen, des Baues von noch 3 Dampfschi

Die Versammlung der Engli ahr etwas weiter hinausgeschoben, August stattfinden. Die Mitglieder legenheit, das Linienschiff „Hindostan“ in pel laufen zu se

EIIIPSEbbö11-1

Se. Majestaͤt der Koͤnig und Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Alexander sind in der ver vor 1 Uhr, aus dem Haag hier eingetroffen. ar doch eine ziemlich ansehnliche sammelt, um den geliebten Fuͤr⸗ ch einen freudigen Zuruf zu empfan⸗ Majestaͤt viele Audienzen er⸗ Um 12 Uhr zeigte alkon des Palastes dem zahlreich ver⸗ Abends wird Se. Majfestaͤt das Hollaͤndische morgen werden Hoͤchstdieselben den Sitzun⸗ rlaͤndischen Instituts beiwohnen. haͤlt folgende amtliche Berichti⸗ ilte Geruͤcht, als ob aͤrtigen Koͤnig unter dat von 1827 zur st als eine Erdichtung zu betrach⸗ Begruͤndung ermangelt.“

Amsterdam,

Nacht, kurz noͤchtlichen Stunde ungeachtet, w Volksmenge auf dem Dam sten bei seiner Ankunft dur Heute Vormittag hat Se. theilt, was bis 4 Uhr sich der Koͤnig auf sammelten Volke. Theater besuchen, und gen saͤmmtlicher Klassen des Niede Die Staats⸗Courant ent „Das von einigen Zeitungen mitgethe agung der Krone auf den gegenw daß das Konkor

Nachmittags dauerte.

die Uebertr der Bedingung stattgefunden, Ausfuͤhrung gebracht werde, i ten, die aller und jeder Deutsche Bundesstaaten. Ihre Kaiserl. Hoheit die Großfuͤr⸗ chtenberg, begleitet von ihrem Ge⸗ acht in die Griechische Kirche, wo, um 12 Uhr der Gottesdienst ge⸗ g desselben hatte im Herzoglichen Russischen Gesandtschaft, so wie der Russen und um 2 Uhr her⸗

aldnaab (Ober⸗

Muͤnchen, 11. April. Herzogin von Leu mahl, begab sich in voriger dem Griechischen Ritus zufolge, Nach Vollendun

stin Marie,

halten wurde. Palast die Aufwartung der hier anwesenden und vorgestellten koͤmmlicher Weise ein Mahl statt. Am 25. Maͤrz pfalz) das Geburtsfest des gro im Jahre 1700 das Licht der Musik⸗Production gefeiert. Jean Paul's thaler modellirt, 1 ichen Erzgießerei gegossen. Sr. Majestaͤt des Koͤnig 15. November, dem Sterbetag des Dichters,

wurde zu Neustadt an der W ßen Tondichters Gluck, der daselbst Welt erblickte, durch eine groͤßere

10 Fuß hoch und von Schwan⸗ wurde in den letzten Tagen in der hiesigen Koͤ⸗ Es ist bekanntlich ein Geschenk ayreuth bestimmt, wo es am enthuͤllt wer⸗

Standbild,

s fuͤr B

(L. Z.) Mit dem heutigen Tage wurde bewerkstelligt, wie solche d in den Bahnhoͤfen der in soweit gefuͤhrt wurde, einpassirenden Fremden und die Reise⸗Legitimationen statt⸗ wird sowohl vom hiesigen, als auch diese Erleichterung des gegen⸗

Leipzig, 15. April. die Aufhebung der polizeilichen Kontrolle in den hiesigen Stadtthoren un Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn namentliche Aufzeichnung der damit zusamme Mit großem Danke von dem auswaͤrtigen Publikum waͤrtig so sehr veraͤnderten Reiseverkehrs, aber auch zugleich die des Verfahrens anerkannt, welches die umsichtige die Ordnung und Sicherheit so wichtig gewesenen Kontrolle setzt. der Fremden,

die rechtzeitige Erholung der Haltung der Fremdenbuͤcher ehmlich zur Pflicht ge⸗

nhaͤngende Abnahme der

Zweckmaͤßigkeit Behoͤrde an die Stelle jener fuͤr der hiesigen sorgfaͤltigste An⸗ und Abmeldung

Einreichung der Reise Legitimationen, Aufenthaltskarten und die genaue werden dem betheiligten Publikum vorn

(Magd. Z.) Bekanntlich wurde im Naͤhe von Coswig (einem tchen) an einer Stelle, wo „Jetzt stehen

vergangenen Jahre zu Goͤritz in der 3 Stunden von hier entfernten Staͤd Adolph einst die Worte gesprochen hatte: es wird eine Zeit kommen, wo wir hier als „Iein eisernes Denkmal gesetzt, welches, Pfarrers Kuͤhnas zu Goͤritz, welcher Stein bezeichnet gewesenen Platz zu⸗ der jetzige Koͤnig von Schweden zu die⸗ Bei der dabei stattgehabten Feier⸗ die Coswiger Schuͤtzen sehr ver⸗ Theilnahme schloß der ine Fahne n Tagen aus Tage die Ueber

wir hier als Feinde; Freunde stehen werden! auf deshalbige Anzeige des den erwaͤhnten, erst ausfindig gemacht, sem Zwecke hergesandt hatte.

lichkeit hatten sich insbesondere dient gemacht und in Anerkennung der lobenswerthen derselben an der Sache evangelischen Glaubens be setzige Koͤnig von Schweden, derselbe uͤberreichen zu lassen. Schweden angelangt und fand am gestr derselben an die Corporation der Schuͤtzen

Hamburg, 7. April. (A. Z.) lauten fortwaͤhrend unguͤnstig fuͤr den Fabrikaten, welche Großbritanien erzeugt, k

mit einem

n als Andenken e Diese Fahne ist vor

Die Berichte aus England Die Masse von nnen nicht Abnehmer

genug finden, und nach den Vereinigten Staaten steht zwar der

Weg offen, aber an Zahlung ist nicht zu denken. Dort sind nur wenige Haͤuser, welche fuͤr eigene Rechnung bestellen und den Werth dafuͤr uͤbermachen; das Uebrige will von Consignationen und Schwindel leben, und es ist nicht wahrscheinlich, daß man diesem Leichtsinn noch ferner Nahrung bieten wird. Dadurch ist aber auch der Fruͤhlings⸗Absatz sehr vermindert worden, und die Fabriken stehen in Lancashire abermals auf dem Punkte, ihre Arbeitszeit zu verkuͤrzen. Nicht befriedigender sieht es in den uͤbrigen Zweigen aus. Zucker aus den Englischen Kolonieen steht jetzt 20 bis 25 pCt. niedriger, als der hoͤchste Stand⸗ punkt vergangenes Jahr gewesen, und die Schwankungen in Thee haben jene noch bei weitem uͤbertroffen. Diese Um⸗ staͤnde haben neuerlich wieder den Fall einiger minder bedeu⸗ tenden Haͤuser bewirkt, deren Passiva auf etwa 250,000 Pfd. St. berechnet werden. Unter den Getraidehaͤndlern war ein aber⸗ maliger Speculationsgeist zum Ankauf dieses Artikels auf dem festen Lande rege geworden; aber er ist wieder verschwunden, und scheint in mehreren Faͤllen darauf berechnet gewesen zu seyn, ein⸗ getretene Verluste zu decken, wie es bei einem Hause bestimmt sich erweist, das fuͤr etwa 200,000 Mark Getraide hier bestellt hatte, und es auch bekommen haben wuͤrde, waͤre nicht das Eis hemmend in den Weg getreten. Im Ganzen sind neuerlich fuͤnf mit diesem Zweige beschaͤftigte Engl. Haͤuser zu Grunde gegangen, wovon einige vor kurzer Zeit ein betraͤchtliches Ver⸗ moͤgen besaßen. Ueberhaupt ist der Getraidehandel unter den jetzigen Verhaͤltnissen in England ein gefahrliches Geschaͤft; denn der wirkliche Ertrag kann nicht ausgemittelt werden, weil keine fiskalischen Anordnungen bestehen, welche Auskunft daruͤber geben koͤnnten, obgleich es klar ist, daß bei der stets zuneh⸗ menden Bevoͤlkerung dieser Ertrag nicht mehr ausreichen kann. Von 1801, wo die Bevoͤlkerung Großbritaniens und Irlands auf 16,000,900 Seelen berechnet wurde, ist sie nun auf 28,000,000 herangewachsen, und zum groͤßten Nachtheile der Viehzucht wer⸗ den alle Weiden in Ackerland verwandelt, die nur einigermaßen dazu passen. Dadurch ist waͤhrend der letzten Saatzeit mehr Land unter den Pflug gekommen, als es je zuvor der Fall gewesen, und die Felder stehen im Allgemeinen sehr schoͤn. An Veraͤnde⸗ rung der Getraide⸗Gesetze ist wohl dieses Jahr noch nicht zu den⸗ ken. Die Macht der Landeigenthuͤmer ist groß; aber die Han⸗ delswelt ruͤhrt sich von allen Seiten. Gegenwaͤrtig ist der Eng⸗ laͤnder gezwungen, Brod und Fleisch 75 bis 100 p Ct. theurer zu essen, als es anderswaͤrts geschieht, waͤhrend die Gutsbesitzer von 49,000,473 Acker (acres) urbares Land einen jaͤhrlichen Pachtzins von 58,030,225 Pfd. St. beziehen, und im Schweiße der unte⸗ ren Klassen sich maͤsten.

HIE

Wien, 8. April. (L. A. Z.) Bei der kuͤrzlich stattgefunde⸗ nen General⸗Versammlung der Ferdinands⸗Nordbahn wurde, als der wichtigste Frage⸗Gegenstand, ihr Fortbau bis nach Oswiesczim von den 93 anwesenden stimmfaͤhigen Actionairen einhellig geneh⸗ migt. Damit tritt diese Bahn in die Reihe der groͤßten derarti— gen Europaͤischen Verbindungen, ja, sie wird durch den nahen Anschluß der Warschauer, so wie der Ober⸗Schlesischen Eisen⸗ bahn, eben bei Oswieczim vorerst alle anderen Unternehmungen auf dem Kontinent an Ausdehnung uͤbertreffen. Aus Warschau bei der Versammlung hier anwesend gewesene Actionaire ver⸗ sicherten, daß eine Verlaͤngerung der Warschauer Bahn selbst bis nach Moskau in zuverlaͤssiger Aussicht stehe. Durch⸗ gehends hatte die General⸗Versammlung den Antraͤgen der Direction fast einstimmig beigepflichtet, und dennoch sind in den Tagen darauf die Actien gesunken, und man vernahm furchtsame und zweifelhafte Stimmen uͤber die Zukunft dieses nationalen Instituts. Den Anlaß hat wohl das projectirte und angenom⸗ mene Anlehen von 1,400,000 Fl. C.⸗M. gegeben, das zu fuͤnf Prozent emittirt wird, und zwar mit der Prioritaͤt der Zahlung dieser Zinsen auf die Einnahmen der ganzen Bahn. Diese Summe ist zur Deckung der 800,000 Fl. C.⸗M. betragenden Unkosten des bereits fertigen Stockerauer Fluͤgels bestimmt, wozu der Freiherr von Rothschild die Summe zu vier Prozent Zinsen vorgeschossen hatte; sowie jener 600,000 Fl., welche fuͤr die Herstellung einer Doppelbahn nach Gaͤnserndorf zum Behufe des sich von dort nach Preßburg ausmuͤndenden Fluͤgels, dessen Bau nach Geneh⸗ migung der Ungarischen Central⸗Eisenbahn sogleich ausgefuͤhrt wird, verausgabt worden sind. Hat auch vielleicht der hohe Zins⸗ fuß dieses Anlehens zu fuͤnf Prozent, und noch mehr dessen Prio⸗ ritaͤt auf die Gesammt⸗Einnahme der Bahn fuͤr den ersten Augen⸗ blick eine besorgliche Wirkung allerdings aͤußern koͤnnen, so muß doch wieder anerkannt werden, daß unter den jetzigen Verhaͤltnissen, wo die industriellen Papiere durch den Kriegsschrecken so sehr her⸗ abgedruͤckt worden sind, kein anderer Ausweg als der eines Anlehens mit Erfolg zu treffen war, und da dabei der Vorbehalt eintritt, daß es vor Allem den Inhabern der Original⸗Actien oder der In⸗ terimsscheine freisteht, fuͤr jedes Stuͤck derselben 100 Fl. dieses zproc. Anlehens zu beziehen, so wird natuͤrlich dieses gutverzinste Kapital in dieselben Haͤnde der Actien⸗Besitzer kommen, die Ein⸗ kuͤnfte der Bahn uͤberhaupt ungeschmaͤlert in ihren Haͤnden blei⸗ ben, und es ist diese wohlberechnete finanzielle Combination nur als ein Auskunftsmittel anzusehen, um den unguͤnstigen finanziel⸗ len Konjunkturen dieses Augenblickes zu begegnen. Die Einkuͤnfte der Bahn haben bisher zwar weder in Bezug auf die Personen⸗ Frequenz noch den Waaren⸗Transport jenen Grad erreicht, wel⸗ cher erwartet werden muß, um das Unternehmen unter die lu⸗ krativsten derartigen Europaͤischen Anstalten zu rechnen, doch steht ihr ohne Zweifel ein zunehmender Aufschwung bevor, zumal die Bahn jetzt noch keinen Endpunkt hat, aus diesem Grunde auch in der Richtung der Hauptstrecke die Frachtfahrten auf der gewoͤhnlichen Chaussee so wenig abgenommen haben, daß das Mauthgefaͤlle nur einen sehr geringen Ausfall seiner Einkuͤnfte verspuͤrt. Diese Frachten duͤrften in der Folge zum groͤßten Theil in das Bereich der Eisenbahn gezogen werden, und auch die Per⸗ sonenfrequenz sich bei der Herstellung der jettzt .ace rag. noch so mangelhaften Communication noch vergroͤßern. Teas dem Ertraͤg⸗ nisse der Bahn als Ueberschuß zur Zeit den. hauptsaͤchlichsten Eintrag thut, sind die unverhaͤltnißmaͤßig großen Ausgaben, welche in einzelnen Zweigen noch geboten sind. Von der Brutto⸗Ein⸗ nahme sind 67 pCt. an Unkosten verausgabt worden. Darunter nimmt die erste Stelle der Brennstoffmit 27 s5 Ct. ein. Hierin ist fuͤr die Zukunft die Hoffnung einer großen Erleichterung gelegen, wenn die Schlesischen Steinkohlen⸗Gruben erst werden benutzt werden koͤnnen; denn bis jetzt kostet der Centner brauchbarer Steinkohlen hier noch immer 1 Fl. 30 Kr. C. M. Da nach dem Beschlusse der General⸗Versammlung von 1839 fuͤr den Bruͤnner Fluͤgel eine abgesonderte Rechnung gefuͤhrt wird, so zeigt eben diese die Resultate des Einkommens auf dieser Route in nicht sehr glaͤnzendem Lichte, so wie uͤberhaupt der Bau dieser Zweigbahn schon vom Anfang an von Wohlunterrichteten wider⸗ rathen wurde, weil in Bruͤnn weder der Mittelpunkt eines weit ausreichenden Kommerzes liegt, noch eine große Personen⸗Frequenz

mit demselben zu erwarten stand. Anders ist es mit dem eigent⸗ lichen Stapelplatze des Handels, Olmuͤtz, und anders wird es mit dem Fluͤgel nach Prag sich darstellen, wo die Zahl der Rei⸗ senden ungemein groß ist, und diese Bahn durch ihre Verbindung mit jenen Nord⸗Deutschlands sich zu einer großartigen Verbin⸗ dungs⸗Linie gestalten wird. Ftalten. b Livorno, 7. April. Unsere Regierung hat die Anlegung einer Eisenbahn zwischen Livorno und Florenz bewilligt. Die Bahn wird Pisa beruͤhren und die erste Arbeit wird zwischen Livorno und Pisa gemacht werden. Die große Fahrstraße von Livorno laͤngs dem Meere nach den Roͤmischen Staaten naͤhert sich im Toskanischen ihrer Vollendung. So wird bei dem Zu⸗ sammentreffen der Dampfboͤte aus allen Theilen des Mittelmee⸗ res Livorno einer der ersten Centralpunkte fuͤr Befoͤrderung der Reisenden in Italien werden.

Ppanlen.

Madrid, 5. April. Heute ist von der mit der Pruͤfung der Abdications⸗Akte der Koͤnigin Marie Christine beauftragten Kommission Bericht erstattet worden. Man sprach sich fuͤr die Legalitaͤt dieser Akte aus, die morgen diskutirt werden wird. Die Meinung ist, der Bericht werde mit einer bedeutenden Majoritaͤt gut geheißen werden. In der Regentschafts⸗Frage gewinnen die Unitarier taͤglich mehr Terrain. Die Zahl der Trinitarier soll sich auf ungefaͤhr 70 belaufen.

EEuüua

Lissabon, 30. Maͤrz. Die neue Finanz⸗Kommission, welche von der Koͤnigin ernannt wurde, um dem Baron Tojal in seinen Reform⸗ und Einschraͤnkungsplaͤnen beizustehen, waͤre beinahe we⸗ gen persoͤnlicher Zwiste und Intriguen zerfallen. Mehrere der Oppositions⸗Mitglieder, unter ihnen Sa da Bandeira, Carvalho und Andere, sind ausgetreten und sollen durch Andere ersetzt wer⸗ den. Die Summe, welche nothwendig ist, um Einnahme und Ausgabe, die Bezahlung einer Haͤlfte der auswaͤrtigen Dividen⸗ den eingerechnet, ins Gleichgewicht zu bringen, betraͤgt etwa 900 Contos, welche der vorige Finanz⸗Minister durch drei verschiedene Steuer⸗Entwuͤrfe erheben wollte; der jetzige Minister und die Kommission sollen die Sache aber nochmals in Erwaͤgung zie⸗ hen. Die Beamten und Pensioniare, welche aus dem Schatze erhalten werden, bestehen aus 8000 Personen.

Im ganzen Lande werden uͤberall zahllose Mordthaten und Raͤubereien ohne Scheu bei hellem Tage begangen, und die Gue⸗

rillas treiben ungestraft ihr Wesen fort.

Gerhien.

Belgrad, 1. April. Vorgestern fand die Ankunft des Ge⸗ neral⸗Adjutanten Sr. Majestaͤt des Kaisers von Rußland, Baron von Lieven, in Belgrad statt. Zugleich fand sich die ganze Fuͤrstl. Familie ein, Fuͤrst Michael selbst, sein Oheim Ephraim Obreno⸗ witsch und die Fuͤrstin Lubitza, die Mutter des regierenden Fuͤr⸗ sten, dann Herrn von Waschensko, die Minister und viele Boja⸗ ren. Herr von Lieven hat sich des ausgezeichnetsten Empfanges zu erfreuen. v

SeNelan d.

Bromberg, im Maͤrz. Nachdem nunmehr die Zu⸗ sammenstellung der statistischen Tabellen fuͤr das Jahr 1840 ab⸗ geschlossen sind, hat sich fuͤr den hiesigen Regierungs⸗Bezirk eine Gesammt⸗Volkszahl von 407,055 Einwohnern, worunter weiblichen Geschlechts, ergeben. Im Jahre 1837 betrug die Seelenzahl 379,013, so daß in den letztverflossenen drei Jahren ein Zuwachs von 28,042 Personen entstanden ist. Nach den verschiedenen Glaubens⸗Bekenntnissen befinden sich unter jenen 407,055 Seelen: 153,622 evangelische

.

203,410 maͤnnlichen und 203,64.

Christen, 229,536 Katholiken, 8 Griechen, 1 Menonit und

23,888 Juden. Das Verhaͤltniß der evangelischen zur katholi⸗

schen Bevoͤlkerung ist daher beinahe von 1: 1 ½. Berechnet man das Verhaͤltniß der einzelnen Konfessionen zur Gesammt⸗Bevoͤlke⸗ rung, so betraͤgt dasselbe bei den Evangelischen *1, bei den Katholiken wund bei den Juden 1517. Die hoͤheren Orts angeordnete und spaͤter vollendete spezielle Volkszaͤhlung hat die Zahl von 408,953 Einwohnern als Resultat geliefert, daher gegen das Ergebniß der statistischen Tabelle von 407,055 noch 1898 mehr, so daß die Vermehrung der Bevoͤlkerung in den letz⸗ ten Jahren hiernach sich auf 29,940 Seelen erhoͤht.

Die Sparkasse hierselbst sindet beim Volke noch leider nicht

die Theilnahme, die ein so gemeinnuͤtziges und wohlthaͤtiges In⸗

stitut verdient. In den zwei Jahren ihres Bestehens hat ihr

Bestand am Schlusse des Jahres 1840 sich nur auf den gerin⸗

gen Betrag von 611 Rthlr. 17 Sgr. 4 Pf. belaufen.

Koͤslin, 10. April. In dem Dorfe Zuckers, Kreis

Rummelsburg, starb vor kurzem in einem Alter von 105 Jahren der dortige herrschaftliche Holzwaͤrter Michael Groth, welcher bis an sein Ende ruͤstig und thaͤtig, nie krank war, seiner eigenen Erklaͤrung nach keinen Schmerz kennen gelernt, niemals einen Verdruß gehabt und waͤhrend seines langen Lebens mit jedermann in Friede und Eintracht gelebt hatte. Seinem Dienste stand er

80 Jahre redlich vor.

Koblenz, 14. April. Die Rhein⸗ und Mosel⸗Zeitung meldet aus Andernach vom 13. April: „Die Ruhe unseres Ortes ist gestern Abend auf eine bedauerliche Weise gestoͤrt wor⸗ den. Die Versetzung eines bei den hiesigen Einwohnern belieb⸗ ten Kaplans, die man der Abneigung des Herrn Pfarrers ge⸗ gen diesen Schuld gab, zog dem letztern das Mißvergnuͤgen des Volkes zu, welches sich laͤngere Zeit schon in Worten, gestern aber in Thaͤtlichkeiten Luft machte. Nachdem man naͤmlich dem Herrn Kaplan zum Abschied ein Staͤndchen gebracht hatte, rottete sich der Poͤbel zusammen, zog tobend vor die Pfarrwohnung und be⸗ gann hier die Fenster einzuwerfen, als die bewaffnete Macht ein⸗ schritt und dem Unfug ein Ende machte. Die Sache wird ge⸗ richtlich untersucht, und die Unruhestifter werden der gerechten

Strafe nicht entgehen.“

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

„Berlin. In den beiden jüngsten Versammlungen des Vereins zur Be⸗ förderung des Gartenbaues am 28. Februar und 28. März c., waren die bemerkenswerthesten Gegenstände des Vortrages: der Bericht des Kam⸗ mer⸗Raths Herrn Schäffer in Pleß über das befriedigende Ergebniß der Bemühungen um die Einführung und Verbreitung des Gemüse⸗ baues in der dortigen Gegend, durch die von dem Vereine sechzehn Jahre lang fortgesetzte Ueberweisung von Sämereien, so wie die An⸗ zeige von dem günstigen Erfolge seines Versuches des Kartoffelbaues nach der von Arentschild⸗Heynichschen Methode, zum Ertrage von

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27 Scheffel auf 18 QRuthen = 270 Scheffel pro Morgen; die Mitthei⸗ lungen des Censors Hr. Rupprecht in Wien, über das in den Blumen⸗ blättern der Dahlien (Georginen) enthaltene reichliche Pigment, dessen leichte Exrtrahirung und nützliche Verwendung; die Bemerkungen des Ritterguts⸗Besitzers, Herrn von Schimmelfennig auf Kontken bei Stuhm in Westpreußen über die bewährte Vorzüglichkeit der Kavalier⸗ Gerste und die vortheilhaften Eigenschaften der Rohan⸗Kartoffel, bei

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Angabe seines Verfahrens der Anzucht derselben; die Berichte des Thüringer Gartenbau⸗Vereius in Gotha, des landwirthschaftlichen Vereins in der goldenen Aue zu Nordhausen und des Verschönerungs⸗Vereins in Bromderg über deren gemeinnützige Wirksamkeit im verflossenen Jahre; der Bericht des Hofgärtners Herrn Mavyver hierselbst über seinen Ver⸗ such der durch Herrn Vialars in Montpellier angeregten Gewinnung von Stärkemehl aus den Kunollen von Canna discolor, unter Vorle⸗ gung einer fehr befriedigenden Probe des erlangten Produktes; der Ge⸗ heime Medizinal⸗Rath, Herr Pref. Dr. Link sprach über das vom Herrn Prof. de Vriese in Amsterdam beschriebꝛne Verfahren, die Pflanzen bei lberseeischen Versendungen in möglichst genau verschlossenen Behältern

zu konserriren, unter beispielsweiser Vorzeigung einer mittelst eingerie⸗ benen Glasstöpsels und übergespannter Blase dicht verschlossenen Flasche, worin einige mit noch unentwickelten Blättern eingepflanzte Maiblumen bis zum oberen Rande des Behältnisses emporgewachsen waren. Der Geheime Medizinal⸗Rath Hr. Professor Dr. Lichtenstein machte Mit⸗ theilungen aus den neuesten Heften der Annales de la Société d'bor-

ticulture de Paris, von der Anführung des Hr. Merat über die Be⸗ nutzung des Chinesischen Kohls Pé-t-sai als Wurzel⸗Gewächs, von den Andeutungen des Professor Hr. van Mons in Löwen über die Kartoffelzucht aus dem Saamen, zur Verbesserung der Sorten, von den der Leitung einer Kommission der genannten Gesellschaft übertragenen Versuchen, um über die Kultur der Hvazinthen zu bestimmten Resul⸗ taten zu gelangen, und von dem beachtenswerthen Umstande, daß die Bäume auf den Boulevards von Paris, durch die in der Nähe ihrer Wurzeln hinlaufenden nicht vollkommen dichten Gasröhren gelitten haben, weil diese das Gas in die Erde dringen ließen. Von den eingegangenen Druckschristen wurden, mit Andeutung ihres wesentlichen Inhaltes, genannt: das Archiv des Garten⸗ und Blumenbau⸗Vereins in Hamburg, reich an praktischen Mittheilungen; das Korrespondenz⸗ Blalt des landwirthschaftlichen Vereins in Stuttgart, das Unter Anderem beachtenswerthe Bemerkungen über Hopfenbau und interessante zoologische Nachrichten enthält; die Verhandlungen der Landwirth⸗ schafts⸗Gesellschaft in Wien, aus denen auf die gelungenen Versuche des Herrn Barons von Reichenbach über die Kultur von Phormium tenax und dessen Ueberwinterung im Wasser unter dem Eise hingewiesen ward; die Verhandlungen der Landwirthschafts⸗Gesellschaft in Grätz, mit einem, im Auftrage ihres erlauchten Präsidenten des Erzherzogs Johann K. Hoheit herausgegebenen besonderen Hefte, enthaltend die interessanten Resul⸗ tate ihrer Wirksamkeit in dem zehnjährigen Zeit⸗Abschnitte von 1829 1839. Ausgestellt waren: aus dem Königlichen Botanischen Garten Prachteremplare von Cyrtopodium punctatum, KRhododendrum Alta- Clerenseé und R. arboreum grandissimum in reichster Blüthenpracht sowie von dem Hofgärtner Herrn Hempel eine Kosa Banksia lut. in üppiger Blüthenfülle und aus den Gewächshäusern des Geheimen Ober Hof⸗Buchdruckers Herrn Decker, eine von dem Kunstagärtner Herrn Reinecke höchst anziehend geordnete reiche Auswahl schön blü⸗ hender zum Theil seltener Gewächse, von denen sich besonders auszeich⸗ neten: Cyathodes oxycedros, Erica hyemalis und E. Blandfordiana, Azalea indica, Smithüi vera, Tropaeolum tricolorum und Ib ceras, Boronia pinnata, Fuchsia Standischii, Annagallis grandifl. su- perba, Chorizema Manglesii, Euphorbia pulcherrima und ein zahlrei⸗ ches Sortiment Epacris. H —.

Histoire de l'économie Politique, ou études historiques, philosophiques et religieuses sur P'économie Politique des peuples anciens et modernes par M. le Vicomte Alban de Villeneuve-Bargemont, Paris 1841, 2 Bde. 8.

Vor einigen Jahren gab Herr Blanqut eine „Geschichte der Na⸗ tional⸗Oekonomie in Europa von den ältesten Zeiten bis auf die Gegen⸗ wart“ heraus. Dies Werk hat ziemliches Glück gemacht, obwohl es keinesweges die wissenschaftlichen Anforderungen, die man an eine Ge⸗ schichte der National⸗Oekonomie macht, erfüllt. Mit großer Leichtigkeit, im Geiste der Englischen Schule geschrieben, hat der populaire Name des Verfassers ihm eine schnelle Verbreitung verschafft. Jetzt giebt uns Herr von Villeneuve, der bereits durch anderweitige Schriften bekannt ist, zwei Bände über denselben Gegenstand. Er geht dabei nicht von demselben Gesichtspunkte aus, wie Herr Blauqui, und die Thatsachen werden in beiden Werken auf sehr verschiedene Weise gewürdigt. Das neueste Werk hat eine mehr katholische als christliche Basis, in dem früheren Werke ist der religiöse Einfluß auf die soziale Oekonomie so u sagen vernachlässigt. Beide Schriftsteller haben die administrativen, öͤkonomischen und politischen Thatsachen mit der eigentlich sogenannten

Wissenschaft verwechselt und dies ist nicht einer der geringsten Fehler

beider Werke. Es ist gewiß nicht unmöglich, zu gleicher Zeit die Geschichte der

Fortschritte des Reichthums, der Verwaltung und der ökonomischen Wissenschaft zu schreiben; aber dann muß jeder dieser Theile den ihm zukommenden Charakter beibehalten, die Einwirkung der Wissenschaft

auf die Thatsachen und umgekehrt genau dargestellt und mit einem

Worte die Theorieen nicht mit dem administrativen Gange der Regie⸗

rung und der Erzeugung der Reichthümer willkürlich verwechselt wer⸗ den. Wir sagen willkürlich, weil die Herren Villeneuve und Blanqui sowohl in der Darlegung der wissenschaftlichen Bewegung, als in der historischen Beziehung der materiellen Ereignisse ungeheure Lücken ge⸗ lassen haben. Sie haben abwechselnd die Wissenschaft den Thatsachen und die Thatsachen der Wissenschaft geopfert, sobald nur diese einmal anfing, eine bestimmtere Form anzunehmen.

So ist, von der Mitte des vorigen Jahrhunderts an, die Analyse der Werke über Staats⸗Oekonomie an die Stelle der Geschichte der Ver⸗ waltung getreten, während die Verfasser vorher in der Schilderung der Finanzen und der Verwaltungs⸗Maßregeln so befangen waren, daß sie 1 Unterschied zwischen den Prinzipien und der Praxis gemacht haben.

Das Werk des Herrn von Villeneuve, mit dem wir uns vorzüg⸗ lich beschäftigen wollen, ist vollständiger als das des Herrn Blanqut:; sein Plan, obwohl schlecht ausgeführt, erstreckt sich auf alle Zeiten und alle Epochen; aber mehrere Theile und namentlich die, welche sich auf sremde Nationen beziehen, verrathen durchaus unvollständige Studien. Dieselben Vorwürfe können den Kapiteln gemacht werden, die sich auf

das Alterthum beziehen. Indem der Verfasser auf die früheste Zeit

zurückgeht, hat er keine andere Quellen gehabt, als die heiligen Bücher,

und es scheint uns, daß eine zu große Vorliebe für seinen speziellen Gegenstand ihn oft die National⸗Oekonomie hat erblicken lassen, wo

nur von sozialen oder organischen Fragen die Rede war. Dieselbe vor⸗ gefaßte Meinung findet sich auch bei seinen Exkursen in die Geschichte

der Perser, Meder, Phönizier, Aegvpter, und wir haben ihm hier

vorzuwerfen, daß er die Buellen nicht genug zu Rathe gezogen hat. Dies war um so nöthiger, als die ökonomischen Thatsachen jener fernen Zeiten in dem, was man die allg emeine Geschichte nennt, aus⸗ gelassen oder verstümmelt worden sind. In dem Griechischen Alterthum

citirt der Verfasser Xenophon, Plato, und Aristoteles und benutzt sodann Boeckh's Werk über den Staats⸗Haushalt der Athbener, das ihm natürlich die besten Data dieses Kapitels geliefert hat. In der Rö⸗

mischen Geschichte bemerken wir eine ziemlich große Anzahl von Cita⸗ ten, die ein Quellen⸗Studium vermuthen lassen; allein auch hier do⸗

miniren die Auszüge aus einem neueren Werke National⸗Oekonomie der Römer von Dureau de la Malle, Mitglied des Instituts auf

jeder Seite und liefern nebst den études historiques des Herrn von Chateaubriand die wichtigsten Thatsachen dieser Epoche.

Das Auftreten des Christenthums und die Wirkungen desselben auf die Arbeit, wie die Production machen den Verf. wahrhaft beredt und, abgesehen von gewissen Citaten aus der Apostelgeschichte, die in keiner direkten Beziehung zu dem Gegenstande stehen, so wie von sei⸗ nem Hange, die jetzige katholische Kirche an die Stelle der christlichen Kirche der ersten Zeit zu setzen, können wir diesen Theil seines Werkes nur loben. Man findet daselbst Erhabenheit, ine richtige

Würdigung des Einflusses der neuen⸗ Lehre auf die Vermehrung des Reichthums und im Allgemeinen richtige Gedanken über dies große Ereigniß in der Geschichte des Menschen⸗Geschlechts. 288

Der Uebergang dieser Epoche zum Mittelalter erfolgt zu plötzlich und bildet eine jener Lücken, von denen oben die Rede war; die große Epoche des Lehnswesens selbst ist auffallend kurz behandelt und der Verfasser hat für dies Kapitel wohl kaum etwas Anderes, als die grudes historiques von Chateaubriand, die Kapitularien Karl's des Großen, die Geschichte der Kreuzzüge, den esprit des lois, die Geschichte von Venedig von Daru, und einige andere Werke von geringerem Werthe, zu Rathe gezogen. Wir bedauern, daß er Herrn Hüllmann’s Werk über das Städtewesen des Mittelalters und einige andere Deutsche Werke uͤber diesen Gegenstand, nicht gekannt hat. Wenn es sich bloß um eine wissenschaftliche Geschichte der National⸗ Oekonomie handelte, so würde das Mittelalter den Forschungen keine große Hülfsmittel dar⸗ geboten haben, aber sobald man die Phänomene der Arbeit und der Production chronologisch aufzählt, so verdient die erwähnte Epoche in dem vorliegenden Buche gewiß eine gründlichere Untersuchung und einen größeren Raum.

Wir haben bereits angedeutet, daß Herr von Villeneuve von einem ausschließlich katholischen Standpunkte ausgegangen ist. Diese Ten⸗ denz giebt sich auffallend zu erkennen in dem Kapitel, welches die Ueberschrift führt: „Einfluß der religiösen Reformation Lu⸗ ther's auf die National⸗Oekonomie.“ Nach einer kurzen Ueber⸗ sicht der Geschichte der Reformation untersucht er die Wirkungen der⸗ selben, und durch ein auffallendes Paradoxon findet er, daß die pro⸗ testantischen Staaten nicht in Folge der Reformation, sondern un⸗ geachtet dieser Reformation wesentlich an Wohlstand zugenommen haben. Uebrigens giebt Herr von Villeneuve dies nur mit Widerstre⸗ ben zu und sagt in dieser Beziehung: „Wir begnügen uns damit, nach einem gewissenhaften Studium hier auszusprechen, daß die durch Lu⸗ ther bewirkte Umwälzung für die Generationen, welche sie entstehen sahen, so wie für die, welche ihnen folgten, eine Duelle unerhörten Elends wurde; daß sie die politische Freiheit um nichts vermehrte; daß sie den Fortschritt der Wissenschaften, der Künste verzögerte; daß sie die reformirte Geistlichkeit jeinesweges zu dem Geiste der Armuth und Aufopferung zurückführte; daß sie den Glauben, die Moral und die evangelische Toleranz schwächte; daß sie den Zustand der Armen und Besitzlosen dieser Welt weit elender und prekärer machte; daß sie das Eigenthums⸗Recht tief erschütterte und daher auch nothwendiger⸗ weise der Entwickelung des öffentlichen Reichthums und gesunder Dok⸗ trinen der sozialen Oekonomie große Hindernisse entgegenstellte. Das einzige Gute, was sie gehabt, wäre also nach unserer Ansicht, daß sie vielleicht dazu beigetragen hat, der katholischen Geistlichkeit ihre ur⸗ sprünglichen Tugenden, die durch übermäßigen Reichthum einen Augen⸗ blick geschwächt worden waren, schneller wieder zu geben.“ 1“

Wir wollen uns über dergleichen Ansichten in keinen Streit ein⸗ lassen, sondern ihnen bloß einige höchst einfache Thatsachen entgegen⸗ stellen, die von Katholiken wie von Protestanten auf gleiche Weise als unbestreitbar betrachtet werden. Zur Zeit der Reformation war die Unordnung in der katholischen Kirche aufs höchste gestiegen; Herr von Villeneuve bestätigt dies selbst. Das Land, welches nach der Refor⸗ mation ein Land der volitischen Freiheit wurde, England, war ein preo⸗ testantisches Land. In den reformirten Staaten entwickelten sich im sechzeynten und siebzebhnten Jahrhundert die Industrie und der Handel auf eine wunderbare Weise. Der industrielle und merkantilische Ver⸗ fall Spaniens, Italiens und einiger anderer katholischer Länder da tirt von dieser Zeit her. Mit Ausnahme der Englischen Geistlichkeit haben die reformirten Geistlichen nur mäßige Einkünfte, während die Diener der katholischen Kirche in Frankreich, Italien und Spanien noch vor kurzem ein Viertel oder ein Drittel von allem Grund⸗Eigen⸗ thum besaßen. Nicht durch eine religiöse Reformation, sondern durch eine politische Revolution sind sie dessen beraubt worden. Der Pau perismus in England ist eine Folge der schlechten Vertheilung des Reichthums und keinesweges eine Folge der Aufhebung der Klöster Was endlich den Vorwurf betrifft, daß mit der Reformation die evan⸗ gelische Toleranz verschwunden sey, so wollen wir nur an die „Dra⸗ gonaden“ erinnern.

Die erste Pflicht eines Geschichtschreibers ist die Unparteilichkeit, welcher Herr von Villeneuve nicht treu geblieben ist. Ueberdies greift die Wahrheit weder den Charakter, noch die Confession, noch den Glau⸗ ben des Geschichtschreibers an. Für das Jahrhundert Ludwiges XIV. bemerkt man dieselben vorsätzlichen Auslassungen, denselben Wunsch, gehässige und für den intellektuellen Fortschritt und die materielle Ar— beit so verderbliche Thatsachen zu verhüllen. Da der Verfasser den Widerruf des Edikts von Nantes nicht zu rechtfertigen vermag, so be⸗ streitet er bis auf einen gewissen Punkt die mörderischen Folgen dessel⸗ ben und giebt Alles Louvois Schuld, gleichsam um den König, die Geistlichkeit und die Großen des Reichs von aller Theilnahme an der Maßregel freizusprechen.

Wir verlassen gern jene Perioden, wo der Geschichtsschreiber sich mehr oder weniger ernstlich verirrt hat, und bekennen offen, daß die Kapitel über Sullv und Colbert, welche auf die über die Reformation folgen, die Leser mehr befriedigen werden. Hier erscheint der Verfasser wieder als Oekonomist und giebt den Ereignissen ihren wahren Werth. Er ändert übrigens von dieser Epoche an die Methode; da er literart⸗ sche Arbeiten über Staats⸗Oekonomie vorfindet, so ist er weniger genö⸗ thigt, sich an administrative Thatsachen zu halten. Die Memoiren von Sullv, die Werke von Boisguillebert, Vauban, Savary boten ihm Gelegenheit zu zahlreichen Bemerkungen dar, und da Italien und Eng⸗ land im 17ten Jahrhunderte ebenfalls eine gewisse Anzahl ökonomisti⸗ scher Schriftsteller hatten, wie Scaruffi, Davanzatt, Caccia, Serra, Craunt, Pettv, Davenant u. s. w., so ist es nicht auffallend, daß der Verfasser seiner Darstellung eine andere Wendung gegeben hat. Denn wir glauben, daß Herr von Villeneuve, eben so wie Herr Blanqui, eine Geschichte der Wissenschaft und nicht eine Geschichte der Verwaltung schreiben wollte. Sobald daher beide Verfasser zu der Zeit gelangen, wo geschriebene Arbeiten den Analptikern einige Hülfsmittel darbie⸗ ten, bemächtigen sie sich vorzugsweise dieser Materialien. Wir bedauern übrigens, daß Herr von Villeneuve den Deutschen Oekonomisten nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat, und selbst denjenigen unserer Zeit kaum die Ehre erzeigt, sie in seinem Buche zu citiren. Die Arbeiten von Soden, Lotz, Zachariä, Hufeland, Rau, Sartorius und vielen an⸗ deren ausgezeichneten Männern verdienten in einer Geschichte der Na⸗ tional⸗Oekonomie gewiß eine gründliche Prüfung und nicht bloß eine Anführung der Titel ihrer Werke. Dies war um so nöthiger, als die Naticnal⸗Oekonomie in Deutschland sehr verschieden ist von dem, was man die Englische Schule nennt, die durch Johann Baptist Say in Frankreich naturalisirt wurde. Die Deutschen Oekonomisien sind allerdings kaum in das Französische über⸗ setzt worden, die fremde Sprache ist aber freilich ein Hinderniß das zu besiegen die Gelehrten nicht immer den Muth haben. Mit den Englischen Schriftstellern verhält es sich anders; sie sind fast alle übersetzt und deshalb in Frankreich sehr verbreitet. Herr von Vil⸗ leneuve läßt sie sämmtlich die Revue passiren; seine Analpsen, seine Kritiken sind ziemlich vollständig, seine Vergleichungen richtig und seine Bemerkungen über den Pauperismus, was die Folgen desselben betrifft, genau, aber zuweilen in Betreff der Ursachen irrig. Er giebt Defini⸗ tionen der verschiedenen Spsteme, die gegenwärtig sich gegenüber stehen, er bekämpft den Einfluß der Englischen Schule, die nur die unbe⸗ gränzte Entwickelung der Production vor Augen habe, ohne sich mit einer guten Vertheilung des Reichthums zu beschäftigen. Dieser Dok⸗ trin stellt er die des Herrn von Sismondi gegenüber, der die Natto⸗ nal⸗Oekonomie auf folgende Weise definirt: „Die Erforschung der Mit⸗ tel, wodurch die größte Anzahl Menschen in einem civilisirten Staate an dem höchsten Grade des Wohlseyns, der von der Regierung ab⸗ hängt, theilnehmen kann.“ Von diesem neuen Gesichtspunkte aus 1 langt Herr von Sismondi die Einmischung der Regierung in die Er⸗ zengung von Reichthümern, eine Einmischung, welche die Segeag, Smith und J. B. Say nicht gestatten. „Er sucht E

weil die Bevdikerung den Nutzen davon hat; er sucht die

b 1b 66“ Ut in seiner weil sie an dem Reichthum theilnimmt.“ Herr Droz ste 1 „Wissenschaft des Reichthums“ dieselben Prinzipien auf e ben, daß sie der Französischen Schule, die sich in 71s benen werder ischen gegenuüͤber, zu konstitutren beginnt, zur Basis die 8