1841 / 163 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

½48 2— —————ö-ö

A—heSAge=—

um e obigen Preise vermindern, nimmt Zoll 2 88 bis dieselben herabsinken, 4 8 in der ersten Klasse auf 23 Fr. 1 Cent. zweiten » EIRE1E dritten » 9 » 1“ p„ p„ werlimn 11n 1 .„ uͤr jeden dieser Werthe der Zoll 3 Fr. 25 C. fuͤr das

2 betraͤgt, wobei die Kriegs⸗Steuer von 3 Fr. 57 ½ C.

it einbegriffen ist. 8 ge- on 23 r., 21 Fr., 19 Fr. und 17 Fr. an steigt zum

Schutze des Ackerbaues der berechnete Zoll nach der Klasse nicht mehr 1 Fr., sondern 1 Fr. 50 C. fuͤr jeden Franken, um den der Normalpreis des einheimischen Getraides sinkt; es folgt daraus, daß in dem Falle, wo die Preise, je nach den Klassen, auf 14 Fr., 12 Fr., 10 Fr. und 8 Fr. sinken wuͤrden, der Zoll fuͤr das Hec⸗ tolitre auf 18 Fr. 25 C. und mit der Kriegs⸗Steuer auf 20 Fr. 7 ½ C. steigen wuͤrde.

2) Die Ausfuhr ist nur einem Zoll von 25 C. fuͤr das Hectolitre unterworfen, sobald der Preis des Getraides auf den Normal⸗Märkten betraͤgt:

25 Fr. und darunter in der ersten Klasse,

ö- » zweiten »

1686* » » dritten »

19 »„ y vierten » Aber uͤber diesen Preis, d. h. von 25 Fr. 1 C., 23 Fr. 1 C., 21 Fr. 1 C. und 19 Fr. 1 C. an, darf, da der Zoll seinerseits die Verproviantirung des Innern schuͤtzen soll, die Ausfuhr nur gegen einen Zoll von 2 Fr. fuͤr das Hectolitre stattfinden. Mit jedem Fr., um den die Preise steigen, nimmt dieser Zoll um 2 Fr. zu, so daß z. B. bei dem resp. Preise von 30 Fr. 1 C., 28 Fr. 1 C., 26 Fr. 1 C. und 24 Fr. 1 C. der Ausfuhr⸗Zoll 12 Fr. und mit der Kriegs⸗Steuer 13 Fr. 20 C. fuͤr das Hecto⸗ litre betragen wuͤrde.

In der Absicht, den Handel und die Schifffahrt Frankreichs zu beguͤnstigen, ist die Einfuhr auf fremden Schiffen mit einer Fachsteuer von 1 Fr. 25 Cent. das fuͤr Hectolitre fuͤr alle Getraide⸗ Arten ohne Unterschied belegt worden. Dieser Zusatz-Zoll hoͤrt nur in dem Augenblick auf, wo der Getraide⸗Preis den Werth von 28 Fr. in der ersten Klasse, 26 Fr. in der zweiten, 24 Fr. in der dritten und 24 Fr. in der vierten Klasse uͤbersteigt.

Hierzu kommt noch, daß, um der Franzoͤsischen Industrie die Vortheile zu sichern, welche aus dem Vermahlen des zum Verbrauch eingefuͤhrten auslaͤndischen Getraides entstehen, das aus dem Auslande kommende Mehl außer dem festen Zoll eine Nach⸗ steuer fuͤr das metrische Quintal“*) zu zahlen hat, die das Drei—⸗ fache von der betraͤgt, die von dem Hectolitre Getraide erhoben wird. Wenn z. B. in der ersten Klasse der Normal⸗Preis gleich 21 Fr. wͤre, so wuͤrde der Zoll fuͤr die Einfuhr auf Franzoͤsischen Schiffen und zu Lande fuͤr das Hectolitre Getraide 6 Fr. 25 Cent. und mit der Kriegssteuer 6 Fr 87 ½ Cent. betragen, waͤhrend derselbe fuͤr das Mehl auf 18 Fr. 50 Cent. und mit der Kriegs⸗ steuer auf 20 Fr. 35 Cent. steigen wuͤrde.

Die Ein⸗ und Ausfuhr⸗Zoͤlle auf Roggen, Mais, Gerste, Buchweizen und Hafer, so wie auf das Mehl dieser Getraide⸗ Arten, sind nach den Zoͤllen, die vom Weizen und Weizen⸗Mehl erhoben werden, in folgenden Verhaͤltnissen bestimmt: Fuͤr je⸗ den Franken des vom Weizen und Weizen⸗Mehl gezahlten

olles wird erhoben: vom Hectolitre von 100 Kilogrammen

Getraide. Mehl.

. 60 Cent. 65 Cent. öö11 60 Gerste 55 » 60 Buchweizen 40 » 50 ö35 » 55

Dies ist eine kurze Uebersicht der Fcanzoͤsischen Getraide⸗ Gesetzgebung, die sich, wie die Englische, auf das Prinzip der graduirten Zoͤlle gruͤndet. Da die Production in gan England fast in demselben Zustande ist, so hat man die Eintheilung in Klassen nicht fuͤr nothwendig erachtet. In Frankreich dagegen, wo die Preise der Production sehr veraͤnderlich sind, hat man sich an diesen Umstand halten und eine Classification waͤhlen muͤssen, die mehrere Normal⸗„Preise gestattet.

In beiden Laͤndern giebt es einen Kampf zwischen den Grundbesitzern und den Konsumenten. In Frankreich, wie auf der anderen Seite des Kanals, findet man, daß der Ackerbau nicht hinreichend beschuͤtzt werde. Als der Graf von Argout im Jahre 1832 den Entwurf des jetzt noch guͤltigen Gesetzes vor—

da waren die Bestimmungen desselben dem Konsumenten weit guͤnstiger; allein die Kammern, wo natürlich die Grundbe⸗ sitzer in der Majoritaͤt sind, fanden in dem Entwurf keine hinrei⸗ chende Garantieen und modifizirten denselben, indem sie den Einfuhr⸗Zoll erhoͤhten und den Ausfuhr⸗Zoll herabsetzten. Die Frage ist unstreitig in Frankreich von geringerer Wichtigkeit, als in England. In Frankreich ist der Bedarf, selbst bei einem mit⸗ telmaͤßigen Ausfall der Aerndte, fast durch die einheimische Pro⸗ duction gesichert; in England dagegen ist die Einfuhr stets zur Deckung des inneren Verbrauchs nothwendig. Durch die An⸗ nahme von graduirten Tarifen hat man der uͤbermaͤßigen Theue⸗

rung des Getraides vorzubeugen und der Bevoͤlkerung eine Art

Genugthuung zu geben geglaubt; aber die Erfahrung hat gezeigt, daß in schwierigen Augenblicken die Herabsetzung der Zoͤlle keine Einfuhr veranlaßte und in diesen Faͤllen hat man fast immer zu Ausnahms⸗Maßregeln seine Zuflucht nehmen muͤssen. So gaben sich im Jahre 1839, als der Preis des Getraides erst eine mit⸗

*) Die Kriegs⸗Steuer von Fre S jedem Franken der direkten Steuer B1 , aus der Zeit des Kaiserreiches her und wird noch im⸗ mer. g en, obgleich seit fünf und zwanzig Jahren Friede ist. ) 1 metr. Quintal = 1 Ctr. 103 Pfv. 25 Loth Preuß. Maß.

70²

telmaͤßige Hoͤhe erreicht hatte, auf mehreren Punkten des Landes beunruhigende Bewegungen kund, und in Folge einiger von dem Volke veruͤbten Gewaltthätigkeiten wurde durch Koͤniglichen Be⸗ fehl die Getraide⸗Ausfuhr auf einige Zeit untersagt. Aehnliche Vorfaͤlle ereignen sich auch in England; wir haben in dem Vor⸗ hergehenden von einer Einfuhr von 500,000 Quarter gesprochen, welche, ohne Beruͤcksichtigung der gesetzlich bestehenden Vorschrif⸗ ten, mit willkuͤrlich geregelten Zoͤllen nachgelassen wurde.

Auf den ersten Blick erscheinen die graduirten Zoͤlle als eine ziemlich vernuͤnftige Maßregel; allein wenn man ein wenig daruͤber nachdenkt, so wird man sehen, daß sie, wenigstens im Falle des Mangels, nicht den vorgesteckten Zweck erreicht. Zur Zeit des Kaiserreichs gab es veraͤnderliche Zoͤlle. Der Getraide⸗Handel hatte keine Sicherheit und konnte sich daher auch nicht auf dauernden Grundlagen feststellen, zumal da auch das Gesetz selbst in gewissen Augenblicken der Noth bei Seite gesetzt wurde. Bei einem einzi⸗ gen und unveränderlichen Zolle wuͤrden die fremden Kaufleute stets eine feste Basis fuͤr ihre Operationen haben und koͤnnten folglich den Getraide⸗Handel mit derselben Regelmaͤßigkeit betreiben, wie den Handel mit allen anderen Waaren. Dann koͤnnten die Laͤn⸗ der, denen es gewoͤhnlich an Getraide fehlt, von außerhalb damit versorgt werden; in gewoͤhnlichen Zeiten wuͤrde der Kaufmann wenig Gefahr laufen und in schwierigen Augenblicken staͤnden die Vortheile mit den Gefahren, welche er zu befuͤrchten hat, im Verhaͤltniß und er waͤre wenigstens icht ploͤtzlichen und unerwar⸗ teten Veränderungen der Taxe a die fuͤr sich allein von der Art sind, daß sie das Mißlz andels⸗Operation ver⸗

anlassen koͤnne

Diese lhünane scheine f das Englische Mini⸗ sterium gemacht zu haben; d Sohn Russell schlaͤgt vor, den graduirten Zoll durch folgentbek festen Zoll zu ersetzen: acht Sh. fuͤr das Quarter Weizen, fuͤnf Sh. fuͤr Roggen, vier Sh. 6 P. fuͤr Gerste und drei Sh. 4 P. fuͤr Hafer. Der Kampf zwischen der Aristokratie und der Industrie hat begonnen; die Letztere wirft sich zur Beschuͤtzerin der arbeitenden Klassen auf und verlangt fuͤr dieselben eine Verminderung der Preise. Die Erstere, um diese Sorgfalt zu verdaͤchtigen, oder um zu zeigen, daß dieselbe wenigstens unzeitig oder illusorisch sey, behauptet, daß eine Verminderung der Brodpreise auch unmittelbar eine Verminderung des Arbeitslohnes nach sich ziehen werde und daß folglich die arbeitenden Klassen durch eine Modification der Ge⸗ traide⸗Gesetze nichts gewinnen wuͤrden. Dies Argument ist nicht unbegruͤndet; um indeß die Wichtigkeit desselben zu begreifen, muß man es noch weiter verfolgen. England's Existenz haͤngt groͤßtentheils von seinem aͤußeren Handel ab, der durch seine In⸗ dustrie und seine Manufakturen genaͤhrt wird. Wenn, wie Lord Winchelsea annimmt, das Arbeitslohn in Folge einer Herabsetzung der Getraide⸗Zoͤlle vermindert wird, so wird man natuͤrlich wohl— feiler fabriziren koͤnnen, und dieser Umstand wird dem auswaͤrti— gen Handel einen neuen Aufschwung geben, man wird ausg edehn⸗ tere und leichtere Absatzwege finden, die Handels⸗Krisen werden weniger intensiv und weniger haͤufig seyn, und dies allein wuͤrde schon sowohl fuͤr die Arbeiter, als fuͤr die Industrie im Allgemei⸗ nen ein unermeßlicher Vortheil seyn.

Es ist indeß billig, zu bemerken, daß die politischen Folgen eines neuen Getraide⸗Gesetzes fuͤr die Aristokratie, welche seit Jahrhunderten die Macht und die Groͤße Englands gegruͤndet und erhalten hat, verderblich seyn wuͤrden. Man wird unstrei; tig durch Abschaffung der Privilegien eine bessere Vertheilun⸗ der Reichthuͤmer, eine billigere Belohnung der Arbeit bewirkeng allein, um dies zu erlangen, muͤßte man die politische Ordnung in ihren wesentlichsten Grundlagen angreifen, die Gewalt in an— dere Haͤnde bringen und der Industrie neue Freiheiten bewilli⸗ gen. Deshalb namentlich ist die Getraide⸗Frage und Alles, was davon abhaͤngt, so wichtig und verdient die ernstliche Pruͤfung der Staatsmaͤnner. In Frankreich kann dasselbe Problem auf ganz andere Weise geloͤst werden, ohne daß die politische Ord⸗ nung oder die Industrie im Allgemeinen merklich dadurch leiden wuͤrden. So ist in diesem Lande eine Aenderung der Getraide⸗ Gesetze niemals ein Ereigniß von großer Wichtigkeit; und selbst zur Zeit der Restauration, welche eine Territorial⸗Aristokratie wie⸗ derherstellen wollte, erregte diese Maßregel weniger Aufmerksam⸗ keit unter den Massen, als ein Gesetz⸗Entwurf, der die politische Organisation betraf.

Wir wollen hier unsere Bemerkungen schließen und die Er⸗ eignisse abwarten. Das hier Gesagte wird hinreichen, um mit Kenntniß der Sache den Debatten folgen zu koͤnnen, die noth⸗ wendig fruͤher oder spaͤter im Parlament uͤber den ernstlichen Konflikt beginnen muͤssen, der sich zwischen der Aristokratie und der Industrie Großbritaniens erneuert hat.

. 51 EIIIö 8668

Den 12. Juni 1841.

Pr. Cour. Brief. Geld.

110 ½ 101 ½ Berl. Anh. Eisenb. 106 105 102 ⁄2¶1 do. do. Prior. Aet. 102 ½ Düsz. Elb. Eis. 96 95

Pr. Cour. Brief. Geld. St. Schuld-Sch. 104 V 103

Pr. Eugl. Obl. 30. 101 ⅞[ Präm. Sch. der Seehandlung. 83 Kurm. u. Neum. Schuldversehr. 3 102 ¼ Berl. Stadt-Obl. 4 103 %1 Elbinger do-. 32 ½ 100 Danz. do. in Th. 48 do. do. Prior. Act. 102 102 4 Weatp. Pfandbr. 2 102 ½¼ 101 [Rhein. Eiseub. 97 1 961/8

Grossh. Posz. do. 4 105¹ 4

Ostpr. Pfandbr. 3⁸ 102 101 ⁄hà [Gold al marco 91” 102 32 Friedrichad'or 1L18

Pomm. do. 103¼ Kuͤr- n. Neum. do. 28 103 102 j½¶ [And. Goldmün- rzen à 5 Thb. 9 81½

Schlesische do. 32 —) 102 Disconto 3

Actilen. Brl. Pots. Eisenb. 126 do. do- Prior. Act. 102*]¾ Mgd. Lpz. Eisenb. 111 8 do. do- Prior. Act. 19

eg b5b601beSn e.

V . Rn.

Thlr. zu 30 S [Brief. G6

Amsterdam 1 . Kurz do 2 Mt. Hamburg. . Kurz do 300 Mk. 2 Mt. London 1 LSt. Mt. Paris .. Mt. Wien in 20 Xr Mt. Augsburg.. Mt. Breslau 100 Thlr. Mt. Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuas 100 Thlr. Tage Fraukfurt a. M. WZ 100 Fl. Mt. Petersburg Woch.

20 to Hœbe *e 8

149 148

101 ½ 99 ½

Aus wärtige Amsterdam, 8. Juni. Niederl. wirkl. Schuld 5115⁄16-

Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 105 ¾&.

Antwerpen, 7. Juni. Zinsl. 5 ¾4. Neue Anl. 21 ¾4 G.

Frankfurt a. M., 9. Juni.

5 % do. 1005⁄16. 2413⁄16. 5 % Span. 21 1. Passive —. Ausg. —. Zinsl. 525

Hrven.

Kanz-Bill. 16· Preuss.

Gesterr. 5 % Met. 108 ⁄1 6 G. 4 % 98 Br. 2 ½ % 56 ⅞6 Fr.

1 % 24 ½ G. 500 Fl. 135 ⁄¶. Sch. 83 G. 5 % Span. Anl. 24 ½à4. 24.

134 1. do. A % Anl. 101 ½ G.

Bank-Act. 1998. 1996. Partial-Obl. —. Loose zu 100 Fl. —. Poln.

Loose za Preuss. Präm. Loose 71 ྠG.

Eisenbahn-Actien. St. Germain —. Versailles rechtes Ufer

—. do. linkes —. München-Augsburg —. Leipzig-Dresden 100 Br. Köln-Aachen 99 ½ Br.

Hamburg, 10. Juni. Bank-Actien 1650 Br. Engl. Russ. 1077⁄¶.

London, 5. Juni.

Cons. 3 % 88 ⁄1¶. Belg. —.

Ausg. Sch. 11 9⅞. 2 ½ % Holl. 52 ⁄1. 5 % 99 ²2.

3 % 20 1. Engl. Kuss. —. Bras. 67. Columb. Peru 15. Chili —.

SET

5 % Rente fin cour. 115. 30. 3 % Kente fin cour. 77. 0. Neapl. au compt. 102. 80. 5 % Span. Rente 24 ⁄½. Passive 5 ½

Br Wien, 7. Juni. 5 % Met. 107 ¾. 4 % 98 ¾4. 3 % 272 24 ½. Bank-Actien 1669. Aul. de 1834 1341/

Abends 10 Uhr.

1841. 11. Juni.

Morgens

Nachmittags 6 Uhr.

2 Uhr.

Neue Anl. 23 ⁄⅞1.

Strafsburg-Basel —.

Passive 5 ½. 5 % Port. 33 ½2. 21. Merx. 27 ¹¾.

59% 30%

20% 55 ½. 1 % de 1839 109 ⁄½.

Meteorologische Beobachtungen.

Nach einmaliger Beobachtung.

Luftdruck 330,15„Par. 330,65„Par. 331,14 ‧Par. 8 Luftwärme ... +2f 8,3 °R. + 11,60 R. + 9,8 0 R. Fl. Thaupunkt.... + 7,70 R. +. 8,8 0 R. + 8,40 R. B Dunstsättigung 95 vpCt. 80 pCt. 89 pCt. Ar Wetter Nebel. Regen. Regen. t O. ONO. ONO ONO.

Wolkenzug

nellwärme 8,3 0 R.

ußwärme 13,00 R. odenwärme 14,1 0 R. usdünstung 0,030 Rh.

Niederschlag 0,097“ Rh. Wärmewechsel + 14,3 0 + 8,10.

Tagesmittel: 330,65“par. + 9.90 R... + 8,3 0 R... 88 pCt. ONO.

LEe EEE Sonntag, 13. Juni. Im Opernhause:

elee.

Die Stumme von

Portici, große Oper mit Ballet, in 5 Abth., Musik von Auber. (Mlle. Wagon: Fenela, Mlle. H. Schulze: Elvira.)

Preise der Plaͤtze: Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

In Potsdam: nach Scribe von A. Cosmar.

Montag, 14. Juni. Im Schauspielhause:

Ein Platz in den Logen des ersten Das Glas Wasser, Lustspiel in 5 Abth.,

Der Roman,

Lustspiel in 1 Akt, von Fr. v. Holbein. Hierauf: Die Schleich⸗ haͤndler, Possenspiel in 4 Abth., von E. Raupach.

In Potsdam: La marquise de Senneterre,

comédie nouvelle

en 3 actes par Mr. Mélesville. Hierauf: Divertissement aus dem

Ballet: Die Feen, von Hoguet. Und: Le T) vaudeville nouveau en 1 acte par Mr. Bayard. Dienstag, 15. Juni. sches Gedicht in 5 Abth., von Goethe. Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstell

Koͤnigsstadtisches Thea Sonntag, 13. Juni. Der Talisman. in 3 Akten, von J. Nestroy. Montag, 14. Juni. stellung.) L'Elisir d'amore. 2 Atti. Poesia del Signor Romani. Donizetti.

Preise der Plaͤtze:

(Der Liebestrank). Musica del-

10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon

Ranges 1 Rthlr. ꝛc.

ran d'une femme,

Im Opernhause: Faust, dramamati⸗

ung.

he v

Posse mit Gesang Musik von A. Muͤller. (Zwanzigste Italiaͤnische Opern⸗Vor⸗

Opera buffa in Maestro Gaetano

Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr.

des ersten

Der Anfang der Italiaͤnischen Opern⸗Vorstellungen ist um

6 ½ Uhr.

Die Kasse wird um 5 ½ Uhr geoͤffnet.

Textbuͤcher in Italiaͤnischer und Deutscher Sprache sind im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu

haben.

Dienstag, 15. Juni. Schabernack. Wiener Lokal⸗Posse mit Gesang J. Nestroy. (Neu einstudirt.)

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. 3

Eulenspiegel, oder: Schabernack uͤber

in 4 Akten von

inkeisen

Gedruckt bei A. W. Hayn.

Allgemeiner

31 Morg. 15 ¶Ruth. Preuß., gerichtlich 221 Thlr. 15 sgr.;

à) das Rittergr der neuesten Preuß., land

Bekanntmachugnen.

Notisikatorium. Auf den Antrag der Erben des Ritterguts⸗Besitzers Heinrich Ludwig Reuter und seiner Ehefrau Dorothea, geb. Janse, sollen folgende zu deren Nachlaß gehörige

Grundstücke: 8 1) das Rittergut Waldaukadel incl. des dabei befind⸗

abgeschätzt;

Anzeiger fuͤr die

lichen Schmiedegrundstücks mit einer Fläche nach lich bewirthschaftet worden sind, zusammen in dem auf obigen Termine vorbereitet seyn.

der neuesten Vermessung von 1420 Morg. 160 —2R. den 18. August

1841, Vormittags um 11 Uhr, das

preußischen Staaten.

auf ausgezeichneten Gebäuden im besten Zustande, worun⸗ Verein fuͤr Pferdezucht und Pferdedressur.

ter sich eine Roß⸗, Mahl⸗ und Oelmühle, auch Brau⸗ it Ballupönen mit einer Fläche nach und Brennerei befinden, versehen, und ist daselbst bis⸗ Vermessung von 2597 Morg. 66 R. her ein edles Gestüt und eine feine Schäferei von zu 1 Thlr.) Sonnabend den 12. J schaftlich auf 28,346 Thlr. 10 sgr. 6 pf. 1500 Stücken gehalten worden. 2 Die Taxen und Kaufbedingungen sin 1 in freiwilliger Subhastation verkauft werden, und zwar Registratur einzusehen und müssen die Bieter auf Ein⸗ Abends geöffnet. Diesenigen Herren, welche dem Ver⸗ die ersteren 3 Besitzungen, welche bisher gemeinschaft⸗ zahlung einer Summe von 3000 Thlr. in jedem ꝛer ine wünschen, werden süch 1

1 8. a orthin zu wenden, so wie auch die rückständigen ahlungsfähige Käufer werden zu diesem Termine Beiträge Ti c gensent g 5 wobei visverbolt

Der Verkauf der Billets zur Tribüne beginnt unter den bekannten Bedingungen (ein Billet für alle 3 Tage

uni im Versamm⸗

lungs⸗Lokal des Vereins, Dorotheenstraße Nr. 11. Das sind in unserer Büreau ist täglich von 8 Uhr Morgens bis 6 Uhr

Preußisch, landschaftlich auf 28,618 Thlr. 1sgr. 9 pf. Rittergut Ballupönen aber in dem auf den 19. Au⸗ hierdurch eingeladen und wird, falls keine anderweiten bemerkt wird, daß nur diejenigen Mitglieder an der

abgeschätzt;

gust 18à1, Vormittags um 11 Uhr, vor dem Herrn Hindernisse entgegenstehen, bei anne

2) das Bauergut Elluschönen mit einer Fläche von Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Marenski auf dem hiesigen der Zuschlag erfolgen.

89 Morg. 11 IRuth. Preuß., gerichtlich 780 Thlr. abgeschätzt;

auf Ober⸗Landesgerichte angesetzten Termi Diese im Stallupöner Kreise bele 2 Besitzungen 3) das Torfbruch Serguhnen mit einer Fläche von sind von Gumbinnen etwa 2 Meisen entfernt, mit.

Insterburg, den 27. April 1841.

ICivil. Senat des Königl. Ober⸗Landesgerichts.

Beiträge eingegangen sind. Berlin, den 7. 8

hmbaren Geboten Verloosung der gekauften Pferde Theil nehmen, deren

Junt 1841. v. Eckardstein.

Amtl. Nachr.

Belgien.

Deutsche

Allgemeine

taats-Zeit

No** 163.

Berlin, Montag den 14ten Juni

Inhalt.

Frankreich. Paris. Nachträgliches über die angebliche Minister⸗ Krisis. Die Pairs⸗Kammer beabsichtigt ihre Opposition noch wei⸗ ter auszudehnen. Vorgeblicher Vertrag zwischen England und Rußland. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Der Mar⸗

quis von Dalmatien. Ungrund des Gerüchtes über ein Englisch⸗Rus⸗ sisches Bündniß in Folge einer neuen Verzögerung der endlichen Lö-⸗

sung der orientalischen Frage. Frankreichs Anschließen an Deutschland.) Großbrit. u. Irland. Oberh. Lord Brougham zu Gunsten des mi⸗ nisteriellen Getraide⸗Zoll⸗Vorschlags. Unterh. Erklärungen über

die Korngesetze und die Parlameats⸗Auflösung. London. Abreise des

Hofes nach Windsor. O'Connor's Erklärung gegen Peel. Mit⸗

kelweg hinsichtlich des Getraide⸗Zolls. Krieg gegen China. Aus⸗

bleiben des Dampfschiffs „Britannia“. Beabsichtigte Heirath Lord

J. Russell's. Sir D. Wilkie. Vermischtes.

Niederlande. Haag. Freimaurer⸗Fest.

G Brüssel. Wahlen und Wahl⸗Umtriebe. Brüssel. (Die Wahlen und ihre ersten Resultate.)

Schreiben aus

Dänem. Kopenh. Budget. Vorbereitungen zum Empfange der

Kronprinzessin.

Bundesst. München. Rückkehr des Königs aus Italien. Stuttgart. Protestantische Spnode. Hannover. Entwürfe, die den Ständen vorliegen.

Portngal. Minister⸗Krisis. Verhältniß zum Römischen Hofe.

Griechenl. b ten aus Kandien. Fortwährende Theilnahme an den dortigen Ereignissen.

Aegypten.

Inland. Stettin. Einfuhren in fremden Schiffen. Bonn. Ernennung.

Zur Polemik über den Schifffahrts⸗Vertrag. Wiss., K. u. Lit. Berlin. Königsstädtisches Theater.

Alexand. Truppenmacht des Pascha's.

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht: Dem Schulzen Wendt zu Schinne, im Kreise Stendal, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen; und Dem Koͤnigl. Hof⸗Bildhauer, Professor Rauch, die Anle⸗ gung des ihm von des Koͤnigs der Franzosen Majestaͤt verliehe⸗ i Ritterkreuzes der Ehren⸗Legion zu gestatten.

Se. Hoheit der Erbgroßherzog von Hessen und bei Rhein ist von Moskau hier eingetroffen.

Heeute wird das Ste Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung ausgege⸗ ben, welches enthaͤlt: unter Nr. 2161. Die Genehmigungs⸗Urkunde des in dem Protokolle ddeer Central⸗Rheinschifffahrts⸗Kommission vom 1838 enthaltenen zehnten Supplementar⸗Artikels zu der Rheinschifffahrts⸗Akte vom 31. Maͤrz 1881. h. d. den 6. September 1838. Desgleichen der in dem Protokolle der Rheinschiff⸗ fahrts⸗Kommission vom 27. Juli 1839 enthaltenen Supplementar⸗Artikel XI., XIl. und XIII. zur Rhein⸗ schifffahrts⸗Akte vom 31. Maͤrz SüII D i bhen 15. Oktober 1840.

53. Die Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre vom 24. April d. betreffend das Verfahren bei Festsetzung und Einzie— hung der Gebuͤhren und Auslagen der Friedensrich⸗ ter und Gerichtsschreiber.

Desgleichen vom §. Mai d. J., wodurch in Betreff der zur Abfassung eines Appellations⸗Erkenntnisses erforderlichen Anzahl von Richtern eine Ausnahme fuͤr diejenigen Obergerichte angeordnet wird, welche nach Maßgabe der Instruction vom 30. Mai 1820 uͤber die Verhältnisse der vormals unmittelbaren Deutschen Reichsstaͤnde (Gesetz⸗Sammlung Seite 81) und nach den darauf sich gruͤndenden Rezessen errichtet worden, ferner

Die Ministerial⸗Erklaͤrung uͤber die mit der Herzog⸗ lich Anhalt-Coͤthenschen Regierung abgeschlossene Uebereinkunft wegen gegenseitiger Uebernahme der Vagabunden und Ausgewiesenen. Vom 24. Juli 1839. Bekannt gemacht den 15. Mai 1841, und

zuletzt 2166. Bie Allerhöchste Kabinets⸗Ordre vom 30. Mai d. J., die Ermaͤßigung der nach der Danziger Wechsel⸗Ord⸗ nung zulaͤssigen zehn Respittage auf drei betreffend. Berlin, den 14. Juni 1841. 8 Debits⸗Comtoir der Gesetz⸗Sammlung.

Angekommen: Der Ober⸗Praͤsident der Provinz Posen, Graf von Arnim, von Boitzenburg in der Ukermark.

Der Großherzogl. Hessische General⸗Major, Freiherr von Stosch Siegroth, von Moskau.

Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und kom⸗ mandirende General des 3ten Armee⸗Corps, von Weyrach, und

Der General⸗Major und Commandeur der 6ten Division, E” von Quadt und Huͤchtenbruck I., nach Treuen⸗ rietzen.

Der General⸗Major und ad inter. Direktor des Allgemeinen Kriegs⸗Departements im Kriegs⸗Ministerium, von Reyher, nach Ersg.

er er Praͤsident der Provinz Pommer nach Steetin. P 3 P ern, von Bonin,

Gesetz⸗ Selbst wenn das Rekrutirungs⸗Gesetz verworfen und nicht

Athen. Bevorstehende Abreise der Königin. Nachrich⸗ 3 sterium

Erhöhte Differenz⸗Zölle in Frankreich auf die

sollte, da die Sitzung noch nicht geschlossen sey.

anderungen unterworfen

Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.

IEE111666. 8

Paris, 8. Juni. Der Moniteur parisien enthaͤlt fol⸗ genden Artikel: „Mehrere Journale sprechen diesen Morgen (7ten) von einer angeblichen ministeriellen Krisis, welche durch die Dimission des Marschalls, Herzogs von Dalmatien, herbei⸗ gefuͤhrt worden waͤre. Wir wiederholen, daß der Umstand, wel⸗ cher allen diesen Behauptungen zum Vorwande dient, keinerlei Grund hat; der Marschall hat nicht seine Dimission gegeben. Alle auf jene falsche Voraussetzung gebauten Kommentare fallen demnach in sich selbst zusammen.“ Das Journal des Doée⸗ bats theilt diese Ansicht vollkommen. Es behauptet, daß die mi⸗

nisterielle Krisis, von der die Oppositions⸗Blaͤtter so viel Laͤrm

machten, gar nicht existire. Es bestreitet sogar, daß das Mini⸗

sterium eine ernste Niederlage erlitten habe, und daß der Geist

der Franzoͤsischen Institution den Kriegs⸗Minister zwinge, unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden seine Entlassung zu nehmen.

bloß amendirt worden waͤre, wuͤrde dies fuͤr das Mini⸗ noch immer kein vernuͤnftiger Grund seyn, sich aufzuloͤsen, denn es sey in keiner von beiden Kammern Jemand eingefallen, aus der unveraͤnderten Annahme dieses Gesetzes eine Kabinetsfrage zu machen. Allerdings knuͤpfen sich an die An⸗ nahme des Amendements traurige Folgen, aber die Schuld trage allein die Deputirten-Kammer, welche auf ihrem Posten seyn Waͤre die De⸗ putirten⸗Kammer noch beisammen, so wuͤrde die Annahme des

Amendements nur einen Verzug von einigen Tagen zur Folge

haben. So sey die Entscheidung der Pairs⸗Kammer nur als eine gegen die Deputirten⸗Kammer, keineswegs als gegen das Ministerium gerichtete Demonstration zubetrachten. Die Pairs⸗Kam⸗ mer habe dadurch bloß der Deputirten⸗Kammer andeuten wollen, daß keine von beiden Kammern vor der anderen auseinander gehen duͤrfe, und daß, so lange noch ein Gesetz vorliege, die Deputirten nicht glauben sollten, ihr Geschaͤft sey abgethan. Diesen be⸗ stimmten Versicherungen muͤssen sich dann auch die Oppositions⸗ Blaͤtter ergeben. Der Commerce schließt sich nun ebenfalls der Meinung an, daß die ministerielle Krisis aufgehoͤrt habe. Er fuͤgt hinzu, daß der Marschall Soult in die Vertagung des Rekrutirungs⸗Gesetzes gewilligt habe. Außerdem sagt er noch:

„Nach einer anderen Auslegung haben sich Herr Guizot und

der Marschall durch Vermittelung des Herzogs von Orleans ver⸗ staͤndigt. Das Rekrutirungs⸗Gesetz, an welchem der Kriegs⸗Mi⸗ nister mit der Liebe eines Vaters haͤngt; wuͤrde in der gegenwaͤr⸗ tigen Session votirt werden. Man zweifelt nicht, daß die Pairs⸗ Kammer, die selbst uͤber die Verlegenheiten betroffen ist, die sie dem Ministerium bereitet hat, sich dazu verstehen wird, den Ge⸗ setz⸗Entwurf ohne weitere Veraͤnderungen anzunehmen. Aber man muͤßte auch eine Majoritaͤt in der Deputirten⸗Kammer zu⸗ sammenbringen, und dies ist das Schwierige.“

Ein Blatt meldet, der Marschall Soult wolle, nach der Verordnung seines Arztes, 10 Tage auf dem Lande zubringen, und sich während dieser Zeit mit durchaus nichts beschaͤftigen.

Nach der Meinung eines hiesigen Blattes wuͤrde die An⸗ nahme des Ambrugeac'schen Amendements den Absichten des Marschalls Soult durchaus kein materielles Hinderniß in den Weg legen. Zum ersten Januar des naͤchsten Jahres koͤnne er die Armee um 60,000 Mann vermindern. Allerdings duͤrfe er diese nicht in die Reserve einruͤcken lassen, aber er koͤnne ihnen unbeschraͤnkten Urlaub geben. Da nun kraft des Gesetzes vom Jahre 1832, der Kriegs⸗Minister die beurlaubten Soldaten Re⸗ vuͤen, Inspektionen und periodischen Versammlungen unterwerfen koͤnne, so sey eigentlich so gut wie gar kein Unterschied vor⸗ handen.

Der Courrier francais glaubt zu wissen, daß die Pairs⸗ Kammer ihre Opposition nicht auf das hT“ be⸗ schraäͤnken werde, sondern noch manches andere im Schilde fuͤhre; das Gesetz uͤber die außerordentlichen Arbeiten und das Gesetz uͤber die Verauctionirungen wuͤrden ebenfalls noch manchen Ver⸗ werden. Die Hauptanfuͤhrer dieser Schilderhebung wollten das Ministerium und die Deputirten⸗Kam⸗ mer zur Kapitulation zwingen. Das Budget wagten sie nicht zu amendiren, weil die Finanz⸗Gesetze eigentlich vor das Forum der Deputirten⸗Kammer gehoͤrten. Dafuͤr wuͤrde sie sich aber an die Gesetze halten, welche man als Anhaͤnge zum Budget betrachten koͤnne.

Als Beweis der wunderbaren Erfindungsgabe mancher Blaͤt⸗ ter mag angefuͤhrt werden, daß ein Journal allen Ernstes mel⸗ det, zwischen Rußland und England waͤre ein Traktat uͤber die Theilung des Orientes abgeschlossen worden. Den Vorwand dazu haͤtten die insurrectionellen Bewegungen gegeben, welche sich setzt uͤberall im Tuͤrkischen Reiche offenbaren. Der Courrier frangais, der ebenfalls dieses grundlose Geruͤcht mittheilt, fuͤgt hinzu: Ein Attaché im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten sey nach Petersburg abgereist, um dem Franzoͤsischen Ge⸗ sandten Depeschen zu uͤberbringen, welche sich auf die Verzoͤge⸗ rung der Unterhandlungen uͤber die Orientalischen Angelegenhei⸗ ten bezoͤgen.

Den Arbeiten an den Festungswerken von St. Denys, ge⸗ nannt double couronne du Nord, scheint eine ganz ungewoͤhnliche Bedeutung gegeben zu werden, denn es sind so viel Arbeiter bei denselben beschäͤftigt, und die Arbeit wird mit solchem Eifer be⸗ trieben, daß in sehr kurzer Zeit die Erdarbeiten ganz beendet seyn werden. Außer 500 Civil⸗Arbeitern sind 2 Compagnieen des 3ten Genie⸗Regimentes und 13 Compagnieen des AÄten leichten Regi⸗ mentes, im Ganzen 2230 Mann bei denselben beschaͤftigt. Das Fort St. Denys, welches eine Ausdehnung von 1280 Metres hat, durchschneidet 3 große Straßen, welche bei St. Denys zu⸗ sammen treffen, die Straße nach Calais, die Straße nach Havre, und die Departementalstraße nach Gonesse

man eben erlangt,

Das 65ste Linien⸗Regiment, welches von Paris abmarschirt ist, hatte sich, wie es heißt, geweigert, an der Ringmauer auf der Linie von Passy zu arbeiten. 88

Die Memoiren, mit deren Abfassung die Koͤnigin Christine gegenwaͤrtig beschaͤftigt ist, werden nach dem „Temps“ unter dem Titel „Eilf Regierungs⸗Jahre“ erscheinen.

Der General Duvivier ist in Paris angekommen; er soll er⸗ klaͤrt haben, daß er nicht nach Afrika zuruͤckkehren werde, so lange der General Bugeaud Gouverneur bleibe.

Herr Thiers ist vorigen Sonnabend in Lille angekommen.

Boͤrse vom 8. Juni. Auch an der Boͤrse war man heute allgemein uͤberzeugt, daß das Ministerium wieder konsoli⸗ dirt sey. Da alle Besorgnisse, die man in den letzten Tagen wegen der angeblichen Minister⸗Krisis gehegt hatte, wieder ge⸗ schwunden, so waren die Franzoͤsischen Renten waͤhrend der gan⸗ zen Dauer der Boͤrse sehr gesucht. Die nahe Zahlung der Cou⸗

pons der 3proc. Rente scheint uͤbrigens zur guͤnstigen Stimmung,

welche in diesen Effekten eingetreten, ebenfalls viel beigetragen

zu haben.

*% Paris, 8. Juni. Nach der gestern von uns erwaͤhnten politischen Bedeutung, welche die Umstaͤnde dem Marschall Soult gaben, ließe es sich leicht erklaͤren, wenn seine Kollegen, um ihn

im Kabinet zuruͤckzuhalten, noch andere Opfer gebracht haͤtten,

als ihre persoͤnlichen Bemuͤhungen, die freundlichen Briefe des Koͤnigs und den erwaͤhnten Besuch des Herzogs von Orleans. Man spricht davon, man werde seinem Sohne, dem Marquis von Dalmatien, jetzt in Turin, einen sehr bedeutenden Gesandt⸗ schafts⸗Posten gewaͤhren. In Kreisen naͤmlich, die kein Interesse fuͤr das Kabinet haben, versichert man, daß am Sonntag eine telegraphische Depesche nach Turin abgegangen sey, mit der Anfrage an den Marquis von Dalmatien, ob er, an der Stelle des Herrn von St. Aulaire, die Gesandtschaft in Wien annehmen wolle, und durch diese Konzession habe daß der Marschall seine Demission zuruͤckge⸗ nommen habe. Die Journale sprechen dagegen von der Erthei⸗ lung der Gesandtschaft in Rom, wogegen die Freunde der Mi⸗ nister erwiedern, daß dieser Posten zwar bedeutend sey in Bezug auf die Verhaͤltnisse der neuen Dynastie zu dem groͤßtentheils noch widerspenstigen Klerus, daß er aber doch nicht so wichtig waͤre, als daß ihn der Marschall nicht zu allen Zeiten fuͤr seinen Sohn erlangt haben wuͤrde, wenn er ihn gefordert haͤtte. Sie versichern daher, daß, waͤhrend der zweitaͤgigen Krise von den Gesandtschafts⸗ Veraͤnderungen, die man schon laͤngst vorher beschlossen, gar nicht die Rede gewesen, um so weniger, als sie erst in einiger Zeit vor⸗ genommen werden sollen.

Wenn sich aber in diesem Augenblick nur erst etwas mi Gewißheit uͤber diese Gesandtschafts⸗Angelegenheit des Marquis von Dalmatien sagen laͤßt, so kann man dagegen die Nachricht als vöͤllig ungegruͤndet erklaͤren, welche die „Gazette de II und nach ihr der „National“ verbreiten, daß in der rientalischen Sache ein Buͤndniß zwischen England und Rußland abgeschlossen sey. Wahr scheint indeß, daß gestern unerfreuliche Nachrichten von London eingetroffen sind, und daß der Abschluß der Orienta⸗ lischen Frage noch laͤnger hinausgeschoben seyn duͤrfte, als man noch vor vier Tagen angegeben hatte. Die Sitzungen der Konferenz sollen bis dahin einen thaͤtigen Fortgang gehabt haben, bis man mit der vom Divan gewuͤnschten Antwort auf sein Memorandum vom 19. April zu Stande gekommen. Als man aber das letzte von Frankreich gewuͤnschte Konferenz⸗Protokoll in der Aegyptischen Sache habe vornehmen wollen, da seyen die Unterhandlungen wieder in Stocken gerathen. Denn Lord Palmerston habe ploͤtzlich allen weiteren Verhandlungen einen systematisch hinziehenden Wi derstand entgegengesetzt.

t Paris, 8. Juni. Obgleich das Geruͤcht einer Separat⸗ Convention zwischen England und Rußland uͤber das endliche Schicksal der Tuͤrkei von der Presse eifrig aufgegriffen und kom⸗ mentirt wird, so findet es doch im Publikum nicht mehr Glau⸗ ben, als es verdient. Sie koͤnnen versichert seyn, daß man auch bei uns im Grunde des Herzens, wenn auch der Mund oder die Idee das Gegentheil sagt, davon uͤberzeugt ist, daß die Ka⸗ binette von London und von St. Petersburg in der gegenwaͤrti⸗ gen Lage Europa's nicht ohne die Zuziehung Frankreichs zur Aus⸗ fuͤhrung der ihnen zugeschriebenen Plaͤne schreiten werden. Man spricht hier nur im Allgemeinen von einer abermaligen Annäͤhe⸗ rung der Britischen und Russischen Politik, welche in den letzten Wochen stattgefunden haben soll, und auf Frankreichs auswaͤrtige Politik natuͤrlich nicht ohne wesentlichen Einfluß bleiben duͤrfte.

Die Richtung des offentlichen Geistes auf ein engeres An⸗ schließen an Deutschland ist hier unverkennbar fuͤr einen Jeden, der die Beobachtung der kleinen Erscheinungen nicht verschmaͤht. Es ist indessen wahr, daß sich in dieser Tendenz nicht sowohl wahre Sympathie, als eine richtige Wuͤrdigung des National⸗ vortheils aͤußert. Ueberhaupt macht sich dieselbe bis jetzt bloß in der eigentlich politischen Sphaͤre bemerklich, unterhalb deren sich das Chaos der ererbten feindseligen Gefuͤhle und Anspruͤche ge⸗ gen Deutschland bewegt, aus welchen z. B. die freche Antwort Alfreds de Muͤsset auf das Becker'sche Rheinlied *) hervorgegan⸗

*) Sie findet sich in der neuesten uns so eben zugekommenen Nummer der „Revue de Paris“. Als Dokument zur Geschichte der 9 politischen Poesie des heutigen Frankreichs theilen wir sie hier mit:

Nous l’avons eu, votre Rbin allemand. Il a tenu dans notre verre; Un couplet qu'on s'en va chantant Efface-t-il la trace altière 8 S Du pied de nos chevaux, marqué dans votre ang f

Nous l'avons eu, votre Rhin allemand. Son sein porte une plaie ouverte Du jour ou Condé triomphant A déchiré sa robe verte.

bien l'enfant-