aber hat die Konigl. Regierungs⸗Hauptkasse zu Königsberg übernom⸗ men. Vom Fortgange der Subscription werden wir fortlaufend Nach⸗
richt zu gebeu nicht unterlassen.
Königsberg, den 15. Juni 1841. 1 Der — Ausschuß für Errichtung eines Standbildes Sr. Majestät
des Königs Friedrich Wilhelm des Dritten. b en Auerswald⸗Rödersdorf. Schindelmeisser. Kelch.“
Stettin, 18. Juni. (Boͤrs. Nachr.) Das Geschaͤft unseres Wollmarktes wurde, wie erwartet, schon vorgestern, am 16. Juni, wo der Markt kalendermäßig erst beginnen sollte, voll⸗ ständig beendet. Die Zufuhr von Wolle ist vorgestern nur noch unbedeutend im Ganzen aber doch staͤrker gewesen, als vermuthet wurde. (Mehreres, das schon am l4ten uno löten eingetroffen, ist erst am 16ten gemeldet worden.)
Dieselbe betraͤgt.
dazu altes Lager
27,923 Ctr. 23 Pfd.; 50 7
28,373 Ctr. 94 Pfd;
davon theils zu Privatlaͤgern, theils zum Durchgange deklarirt . .. 5,222 » 34 23,151 Ctr. 60 Pfd., welche effektiv auf dem Markte gewesen sind. Unverkauft aus erster Hand wieder abgefuͤhrt sind nur 289 Ctr. 3 Pfd. Im vorigen Jahre betrug die totale Zufuhr, incl. alten Bestandes, 30,401 Ctr. 51 Pfd. und war solche demnach um 2027 Ctr. 67 Pfd. groͤßer, als die diesjährige, was theils in der diesjähri⸗ gen besseren, leichteres Gewicht verursachenden Waäsche und in einer an sich etwas geringeren Schur, theils in groͤßeren Vor⸗ auskaͤufen von Spekulanten liegt. Beide erstere Umstaͤnde ver⸗ mindern natuͤrlich den hoͤheren Preis, welchen Produzenten in diesem Jahre erreicht haben; doch ist anzunehmen, daß letztere, nach Abzug ihres Mindergewichts, immer noch einen um 5 à 10 pCt. besseren Markt gemacht haben. Das haͤufig einfallende Regenwetter hat manche Stoͤrung im Geschaäͤft des Marktes hervorgebracht, doch ist dasselbe im Ganzen ziemlich rasch beendigt worden und das Preis⸗Verhaͤltniß, mit geringen Fluctuationen, ziemlich unveraͤndert bis zum letzten Augenblick geblieben. Fein mittel Wollen haben die staͤrkste Er⸗ hoöhung gegen voriges Jahr bedungen, und zwar durchschnittlich von 8 bis 10 Rthlr. pro Ctr., ordinaͤre nur eine solche von 3 bis 5 Rthlr. Vergleichsweise haben sich die Preise, wie folat, gestellt:
in diesem Jahre
Im à 45 Rthlr.
vorigen Ordinair. . pr. Ctr. 38 à 41 Rthlr uC ö13““ ein mittel. » 52 ½ à 65 „ . ““ 83 1 85 8
Verein fuͤr Pferde⸗Zucht und Pferde⸗Dressur.
Berlin, 19. Juni. Fuͤr die am heutigen Tage begonnener Rennen war dem vorstehenden Vereine eine Bahn angewiesen worden, welche noͤrdlich von der Hasenhaide gegen Tempelhof hin liegt und, etwas kleiner als die fruͤheren, einen Umfang von nicht ganz ½ Meile hat. Auf ihr nahmen heute um 9 Uhr die Rennen ihren Anfang und folgten sich dann in nachstehender Ordnung: b
I. Rennen auf der freien Bahn.
(Einfacher Sieg.) Unterschrifts⸗Rennen Nr. LXXII.— Unions⸗Rennen für alle auf dem Kontinent 1838 geborenen Pferde. — 3½% Deutsche Meilen. — Hengste 120 Pfd., Stuten und Wallachen 3 Pfd. weniger. — 75 Fr. d'or Einsatz. 50 Fr.d'or Reugeld. — Keine Geburt, kein Reugeld. — Das zweite Pferd erhält 120 Fr.d'or, der Sieger den Rest der Einsätze. — Der Ste⸗ ger und das zweite Pferd erbalten Atteste
Es erschienen: 1
Des Herrn Grafen von Plessen⸗Ivenack brauner Hengst Prince
Reegent vom Prince Llewellyvn und der Brillante von Vis⸗ count; Reiter (Crouch) roth, grüne Aermel, schwarze Kappe,
120 Pfd. (1). .
Des Herrn Kammerberrn von Maltzahn Enmerow Schimmel⸗ hengst Grey Soldier vom Gustavus und der Aline; Reiter
elb, blaue Kappe, 120 Pfd. (2). “ 1.u“
Des Herrn von Wilamowitz Möllendorff Fuchs Hengst Ecarteé von Actaeon und der Maria; Reiter blau und weiß, blau und weiße Kappe 120 Pfd. (3).
Des Herrn Völckers Lehmkuhlen Fuchs Hengst. Holstein von Logir und der Helenag von Rubens; Reiter stahlblau, schwarze Kappe 120 Pfd. (4).
Außerdem hatten unterzeichnel:
1) Herr W. von Biel: braune Stute. Spottles von Predictor und der Runymede. 1 1
2) Herr Landschafts⸗Direktor von Maltzahn⸗Sommersdorf: brauner Hengst von St. Nicholas und der Omnibus.
3) Herr Senfft von Pilasch: Fuchsstute von Rockingham und der Scud⸗Mare. .— 8
à) Herr von Wilamowitz⸗Möllendorff: branne Stute von
lenipotentiarv und der Waterloo⸗Mare.
5) Herr Benecke von Gröditzberg: braune Stute von Gorhom⸗ bury und der Master Henrv⸗Stute. 8
6) Herr Graf Hahn⸗Basedow brauner Hengst vom Figaro und der Witch.
7) Derselbe Figaro — Veil verworfen.
8) Herr Landrath von Waldow⸗Steinböfel: Zanish und der Petworth⸗Laß.
2) Herr von der Osten Heydebreck: braune und der Hannah (todt).
10) Herr Graf von Blome⸗Saltzan: braune
am und der Gretna Green (blind geboren).
11) Derselbe: braune Stute vom Laurel und der Whale bone⸗ Stuie.
12) Pe Graf Henckel von Donnersmark: branne Stute vom
Fuchs⸗Hengst von Stute von Vanish
Stute vom Rochking⸗
h Milan (todt).
e. Durchlaucht Herzog von Braunschweig: Fuchs⸗Hengst vom Actaeon und der Amazon. sch g: Fuchs⸗Heng 8 des PEE Fortunatus⸗Mulep⸗Mare, güst.
1³)
15) Herr Graf von Renard: Cora, starb bedeckk vom Rusb. 16) Derselbe: Nonsense⸗Translation, güst. sch en Poffewees: Unkerscheltt durch dessen Tod er⸗ oschen. 18) Heller: brauner Hengst vom Malet⸗Adel und der amine. 19 Fuchs⸗Hengst vom Malek⸗Adel und der Blücher⸗Stute. 23 Se. Durchlaucht Frs Carolath: Halson⸗Ifevore⸗Stute Gleich nach dem Abreiten führte Prince Regent; das Tempo war anfangs schnell. Nach der zweiten Biegung wurde es langsamer, ging so die Bahn herum, wobei die drei anderen Pferde unbedeutend die Plätze wechselten. Von der nach dem “ hin liegenden Ecke wurde das Tempo gesteigert; nach der letzten Soldier den ernstlichen Kampf gegen Prince Regent, aber nicht gelang. Das Rennen kam im scharfen Tempo ein, Regent, Grey Soldier, Holstein etwas weiter zurück. Zeit 3 Min. 51 Sek. II. Rennen auf der freien Bahn. (Einfacher Sieg.) Inländische Pferde, im Befitz von
Actionairen 88 6“
cke versuchte Grey der ihm 1 T Prince Ecarté sich auf Pferdelängen folgend,
ö“
eins — 1 Meile — zjährige 110 Pfd. — Mäbrige 128 Pfd — 5jährige 137 Pfd. — ältere 142 Pfd. — Stuten und Wallachen 3 Pfd. weniger.
Es erschienen:
Eugen vom Morisco. Mutter von Moses und der Schwester des Prinz Leopold, à Jahr alt; Reiter (Crouch) roth, grüne Aermel, schwarze Kappe, 128 Pfd. (1).
Des Herrn Senfft von Pilsach brauner Hengst Attila vom Vanish und der Lotterv⸗Mare, 3 Jahr alt; Reiter hellblau, gelbe Aermel, schwarze Kappe, 110 Pfd. (2).
Des Herrn von Owstien⸗Duilow braune Stute Taglioni vom Bravo und der Constance, 4 Jahr alt; Reiter roth, gelbe Aer⸗ mel, schwarze Kappe, 125 Pfd. (3).
Coulon vom Whisker, 5 Jahr alt; Reiter gelb, blaue Kappe, 137 Pfd. (0).
Herrn von der Osten auf Hevpdebreck brauner Hengst vom Shakspeare und der Norna, 5 Jahr alt; Reiter blau, rothe Aermel und Kappe, 137 Pfd. (0).
Des Herru Senfft von Pilsach Fuchs⸗Stute vom Rockingham
Des
schwarze Kappe (dist.) ₰ 2 Zurückgezogen wurden: Des Herrn von der Osten⸗Plathe brauner Hengst Bandekow vom Vanish und der Billy Goldfinch. Des Herrn Grafen von Renard brauner Hengst Wackrush vom Rusy und der Miß Walker. Des Herrn Senfft von Pilsach Fuchs⸗Stute vom Vanish und der Mameluke⸗Mare. 6 Die Rockingham⸗Stute übernahm die Führung in der gleich offen⸗ baren Absicht, für Attila das Rennen zu machen, Prince Eugen konnte binter ihr von seinem Reiter faum gehalten werden. Alle folgten in dichtem Haufen, und beim 2ten Passiren der Tribüne wurde das an sich für die Distanz sehr schnelle Tempo noch gesteigert. Nach diesem gab die Rockingham⸗Stute das Rennen auf. Nachdem die nach Tem⸗ pelhof hin liegende Ecke beim zweiten Male passirt war, schien aller⸗ dings die Kraft etwas nachzulassen, doch ging es noch immer in einem lebhaften Tempo fort. Nach der letzten Biegung wurde Mandarin und der Shakspeare⸗Hengst, da sie wohl die Hoffnung auf den Sieg aufge⸗ geben, verhalten, und der Kampf begann zwischen den 3 anderen, wo⸗ bei jedoch es vergeblich war, Prince Eugen den ersten Platz, welchen er inne hatte, zu entreißen; Attila, mit möglichster Vorsicht geschont, kam als 2ter, Tagliont als 3ter ein. Dieses ausgezeichnet schöne Ren⸗ nen wurde in sehr schnellem Tempo und in äußerst furzer Zeit gelau⸗ fen, eine Leistung, welche, wenn auch nicht ohne gleichen, doch zu den höochst seltenen gehört, und auf welche hier um so mehr aufmerksam gemacht werden muß, da bei dem Zurücklegen der Entfernung von einer Deutschen Meile man nicht bloß von Schnelligkeit sprechen kann, son⸗ dern auch Dauer anerkennen muß, welche um so bedeutender und an⸗ E1“ ist, wenn sie in Verbindung mit solcher Schnelligkeit ich zeigt. 2 Der Sieger erhielt die von Sr. Majestät Allergnädigst ausgesetzte Renn⸗Prämie von 1000 Rthlr. Cour.
III. Rennen auf der freien Bahn. — (Einfacher Sieg.) Unterschrifts⸗Rennen Nr. CXI. — Rennzeit 1841.— Pferde jede Alters und Landes, welche bei den Frühjahrs⸗Uebun⸗ gen 1841 beim Exerzieren oder Manöver vor der Front ge⸗ ritten sind. — ½ Meile. — 156 Pfd. — Stuten und Wal⸗ lachen 3 Pfd. weniger. Des Herrn Lieutenant von Hirschfeld braune Stute Paulo vom General. G Dieses Rennen fand nicht statt.
IV. Rennen auf der freien Bahn.
(Einfacher Sieg.) 8
Pferde jedes Alters und Landes — ½ Meile — 2 jährige
Pferde tragen eine Feder zjährige 110 Pf. — Ajährige
128 Pfd. — 5 jährige 134 Pfd. — 6 ährige und ältere 142
Pfd. Stuten und Wallachen 3 Pfd. weniger. — Kein Einsatz.
Es erschienen: 1 Des Herrn Kammerherrn von Wilamowitz⸗Möllendorf Fuchs⸗ hengst Lara von Cain und der Selma von Selim, 6 Jahr alt, Reiter (Hopkins) blau und weiß. 142 Pfd. (1.)
Herrn Grafen Ernst von Schlippenbach brauner Wallach
Lotterv von Gondolier und der Veil von Rubens, 5 Jahr
alt, Reiter weiß, blaue Aerme und Kappe. 131 Pfd. (2.)
3 Herrn von Hertefeld⸗Liebenberg braune Stute Lena, von Battledore und der Tramp⸗St, Reiter roth und weiß ge⸗ streift. 139 Pfd. (3.) “
Des Herrn von der Osten⸗Plathe brauner Hengst Timur von Vanish und der Reform 3 Jahr alt; Reiter blau, rothe Aer⸗ mel und Kappe. 110 Pfd. (0.) 8
Des Herrn Grafen von Gneisenau⸗Sommerschenburg Fuchs⸗ stute Zuckererbse vom Peter Lelv und der Y. Sweet⸗pea 3 Jahr alt; Reiter grün und weiß gestreift. 107 Pfd. (0.)
Dessen Fuchshengst vom Vanish und der Roller⸗Mare, 2 Jahr alt; Reiter hellblau, gelbe Aermel und schwarze Kappe, brach aus.
Des Herrn Senfft von Pilsach Fuchsstute vom Rockingham und der Scud⸗Mare 3 Jahr alt; Reiter grün und gold, schwarze Kappe. 107 Pfd.
Zurückgezogen wurden: 8
Des Hof⸗Jägermeisters von Veitheim Duttenstedt braune Stute vom Muley⸗Moloch und der Margawiska.
Des Herrn von der Östen⸗Plathe brauner Heugst Bagazeth vom Actaeon und der Reform.
Dessen schwarzer Hengst Seraskier vom Vanish und der Spectreß.
Des Herrn von Owstien⸗Auilow braune Stute Taglioni vom Bravo und der Constance.
Des Herrn Völckers⸗Lehmkuhlen Fuchshengst Holstein vom Logic und der Helene. 8
Des Herrn Senfft von Pilsach braune Stute Ultima vom Gaberlunzie und der Seud⸗Mare. h
Dessen brauner Hengst Attila vom Vanish und der Lotterv⸗Mare.
Dessen Fuchsstute vom Vaunish und der Mameluke⸗Mare.
Des Herrn C. Lichtwald⸗Lankwitz braune Stute Maidof⸗Ips⸗ wich vom Agreable und der Birthday. 8
Herr Graf von Hahn hatte genannt: des Herrn von Dewitz Fuchshengst vom Vanish und der Emilius Stute. 1
Es wurde in einem schnellen Tempo angeritten, Lara nahm bald die Spitze, die Rockingham Stute, welche nur mitgegangen war, um den zweijährigen Hengst zu führen, wurde verhalten, der zweisährige
Hengst lief gut mit bis gegen die nach Tempelhof bin liegende Ecke, wo
die Distanz ihm doch wohl zu lang wurde, und er das auf
gab. Auch Zuckererbse wurde bald verhalten. Lara hatte und be bagn⸗ tete Ueberlegenheit, Lotterv kam als 2. und Lena 3. ein. S. 2 g5 nuten 35 Sekunden. Der Sieger erhielt eine Prämie von 250 Rtbli⸗
V. Erste Prüfung der Zugkraft.
Der Verein wird 6 Achtermannsche Pflüge und die Pflüger dazu stellen, welche instruirt sind, 5 Zoll tief zu pflügen. Die e stellen 2 Pferde und einen Führer derselben, der sie nach Belieben 188 treibt. Es werden so viel einzelne eeeeeee gesteckt, als sich Konkurrenten melden. Derjenige Pflug, we hhe b Magdeburgischen Morgen von 180 Preußischen eecen in er kürzesten Zeit abpflügt, erhält eine Prämie von 250 Rthlr. Gold.
Es erschienen:
Des Herrn Hart zwei braune Wallache.
Des
des Ver⸗
Die Aufgabe, den Preußischen Morgen umzupflügen, wurde in 1 Stunde und 24 Bennn äbh⸗ Der häufige Regen, welcher in den e Tagen gefallen war, Aufgabe erleichtert
Des Herrn Grafen von Plessen⸗Ivenack brauner Hengst Prince
Des Herrn Kammerherrn von Maltzahn⸗Cummerow brauner
und der Scud Mare, 3 Jahr alt; Reiter grün und gold,
Es muß sehr bedauert werden, daß die Gelegenheit, welche der Verein sich bemuͤht hat, zu bieten, Pferde⸗Kraͤfte anderer Art als die in der Schnelligkeit und Dauer im Rennen zu pruͤfen, so wenig benutzt worden ist, und keine Konkurrenz her⸗ vorgerufen hat. Die Ursachen davon treten noch nicht deutlich hervor, und muß allerdings das Bemuͤhen zunaͤchst dahin gerichtet seyn, diese zu ermitteln. Von einigen Seiten ist als Grund fuͤr das Nichterscheinen die Besorgniß angegeben worden, daß auch in dieser Konkurrenz Vollblutpferde auftreten wuͤrden, gegen welche gewoͤhnliche Arbeitspferde nicht zu konkur⸗ riren wagten. Wenn dies nun selbst der Fall waͤre, so wuͤrde es gerade vom hoͤchsten Interesse seyn, zu sehen, in welchem Ver⸗ haͤltniß die Leistungsfaͤhigkeit von Vollblutpferden auch fuͤr solche
Hengst Mandarin vom Belshazzar und der Schwester des Aufgaben gegen die Leistungsfaͤhigkeit anderer Pferde sich stellte. Jedensfalls ist es zu hoffen, daß im naͤchsten Jahre eine zahlreiche
Konkurrenz dazu beitragen wird, uͤber die Frage von Leistungs⸗
faͤhigkeit, welche durch diese Art von Proben ermittelt werden soll, ein Licht zu verbreiten. von Eckardstein. von Willisen.
Dauer der Eisenbahn⸗Fahrten am 19. Juni. Zeitdauer Adgang Zeitdauer — von
St. M. St. M.
Abgang von
111 Potsdanm.
Um 8 Uhr Morgens. — (41 [Um 6 i Uhr Morgens.. 46 — 11 — Vormitt.. 40 [- 9½4 - Vormitt... 40 2 Nachmitt. 42 - 12 ½ - Nachmitt. 42 b — 41 †- 2¼ - — 8 40 bb 40 —- 24 Abends. — 230 G“ 54 - 8 i — — 45
Meteorologische Beobachtungen. Morgens Nachmittags Abende Nach einmaliger
1841. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 uhr. / IABevobachtung.
19. Juni.
—
8 2 8 7279 114 . an 20 5 Lufldruck... 335,02 „Par. 334 23 „Par. 334,01 Quellwaͤrme 850 R. Luftwärme . +. 9,1 ° R. + 16,80 R. + 12 40 R. Flußwaͤrme 13,090 R. . z 740 R. Bodenwa 29⁰ Thaupunkt... + 5 60 R. + 4,30 R. 7,4 1 Bodenwaͤrme 12,94 N. Dunstsättigung 75 „Ct. 7 vCt. 68 vCt. Ausdünstung 0,937 Rh. Wetter heiter. eiter. bezogen. Niederschlag 0.
31 1
Wind ....
Wolkenzug... Tagesmittel:
Waäͤrmewechsel Cö“ +† 11 0°. 0 R.. 60 pCt. SSW.
SDO
334,42",pRar. + 1280 N.. +. 580
AuSV68 en. Amsterdam, 16 Juni Niederl. wirkl. Schuld 517/16. 5 % do. 997⁄. Kanz-Bill. 24 ¶³. 5 %, Span. 211 ¼. Passive Ausg. —. Zinsl. —. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. —. Antwerpen, 15. Juni. Zinsl. 53 8. Neue Anl. 213/16 G. Hamburg, 18. Juni Bank-Actien 1648. Eugl. Russ. 107 ⁄⅞. London, 15. Juni. Cons. 3 % 89. Belg. 100 ¼. Neue Anl. 22 1. Passive 5. Ausg. 10 %1. 2¹½ % Holl. 52871 5 %, 99 ⁄4. 5 %, Port. 33 ⅛. 0 19 ⁄₰4. Engl. Russ. 1131⁄2. Bras. 67 ⁄₰. Columb. 21. Mex. 27⁄à₰. Peru 14 3⁄¾4. Chili 61. Paris, 15. Juni. 5 % Keute fin cour. 115. 3 % Rente fin cour. 76 90. 5 % Neapl. au compt. 102. 40. 5 % Span. Kente 23 ⁄1. Passive 5 1. 3 % Port. — I
Wien 15. Juni. 5 % Met. 106 ½. 40¾, 97 31. 3 % Bank⸗=Actien 1060. Anl. de 1834 134. de 1839 108.
II1
Montag, 21. Juni. Im Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt: Patkul, politisches Trauerspiel in 5 Aufzuͤgen von C. Gutzkow.
Dienstag, 22. Juni. Im Opernhause: Großes drama⸗ tisches Konzert, gegeben von Mad. Pasta, erste Kammer⸗ saͤngerin Majestät des Kaisers von Oesterreich. Erster Theil: 1) Ouvertuͤre aus der Oper Semiramis. 2) Arie mit Chor aus der Oper Semiramis, von Rossini, gesungen und dargestellt im Kostuͤm von Mad. Pasta. 3) Duett zwischen Semiramis und Assur, aus derselben Oper, gesungen und dargestellt im Kostuͤm von Mad. Pasta und Hrn. Ischiesche. 4) Duett zwischen Se⸗ miramis und Arsaces, aus derselben Oper, gesungen und darge⸗ stellt im Kostuͤm, von Mad. Pasta und Mlle. Lehmann. Zweiter Theil: Die Benefiz⸗Vorstellung. (Dlle. Polin: Zepherine.) Drit⸗ ter Theil: Letzter Akt der Oper Othello, von Rossini, vorgetragen und dargestellt im Kostuͤm von Mad. Pasta, Dlle. Moja und Herrn Gamberini. Seaͤmmtliche Gesangstuͤcke werden — ragen. 1 der e Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc. Nüe dn uspieihabst⸗ Kabale und Liebe. (Hr. Hoͤfler: Fer⸗ inand, als Gastrolle. 8 “ 8 n Im Opernhause: Don Juan. Spatzer Gentilicomo, von K. Hoftheter zu Hannover: Donna Anna und Dlle. Spatzer, von demselben Theater: Donna Elvira,
Serste Gastrollen. 3
8 Im “ Das Glas Wasser.
Koͤnigsstaädtisches Theater
“ J“ (Dreiundzwanzigste Italiaͤnische Opern⸗ Vorstellung.) II barbiere di Seviglia. Opera buffa in 2 Atti. Musica del Maestro Rossini.
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Plaatz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc.
Der Anfang der Italiaͤnischen Opern⸗Vorstellungen ist um 6 ½ Uhr. Die Kasse wird um 5 ½ Uhr geoͤffnet.
Textbuͤcher in Italiaͤnischer und Deutscher Sprache sind im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu aben. Dienstag, 22. Juni. Zum erstenmale: Der — von Vogelsdorf. Parodirende Posse mit Gesang in 3 Akten, von Sch ickh. Musik von Riotti.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
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in Italtaͤnischer Sprache
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1 8ac18X“XX“*“ Beirut, 14. Mai. (Journ. de Smyrne.) Man ho die in dem Gebirge seit einiger Zeit herrschende Aufregung bald beigelegt zu sehen. Der neue Emir Beschir hat nach uͤberstande⸗ ner Quarantaine bereits mehrere Unterredungen mit dem Pascha gehabt und ihm die Beschwerden der Bergbewohner gegen die von ihnen verlangte und namentlich unter den gegenwaͤrtigen Um⸗ staͤnden uͤbertriebene Summe von 4900 Beuteln (2,000,450 Piastern) vorgelegt. Der Pascha hat die Richtigkeit dieser Be⸗ schwerden erkannt und sich bereit erklaͤrt, die Forderung um mehr als die Haͤlfte zu reduziren. Die Mißhelligkeiten zwischen den Maroniten und den Dru⸗ sen sind fast ganz beigelegt und von beiden Seiten giebt sich die Neigung zur Aussoͤhnung zu erkennen. Es befinden sich gegen⸗ waäͤrtig 60,000 Bewaffnete im Gebirge, die aber Alle bereit sind, der Stimme der Vernunft Gehoͤr zu geben und bei den ersten Konzessionen, die man ihnen macht, die Waffen niederzulegen und zu ihren gewoͤhnlichen Beschaͤftigungen zuruͤckzukehren. Der neue Zoll⸗Tarif hat die Bergbewohner ganz besonders entmuthigt, indem dadurch ihr einziger Handels⸗Artikel, die Seide, mit einem sehr hohen Zoll belegt worden ist.
Der Pascha hat an die hiesigen Konsuln zwei Cirkular⸗Schrei⸗ ben gerichtet. In dem ersten zeigt er an, daß hier ein Divan Maschuerat) eingesetzt worden, bei dem nunmehr alle Klagen und Reclamationen angebracht werden muͤssen; in dem zweiten erneuert
zalb der Stadt er Feuergewehre zu bedienen.
Der Gesundheits⸗Zustand von Beirut ist nicht sehr befriedi⸗ gend; die Pest wuͤthet noch immer und seit zwanzig Tagen sind, theils in der Stadt, theils in dem von dem Kordon eingeschlosse⸗ nen Gebiete mehr als 30 Faͤlle und unter den Truppen des Kor⸗ dons selbst 24 Faͤlle vorgekommen. Im Gebirge sind 26 Doͤrfer von der Pest befallen.
ö--
“ 88
— — Stettin, 17. Juni. Zu dem hiesigen Wollmarkte sind bis gestern Abend 5369 Ctr. 21 Pfd. feine, 22,409 Ctr. 32 ½ Pfd. mittel und 144 Ctr 79 ½ Pfd. ordinaire, im Gan⸗ zen also 27,923 Ctr. 23 Pfd. Wolle eingegangen. Der groͤßte Theil dieser Wolle war bis gestern Abend verkauft, wo auch der Markt vollstaͤndig beendigt war, der uͤbrigens durch das anhal⸗ tende stuͤrmische Regenwetter nicht beguͤnstigt wurde. Eine aus⸗ fuͤhrliche Mittheilung uͤber die Resultate dieses Marktes behalten wir uns vor.
Wissenschaft, Kunst und Literatur.
Berlin. Königliches Theater. Die Rückkehr der Mad. CErelinger und ihrer Töchter, Dlles. Bertha und Clara Stich, von ihrer Kunstreise hat uns auch die Aufführung des beliebten Lustspiels von Scribe, das Glas Wasser, wiedergebracht, welches seitdem schon viermal bei stets ganz gefülltem Hause gegeben worden, nachdem es im Februar in kurzer Zeit hinter einander sechs Vorstellungen erlebt hatte. Man hat die leichtfertige Art und Weise tadeln wollen, wie der Fran⸗ ösische Dichter hier mit der Geschichte umgesprungen ist, aber, wie uns scheint⸗ mit Unrecht. Ohne damit vergleichen zu wollen, welche Frei⸗ heiten selbst Schiller, der doch wahrlich die Weltgeschichte mit dem heiligsten Ernst betrachtete, in seinen historischen Tragödien sich mit den Thatsachen und Charakteren herausgenommen hat, brauchen wir nur daran festzuhalten, daß es im Lustspiel nicht darauf ankommen kann, die Wahrheit oder Philosophie der Geschichte zu geben, sondern daß hier, wo der Zufall mit all seinen Launen regiert, dem Dichter das Recht zustehen muß, wenn ihm gerade ein geschichtlicher Stoff in die Hand fällt, denselben auch nach seiner poetischen Willkür zu kon⸗ struiren; vorausgesetzt nur, daß diese Willkür sich als poetische bewährt, also daß sie den Schein so gefällig der Wahrheit unterschiebt, daß die Handlung uns wahrscheinlich wird und zugleich durch interessante, witzige Combination fesselt und ergötzt. Und dies, glauben wir, hat Scribe in seinem Verre d'eau vollfommen erreicht; ja, es ist recht
eigentlich eine echte Komödie, weil es das Spiel des Zufalls zum in⸗ nersten Lebens⸗Element hat und die Gravität der Staats⸗ und Regie⸗ rungskunst auf eine Weise persiflirt, die allerdings für die ernste philosophische und ethische Betrachtung frivol zu nennen wäre, aber im Lustspiel vollkommen an ihrer Stelle ist.
Es war daher nicht bloß das vortreffliche Spiel der obengenannten Damen und des Herrn Seypdelmann, welches diesem Stück einen so großen Beifall gewann, sondern auch die lebendige, an pikan⸗ ten Situationen so reiche und das Interesse fortwährend steigernde Handlung. Wir finden bereits dies Lustspiel fast auf allen bedeutenden Bühnen Deutschlands, meist in der fließenden Uebertragung von A. Cosmar, eingebürgert, und überall scheint es mit gleichem Vergnü⸗ gen gesehen zu werden. Wie man auch gegen die Uebersetzungswuth der Deutschen eifern mag, so ist doch nicht einzusehen, warum wir nicht, besonders so lange nicht bessere einheimische Produkte auf dem Felde des Lustspiels vorliegen, das Beste von dem Fremden uns aneig⸗ nen sollten, und wir würden es den Franzosen schwerlich zum Vor⸗ wurf machen, wenn sie mit unseren dramatischen Produkten ein Gleiches thäten. Nur freilich soll man die eigene Ersindungskraft nicht dadurch erschlaffen lassen und nicht jedes flüchtige Machwerk der Pariser Bühne zu uns herüber verpflanzen. Wir übergehen daher auch mit Stillschwei⸗ gen, was von solcher Art in der letzten Zeit neu über unsere Bretter gegangen, und erwähnen nur noch eines ebenfalls vom Aus⸗ lande, aber aus anderer Quelle entlehnten Lustspiels, die gestren⸗ gen Herren oder Tempora mutantur, welches von C. Blum nach dem Italtänischen sehr gewandt bearbeitet und durch die freie Umschmel⸗ zung fast zu einem eigenen Produkt des Deutschen Autors gestempelt ist. Der Humor fließt darin zum mindesten weit ergiebiger, als in einem Deutschen Original⸗Lustspiel von Bauernfeld, welches, seinem Titel nach, Ernst und Humor, recht humoristisch seyn sollte, das sich aber bei seiner hiesigen Darstellung nur wenig Beifall gewann, da der Ernst darin etwas langweilig und der Humor unschmackhaft erschien.
Dagegen war ein anderes neues Lustspiel, Capitain Firne⸗ wald, vom Verfasser von „Lüge und Wahrheit“, zu den wirk⸗ lich humoristischen zu rechnen und wohl lberhaupt eines der geistvollsten Werke des anonpmen Verfassers; der Plan des Stük⸗ kes ist hier nicht nur mit großer Gewandtheit angelegt, sondern auch konsequenter durchgeführt und natürlicher gelöst, als in man chen anderen Lust⸗ und Schauspielen dieses Autors, wie z. B. in dem neuesten, hier zur Aufführung gelangten Werke desselben, die Heimkehr des Sohnes, dessen Schluß eine solche störende und un⸗ befriedigende Wendung nimmt. Von einem anderen anonymen Verf., der hier zuerst mit dem Schauspiel „Album und Wechsel“ auftrat, wurde kürzlich auch wieder ein neues Lustspiel, der Geschäftsführer, ge⸗ geben, das sich zwar, wie seine früheren Arbeiten, theilweise durch sehr anziehenden Dialog auszeichnete, in der Handlung aber nicht das In⸗ teresse der „Modernen“ desselben Autors erreichte. Endlich haben wir noch zweier Schauspiele zu erwähnen, eines romantischen und eines bürgerlichen, an denen besonders auszusetzen wäre, daß das romanti⸗ sche zu bürgerlich und das bürgerliche zu romantisch auslänft. Das erstere ist Shakespeare in der Heimath von C. von Holtei, das andere Ein Wort des Fürsten, wieder von einem anonvmen Ver⸗ fasser, A. P. Dort werden wir aus dem Dichterleben plötzlich in die Altagswelt versetzt, und hier liest ein Böttchermeister dem Fürsten den Tert und wird zu seinem Rathgeber erhoben. Uebrigens steht das erstere an poetischer Diction und auch an poetischem Gehalt weit über dem letzteren; unr ist zu bedauern, daß der talentvolle C. von Holtei hier, wie öfters, von dem höheren Schwung, an dem es ihm nicht fehlt, und aus der Sphäre einer freieren Weltanschauung, abwech⸗ selnd, als hinge ihm ein bleiernes Gewicht an den Fersen, in die ge⸗ wöhnliche Prosa einer Ifflandschen Familienscene herabgezogen wird.
Leben und Lieder von Paulus Gerhardt, herausgege⸗ ben von E. C. G. Langbecker. Mit dem Bildnisse Paul Gerhardt's, einem Facsimile seiner Handschrift und
neun Musik⸗Beilagen. 820 S. Gr. 8. Berlin, Sander⸗ sche Buchhandlung. 1841.
Der Name Paul Gerhardt'shat einen zu guten populairen Klang, als daß er nicht von vorn herein das Interesse jedes kirchlich Gesinnten in Anspruch nehmen sollte. Das vorllegende Buch ist, um es kurz zu bezeichnen, ein Urkunden⸗Schatz über den geistlichen Liederdichter, von dessen persönlichen Lebens⸗Verhältnissen man zeither in demselben Maße wenig erfuhr und wußte, als man seine schönen Lieder viel auf den Lippen und im Herzen trug. Dem durch seine hymnologischen Ar⸗
beiten bereits bekannten Herrn Herausgeber gebührt das Verdienst, mit mühsamen Fleiße von den verschiedensten Seiten her die theilweise sehr entlegenen, theilweise bisher ganz unbekannten Dokumente, insoweit sie den Dichter und die kirchlich verwickelten Verhältnisse seiner Zeit an⸗ gehen, zuerst gesammelt und gut angeordnet zu haben. Auf dem Bestreben, mit der möglichsten Treue und Integrität diese schätzbaren Urkunden wiederzugeben, beruht die eigenthümliche Art und Weise der Behandlung des Stoffes, in welcher der Verfasser mit einer fast ängst⸗ lichen Bescheidenheit die eigene Zuthat, so weit thunlich, fernzuhalten sucht und nur da anwendet, wo es die Verbindung und Erläuterung der betreffenden Dokumente erfordert. Er gönnt lieber seinem Helden und den in dessen Geschichte verflochtenen Personen das Wort, und läßt die Zeit ihre eigene Mundart reden. Das ganze Werk zerfällt, wie schon der Titel andeutet, in zwei Hälften. — Paulus Gerhardt (so schrieb sich der Dichter) wurde geboren im Jahre 1600 zu Gräfen⸗ hainchen in Kursachsen, wo sein Vater Bürgermeister war. Von sei⸗ ner Jugendbildung, die gerade in die drangsalvolle Zeit des 30 jährigen Krieges fiel, sind uns leider keine Nachrichten aufbehalten worden. Der Ungunst dieser Zeit⸗Verhältnisse ist es wohl allein zuzuschreiben, daß er erst in seinem Aa4sten Lebensjahre zu einer bestimmten Amts⸗Wirksam⸗ keit gelangte, indem er von Berlin, seinem bisherigen Aufenthalte, weg, als Probst nach Mittenwalde berufen ward. Im Jahre 1657 kehrte er als Diakonus an der St. Nikolai⸗Kirche nach Berlin zurück und wirkte hier zehn Jahre lang in Segen, unter gewaltigen Kämpfen und harten Prüfungen. Ueber die damaligen religiösen Konflikte zwischen Lutheranern und Reformirten, an deren Entwicke⸗ lung P. Gerhardt vermöge seiner Stellung und aus Gewissenspflicht thatkräftig Antheil nahm, denen er aber bekanntlich selber am Ende erlag, verbreiten die Mittbeilnngen des Herrn Langbecker ein helles Licht und es bildet dieser Abschnitt vorzugsweise einen willkommenen Beitrag zur Kirchengeschichte der Mark. Gerhardt wurde 1666 seines Amtes entsetzt, weil er es nicht über sich gewinnen konnte, das vom großen Kurfürsten erlassene Edikt, welches den mit großer Erbitterung geführten Streitigkeiten der Lutheraner und Reformirten ein Ende machen sollte, durch Unterzeichnung eines Reverses anzunehmen. Die dringende Verwendung vieler Gewerke und selbst der Landstände für ihn veranlaßte eine Milderung dieser strengen Maßregel; die Resti⸗ tution in sein Amt schlug er indessen aus; trat jedoch 1669 das Archi⸗ diakonat in Lübben an, wo er 1676 am 7. Juni starb („also gerade an dem Tage, an welchem in diesem 1840sten Jahre unser theurer ge⸗ liebter König Friedrich Wilhelm III., zum großen Schmerze seiner ge⸗ treuen Unterthanen, in das Land der Seligen hinüberschlummerte“ S. 229). Einen tiefen Blick in das innere Glaubensleben des Dichters, dessen häusliche Verhältnisse übrigens gleichfalls von manchen Stürmen bewegt waren, läßt das schöne kommonitorische Testament S. 226 — 28 thun, welches der Greis im Vorgefühl seines baldigen Abscheidens für seinen Sohn aufsetzte.
Die zweite (größere) Hälfte des Werkes bietet eine vollst’ndige Sammlung der Lieder Paul Gerhardt's, 120 an der Zahl, dar, und war in buchstäblich getreuem Abdrucke aus der ältesten Ausgabe der⸗ welche des Dichters Freund, der Musik⸗Direktor Ebeling zu Berlin in den Jahren 1706 und 1707 in fol. veranstaltete. Ein durchge⸗ hender Vergleich dieser Ausgabe mit der vom Superintendent Dr. Feust⸗ king zu Zerbst (1707) nach einem hinterlassenen eigenhändigen Ma⸗ nuskripte Gerhardt’s besorgten, läßt in den Varianten ersehen, „wie Gerhardt im Laufe der Zeit sich selbst verbesserte.“ Der ganzen Samm⸗ lung geht eine Einleitung voraus, welche über alle bisherigen Ausgaben der Gerhardtschen Lieder kritisch referirt. Die meisten einzelnen Lieder sind mit historischen, hymnologischen und asketischen Notizen begleitet, die oft eine angenehme Zugabe bilden zu dem wohlthuenden Eindruck, den man aus der Lektüre des Liedes gewinnt. In den Bemerkungen zu dem Heldenliede Gerhardt’s: „Ist Gott für mich, so trete ꝛc.“ wi⸗ derlegt Herr L. mit autem chronologischen Grunde die Beziehung der bekannten Stelle vom „Zorn der großen Fürston“ auf vp rsönliche Ver⸗ hältnisse, woraus man neuerdings dem Dichter eine höchft unverdremre, bereits auch anderweitig zurückgewiesene Anklage hat erheben wollen. Ingleichen vernichtet der historische Sinn des Herausgebers S. 432. jene allbekannte, und wie schön auch immer ausgemalte und ange⸗ wandte, doch in sich unwahre Erzählung vom Ursprunge des herrlichen Liedes: „Beffehl Du Deine Wege ꝛc.“ Am Schlusse des Werks sind 12 Original⸗Melodieen beigegeben, von Zeitgenossen Gerhardt's zu sei⸗ nen Liedern gesetzt und zum Theil noch jetzt in unseren Kirchen gesungen. Die letzte Tafel, ein Facstmile der Handschrift Gerhardt's, enthält die Selbstverpflichtung auf die Lehre der lutherischen Symbole, welche er am Tage seiner Investitur als Prediger an der St. Nikolai⸗Kirche zu Berlin in das dasige Ordinationsbuch schrieb.
Allgemeiner
Koitenhagen, Steinfelt,
Bekanntmachugnen.
Bekanntmachung. In unserm Devpositorium befinden
Altenpleen,
1) die v. Zdunowskische Pupil⸗ lenmasse mit..... 2) die Martin Benewitzsche Kon⸗
2Thlr. 26 sgr. 7 pf.;
3) die Kriegsrath Schröttersche eeheee; v. Zboinskische Masse mit .. 7 ⸗ à4 und 5) die Oberst von Konarskische Konkursmasse mit
Summa 18 Thlr. 18sgr. 11 pf.
Anzeiger fuͤr die Preußisch
1 ferner an die von dem defuneto schon bei seinen Leb⸗ 1 8 sich folgende zeiten an zwei seiner Kinder in Anrechnung auf ihr geführt, werden hierdurch aufgefordert Massen, deren zeitige Eigenthümer unbekannt sind, als: künftiges Erbtheil überlassenen 1 Vorwerk, Düwelsdamm und Wiepkenhagen, ddesgleichen an die zu Ostern k. J. ablaufenden, im . Besitze des Erblassers gewesenen Pachtrechte dee Do⸗ Straußberg, den 15. Juni 1841. kursmasse mit .... Tv manialgüter Müggenhall und Gersdin, 8 sowie endlich an die zu den Gütern Behrenwalde, mit.. Koitenhagen, Steinfelt, Müggenhall und Gersdin ge 4) die Masse v. Zboinski wider hörigen Inventarien nebst Saaten und Ackerarbeiten, aus irgend einem Grunde Rechtens Forderungen und Ansprüche haben oder machen zu können vermei⸗ nen, zu deren Anmeldung und Beglaubigung in einem der folgenden Termine, als: FIWTii Die Eigenthümer dieser Activa werden aufgefordert, Morgens 10 Uhr,
Prawitz und Heller
Güter Starkow nebst Betrag binnen 4
Bekanneimaschu
Juli und 10. August d. Is., vor dem Königl. Hofgerichte, bei
sich binnen à Wochen zur Empfangnahme zu melden Vermeidung der am 31. August cr. zu erkennenden jeden Erben nur nach Verhältniß
und gehörig zu legitimiren, widrigenfalls die gedachten Präklusion, unter Bezugnahme auf die den Stral⸗ Massen an die Königl. Justiz⸗Offizianten⸗Wittwen⸗ sundischen Zeitungen in extenso inserirten Prokla⸗ Kasse werden abgeführt und den später sich meldenden mata, hierdurch aufgefordert.
Datum Greifswald, den 26. Mai 1841.
und legitimtrenden Interessenten nur ohne Zinsen wer⸗ den zurückgezahlt werden. Marienwerder, den 7. Juni 1841. Königl. Ober⸗Landesgericht.
— Da über das Vermögen des Kaufmann Adolph 6 bfersegge der Konkurs eröffnet worden, so Deer Nachlaß des am 23. Auc 34 1 laden wir dessen Gläubiger hierdurch vor, am 10. No⸗ 1““ Zriedrün Sgs vember cr., Vormittags 10 Uhr, auf dem Land⸗ 1g. 1 Nor
und Stadtgericht vor dem Direktor Knauff persoͤnlich Confirmation zu ertheilen.
oder durch einen mit Vollmacht
Publicand um.
verstorbenen Hauptmanns a. D. Christian Schroetter soll an seine Glänbiger ausge⸗ dehit werden. Es werden daher die unbekannten dem nhigen aufgefordert, sich mit ihren Ansprüchen ach aß binnen à Wochen zu melden. Marsenwerder, den 7. Juni 1841. 8 Königl. Pupillen⸗Kollegium.
5 I1“X“ a.
Von der ünterzeichneten Könial. Hofgericht werden gan⸗ 1 Antrag der verordneten Vollstrecker des Testa⸗ ments des im Januar d. J. verstorbenen Gutsbesitzers Feristen Friedrich Melni zu Müggenhall alle und jede, “ die e Verlassenschaft desselben in specie c ie resp. im Grim 8
“
Königl. Preuß. Hofgericht von Pommern u. Rügen.
1““ Die Schuldner des am 21. Oktober 1
halten können. Berlin, den 28. April 18 ½1.
Wendisch⸗Baggendorff und verstorbenen Tuch⸗ und Flanellfabrikanten Karl Frie⸗ a. drich Wilhelm Heller, welcher die Firma
. Wochen portofrei zum Depositorio des unterzeichneten Gerichts zur Hellerschen Nachlaß⸗ masse bei Vermeidung der Klage einzuzahlen.
Königl. Preuß Land⸗ und Stadtgericht.
In der Nachlaß⸗Sache des verstorbenen Gastwirths Johann Christian Marzahn wird den etwanigen unbe⸗ kannten Gläubigern des Erblassers bekannt gemacht, daß die Theilung der Masse bevorsteht und sie ihre etwanigen Ansprüche binnen drei Monaten anzumel⸗ den haben, indem sie sich nach erfolgter Theilung an
Königl. Stadtgericht hiesiger Residenz, Abtheilung für Kredit⸗, Subhastations⸗ und Nachlaß⸗Sachen.
en Staaten.
Die Herrschaft Sppcker mit allen dazu gehörigen Gütern, einzelnen Höfen und Dörfern, als na⸗ mentlich: Spücker, Wall, Buschvitz mit dem von mir acqutrirten Domanial⸗Antheil, die Meierei Glove, Dorf Glove und Freudenberg, Bobbin, Weddort, Koosdorff, Campe, Baldereck, Narde⸗ vitz, Blandow, Lohme, Salsitz, Polckvitz, Trunup, Werder, Staphel, Kl. Jasmund, Tiefegrund, Saiser, Wostevitz, Mönckendorf, Capelle, Sa⸗ gard (Sppockerschen Antheils) Sehlitz, Neddesitz Gummanz, Gr. u. Kl. Peussow, Gr. u. Kl. weltsts eFa taghetg; Jägerhof, Beustrin, Nip⸗ merow, 2 esselin, Bantzin, Schniernitz, Pluckow Litzower Fähre, Neuhof, Polchow mit Racken⸗ berg, Heidehof, Auatzendorf, Thiessow, (Heyde⸗ krug) Dietzke und Lesenick; ferner der bei Sa⸗ gard belegene Dubnitzer Acker⸗Antheil, und die vormals von der Lanckenschen Güter Dubnitz und Blieschow nebst Bernow;
der Garftitzer Antheil der Herrschaft Putbus, mit allen dazu gehörigen Höfen und Dörfern namentlich: Lancken, Preetz, mit Sandort⸗ Burtevitz, Zarnekow, Neuensien, Hof und Dorf
den schuldigen
ng.
seines Erbtheils
Dr. Odebrecht.
und Information
Kenntniß gebracht:
Zugleich wird
genannten Herrn
cessionsrechte Verzicht
stand worden.
Seine Majestät der hochselige König haben geruhet einer von mir unterm 7. März 1830 vollzogenen und un⸗ term 5. April ejusd. beim Königl. Kammergerichte zu Berlin verlautbarten Familienfideikommiß⸗Stiftungs⸗ urkunde, unterm 8. November ejusd. Ihre Allerhöchste
Die Hauptbestimmungen der gedachten Stiftungs⸗ versehenen Stellvertreter zu erscheinen, um ihre For⸗ Urkunde über das Fürstlich Putbussche Familienfidei⸗ derungen an Kapital und Zinsen vollständig zu liqui⸗ kommiß, werden hierdurch nachstehend diren und die zur Feststellung derselben dienenden Be⸗ weismittel anzuzeigen, widrigenfalls die Ausbleiben⸗ den mit ihren Ansprüchen an die Masse präkludirt und ihnen gegen die übrigen Gläubiger ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird. ihnen der Herr Justiz⸗Kommissarius von Eich als Bevollmächtigter in Vorschlag gebracht. Stolp, den 30. April 1841. Königl. Land⸗ und Stadtgericht.
1) das nach der letztwilligen Disposition meines Va⸗ ters von mir und meinem Bruder dem Grafen und Herrn Moritz zu Putbus, über die zur eigent⸗ lichen Herrschaft Putbus gehörigen Güter gestif⸗
mann Familienfideikommiß ist mit Zustimmung meines
8 Bruders aufgehoben,
von Letzterem auf alle daraus abzuleitende Suc⸗
geleistet, statt dessen aber von mir ein neues, meinen gegenwärtigen Besitz⸗ umfassendes Familienfideikommiß gestiftet
2) Dem neuerrichteten Fideikommiß sind unterworfen
Klein⸗Streesow, Garftitz, Blieschow, Gobbhin Dummertevitz, Neu⸗Reddevitz, Süllitz, Granitz, Neu⸗Süllitz, Seedorf, Dollge und Jagdhaus, desgleichen die Dorfschaft Bintz; ——
die Streuer⸗Güter, als Streu, Prora, Tri 8, Buhlitz, Lubckow, Hagen, Fera ht Kalbeck und Kieckut; 8 die Güter Siggermow, Ketelshagen, Crimvitz, Lietzenhagen, der mir gehörige Antheil von Lanschvitz, Tribberatz, Mustitz, Serams, der von Charow gekaufte Antheil der Garvitz, Dollahn und Langensaal, und der Rugard;
die zum Alt⸗Putbusser Familienfideikommiß ge⸗ hörige Güter und Besitzungen, als: Schloß, Hof und Badeort Putbus, Darsband, Iusel und Ackerwerk Vilm, die Höfe Neu⸗ und Alt⸗ Pastitz und die Försterstelle daselbst, Dolgemost, Lonvitz, Vilmnitz, Freetz, Gr. Streesow, Wob⸗ banz, Posewald, Nadelitz und Dierckenhof, Neuendorf, Wreechen, Collbof, der mir gehörige Antheil an Casnevitz, Gremmin, Neuhof, Nen⸗ camp Hof und Dorf, Glowitz, Krackvitz⸗ Güste⸗ litz Hof, Dorf und Ziegelei, Zirckow, Dartz, 1 b““
V Altensien, Hof und Dorf Sellin, Wibboise,
zur allgemeinen
und