1841 / 149 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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nicht zu kennen, und daß er Später habe Mit⸗

den Cousidere, a öt 2 m zu Mittag gegessen habe.

lich behaud 826 Verbindung mit seinem

Okt r uUic- 1 3 5,9—c daß er in häufiger . itte. b 4 3 angeklagten gestanden dungen u den geheimen Gesellschaften befragt,

1 zaß er der Gesellschaft der Communisten angehöre; vssne * Saer dn, daß er dem Bankett von Chantillv beigewohnt und 1.asze glement jener Gesellschaft abgeschrieben babe., it Haht Ihr Consideère am 15. Oktober gesehen? E

8 1 % hbabe ihn nicht gesehen. u Nein. 42— gingt Ihr zu Herrn Lasitte, um nach Considere zu f * Antw. Ich war ihm 15 Sous schuldig, die ich ihm be⸗ rag à 9— 8 zhlen wollte. 8 gean

1 828 Präsident forderte schließlich s er etwa zu sagen habe. ter binzuzufügen hätte. Angeklagten Duclos.

Antw.

den Darmes noch auf, Alles Der Angeklagte erwiederte, daß

u sagen, wa Bei Abgang der Post begann

er nichts wei das Verhör des

*. Paris, 23. Mai. Ein reicher Schatz von Materialien ur Kenntniß des Charakters, der Ideen und der Beduͤrfnisse zieses Landes und Volkes liegt in den vielen Petitionen, welche von Zeit zu Zeit der Deputirten⸗Kammer eingereicht werden. Eine große Zahl derselben, von ganz originellem und interessan⸗ tem Inhalt, kommt gar nicht zur Sprache, theils aus allerlei delikaten Ruͤcksichten, theils wegen der großen Menge der offi⸗ jellen Arbeiten, womit die Kammer uͤberhaͤuft ist, theils aber auch, weil die Petitionen uͤberhaupt mehr und mehr ver⸗ nachlaͤssigt werden Die vermoͤgenderen Bittsteller lassen alsdann von Zeit zu Zeit ihre Angelegenheiten durch den Druck zur Oeffentlichkeit bringen, die aber immer sehr beschraͤnkt bleibt, weil sich die Journale selten damit befassen, und in gewissen Staͤnden in Frankreich kaum etwas Anderes als die Journale gelesen werden. *⁸ ꝙEine dieser gedruckten Petitionen, welche uns vorliegt, scheint weniger wegen der Wichtigkeit ihres Inhalts die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, als sie vielmehr die Neugierde erweckt, denn sie ruͤhrt von einem Manne her, der vielfach-hat non sich sprechen machen. Sie ist an die Minister, Staatsraͤthe, Pairs und Deputirte von Herrn Gruau de la Barre gerichtet, Geschaͤftstraͤger des angeblichen Herzogs von der RNormandie, eines Sohnes Ludwig XVI., auch Uhrmacher Neumann genannt. Er verlangt die Erlaubniß zur Ruͤck⸗ kehr nach Frankreich fuͤr sich und seine erlauchte Schwester, die Herzogin von Angouleme, um seine Privat⸗Angelegenheiten zu ordnen, und bietet dagegen, ohne weitere Entschaͤdigung zu ver⸗ langen, der Regierung die Mittheilung eines furchtbaren Zerstoͤ⸗ rungsmittels an, das er seir langen Jahren erfunden habe, und das dersenigen Macht, die es besaͤße, eine Ueberlegenheit im Kriege uͤber die uͤbrigen geben soll, aͤhnlich derjenigen, welche ein aus⸗ schließlicher Besitz des Schießpulvers gewaͤhren wuͤrde. Merkwuͤrdig genug stuͤtzt sich der Entdecker auf wirkliche Versuche, die im Arsenal von Woolwich vor einer vom Englischen Kriegs⸗Mini⸗ sterium niedergesetzten Kommission von hohen Artillerie⸗ und Ingenieur⸗Offizieren, die alle namentlich aufgefuͤhrt sind, gemacht wurden. Auch werden die Artikel, die uͤber den Erfolg jener Ver⸗ suche in den Monaten Maͤrz und April vom „Morning Adver⸗ riser“ und dem „British Queen and Statesmen“, deren Redak⸗ toren zugegen waren, publizirt wurden, woͤrtlich angefuͤhrt.

Rach der Petition des Herrn Gruau de la Barre und den Artikeln der geuannten Englischen Journale hat die Kommission ange⸗ ordnet, Versuche im Großen anzustellen. Die Entdeckung besteht in einer zuͤndbaren Masse, die ein „keun“ genannt wird, das man in eine Kanonen⸗Kugeleinschließt. Richtet man nundiese aufein Schiff oder ein Gebaͤude, so wird jene Kugel diese gaͤnzlich zertruͤmmern, da die Explosion in dem Augenblick geschieht, wo die Kugel den Gegenstand beruͤhrt. Die Versuche in Woolwich wurden mit einer hoͤlzernen Kugel angestellt, und die Wirkung soll entsetzlich gewesen seyn. Keine Festung kann dem Bombardement von einem einzigen Moͤrser mit dieser Ladung widerstehen, weil die so bereitete Kugel in den Felsen eindringt und ihn zersprengt. Jede Kanone kann zum Schießen mit diesen Kugeln dienen, doch hat der Entdecker dieses sogenannten „keu“ eine besondere erfunden, deren groͤßtes Kaliber so leicht wie die gewoͤhnliche Flinte ist, so daß ein einzelner Mann sie handhaben kann. Es wird erzählt, daß diese Entdeckung schon Napoleon haͤtte angeboten werden koͤnnen, als dieser eine Landung in England beabsichtigte, daß aber der Er⸗ finder, als Bourbon, dies verschmaͤht habe. Auch wird ein Brief angefuͤhrt, in welchem unter dem 6. Januar dieses Jahres die Mittheilung der Entdeckung dem Koͤnige selbst angeboten wor⸗ den, und da auf diesen Brief keine Antwort erfolgte, so soll diese Petition der letzte Versuch seyn, sie Frankreich zu erhalten. Sollte auch dieser fehlschlagen, so will der angebliche Herzog von der Normandie, nach Anstellung der Versuche im Großen, seine Erfindung der Englischen Regierung uͤberlassen. Die Petition ist vom 11. Mai datirt.

Herr Thiers soll eine Reise nach Deutschland beabsichtigen, um, Behufs der Ausarbeitung seiner Geschichte des Kaiserreichs, die Schlachtfelder aus den Napoleonischen Kriegen selbst in Augen⸗ schein zu nehmen. Ueberhaupt wird man diesen Sommer vielen Franzoͤsischen „Deputirten in den Deutschen Laͤndern begegnen; auch Herr Mauguin soll eine neue politische Studienreise durch die Preußischen und Oesterreichischen Staaten vorhaben.

Großbritanien und Irland.

London, 22. Mai. In seinem heutigen Abendblatt agt der Sun; „Wir haben gehoͤrt, daß 1— Nufibsung des Eg laments eine Prorogirung desselben bis ungefaͤhr zum 15. Juni zu erwarten ist; vielleicht erfolgt sie eher, vielleicht ein paar Tage spaͤter, aber jedenfalls ist das Ereigniß nahe vor der Thuͤr, und die Antimonopolisten haben keine Zeit zu verlieren. Der Sturm schwillt an. Die Tories haben, dem Vernehmen nach beschlossen sich der Bill wegen Erneuerung der Zuckerzoͤlle zu widersetzen, Sie wollen die Subsidien nicht bewilligen, wenn man ihnen, d 1. tugendhaften, hochherzigen Patrioten, nicht erlaubt, di gelegenheiten des Landes zu leiten. Nur zu Wir eg nen uns nichts Besseres wuͤnschen. Sie werden dann das

Marktplatze gehaltenen Versammlung, der etwa 4000 Personen beiwohnten, angenommen. Der Haß gegen die Monopole absor⸗ birte den Chartismus und alle andere ismen. Zu Croydon wurde in dem geraͤumigen Stadthause am Mittwoch Abend eine Ver⸗ sammlung gehalten, an welcher viele Paͤchter aus Surrey Theil nahmen. Man ist allgemein uͤberzeugt, daß keine Klasse so sehr von den Korngesetzen zu leiden haben, als die Ackerbau⸗Arbeiter. Die Beschluͤsse wurden alle einstimmig angenommen. Dies sind gesunde Symptome. Wir fuͤrchten nicht, daß die Englaͤnder sich 8 egen sollten, wenn die Zeit zum Handeln gekommen seyn wird.

Die Morning Chroniele sucht in einem Arrikel uͤber die Englischen Finanzen darzuthun, daß ohne die zahlreichen Steuer⸗ Erleichterungen, womit das Whig⸗Ministerium seit 1830 dem Lande eine Wohlthat erwiesen, die Einnahmen Großbritaniens sich jetzt auf 54,500,000 Pfd. St. belaufen wuͤrden, waͤhrend sie unter dem Tory⸗Ministerium im Jahre 1830 nur die Höhe von 51 Millionen erreichten.

In einer Versammlung der hiesigen Maͤßigkeits⸗Gesellschaft wurde neulich bemerkt, daß, obgleich die Bevoͤlkerung Londons sich in Folge der neuen Graͤnz⸗Abmarkungen dieser Hauptstadt um 267,000 Individuen vermehrt habe, doch die Zahl der Trun⸗ kenbolde, die eingesperrt werden mußten, im Jahre 1840 um 4764 geringer gewesen sey, als im Jahre vorher. Die Bier⸗ Consumtion haͤtte, nach der Quantitaͤt des veraccis'ten Malzes von 1839 zu 1840 auch bedeutend abgenommen, naͤmlich um 770,000 Bushel Malz auf eine Quantitaͤt von 32 Millionen Bushel, die in den letzten Jahren ungefaͤhr den jaͤhrlichen Bier⸗ Verbrauch im vereinigten Koͤnigreich repraͤsentirte.

Die Ausfuhr von Ale und Porter hat sich im Jahre 1839 auf 157,000, im Jahre 1840 aber auf 174,000 Barrels belaufen.

In der am saten abgelaufenen Woche wurde aus dem Lon⸗ doner Hafen eine bedeutende Masse Silber in gemuͤnztem Gelde und in Barren ausgefuͤhrt; nach Rotterdam naͤmlich 176,500, nach Mauritius 32,145, nach Hamburg 22,000, nach Macao 15,000, nach Britisch Westindien 1091 Unzen; die Gold⸗Ausfuhr betrug bloß 500 Unzen nach New⸗York.

Vor einiger Zeit stellten einige Irlaͤndische Zeitungen die seltsame Behauptung auf, daß der bekannte Kaiserl Commissair Lin in Canton kein Chinese, sondern ihr Landsmann sey; jetzt versichert ein anderes Irlaͤndisches Blatt, die Tipperary Free Preß, daß der Chinesische Ober⸗Commissair Kischin, welcher den Vertrag mit Capitain Elliot abschloß, gleichfalls ein vor langer Zeit aus der Grafschaft Tipperary nach China ausgewanderter Irlaͤnder sey!

Der Standard meldet, Rosas werde der Koͤnigin sechs prachtvolle Pferde von Buenos⸗Ayres zum Geschenk uͤbersenden, um seine Sympathieen fuͤr England an den Tag zu legen.

Ein Schiff, das von Philadelphia angekommen, meldet, daß es fuͤnf Tage hindurch zwischen Eisschollen habe fahren muͤssen; spaͤter hat es bedeutende Stuͤrme ausgestanden, die mehrere Schiffe genoͤthigt haben, ostwaͤrts zu fahren, ein neuer Beweis von dem Zustande, in welchem sich der Atlantische Ocean waͤhrend der Ueberfahrt des Praͤsident“ befunden hat, da die Eismassen so weit suͤdlich vorgedrungen, daß sie einem von Philadelphia kommenden Schiffe hinderlich wurden.

Der Koͤnig der Frarzosen hat der Mannschaft eines Engli⸗ schen Bootes, welche im Februar mit eigener Lebensgefahr die Be⸗ mannung eines gescheiterten Franzoͤsischen Schiffes rettete, durch die Admiralitaͤt fuͤnf große silberne Medaillen zustellen lassen.

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Aus dem Haag, 25. Mai. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Joinville ist gestern hier angekommen und im Hotel des Franzoͤsischen Gesandten abgestiegen. Bald nach seiner Ankunft wurde der Prinz von ihren Koͤnigl. Hoheiten den Prinzen Friedrich, Alexander und Heinrich bewillkommnet. Heute Mittag hat der Franzoͤsische Prinz bei Sr. Majestaͤt dem Koͤnige gespeist.

Panm a Kopenhagen, 24. Mai. Gestern Mittag begab Se. Koͤ⸗

nigl. Hoheit der Kronprinz sich an Bord des Linienschiffes

„Christian VIII.“ und uͤbernahm das Kommando uͤber das kleine

Geschwader, welches fuͤr den Augenblick auf der Rhede liegt Heute um 1 ½1 Uhr begaben Ihre Majestaͤten der Koͤnig und die Koͤnigin, die Koͤnigl. Prinzen und Prinzessinnen, eine bedeutende

6 Uhr zu verlassen gedenken.

Volk nur desto mehr anstacheln, si Wertir Ministeriums zu erheben.“ Die Er ch er Eneestagung, 868 auch, daß selbst der Chartismus binnen kurzem bald in den Adt tation gegen die Monopole untergehen werde. „Die Spaltungen unter dem Volke“, sagt dieses Blatt, „verschwinden täͤglich mehr. Zu Sheffield fand am Montag Abend eine Versammlunge unter freiem Himmel statt, um gegen das Korn⸗Monopol zu 8 tioniren, und unter 10,000 anwesenden Personen erhoben, trotz der Bemuͤhungen eines Chartistenfuͤhrers, nur 30 oder 40 ihre Haͤnde gegen die Petition. Unter je hundert Arbeitern wa⸗ immer neunundneunzig fuͤr den Zweck der Versamm⸗ g. Die Chartisten werden also auch wohl durch Erfah⸗ rung endlich klug werden. Wenn der Hunger die Leute uͤberfällt, so verlieren theoretische Fragen ihre Anziehungs⸗ kraft. Zu Wolverhampton wurden am Donnerstage einstimmig Petitionen an die Koͤnigin und das Unterhaus in einer auf dem

Anzahl der hoͤheren Offiziere der Marine, so wie das Gefolge der Herrschaften, sich an Bord des Koͤnigl. Dampfschiffes und

fuhren auf diesem an das Linienschiff, wo ein Fruͤhstuͤck einge⸗

nommen wird, und welches Ihre Majestaͤten des Nachmittags um Außer dem Koͤnigl. Dampfschiffe sah man 7 andere auf der Rhede, von welchen eins („Amster⸗ dam“) gerade im Heraufkommen begriffen war, als das Koͤnig⸗ liche sich in Bewegung setzte. Eine zahlreiche Menschenmenge war auf der Langenlinie und bei der Zollbude versammelt und das schoͤnste Wetter beguͤnstigte die ganze Tour.

Unterm 15ten sind die Ehepakten in Betreff der bevorstehen⸗ Vermaͤhlung Sr. Koͤnigl. Hoheit des Kronprinzen zwischen dem Koͤnigl. Daͤnischen Bevollmaͤchtigten, Grafen F. Reventlow, als außerordentlichem Gesandten beim Großherzogl Mecklenburg⸗Strelitzschen Hofe, und den Mecklenburgischen Be⸗ vollmoͤchtigten, Minister von Dewitz und Regierungs⸗Rath von Bernstorff, abgeschlossen worden.

Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen, 23. Mai. (A. Z.) Seit dem 16ten d. M. sind,

als Koͤnigl. Saͤchsische Bevollmaͤchtigte Herr Kreis⸗Direktor Baron

von Falkenstein und Herr Major Kunz, und als Herzogl. Alten⸗ burgischer Bevollmaͤchtigter Herr Regierungs⸗Praͤsident Baron von Seckendorf hier anwesend und seit der Zeit in ununterbrochener Thaͤtigkeit mit den Koͤnigl. Bayerischen Ministern und ihren Raͤthen, um den Vollzug des Traktats uͤber die Bayerisch⸗Saͤch⸗ sische Eisenbahn einzuleiten und die deshalb noͤthigen Verhandlun⸗ gen bis zur hoͤchsten Genehmigung ihrer respektiven Regierungen zu pflegen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das große Unter⸗ nehmen in seiner vollen Ausfuͤhrung auf ein eigentliches Hinder⸗ niß nicht stoßen, und eine Bahn, welche das Innere von Deutschland in jener Richtung durchschneiden, die Donau mit der Elbe verbinden, den Verkehr beleben, die Ent⸗ wickelung von Deutschland foͤrdern und an segensreichen Folgen unerschoͤpflich seyn wird, noch in diesem Jahr zugleich an zwei Punkten in Bayern mit aller Energie wird begonnen werden, um in spaͤtestens sechs Jahren in ihrer ganzen Ausdehnung von Muͤnchen bis Hof und von da bis Leipzig vollendet zu seyn. Es 819 zu den festesten Gewaͤhrschaften des Gelingens, daß, dem Vernehmen nach, Se. Majestaͤt der Koͤnig von Bayern das große Werk ganz auf Staatskosten ausfuͤhren laͤßt, und dazu weder neuer Steuern, noch eines Anlehens bedarf, da die weise Vorsicht seiner Staatshaltung dem Unternehmen die noͤthigen Mittel aus dem Staatsschatze zur Verfuͤgung stellen

wird, ein Umstand, der auch das Vertrauen der Saͤchsischen Lande und Theilnehmer befestigen muß, welche sich durch Actien bei der Saͤchsischen Bahnstrecke betheiligt haben, ein Vertrauen, welches auch dadurch gerechtfertigt erscheint, daß die Koͤnigl. Saͤchsische Regierung sich bei dem Unternehmen wesentlich betheiligt hat. Wie wir hoͤren, ist die Bahnstrecke von Nuͤrnberg bis Hof dem Baurath Denis zur Ausfuͤhrung uͤbertragen, und dem Direktor Pauly die Strecke von Augsburg nach Nuͤrnberg. Die Saͤch⸗ sische Bahn wird von Major Kunz gebaut, und die bewaͤhrte Geschicklichkeit dieser technischen Beamten ist eben so wie der Umstand, daß die technische Oberleitung in Bayern in den Hän⸗ den des Geheimen Raths von Klenze ruht, ein Gewaͤhr solider und trefflicher Ausfuͤhrung, des von den drei Regierungen mit so großer Uebereinstimmung und preiswuͤrdiger Gesinnung beschlosse⸗ nen und eingeleiteten Werkes.

Die heute Morgen unter großem Zudrang des Publikums stattgehabte Musterung der Landwehr Muͤnchens und der Vor⸗ stadt Au bot ein interessantes Schauspiel, und es wurde der mi⸗ litairischen Haltung und Provpertaͤt der Mannschaft, so wie ihrer Praͤzision in den Waffen⸗Uebungen verdientes Lob ertheilt.

Diesen Abend verschied an den Folgen einer Lungenlaͤhmung Franz v. Baader (Koͤnigl. Ober⸗Bergrath, Akademiker, Prof. ho- norarlus an der hiesigen Universitaͤt ꝛc.), unstreitig einer der scharf⸗ sinnigsten Denker unserer Zeit, was auch diejenigen zugeben, welche die Geistes⸗Richtung des beruͤhmten Gelehrten in ihren

letzten Stadien nicht durchaus billigten.

Das Verbot der Ausfuhr von Fourage aus der Pfalz uͤber die aͤußere Zollgraͤnze wurde nach Verlauf von 6 Monaten nach einer Allerhoͤchsten Anordnung wieder aufgehoben, und demnach die Fourage⸗Ausfuhr aus der Pfalz wieder freigegeben.

Leipzig, 26. Mai. (Magd. Z.) Eine Verordnung unse⸗ res Kult Ministeriums, die in diesen Tagen erschienen, legt den Privat⸗Docenten an der Leipziger Universitaͤt kuͤnftighin die Ver⸗ pflichtung auf, kein Kollegium gratis oder publice zu lesen, welches ein ordentlicher Professor privatim (d. h. gegen Honorar) zu der naͤmlichen Zeit liest. Auch soll der Privat⸗Docent, der durch ir⸗ gend eines seiner Kollegien mit dem gleichzeitigen Vortrage eines ordentlichen Professor konkurrirt und kollidirt, kuͤnftighin ein sol⸗ ches Kollegium nicht billiger stellen, als es der ordentliche Pro⸗ fessor stellt.

2 Leipzig, 26. Mai 1841. Die Koͤnigl. Preußischen Hof⸗Schauspielerinnen, Madame Crelinger nebst ihren Toͤchtern, Fraͤulein Bertha und Klara Stich, haben uns in den letzten zwei Wochen durch einen Cyklus von Gastrollen erfreut. Der aus— gezeichnete Ruf der Madame Crelinger, als einer unserer ersten dramatischen Kuͤnstlerinnen, ist so fest begruͤndet und so allgemein anerkannt, daß wir nicht noͤthig haben, zum Lobe ihrer Darstel⸗ lungen etwas hinzuzufuͤgen; aber auch die Fraͤulein Stich's be⸗ weisen durch ihr gewandtes und durchdachtes Spiel, daß sie nicht vergebens ihre gluͤcklichen Talente in der vortrefflichen Schule ihrer Mutter ausgebildet haben. Das Zusammenspiel der genann⸗ ten Damen uͤberraschte uns besonders in Scribe's „Glas Wasser“ und in der „Zuruͤcksetzung“ von Toͤpfer; ihre Vielseitigkeit zeigte sich in der gluͤcklichen Auffassung und gelungenen Durchfuͤhrung der verschiedensten Charaktere. Madame Trelinger glaͤnzte vor allem als Maria Stuart, als Lady Wilford und als Herzogin von Marlborough, tief ergreifend war auch ihre Darstellung der „Mutter“ in der „Zuruͤcksetzung“”“. Bedauern mußten wir nur, daß die Umstaͤnde ihr nicht gestatteten, als Iphigenie und als

Lenore von Este im Tasso aufzutreten, und uns dadurch Gelegen⸗

heit zu geben, ihre wahrhaft klassische Behandlung dieser Rollen zu bewundern. Fraͤulein Bertha Stich ist besonders in leiden⸗ schaftlichen Rollen ausgezeichnet, welche sie, durch ein gluͤckliches Aeußere unterstuͤtzt, mit tiefer Wahrheit darstellt. So hat uns namentlich ihre „zuruͤckgesetzte Tochter“ angesprochen; am besten aber und wirklich unuͤbertrefflich spielte sie die Johanna d'Arc. Fraͤu⸗ lein Klara Stich gesiel allgemein in der Zeichnung leichter und naiver Charaktere, und ließ als Abigail in „den beiden Schwestern“ und in „der schelmischen Graͤfin“ nichts zu wuͤnschen uͤbrig. Daß sich der Beifall des Publikums bei jeder Vorstellung laut und entschieden aussprach, bedarf wohl keiner Erwaͤhnung. Wir koͤn⸗ nen daher nur wuͤnschen, daß uns Madame Crelinger mit ihren beiden Toͤchtern recht bald wieder einen aͤhnlichen Kunstgenuß verschaffen moͤge.

Hannover, 26. Mai. Zur Feier des morgenden Geburts⸗ festes unseres Kronprinzen laoͤßt der hiesige Magistrat den einge⸗ zeichneten Armen einen einmonatlichen Betrag der ihnen bewillig⸗ ten baaren Unterstuͤtzung auszahlen.

Karlsruhe, 24. Mai. In der gestrigen Sitzung der Ab⸗ geordneten⸗Kammer fand wieder eine Diskussion uͤber die Urlaubs⸗ frage statt. Das Ergebniß dieser Eroͤrterung faßt die Ober— deutsche Zeitung zusammen, indem sie sagt, es scheine sich daraus festzustellen: „daß 1) die Kammer das Recht der Urlaubs⸗ verweigerung nicht mehr in der Weise anficht, wie in der Sitzung vom 7. Mai, aber die Vorlage der Peterschen Wahlakten und eines maßgebenden Gesetzes zur Bedingung macht, ehe sie das Recht der Regierung anerkennen will, und daß 2) die Regierung ihrerseits vielmehr die Anerkennung ihres Rechtes zur Bedin⸗ gung macht, ehe sie einwilligt, die fraglichen Wahlakten oder den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen. Um dem behaupteten Rechte Nichts zu vergeben, will keiner von beiden Theilen den ersten Schritt thun. Eine Aenderung dieser Situation wird erst aus dem Erfolg bei der Ersten Kammer hervorgehen: tritt naͤmlich dieselbe der Beschwerde bei, so wird die zweite Kammer wahr⸗ scheinlich beharren, tritt sie aber nicht bei, so wird die letztere einen Schritt der Annaͤherung thun oder auf eine Durchfuͤhrung der Sache in der bisherigen Auffassung verzichten muͤssen.“

In der heutigen Sitzung der Abgeordneten⸗Kammer legte der Praͤsident des Ministeriums des Innern, Staatsrath von Nuͤdt, eine Nachweisung uͤber den Bau der Badischen Eisenbahn vor, woraus hervorgeht, daß bis jetzt im Ganzen die Summe von 1,419,498 Fl. darauf verwendet wurde, und daß auch Eini⸗ ges geschehen ist, um in Bezuͤg auf die beabsichtigte Weiterfuͤh⸗ rung der Bahn bei Karlsruhe, bei Appenweiher und bei Istein (in der Naͤhe von Loͤrrach) vorlaͤufige Aufnahmen zu erheben. Eigentliche Bauarbeiten von Heidelberg aufwaͤrts sind noch nicht vorgenommen, woran der strenge Winter schuld ist; dagegen hat man fuͤr die Zukunft das zweckmaͤßigste aller Systeme in Betreff der Construction eruirt. Von Seiten der Kammer wurden wie aus Einem Munde Beschwerden uͤber die unbegreifliche Ver⸗ zoͤgerung dieses wichtigen und in alle Interessen eingreifenden Un⸗ ternehmens laut; das Land werde umgangen und uͤberfluͤgelt, der Transit ziehe sich weg, fuͤr das Oberland sey es bereits zu spaͤt, einer Konkurrenz wieder los zu werden, welche sich bei n cheran Bau auf unserer Seite wahrscheinlich haͤtte vermeiden lassen; in vollen drei Jahren habe man nichts zuwegegebracht, als eine S

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fahrt zwischen Mannheim und Heidelberg. So die Herren Voͤlker, Merk, Martin, Bader, Sander, von Iztein, Wagner und Schin⸗ zinger; Herr von Itzstein bemerkte namentlich, daß im Kabinet eine Verschiedenheit der Ansichten zu herrschen scheine, so daß einige Mitglieder fuͤr, andere gegen die Fortsetzung der Bahn seyen. Von Seiten der Regierung wurden Vorlagen in Betreff des Weiterbau's zugesagt, und die Kammer beschloß sofort mit einer an Einstimmigkeit graͤnzenden Majorität, den Wunsch ins Protokoll niederzulegen, daß dies so schnell wie moͤglich vor sich gehen moͤge. Fuͤr die Eisenbahn⸗Angelegenheit soll eine besondere Kommission gebildet werden. Hierauf folgte eine geheime Sitzung, in welcher dem Vernehmen nach Vorlagen in Bezug auf den Rastadter Festungsbau gemacht wurden.

Weimar, 22. Mai. (A. Z.) Unsere Eisenbahn⸗Aussichten haben sich in der letzteren Zeit sehr erfreulich gestaltet. Denn eines⸗ theils ist die Entschließung des Koͤnigl. Preußischen Gouverne⸗ ments uͤber die Richtung der Bahn zwischen Halle und Kassel nach zuverlaͤssigen Nachrichten dahin ausgefallen, daß der, in technischer wie in sonstiger Hinsicht den Vorzug verdienende alte Handelsweg uͤber die volk⸗ und gewerbreichen Staͤdte Merseburg, Naumburg, Weimar, Erfurt, Gotha und Eisenach nunmehr je⸗ denfalls eingeschlagen werden soll, anderentheils sind von Muͤnchen Zusicherungen erfolgt, welche uͤber einen Anschluß der Nuͤrnberg⸗Bamberger Bahn bis an die Herzogl. Ko⸗ burgische Landes⸗Graͤnze zur Fortsetzung des Baues uͤber Koburg, Hildburghausen und Meiningen nach Eisenach keinen Zweifel weiter aufkommen lassen. Zunaͤchst beruht es nun auf Kurhessen, die ihm gebotenen Vortheile nicht aus der Hand zu geben, viel⸗ mehr die uͤber Eisenach zusammenfallende Doppelbahn, welche sich in gegenseitiger Wechselwirkung unterstuͤtzt, in zweckmaͤßiger Richtung nach Kassel, und von dort aus noͤrdlich bis zur schiff⸗ baren Weser nach Karlshafen, und suͤdoͤstlich nach Frankfurt a. M. hinzufuͤhren. Der Verein, welcher im August v. J. unter den Großherzoglichen und Herzoglichen Regierungen von Weimar, Meiningen und Koburg fuͤr die Befoͤrderung des Eisen⸗ bahn⸗Verkehrs zu Stande kam, hat seine Zwecke nach allen Seiten hin thaͤtig verfolgt, und ist jetzt im Begriff, sich mit den Vorarbeiten zum Bahnbau selbst zu beschaͤftigen. Der auf sein Ersuchen von der Koͤnigl. Belgischen Regierung ihm zugesendete Ingenieur⸗Chef, Herr de Ridders ein im Bau der Eisenbahnen erfahrener, sehr geschickter Techniker hat bereits die ganze Bahnlinie innerhalb der Vereins⸗Lands bereist, die vor⸗ liegenden Nivellements gepruͤft, und zum Theil schon die Rich⸗ tung fest bestimmt. Auf Schwierigkeiten von Erheblichkeit ist derselbe dabei nirgends gestoßen, und wir duͤrfen uns daher der zuversichtlichen Hoffnung uͤberlassen, daß der Angriff selbst jetzt um so mehr recht bald erfolgt, als es dieser Bahn, deren Ren⸗ tabilitaͤt nach den angestellten Bau⸗ und Ertrags⸗Berechnungen sich außerordentlich guͤnstig gestalten wird, an den noͤthigen Fonds gewiß nicht gebricht.

Weimar, 25. Mai. Herzog Bernhard, Bruder unseres Großherzogs, der bekannte General in Niederlaͤndischen Diensten, der jedoch seit geraumer Zeit in Mannheim seinen Wohnsitz ge⸗ nommen, ist am 24. Abends hier eingetroffen und wird bis zur Abreise unseres Hofes nach St. Petersburg hier verweilen. Der Großherzog war ihm schon am 21. nach Eisenach entgegengereist, und brachten die beiden Fuͤrsten in ihrem alten Stammsitze einige Tage in traulichem Zusammenseyn zu.

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Madrid, 17. Mai. Es scheint gewiß, daß Herr Olozaga nicht mehr mit der Mission beauftragt ist, das Kabinet zu rekon⸗ struiren. Graf Almodovar, Praͤsident des Senats, ist zu dem Regenten beschieden worden, und man versichert, er habe den Auftrag erhalten, das neue Ministerium zu bilden. Daruͤber ver⸗ lautet indeß nichts, ob er diese schwierige Aufgabe uͤbernommen. Der Regent selbst hat erklaͤrt, er mische sich nicht in die Wahl der Personen; Alle waͤren ihm recht, wenn sie nur geeignet seyen, des Landes Gluͤck zu gruͤnden. Außer dem Grafen Almodovar sind noch mehrere Personen aus der Umgebung des Herzogs von Vitoria mit der Zusammensetzung des Kabinets beschaͤftigt. Herr Cortina soll, wenn Graf Almodovar sich weigern sollte, die ihm zugedachte Mission zu uͤbernehmen, zu derselben auserwaͤhlt seyn.

ooI1EEqEq6’n Athen, 12. Mai. (A. Z.) Der Koͤnig und die Koͤnigin

von Griechenland werden heute in Begleitung des Kronprinzen

von Bayern einen Ausflug nach den nahen Inseln unternehmen und zur Geburtsfeier der Koͤnigin in der Hauptstadt wieder ein⸗ treffken. Am 20sten oder 21sten d. M. alten Styls tritt Ihre ö 8 1 d. nach Ancona und 86g an. e. nigl. Hoheit der Kronprinz wird, wie es heißt, no einige Zeit in Griechenland verweilen. 8 öö“ 8 Von der Tuͤrkischen Graͤnze, 17. Mai. (Schl. Z.) Der Aufstand in Bulgarien ist vorerst als unterdruͤckt zu betrach⸗ ten, obwohl die große Unzufriedenheit der christlichen Bevoͤlkerung in der Europaͤischen Tuͤrkei noch keinesweges beschwichtigt ist. Man erzaͤhlt sich, es sey eine Insurrection foͤrmlich organisirt ge⸗ E131 A n. Feälheg n zuglei e ausbrechen sollen, allein die Ereignisse bei Nissa beschleunigten den Ausbruch in dieser Gegend auf eine der allgemeinen Insurrection nachtheilige, und das Ganze auf spaͤtere Zeit vertagende Weise, indem der Hattischerif von Guͤl⸗ hane, dessen Ansfuͤhrung gegen die religidsen und Privat⸗Inter⸗ essen der Tuͤrken verstoße, ein ewiger Zankapfel bleiben werde. Weitere Angaben besagen, der Rumeli Walessi und der Pascha von Belgrad haben den Auftrag erhalten, sich als Großherrliche Commissaire nach Nissa zu begeben und eine sorgfaltige Unter⸗ suchung der dortigen Ereignisse anzustellen. Ueber die angeb⸗ lichen Unruhen in Macedonien hoͤrt man nichts Naͤheres; viel⸗ der diesfaͤlligen Angabe bloß der Umstand zu Grunde, 2n8Ca Post aus Seres, Salonichi und Bitoglia bis heute 2ro ben ist; allein da der Courier aus Konstantinopel, wel⸗ BL aus den ebengenannten Staͤdten in Sofia mpfang zu nehmen pflegt, das letztemal einen anderen Weg, n 1 genommen hat, so hat man wohl Un⸗ 7 erntere . für 14 3 aufzusuchen. Reiferde Kesache füͤr das Ausbleiben jener Post pten indessen fortwaͤhrend, daß bei Melenico Unordnungen vorgefallen se In ei rei ben aus Ko 89, :gefallen seyen. In einem Schrei⸗ e nstantinopel heiß 4 . xr t es, daß sich daselbst die Unruhe wegen des letzten Ministerwechsels gaͤnzli 1 cha stehe mit Reschi gaͤnzlich gelegt habe. Rifaat Pasch it Reschid Pascha dessen Musteschar uͤher auf einem ganz freundschaftlich 1 We 8 als Feind der egnehe sonder⸗ Fuße, er zeige sich keinesweges Institutionen ergeben, uͤbri Europaͤischen Sitten und 8 gens in religioͤser Hinsicht ganz als

Tuͤrke, daher er auch das Vertrauen seiner Landsleute in hoͤherem Grade besitze, als sein Vorgaͤnger. v““

Inland.

Berlin, 28. Mai. In dem fuͤr antiquarische Funde so unergiebigen Boden Berlins ist gestern ein ziemlich ansehnlicher Schatz entdeckt worden. Bei dem Graben eines Fundamentes des Hauses Papen⸗Straße Nr. 6, gegenwaͤrtig Eigenthum des Sattler⸗Meisters Noack hierselbst, wurde von einem Maurer⸗Ge, sellen am 27sten d. M. ein bedeutender Vorrath von mittelalter⸗ lichen Silber⸗Muͤnzen, bloß mit Lehm bedeckt, aufgefunden. Das Gewicht saͤmmtlicher ausgegrabenen Muͤnzen betraͤgt 5 Pfund 2 Loth, was nach allgemeiner Schaͤtzung einen Silberwerth von etwa 150 Rthlrn. ergiebt. Nach den dem Direktor der Koͤnigl. Muͤnz⸗Sammlung, Herrn Geheimen Regierungs⸗Rath Toelken, mitgetheilten Proben dieses Fundes sind die Muͤnzen theils Alt⸗ Brandenburgische Groschen von kunstlosem Gepraͤge, ohne Schrift, allein von feinem Silber, aus den Zeiten der Markgrafen des Askanischen Hauses. Sie ruͤhren aus dem dreizehnten Jahrhun⸗ dert her und reichen bis in den Anfang des vierzehnten, wo be⸗ kanntlich die Brandenburgische Linie dieses erlauchten Fuͤrstenhau⸗ ses erlosch (1320). Ferner sogenannte Prager Groschen (Grossi Pragendes) von sorgfoͤltigerem Gepraͤge und mit Inschriften auf beiden Seiten. Sie fuͤhren theils den Namen des Koͤnigs Wen⸗ ceslaus von Boͤhmen, welcher hier sowohl den vierten als den fuͤnften Koͤnig dieses Namens bezeichnen kann, jener starb 1305, dieser wurde 1306 zu Olmuͤtz ermordet; theils des Koͤnigs Jo⸗ hann, Sohnes des Deutschen Kaisers Heinrich VII. von Luxem⸗ burg, welcher als Gemahl der Schwester Wenceslaus V., Elisa⸗ beth, auf den Boͤhmischen Thron gelangte. Es ist dies derselbe Koͤnig Johann von Boͤhmen, der spaͤter, schon erblindet, in der Schlacht von Crecy als Bundesgenosse Philipp’s VI. von Frank⸗ reich gegen Eduard III. von England 13416 seinen Tod fand. Diese Muͤnzen sind die spaͤtesten, woraus sich schließen laͤßt, daß der ganze Vorrath zur Zeit des ersten Drittheils des vierzehnten Jahrhunderts, also waͤhrend der langwierigen Unruhen, welche zu Anfang der Herrschaft des Wittelsbach⸗Bayrischen Hauses die Mark Brandenburg zerruͤtteten, der Erde anvertraut worden sind.

Stettin, 28. Mai. (Boͤrsen⸗Nachr.) In der gestrigen General⸗Versammlung der Actionaire der Berlin⸗Stettiner Eisen⸗ ahn wurde zuvoͤrderst der Jahres⸗Bericht des Direktoriums und in eben solcher des Verwalrungs⸗Raths vorgetragen. Letzterer aͤßt sich umfassend uͤber alle von seiner Seite, namentlich in sei⸗

er Eigenschaft als kontrollirendes Organ der Gesellschaft, geuͤbte Thaͤtigkeit aus und stellt zugleich die baldige Anstellung eines Spezial⸗Direktors in Aussicht. Demnaͤchst wurde aus der Ver⸗ sammlung die Anfrage gestellt, ob und in wiefern schon jetzt eine Ueber⸗

sicht etwaniger Mehrausgaben gegen den Anschlag vorliege und dar⸗ auf vom Direktorium die beruhigende Versicherung ertheilt, daß, außer

2besonderen Positionen von 9000 und 18,006 Rthlr., wie in dem Direk⸗ torial⸗Jahresbericht angegeben, und einem wahrscheinlich hoͤheren Kosten⸗Aufwande fuͤr die Anlage des Bahnhofes bei Stettin, nichts der Art in Aussicht stehe. Andererseits wurde bemerkt, daß in mehreren Positionen eine Ersparniß erreicht worden sey, wodurch jene beiden Summen moͤglicherweise gyunz balancirt werden koͤnnten. Herr Ober⸗Wege⸗Bau⸗Inspektor Neuhaus, Erbauer der Bahn, fuͤgte hinzu, daß, obgleich eine bestimmte Uebersicht im Ganzen sich jetzt noch nicht gewinnen lasse, eine Kosten⸗Ueberschreitung gegen den Anschlag von mehr als 5 pCt. doch durchaus nicht wahrscheinlich

und auch diese noch keinesweges als fest anzunehmen sey. Davon

ausgenommen betrachte er, mit Ruͤcksicht darauf, daß wahrscheinlich eine weit staͤrkere Frequenz und Benutzung der Bahn eintreten werde, als in dem Anschlag vorbedacht, die Kosten der Transport⸗ mittel (Lokomotiven ꝛc.). Hierbei wuͤrde man jedenfalls an eine Erweiterung des veranschlagten Betrags denken muͤssen, was als Nachtheil fuͤr die Gesellschaft, jedoch durchaus nicht und vielmehr

nur als Vortheil fuͤr dieselbe zu betrachten sey, indem damit zu-

gleich die Einnahme wachsen werde. Herr Landrath, Baron

von Koͤller, Mitglied des Verwaltungs⸗Raths, trug einen Be⸗ gangener Jahrhunderte zu anderer eine Richlung,

richt vor uͤber die juͤngst, in Gesellschaft zweier Mitglieder des Verwaltungs⸗Raths, Herr Goltdammer und Medizinal⸗Rath Dr. Rhades, wie des Vorsitzenden des Direktoriums, Herrn Geh Rath und Ober⸗Buͤrgermeister Masche gehaltenen Inspectionsreise der Bahnlinie bis hinter Neustadt. Es erhellte daraus, daß man nicht allein alle Arbeiten getreu nach den technischen Angaben vorgeschritten, sondern die Einrich⸗ tungen und Einleitungen zum weiteren Fortschritt so zweckmäaͤßig und gut befunden habe, daß in dieser Hinsicht nichts zu wuͤnschen uͤbrig bliebe. Die Bahn im naͤchsten Fruͤhjahr zwischen Neustadt und Berlin eroͤffnen zu koͤnnen, stellt sich danach als gewiß heraus. Die Versammlung entschied sich durch Stimmen⸗Mehrheit fuͤr eine eventuelle Betheiligung bis zur Hoͤhe von 10,000 Rthlr. bei einer anzulegenden Chaussee zwischen Neustadt und Freienwalde. Es wurde ausein⸗ andergesetzt, daß die Anlage dieser Chaussee, deren totaler Kosten⸗Betrag etwa 48,000 Rthlr. seyn wird, fuͤr die In⸗ trade der Bahn insofern ziemlich wichtig sey, als sich absehen laͤßt, daß der Personenzug zwischen Berlin und Freienwalde, wie einem Theile des Oderbruchs, der schon jetzt, besonders in den Sommermonaten, ansehnlich ist, dann der Bahn bei Neustadt zufallen werde/ indem dadurch fuͤr die Reisenden eine Zeit⸗Er⸗ sparniß von 2 Stunden und eine Geld⸗Ersparniß von circa! erwaͤchst. Auch fuͤr den Produkten⸗Verkehr aus dem Oder⸗ bruch nach Berlin und Stettin verspricht solche nuͤtzlich zu werden. 1

Wissenschaft, Kunst und Literatur.

Stettin, 18. Mai. Unsere diesmalige Kunstausstellung, die mit dem 25sten v. M. geschlossen worden, hat im Allgemeinen recht erfreu⸗

liche Resultate geliefert. Die Zahl der uns für sie eingesandten Oel⸗

gemälde belief sich in runder Summe auf 510 und machte, wie sonst, bei der Beschränktheit unseres zwar angemessenen, jedoch nicht eben geräumigen Lokales eine Ausstellung in zwei auf einander folgenden Abtheilungen nothwendig. Aus der für eine jede derselben unter den obwaltenden Umständen zu bestimmenden Frist von nur 14 Tagen er⸗ wuchsen freilich dem hiesigen Kunstvereine mancherlei nicht unerhebliche Uebelstände und Nachtheile. Insbesondere aber gab sich in unserem Publikum bei dem lebhaften Interesse desselben an der Sache des Ver⸗ eines auf das unzweideutigste ein allgemeines Bedauern kund, daß ein so kurzer Zeitraum dem Genusse an Bildern zugemessen sey, die sich erfahrungsmäßig erst allmälig anzusammeln pflegen und zum Theil nur auf wenige Tage zur Schau gestellt werden konnten.

Zu den ausgezeichnetsten unter ihnen durften wir die Werke Französischer und Niederländischer Meister rechnen, wie eines Guet, Duval le Camus, Isabey, Mozin, Perrot, Poitevin, Leo, pold Robert. Roqueplan, Villeret, Watelet, eines Hammen⸗ Houzé, de Keyser, Metzer, Ruiten, van der Velde, Ver⸗

boekhoven, deren Leistungen uns so ziemlich in allen Gattungen der

Malerei den Standpunkt bezeichneten, welchen diese Kunst gegenwärtig in

Frankreich und den Niederlanden einnimmt. Von den —ö baterländischer Künstler erwähnen wir, ohne uns auf eine nähere Cha⸗ rakteristik oder Beurtheilung derselben hier einzulassen, historische 2 von Boser, Fay, A. Hopffgarten, Jacob, Jacobs, 2 Löwenstein, O. Mever, Schlachtgemälde von Adam, Charafter⸗ blder von Julius Baumann, Blanc, Bouterweck, Dürr Kaselowskt, Kolbe, Pläschke, Riedel, Geurebilder von Becker, Burggraf, Domschke, Kolbe, Most, Niemann, P storius, C. F. Schulz, Architekturen von Gärtner, Hasenpflug, Pultan, Stock, Landschaften von Achenbach, Böcking, Bi nisch, Breslauer, Dahl, A. de Leuw, Nerly, Roch, Rott⸗ mann, Scheuern, Schulten, Seefisch, O. Völker, Marinen von Achenbach, Herrmann, Hildebrandt, Krause, Vet.; tewinkel, Viehstücke von Oosterhoudt und Simmler. Düsseldorf hatte uns einige dreißig Gemälde zugehen lassen, dafür aber andere besonders werthvolle zu unserem Leidwesen von Königsberg aus dem östlichen Ausstellungs⸗Cyklus entzogen. 8 4 Der Besuch unserer Ausstellung gewährte einen Ertrag von 1307 Rühlr. 25 Sgr., und wenn die Kasse diesmal gegen 1839 einen Aus⸗ fall von 276 Rthlr. erlitten hat, so ist die Ursache davon hauptsächlich in der geschmälerten Dauer ihrer Einnahme zu suchen. Denn wie ungemein rege und thätig die Theilnahme unserer Kunstfreunde sich erwiesen hat, davon dürfte allein der Umstand hinlänglich Zeugniß ge⸗ ben, daß von Privatpersonen 43 Oelgemälde zu dem Gesammtdetrage von 5104 Rthlr. Pr. C. angekauft sind. Nimmt man hierzu 28 Oelgemäld e, mit 18 Ausschluß des leider nicht fertig gewordenen Kursbildes, und 2 Aquarellen, welche der Verein zusammen für 2176 Rthlr. erworben hat, so sind im Ganzen 71 Oelgemälde und 2 Aquarellen für die Summe von 7910 Rthlr. Pr. C. gekauft worden. Unsere diesjährige Kunst⸗Aus⸗ stellung hat indessen noch einen anderen erfreulichen Erfolg gehabt. Sie hat den von dem Vorstande des hiesigen Kunst;⸗ Vereins schomn lange im Stillen gehegten Wunsch, allmälig hier, wie in anderen Pro⸗ vinzial⸗Hauptstädten der Monarchie, ein städtisches Kunst⸗ Museum das sich mit der Zeit zu einem provinzialen erweitern könnte, entstehen zu sehen, allgemeiner angeregt und bereits zur That werden lassen. Wohlgesinnte und für die Kunst in ihrem Einflusse auf Bildung und Veredlung überhaupt erwärmte Männer haben zum Behufe der An legung eines solchen Museums dem Vorstande Summen theils einge händigt, theils zugesagt. Dieser ist gern bereit, alle zweckdienlich schei

nenden Schritte zu thun, und schmeichelt sich, auch öffentlich fördernde Unterstützung dafür zu sinden.

Literatur in Wales. 1

Die Wälsche Literatur ist bisher auf dem Kontinent und insbe⸗ sondere auch in Deutschland dergestalt terra incognita gewesen, und 8 es guten Theils noch, daß kaum eine einigermaßen genaue Kunde von ihrer Existenz überhaupt über den Kanal herübergeklungen ist, noch vielwemiger ihre wirkliche Kenntniß allgemeinere Verbrettung gefunden hat, und für die Wissenschaft nutzbar geworden ist. Leider ist es nur zu wahr, daß Wales selbst in der älteren Zeit nichts gethan hat, seine alte Literatur bekannter zu machen, und seiner Sprache 1e. enf senschaftlich zu bemächtigen. Fast alle Männer, welche die Wälsche Literatur kultivirten, bis zum sechszehnten Jahrhundert, schrieben n. glücklicherweise fast ausschließlich nur in ihrer Muttersprache. 8. 8 Zarden des zwölften Jahrhunders und der Folgezeit; die Geistli sbeüt und die Profanschriftsteller haben ihr Ringen nach Ruhm nicht ü 8. die engen Gränzen des kleinen Gebiets ihrer Zunge ausgedehnt, und nichts anders als Wälsch geschrieben. Giraldus Cambren sis aus dem zwölften Jahrhundert bildet eine sehr isolirt dastebende Ausnahme. Dazu kam die schon von den Angelsachsen auf die Normannen über⸗ gegangene und vom modernen England beibehaltene Abneigung gegen die Wälsche Sprache, die, Altceltischen Stammes, in ihrer Eigenthüm⸗

lichkeit der Erkenntniß vermehrte Schwierigkeiten zue überwinden gab. Owen'’'s Wälsches Lexikon hat in neuerer Zeit in dieser Beziehung nur erst die Bahn gebrochen, aber den Weg noch bei Weitem nicht geebnet. Und dennoch wurzelt in Wales ein Stamm der Literatur, der vom zwölften bis sechszehnten Jahrhundert sich in unvergleichlicher Fülle vom Hellespont bis zum Eismeer, vom Botnischen Meerbusen bis zum Atlankischen Ocean ausbreitete; dennoch fordert Wales durch die Einheit seines Kymrisch⸗Galischen mit dem Indogermanischen Stamm gleich lebhafte Sprachkunde und Urvölkergeschichte zu tieferer Forschung auf, und birgt in seinem Schoß noch das nichts weniger als klar enthüllte Geheimniß des vor dem Strahl des Christenthums hin⸗ eschwundenen Celtischen Heidenthums, und einer Poeste die durch Inhalt und durch Form einen größeren Einfluß auf die Poeste Euro⸗ pa's geübt hat, als bisher anerkannt worden ist. 8

Dagegen zeigt die neuste Zeit das regste Streben, die Schuld ver⸗ suͤhnen; das Wälsche Nationalgefühl hat die Bedeutung seiner Literatur und Geschichte auch für die Völker Nichtwälscher Zunge zu erfassen, erhalten; und wie bet den jährlichen echt nationellen Bardenfesten die Erinnerungen früherer Jahrhunderte der Gegenwart in das Gedächtniß zurückgerufen werden, so haben mehrere Wälsche Alterthums⸗Vereine, die meistens auch jene Feste leiten und dadurch ihre zum Theil den höchsten Kreisen angehöri⸗ gen Mitglieder mit reichen Mitteln aus estattet sind, sich zum Vor⸗ wurf gemacht, die Altwälsche Literatur für die Mitwelt wieder zu be⸗ leben, und zum geistigen Ertrag zu bringen. Deutsche Gründlichkeit und Langsamkeit würde sich vielleicht vorerst mit der Verbreitung des Wälschen Sprachstudiums begnügt, und einseitiger Gelehrtendünkel die Prätension von Alt⸗Wales wiederholt haben, daß seine Literatur nur den Kennern seiner Sprache ihr offnen dürfe: der praktischere Sinn Englands hat indeß in der Sprachkenntniß nur das Mittel zum Zweck, das Handwerkszeug erkannt, um zum wirklichen Ge⸗ winn bringenden Inhalt durchzubrechen; und so ist der Gebrauch vor⸗ herrschend geworden, die Altwälschen Schriften zugleich mit einer Eng⸗ lischen Uebersetzung zum Druck zu befördern, wodurch sie auch dem übrigen Europa, und Allen, die nicht bis zu dem entlegenen Cvmriidiom vor⸗ zudringen vermögen (und deren Zahl durfte nicht klein seyn) zugäng⸗ sich werden. Auch haben sie nicht jene, die Würde der Wissenschaft leichtfertig höhnende Eitelkeit Französischer Bibliophilen, ihre wichtigsten Werke nur in wenigen, für die Vereins⸗Mitglieder bestimmten Exempla⸗ ren abzudrucken und nicht in den Buchhandel kommen zu lassen, damit sie ja nicht den Raritätenwerth für den Besitzer verlieren; während doch

die National⸗Ehre, womit die große Nation so gern prunkt, ihren Ruhm

auch darin suchen sollte, ihre vergrabenen Schätze zum Gemeingut aller derer zu machen, die ihren Werth zu würdigen wissen, wenn sie zufällig auch nicht den exklusiven Verein der Bibliophilen angehören. Zu den neuesten Unternehmungen Wälscher Alterthumsforschung im oben bezeichneten Sinne gehört die so eben angekündigte Englische Uebersetzung der Myvvyvrian⸗Archaiology von Wales, vom Reverend John Williams, Archidiacon von Cardigan und Rektor der Edinburgh⸗Academyv, welche auf Subscription in einzelnen Heften, deren erstes am 1. Oktober 184A1, zum Preis von 7 Sh. 6 Den. ausgegeben werden soll, erscheinen wird. Die Myvvrian⸗Archaiologv gab Owen Jones, gebürtig aus dem Myvyr Thal, daher ihr Titel, zuerst in drei Bänden, gr. 8vo. 1801 bis 1807 heraus. So wichtig ihr Inhalt auch für die Geschichte, Sitten Literatur, Philosophie und Mythologie der Britischen Vorzeit ist, so hat sie dennoch nur wenig gefruchtet, und ist öfter genannt, als benutzt worden, weil nach dem eigenen Geständniß des Herausgebers, die alte Sprache der meisten darin abgedruckten Werke den modernen Wallisern eben so unverständlich ist, als das Angelsächsische den heutigen Englän⸗ dern; oder, wie wohl mit richtigerer Parallele zu sagen gewesen waͤre. wie das Französisch oder Deutsch des zehnten und eilften E“ der heutigen Generation; denn das Englische ist keine b.“ 3 Angetsächfischen, wobl aber hat das Mälsche sich nach seiner aneen Organisation fortentwickelt. Eine über die Geschichte, 86enbe und Glaubwürdigleit der mitgetheilten Schriftstücke sich ne Femer⸗ Abhandlung wird den ersten Band eröffnen, und erläute . kungen werden überall die Sprachdenkmale begleltäͤlscher Ma⸗ Die Gesellschaft für Publicatlon Awonmuthshire im nuskripte, welche zu Abergavenny 85* Ziteren schon 1780 Jahre 1837 gegründei ward, und mit de