Größe, als das Schaffot, nichts anderes Uebernatuͤrliches, als die weil sie einzig und sou-⸗
Grausamkeit. Wo eine Versammlung, verain seyn wollte, geknechtet war, anstatt zu herrschen, und dem Schrecken unterlag, anstatt ihn zu verbreiten Frankreichs Ruhm ist, Erinnerungen zu verleugnen, welche die gegenwaͤrtige Gene⸗ ration verderben wuͤrden, und welche das menschliche Geschlecht verletzen.“ Diese Stellen, welche das Schreckens⸗System so stark angreift, kann als durch die Aeußerungen Victor Hugo's hervor⸗ gerufen betrachtet werden, in sofern dieser die Energie dieser Zeit
gepriesen hatte. Eine Stelle aus dem weiteren Verlaufe seiner
Rede verdient vielleicht noch angefuͤhrt zu werden: „Wir sind in unseren Ideen und in unserer Sprache an einem gewissen Ma⸗ terialismus gewoͤhnt, welcher darin besteht, die Groͤße der Re⸗
gierungen nach der Groͤße des Schweigens zu messen, welches sie um sich verbreitet haben. Wir bewundern sie, ohne es zu wis⸗ sen, daß sie nichts gelitten haben, d. h. daß sie Furcht vor Allem
gehabt haben. Der Konvent schlaͤgt seine Feinde mit dem Beile nieder; das Kaiserthum begnuͤgt sich, mit einer einzigen Aus⸗ nahme, sie zu fesseln. Ich ziehe die gegenwaͤrtige Lage unserer
Regierung vor, welche einen Schritt weiter gethan hat, welche
im Kampf und durch den Kampf regiert. Glauben wir, daß
sich darin eine reellere Groͤße ausspricht; denn sie wird durch
Niemandes Schaden erkauft, sondern sie ist der Vortheil und
die Ehre Aller.“
Großbritanien und Irland.
London, 5. Juni.
der Koͤnigin, der am Montag im Buckingham⸗Palast stattfand, waren, nach Angabe der Times, 182 Unterhaus⸗Mitglieder, vorunter 15 Konservative und 167 Ministerielle, eingeladen. Die
2—
ngesehensten unter den konservativen Gaͤsten aus dem Unterhause eel, Sir J. Graham, Sir H. Hardinge
waren Sir Robert nd Sir Stratford Canning.
Zum Andenken des großen Staatsmannes William Pitt
fand dieser Tage unter Lord Eldon'’s Vorsitz ein glänzendes Diner statt. Nach den Toasten auf die Koͤnigin, auf W. Pitt und auf das Haus Braunschweig sagte der Vorsitzende, auch den Mini⸗ stern der Krone waͤre einen Toast darzubringen, er wage dies aber bei gegenwaͤrtigem Anlasse nicht, aus Furcht, daß ein tadelndes Votum gegen ihn ergehen und daß man ihn zur Niederlegung seiner Function als Praͤsident zwingen moͤchte. Das jetzige Ka⸗ binet habe mit Aufloͤsung des Parlaments und mit Berufung an das Land gedroht; er hoffe aufrichtig, daß diese Berufung ge⸗
schehen und daß das Land diesem Aufrufe energisch entsprechen
werde.
Der Sun will von mehreren Seiten erfahren haben, daß die Chartisten jetzt fast uͤberall mit dem uͤbrigen Volke gemein⸗ same Sache machten und die Aufhebung der Korngesetze forder⸗ ten. Sie wollten naͤchstens zu Manchester eine große Versamm⸗ lung unter freiem Himmel halten. Uebrigens meint das genannte Blatt, daß die Chartisten jedenfalls nur fuͤr gaͤnzliche Aufhebung der Korngesetze seyen und zur Einfuͤhrung eines festen Einfuhr⸗ Zolls, wenigstens fuͤr jsetzt, ihre Mitwirkung versagen wuͤrden.
Im Boͤrsen⸗Artikel des Globe heißt es uͤber die Nachrich⸗ ten aus China: „Wir sind geneigt, zu glauben, daß die mora⸗ lische Wirkung, welche durch das Gluͤck unserer Waffen vor Can⸗ ton bei der Chinesischen Regierung hervorgebracht worden ist, noch wesentlich durch die Unzufriedenheit ihrer eigenen Unterthanen
verde vermehrt werden, wie dies auch in einem oͤffentlichen Blatte zu Singapore ausgesprochen wird, wo es unter Anderem eißt: „Ein Amerikaner, der küͤrzlich von Canton kam, meint, daß diese Stadt den Flammen verfallen sey; denn sollten auch die Englaͤnder sie schonen, so wären doch 200,000 Chinesen in der Umgegend, die aus Mangel an Arbeit Hungers stuͤrben, und iese waͤren eben so bereit, die Stadt zu pluͤndern, wie die Eng⸗ lischen Matrosen.“
Die Bemerkungen der Tory⸗Presse uͤber den Stand der
Dinge in China veranlassen den Globe zu folgender Entgeg⸗ nung: der Chinesen. Die „Times“ jubelt daruͤber, daß der Krieg, statt beendigt zu seyn, von neuem beginne. Auch uns thut es nicht leid, daß der Vertrag annullirt worden ist, aber unsere Zufrie⸗ denheit ruͤhrt aus anderen Ursachen her, als die der „Times“. Die „Times“ freut sich, daß es dem Admiral Elliot, weil er ein Elliot ist, nicht gelungen, den Chinesischen Streit durch Unter⸗ handlungen beizulegen. Wir aber freuen uns, daß die Treulo⸗ sigkeit der Chinesischen Regierung sich so bald gezeigt und so schnell ihre Zuͤchtigung gefunden hat. Mit der Hochherzigkeit und Nachsicht einer großen Nation zoͤgerten wir, die von uns auf⸗ gestellten, auf Vernunft und Gerechtigkeit begruͤndeten Forderungen aufs Aeußerste zu treiben. Wir zoͤgerten, an der verhaͤltnißmaͤßig wehr⸗ losen Bevoͤlkerung, die Schmach und Unbill zu räͤchea, welche uns von ihren Regierern wiederfahren war. Und dies, weil ein rachsuͤch⸗ tiges Verfahren sich fuͤr eine große, aufgeklaͤrte Nation nicht ziemt, und weil es in dem vorliegenden Fall wuͤnschenswerth war, das Volk zu gewinnen, damit unser Handels⸗Verkehr, im Begriff, wieder aufgenommen zu werden, nicht durch die Erinnerung an das Unheil verbittert werde, welches unausbleiblich gewesen wͤre, wenn wir unsere Macht mit der zerstoͤrenden Kraft in Ausuͤbung ebracht haͤtten, mit der wir sie gegen die Chinesen anwenden onnten. Daß ein weit furchtbareres Blutbad unter ihnen ange⸗ htet und durch unsere Kriegswerkzeuge und die Geschicklichkeit und Tapferkeit unserer See⸗ und Land⸗Truppen weit mehr Eigen⸗ hum vernichtet werden konnte, geben wir zu; und es ist auch moͤglich, daß die Chinesische Regierung sich dadurch von so fruͤh⸗ e tiger Enthuͤllung ihres Verraths haͤtte abschrecken lassen. lber wir haben keinen Grund zu glauben, daß sie 3 wuͤrde haben bestimmen lassen, ihre Verbindlichkeiten lange Zeit zu halten, oder daß sie sich d irch eine ihr vermittelst Furcht abgedrungenen Vertr 11“ ) b 1— ertrag unverletzlich gebunden
Zu dem Hof⸗Ball bei Ihrer Majestaät
„Die Tories scheinen sehr erfreut uͤber die Treulosigkeit
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China zu erleiden gezwungen wurden. Die Inhaber wollen uͤbrigens zu dem jetzigen Preise nicht losschlagen, da sie ein Stei⸗ gen erwarten, weil der jetzige Vorrath fuͤr den Verbrauch eines Jahres nicht hinreicht.
Das Boͤrsen⸗Comité kam dieser Tage zusammen, um zu V auf jährlich gegen 160,000 Stuͤck Tuch verfertigt werden.
entscheiden, was mit den kraft des Umwandlungsplanes vom 2.
November ausgegebenen Portugiesischen Halb⸗Dividenden⸗Bons
geschehen solle. Bons nicht anerkannt und notirt werden sollten.
Nach Berechnungen im Globe wuͤrde bei einer bevorstehen⸗ den neuen Parlaments⸗Wahl von den Vertretern von Irland die Partei der Reformer mit Gewißheit 4 Mitglieder und, bei ge⸗ hoͤrigen Anstrengungen der Liberalen vielleicht sogar 12 Mitglieder gegen die Konservativen gewinnen 1
Im ganzen Koͤnigreiche werden Vorbereitungen zu einer
neuen Volkszaͤhlung getroffen, die am 6. Juni stattfinden soll.
Am Dienstag fuhr die Koͤnigin mit dem Prinzen Albrecht,
821,368 Rthl. an Werth, gewonnen; 492 Gruben waren ga bar, uͤberhaupt auf allen Werken ungefaͤhr 11,560 —2 beschaͤftigte Personen.
Voigtland. 3000 bis 4000 Tuchwebestuͤhle sind anzunehmen, wor⸗
Eben
so bedeutend ist die Baumwollenweberei, jetzt freilich etwas stok⸗
kend. Ueber 30,000 Webestuͤhle zaͤhlt man, wovon die meisten
Man faßte den Beschluß, daß fuͤr jetzt diese im Erzgebirge sind. In Annaberg, Penig und Frankenberg giebt
es auch bedeutende Seidenwebereien. — Seit dem 1. Januar I8il ist der gesetzliche Muͤnzfuß der Preußische oder 14 Thaler⸗Fuß. Der Betrag der 1819 zuerst ausgegebenen Kassen⸗Billets im Con⸗ ventions⸗Fuße von 2 ½ Millionen Rthlr. ist zum Theil schon durch V Umstempeln auf die Waͤhrung des 14⸗Thaler⸗Fußes gesetzt. An die Stelle aller wird kuͤnftig ein neues Papiergeld, unter dem Namen Kassen⸗Billets, in der Wäͤhrung des 14⸗Thaler⸗Fußes und in 1⸗, 5⸗ und 10⸗Thaler⸗Stuͤcken, bis zu der Summe von 3 Millionen ausgegeben werden. — Das Budget der Finanz⸗
2 . r. 4 2 4 2 Lord Melbourne und zahlreichem Gefolge von Windsor nach Eton, Periode von 1840 bis 1842 weist nach 5,500,297 Rthlr. Ein⸗
wo sie dem großen Schulfeste beiwohnte, welches dort alle drei Jahre gefeiert wird, und diesmal durch die ungeheure Zahl der Besucher, welche besonders die große Eisenbahn aus dem Westen
brachte — ein einziger Zug befoͤrderte uͤber 1000 Passagiere — besonders glaͤnzend war. Am Abend kehrte die Koͤnigin mit dem Hose nach London zuruͤck. Prinz Albrecht hat fuͤr das Eton⸗Kol⸗
nahme und 5,424,755 Rthlr. Ausgabe. Die Staatsschuld betraͤgt 10,773,606 Rthlr. — Die Militair⸗Verpflichtung ist allgemein, und tritt mit dem 20sten Jahre ein Auf 6 Jahre ist die Dienst⸗ zeit bestimmt. Stellvertretung ist erlaubt; wer sie sucht, zahlt 200 Rthlr. an das Kriegs⸗Ministerium, das fuͤr den Stellvertre⸗ ter sorgt, diesem waͤhrend der uͤbernommenen Dienstzeit jene 200
lege einen jaͤhrlichen Preis von 50 Pfd. Sterl. gestiftet, welcher Rthlr. mit 4 pCt. verzinst und nach Ablauf derselben das Kapi⸗
der neueren Sprachen am meisten auszeichnet.
Der Koͤniglich Preußische Gesandte, Freiherr von Buͤlow, wird, nach der Angabe der Morning Post, London im Laufe dieses Monats verlassen und sich direkt nach Berlin begeben. Lißt, der beruͤhmte Klavier⸗Virtuos, ist von dem Unfalle, der ihn am Montage getroffen, so weit wiederhergestellt, daß er den Polen⸗Verein benachrichtigt hat, man koͤnne auf seine Mitwirkung 1 in der. heute in Stafford⸗House zum Besten der Polnischen 8ö“ stattfindenden musikalisch⸗deklamatorischen Unterhaltung rechnen.
Die neuesten Nachrichten aus Texas 16. April. und Vice Praͤsidenten beschaͤftigt.
Niederlande.
— Die Leipziger Allg. Zeitung schreibt au Menado (auf der Nordost⸗Kuͤste von Celebes) vom 6. Dezember: „Mehr
reichen bis zum
als in anderen Theilen des noͤrdlichen Indiens sind in neuerer zeigten sich nur Fabrikanten aus den Zollvereins⸗Staaten.
Zeit hier die Bemuͤhungen der reformirten Missionare mit Er⸗ folg gesegnet worden. Vor Allen ist Herr Schwartz, aus dem Kurfuͤrstenthum Hessen gebuͤrtig, mit den Bekehrungsgeschaͤften gluͤcklich gewesen, da von demselben, seit den letztverflossenen zwei Jahren, wenigstens 10,000 heidnische Menadoresen bekehrt und durch die Taufe in den Christenbund aufgenommen worden sind. Neben Herrn Schwartz hat Padiema, die Tochter des christli⸗ chen Amboinesischen Radscha (Fuͤrst), Tohata, zur Bekehrung vieler Menadoresen beigetragen. Dieselbe hatte sich naͤmlich 1833 mit dem heidnischen Menadoresischen Radscha Basuwan verlobt, ihren Braͤutigam noch vor der Trauung in der christlichen Reli⸗ gion unterrichtet und denselben veranlaßt, sich taufen zu lassen. Seitdem nun der Radscha Basuwan im Januar 1839 in der hiesigen reformirten Kirche getauft und im Juli 1839 mit Pa⸗ diema zu Amboina getraut worden ist, hat Letztere im Verein
mit ihrem Beichtvater, dem erwaͤhnten Missionar Schwartz, das
Bekehrungsgeschaͤft auf die Blutsverwandten Basuwan's und de⸗ dikus nur einzelne Mitglieder derselben. Vermuthlich war die
ren Unterthanen ausgedehnt. tigen Jahre die heidnischen Radscha's Romopa, Tambanto und
Lamentot nebst einem großen Theile ihrer Unterthanen in der
christlichen Religion unterrichtet und hier durch Herrn Schwartz
getauft worden. Noch fortwaͤhrend kommen heidnische Eingebo⸗- rene aus entfernten Orten und aus dem hiesigen Hochlande hier an, die von Herrn Schwartz getauft seyn wollen. Es steht des⸗ halb zu erwarten, daß alle heidnische Menadoresen bekehrt wer⸗ den und die hiesige Niederlaͤndische Besitzung gar bald nur von Christen bewohnt seyn wird.“
Mastricht, 1. Juni. (Dagbl. v. Limb.) Wir verneh⸗ men, daß die vorbereitenden Arbeiten zur Anlegung einer Eisen⸗ bahn von hier nach der Preußischen Graͤnze, in Verbindung der Eisenbahn von Aachen nach Koͤln und mit einer Zweigbahn nach
den Kohlengruben von Kirchrath, beendigt sind. Die Eisenbahn⸗
demjenigen Zoͤgling verliehen werden soll, der sich in der Kenntniß tal auszahlt.
Das Militair⸗Budget ist jetzt auf 1,358,760 Rthlr. L
Bauzen, 4. Juni. (Leipz. Z.) Beguͤnstigt durch die an⸗ haltende schoͤne Witterung dieses Fruͤhjahrs, welche es moͤg⸗ lich gemacht hatte, daß fast alle Wollen, selbst die einschuͤrigen be⸗ reits geschoren werden konnten, zeichnete sich der am 25sten, 26sten
Die Republik war mit der Wahl eines Praͤsidenten
und 27. Mai d. J. stattgefundene hiesige Wollmarkt durch ein fast durchgaͤngig schoͤnes und reines, gegen fruͤher in reicherem Maße zum Markte gebrachtes Produkt und einen lebhafteren Um⸗ schwung der Geschafte aus. Im Ganzen wurden eingefuͤhrt 7862 St. 15 Pfd., nͤͤmlich Saͤchsische: 1582 St. 4 Pfd. einschuͤrige und 1277 St. 14 Pfd. zweischuͤrige von Ritterguͤtern und 599 St. 7 Pfd. von Bauer⸗ guͤtern; Preußische: 690 St. einschuͤrige und 2443 St. 12 Pfd. zweischuͤrige von Ritterguͤtern; endlich Boͤhmische: 1270 St. durch Wollhaͤndler. Verkauft wurden davon 6579 St. 15 Pfd., naͤmlich 2850 St. 14 Pfd. Saͤchsische, 2625 St. 8 Pfd. Preu⸗ ßische und 1103 St. 15 Pfd. Boͤhmische Wolle. Als Abnehmer Der
Preis der Wollen gestaltete sich durchschnittlich auf 16 Rehlr. bis
18 ½ Rthlr. fuͤr feine, 13 Rthlr. bis 16 Rthlr. fuͤr mittelfeine, 11 Rthlr. bis 13 Rthlr. fuͤr mittele und 8 ½ Rthlr. bis 11 Rthlr. fuͤr geringe pro Stein.
Hannover, 6. Juni. (Hamb. Korr.) Zum gestrigen Geburtstage Sr. Magestaͤt des Koͤnigs haben beide Kammern eine Deputation beschlossen, welche dem Koͤnige in muͤndlicher Rede die Gluͤckwuͤnsche und Ergebenheits⸗Versicherungen der Staͤnde⸗Versammlung darzubringen die Ehre hatte. Der Praͤsi⸗ dent zweiter Kammer soll außerdem noch die Ehre einer besonde⸗ ren Audienz bei Sr. Majestaͤt gehabt haben. Zu dem gestern — der Krankheit der Koͤnigin wegen nicht wie gewoͤhnlich im Schlosse, sondern zu Herrenhausen — stattgehabten großen Diner waren saͤmmtliche Mit⸗ glieder erster Kammer, die zweite Kammer aber nicht, wie sonst wohl, in corpore geladen, sondern außer dem Praͤsidenten und General⸗Syn⸗ zweite
Zu dem Ende sind im gegenwaͤr⸗ Kammer diesmal nicht in corpore zur Tafel gezogen, weil die
Kammer so sehr zahlreich besetzt ist, was bekanntlich 1839 und 1840 nicht der Fall war. — In beiden Kammern ist, so viel man hoͤrt, der Beschluß gefaßt worden, die Thron⸗Rede Sr. Majestaͤt des Koͤnigs durch eine Adresse zu beantworten. Der Antrag auf diese Adresse ist, wie man sagt, vom Vice⸗General⸗Syndikus Dr. Buddenberg gestellt worden. Es sind noch immer etwa 10 Deputirte, die, entweder weil ihnen der Urlaub verweigert wor⸗ den, oder aus einem anderen Grunde dieser Art, auf Zulassung warten, so ein Deputirter aus dem Luͤneburgischen, einer aus dem Hildesheimischen, der Deputirte der kleinen Kalenbergischen Staͤdte der Deputirte der Bentheimischen Staͤdte, der Stadt Verden und vor Allem der Deputirte der Stadt Osnabruͤck. Die Nichtzu⸗ lassung dieses Letzteren duͤrfte zur Sprache kommen. Wie man hoͤrt, ist eine Beschwerde abseiten des Buͤrgermeisters Stuͤve und
Altermanns Breusing wegen der gegen sie verfuͤgten Disziplinar⸗
Kommission, bestehend aus den Herren H. Seydlitz, W. Kler⸗ Untersuchung an die Staͤnde⸗Versammlung uͤbersandt worden, da
mont, F. Schrammen und P. Regout, deren Zweck es ist, durch diese Eisenbahn die Willemsvaart mit dem Rhein zu verbinden, hat alle noͤthigen Plaͤne und Berichte bereit liegen, um sie bei der Ankunft Sr. Majestaͤt in Mastricht Hoͤchstdenselben vorzu⸗ legen und die Koͤnigliche Genehmigung nachzusuchen. Ferner vernehmen wir, daß besagte Kommission unlaͤngst eine Zusam⸗ menkunft gehabt hat mit der Rheinischen Eisenbahn⸗Direction, welche letztere erklaͤrt, daß sie nicht nur sehr gern dieses Unter⸗ nehmen befoͤrdern, sondern auch von ihrer Seite die Arbeiten auf dem Preußischen Gebiet anfangen werde, sobald dieselben bei uns werden begonnen seyn.
SFesgien
Bruͤssel, 6. Juni. Der Bischof von Gent hat dem bis⸗ herigen Paͤpstlichen Geschaͤftstraͤger in Holland, Monsignor An⸗ tonucci, einen werthvollen Ring zum Geschenk gemacht und zwar als ein Zeichen der Erkenntlichkeit fuͤr die Dienste, die dieser waͤh⸗ rend der letzten acht Jahre dem Seelaͤndischen Antheil des Bis⸗ thums Gent erwiesen.
Zu Gent ist die große Baumwollen⸗Spinnerei des Herrn de Hemptinne ein Raub der Flammen geworden. Der Schade
in einer Untersuchung, die gegen Mitglieder einer Provinzial⸗ Landschaft wegen eines auf dem Provinzial-Landtage gefaßten Beschlusses verhaͤngt wird, anscheinend eine Beschraͤnkung der nothwendigen Freiheit der Berathung zu finden seyn moͤchte.
Hamburg, 7. Juni. Vorgestern fand auf dem Boͤrsen⸗
Saale, durch die Kommerz⸗Deputation konvozirt, die erste Ver⸗ sammlung eines, durch diese Deputation eingesetzten Comité zur Vorbereitung einer Eisenbahn⸗Verbindung mit Berlin statt. In dieser Versammlung wurde ein engerer Ausschuß von 4 Mitglie⸗ dern erwaͤhlt.
EEETEEIWE6ö Franzoͤsische Blaͤtter theilen ein Schreiben aus Athen
vom 20. Mai mit, welches Nachstehendes uͤber Kandien ent⸗
haͤlt:
„Nach den Journalen, die wir aus Frankreich erhalten,
scheint man dort zu glauben, daß die Insurrection auf Kandien
durch Englische Agenten genaͤhrt werde. England hat kein Interesse bei diesem Aufstande.
Dies ist ein Irrthum; Um die Kre⸗
tenser zum Aufstande zu bewegen, bedurfte es keiner fremden
Aufreizung. Blick auf die Vergangenheit zu werfen.
Um sich davon zu uͤberzeugen, reicht es hin, einen Zur Zeit der Organisi⸗
Der Hauptsitz der Wollenweberei ist das
1
distrias aufgegeben und erhielten von den drei Europaͤischen Re⸗ gierungen die Weisung, sich in ihr Loos zu fuͤgen. Man kann nun denken, welches Ungluͤck von diesem Augenblicke an uͤber Kandien hereinbrach, denn in demselben Augenblicke, als der Ad⸗ miral Rigny auf der Rednerbuͤhne erklaͤrte, daß nur die mit dem Pascha getroffene Anordnung den Frieden auf der Insel herstel⸗ len koͤnne, fielen funfzig Koͤpfe unter dem Beil der neu eingesetz⸗ ten Regierung. Waͤhrend der folgenden Jahre waren die Kre⸗ tenser den grausamsten Verfolgungen und Erpressungen ausgesetzt. Mustapha Pascha that noch ein Mehreres, als die Befehle Meh⸗ med Ali's, und es gelang seinem eisernen Joche, eine Art von Ruhe herzustellen. Aber sie war nur scheinbar; der Haß schlum⸗ merte in den Herzen, und als der Streit zwischen dem Pascha von Aegypten und dem Sultan begann, da sahen die Kretenser ein, daß der Augenblick ihrer Befreiung nicht fern sey. Ihr gefaͤhrlichster Feind kam ihnen zu Huͤlfe. Mastapha Pascha hatte in der That, ehe er den Traktat vom 15. Juli kannte, die Pforte ver⸗ hindern wollen, Kandien jemals wieder zu erobern. Er hatte den Beistand mehrerer nach Griechenland gefluͤchteten Offiziere erhalten und Waffen unter die Kandioten vertheilt. Spaͤter be⸗ reute er zwar dieses Verfahren und wollte ihnen die Vertheidi⸗ gungsmittel, welche er ihnen anvertraut hatte, wieder nehmen. Aber es war nicht mehr Zeit dazu; die Griechische Bevoͤlkerung fuͤhlte ihre Staͤrke und schwor, nicht mehr unter das Joch ihrer Unterdruͤcker zuruͤckzukehren. Ein allgemeiner Ruf zu Gunsten der Unabhaͤngigkeit erschallte durch die ganze Insel. Es bildete sich eine pro⸗ visorische Regierung und von verschiedenen Punkten reisten Griechen ab, um sich den Kandioten anzuschließen und ihre Sache zu vertheidigen. Die Tuͤrken wurden bald gezwungen, sich in die Festungen ein⸗ zuschließen und wagten nicht, den ihnen angebotenen Kampf an⸗ zunehmen. Die bewaffneten Kretenser sind etwa 8000 Mann stark. Viele andere Bewohner wuͤrden ihre Reihen verstaͤrkt ha⸗ ben, wenn es ihnen nicht an Waffen gefehlt haͤtte. Alle sind ent⸗ schlossen zu kaͤmpfen und keinesweges durch die Land⸗ und See⸗ Macht, welche die Tuͤrkei gegen sie sendet, eingeschuͤchtert. Wird es aber Europa zum Kampfe kommen lassen? wird es denselben Fehler wieder begehen, den es schon einmal begangen hat? Wird es vergessen, daß die Kandioten Christen sind und daß es sie nicht ohne Feigheit der Grausamkeit der Tuͤrken uͤberlassen kann? Die Vorgaͤnge in Bulgarien werden den Europaͤischen Kabinetten den Maßstab geben fuͤr das, was von den Fortschritten der Civilisa⸗ tion in der Tuͤrkei zu erwarten ist.“
Dieselben Blaͤtter enthalten nachstehende von der pro⸗ visorischen Regierung auf Kreta erlassene Proclamatienen:
„Die vollziehende Behörde an die Bewohner von Kreta!“
„Nachdem die Repräsentanten der insurgirten Kretensischen Provin⸗ sen. die von dem Volke unterzeichneten Berichte an die drei großen Mächte England, Frankreich und Rußland gesandt haben, fühlen sie die Nothwendigkeit, eine Lokal Regierung zu errichten, die auf ener⸗ gische Weise über die Interessen des Volkes wache und die zukünftige Erhaltung des Friedens und der öffentlichen Ordnung garantire; sie haben sich daher am 24. April versammelt und einstimmig beschlossen, eine aus fünf Mitgliedern bestehende vollziehende Behörde zu bilden. Man schritt sofort zur Abstimmung und es wurden erwählt: A. Cha⸗ crotis, zum Präsidenten; Bakis, zum Vice⸗Präsidenten; C. Russos, Burdum, G. Chondorakis, N. Bristakis, D. Chrysophopulos, zu Mit⸗ gliedern und T. Chärotis zum Kanzler. Die Repräsentanten der voll⸗ ziehenden Behörde bilden ein Conseil. Indem sie ihre Einsetzung an⸗ zeigt, empfiehlt sie den Bewohnern von Kreta ganz besonders Einig⸗ jest und Ordnung. Gegeben zu Apocoronas, den 25. April 1841.“ (Folgen die Unterschriften.)
„Die vollziehende Behörde an Kreta!“ 1
„Mitbürger! Vor zwei Monaten richteten wir unsere Bitten an die drei Mächte Oesterreich, Preußen und Rußland, um durch sie im Namen der Humanität zu erlangen, daß man uns die dem Menschen gebührenden Rechte bewillige. Mitbürger! Von Anfang an haben wir, theils mit Worten, theils schriftlich, unsere aufrichtigen Gesinnun⸗ gen ausgesprochen, die durch unsere Handlungen bestätigt worden sind. Wir haben indeß mit Schmerz wahrgenommen, daß eine hinterlistige Politik Euch von Euren eigenen Interessen fern zu halten sucht. Eine regierende und zugleich berathende und vollziehende Behörde ist gebil⸗ det worden, um die gemeinsamen Interessen unseres Landes wahrzu⸗ nehmen und darüber zu wachen, daß die Ruhe, die Ordnung und das Eigenthum der Einwohner nicht verletzt werden. Die Regierung fordert Euch daher auf, ohne Furcht Euren Geschäften nachzugehen. Handelt redlich, zeiget keine feindseligen Gesinnungen und sevd versichert, daß unsere Forderungen nur den Zweck haben, die Iunteressen Aller zu begünsti⸗ gen. Zu Eurer Beruhigung zeigen wir Euch an, daß wir in unseren Adressen an die drei großen Mächte erklärt haben: Die Kretenser wol⸗ len die Türkischen Bewohner nicht verjagen, noch den Eingeborenen⸗ des Landes Schaden zufügen, sie wünschen vielmehr, daß dieselben auch ferner dort wohnen und ihres Eigenthums, so wie aller den Christen bewilligten Rechte ohne Ausnahme genießen mögen. Dies, Mitbür⸗ ger, sind unsere Gesinnungen. Lasset Euch nicht täuschen durch die, welche ein Interesse dabei haben, Euch und uns von dem Boden zu vertreiben, auf dem wir geboren wurden. Gegeben zu Apocoronas, den 27. April 1841.“ (Folgen die Unterschriften.) 1
Man schreibt aus Kanea vom 18. Mai: „Tahir Pascha befindet sich seit dem 15. Mai auf der Rhede von Suda. Er kommt mit 9000 Mann Landungs⸗Truppen, die bestimmt sind, die Insurgenten mit Gewalt zu unterwerfen, wenn sie nicht der Aufforderung gehorchen, die man zum letztenmale an sie richten wird. Die Insel ist seit dem 15. Mai durch ein den Botschaf⸗ tern der fremden Maͤchte mitgetheiltes Cirkular⸗Schreiben der Pforte in Blokade⸗Zustand erklaͤrt worden, und nur die Haͤfen Kanea, Suda, Retimo und Kandia sind dem Handel geoͤffnet geblieben.“
die Osmanischen Bewohner von
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e Alexandrien, 20. Mai. (A. Z.) Wir erfahren aus Konstantinopel, daß die vier General⸗Konsuln nicht kommen und nicht eher die Wappen der vier koalisirten Maͤchte in Aegypten wieder aufrichten werden, als bis die orientalische Frage gaͤnzlich geloͤst sey.
Als Vorfrage wird die Aufloͤsung der Aegypiischen
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Inland.
Posen, 8. Juni. Das auf dem hiesigen Päatze befindliche Woll⸗Quantum beträgt ungefaͤhr 21,000 Ctr. d8 Wollmarkt ist in diesem Jahre hier besuchter, als er in irgend einem fruͤhe⸗ ren war, und sowohl Produzenten als Kaͤufer scheinen mit den Resultaten desselben sehr zufrieden zu seyn.
Die Korn⸗Gesetzgebung Englands und Frankreichs in ihrer geschichtlichen Entwickelung und ihrem politischen Charakter nach.
Großbritanien ist in diesem Augenblick durch eine der wich⸗ tigsten Fragen, die seit langer Zeit zur Sprache gekommen sind, in allgemeine Bewegung versetzt. Sie ist zu gleicher Zeit politischer und oͤkonomischer Natur diese Frage; politischer Natur, in sofern sie gewisse Immunitaͤten antastet, in deren Besitz die Englische Aristo⸗ kratie sich seit ziemlich langer Zeit befindet, und durch deren Auf⸗ hebung sie an Einkuͤnften und an Macht verlieren wuͤrde; oͤko⸗ nomischer Natur in sofern es sich dabei um den Unterhalt der Be⸗ voͤlkerung, um die Interessen der Industrie und um die kommer⸗ zielle Lage des Landes handelt.
Das Englische Ministerium hat diese delikate Frage erst be⸗ ruͤhrt, nachdem es mehrere Niederlagen im Parlament erlitten, und es schlaͤgt die Revision der Korngesetze jetzt weniger als eine oͤkonomische Reform, denn als ein politisches Auskunfts⸗
mittel vor, um sich im Besitz der Macht zu erhalten, und seine Gegner, die es in seinem Gange beunruhigen und seine Exi⸗ stenz bedrohen, in Verlegenheit zu setzen. Man weiß, daß Lord Melbourne noch vor kurzem ein entschiedener Gegner der Herab⸗ setzung des Zolls auf fremdes Getraide war und vor etwa zwei Jahren aus allen Kraͤften einen Antrag bekaͤmpfte, der diesen Zweck hatte. Seit jener Zeit haben sich die Dinge sehr geändert, und das, was der Chef des Kabinets damals als eine fuͤr Groß⸗ britanien unheilvolle Maßregel betrachtete, wird jetzt von einem seiner Kollegen als ein Rettungsmittel vorgeschlagen. Es ist dies uͤbrigens nicht das erste Mal, daß man diese schnellen und uner⸗ warteten Wechsel wahrnimmt, und die Geschichte der Getraide⸗ Gesetzgebung bietet mehr, als ein Beispiel dieser Art dar. Die Erhoͤhungen oder Herabsetzungen der Getraide⸗Zoͤlle sind nicht immer gut motivirt und oft muß man sie mehr der politischen Nothwendigkeit oder dem Triumph der Parteien, als einer ruhi⸗ gen und vernuͤnftigen Beurtheilung der wahren Beduͤrfnisse Groß⸗ britaniens zuschreiben.
Keine Gesetzgebung hat so viele Veraͤnderungen und Abwech⸗ selungen erlitten, als die uͤber das Getraide, und zwar nicht nur in England, sondern auch in Frankreich und einigen anderen Laͤn⸗ dern Europa's. In Großbritanien hat man die Ausspeicherung des Getraides und den Handel mit demselben abwechselnd verbo⸗ ten und erlaubt, die freie Einsuhr gestattet und verhindert, Praͤ⸗ mien fuͤr die Ausfuhr ertheilt und wieder aufgehoben und den Betrag des Zolles bis ins Unendliche variirt. Diese Modifi⸗ cationen sind gewoͤhnlich das Resultat sehr heftiger politischer Kaͤmpfe und maͤchtiger Interessen gewesen, die auch wiederum bald in den Hintergrund zuruͤckweichen, bald mit einer merkwuͤrdigen Energie hervortreten. Es wuͤrde zu weit fuͤhren und waͤre auch von keinem Nutzen, hier auf den Ursprung aller legislativen Be⸗ stimmungen uͤber den Getraide⸗Handel in England zuruͤckzugehen; wir waͤhlen daher eine ziemlich nahe Epoche als Ausgangs⸗Punkt fuͤr die Bemerkungen, die wir hier uͤber dies wichtige Problem zu geben gedenken. Es interessirt nicht nur das vereinigte Koͤnig⸗ reich, sondern alle Laͤnder des Kontinents, welche, zu einer oder 8c anderen Zeit, dort Weizen oder anderes Getraide eingefuͤhrt
aben.
Im Jahre 1773 wurde die Einfuhr fast freigegeben. dem Jahre 1763, der Epoche des Friedens von Paris, hatte sich in dem Preise eine allmaͤlige und betraͤchtliche Erhoͤhung bemerk⸗ bar gemacht. Die Industrie und der Handel hatten einen raschen Aufschwung gewonnen und die Bevoͤlkerung hatte sich in demsel⸗ ben Verhaͤltnisse vermehrt. Der Ackerbau machte zwar auch Fortschritte, jedoch nicht in demselben Maße, so daß vom Jahre 1765 an der Preis des Getraides einen uͤbermaͤßig hohen Stand erreichte. Zu diesem Resultate trug noch der Umstand bei, daß waͤhrend des genannten Jahres die Ausfuhr um 77,000 Quar⸗ ter*) die Einfuhr uͤberstieg. Man suspendirte damals provisorisch den Zoll und beschraͤnkte zu gleicher Zeit die Ausfuhr. Diese Maßregel wurde im Jahre 1773 definitiv bestaͤtigt, und das Ge⸗ traide frei eingefuͤhrt, was die Ausfuhren betrifft, so bewilligte man eine Praͤmie von 5 Schillingen (1 Schilling = 10 Silber⸗ groschen) fuͤr das Quarter, als der Preis fuͤr dasselbe 44 Schib⸗ linge und darunter betrug.
Diese Maßregel konnte nicht den Beifall der Grundbesitzer und Paͤchter haben, die stets in den Verboten ihren groͤßten Nutzen erblicken; sie weissagten den Verfall der Landwirthschaft und den Ruin des Landes. Diese prophetischen Uebertreibungen gingen wie gewoͤhnlich nicht in Erfuͤllung und es erfolgte vielmehr das Entgegengesetzte von dem, was man mit so großem Laͤrm verkuͤndigt hatte. Im Jahre 1772 betrug der Ueberschuß der Einfuhr nur 18,000 Quarter; sie nahm allerdings in den Jahren 1773, 1774 und 1775 etwas zu, aber dies war nicht von Dauer. Der Verlust der Amerikanischen Kolonieen, der Krieg, die Ver⸗ minderung des inneren Verbrauchs brachten waͤhrend der Jahre 1778, 1779 und 1780 den Ueberschuß wieder auf die Seite der Ausfuhr. In den Jahren 1783 und 1784 waren die Aerndten nicht hinreichend, und es fand eine sehr bedeutende Einfuhr statt. In den drei folgenden Jahren uͤberstieg die Ausfuhr die Einfuhr und erst im Jahre 1788, als die Wirkungen des Krieges anfin⸗ gen zu verschwinden und die Manufakturen sich wieder belebten, uͤberstieg die Einfuhr bestaͤndig die Ausfuhr.
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außerordentlich entwickelt, und die Landwirthe muͤssen wohl Interesse 2 gefunden haben, Getraide vom Auslande zu zu lassen, sonst wuͤrde die Production stationaͤr geblieben seyn 2 die Getraide⸗Einfuhr in groͤßerem Maßstabe stattgefunden haben. Dies geht auch noch hervor aus den Konzessions⸗Akten fuͤr die Bewirthschaftung gewisser Grundstuͤcke zum Getraidebau, die unter Georg II. und Georg III. ertheilt wurden. Der Erstere dieser beiden Koͤnige bewilligte 226 Konzessionen, die 318,778 Aecres umfaßten; der Zweite 1532 Konzessionen, die eine Gesammtflaͤche von 2,800,000 Acres umfaßten. Die Koͤnigin Anna hatte 8 Konzessionen im Betrag von 1439 Acres und Georg I. nur 16, im Betrag von 18,000 Acres bewilligt. .
Von 1771 bis 1791, d. h. wahrend 21 Jahren, hielt sich der Preis des Getraides auf 44 Shillinge das Luarter. Das Maximum, welches dem Jahre 1790 angehoͤrt, betrug 33 Shil⸗ linge 6 Pence, und das Minimum von 33 Shilling 8 Pence gehoͤrt in das Jahr 1779, also in die Zeit des Krieges und der Stagnirung der Industrie. In dem Jahre 1791, in dem Augen⸗ blicke, wo das Quarter Getraide in England und Wales im Durchschnitte 47 Sh. 2 Pee. galt, verlangten die Grundbesitzer ein neues Gesetz und erhielten es. Nach diesem Gesetz konnte die Einfuhr gegen den maͤßigen Zoll von 6 Pee. nur dann statt⸗ finden, wenn der Preis des Quarters Weizen 54 Sh. betragen wuͤrde; stand der Preis zwischen 54 und 50 Sh., so sollte der Einfuhr⸗Zoll bis auf 2 ½ Sh. gebracht werden, und sobald er unter 50 Sh. herabsank, trat eine Prohibitiv⸗Taxe ein.
Die Praͤmie von 5 Sh. fuͤr die Ausfuhr hoͤrte auf, wenn das Quarter 46 Sh. galt. Man beschloß auch, daß das unter Schloß befindliche fremde Getraide frei wieder ausgefuͤhrt werden koͤnne, daß aber das fremde Getraide, sobald es fuͤr den inneren Verbrauch den Verschluß verlassen habe, außer dem gewoͤhnlichen Zoll noch eine Abgabe von 2 Sh. 6 Pce. zahlen muͤsse.
Als im Jahre 1797 die Englische Bank ihre Baarzahlungen suspendirte, erleichterte die Maßregel außerordentlich die Diskon⸗ 3 tirungen und stellte neue finanzielle Huͤlfsmittel zur Disposition des Ackerbaues. Dieser Umstand, welcher zu der Erhoͤhung der Getraide Preise in den Jahren 1800 und 1801 hinzukam (im Jahre 1800 wurde in dem Koͤnigreiche das Auarter Weizen im Durchschnitt zu 113 Sh. 7 Pee. oder 2 Pfund 13 Sh. 8 5 Pee., und im Jahre 1801 zu 118 Sh. 3 Pgee. oder 5 Pfd. 18 Sh. 3 Pee. verkauft), erzeugte eine wahre Acker⸗ bau⸗Manie; man machte den schlechtesten Boden urbar, um Getraide darauf zu bauen, und diese Art der Bewirthschaftung gewann eine um so ungewoͤhnlichere Ausdehnung, als weder ein 8 großes Kapital, noch lange Vorbereitungen dazu erfordertich sind. 1 Als aber im Jahre 1803 die Preise um mehr als die Haͤlfte fielen (um 56 Sh. 6 Pee. das Quarter), da trug der schlechte Boden, den man mit einer unerklaͤrlichen Unklugheit urbar ge⸗ macht hatte, nicht mehr die Kulturkosten. Die “ drangen daher von Neuem auf hoͤhere Eingangs⸗Zoͤlle, um ie Bewirthschaftung des Bodens von geringerer Qualitaͤt fortsetzen zu koͤnnen. Das Parlament gab diesem Ansuchen nach, und das Gesetz vom Jahre 1804 setzte den Zoll auf 24 Sh. 3 Pee. fest/ wenn das Quarter 63 Sh. und darunter galt; bei einem Preise zwischen 63 und 66 Sh. sank der Zoll auf 2 Sh. 6 Pee. herab, und wurde es mit mehr als 66 Sh. bezahlt, so betrug der Ein⸗ gangs⸗Zoll nur 6 Pce. Die Ausfuhr⸗Praͤmie wurde auf. den Cours von 55 Sh. ausgedehnt und bei 54 Sh. Kaufpreis fuͤhrte man ohne Praͤmie aus.
Im Jahre 1805 war die Aerndte sehr schlecht und die Preise stiegen im Durchschnitt um 22 Sh. uͤber die in dem Gesetze vom
Seit
vorhergehenden Jahre fuͤr die Einfuhr festgesetzte Taxe (sie be⸗ SZ2e. 10 Pce.). Dieses Steigen hatte theils darin, daß es beinahe unmoͤglich war, wegen des Krieges fremdes Getraide einzufuͤhren, theils in einigen in großem Maßstabe an⸗ gelegten und ausgefuͤhrten Handels⸗Operationen seinen Grund. Die Bank⸗Billets hatten ihren Kredit bewahrt und verloren nur 1 pCt. gegen Barren. In den Jahren 1806 und 1807, im Augenblick, als die Billets nur 3 pCt. verloren, schwankten die Preise zwischen 66 und 75 Sh. und die Einfuhr war wenig betraͤchtlich. Vom Jahre 1808 bis zum Fruͤhjahr 1814 fielen di Bank⸗Billets immer mehr im Werthe und dieser Umstand brachte, in Verbindung mit mehreren schlechten Aerndten, den Preis des Getraides auf eine uͤbermaͤßige Hoͤhe. Waͤhrend dieser Periode konnte kein Schiff des Kontinents ohne einen Erlaubniß⸗Schein in England landen, und die Assekuranz⸗Kosten waren viermal hoͤher, als in Friedenszeiten. Nach Napoleon's Sturz gewannen die Billets ihren Werth wieder und die zahlreichen mit Gold be zahlten Einfuhren bewirkten ein schnelles Sinken der Getraide Preise. Waͤhrend der hoͤchsten Theuerung d. h. in den Jahren 1812 und 1813, (im Jahre 1812 galt das Quarter 6 Pfd. 5 Sh 5 Pece.) hatte die Einfuhr an Getraide aller Art und an Meh 270,000 Quarter jaͤhrlich nicht uͤberstiegen. Fuͤr die Konsumenter hatte man nichts gethan; so bald aber die Preise fielen, traten auch die Grundbesitzer mit ihren gewoͤhnlichen Reclamationen wieder hervor und verlangten ein neues Gesetz, um die Course wieder zu heben. Die Opposition der Industrie und die Un⸗ entschlossenheit der Minister ließen jedoch diesen Antrag scheitern Im Jahre 1814 nahm man, nachdem eine Reihe von An traͤgen im Unterhause gemacht worden waren, ein Gesetz an, welches den Preis von 80 Sh. als Graͤnze festsetzte, nach deren Ueberschreitung fremdes Getraide frei eingefuͤhrt werden duͤrfte. Wir wollen hier nicht in die einzelnen Bestimmungen dieses Ge⸗ setzes eingehen, die sich auf die Bestimmung der Durchschnitts⸗ Preise, auf die in den Depots zu tragenden Lasten und auf eine Menge Formalitaͤten beziehen, von denen die einen fuͤr die, welch Getraide einfuͤhrten, immer noch laͤstiger waren, als die anderen Dies Gesetz stellte die Grundbesitzer noch nicht zufrieden, und in Jahre 1821 wurde abermals ein Comité mit der Untersuchung dieses Gegenstandes beauftragt. Allein diesesmal trat eine Reac⸗
rd auf 200,000 Fr. geschaͤtzt.
Deutsche Bundesstaaten.
Dresden, 5. Juni. (Hannov. Z.) Zum zweitenmale in seiner neuen Gestaltung ist dieser Tage das „Staatshandbuch fuͤr das Koͤnigreich Sachsen“ fuͤr 1841 erschienen. Es wird her⸗ ausgeben von dem Direkterium des statistischen Vereins. Eine kurze, aber sehr interessante Einleitung uͤber die geographische, physische und industrielle Beschaffenheit des Landes eroͤffnet es. Wir ersehen daraus, daß das Koͤnigreich Sachsen einen Flaͤchen⸗ V 1r von 271,676 Geviertmeilen, seine Hran einen veheegf 2
2 3 3 9G i 5 irhzi 9 Zste Thei . gegebene Neigung zu redlichen Unterhandlungen vertrauen; un⸗ E1114*“ daech 9 8 ’“ 85 29 85„n. jaber waͤre es, wenn wir zum zweitenmal hintergan⸗ r Fchtelberg im Erzgebirge, ge Fuß 8e Feser ESe f ee, also den 200 F erragend, ist; daß 287
In der City ist das Haupt⸗Augenmerk der Kaufleute auf Postmeilen Ehrvcfen EEE1““ vaß deng1 1840 die den Theehandel gerichtet, der durch die Nachrichten aus China BEinwohnerzahl 1,687,141 war wovon 6081 auf die Quadrat⸗ wieder in einen Zustand fieberischer Aufregung versetzt worden ist. Meile kommen, 533,303 in 141 Staͤdten leben, und das Ver⸗ Es wurden jedoch nicht so viele Geschaͤfte gemacht, als man er⸗ haͤltniß der maͤnnlichen u den weiblichen Bewohnern wie 1000 wartet hatte; denn die Theehaͤndler haben den Verlust noch nicht zu 1055 ist. Die Vergwarks⸗Production betrug 1839 die Summe eingebracht, den sie durch die fruͤheren schlimmen Nachrichten aus von 2,028,201 Rthir. An feinem Silber wurden 61,602 Mark,
geglaubt haben wuͤrde. Jetzt befinden wir uns dagegen in einer viel edleren Stellung, als wenn wir den Krieg gleich anfangs mit Verheerung und Tod an den Chinesischen Kuͤsten entlang haͤtten verbreiten lassen. Wir haben Nachsicht bewiesen, jetzt muͤssen vir Gewalt anwenden. Was Vernunft und Vorstellun en umsonst versucht haben, muß und wird durch die ultima angt werden. Die uns zur Anwendung derselben gezwungen haben, muͤssen nun auch nicht bloß die Folgen tragen sünbzen die Kosten der Gewalthuͤlfe bis aufs Aeußerste bezahlen. Im
rung Griechenlands verfuhr die Europaͤische Politik auf eine eben so grausame, als unvorsichtige Weise gegen Kandien. Nachdem diese üungluͤckliche Insel alle Unfaͤlle und allen Ruhm unseres langen Kampfes getheilt hatte, kam sie in dem Augen⸗ blick, als sie die Fruͤchte ihres Muthes und ihrer Aus⸗ dauer zu aͤrndten glaubte, aus dem Regen in die Traufe; sie wurde Mehmed Ali uͤberlassen. Die Diplomatie suchte diese Ungerechtigkeit dadurch zu entschuldigen, daß die Griechen noch nicht voͤllig Herren des Landes seyen, da die Festungen sich noch in den Haͤnden der Tuͤrken befaͤnden. Man sagte ferner, daß der Pascha von Aegypten eine neutrale Macht sey, welche das Rachgefuͤhl der Osmanischen Pforte gegen rebellische Unterthanen schwaͤchen werde. Es ist eine eigenthuͤmliche Neutralitaͤt, welche seit fuͤnf Jahren darin bestanden hat, jede Rache des geringsten Muselmannes zu befriedigen! Es ist uͤbrigens ungegruͤndet, daß die Tuͤrken noch Herren aller Festungen waren. So befand sich unter anderen die wichtigste derselben, Grambusa, in den Haͤnden
Armee, d. h. des Ueberschusses der Mehmed Ali bewilligten 20,000 Mann betrachtet werden, so wenigstens schreibt man aus Konstantinopel. Zu dieser Nachricht gesellt sich eine andere aus Kahira: der ploͤtzliche Aufbruch einer Aegyptischen Division nach Salahieh, der letzten Wuͤstenstation, und von dort nach El⸗Arisch, so wie die Ankunft von 400 Tuͤrkischen Soldaten, die von Gasa desertirt sind. Ist dies eine Offensiv⸗oder Defensivmaßregel? Man weiß es nicht genau, jedenfalls ist es keine friedliche Demonstration. Der Groß⸗Scherif von Mekka, erbittert uͤber die bestaͤndigen An⸗ forderungen und Ausschweifungen der im Hedschas zuruͤckgelasse⸗ nen Arnauten, hat ploͤtzlich die Beduinen bewaffnet und die Tuͤr⸗ kische Soldateska zum Lande hinaus getrieben. Hiermit ist der letzte Schein der Autoritaͤt des Sultans in Arabien erloschen. Wir bemerken, daß der Groß⸗Scherif ein Freund Mehmed Ali's ist, obgleich Letzterer ihn drei Jahre in Aegypten unter dem Vor⸗ wand, sich mit ihm uͤber die Angelegenheiten des Hedschas zu ie n berdthen, zuruͤckgehalten hatte. Er schickte ihn vor zwei Jahren der Griechen, die sie den Admiralen der drei Maͤchte uͤberlieferten. nach Mekka zuruͤck, und was dieser bis jetzt dort that, geschah Man darf auch nicht vergessen, daß die Griechische Revolution 1 Alles im Einverstaͤndniß mit Mehmed Ali.
unter den Kandioten begonnen hat; aber sie wurden von Capo 1 28
tion ein, und zum großen Mißfallen der Grundbesitzer setzte ma fuͤr das Getraide, welches nicht aus den Britischen Besitzunge in Nord⸗Amerika kam, den Preis des Quarters auf 70 Sh. un fuͤr das aus den genannten Besitzungen kommende auf 56 Sh. fest. Ungeachtet dieser, freilich sehr unbedeutenden Ermaͤßigun wurde der Mangel im Jahre 1826 so groß, daß man das Ge setz aufheben mußte, und um die Besorgnisse des Volks zu zer⸗ streuen, erlaubte der Koͤnig die Einsuhr von 500,000 Quarter Getraide gegen einen Zoll, den ein Geheimeraths⸗Befehl fuͤr an gemessen erklaͤren wuͤrde. 3 Im folgenden Jahre legte Herr Canning dem Parlament eine Reihe von Vorschlaͤgen fuͤr die Abfassung eines neuen S. traide⸗Gesetzes vor; allein durch einen Minister⸗Wechsel 8. dieser Plan. Im Jahre 1828 nahm Herr Charles I. Lord Glenelg) das Projekt des Herrn Canning fast mit S ben Worten wieder auf und dies hatte ein Geseh g Feleaan 89 ches den Eingangs⸗Zoll fuͤr Getraide auf 23 P. festsegt, wenn das Quarter mehr als 64 Sh. gilt, auf; 88 S. 8 wenn es 69 Sh. und auf nur 1 Sh., wenn es 38. Sh. gilt .
Die industrielle Entwickelung, die Zunahme der Bevoͤlkerung und die Vermehrung des Reichthums sind es daher hauptsaͤchlich, welche diese Einfuhr motivirten, die keinesweges den Gang des Ackerbaues gehemmt hat. Die folgenden Zahlen⸗Angaben werden diese Behauptung bestaͤtigen. Zu Anfange der Regierung Georg's III. betrug die jaͤhrliche Erzeugung an Getraide 3,800,000 Quarter, wovon 300,000 ausgefuͤhrt wurden, also 3 ½ Millionen fuͤr den inneren Verbrauch uͤbrig blieben. Im Jahre 1773 wurde in einem im Unterhause abgestatteten Bericht die Production auf 4 Millionen Quarter geschaͤtzt, die, mit Einschluß von 100,000 Quarter auslaͤndischen Getraides, saͤmmtlich in dem Koͤnigreiche verzehrt wurden. Im Jahre 1796 betrug die jaͤhrliche Consum⸗ tion 6 Millionen Quarter, wovon nur 180,000 Quarter einge⸗ fuͤhrt waren, so daß in einer Periode von zwanzig Jahren die Production sich um 1,820,000 Quarter vermehrt hatte. Der Ackerbau hat also, weit entfernt, durch dieses liberale Verfahren zu leiden, vielmehr waͤhrend der ganzen Dauer desselben sich
Angesicht der Welt koͤnnen wir jetzt die uns auferlegte Nothwen⸗ igkeit geltend machen. Das erstemal mußten wir auf die kund⸗
1 Quarter = 5 Scheffel à Metzen Preuß. Maß.