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des Kaisers zu einem Kapitel, in welchem der Erzherzog Leopold Ludwig, Sohn des Erzherzogs Rainer, und Fuͤrst Maximilian von Thurn und Taxis zu Rittern dieses Ordens ernannt wurden. Die Insignien des Ordens wurden ihnen am folgenden Tage im Ceremoniensale nach alt hergebrach⸗ rem Brauche von Sr. Majestaͤt, dem Haupte und Souverain des Ordens, uͤberreicht. Sämmtliche Ritter erschienen hierbei in der seit Stiftung des Ordens (1430) dem Einflusse der Zeit und der Mode gluͤcklich entzangenen hoͤchst malerischen Ordenstracht. — An demselben Tage beehrte der Kaiser in Begleitung der gesamm⸗ ren Kaiserl. Familie und der hier anwesenden Prinzessinnen von Sachsen den Fuͤrsten von Metteruich in seiner Villa am Renn⸗ wege mit einem Besuche. — Die Frau Erzherzogin Sophie ge⸗ denkt Wien in naͤchster Woche zu verlassen, um der Koͤnigin von Bayern einen Besuch abzustatten.
Pesth, 8. Mai. (L. A. Z)). Gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr gab es bei Gelegenheit der Zapfenstreich⸗Musit einen bedeutenden Exceß. Ein Jurat (Rechtsbeflissener) gerieth mit ei⸗ nem in Civil gekleideten Offizier in Haͤndel. Der Jurat gab dem Offizter eine Ohrfeige, worauf dieser einen Stockdegen zog und den Juraten in die Wange verwundete. Das Volk ver⸗ folgte hierauf den Offizier, der sich in die Hauptwache des In⸗ valldenhauses fluͤchtete, und da auch hier das Volk eindringen wollte, ruͤckten mehrere Soldaten aus und verwundeten einige
ersonen mit dem Bayonnete, worauf die Ruhe allmäͤlig herge⸗
nicht sein eigenes Wesen eine feste Einheit gebildet hätte? Durch die 1i ldet h h diese . i 2 Unterricht des Verewigten so belebend und erenEe 1 Ee“ 8 e leicht baben in philologische Stunden genauer in 6 Uhr. 2 Ubr. 10 Uhr e Lin nnn. ingehen, in philosophischen systemattscher verfahren, und — — — “ eligionsunterricht mehr iheelogische Gelehrsamkeit aufwenden 8 “ felbn 2 4— es ihm jemals darauf angekemmen wäre; indem er aber —212 ee em Geist des Ganzen, das er behandelte, von ihnen ergrif⸗ ven, r “ nichts bioß aus dem Gedächtniß als fertige Formel genom⸗ 81 vCG 11862 Gens Bene 22 durch Reslexion vermitteltes gab, iheilte sich ihrem en eeeEEe eer tdieselbe Angeregtheit mit, diein ihnen zu einem Impuls iet eee La Sn⸗ sithätiges Studium und lebendige Auffassungsweise wurde. 8 “ orherrschend war in ihm die Phantasie, ras eben beim Unterricht 8 4 2 Folge batte, daß sich ihm die abstrakte Bezeichnungsweise sast wi⸗ “ Willen in die anschauliche Darstellung verwandelte. ch waren auch seine Reden oft von mächtigem Eindruck und weckten ie Begeisterung, von der sie selbst getragen wurden. Auch füblte er L.AJ. daß es ihm gegeben sev, durch sein Wort die Gemüther der Piensden zu bewegen, und so meldete er sich 1813 zur Verwunderung ieler zu einer Feldpredigerstelle, von deren Annahme ihn nur der vv v Wille der dem Gymnasium vorgesetzten Behörde zurück⸗ alten fonnte. Alle, die in derselben großen Zeit seine Swüler im “ auf dem Werder waren, haven von diesen Stun⸗ unvergeßlichen Eindruck bewahrt, und einer der namhaftesten B auf einer Preußischen Unirersität gestebt, durch diese 8 ₰ zur Eutscheidung für seinen Lebensberuf gekommen zu sevn. en so war sein Religions⸗lInterricht im höchsten Grade anregend und ügfets sind später durch eigene theelogische Studien in ganz Bahnen geführt worden, als sein Unterricht zunächst anzuweisen shier. aber Alle werden gestehen, in diesen Stunden erfüllt worden zu 8— mit einer für das ganze Leben nachwirkenden Ehrfurcht für das L ottliche, Heilige und Ewige. Seine Behandlung der philosophischen Propädentik trug denselben Charakter: die Unabweisbarkeit philoso⸗ phischer Forschung wollte er den Schülern zum Bewußtsevn brin⸗ gen und den Trieb dazu in ihnen wecken. Ein Anerkenntniß seines Verfahrens hierin durch die höhere Behörde war, bei H. Ritters Ab⸗ gange, seine Ernennung zum Mitgliede der wissenschaftlichen Prüfungs⸗ Kommission, für Philosephie und Phädagogik. 5 %, Der wachsende Umfang seiner Direktorats⸗Geschäfte, unter denen Sch. er bisweilen zu erliegen schien, zwang ihn allmälig seine Unterrichts⸗ Stunden auf wenige zu beschränken. Er beklagte dies oft, so wie die immer größere Entfernung von wissenschaftlichen Studien. Doch hbing er so an ihnen, daß er sich noch in den letzten Jahren für sie selbst Stunden der Nachtruhe entzog. Schrifftstelleriase Thätigkeit ist von ihm kaum zu erwähnen; Beruf dazu hatte er ohne Zweifel vor Vielen: aber abgesehen von einer großen Strenge gegen sich selbst, die ihm eigene Befriedigung in wissenschaftlichen Productionen sebr erschwerte war ihm nie die erforderliche Muße dazu vergönnt, und so zog er cs vor, auf das Eine alle seine Kraft zu verwenden. Außer der Abhand⸗ lung über Spinoza, die in der Berliner Monatsschrift vom Jahre 1808 steht, und damals wegen der Gewandheit der Darstellung allge⸗ meine Aufmerksamkeit erregte, ist in dieser Beziehung nur noch die im Jahre 1824 herausgegebene Sammlung seiner S schulschriften zu
unter dem Vorsitze 18 11. 16. Mai.
Lustdruck..... 337,21““ par. Luftwärme... +†h⸗ 7,2 0 R. Thaupunkt 5690 R. Dunstsaͤttigun, 83 “Ct. Wetter........ 1. trübe. bezogen. Wolkenzug.... W. SW.
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Berliner Den 17. Mlai
Pr. Cour. Brief. Geld.
St. Sckuld-Sch. 4 1011 8]1 103 1¶ ¶ Actien. ““ 4 10.7⁄¶ I 101 3 8 Brl. 1““ 127
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Kurm. Sernldvo2; 1021 2 F
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8 do. do. Prior. Act. 10292 —
V
Pr. Cour.
e die telegraphische Depesche vorausgeeilt war, an der Fortsetz ung
ihrer Flucht und ihres Romans verhindert worden. - ö6ö du Havre zufolge, ergiebt sich aus den aͤbereinstimmenden Aussagen der Matrosen des gescheiterten Schif⸗ fes „William Brown“, daß die Erhaltung der Schaluppe und die Sicherheit des groͤßten Theils der auf derselben befindlichen Mannschaft es unumganglich nothwendig machte, einen Theil en- Passagiere uͤber Bord zu werfen. Die acht Matrosen sollen nach dieser Erklaͤrung auf freien Fuß gesetzt worden seyn. 8 Boͤrse vom 13. Mai. Die Franzoͤsischen Renten waren heute bei Eroͤffnung der Boͤrse sehr gesucht. Kurz nach drei Uhr aber wurden ansehnliche Parthieen ausgeboten, und die Course erlitten sofort ein rasches Sinken. Es wurde diese Be⸗ wegung einem Geruͤchte beigemessen, welches sich verbreitete, wo⸗ nach das Englische Ministerium seine Entlassung eingereicht habe; die Rachricht waͤre auf telegraphischem Wege eingetroffen und von den Ministern heute mehreren Deputirten mitgetheilt worden.
regiere wer da kann, macht ihren Weg durch die Welt. Sie ist uͤber den Kanal gegangen, wie sie uͤber das Atlantische Meer ging. Wir haben vor kurzem in den Vereinigten Staaten gese⸗ hen, wie eine radikale Regierung, welche in den Wahlen besiegt wurde, die letzten Tage ihrer Gewalt dazu mißbrauchte, um ihre Verhoͤltnisse mit den fremden Maͤchten zu verwerren, um ihren Nachfolgern eine verhaäͤngnißvolle Erbschaft zu uͤberlassen. Die Englische Regierung bietet uns gegenwaͤrtig ein Schauspiel aͤhn⸗ licher Art dar: „Die Tories“, saat der Globe, „fragen mit einem unschuldigen Wesen, was den das Ministerium zwinge Handels⸗Reformen vorzu schlagen. Es ist ganz einfach die Nowwendigkeit, welche dazu zwingt. Die Tories hatten behauptet, daß man die Marine vernachlässige; man hat dieselbe vermehrt. Tories hatten behauptet, daß man sich vor fem Auslande demüthige; man hat Beweisse vom Gegemtheit gegeben. Izt müssen nun aber die Rechnungen bezahlt werden, und die Torics fragen, was denn dränge. Vielleicht denken sie wie jener verübmte Edelmann, der zu konservativ in Bezug auf seine Kasse dachte, um sein Geld durch Bezahlung seiner Gläubiger zu verschleudern. See sind frellich keine Neulinge in der Kunst Schulden zu machen, und die Bezahblung derselben der Nachwerit zu überlassen. In der guten alten Zeit machte man neue Anteihen, oder legte neue Abgaben auf; das Hublikum hat aber den Geschmack daran verloren. Das Defizit stebt fest; die Frage ist nur was die Tories thun würden, um dasselbe zu decken. Würden sie vielleicht eine Vermögens⸗Steuer vorschlagen?“ Dies heißt mit anderen Worten: Unsere ministerielle Existenz war bedroht und wir machten eine Diversion. Die Tories be⸗ kriegten uns im Parlamente und wir fuͤhrten deshalb Krieg in der Levante, in Indien und in China. Diese schoͤnen Feldzuͤge haben uns viel Geld gekostet; wir haben Schulden gemacht und unsere Einnahmen verpfaͤndet. Wenn ihr unsere Erbschaft wollt, so nehmet sie mit allen ihren Lasten und zieht euch aus der Sache, wie ihr koͤnnt. — Wir haben den von dem Englischen Ministe⸗ rium vorgeschlagenen Reformen augenblicklich unseren Beifall er⸗ theilt, und werden dieselben auch in der Folge unterstuͤtzen; aber wir muͤssen auch sagen, daß die Art, wie das Ministerium diese große Krisis herbeigefuͤhrt und gefoͤrdert hat, nicht strenge genug getadelt werden kann. Von allen Fragen, die in der Englischen Politik gaͤhren, ist die Getraide⸗Frage gewiß diejenige, welche es am meisten bedarf, daß man sie nicht durch den Parteigeist an⸗ tasten und verderben laͤßt. Es ist dies, mehr wie jede andere, eine soziale Frage, eine jener gefaͤhrlichen und gluͤhenden Fragen, die die verschiedenen Klassen der Gesellschaft gegen einander be⸗ waffnen koͤnnen. Lord Melbourne fuͤhlte dies mehr als irgend Jemand, als er im Mäaͤrz 1830, wo die Reform der Getraide⸗ Gesetze angeregt wurde, ausrief: 8 Ich erkläre vor Gott, daß ich diesen Plan für die thörichtste und
8¹
ntl. Nachr. 1 Feankreich. Deput. Kammer. Budaget des Kriezsministeriums. — *Paris. Das „Journal des Debats“ über das Enalische Kabinet und
die Korngesetze. — Mißlicher Stand der Afrikanischen Angelegenhei⸗
ten. — Vermischtes. — Lyon. Besserungs⸗Anstalten für junze Ge⸗
fangene. G.worit. n. Irland. Unterb. Zoll⸗Debatte. — London. 1.8 9 — Demonstrat.
Streit ü das Schottische Kirchen⸗ patronatsrecht. — Den ben dengesepe⸗ Hinderniß einer Parlaments⸗Auflosung. — Berwerfung eines Antrages gegen den Oberst Cardigan.
Niederl. Haag. Amtliche Anzeige, den neuen Minister des Innern
vbetreffend.
“ Belgien. Brüssel. t
— Dänem. Kopenh. Danische Sprache in Schleswig.
— 4 Dentsche Bundevst. München. Maler Ruben als Direktor nach Prag abgegangen. — Leipzig. General⸗Versammlungen der Buch⸗ händier⸗Borse. — Leipzig. Stöhrer's elektro⸗magnetische Umtricbs⸗ Maschinen. — Stuttgart. Landwehrgesetz. — Hannover. Be⸗ kanntmachungen des Ministeriums. — Konigl. Reskript an oie Pro⸗ vinzial⸗Landichaft. — Karlsruhe. Abgeordneten⸗Kammer. — Wei⸗ mar. Hof⸗Nachrichten.
Oesterreich. Wien. Reise der Kaiserin. — Pesth. Wahl von Ma⸗ gistrats⸗Beamten. 1
Italien. Rom. Bischof Lonovics. — Lacordaire.
Zvanien. Madrid. Privatschreiben. (Weiterer Verlauf der Ver⸗ handlungen des Kongresses über die Regentschafts⸗Frage. — Ver⸗ mischtes.)
FTürkei. Ueber den Ursprung Folgen desselben. — Von der
Bulgarien. 6 Verloosung des Kunst⸗Vereins. — Die Monats⸗
Wiss., K. u. Lit. d 1 Versammlung der Gesellschaft für Deutsche Sprache u. Alterthums⸗
Kunde vom 31. März.
1
120 102 A“ 1021 ½ 102
Elliuger do. 3 100 — Döüss. Elh. Eis. 97 ½ Dauz. do. in Th—- 48 40. do: Prior. Act. 5 8 Weztp. Pfandhr. 3³ 102 ⁄1¼ 101 %l Grolsh Pox. do 4 — 105¼ Ostpr. Pfandhbr. 2 1021 4 b 101 %½¾ Pomm. do. 32 103 8 1092 Kur- u. Neum. do. 42% 103⁄½ 103 Schlesische do. [aàν 102 q½ V .
Aus
102 %
Gold al marco Friedrichsd'or And. Goldmün-— zen à 5 Th. Diszconto
Diplomat. Corps. n. Die
XX“X“ 1 Amsterdam, 13 Mai 8 1“ 2 5 % do. 991 5/ 1. RKanz⸗-Mill. 252⁄13 8 16 äassive. — Ausg. —. Ziusl. —. Preuss. Prüm ol. —. Oesterr. 105 ¾.
Halle, 13. Mai. (Courier) Am gestrigen Tage waren Jahre verflossen, seit die ambulatorische Klinik der hiesigen Inwversitaͤt durch ihren gegenwaͤrtig noch fungirenden hochverdien⸗
en Vorsteher, Herrn Geheimen Rath Professor l)r. Krukenbera gestiftet wurde. Daß dem Begruͤnder dieses fuͤr Wissenschaft und
Staat gleich wichtigen Institutes vor Allem ein Zeichen dankba⸗ rer Huldigung gebuͤhre, war allgemein und lebhaft empfunden worden, und namentlich hatten die Schuͤler des beruͤhmten Man⸗ nes nach alter akademischer Sitte ihre Theilnahme und Verehrung darlegen zu muͤssen geglaubt. In den spaͤten Abendstunden be⸗ wegte sich daher ein glaͤnzender Fackelzug aus den Thoren der Stadt nach dem auf dem Reilschen Berge befindlichen Landhause Krukenberg's und begruͤßte dort mit Musik und Vivat den ge⸗ liebten Lehrer, der, von ehemaligen und jetzigen Alsistenten seiner Anstalt und von Befreundeten des, durch einen klassischen Genius schon fruͤher geweihten Hauses umgeben, in herzlicher Rede sei⸗ nen D 1 5 . „no a1se 1 ;. Cö die hinzugekommenen Gaͤste in nennen. So konzentrirte sich alle seine Thätigkeit immer mehr in
1 gte. der Direction der drei Anstalten, in deren gemeinsamer Leitung er 8 seine tiefe Einsicht in die Bedeutung der pädagogischen Fragen bewährte deren Lösung unsere Zeit sucht. Wie die Erkenntniß von der Schwie⸗ A. 1 p leke. rigkeit eines solchen Amtes, die schon in den mannigfaltigen Beziehungen (Nekrolog.) V August Gottlieb Spilleke, Professor und Direktor des Kö⸗
zu den Behörden und dem Publikum so wie zu den Lehrern und nialichen Friedrich⸗Wilhelms⸗Gymnasiums, der Real⸗ und Elisabeih⸗
Schülern liegt, das Urtheil über Leistungen in demselb sichti egt, iber L 1 en vorsichti machen muß, so fordert andererseits eine so glückliche Beherrschung 1 Schule, Ritter des Rothen Adler⸗Ordens dritter Klasse mit der Schleife,
ar den 2. Mat 1778 zu Halberstadt geboren, wo sein Vater eine
dieser Schwierigkeiten, wie man sie in dem Verewigten wahrnehmen Brauerei besaß. Diesen verlor er in früher Jugend, und wuchs nun
konnte, zur Bewunderung ans. Sein Blick und seine Sorge war be⸗
auf das Ganze gerichtet, und so war 78 ihm, den man von
inter d EöA“ 9 Natur und im Einzelnen cher hitte ängstlich nennen 1önnen, er der strengen und einfachen Erzlebung einer trefflichen Mutter
als einziges Kind heran. Seine Schulbildung verdankte er dem Dom⸗
Gymnasium seiner Vaterstadt, welches unter Fischer’'s Rektorat da⸗
möglich, überall mit klarer Enischlossenbeit und Energie auf⸗
zutreten: in diesem Ganzen wußte er mit sicherer Menschenkenntniß⸗ mals in großem Rufe stand. Er that sich früh unter seinen Mitschü⸗ ern hHervor, und auch ihn begleitete, als er Ostern 1796 die ÜUuiversi⸗
Jedem nach seiner eigenthümlichen Befähigung die passende Stelle an⸗ ät Halle bezog, Gleim's Fürsorge, so wie sich J. A. Eberhard da⸗
zuweisen: und wenn, bei seiner sonst großartigen Uusicht, ihn biswei⸗ jen die Eindrücke des Augenblicks mit Lebhaftigkeit zu ergreifen schie
eibst seiner mit väterlicher Freundschaft annahm. Dem Entschluß,
Theologie zu studiren, blieb er treu, wiewohl auch ihn F. A. Wolf’'s
nen, so durfte man feinem Verfahren den Vorwurf der Inkonscquenz wenn man der Wahrheit, daß oft in Wechsel ber le „ eu, b utschließung die größeste Beständigteit liegt, nicht Ran ben wollte Anziehungskraft ergriff und zu eifrigen philologischen Studien anregte, Durch diesen Blick auf das Ganze⸗ erhielt er sich 1 “ zumal da sein schon von Kindheit an gehegter Wunsch, Schulmann zu Pedantismus, ohne doch jemals zu verkennen, wie erst im Einzeluen verden, sich allmälig in ihm zum deutlichen Bewußtsevn seines eigent⸗ 8 ichen Berufs ausgebildet hatte. Auf F. A. Wolf's Empfehlung nahm ihn im Jahre 1798 der Ober⸗Konsistorialrath Gedike zum Er⸗
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(Leipz. Ztg.) Die Besserungs⸗Anstalten und junge Verbrecher, welche seit Falk in ganz Deutschland sich bildeten, sind auch in Frankreich versua, t worden. Die maisons centrales de détention, in welchen die zucht⸗ lose Jugend fuͤr die höoͤheren Studien der Gaunerei vorverettet wurde, erlebten die traurigen Resultate, daß wenigstens drei Viertel der Entlassenen nach kurzer Abwesenheit zuruͤckkehrten, weil sie sich neuer Verbrechen schuldig gemacht und zuletzt auf der Hochschule der Baano's endeten. Zuerst in Lyon, spaͤter in Bor⸗ deaux, Paris und Marseille hat man versucht, ein besseres Poͤniten tiar⸗System einzurichten, aber obgleich hier mehreren Gewerbe gelehrt werden, die den Entlassenen ihren Unterhalt sichern koͤnnen, obaleich in Bordeauy durch denjetzigen Bischof von Algier die jungen Eengesperrten im Schiffbau unterrichtet und zu Seeleuten gebildet, auf die Marine gebracht und ihrem schlechten Verwandten⸗Anhang ent⸗ rissen werden, so darf man doch dem Versuche in Mettray bei Tours die Prioritaͤt einer neuen paͤdagogischen Behandlung der jungen Diebsbrut nicht versagen. Der Abbe Fissioux, Kanonikus zu Marseille und Direktor der daselbst gebildeten Erziehungs⸗ Anstalt fuͤr Verbrecherjugend, fuͤhrte in diesen Tagen 34 im hie⸗ sigen Zuchthause sitzende Knaben seiner Anstalt zu, um sie in der Industrie oder dem Ackerbau zu unterrichten und als gebesserte und wohlunterrichtete Juͤnglinge der Gesellschaft zuruͤckzugeben. In einer schmucklosen Predigt hat er verwichenen Sonntag uͤber sein Werk und die Wichtigkeit desselben in der Kathedrale vor einem zahlreichen Publikum gesprochen und Aller Herzen gewonnen. So wie e ohne Gendarmen und Schließer, sondern nur in Gesellschaft ei⸗ niger Bruͤder des Ordens St. Joseph, seine kleine Bande nauz Marseille fuͤhrte, so werden sie auch dort in einem Hause ohne Ringmauern und Schließer im Zaume gehalten werden. Die Freres St. Joseph sollen die Aufsicht uͤber alle Besserungs An⸗ stalten, Zuchthaͤuser und zuletzt uͤber die Galeeren⸗Straͤflinge vom Gouvernement erhalten. Das ist der Wille der Regierung, das ist die Uebereinkunft mit dem Kardinal Bonald, der in diesen praktischen Dingen das Heil der katholischen Kirche Frankreichs erblickt, und mit unendlicher Thaͤtigkeit wirkt.
Lyon, 20. April. fuͤr verwahrloste Kinder
Antwerpen, 12. Mai. ZLinsl. 6G. Neue Aul. 227„12 8 G Frankfurt a. M., 14. Mai. Hir. “ G 4 7% 992 4. C. 21 1 % SG ¹. Br. * 24 ½ G. Bank-Act. 1992 1990 Partial-Obl. —. Loose z9u 500 Fl. 136 16. 135 1. Loose zu 100 FElI. —. Preuss. Präm Sbb; 5 % Span. Anl. 25 In 8 9 Eisenba hn-Actien. St. Germain 710 (Gi. Versailles rech- tes Utfer 300 G. do. linkes 230 G. München- Augsburg 861½ G. Strafs- burg-Basel 245 Br. Leipzig-Dresden 99 ½ Br. Külu-Auchen 98/ 2 Br.
des Aufstandes in Bulgarien und die Türkischen Gränze. Neueres aus
8 IIamburg, 15. Mai Bank-Actien 1655 Br. Engl. Russ. 108 ⁄¼.
1 Paris, 12. Mai. 8 1 „ Rente fin cour. 115. 30. 3 % Rente sin cour. 79 80 5 % . 8 npt. 104. 10. 50 % Spaun. Reute 25 1. Passive 5 4 3 %
Amtliche Rachrichten.
Kronik des Tages.
e. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht: ngierenden Fuͤrsten zu Schaumburg⸗Lippe den Rothen Adler⸗Orden erster Klasse zu verleihen; ferner.— Den Steuer⸗Rath Breitbach zu Krefeld zum Regierungs⸗ Rath und die Kataster⸗Buͤreau⸗Vorsteher Wagner zu Aachen
und von Zuccalmaglio zu Trier zu Steuerraͤthen zu ernennen. unvernünftigste Idee halte, die jemals einem menschlichen Hirne ent⸗
Der bisherige Land- und Stadtgerichts⸗Assessor Gehrken ist zum Justiz⸗Kommissarius bei den Gerichten im Kreise Witt⸗ Wir wissen nicht, auf welche Weise Lord Melbourne seinen genstein, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Laasphe, bestellt jetzigen Plan mit seinen fruͤheren Ansichten in Einklang bringt; v auch ist dies verhaͤltnißmaͤßig von geringer Wichtigkeit; aber einen
ernsteren Tadel verdient die Verwegenheit einer Regierung, die als politisches Schlachtfeld ein Terrain auswaͤhlt, welches neu⸗ tral zu machen ihre Pflicht gewesen waͤre; die, anstatt eine Trans⸗ action zwischen den feindlichen Interessen zu beguͤnstigen, sie ge⸗
8
Wien, 12 Mai. 4⁰ 5 9915⁄16 30 —. bA “
Bank-Acrien 1643. Anl. de 1834 135 ¾. de 1839 11114
Dr L1““ Schausviele Dienstag, 18. Mai. Im Opernhause: Die Lotto N “ 1 — ernt : Die L ummerr Singspiel in 1 Akt. Munk von N. Pouard. (Dle. Tuczet, vom K. K. Hof⸗Operntheater zu Wien: Adele.) Hierauf: 18 5 05 (c 8 . — 8 8 8 Johann von Paris, Singspiel in 2 Abth, Musik von Boieldteu. (Dlle. Tuczer: die Prinzessin von Navarra, als Gastolle) Im Schauspielhause: 1) Le jeung homme en loterie, co- g en 1 acte. 2) La sccomde représentation de: La marquise de Senneterre, comédie nouvelle en 3 actes et en prose, d 5 francais., par Mr. Meélesville. “ Mittwoch, 19. Mai. Im Opernhause: Wilhelm Tell Lell,
11 1- 0 Met. 1081
5„, 1 —
Bekanntmachung. Die planmaͤßige 9te Ziehung der 90 Serien, welche die am 15. Oktober d. J. und an den darauf folgenden Tagen zur Aus⸗
das Allgemeine zur Erscheinung kommen kann. zlieber seines Sohnes, des vor kurzem in Italien verstorbenen Kammer⸗
Ein wesentlicher Zug in seiner Leitung der Schulen war die über⸗ all wohlthätig sich offenbarende theologische Gesinnung, und wie er alle
gerichts⸗Ralths Gedike in sein Haus und zugleich in das pädagogische
Seminar auf; und so begann er in demselben Jahre als Sewinarist
eine öffentliche Unterrichtsthätigkeit am Gvmnasium zum grauen Kio⸗
Epochen im Schulleben für die Erhebung des Geistes seiner Schüler vornehmlich auch durch Anwendung des heiligen Gesanges, zu benutzen verstand, so wußte er ebenfalls die Würde der Anstalten nach außen mit seltener Geschicklichkeit zu repräsentiren, wobei ihm ebenso wie
Schauspiel in 5 Abth., von Schiller. (Hr. Seelig, vom Stadt⸗ theater zu Bremen: Arnold von Melchthal, als Gastrolle.) Donnerstag, 20. Mai. Im Schauspielhause: Die Erholungs⸗
loosung kommenden 9000 Seehandlungs⸗Praͤmien⸗Scheine ent⸗ alten, wird am 1. J, Vormittags Neun Uhr, im gro⸗ 8 Konferenz⸗Saale des Seehandlungs⸗Gebaͤudes stattfinden;
gen einander bewaffnet und ihre Staͤrke in der Zwietracht sucht. Die Aufregung, zu der 6 ihre Zuflucht nehmen, ist ein der Regierung unwuͤrdiges Mittel.
die Englischen ministeriellen Journale jetzt
“
Großbritanien und Irland. Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Sitzung
wovon wir das dabei betheiligte Publikum hierdurch in Kenntniß
setzen. 8 3 Berlin, den 15. Mai 1841. General⸗Direction der Seehandlungs Sozietaͤt Kayser. Wentzel. .
Die Aufregung ist Sache der Opposition und niemals Sache der Regierung. Wenn die Regierung den inneren Frieden zu stoͤren sucht, den aufrecht zu halten ihre erste Pflicht ist, so erniedrigt sie ihren Charakter und verraͤth das Land, und der erste Mini⸗ ster wird der erste Aufruͤhrer des Koͤnigreichs.“
Ueber die letzten Nachrichten aus Algier aͤußert sich der Courrier francais in folgender Weise: „Die Touloner Journale bestaͤtigen nun die traurigen Nachrichten, die uns von Algier zugegangen sind. Es ist nur zu wahr, daß Gene⸗ ral Bugeaud dieselben Fehler begangen hat, wie Marschall G C 588 * ” 1” theuer ““ . ihm nicht zur Lehre gedient hat. er neue Gouverneur hat fa 3 eitun g 8⸗ N . ch ri ch ten. alle Truppen mit sich genommen. Briefe von gut
unterrichteten Personen melden, daß das Expeditions⸗Corps viel Au s land. zu bedeutend sey, und daß 8 bis 4000 Mann keinen anderen Frankreich. 8 .
Z weck haͤtten als dem Herzog von Nemours zur Eskorte zu die⸗ 8 nen Wie will man nun aber, daß unsere Herrschaft in Algier sich Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 12. Mai. Die befestigen und daß die Kolonisation sich verbreiten soll, wenn Eröͤrterung uͤber die neuen Regimenter nahm auch heute noch die man keine Maßregel ergreift, um auch nur die naͤchste Umgegend ganze Sitzung ein. von Algier sicher zu stellen; wenn die Araber, waͤhrend wir sie Herr Säahauenburg hatte als Amendement eine Verminderung in dem Thale des Schelif aufsuchen, 40 unserer tapferen Solda⸗ des für jene Regimenter verlangten Kredits vorgeschjagen. en unter den Kanonen unseres Forts niedermelzeln koͤnnen. Sieht 8 Der Marschall Soult, der aufgeferdent wurde, sich, über dies man nicht ein, daß dieser Mangel an Vorsichts⸗Maßregeln von Amendement auszusprechen, wiederholte im Wesentlichen seine gestrige den Arabern als ein Beweis unserer Ohnmacht betrachtet wird; ausweichende Rede, und schloß mit der Bemerkung, daß er das Amen⸗ 2n zzrte weniger nach dem Uebel vnessen dement nicht annehmen könne, da es zum Zweck habe, einen Theil der und daß sie unsere Staͤrke 5 eniger 88 Faez 6 essen, Summen zu verweigern, welche für die Regimenter nöthig wären, die welches wir ihnen zufuͤgen, als nach dem, welches wir nicht von bis jetzt noch existirten. Er heffe aber vor Eröffnung der nächsten uns abzuwenden im Stande sind? — Sessien die von der Kommission gewünschten Veränderungen mit den Die Eroͤffnung der Debatten uͤber den Darmesschen Prozeß neuen Cadres vornehmen zu können. b ist nunmehr auf den Listen d. M festgesetzt worden. 9 Herr g 1“ vor, 866 es nicht den Die Mitglieder der linken Seite beabsichtigen, gleich nach Mutbh seiner Meinung habe. Es möchte die neuen e egimenter gern ; 5ꝗ S eg 6 3 6 18 beibehalten und diesen ihm durch das Ministerium vom 1. März ge⸗ öö ein großes Bankett zu Ehren des Herrn 4 2 9 ½ „ontepen- „ verseires 61 8½ ꝓoe 2½+ vS . Vortheil eö sürchte es, einen Theil gh Das General-Conseil des Seine⸗Devartements hat gestern den Geld⸗Schwankungen enispringenden Uebein vorzubeugen, die haupi⸗ er Kammer unzufrieden zu machen Kabi 8 daß das große Opernhaus abgebrochen sächlich von dem jetzigen Korngesetz Sostem herrübren, Von Senti⸗ 1ö. 8gb veh t. h.katt en Kefemem 1“ 8. 3 mentalitäten der Art, wie: man solle das Brod des Armen nicht an⸗ bisberigen Rüstungen so lange beibehalten werden würden, dis jede memen din ich fern. An demselben Tage, wo dies an einton dee Möglichkeit einer Europäischen Kollision verschwunden sev. In dieser I 62 opostions⸗Grund . den fenen Zoll von 8 Eb, ae⸗ Lage befinde man sich jetzt aber noch nicht. Man könne auch die vrache se err and der fluktutrende Zoll bes, nf 24 Sb. 6 Pee. neuen Regimenter nicht sogleich wieder auftöbsen, ehne gegen die Trup⸗ Das Siescle meldet die Entfuͤhrung einer der Toͤchter des (Hört, hört!) Der jetzige Schritt des Ministeriums ist der wichttaste⸗ aus denen sie zusammengesetzt wären, eine große Ungerechtigkeit Infanten, Don Franzisco de Paula, welche mit einem Polen die den es seit mehreren Jahren gethan, und ich fürchte nur, daß er zu L man werde aben aümülihe an der n dieser Bezschans dem Flucht ergriffen. Das Signalement der Fluͤchtlinge wurde gleich swpät lömmt, da unser Prebibitiv⸗Svstem den Handel 8e ugepeg Ministerium ihr Vertrauen zu schenken. 6 1 nach der Entdeckung ihrer Entweichung durch den Telegraphen Märkten auf die Amerikanischen und Dentschen hin genrsnang da6 Vontk Nach di E 8 a1 in 2 8 1 in abgeschickt. — Nach Galignan Is ist es immer noch ein Schritt in der rechten 8 ichtung, und da Nach dieser Erklärung nahm Herr Schauenburg sein Amende⸗ nach allen Richtungen hi geich ) g t ner mdn egesunden Sinn baben, ihn zu unterstützen. ment zurück. Messenger ist der Pole, welcher das junge Maͤdchen zur Flucht wird Tv h F. “ tn, ihn de ament der Aufmun⸗ berredete, 50 Jahr alt. Die schoͤne junge Prinzessin befand sich terung des SMavenhandels zurück und schilderte die Gräuel 1. n einem Kloster bei Paris; die Flucht aus demselben wurde „Ginge dieser Vorschlag der Minister durch“, rief 85 8 89 8 b- 7 mittelst einer Strickleiter bewerkstelligt. Die Fluͤchtige und ihr lischen Ma zu
— 1 unserer Stellung an der Spitze der mora Gefaͤhrte sind, wie man vernimmt, in Valenciennes, wohin ihnen
reise, Posse in 1. Akt. Hierauf: Carl XilI. auf seiner Heimkehr, militairisches Lustspiel in 4 Abth, vom I C Sonntaa, 23. Mai. Im Opernhause: Armide, agroße he⸗ roische Oper in 5 Abth., Musik vom Ritter Gluck. Ballets von Hoguet.
Preise der Plaͤtze: Ein Billet in den Logen des ersten Ran⸗ ges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.
vom 11. Mai. Fortsetzung der Debatte uͤber die Zünasng: Herr Ward: „Die Opposition hat ihr Terrain sehr geschickt ge
wählt, denn der Zucker ist ein Anlaß zur Heraufbeschwörung tieserer und beiligerer Sympathieen, als das Bauholz und Getraide. Das Ministerium will ja aber den Kolonial⸗Zucker nicht ungeschützt lassen; es soll immer noch ein Schutz⸗Zoll von 50 pCt. zu Gunsten desselben verbleiben, ein Zoll, der weit beträchtlicher ist, als der wärmste Ver⸗ theidiger des Grundbesitz Interesses ihn für das Getraide zu verlangen gewagt haben würde. Ein Zoll von 63 Sh. aber ist ein gänzliches Verbot der Einfuhr von fremdem Zucker; ja, selbst bei einem Zoll von 36 Sh. auf den durch Sklaven⸗Arbeit gewonnenen Zucker wird diese
nicht auf unseren Markt gelangen können, wenn der Zuckerpreis hier unter 60 Sb. steht. Ich freue mich des Gedeihens, welches in den Ver⸗ hältnissen der Neger sich zeigt; aber ich kann nicht einwilligen, daß man dem Englischen Armen deshalb einen Pennv mehr Abgaben auf das Pfund Zucker auferlege, damit die Westindischen Neger spazie⸗ renfahren und Champagner trinken können. Ich habe dem Hause selbst eine Petition überreicht, welche über die dort herrschende Noth klagt. Ein Drittel der Arbeiter sind in jener Stadt ohne Beschäftigung, und die beiden anderen Drittel subskribiren großmütbig kleine Summen zur Unterstützung ihrer Genessen. Die ehrenwerthen Herren gegenüber drohen uns mit einem Bündniß zwischen dem Zucker’, dem Getraide⸗ und dem Baubelz⸗Interesse, welches jeden Vergleich mit der anderen Seite verwerfen würde; aber wie wäre dies mit den freisinnigen Hau⸗ dels⸗Grundsätzen vereinbar, welche dem konservativen Führer von den⸗ jenigen seiner Freunde zugeschrieben werden, die ihn am besten kennen? Was die Korngesetze anbetrifft, so sind die Meinungen über den Belauf des festen Zolls sehr verschieden; Einige halten 8 Sh. für einen zu geringen Schutz, Andere meinen, dies sey schon weit mehr, als der Gutsbesitzer mit Recht fordern könne Jedenfalls scheint mir das Prinzip, von welchem das Miuisterium ausgeben will, nämlich ein fester Zoll, der schwankenden Zoll⸗Skala bei weitem vor⸗ zuzieben. Es wird für den Händler von größerem Vortbeil sevn, und wir werden dann nicht nöthig haben, in Zeiten der Noth uns an den schlechtesten Markt zu wenden. Auch wird es dazu beitragen, den aus
ster. Aus diesem Verhältniß trat er zu Ostern 1800 als Kollabora an das Friedrich⸗Werdersche Gymnasium über, wurde ebendaselbst 198 zum Subrektor erwählt, und 1804 zugleich zum Frühprediger an der Friedrich- Werderschen und Dorotheenstädtschen Kirche. Neben den ge⸗ tanmen Aemtern bekleidete er von 1810 bis 1827 eine Lehrerstelle an der Krieg schule, wo er sich vornehmlich durch seine Vorträge über die Geschichte der Deutschen Literatur großen Beifall erwarb. lUleberhaupt vurde ihm schon damals zufolge der besonderen Geschicklichkeit und Treue in seiner Amtsführung vielfach ehrende Anerkennung zu Fheil. In das durch Bernhardi's Tod erledigte Direktorat des Friedrich⸗ Wilhelm⸗Gymnasiums und der mitdemselben vereinigten Anstalten wurdeer am 26. Februar 1821 eingeführt, und hatte damit einen Wirkungskreis erreicht, welcher Jedem, der ihn darin zu beobachten Geiegenheit hatte, für die Bethätigung seines eigenthümlichen pädagogischen Talents als der allergeeignetste erscheinen mußte; auch er selbst hielt ihn dafür und bat sich durch wiederholte ehrenvolle Anträge, die Leitung auswärtiger Anstalten zu übernehmen, nicht von demselben abwendig machen lassen. Dies ist der einfache äußere Lebensgang eines Mannes, der plötzlich und zu einer Zeit abgerufen worden ist, wo es für die Hoffnungen kräftiger Wirksamkeit noch auf lange nicht an Raum zu fehlen schien. Die Früchte seiner Thätigkeit liegen der Welt vor Augen, drei An⸗ stalten, von gänzlich verschiedener Tendenz, durch ihn seit Jahren zu vger erhoben, der jede in ihrer Art den ausgezeichnetsten unseres is 89 Sb. die Seite stellt, wie schon ihr äußerer Umfang beweist, I 8 Anstalten zusammengenommen jetzt über 1400 Zög⸗ 5 en von 62 Lehrern unterrichtet werden. Diese Schulwelt An 8 en, daß sein Geist die Ordnung und die Einrichtungen bis in das „ EE1132* 66 89 die große Gabe, die ihm Gott ver⸗
. nentschiedenes Talent zu organisiren, n
u gestalten, und scheinbar Getrenntes zusammenzu h 8*
riner höheren Einheit. Wie hätte er ne Eb11“
für die freie Rede die langjährige Uebung im geistlichen Amt zu Statten kam. Mit derselben Liebe aber, mit der er sich ungetheilt seinem Amte hingab, umfaßte er Alle, die mit ihm an dem⸗ selben Werke arbeiteten; mit ihnen sich in den höchsten Bestrebungen Eins zu wissen, ihnen durch Rath, durch seine reiche Erfahrung und durch thätigen Beistand nützlich werden zu können, machte sein größ⸗ tes Glück aus, Wie ihm ferner seine Milde und Freundlichkeit und seine nie verkümmerte eigene Jugendfrische die Herzen seiner Schüler gewann, das konnte man erkennen ‚so oft er unier sie trat, das zeig⸗ ten die vielen Beweise der Pieräkt, die sie ihm darbrachten, davon wird in der Näͤhbe und Ferne ihr liebevolles Andenken ein lebendiges und dauerndes Denkmal seyn. Es ist hier nicht der Ort, weiter darzustel⸗ len, was er seinen Freunden durch seine hingebende Liebe und die im⸗ mer rege Theilnahme seines Geistes für sie und alles Bedeutende im gewesen ist. Allen, die ihn kannten, wird die Erinnerung au üen, öö wah haften und ganzen Menschen’ der die Zeit sei⸗ Mititwoch, 17. Mai. (Neunte Italiaͤnische Opern⸗Vorstellung.) urch himmlisches Thun verklärte, wohuhuend Zum erstenmale wiederholt. Lucia di L. ammermoor. Obera in 5 Alti. Poesza del Sigwor Salvatore Cammerano. Musica del Maestwo Gaetano Donizetti. Preise der Platze; Ein Platz in den Logen und im Balkon des 1sten Ranges: 1 Rthlr. ꝛc. „EFcextbuͤcher in Italtaͤnischer und Deutscher Sprache sind Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben. In x UMn Ge et Füeert.. E Der Anfang der Italiaͤnischen Opern⸗Vorstellungen ist um 1I1 “ ö1 40 2 Uhr. Die Kasse werd um 57½2 Uhr geoͤffnet. 2 - Nachmitt.. 121 Nachmilt.. “ „Donnerstag, 20. Mai. Der Talisman. Posse mit Gesang 42 1 in 3 Akten, von J. Nestroy. 8 8 Abends 42 Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen Gedruckt bei A. W. Hapn.
“
Angekommen:
Paͤpstlichen Hose, von Abgereist: Der
Der Kammerherr und Geschaͤftstraͤger am Buch, von Ludwigslust. Fuͤrst zu Lynar, nach Drehna.
Koͤnigsstaädtisches 8E ⸗) J 8 Dienstag, 18. Mai. Der Liebe und des Zufalls Spiel, oder Maske fuͤr Maske. Lustspiel in 2 Akten, nach Mariveaur und Juͤnger, von C. Lebruͤn. Hierauf: Die Reise auf gemeinschaft⸗ liche Kosten. Posse in 5 Akten, frei nach dem Franzoͤsischen, von L. Anaely.
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 16. Mai.
Abgang von SGWEEEEn
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Abgang von Potsdam.
Zeitdauer Zeitdauer
St. M.
— Abends
be vsnI.-
Allgemeiner Anzeiger fuͤr di
9 2 . 82½ Bekanntmach ungen Jahr; Größe: mittel; Haare: braun; Stirn: frei; EEbZbbbbbb öö braun; Augen; graublau; Nase und Die unten näher bezeichnete unverehelichte Johannessicht: EEEöö“ gewöhnlich; Kinn und Ge⸗ Elife Hillenz ist wegen Diebstahls von uns zur Un⸗ ; Farbe: gesund. ersuchung gezegen, vor ihrer Verhaftung aber heim⸗ lich von hier entwichen. Es werden daher alle resp. Militair⸗ und Civil⸗Behörden, unter Erbietung zu ähn⸗ lichen rechtlichen Gegendiensten, hierdurch ergebenst er⸗ sucht, auf die gedachte ꝛc. Hillenz vigiliren, sie im Betretungsfalle verhaften und gegen Erstattung der Kosten an unsere Gefangen⸗Anstalt abliefern zu lassen. Potsdam, den 14. Mai 1841. Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz. Signalement. Namen: Johanne Elise Hillen
e Preußischen Staaten.
und die Allerhöchsten Orts genehmigte Einrichtung einer Relais⸗Posthalterei zu Herrenalb, welche einer⸗ seits mit der Station Neuenburg, andererseits mit der Station Gernsbach in Verbindung kommt, vollzogen werden. Der Gebrauch der Bäder wird durch die von der K. Staatssinanz⸗Verwaltung unternemmenen. Neu⸗ bauten nicht gestört; cs sind rielmehr neben mehreren bis jetzt unverändert gebliebenen älteren Baderäumen als Ersatz für das dermalen im Neuban begrifsene Fürsten⸗ und Herrenbad zwei neue nicht minder geräu⸗ Interims Fencsf eingerichtet, welche die älteren om 15. 2 Ff Bäder an Annehmlich eit und Bequemlichkeit noch über⸗ 7. ETö“ Woche, vom 1. Juni sireffen. Für die Aufnahme der Fremden ist binreichend genanntem Tage wird 1 Sss Fabeflngen. Von letzt⸗ gesorgt, und es finden sich auch in den Gasthösen er⸗ 26 mit Karlsruhe über Pforzhei igliche Postverbindung sten Ranges nicht allein reich ausgestattete Wohnungen
b zheim ihren Anfang nehmen für das Bedürfniß vornehmer Gäste, sendern auch für!
inen Beschluß gefaßt, und ein neues auf dem Platze des Chateau d'eau erbaut werden soll. Die bisherige Lage des Hauses ward bei ausbrechendem Feuer fuͤr zu gefaͤhrlich erkannt
geringere Ansprüche wohlfeile und doch nte Zim⸗ mer. Neben dem Bade⸗Arzte, Heofrath dIS wird sich der ausübende Arzt Dr. Falleti aus Ham⸗ burg während der Kurzeit in Wildhad aufhalten. Uebrigens bleibt die Benutzung der durch ihre Bad⸗ wärme beverzugten und von jeher den Bädern Gastein, pfäfers und Leuk an die Seite gestellten Quellen, de⸗ ren Wassermasse durch die angestellten Bebrrersuche bedeutend vermehrt worden ist, das ganze Jahr über uneingeschränkt. Den 8. Mai 1841.
Der Vorstand der Gönigl. Bade⸗Aussichts⸗Behörd und abgeordnete Regierungs⸗Kommissär, Freiherr von Linden, Regierungs⸗Rath⸗
Wildbad im Koͤnigreich Wuͤrttemberg LI Bad⸗Saison beginnt am 15. Mai 88 1 eerüngs Femmtffär wird während dersel⸗
en in Wildbad verweilen. Die Briesposi⸗ und Eil⸗ wagen⸗Verbindungen mit Stuttgart über Calw werden
Paris, 13 Mai. Das Journal des Debats enthaͤlt heute V abermals einen Artikel uͤber die Englischen Verhaͤltnisse, dem wir Fol⸗ gendes entnehmen: „Die zu beruͤhmt gewordene Maxime: Nach uns