1841 / 169 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 in der Provinz, wo sie erhoben werden; fuͤr die *b auf b Paelgcation Bedacht genommen werden. Ergede sich dann noch ein Rest, so möge dieser dem ganzen Kon⸗ tingente der Klassen, Schlacht⸗ und Mahlsteuer abgeschrieben werden. Fixirung des Salzpreises nach den Faktoreipreisen und Abstellung der Salz⸗Kontingentirung in den Graͤnzbezirken. Verminderung der Grundsteuer, der aber eine gruͤndliche Revi⸗ sion des ganzen Steuerwesens und namentlich eine Gleichstellung der Grundbesteuerung der aͤlteren mit der Rehin⸗Provinz noth⸗ wendig vorangehen muͤsse. Der Referent des Ausschusses er⸗ waͤhnt nochmal der Bemerkung des Berichtes, daß der Erlaß erst im Jahre 1843 zu erwarten, und eine Vermehrung desselben zu hoffen stehe. Ein Austausch der Ansichten bei Zusammentritt der Ausschuͤsse scheine wuͤnschenswerth. Ob uͤberhaupt die Steuern

in richtigem Verhaͤltnisse zu dem Beduͤrfnisse stehen, lasse sich nicht gruͤndlich uͤbersehen. Unter den bereits erwaͤhnten Steuer⸗ gattungen sey auch der Erlaß oder die Verminderung der Moststeuer vorgekommen; allein die mit der Lage der Win⸗ zer genauer vertrauten Kollegen haben solche bei den gegen die Vereinsstaaten bestehenden Verhaͤltnissen selbst nicht fuͤr rathsam gehalten. Von einer anderen Seite wird geaͤußert, daß die Wohl⸗ that der aͤrmeren Klasse uͤberhaupt zu Gute kommen solle, und mithin kein Grund vorhanden sey, die Winzer vorzugsweise zu beruͤcksichtigen. Auch wuͤrde der Erlaß der Beischlaͤge fuͤr die Justizkosten nicht aber den Aermeren zu Gute kommen; dasselbe gelte von der Verminderung der Salzpreise, welche den Gutsbe⸗ sitzern und Fabrikanten mehr als den Armen zum Vortheil gerei⸗ chen wuͤrde. Die Verminderung des Schulgeldes scheine im⸗ mer noch das Angemessenste. Ein Mitglied des vierten Standes haͤlt die Vertagung eines Beschlusses fuͤr bedenk⸗ lich, da der Landtag vor 1843 nicht wieder zusammen⸗ trete. Andere Provinzen wuͤrden schneller zugreifen. Vertheilung der Rate auf die einzelnen Theile der Provinz sey wohl weniger die Absicht des Koͤnigs als vielmehr Erlaß einer bestimmten Steuer, wodurch denn auch eher eine Ausgleichung den einzelnen Provinzen moͤglich werde, z. B. bei dem Salz. Ein

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8 mer, in welchem das genannte Blatt die Umarbeitung des Ge⸗

setz⸗Entwurfes fuͤr so vortheilhaft erklaͤrt, daß man ihrerwegen allein schon die Annahme dieses Gesetzes um 6 Monate vertagen koͤnne. Aus dieser Vertagung koͤnne auch nicht eine Kabinets⸗

nerer Meinung seyn koͤnne, als in Betreff des Rekrutirungs⸗ gesetzes, ohne daß man im Geringsten daraus schließen koͤnne, die Pairs⸗Kammer wolle dem Ministerium ibren Beistand ver⸗ weigern.

Herr Guizot hatte heute eine Konferenz mit Herrn Martin du Nord und mehreren Mitgliedern des Koͤnigl. Gerichtshofes. Man glaubt, daß die Didier'sche Brief⸗Angelegenheit Gegenstand ihrer Besprechung war. .

Vor einiger Zeit wurde von der Beschlagnahme meh⸗ rerer Journale berichtet, welche den vielbesprochenen Brief des Herrn Didier veroͤffentlicht hatten, in welchem dieser behauptete, daß der damalige Herzog von Orleans um die Grenobler Verschwoͤrung im Jahr 1816, die seinem Vater das Leben kostete, gewußt habe. Welchen Entschluß das Ministerium in dieser Angelegenheit fassen, ob es die betreffenden Journale

stand der verschiedenartigsten Auslegungen gewesen. Heute wird nun wieder als bestimmt versichert, daß der Pairs⸗Kammer durch eine Ordonnanz, welche morgen im „Moniteur“ erscheinen wuͤrde, die Aburtheilung dieser Sache uͤbertragen werden solle. Der diesfaͤllige Beschluß waͤre in einem gestern unter dem Vorsitze des Koͤnigs in den Tuilerieen gehaltenen Ministerrathe gefaßt wor⸗ den. Mit dieser Entscheidung bringt man es auch in Verbin⸗ dung, daß der „Messager“ gestern Abend einen weitlaͤuftigen Ar⸗ tikel uͤber die Unverletzlichkeit des Koͤnigs veroͤffentlichte.

Die von der Stadt Paris bewilligten Summen fuͤr die Primair-Schulen haben sich innerhalb eines Zeitraumes von 12 Jahren, naͤmlich von 1830 bis einschließlich 1841 solgender⸗ maßen gesteigert:

1830

8 Vermehrung. 97,680 Fr.

Mitglied des zweiten Standes spricht sich entschieden fuͤr Ermaͤ⸗ ßigung der Klassensteuer, so wie der Schlacht⸗ und Mahlsteuer zum Vortheil der aͤrmeren Einwohner aus, wogegen ein Mitglied des ersten Standes mehr geistige Zwecke verfolgt, und daher die Stellung der Elementar⸗Lehrer und die Ermaͤßigung der Schulgelder beruͤcksichtigt zu sehen wuͤnscht. Es wird aber bemerklich gemacht, daß ohnehin schon das Schulgeld fuͤr die Armen fast in allen Thei⸗ len der Provinz theils aus Stiftungen, theils aus Kommunalmitteln bestritten werde. Ein neuer Vorschlag geht dahin, den Betrag zur Kommunalschulden⸗Tilgung zu verwenden, was aber wieder der Be⸗ dingung, daß den Armen zunaͤchst eine Erleichterung verschafft werden solle, nicht zu entsprechen scheint. Bei der Unmoͤglichkeit, alle oder auch nur mehrere der gemachten Vorschlaͤge aus der angebotenen 1 ½ Million Thaler zu beruͤcksichtigen, wird der schon bei fruͤheren Landtagen in Aussicht gestellte Erlaß der Salz⸗ steuer um so mehr nochmal hervorgehoben, als dieses unentbehr⸗ liche Victual in Nachbarstaaten weit wohlfeiler sey. Es moͤge daher die Tonne auf 10 Rthlr. festgesetzt werden, wobei der Reiz zum Schmuggeln aufhoͤren und der Staat am Ende durch ver⸗ mehrte Consumtion noch gewinnen wuͤrde. Nachdem die ver⸗ schiedenen Vorschlaͤge resumirt und die Gruͤnde erwogen worden,

1831 1832 1833 1834 1835 1836 1837 1838 18390

1840 1841

Total⸗Summe der bee- willigten Fonds 5,225,226 Fr.

150,680 176,680 181,388 190,288 210,188 328,783 570,346 752,124 838,154 848,654 880,261

53,000 Fr. 26,000 » 4,708 8,900

19,900 118,550

241,608

181,778 86,030 10,500 31,607

SsSsSseEsssv s v

Total⸗Summe

der Vermeh⸗

rungen 782,581 Fr. Diese Summe von 5,225,226 Fr. ist einzig und allein fuͤr

Material verwendet worden; eine Summe von mehr als 600,000 Francs, welche fuͤr die Einrichtung der Schulen ausgegeben wurde, ist nicht mit hierin begriffen. Außerdem sind noch 180,000 Fr. zur Errichtung einer hoͤheren Primairschule bewilligt worden.

scheint sich die Majoritaͤt zu der Meinung hinzuneigen, daß der Betrag baar erbeten und nach Ermessen des Landtages zum Frommen der aͤrmeren Volksklasse angewendet werden moͤge; welche Ansicht jedoch durch die Aeußerung eines Mitgliedes des zweiten Standes mit Erfolg bestritten wird, daß wohl zu be⸗ denken sey, es handle sich hier zum ersten Mal von einer Ver⸗ ninderung der Steuer im Allgemeinen, welche noch in der Hoͤhe, auf welche der fruͤhere Drang der Zeiten sie gesteigert, auf dem ande laste. Als wirklicher Steuer⸗Nachlaß moͤge die dar⸗ gebotene Wohlthat daher auch dankbar angenommen werden, nicht als ein Geschenk, indem im letzteren Falle die fort⸗ waͤhrende Belassung des Steuer⸗Kontingentes auf der unna⸗ tuͤrlichen Hoͤhe befuͤrchtet, und nur von Zeit zu Zeit eine frei—⸗ willige Gabe aus dem Ueberschusse wuͤrde hingenommen werden muͤssen. Gewaͤhre erst die Verminderung des Steuer⸗Drucks der Provinz eine allgemeine Erleichterung, so wuͤrde es weder an den Mitteln, noch an dem guten Willen fehlen, das Ergebniß 25 Vortheil der Provinz und namentlich zu wohlthaͤtigen Zwek⸗ en zu verwenden. Die erste Frage stelle sich demnach ganz einfach: soll der von Sr. Majestaͤt, der huldreichst angebotene Steuer⸗ Erlaß mit Ablehnung baarer Ueberweisung, angenommen werden? Sie wird mit großer Majoritaͤt bejahet und die Verweisung der Sache an den Ausschuß zur naͤheren Berathung uͤber die zur Ermäaͤßigung vorzuschlagende Steuer, bis zum Ende der Woche, beschlossen.

Berichtigung. In dem Auszuge der Verhandlungen vom Sten d. M. (Nr. 165 d. Bl.) ist der Inhalt des Antrages wegen Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths dahin zu berichtigen, daß die Buͤrger in den Staͤdten ihre Vertreter und Kommunal⸗ Beamten, etwa nach dem Modus der Staͤdteordnung, selbst waͤh⸗ len duͤrfen, welche Bitte auf den Antrag eines Mitglieds des

ierten Standes auch auf die Landgemeinden ausgedehnt wurde.

Ferner muß es am Schlusse des Auszuges vom lten c.

(ANr. 166 d. Bl.) heißen: Hiermit werden die Verhandlungen ge⸗

schlossen, und der §. 1 des modifizirten Gesetz⸗Entwurfs u. s. w.

eitungs⸗Nachrichten. ECEECE111ö1“

WW1“ Frankreich.

aris, 14. Juni. Wie es scheint, ist das Ministerium uͤber⸗

zeugt, daß die Pairs⸗Kammer bei 88 ö 168g behar⸗ ren werde, die sie zuerst durch die Amendirung des Rekrutirungs⸗Ge⸗

setzes dargelegt hat. Allem Anschein nach wird sie bei der Eroͤrte⸗

rung des Gesetz⸗Entwurfs uͤber die Verauktionirung neuer Waaren einen neuen Beweis dafuͤr liefern, denn die Kommission hat den⸗ selben gaͤnzlich umgearbeitet. Auch ist das Ministerium allem Anschein nach auf eine neue Niederlage gefaßt; aber es wird

dieselbe dadurch zu neutralisiren suchen, daß es kein Gewicht darauf legt, und die Sache schon im Voraus als gleichguͤltig hinstellt. Dafuͤr scheint wenigstens ein vor mehreren Tagen im „Journal des Déöbats“ erschienener Artikel zu sprechen, in welchem dieses sich gegen die zu große Bedeutung er⸗ klärt, die man gewissen Voten beider Kammern beizulegen scheine. Es wurde b

zwischen ihnen und einer der Kammern zuruͤcktreten zu muͤssen

darin die Behauptung aufgestellt, daß die Minister sehr Unrecht thaͤten, wenn sie glaubten, sich wegen der geringsten Meinungs⸗Verschiedenheit in gleichguͤltigen Fragen

Auf diesen Artikel folgt nun ein anderer in der heutigen Num⸗

Die Franzoͤsische Regierung hat folgende See⸗Streitkraͤfte zu ihrer augenblicklichen Verfuͤgung im Mittellaͤndischen Meere: 20 Linienschiffe ... . . .imst 1e

7 -veSg 270

9 Korvetten .. 214

18 244

Last⸗Korvetten oder Gabarren ... 92

26 Dampfschiffe 194

12 kleinere Fahrzeuge ... 36

98 Fahrzeuge mit zusammen ... 2804 Kanonen Wie es scheint, hat der von dem „Messager“ vor einiger Zeit mitgetheilte Artikel uͤber die Volkszaͤhlung, welcher die Be⸗ sorgnisse verscheuchen sollte, daß damit siskalische Maßregeln ver⸗ bunden werden wuͤrden, nicht uͤberall die beabsichtigte Wirkung gehabt. So wird wenigstens aus Chatellerault gemeldet, daß der Munizipalrath den Beschluß gefaßt habe, den Steuer⸗ Beamten keine Unterstuͤtzung bei der beabsichtigten Maßregel zu gewaͤhren. Auch in Caen sind, wie der Pilot de Calvados meldet, aͤhnliche Schritte gethan worden.

Es scheint sich die Nachricht zu bestaͤtigen, daß der General Bugeaud sich auch gegen die Prinzen, wie gegen alle andern ausgezeichneten Generale in Algerien benommen hat und daß der Herzog von Nemours dem ferneren Feldzuge daselbst nicht bei⸗ wohnen wird. Sonderbar ist, daß die Depesche des Herzogs v. Aumale nicht erwaͤhnt. Die amtlichen Berichte uͤber die Exr⸗ pedition nach Tekedempt treffen erst morgen ein. Abd⸗el⸗Kader scheint an der Makta eine bedeutende Streitmacht aufgestellt zu haben, vermuthlich in der Meinung, daß hier seine gegen Gene⸗ ral Trezel im Jahre 1835 gebrauchte Kriegslist wieder gelingen werde und die Franzosen in die Schlinge gehen wuͤrden. Da aber General Bugeaud eine andere Richtung genommen, so ist ihm der Emir nach Westen gefolgt.

Am 1. Juni trafen 9 Franzosen, die aus der Gefangenschaft der Araber zuruͤckkehrten, in Algier ein. Sie waren von 2 Had⸗ schuten begleitet, welche einen Brief von Sidi⸗-Muhammed⸗Ben⸗ Allah, Ex⸗Bei von Milianah, an den Bischof von Algier uͤber⸗ brachten.

Ein Erlaß des Kriegs⸗Ministers bestimmt, daß die Araber, welche zu den nicht unterworfenen Staͤmmen Algeriens gehoͤren, wenn sie mit den Waffen in der Hand den Franzosen in die Haͤnde fielen, wie Kriegsgefangene behandelt und in eines der Schloͤsser oder eine der Festungen des Innern abgefuͤhrt werden sollen. Die Insel St. Marguerite, die groͤßte der Lerinischen Inseln im Mittellaͤndischen Meere, am Ausflusse des Var, und bekannt durch den Mann mit der eisernen Maske, ist bestimmt, die gefangenen Araber aufzunehmen. 5

Der Marquis von Dalmatien, der durch den Telegraphen von der Krankheit seines Vaters benachrichtigt worden war, kam bereits am 10ten auf dem Wege nach Paris durch Lyon.

Einer der Redacteure des „Journal des Debats“, Herr Lemoine, ist, wie es heißt, mit einer Spezial⸗Mission des Mini⸗ sters der auswaͤrtigen Angelegenheiten nach London abgereist.

Man liest im Memorial des Pyrenées: Paris, die von Personen kommen, welche wir fuͤr gut unterrich⸗ tet zu halten, allen Grund haben, melden die nahe Ankunft des Herzogs von Montpensier, des juͤngsten Sohnes des Koͤnigs der Franzosen, in einem der Pyrenaͤen⸗Baͤder.

Der Temps enthaͤlt folgenden Artikel: „Das Ministerium ist, wie man versichert, benachrichtigt worden, daß in diesem Augenblicke eine Korrespondenz zwischen dem Koͤnig Louis Phi⸗ lipp und Madame de Feucheres fabrizirt wird und daß man mit⸗ tels einiger unbedeutender Briefe, die sich in dem Nachlasse der

das Personal der Primairschulen und das fuͤr dieselben gebrauchte

frage gemacht werden, da die Pairs⸗Kammer mit dem Mini⸗ sterium, in Betreff des vorliegenden Gesetzes, noch verschiede⸗

vor Gericht ziehen wuͤrde, oder nicht, ist schon mehrmals Gegen⸗

Baronin vorfanden und wirklich von der Hand des Koͤnigs

den durch die Verfaͤlschungen der 72ö Skandal zu erneuern hofft.“

Courrier français weist auf das Beispiel der Eng⸗ lischen Regierung hin, welche, um Irland mit Eisenbahnen zu durchziehen, vorgeschlagen hat, daß die Grafschaften, durch welche die Bahnen gehen, die Interessen garantiren sollen. „Dieser Ausweg, sagt er, ist auch in Frankreich moͤglich, aber man muß bald dazu schreiten und den Plan den Departemental⸗Conseils vor⸗ legen, welche sich im Juli versammeln. Wenn die naͤchste Ses⸗ sion wieder fruchtlos fuͤr die Eisenbahnen voruͤbergeht, wenn Frankreich hinter England, Belgien, Deutschland und selbst Oester⸗ freich zuruͤck bleibt, so muß man an unseren Institutionen ver⸗ zweifeln.“

In der Theaterwelt macht die Einnahme Scribe's im ver⸗ flossenen Jahre ungeheures Aufsehen. Dieselbe wird im Ganzen auf 182,000 Fr. abgeschaͤtzt, also ungefaͤhr ein Drittheil von dem, woas alle anderen dramatischen Schriftsteller zusammen einnehmen. Man kann sich diese ungeheure Einnahme nur dann erklaͤren, wenn man bedenkt, daß vier Theater in Paris fast ausschließlich nur Stuͤcke dieses fruchtbaren Dichters darstellen, der jetzt bis zum 315 Stuͤcke gekommen ist, und daß das Revpertoir fast aller Provinzial⸗Theater nur aus Scribeschen Operntexten, Komoͤdien

nd Vaudeville's besteht. Seitdem das erste Stuͤck von Scribe, „die beiden Derwische“, 1816 auf dem Vaudeville⸗Theater auf⸗ gefuͤhrt wurde, bis zu seinem letzten Stuͤcke, „L'Ingénue“, das vor 8 Tagen in der komischen Oper zur Darstellung kam, soll ihm seine dramatische Thaͤtigkeit 2,112,000 Fr. eingebracht haben.

Boͤrse vom 14. Juni. In den Coursen der Franzoͤsischen Renten trat an der Boͤrse heute eine leichte Aenderung ein, in Folge der um ⁄6 hoͤheren Notirung der Englischen Fonds. Der Umsatz war jedoch gering. Die Spekulanten zeigen sich, ver⸗ muthlich wegen der bevorstehenden Negozirung des neuen Anlehns, sehr vorsichtig. Die seit einiger Zeit angeknuͤpften Unterhand⸗ lungen, welche eine Vereinigung der Gesellschaften der Versailler Eisenbahnen auf dem rechten und linken Seine⸗Ufer bezweckten, sollen wieder abgebrochen seyn. Beide Linien waren deshalb heute sehr angeboten.

Großbritanien und Irland.

London, 12. Juni. Der Commodore Sir Gordon Bre⸗ mer ist, wie der Standard meldet, zum Mitbevollmaͤchtigten neben dem Capitain Elliot fuͤr die Unterhandlungen mit China ernannt worden. Er fand diese Ernennung vor, als er am 24.

Aprill zu Kalkutta anlangte. Demselben Blatt zufolge, waͤre Herr E. J. Stanley, jetziger Secretair des Schatzamtes, zum Nachfolger des bisherigen Gouverneurs von Bombay, Sir James Carnac, bestimmt, der wegen Kraͤnklichkeit seinen Posten hat aufgeben muͤssen und bereits in England eingetroffen ist. Die Stelle des Herrn Stanley als Secretair des Schatzamtes soll dann der jetzt bei der angestellte Herr Le Marchant erhalten. Herr Robert Gordon, der andere Sekre⸗ tair des Schatzamts, der seine Entlassung genommen hat und an dessen Stelle Herr More O'Ferrall treten soll, sagt in der Abschieds⸗Adresse an seine Konstituenten, da er zugleich auf seinen Parlamentssitz verzichtet: „Ich habe mein Amt niedergelegt, weil ich in Bezug auf die Korngesetze anderer Meinung bin, als die Minister Ihrer Majestaͤt, und es ist meine Absicht, mich fuͤr jetzt auch aus dem Parlamente zuruͤckzuziehen. Ich will nicht mit meinen alten politischen Genossen in Konflikt gerathen und

„Briefe aus

das Wohlwollen, welches mir von Lord Melbourne zu Theil wurde, nicht durch eine, wenn auch nur partielle Opposition, ge⸗ gen ein von ihm geleitetes Ministerium vergelten.“

Der Sun meldet aus Liverpool vom 11. Juni: „Es ha⸗ ben heute ernstliche Streitigkeiten zwischen Werft⸗Arbeitern und Irlaͤndischen Ackersleuten, die in der Naͤhe der Werfte wohnen, stattgefunden. Die Polizei ist unter Waffen. Man hat ernst⸗ liche Befuͤrchtungen fuͤr diese Nacht. Mehrere hundert Werft⸗ Arbeiter durchstreifen in diesem Augenblick die Stadt.“

Die Morning Chronicle erklaͤrt, die Verpflichtung, welche die Franzoͤsische Regierung gegen die fremden Maͤchte hin⸗ sichts Algeriens uͤbernommen habe, laute ausdruͤcklich dahin, daß sie keine Eroberung beabsichtige. Wenn indeß die Verhaͤltnisse sie bestimmt haͤtten, ihr Versprechen als nicht geschehen zu be— trachten, so werde sicher Niemand versucht werden, Frankreich um den Besitz Algeriens zu beneiden.

Die Morning Chroniele berichtet aus angeblich guter Auelle, daß das zur Zahlung der naͤchsten Dividende Portu⸗ giesischer Bons bestimmte Geld deponirt worden sey, und daß alsbald nach der Ratification des Kontrakts von Seiten der Cortes, die am 3ten oder Aten d. stattfinden solle, diese Fonds dem Portugiesischen Finanz⸗Agenten zu Londonuͤbermacht werden sollten.

Die Times berichtet nach den amtlichen, dem Unterhause vorgelegten Dokumenten, daß im Jahre 1840 die Gesammtein⸗ fuhr auslaͤndischer Weine 9,311,247 Gallonen oder 46,556,238 Bouteillen betragen habe, von denen 2,537,078 Gallonen nach Bezahlung der Zoͤlle wieder ausgefuͤhrt worden seyen; die fuͤr den inneren Verbrauch zuruͤckbehaltene Quantitaͤt betrage also uͤber 6 ½ Millionen Gallonen.

Ein hiesiges Blatt will wissen, daß der Britische Gesandte in Washington, Herr Fox, ein Sechziger, sich mit der sechzehn⸗ jaͤhrigen Schwaͤgerin des dortigen Russischen Gesandten verhei⸗ rathen werde.

Der Globe theilt mit, daß man ohne Nachrichten uͤber das Dampfboot sey, welches im St. Georgs⸗Kanal erblickt worden. Ein von Waterford kommendes Dampfboot, das heute in Bristol eintreffen sollte, werde vielleicht das Geheimniß hinsichts des von dem „Osprey“ signalisirten Schiffes aufklaͤren.

1 Nahe bei Gloucester haben sich dieser Tage zwei Boxer, rown und Inkin, durch 75 Gaͤnge, die sie mit einander mach⸗ en, so furchtbar zugerichtet, daß der Erstere besinnungslos zu oden stuͤrzte und nach wenig Stunden im Spitale starb, waͤh⸗ nd auch der Letztere gefaͤhrlich daniederliegt.

Der bekannte Thierbaͤndiger van Amburgh, der sich mit seiner groͤßtentheils trefflich abgerichteten Menagerie gegenwärtig in Windsor befindet, waͤre vor einigen Tagen beinahe das Opfer des Loͤwen geworden, als er mit diesem und dem Tiger in einem

und demselben Kaͤfig die gewohnten Zaͤhmungs⸗Kunststuͤcke aus⸗ fuͤhrte. Beide Thiere hatten kurz vor der Vorstellung eine tuͤch⸗ tige Balgerei mit einander gehabt, nachher schien jedoch alle Er⸗ bitterung zwischen ihnen verschwunden. Waͤhrend van Amburgh nun neben dem Loͤwen und mit dem Kopfe dicht an dessen Ra⸗ chen lag, versetzte ihm ploͤtzlich des Raubthiers gewaltiger Fang⸗ zahn eine Wunde an der Stirn, gerade uͤber dem Auge, so daß alsbald das Blut in Menge uͤber das Gesicht hinabstroͤmte. Der Thierbaͤndiger verließ eiligst den Kaͤfig, und die Vorstellung hoͤrte auf. Zum Gluͤck war die Wunde nicht gefaͤhrlich, und er ist jetzt voͤllig hergestellt, so daß er seine gefaͤhrlichen Kunstproben schon einigemal wieder vorgefuͤhrt hat. ““

Daͤnemark. Kopenhagen, 14. Juni. Es freut uns, meldet die Ber⸗

lingske Tidende, unsere Leser benachrichtigen zu koͤnnen, daß

die wichtigen Unterhandlungen in Betreff des Sundzolls nun bendigt sind. Die Grundlage der Uebereinkunft ist, daß der Zoll in Zukunft zu 1 pCt. berechnet werden wird. b

Vom Ften bis zum 9ten hat ein furchtbarer Sturm in der

Ostsee gewuͤthet, wodurch mehrere Schiffe untergegangen sind.

Deutsche Bundesstaaten. t Dresden, 16. Juni. Gestern am 15. Juni fand eine General⸗Versammlung der Actionaire der Uebigauer Maschinen⸗

bau⸗Anstalt statt. Seiten der Actinaire gleich lebhaft ausgesprochene Wunsch, die

Gesellschaft aufzuheben, ward zum Beschluß. Da es indessen im

Interesse der Theilnehmer liegt, daß die zur Zeit in Arbeit be⸗ findlichen Maschinen vollendet werden, so soll der Verkauf der

Gebaͤäude und Werkzeuge erst nach Ablauf von 6 Monaten erfol⸗ kr ie 1 Volk ausgeführt, an den Segen, den Er in allen Gauen unseres schö⸗

gen. Waͤhrend dieser Zeit aber will man die Anstalt im Gan⸗

zen zu verkaufen suchen.

pfinden, im Interesse des industriellen Fortschrittes, daß durch einen Verkauf im Ganzen dem voͤlligen Untergange der Anstalt vorgebeugt werde. Dabei ist der Ankauf der Anstalt fuͤr einen

sachkundigen Privatmann jedenfalls eine vortheilhafte Speculation. Denn einerseits bedingt keinesweges der jetzige Zustand der An⸗

stalt die Veräͤußerung derselben, sie ist vielmehr in moͤglichst gu⸗ tem Stande und kann und muß bei kluger Leitung und Aufwen⸗ dung geeigneter Geldmittel sehr rentable werden. Die Actien⸗Ge⸗ sellschaft kann nur eben diese Geldmittel nicht mehr aufbringen, ihre Kraͤfte sind durch fruͤhere Verluste zu sehr geschwaͤcht wor⸗ den; darum sieht sie sich zur Veräaͤußerung genoͤthigt. Hierin liegt aber andererseits zugleich ein genuͤgender Grund, daß dem etwaigen Kaͤufer moͤglichst annehmbare und vortheilhafte Bedin⸗ gungen werden gestellt werden.

Muͤnchen, 14. Juni. Uebermorgen Abends wird die Koͤ⸗ nigin von Griechenland hier erwartet. Ihre Majestaͤt wird, wie es heißt, ungefaͤhr 14 Tage hier verweilen, und sich sodann nach Ems verfuͤgen.

Stuttgart, 14. Juni. Gestern ist Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz Paul von Wuͤrttemberg, Bruder Sr. Magestaͤt des

Koͤnigs, zum Besuche der Koͤniglichen Familie aus Paris hier

eingetroffen.

Hannover, 16. Juni. Von den Akten⸗Stuͤcken der jetzigen ersten Diäaͤt der siebenten allgemeinen Staͤnde⸗Versammlung des Koͤnigreichs ist das erste Heft ausgegeben worden. Der wesent⸗ liche Inhalt desselben ist folgender:

Nr. 1. Rede Seiner Magestaͤt des Koͤnigs bei Eroͤffnung der allgemeinen Staͤnde⸗Versammlung am 2. Juni 1841.

Nr. 2. Schreiben des Koͤniglichen Kabinets vom 2. Juni

Auftrag wegen einstweiliger Wahrnehmung der Geschaͤfte des Erblandmarschalls betreffend.

Nr. 3. Koͤnigl. Kabinets⸗Schreiben vom 2. Juni 1841 die Beilegung von Virilstimmen an die Majoratsherren Grafen Grote und Grafen von Bernstorff betreffend.

Nr. 4. Patent vom 7. September 1840, die Verleihung eines erblichen Sitz⸗ und Stimmrechtes in erster Kammer der allgemeinen Staͤnde⸗Versummlung des Koͤnigreiches zu Gunsten Kammerherrn und Landraths Grafen Grote zu Brese be— treffend.

Nr. 5. Patent vom 2. Dezember 1840, die Verleihung eines erblichen Sitz⸗ und Stimmrechts in erster Kammer der allgemeinen Staͤnde⸗Versammlung des Koͤnigreiches zu Gunsten des Grafen Bernstorff auf Gartow betreffend.

Nr. 6. Koͤnigl. Kabinets⸗Schreiben vom 2. Juni 1841, die Wahl der Schatzraͤthe betreffend.

Nr. 7. Koͤnigl. Kabinets⸗Schreiben vom 2. Juni 1841 die Mittheilung des Landesverfassungs⸗Gesetzes vom 6. Auqust 1840 und einige nachtraͤgliche Redaktions⸗Bemerkungen betreffend.

Nr. 8. Koͤnigl. Kabinets⸗Schreiben vom 2. Juni 1841, die Mittheilung einer Zahl von Abdruͤcken der Geschaͤfts⸗Ordnung betreffend.

Nr. 9. Koͤnigl. Schreiben vom 2. Juni 1841, den Haus⸗ halt der General⸗Kasse von 1839—40 und 1840—Al betreffend.

Nr. 10. Darstellung des Haushalts der Koͤnigl. General⸗ Kasse von 1839—40, und Ueberschlag der Einnahmen und Aus⸗ gaben der Landes⸗Kasse von 1840 41. Nr. 11. Uebersicht der Einnahme und Ausgabe der direkten Steuern und der Stem⸗ pelsteuer im Koͤnigreich Hannover vom 1. Juli 1839 —40. Nr. 12. Etat der im Rechnungsjahre 1839 40 wirklich gezahl⸗ ten und in den Rechnungsjahren 1840 41 und 1841 43 zu verwendenden Administrations⸗Kosten behufs der direkten und Stempel⸗Steuern. Nr. 13. Uebersicht der Einnahme aus saͤmmtlichen mit Oldenburg und Braunschweig gemein⸗ schaftlichen und aus den einseitigen indirekten Abgaben vom 1. Jult 1839 40. Nr. 14. Uebersicht der im Rechnungs⸗Jahre vom 1. Juli 1839—40 wirklich gezahlten und in den Rechnungs⸗Jahren 1840 A1 und 1841 43 zu zah⸗ lenden Verwaltungs⸗Kosten behufs der gemeinschaftlichen und ein⸗ seitigen indirekten Steuern und der Schifffahrts⸗Gefaͤlle. Nr. 15. Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Koͤnigl. General⸗Kasse in und fuͤr das Rechnungs⸗Jahr vom 1. Zuli 1839 40. Nr. 16. Uebersicht der bei den verschiedenen Brand⸗Kassen am 1. Juli 1840 ausstehenden Vorschuͤsse. Nr. 17. Verzeichniß der bei der Koͤniglichen General⸗Kasse zur Anweisung gekommenen Einnahmen fuͤr veraͤußerte Domanial⸗ Parzelen und an Abloͤsungs⸗Geldern, so wie der angewiesenen Ausgaben fuͤr Acquisitionen und fuͤr Abloͤsung von Real⸗Lasten in dem Jahre vom 1. Januar 1840 41.

Darmstadt, 16. Juni. Vorgestern hat, dem Programme gem ß, hier die feierliche Grundsteinlegung des Ludwigs⸗Monu⸗ mane stattgefunden. Das Viereck auf dem Louisen⸗Platz bot eue er Woöͤßartigsten Schauspiele dar, als die verschiedenen Fest⸗ zuͤge der Fger und des Militairs, umgeben von vielen Tau⸗ Unger g8 Pschauten, daselbst aufgestellt waren. Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog erschienen, begleitet von dem Prinzen Georg und zahlreichem Gefolge, und wurden von dem Ausschusse empfangen und an den Rand der Monumentsstelle geleitet. Die Erbgroßherzogin und Prinzessin Karl, mit den jungen Prinzen Ludwig und Heinrich, so wie Se. Hoheit der Prinz Karl, kaum von einer Krankheit genesen, sahen aus den Fenstern des Groß⸗

solcher Augenblick ist der gegenwärtige.

I Seite es Direktoriums wie von Der von Seiten des Direktor

bgleich gerade bei einem Ver⸗ 0 9 Ze⸗ Und obgleich g. 9 sung, wodurch Er, der Hochherzige, das Werk der Liebe zu Seinem

*† 1 der Verlust fuͤr die Actionaire immer 1— n. kaufe der Anstalt im Ganzen der Verlust f Zolke gekrönt hat. Und so ist es denn in Wahrheit ein redender Stein,

noch bedeutend genug seyn wird; so liegt es doch, wie Alle em⸗

schaͤfte wurden ohne Schwierigkeit abgemacht.

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herzoglichen Palais dem feierlichen Akte zu, welchen jetzt, anstatt des abwesenden Praͤsidenten des Ausschusses, General⸗Lieutenant Prinzen von Wittgenstein, der Geheimerath Schenck mit folgen⸗ der Rede eroͤffnete:

„Es ist ein feierlicher und erhebender Augenblick, wenn ein gan⸗ zes Volk den Manen seines dahin geschiedenen Fürsten den Zoll seiner Liebe und Dankbarkeit darbringt, wenn es einmüthig vor den Augen der Welt Zeugniß ablegt von den hohen Verdiensten des Vollendeten,

von den unendlichen Wohlthaten, die es von Ihm empfangen. Ein Das eine Gefühl, wel⸗

ches alle Bewohner unseres Vaterlandes durchdringt, das Gefühl dank⸗

barer Liebe, treuer Anhänglichkeit und unauslöschlicher Verehrung für

unseren Höchstseeligen Fürsten, den Großherzeg Ludewig IJ., wie schön

Anregung zur Errichtung eines öffentlichen Dentmales überall auf⸗ werden ist. In Allen lebte und lebt ja unvergäng⸗ lich das Andenken an die erbabenen Tugenden des Verklärten, von dem nur das Eine zweifelbaft ist, ob Er am meisten durch Weisheit, oder durch Gerechtigkeit oder durch Milde Sich un⸗ sterblich gemacht, das Andenken an all' das Große, was er in der denkwürdigen Periode einer 40jÄhrigen Regierung für Sein

nen Landes verbreitet, vor Allem an das große Geschenk der Verfas⸗

den wir jetzt legen; denn in ihm vereinigen sich die Stimmen der Hes⸗ sen, um der Mit⸗ und Nachwelt zu sagen: wie Ludwig J., und was Er für Sein Volk gethan, in Aller Herzen lebt und immerdar leben wird. Schreiten wir nun zu dem Werke der Liebe unter dem Segen des Himmels, ohne welchen kein menschliches Werk gedeiht, und unter dem Beistand des erhabenen Sohnes, bei dessen Namen jedes Hessische Herz höher schlägt, weil jeder Hesse die begeisterte Liebe zu dem Vater unvermindert auf den übertragen hat, in welchem er den Vollendeten und die Tugenden desselben fortleben sieht. Heil den Fürsten, die so Ihr Volk lieben! Heil dem Lande, welches solche Fürsten hat!“

Es schloß sich hieran ein vom Praͤlaten Dr. Koͤhler gesproche⸗ nes Gebet, worauf Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog, so wie die uͤbrigen Mitglieder der Großherzogl. Familie, an der Cere⸗ monie der Schließung des Grundsteines Theil nahmen.

Weimar, 16. Juni. Nach einer hoͤchsten Verordnung vom 25sten v. M. sollen zu denjenigen kleineren Silbermuͤnzen von auslaͤndischem Gepraͤge, welche zur Ausgleichung im inlaͤndischen Verkehre jedoch ohne Zwangs⸗Verbindlichkeit zur Annahme, als Scheidemuͤnze, gebraucht werden duͤrfen, auch die Einzwoͤlftel⸗ thalerstuͤcke zwei gute Greoschenstuͤcke Koͤnigl. Preußischen Gepraͤges, und zwar in der Geltung von zwei und einem halben Silbergroschen zacht Kreuzern drei Pfennigen) gehoͤren.

Auf dem hiesigen Wollmarkte, Iäten und 15ten d. M., zeig⸗ ten sich dieselben guͤnstigen Umstaͤnde, wie anderwaͤrts; die Preise

ingen gegen die vorjaͤhrigen etwas in die Hoͤhe, und die Ge— Ueberfluß an Zu⸗ fuhr war nicht vorhanden, besonders am ersten Tage nicht.

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abgesehen ist. Der Serbische Minister des Auswaͤrtigen hat sich hierdurch veranlaßt gesehen, eine Circularnote an die fremden Kon⸗ suln zu erlassen, worin die von dem Pascha von Nissa offen aus⸗ gesprochene Beschuldigung, als habe Serbien an den Bulgarischen Unruhen Antheil genommen, aufs entschiedenste zuruͤckgewiesen und auf die Vorbereitungen der benachbarten Paschas aufmerk⸗ sam gemacht wird. So wird namentlich angefuͤhrt, daß der Pascha von Bosnien eine allgemeine Conscription aller Bosniaken, so⸗ wohl Tuͤrken als Christen, angeordnet, und die Spahis zu einer Versammlung einberufen habe, wobei ihnen aufgetragen worden, sich mit Waffen und Munition zu versehen und sich bereit zu halten, um jeder Marsch⸗Ordre augenblicklich nachkommen zu koͤn⸗ nen. Der Pascha von Widdin habe dieselben Gesinnungen gegen Serbien auf aͤhnliche Weise und namentlich dadurch oͤffentlich an den Tag gelegt, daß er alle Tuͤrken seines Paschaliks, die sich in Handels⸗Geschaͤften in Serbien befinden, einberufen habe“ Ueberhaupt ist an den Graͤnzen der Tuͤrkischen Pro⸗ vinzen gegen Serbien eine ganz andere ich moͤchte sagen feindliche Verfahrungsweise eingetreten; es wird die strengste polizeiliche Aufsicht gehandhabt und insbesondere muͤssen sich die Reisenden einer genauen Visitation unterziehen, ob sie nicht Waffen oder Pulver, Feuersteine u. dgl. mit sich fuͤhren. Endlich sprechen auch unsere Berichte aus der Tuͤrkischen Haupt⸗ stadt von einem in Mesopotamien ausgebrochenen Aufstande, der einen hoͤchst bedenklichen Charakter angenommen habe; auch das an Diarbekir graͤnzende Paschalik Orfa soll sich der Herr⸗ schaft der Psorte entzogen haben. In beiden ebengenannten Statthalterschaften sind die Christen den graͤßlichsten Verfolgun⸗ gen ausgesetzt. Der neue Statthalter von Diarbekir Zekeria Pascha, welcher gegen die Rebellen zu Felde ziehen sollte, be— findet sich noch zu Konstantinopel, wo er sich bis jetzt vergeblich bemuͤht hat, die zur Ausfuͤhrung seines Auftrages noͤthigen Trup⸗ pen (er verlangt nur 10,000 Mann) zu erhalten, indem die Pforte wegen der fortdauernden Ruͤstungen Mehmed Alit's und des anarchischen Zustandes des Libanons so wie Syriens über⸗ haupt diese Provinz nicht so weit zu entbloͤßen wagt. 8

8 Ine d.

3 Nagdeburg, 17. Juni. Die hiesige Zeitung Folgendes uͤber den Einzug und den Aufenthalt Ihrer Koͤnigl. Mafjestaͤten: „Heute war fuͤr unsere Stadt ein Tag hoher und seltener Freude, indem wir das Gluͤck hatten, Ihre Majestaͤten den Koͤnig und die Koͤnigin, letztere zum erstenmale, in unseren Mauern zu begruͤßen. Die treue Anhaͤnglichkeit und Liebe an das angestammte Fuͤrstenhaus, die der Stolz dieser Stadt blei⸗ ben werden, hatten Ihren Majestäͤten, Allerhoͤchstderen erfreuliche Ankunft Nachmittags 2 ½ Uhr unter Glockengelaͤute und Kano⸗ nendonner erfolgte, einen festlichen Empfang bereitet. Die Stra⸗ ßen der Stadt, zumal diejenigen, durch welche Ihre Majestaͤten den

an bis zu dem Köͤniglichen Palais in unserer Stadt selbst, wo Ihre Majestaͤten Ihr Absteigequartier nahmen, mit Guirlanden, Laub⸗ gewinden, Blumenkraͤnzen, Emblemen und Fahnen der Preußischen und Bayerischen Farben geschmuͤckt und gaben der Stadt ein eben so heiteres als festliches Ansehen. Namentlich gewaͤhrte der Theil der Friedrichsstadt, durch den der Koͤnigliche Zug ging, einen uͤberaus freundlichen Anblick, indem derselbe im eigentlichen Sinne des Wortes zu einem Laub⸗ und Blumengange umgebil⸗ det war, durch große kolossale Blumenvasen und Masten, die, mit Blumen gefuͤllt und Laub und Guirlanden umwunden, ab⸗ wechselnd auf beiden Seiten der Straßen aufgestellt waren.

Gleich wohlthuend fuͤr das Auge waren durch ihre freundliche

deten in geschlossenen Reihen auf beiden die Ihre Majestaͤten passirten, Spaliere. den Be,⸗ hat es sich ausgesprochen in der Begeisterung, mit welcher die erste gruͤßung wurden Ihre Majestaͤt die Koͤnigin im Palais selbst von einer Anzahl junger in die Bayerischen Nationalfarben

blauweißer Farbe die beiden Bruͤcken, die uͤber die zwei Haupt⸗ arme der Elbe fuͤhren. Die Menschenmasse aber, die, gekommen um ihren Köͤnig und ihre Koͤnigin zu se⸗ hen und zu begruͤßen, den Koͤniglichen Wagen von sei⸗ nem ersten Eintritt in das Weichbild der Stadt an umwogte, war unzaͤhlbar. In festlichem Aufzuge, mit Musik, Fahnen und Insignien, und zum Theil mit den kunstvollsten Erzeuanissen ihres Gewerbes, erschienen 11 verschiedene Gewerke, die Baͤcker, Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Tischler, Toͤpfer, Steinsetzer,

Boͤttcher, Pantoffelmacher, Schneider und Bandweber und bil⸗ Seiten der Straßen, Zur seierlichen Be⸗

gefleideter Buͤrgerstoͤchter erwartet. Se. Majestät der Koͤnig 195n heute gegen 4 Uhr weiter nach Harbke gereist, wird daselbst auf dem Gute des Grafen Veltheim uͤbernachten und

ch morgen nach Sommerschenburg begeben, wo bekanntlich moörgen die Aufstellung der durch Rauchs Meisterhand geschaffe⸗ nen Bildsaͤule des Feldmarschall Gneisenau stattfinden wird, als

am Jahrestage der Schlacht bei Belle Alltance, deren weltge⸗

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Weg nahmen, waren von dem Charlotten⸗Thore der Friedrichsstadt

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aus 6409 Maännern und 1449 Frauen; dies

Ausschmuͤckung mit Laub und Wimpeln von schwarzweißer und —1 Angeklagten auf 11,788 Frauen, dagegen 1 auf

schichtliche Resultate besonders das Werk dieses ausgezeichneten Offiziers waren. Noch denselben Tag indessen (18.) wird Se. Majestaͤt der Koͤnig hierher zuruͤckkehren, waͤhrend Ihre Maje⸗ stät die Koͤnigin unsere Stadt mit Ihrer hohen Gegenwart be⸗ zluͤckt. Der Aufenthalt Ihrer Koünigl. Majestaͤten, dessen wir ns von da noch bis Sonntag Nachmittag erfreuen duͤrfen, wird u weiteren Freudenzeichen und Festlichkeiten, wie einer Erleuch⸗ tung der Stadt, einem Fackelzuge der vereinigten Freiwilligen aus den Jahren 1813 15, des Schuͤtzen⸗ und Rettungs⸗Ver⸗ eins, der Liedertafel, der Handlungsbeflissenen ꝛc., Gelegenheit geben. Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz von Preußen und Ihre oͤnigl. Hoheiten die Prinzen Karl und Albrecht sind in Beglei⸗ gng Ihrer Majestaͤten gleichfalls hier eingetroffen und noch heute it Sr. Majestaͤt dem Koͤnige nach Sommerschenburg weiter reist. Abends nach 5 Uhr langte Se. Durchlaucht der Herzog von Graunschweig, unter dem Namen eines Grafen von Eberstein, Hier an und stieg im Hotel „zur Stadt London“ ab.

Namslau (Schlesien), 13. Juni. Gestern traf Ihre Durch⸗ laucht die Frau Fuͤrstin von Liegnitz zum Besuch bei ihrem Bru⸗ der, dem Grafen Harrach auf Wilkau ein, und wurde von der dasigen Gemeinde in festlicher Weise empfangen.

Statistik der Kriminal⸗Justiz in Frankreich waͤhrend des Jahres 1839.

Die Regierung publizirt in jedem Jahre ein voluminoͤses Aktenstuͤck uͤber die Verwastung der Kriminal⸗Justiz. Es enthͤlt,

8 . . . in Tabellen⸗Form, sehr ausfuͤhrliche numerische Angaben und ge⸗ Von der Tuͤrkischen Graͤnze, 6. Juni. (A. Z.) Nicht 8 ag;. 4 g

bloß der Pascha von Nissa, sondern auch der von Widdin, sowie der Statthalter von Bosnien, treffen Vorkehrungen, welche die

18411, die Berufung der allgemeinen Staͤnde⸗Versammlung, die Besorgniß motiviren, daß es auf Feindseligkeiten gegen Serbien

Vollmachten der Mitglieder derselben, und den dem Geheimen Rath Grafen zu Inn⸗ und Knyphausen⸗Luͤtetsburg ertheilten

waͤhrt eine klare und vollstaͤndige Uebersicht von der Zahl und der Natur der Verbrechen, von dem Alter und dem Zustande der Bildung der Angeklagten, so wie von allen Details, die sich auf die Anklagen, Verurtheilungen und Freisprechungen beziehen. Ein solches Dokument eignet sich natuͤrlich nicht sehr zur Analyse; indeß wollen wir einige Angaben daraus hervorheben und einige Zusammenstellungen machen, die von Interesse seyn duͤrften, mag man sie nun aus philosophischem und moralischem Gesichtspunkte betrachten, oder sich ausschließlich auf die Pruͤfung des richterlichen Verfahrens beschraͤnken.

Dieser allgemeine Bericht uͤber die Verwaltung der Kriminal⸗Justiz besteht aus sechs Theilen und einem

Anhange. Der erste Theil umfaßt die Assisen, der zweite die Corrections⸗Tribunale, der dritte die Ruͤckfaͤlle, der vierte die ein⸗ fachen Polizei⸗Gerichte, der fuͤnfte handelt von der Kriminal⸗ Instruction und der sechste von den Geschaͤften des Cassations⸗ hofes. Wir wollen uns hier ganz besonders mit den drei ersten Theilen beschaͤftigen, welche die wichtigsten und charakteristischste Thatsachen enthalten.

Die Assisen haben uͤber 5621 Anklagen kontradiktorisch ent⸗ schieden; im Jahre 1838 über 5873. Die 5621 Anklagen betra⸗ fen 1597 Verbrechen gegen die Person und 4024 Verbrechen gegen das Eigenthum. Die erste Klasse von Verbrechen betraäͤgt daher 28 pCt., die zweite 72 pCt. von der Gesammtzahl der Verbrechen. Dasselbe Verhaͤltniß fand im Jahre 1838 statt.

Die Verminderung der Anklagen ist auf verschiedene Arten von Verbrechen vertheilt; namentlich ist zu bemerken, daß die Anklagen wegen Mord, die im Jahre 1838 sich auf 239 beliefen, bis auf 202 herabgesunken sind. Nur die Verbrechen der Noth⸗ zucht, der Verletzung der Schamhaftigkeit und des Kindermor⸗ des haben zugenommen: der Bericht enthaͤlt 147 Anklagen wegen Kindermordes, im Jahre 1838 dagegen 129; und die Anklagen wegen Nothzucht und Verletzung der Schamhaftigkeit bei Kin⸗ dern unter 15 Jahren sind von 242 auf 268 gestiegen.

Von den 5621 Anklagen wurden 2693 (48 pCt.) von der Jury vollstaͤndig angenommen, 1598 (28 pCt.) verworfen und 1330 (24 pCt.) mit Modificationen angenommen. In Folge dieser Modificationen haben 568 Anklagen den Charakter von Verbrechen behalten und 762 wurden dadurch zu einfachen Ver⸗ gehen umgewandelt. Im Jahre 1838 war diese letztere Milde⸗ rung bei 893 Anklagen eingetreten. Dieser Unterschied beweist von Seiten der Jury eine groͤßere Festigkeit in der Handhabung der Gerechtigkeit.

Die 562 Anklagen betrafen 7858 Angeklagte, 156 weniger, als im Jahre 1838, und 236 weniger, als im Jahre 1837. Auf die Bevoͤlkerung von Frankreich bezogen, giebt diese Zahl das mittlere Verhaͤltniß von 1 Angeklagten auf 4268 Einwohner; im Jahre 1838 war dies Verhaͤltniß wie 1 auf 4185, und im Jahre

1837 wie 1 auf 4144.

Von den 7858 Angeklagten wurden 2256 (28 pCt.) wegen Verbrechen gegen die Person; 5602 (72 pCt.) wegen Verbrechen gegen das Eigenthum gerichtlich verfolgt. Im Jahre 1838 war dies Verhaͤltniß wie 27: 73 und folglich die proportionelle Anzahl der Verbrecher etwas geringer.

Die Gesammtzahl der Angeklagten uͤberstieg die der Anklagen um 2237; dies giebt im Mittel 140 Angeklagte auf 100 Anklagen. Dies Verhaͤltniß, welches dasselbe ist fuͤr Verbrechen gegen die Person und Verbrechen gegen das Eigenthum, wieder⸗ holt sich in jedem Jahre fas auf dieselbe Weise. Es ergiebt sich daraus, daß die von den Uebelthaͤtern zur Veruͤbung der Ver⸗ brechen gebildeten Associationen keine großere Ausdehnung ge⸗ winnen.

Die 7858 vor As gebr 2 lagten bestanden

or die Assisen gebrachten jnger agis Eeun im Jahre 1838. Es folgt hieraus, daß das Verhaͤltniß on 1 Angeklagten auf 4268 Einwohner nicht mehr dasselbe ist, sobald

man die Maͤnner und Frauen fuͤr sich betrachtet; -8 zaͤhlt nur 2568 Maͤnner,