aent n theile der Bevöͤlkerung des ganzen Staats enthalten, sind ganz ohne Salinen. Längs der ganzen östlichen Graͤnze des Staats von der noͤrdlichsten Spitze Preußens bis zur suͤdlichsten Schle⸗ siens befindet sich auch kein Salzwerk des Auslandes in erreich⸗ barer Naͤhe, mit einziger Ausnahme des beruͤhmten Bergwerkes Wiliczka, welches acht Meilen ostwaͤrts von dem suͤdoͤstlichsten Ende des Preußischen Schlesiens entfernt ist, und also keine be⸗ trͤchtliche Huͤlfe gewaͤhren kann, wenn auch sein Erzeugniß zur unmittelbaren Anwendung fuͤr menschliche Speisen brauchbarer ware, als es in seinem rohen Zustande ist. So a0c 8 auch sein mag, daß Ober⸗Schlesien neben seinen “ 8— lenfloͤzen auch Steinsalzlager enthäͤlt, so haben diese doch 2. noch nicht erbohrt werden koͤnnen. Dagegen tn,. 8— von Englischem Kochsalze aus Liverpool, und v 8 Portugal und Spanien durch die Beschaffenheit des “ 1 den Preußischen Ostsee⸗Haͤfen sehr begunstigt. Holz 882, d 8 ide, die beiden wichtigsten Artikel der Ausfuhr dieser b-n nehmen sehr viel mehr Raum ein und wiegen sehr viel mehr, 816 der eiche Werth an Colonial⸗Waaren, Weinen, trocknen und frischen Sudfruͤchten und Manufaktur⸗Waaren, woraus der bedeuteneste Fheil der Einfuhr in dieselben besteht. Es muͤssen daher jährlich Jeor viel Schiffe ganz ohne Ladung zum Abholen der Erzeugnisse, welche die Ostsee⸗Haͤfen verschiffen, daselbst sünlaufen. Sie wuͤr⸗ den sämmtlich mit Ballast eingehen, dessen Einnehmen und Aus⸗ laden ihnen noch bedeutende Kosten verursacht, wenn sie nicht zum Theil Gelegenheit fanden, statt des Ballastes Erzeugnisse mit Vortheil einzufuͤhren, welche bei geringem Werthe großes Gewicht haben, wie namentlich Dachsteine, Künker, Steinkohlen und Salz. Erhaͤlt der Eigenthuͤmer eines Schiffes fuͤr eine La⸗ dung von diesen Gegenstaͤnden nur einen Preis, der ihn fuͤr die Kosten des Ankaufs und des Einnehmens und Ausladens dersel⸗ ben vollstaͤndig entschaͤdigt; so hat er schon in soweit Gewinn da⸗ bei, als er wenigstens die Kosten auf Ballast erspart. In Folge dieses Verhaͤltnisses wird uͤberseeisches Salz in die Preußischen Ostsee⸗Haͤfen gebracht, ohne durch Verwendungen auf die Fracht erheblich vertheuert zu werden: die Regierung benutzt dasselbe,
en nahe fuͤnf Achttheile des Flaͤchenraums und fuͤnf Neun⸗
um diejenigen Landestheile mit Salz zu versorgen, wohin das uͤberseeische Salz wohlfeiler gebracht werden kann, als das Erzeug⸗ niß ihrer Saͤchsischen Salinen. Fuͤr das Salz, welches die Regierung aus ihren eigenen Salzwerken entnimmt, wuͤrde sie der Verwaltung derselben eigent⸗ lich nur die Erzeugungskosten zu verguͤten haben; indessen sind die Preise, welche die Steuerbehoͤrde dafuͤr entrichtet, so gestellt, daß der Salinen⸗Verwaltung noch ein moaͤßiger Fabrikations; Ge⸗ winn bleibt, welcher demnach nicht als Einkommen aus der Salz⸗ Besteuerung, sondern als Gewinn am Salinen⸗ Betriebe den Staats⸗ kassen zufließt. Den Eigenthuͤmern der Privat⸗Salzwerke muß jeden⸗ falls auch ein Preis fuͤr ihr gezahlt werden, wobei denselben noch ein billiger Gewinn uͤber ihre meist erheblichen Betriebs⸗ kosten bleibt. Fuͤr das auswaͤrts angekaufte Salz muß die Steuerbehoöͤrde diejenigen Ankaufskosten und Frachten bezahlen, welche den Verhaͤltnissen des Verkehrs angemessen sind; sie hat hierin keinen Vorzug vor Privatleuten, die mit gleichem Kapital den gleichen Umsatz betreiben. Die Kosten, womit die Regierung das Salz theils aus den inlaͤndischen Salinen, theils vom Aus⸗ lande her in ihre Niederlagen bringt, und daselbst zur weiteren Versendung in Tonnen verpackt, werden in dem Maaße gerin⸗ ger, worin die inlaͤndische Salzerzeugung sich vervollkommnet, und deren Verwendung fuͤr den inlaͤndischen Salzbedarf sich er⸗ weitert. Sie betrugen fuͤr die Hundert Pfunde Salz durch⸗ schnittlich in den sechsjaͤhrigen Zeitraͤumen b 8 von 1822 bis mit 1827 1,040 Rthlr., oder nahe 311³ Sgr. von 1828 „ » 1833 0,8 92 » „ vu 63, „ von 1834 » » 1839 0,s823 „ 8 1I“ » Hierzu kommen nun ferner diejenigen Ausgaben, welche die Ver⸗ sendung des Salzes in alle Theile des Staats, die Unterhaltung der Magazine und der Verkauf daraus erfordert. Diese betru⸗ gen auf die Hundert Pfund durchschnittlich mit Einschluß saͤmmt⸗ licher Verwaltungskosten in den sechsjahrigen Zeitraͤumen: von 1822 bis mit 1827 0,02 Rthlr. oder 12] 12 Sgr. von 1828 „» „ 1833 0,272 „ „ 8. 8 „ on 1834 »„ » 1839 0,257 » “ . Es nd demnach auch hier in den neueren Zeiten betraͤchtliche Ersparnisse eingetreten, die besonders an den Wasserfrachten in den Provinzen, und an den Verwaltungskosten gemacht wurden. Die Verwendungen der Regierung auf die Hundert Pfunde Salz durchschnittlich betrugen hiernach uͤberhaupt in den sechs⸗ ührigen Zeitraͤumen 11 bis mit 1827 4 2 Ggr. von 1828 » „ 1833 1, 164 „ „ 3 11111,980 „ 16868 116 Die Tonne Salz von 405 Pfunden kostete hiernach in dem letz⸗ ten sechsjährigen Zeitraume die Regierung selbst. durchschnittlich noch etwas uͤber 131 Silbergroschen oder nahe 4 Rthlr. Der Preiß von 15 Rthlr., wofuͤr sie verkauft wird, ist demnach das 3 %⁄ Fache der Selbstkosten. 8 Waͤre das Kochsalz ein Gegenstand des freien Verkehrs, und voͤllig unbesteuert; so wuͤrde der Preiß desselben in den ver⸗ schiedenen Landestheilen sehr verschieden sein. In der Naͤhe der ergiebigsten Salinen, der Haupt⸗Seehaͤfen und der großen inne⸗ ren Wasserverbindungen des Staats wuͤrde die Tonne von 105 Pfunden vielleicht fuͤr Fuͤnf Thaler gekauft werden koͤnnen; denn erwogen muß immer werden, daß keine Veranlassung waͤre, das Salz unmittelbar aus den Salinen an Privat⸗Abnehmer so wohl⸗ feil zu verkaufen, ais es jetzt von der Salinenverwaltung an die Steuerbehoͤrde abgeliefert wird. Mit der Entfernung von den ergiebigsten Salinen, oder den See⸗Haͤfen, wuͤrde dieser Preiß beträchtlich wachsen, und in den entferntesten Landestheilen, wuͤr⸗ den die Versendungskosten denselben wahrscheinlich noch mehr als bloß verdoppeln. Aber auch an ein und demselben Orte wuͤrden die Salz⸗Preise betraͤchtlichen Schwankungen ausgesetzt sein, je nachdem die Beschaffenheit der Wege und Transportmit⸗ tel die Zufuhr erleichterte oder beschraäͤnkte, die Vorraͤthe schneller abnehmen, oder staͤrker sich anhaͤuften, und die Ergänzung derselben durch Zufuhr im ersten Falle, oder
1,452 Rthlr. oder 4 G 4 — 5
2 22 4 1 2 —
die Verminderung derselben durch Absatz im zweiten naͤher zsich re. wuͤrde die Ppreißerniedrigung hauptsaͤchlich densenigen Vortheil bringen, welche
86 Wer pfundweise mehren⸗
oder entfernter in Aussicht waͤre. Vor allem
tonnenweise aus erster Hand kaufen.
Preußischen Staate über hohe Salzpreise klagt.
754 ist, als bei dem Verkaufe eines Pfundes irgend eines anderen gemeinen Lebensbeduͤrfnisses, als beispielsweise Mehl, Fleisch, Butter, Zucker u. s. w. Aber alle diese Beduͤrfnisse sind viel theuerer als Salz: die Verguͤtung fuͤr die Bemuͤhung des Ein⸗ zelnhaͤndlers wird daher ein hoͤheres Prozent des Werthes des Satzes, als des Werthes irgend eines andern Lebensbeduͤrfnisses seyn muͤssen, und es wird daher auch in dieser Beziehung die Preißerniedrigung des Salzes im Einzelnhandel verhaͤltnißmaͤßig minder erheblich sein, als bei dem Ankaufe in Tonnen. Jetzt kostet im Preußischen Staate das Pfund Salz im Einzelnhandel funfzehn Pfennige: bei voͤllig freiem Verkehr, und gaͤnzlicher Steuerfreiheit wuͤrde dasselbe vielleicht nach Verschiedenheit der Gegenden fuͤr sechs bis zwoͤlf Pfennige zu erkaufen seyn. Eine Arbeiter⸗Familie, die woͤchentlich ein Pfund Salz braucht wuͤrde demnach im guͤnstigsten Falle 9, im unguͤnstigsten 3 Pfennige woͤchentlich durch diese Befreiung des Salzes gewinnen. Die Gegenden, welche die groͤßte Ersparniß treffen wuͤrde, sind einer⸗ seus der mittlere Theil der Provinz Sachsen, zwischen Maade⸗ burg und Naumburg, und anderntheils die Umgebungen der groͤ⸗ ßeren Handelsplätze, d. i solche, wo der Tagelohn verhaͤltniß⸗ mäaͤßig hoch, und Gelegenheit zum Verdienen desselben reichlich vorhanden ist. Die geringste Ersparniß traͤfe dagegen groͤßten⸗ theils diejenigen Landestheile, welche wei von den ergiebigsten Salinen, von den Seehaͤfen und von den großen innern Wasser⸗ verbindungen entfernt sind: das sind aber auch groͤßtentheils die⸗ jenigen, worin wegen Mangel an Verkehr der Arbeitslohn nie⸗ drig, und die Gelegenheit, denselben zu verdienen, minder haͤufig
weniger eingekommen seyn. jedoch nicht gan
ist. Diesenige Erleichterung des Lebensgenusses, welche aus der gaͤnzlichen Befreiung des Salzes von allen Beschraͤnkungen des Verkehrs und aller Besteuerung hervorgehen koͤnnte, wuͤrde dem⸗ nach im groͤßten Maaße densenigen zufallen, welche das Salz ton⸗ nenweise zu kaufen vermoͤgen, in geringerem Maße den Arbeiter⸗ famtlien in Gegenden, worin sich guter Erwerb fuͤr dieselben sin⸗ det; und am wenigsten wuͤrden diejenigen ersparen, deren Erwerb eben der kaͤrglichste ist. Die Besteuerung des Sal⸗ zes wird gemeinhin deswegen getadelt, weil sie den Ver⸗ brauch eines Gegenstandes trifft, wovon der Arme mehr ver⸗ zehrt als der Reiche Wie weit dies uͤberhaupt wahr ist, mag nach vorstehenden Betrachtungen beurtheilt werden: jedenfalls aber ist klar, daß wenigstens im Preußischen Staate die gaͤnzliche Befreiung des Salzes eben denjenigen am wenigsten zu Gute kommen wuͤrde, fuͤr welche sich die Freunde dieser Befreiung am dringendsten verwenden. In der That ist es nicht der Arbeiter⸗ stamm, sondern die Klasse der Gewerbtrebenden, welche im Was bei voͤllig unbesteuertem Salze eine Arbeiterfamilie am Ankaufe dieses Be⸗ duͤrfnisses ersparen könnte, wuͤrde nach vorstehenden Voraussetzun⸗ gen im Durchschnitte der verschiedenen Gegenden sechs Pfennige woͤchentlich oder einen Pfennig fuͤr jeden Arbeitstag betragen. Auch ein so geringes Ersparniß mag nicht fuͤr unbedeutend geach⸗ tet werden; aber gewiß bleibt doch, daß eine Erhoͤhung des Tage⸗ lohns nur um einen Silbergroschen, d. i. zwoͤlf Pfennige, ganz andere Verbesserungen des Zustandes der Arbeiterfamilien hervorbringen wuͤrde; und es kann nicht verkannt werden, daß eine so maͤßige Erhoͤhung des Tagelohns uͤberall in Aussicht steht, wo diejenigen, welche den Arbeiterstamm beschaͤftigen, solche Fort⸗ schritte in Bildung und Thaͤtigkeit machen, wie der Geist der Zeit und ihr eigener wohlverstandener Vortheil sie fordern. Das reine Einkommen, welches die Preußische Regierung aus ihrem Alleinhandel mit Salz durch den inlaͤndischen Absatz ‚betrug in den Jahren:
3,993,906.
3,807,434.
3,993,158.
4,380,388.
4,509,516.
4,807,358.
In diesen sechs Jahren zusammen⸗ “ genommen ... 25,437,760. 11““ 182.. .. .. 8,9 892. 3 5,341,008. 5,455,827. 5,432,831. 5,429,600. 1,696,799.
5,463,740. 5,495,128. 5,590,257. 5,749,172. 6,125,905. 6,242,685.
37586,887.
Aus den vorstehenden Zahlen ergiebt sich, wie wichtig das Ein⸗ kommen aus dem Alleinhandel mit Salz in zwei sehr wesentlichen Beziehungen ist. Ungeachtet der Preis der Tonne Salz woͤhrend dieses achtzehnjaͤhrigen Zeitraums durchaus unveraͤndert blieb, stieg das Einkommen daraus innerhalb desselben dochvon 37
auf 6 ½ Millionen Thaler in nden Zahlen,
nahe in dem Verhaͤltniß wie drei zu fuͤnf, bloß in Folge einer⸗ seirs der vermehrten Bevoͤlkerung und Gewerbsamkeit, anderseits des verbesserten Betriebes der inlaͤndischen Salinen und der Er⸗ sparnisse bei den Versendungs⸗ und Verwaltungs⸗ Kosten. Sehr wahrscheinlich ist auch ferner auf eine gleich schnelle Vermehrung dieses Einkommens aus beiden Gruͤnden zu
Hundert jaͤhrlich im Durchschnitte waͤchst, und die Fortschritte, welche der Bergbau macht, verbunden mit den Verbesserungen der Schifffahrt und des Frachtfuhrwesens LE11ö1““ der Erzeugungs⸗ und Versendungs⸗Kosten erwarten dacsag; 8 88 schon am Anfange dieses achtzehnsaͤhrigen Zeitraume⸗ 88 dcs viel mehr also waͤhrend der folgenden Jahre war 1g “ men ein so betraͤchtliches, daß es in dein eeatshahehe 8 19 entbehrt werden konnte, und wenn der Alleinhande 88 i aus staatswirthschaftlichen Gruͤnden aufgegeben werden sollte,
durch ein anderes ersetzt werden u Q Betraͤchtlichkeit sehr schwer aufzufinden seyn duͤrfte.
runden Zahlen, d. i. bei⸗
hoffen, da die Bevoͤlkerung noch immer um mehr als eins auf
muͤßte, dessen Quelle bei solcher
Inlande abgesetzten 600,854 Tonnen Salz 1,802,562 Rthlr. Das Staats⸗Einkommen wuͤrde um eben so viel vermindert: denn ein Theil des verkauften Salzes wurde Gewerbtreibenden zu bereits ermaͤ⸗ ßigten Preisen uͤberlassen. Dieser Theil bleibt jedoch sehr wahr⸗ scheinlich noch weit unter einem Sechstheil der verkauften Ton⸗ nenzahl, und der Verlust an Einkommen wird demnach Andert⸗ halb Millionen Thaler zwar noch immer, doch vielleicht nicht erheblich, uͤbersteigen. Fuͤr diejenigen, welche fuͤr große Wirth⸗
schaften das Kochsalz tonnenweise kaufen, wird es immerhin ein angenehmes Ersparniß seyn, die Tonne Salz um drei Thaler
wohlfeiler zu haben, wenn auch ein solcher Ankauf nur selten
vorkommt und ihre jährliche Ausgabe im Ganzen sich dadurch auch nicht betraͤchtlich verringert. Im Einzelnhandel waͤre damit
der Preis des Pfundes Salz von sunfzehn Pfennigen auf zwoͤlf herabgesetzt; und eine Familie, welche woͤchentlich ein Pfund Salz verbraucht, wuͤrde dadurch jährlich dreizehn Silber⸗ groschen ersparen. Wohlhabende Familien, deren Hausstand nicht ungewoͤhnlich zahlreich ist, kaufen das Kochsalz auch groͤßtentheils nur pfundweise, und es ist einleuchtend, daß eine Ersparniß von
einem Dreyer auf das Pfund ihnen kaum bemerklich wird. Ver⸗
kannt soll dagegen nicht werden, daß in Verhaͤltnissen, wo der Tagelohn zu den dringendsten Beduͤrsnissen unzureichend bleibt⸗ auch ein so geringes Ersparniß noch als Wohlthat erscheint; aber unerweislich duͤrste dennoch seyn, daß eine wesentliche Verbesse⸗ rung des Zustandes solcher armen Fomilien wirklich daraus her⸗ vorgeht. Es ist schon oben darauf hingedeutet worden, daß diese weit sicherer aus der Moͤglichkeit erwaͤchst, durch Arbeit mehr zu ver⸗ dienen. Die Bevoͤlkerung gewerbreicher Staͤdte nimmt uͤberall schnell durch Einwanderungen von Leuten zu, welche daselbst Arbeit suchen, ob⸗ wohl dort nicht nur das Salz, sondern in der Regel auch Brodt und Fleisch besteuert ist, welches außerdem im ganzen Lande steuerfrei bleibt. Der hoͤhere Verdienst durch Arbeit verguͤter nicht nur diese Steuer, sondern uͤberdies den noch viel größeren Aufwand, welcher Wohnung, Feuerung und aroßstaͤdtisches Leben uͤberhaupt erfordert. Verstaͤndig angeordneter Schulunterricht traͤgt sehr wesentlich dazu bei, den Menschen brauchbarer fuͤr das Leben, namentlich anstelliger, thaͤtiger und zuverlaͤssiger zu machen. Minder guͤnstige Meinungen von dem Werthe des Schulunter⸗ richts für das Leben entstehen nur aus einer mangelhaften An⸗ ordnung desselben: wird haͤufig Unnuͤtzes gelehrt, dringend Noth⸗ wendiges versaͤumt; so traͤgt die Schuld davon nicht der Zweck der Schule, sondern nur die Verkehrtheit der Mittel, ihn zu foͤr⸗ dern. Wenn der Mensch in Folge durch den Schulunterricht anerzogener Eigenschaften mehr und besser arbeitet, und deshalb mehr durch Arbeit zu verdienen vermag: so duürften Verbesserun⸗ gen des Elementar-⸗Unterrichts auch sehr viel sicherer zur Verbes⸗ serung des Zuandes der Arbeiterfamilien fuͤhren, als es ein Er⸗ sparniß von einem Dreier woͤchentlich auf den Salzbedarf vermag. In Nr. 144 der Elberfelder Zeitung vom 26. Mai d. J. ist diese Ansicht aufgefaßt, und mit Bezug auf die Ver⸗ haͤltnisse jener Fabrikgegend ausfuͤhrlich besprochen. — Der Ver⸗ fasser dieses Aufsatzes beabsichtigt nicht, in der allgemeinen Preu⸗ ßischen Staatszeitung irgend einen Vorschlag zu Verbesserung des Zustandes der Arbeiterfamilien ausschließlich, oder auch nur vorzugsweise zu bevorworten; daß aber die Sicherheit, Bequem⸗ lichkeit und Annehmlichkeit des Lebens aller Stände, des hoͤch⸗ sten wie des niedrigsten, sehr wesentlich von dem Maaße der Bildung abhaͤngt, wofuͤr der Elementar⸗Unterricht die große Masse des Volkes empfaͤnglich macht, das wird von der großen Mehrzahl der Urtheilsfaͤhigen wohl nicht mehr bezweifelt.
“ Amsterdam, 19 Juni Niederl. wirkl. Schuld 51 ½. 5 % do. 9915⁄1 6. Kanz-Bill. 24⁄⅛. 5 % Span. 21. Passive 5 ½ Ausg. —. Ziusl. —. Preuss. Präm. Sch. — Pal. —. Oesterr. 103 ¾4. Antwerpen, 18. Juni. Nene Anl. 21 G. Frankfurt a. M., 20. Juni. Holl. 50 ½. 507/16½. Bank-Act. 2004. 2002. 5 Polu. Loose 71 ½ Br. Taunusb. Act. 372 Hamburg, 21. Juni Engl. Russ. 1077⁄1. Paris, 18. Juni. 8 5 % KReute fin cour. 114. 55. 3 % Rente fin cour. 76 55. 5 %
Neapl. au compt. 102. 5 %, Span. Reute 23 ⁄⁄. Passive 5⁄1. 3 % Port. —.
Zinsl. 5 ¼24.
21; 0 I
223/ 22 ⁄⅞.
22 14:
Bank-Actien 1660.
Petersburg, 15. Juni. Lond. 3 Met. 389/1 6. Hamb. 341[1 6. Paris 407. 300 Fl. 68. do. 500 Fl. 726/7U. do. 200 Fl. 24. Wien, 18. Juni. 50¼ siet. 1055¾. 40 96 %¾ 30% .“ 2¹ 9z Bank-Actien 1655. Anl. de 1834 —. de 1839 2691⁄116.
1 2. dee 2 is 18 g.
Poln. à Par.
99 15% —
Schg u spohele. Donnerstag, 24. Juni. Im Opernhause: Wilhelm Tell. Im Schauspielhause: Keine Franzoͤsische Vorstellung. Freitag, 25. Juni. Im Overnhause: Zum erstenmale: Golo und Genoveva, romantische Oper in 3 Akten mit Tanz, nach L. Tieck's Genoveva, fuͤr die Buͤhne bearbeitet von C. A. Goͤr⸗ or WMPirss 1. Huth. LEE1“ Représentation extraordinaire. Abon- nement suspendu. Bénésice de retraite de Mad. Bricec. Le speciacle se composera de: 1) La premieére Se1n8 g de: Jenri Hamelin, comédie nouvelle en 3 actes et en prose, par “ de deux nouveau, qunsé ban Mlle. Polin et Mr. Gasperini. 3) Auf besonderen Wunsch wird E die Gefaͤlligkeit haben, den 4 Akt aus: Romeo W— tigst unterstuͤtzt von den Mitgliedern des Koͤnigl. u¹“ 8 darzustellen. 4) Le premier acte de: Le Mari 8 le chogurs, vaudevisle comique par Mr. Bayard. (Mad. Brice parai- tra pour la dernière fois dans le roͤle de Lolotte.)
Billets zu dieser Vorstellung sind in der Wohnung der Mad. Brice, Mauer⸗Stroße Nr. 70, 2 Treppen hoch, von Morgens 9 bis Mittaas 2 Uhr zu folgenden Preisen zu haben
Ein Billet zum Balkon und einer Loge des ersten Ranges 1 Rthlr. ꝛc. 1
Die Inhaber von Abonnements⸗Billets werden ersucht, die⸗ selben bis Donnerstag Mittag 12 Uhr abholen zu lassen, nach welcher Zeit die nicht abgeholten Abonnements⸗Billets anderweit verkauft werden muͤssen.
Amtl. Nachr.
Rußland u. Polen. Ankunft des Russischen Finanz⸗ Ministers. — Vermischtes.
Frankreich. Pairs⸗Kammer. Das Budget des Krieges und der Marine. — Paris. Beabsichtigte Vermehrung der Pairs. — Von den Behörden verweigerte Prozession. — Vermischtes. — Nachrichten aus Kandien. — Schreiben aus Paris. (Blicke auf die jüngsten Er⸗ eignisse in Barcelona.)
Großbrit. u. Irl. London. Annahme der Bill über die Beschrän⸗ kung der Todesstrafe. — Berechnung konservativer Kandidaten⸗Majo⸗ rität. — Bald erwartete Einberufung des neuen Parlaments. — Ab⸗ sendung von Schiffen nach China und dem Mittelmeer. — Erklärung der Portug. Fonds⸗Inhaber. — Deutsche Oper. — Vermischtes.
Belgien. Brüssel. Bevorstehende Reise des Königs. — Lüttich. Prozeß eines katholischen Geistlichen gegen einen städtischen Beamten.
Dänem. Kopenh. Königl. Resolution, das apostolische Vikariat des Nordens betreffend.
Deutsche Bundesst. München. Mozart's Standbild. — Hanno⸗ ver. Konflikt in der zweiten Kammer. — Leipzig. Thorwaldsen's Anwesenheit. — Luxemburg. Vorbereitungen zum Empfange des Königs. — Frankfurt a. M. Beschluß der Bundes⸗Versammlung, die Wagnersche elektro⸗magnetische Erfindung betreffend. — Schreiben aus Frankfurt. (Personal⸗Nachrichten.)
Italien. Turin. Graf v. Survilliers in Genua. — Sardin. Marine. panien. Schreiben aus Madrid. (Krankheit der Konigin. — Die Krongüter. — Die Ereignisse in Cartagena und im Bastanthale. — Das Frohnleichnamsfest.)
Niederländ. Indien. Schreib. aus Surabapa. (Kirchl. Verhältn. u. Bekehrungswesen; Bürgerrecht für Weiße; Geldwesen; Bevölkerung.)
Inland. Magdeburg. Nachträgliches über die Anwesenheit Ihrer Königl. Malestäten. — Breslau. Kirchweihfest. — Tilsit. Post⸗ Verbindung mit St. Petersburg. — Schreiben aus Salzbrunn. (Ueber die diesjährige Brunnen⸗Saison.) — Aachen. Durchreise des Königs der Niederlande.
Wiff., K. u. Lit. Der von dem Ofsizier⸗Corps der zweiten Garde⸗Ka⸗ vallerie⸗Brigade Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Albrecht überreichte Becher. — Kunst⸗Ausstellung in Neapel.
Beilage. Deutsche Bundesstaaten. Hannover. der Mitglieder der zweiten Kammer. — sturz der katholischen Kirche. — Heidelberg. Universität. — Mainz. Bevorstehende Regierungs⸗Jubelfeier. — Hesterreich.
esth. Fallissemente von Adeligen. — Inland. Köln. Gute lussichten für den Weinbau. — Schifffahrt. — Trier. Gewerb⸗ liches. — Aachen. Gewerbe. — Projektirte Eisenbahn nach Mastricht.
Amtliche Kachrlchten. Kvonit des Kages
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Erbscholtisei⸗Besitzer Joseph Proske zu Groͤbnig, Leobschuͤtzer Kreises, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse, und dem Ortsrichter Gottfried Se zu Kieslingswalde, Goͤrlitzer Kreises, das Allgemeine
hrenzeichen Allergnaͤdigst zu verleihen geruht.
Warschau.
Verzeichniß Leipzig. Drohender Ein⸗
VToõI
In Folge der nahe bevorstehenden Eroͤffnung der Berlin⸗An⸗ haltschen Eisenbahn auf der Strecke zwischen Berlin und Iuter⸗ bogk wird vom 1. Juli c. ab
8) die woͤchentlich zweimalige Personen⸗Post zwischen Berlin und Luckenwalde,
b) die Berlin⸗Dresdener taͤgliche Schnell⸗Post auf der Strecke zwischen Berlin und Juͤterbogk
aufgehoben werden.
Auf der Strecke zwischen Juͤterbogk und Dresden bleibt die täͤgliche Schnell⸗Post einstweilen noch bestehen, erhaͤlt jedoch einen solchen Gang, daß sie auf der Tour nach Dresden mit dem um 5 Uhr Nachmittags aus Berlin abgehenden, auf der Tour von Dresden aber mit dem um 8 Uhr 5 Minuten Morgens aus Juͤterbogk abgehenden Eisenbahn⸗Transporte in genauer Verbin⸗ dung steht.
Zu dem Ende wird diese taͤglich zur Befoͤrderung von 21 Personen Gelegenheit gebende Schnell⸗Post
aus Juͤterbogk nach Dresden abgehen, taͤglich 7 ½ Uhr Abends,
in Dresden ankommen taͤglich 9 Uhr fruͤh,
aus Dresden nach Juͤterbogk abgefertigt werden taͤglich 5 Uhr Nachmittags, und
in ZJuͤterbogk eintreffen 7 Uhr 10 Minuten Morgens.
Die von Berlin abreisenden Personen werden, wenn sie die Befoͤrderung mit der Schnell⸗Post von Juͤterbogk ab sich sichern wollen, ein Billet zu derselben bei dem Hof⸗Post⸗Amte in Ber⸗ lin zu loͤsen haben.
Vom 1. Juli c. ab tritt an die Stelle der bisherigen Ka⸗ riol⸗Post zwischen Treuenbrietzen und Juͤterbogk eine taͤgliche zweispaͤnnige Personen⸗Post mit einem zur Befoͤrderung von 1 Personen bequem eingerichteten Wagen, welche in Juͤterbogk mit der Schnell⸗Post nach und von Dresden in Verbindung steht.
Bei dieser Personen⸗Post betraͤgt das Personengeld 6 Sgr. pro Meile, wofuͤr jedem Reisenden die freie Mitnahme von 30 Pfund Effekten gestattet wird.
Berlin, den 21. Juni 1841.
General⸗Post⸗Amt.
Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur
2 8 Zanaten Farde Infanterie⸗Brigade, von Knobelsdorff, von
Abgereist: Se. Excellenz der Koͤnigl. Schwedische Gene⸗ ral Lieutenant, Graf von Loͤwenhjelm, nach Fae. 1
Berlin, Freitag den 25sten Juni
Vor kurzem fand hier die Vermaͤhlung der jungen Fuͤrstin Anna Paskewitsch, Tochter des Fuͤrsten von Warschau, mit dem Fuͤrsten Wolkonski, Stabs⸗Capitain bei der Pawlowskischen Leib⸗ garde, statt, und aus Wien wird gemeldet, daß sich da elbst die Tochter des Grafen Alfred Potozki, Julia Potozka, mit dem Fuͤrsten Franz von Lichtenstein vermaͤhlt hat.
Seit einigen Tagen befindet sich der auch im Auslande be⸗ kannte Polnische Pianist Wysozki in Werschau, wo derselbe einige Konzerte zu geben beabsichtigt. 1 1
Frankrelch.
16
Pairs⸗Kammer. Sitzung von 18. Juni. Die Pairs⸗ kammer genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung mit einer Maso⸗ ritaͤt von 95 Stimmen gegen 18 den Gesetz⸗Entwurf uͤber das Ausgaben⸗Budget fuͤr 1812. Im Verlaufe der diesem Votum vorausgehenden Diskussion druͤckte der Marquis von Bar⸗ thélémy den Wunsch aus: daß die Minister des Krieges und der Marine es sich moͤchten angelegen seyn lassen, so bald wie moͤglich alle diejenigen Ersparnisse einzufuͤhren, welche die Lage der Finanzen gebieterisch verlange und die gegenwaͤrtige politische Lage gestatte; das Ministerium moͤge vor der Kammer die Ver⸗ bindlichkeit uͤbernehmen, so bald wie moͤglich die Ausgaben, welche uͤbermaͤßig seyen, zu verringern.
Der Conseil⸗Praͤsident, Marschall Soult: „Das ehren⸗ werthe Mitglied, das so eben gesprochen, hat eine Erklaͤrung dar⸗ uͤber verlangt, was ich thun werde, um die Ausgaben des Depar⸗ tements, welches ich zu leiten die Ehre habe, zu vermindern. Es ist mir unmoͤglich, jetzt genauere Erklaͤrungen zu geben, als die, welche ich bei der Bildung des Ministeriums vom 29. Ok⸗ tober darzulegen die Ehre hatte. Ich werde der Kammer bloß bemerken, daß ich seit dieser Zeit unablaͤssig auf Reductionen be⸗ dacht war; es geht auch aus den der Kammer vorgelegten For⸗ derungen außerordentlicher und supplementarischer Kredite hervor, daß es mir gelungen ist, die Ausgaben, welche vor meinem Ein⸗ tritt ins Ministerium fuͤr nothwendig erachtet worden waren, um 80 Millionen zu verringern. Als ich mich mit der Kommis⸗ sion der Kammer zu besprechen die Ehre hatte, verbarg ich nicht, daß noch ansehnlichere Reductionen im Jahre 1842 bewerkstelligt werden sollten, um im Jahre 1843 ein bei weitem weniger beschwertes Budget vorzulegen; doch un⸗ terließ ich nicht, hinzuzufuͤgen, daß diese Verringerungen von der politischen Lage Frankreichs abhaͤngig seyn wuͤrden. Die Kam⸗ mer weiß, daß es politische Ruͤcksichten waren, welche die Regie⸗ rung bewogen, den Effektiv⸗Bestand der Land⸗ und Seestreit⸗ Kraͤfte, der fuͤr 1841 bestimmt worden war, fuͤr 1842 beizube⸗ halten. Jedermann weiß aber auch, daß ich die Absicht habe, im Jahre 1842 die Armee um 60,000 Mann zu vermindern. Ich ersuche demnach die Kammer, sich mit diesen Erklaͤrungen begnuͤgen zu wollen, und sich uͤberzeugt zu halten, daß ich alle meine Bemuͤhungen darauf richten werde, das Gleichgewicht zwi⸗ schen unseren Ausgaben und Einnahmen wiederherzustellen, d. h. daß ich auf Einfuͤhrung der strengsten Sparsamkeit hinwirken werde, welche jedoch nicht hindern darf, daß wir uns in dem Zu⸗ stande erhalten, welcher durch die politischen Umstaͤnde erfordert werden wird.
Auch Herr von Laplagne⸗Barris trug auf Ersparnisse an. „Der Herr Minister“, sagte er, „hat versprochen, den Ef⸗ fektiv⸗Bestand der Armee um 60,000 Mann zu vermindern. Wenn aber der Friede fortdauert, muß eine noch staͤrkere Verminderung eintreten. Dies ist die Ansicht der Kommission. Es ist nicht moͤg⸗ lich, im Frieden eine Armee von 400,000 Mann zu erhalten; denn in diesem Falle muͤßte man auf alle Verbesserungen im Gebiete des Handels und der Industrie verzichten. Die Kom⸗ mission sieht also, die Verminderung der Arme um 60,000 Mann nur als den Vorlaͤufer weit bedeutenderer Ersparnisse an.“
Im weiteren Verlaufe der Eroͤrterungen lenkte Herr Tirlet die Aufmerksamkeit des See⸗Ministers auf den Zustand der Dampfschifffahrt, die, seiner Ansicht nach, bei den Englaͤndern weiter vorgeschritten sey als in Frankreich. Der See⸗Mi⸗ nister entgegnete, die Dampf⸗Marine des Staates sey in Frank⸗
reich bedeutender als in England; allerdings besitze der Englische Handelsstand mehr Dampfschiffe als der Franzoͤsische, aber dessen
Handelsbeziehungen seyen auch weit ausgedehnter.
Paris, 19. Juni. Die Opposition der Pairs⸗Kammer hat natuͤrlich keinen angenehmen Eindruck auf das Ministerium ge macht. Pairs⸗Kreirung nach dem offiziellen Schlusse der parlamentari⸗ schen Arbeiten diesen Widerstand zu neutralisiren. Man will be⸗ haupten, daß seit 8 Tagen die fuͤr die Pairs⸗Kammer etwa ge⸗ eigneten Kandidaten gemustert wuͤrden, und man nennt sogar den
Namen von 7 oder 8 Deputirten, welche eigends zu diesem Zwecke
in Paris geblieben waͤren. Es war zwar schon vor einigen Mo⸗ naten von einer neuen Pairs⸗Kreirung die Rede, welche noͤthig
geworden waͤre, um die Verluste zu ersetzen, welche die Pairs⸗
Kammer durch mannigfache Todesfaͤlle erlitten. Aber damals
nannte man nur 20 Namen; diese wuͤrden jetzt unzureichend seyn.
Auch glaubt man, daß die Pairs⸗Kammer einen Zuwachs von wenigstens 40 neuen Mitgliedern erhalten werde.
Auch in Dijon hatte, wie der Courrier de la Cote⸗d'Or meldet, die Geistlichkeit große Zuruͤstungen zu einer oͤffentlichen Pro⸗ zession am Frohnleichnams⸗Feste gemacht. Schon erhoben sich Altaͤre auf mehreren oͤffentlichen Plaͤtzen. Da erließ die Munizi⸗ palitaͤt folgenden Beschluß: „Da das Gesetz vom 28. Germinal
zirt; diese beeilten sich, der Aufforderung der Munizipal⸗Behoͤrde nachzukommen, und die Prozessionen fanden im Innern der Kirche statt. Einer der Pfarrer sagte auf der Kanzel, „man muͤßte bessere Zeiten abwarten, und die Christen muͤßten gelernt haben, zu leiden und sich zu ergeben.” Die Pfarrer haben eine Pro⸗ testation gegen diesen Angriff auf die Rechte des katholischen Kultus abgefaßt. „Diese Erklaͤrung“, sagt das Courrier de la Cote⸗d'Or, „ist von den Kanzeln herab verlesen worden, nach⸗ dem sie am vorherigen Tage der Munizipal⸗Verwaltung mitge⸗ theilt worden war; und man versichert, daß die Pfarrer den Ent⸗ schluß gefaßt haben, sich an den Minister des Kultus und noͤthi⸗ genfalls an den Staatsrath zu wenden. Es ergiebt sich aus den von uns eingezogenen Erkundigungen, daß der Groß⸗Vikar, der in diesem Augenblicke, waͤhrend des Pastoral⸗Besuchs unseres Bischofs im Bezirke von Semur, den geistlichen Angelegenheiten vorsteht, diesen Schritten fremd geblieben ist, und sich geweigert hat, weder offiziell, noch selbst durch seine persoͤnliche Gegenwart irgend einen Antheil daran zu nehmen.“
Am 15ten d. M. kam das Englische Dampfboot „Britannia“ unter Franzoͤsischer Flagge als Ersatz fuͤr den „Phoͤnix“, dessen Untergang es verursacht hatte, in Havre an. Bekanntlich hatte ein Urtheil des Handelsgerichts von Havre, welches durch einen Spruch des Koͤnigl. Gerichtshofes von Rouen bestaͤtiget wurde, die allgemeine Englische Dampfschifffahrts⸗Gesellschaft verurtheilt, der Franzoͤsischen Gesellschaft, welcher der „Phoͤnix“ gehoͤrt, den Werth dieses durch die „Britannia“ in den Grund gefahre⸗ nen Schiffes zu bezahlen. Die Englische Gesellschaft hatte, die Wohlthat des Gesetzes benutzend, erklaͤrt, sie wolle sich durch die Ueberlassung des schuldigen Schiffes und seiner Fracht von dieser Zahlung frei machen. Gleich nach dem Spruche des Urtheils, das nach 14 Tagen vollstreckbar war, hatte Herr Guillou, Di⸗ rektor der Gesellschaft des „Phoͤnix“, sich nach London begeben, um die Vollstreckung des Urtheils zu erlangen. Man erwartete, daß die Englische Gesellschaft die Jurisdiction, welche das Urtheil gesprochen hatte, ablehnen wuͤrde; allein gegen alle Voraussehun⸗ gen stieß Herr Guillou in England nicht nur auf kein ernstliches Hinderniß, sondern er fand in den Autoritaͤten die Huͤlfe und den Schutz, die ihm den Gebrauch seines Rechts erleichtern konn⸗ ten. Es fanden nur gesetzliche Vorbehalte statt und diese schwie⸗ rige Sache wird als fast beendigt betrachtet.
Das „Journal de Rouen“ will die von andern Seiten indeß noch nicht bestaͤtigte Mittheilung aus London erhalten ha⸗ ben, daß die Londoner Konferenz ihre Arbeiten beendigt habe und saͤmmtliche Schwierigkeiten, welche die Loͤsung der orienta⸗ lischen Frage verzoͤgert, endlich ausgeglichen seyen; der betreffende Final⸗Vertrag sey vor acht Tagen von den Revpraͤsentanten der verschiedenen dabei betheiligten Maͤchte unterzeichnet worden, nnd unmittelbar nach Ertheilung der Unterschriften habe Schekib Ef⸗
Auch soll dasselbe entschlossen seyn, durch eine starke
fendi einen Courier mit dem abgeschlo Vertra Tuͤrkei abgeschickt.
Man fuͤrchtet, daß die Truppen, welche an den Befestigungs⸗ Werken von Paris arbeiten, waͤhrend des Winters nicht werden in den Baracken bleiben koͤnnen. Schon ist die Anzahl der Kran⸗ ken sehr bedeutend und mit Eintritt der strengen Jahreszeit kann dieselbe natuͤrlich nur wachsen.
. Der Graf Gurowsky, dessen Namen vor einigen Wochen bei Gelegenheit der Entfuͤhrung der Prinzessin Isabelle von Spa⸗ nien so oft genannt worden, ist vorige Woche zu Dover ange⸗ kommen und hat daselbst ein Hotel gemiethet.
Es ist schon fruͤher gemeldet worden, daß nach der Entschei⸗ dung des Korrektionsgerichts von Tulle Madame Laffarge auch nach ihrer Verurtheilung wegen der Vergiftung ihres Mannes noch wegen des ihr Schuld gesebenen Diamantendiebstahls sollte gerichtlich verfolgt werden koͤnnen. Ein von ihr dagegen einge⸗ legtes Cassationsgesuch kam gestern vor dem Cassationshof zur Entscheidung. Madam Laffarge hatte fuͤr sich angefuͤhrt, daß ge⸗ gen sie als gegen eine buͤrgerlich Todte keine weitere Verfolgung ausgeuͤbt werden duͤrfte. Der General⸗Advokat trug darauf an, jede Verfolgung einzustellen und das Urtheil des Gerichtshofs von Tulle zu kassiren. Der Cassationshof verwarf indeß das Cassationsgesuch der Madam Laffarge; das Urtheil wird dadurch motivirt, daß die Familie Léotaud auf eine Art gerichtlicher Rechtfertigung Anspruch habe.
Boͤrse vom 19. Juni. Das gestern von dem Ministerium erneuerte Versprechen, den Effektivbestand der Armee im näͤchsten Jahre zu verringern, hat heute an der Boͤrse einigen Eindruck gemacht, es trat eine etwas guͤnstigere Stimmung in den Franze⸗ sischen Renten ein. Die Course waren bereits diesen Morgen auf dem Café de Paris sehr fest, und die steigende Bewegung
waͤhrte an der Boͤrse fort.
Toulon, 15. Juni. Das Dampsboot „Acheron“, welches am 27. Mai von hier mit Depeschen fuͤr den Franzoͤsischen Kon⸗
sul nach Kanea (Insel Kandien) abgeschickt worden war, ist seit gestern in unseren Hafen zuruͤckgekehrt. Es hatte Kandien am 5. Juni verlassen. Die 9000 Tuͤrken, welche der Admiral Tahir Pascha ans Land gesetzt, hatten ihre Operationen gegen die In⸗ surgenten begonnen. Auf der einige Meilen von Suda entfern⸗ te Ebene hatte ein sehr heftiger Kampf stattgehabt. Die Tuͤrken behaupten, sie haͤtten gestegt, das ganze Ufergebiet und das ebene Land seyen frei, die Insurgenten waͤren von ihnen in die Gebirge zuruͤckgetrieben worden. So viel ist gewiß, daß die Insurgenten in Folge der Blokade nichts mehr von Griechenland hHer beziehen
konnten und an Waffen und Munitionen Mangel litten; sie hat⸗
ten nur sehr wenige Flinten. Andererseits heißt es, die Tuͤrken
Die neuesten Vorschlaͤge zur Verbesserung des Füstsnde⸗ 8 Arbeiterstammes enthalten einen Antrag nicht ee. liches Aufgeben der Besteuerung des Kochsalzes, 8 öeee. auf Verminderung seines Preises: und es wir da e 3 8 gesetzt, daß der Verlust an Staats⸗Einkommen, der e steht, Anderthalb Millionen Thaler nicht erheblich ü⸗ haests ger solle. Wuͤrde beispielsweise der jetzige Salzpreis um ae enene theil ermaͤßigt, — folglich die Tonne Salz von 405 een uüͤr Lnn; statt funfzehn Thalern verkauft —; so wuͤrden fuͤr die im
2 Sbetrachteten achtzehnjaͤhrigen Zeitraums im
Jahres X bestimmt, daß keine religioͤse Ceremonie außerhalb der dem katholischen Kultus gewidmeten Gebaͤuden in den Staͤdten, wo es Tempel giebt, die fuͤr verschiedene Kulte bestimmt sind, statt⸗ finden darf; da die Stadt Dijon sich in dem durch dieses Gesetz
wuͤrden schwerlich je in die Gebirge eindringen koͤnnen.
Paris, 19. Juni. Die letzten Ereignisse in Barcelona haben hier einigen Wiederhall gefunden. Sie wissen, daß die zahlreichen Versammlungen, welche im Allgemeinen aus Arbeitern bestanden, die Behoͤrden gezwungen haben, die Englischen Waa⸗ ren, welche in Folge der Confiscation verkauft werden sollten, auf einem oͤffentlichen Platze verbrennen zu lassen. Diese Art der Volksbewegung ist neu in Spanien. Bisher war Barcelona wohl der Sitz aller politischen Agitationen gewesen; von Varc⸗
theils wohl erst aus dritter Hand kauft, muß bei allen gemeinen Lebensbeduͤrfnissen den Zwischenhaͤnden einen bedeutenden Ge⸗ wwinn uͤberlassen. Salz kann in keiner Haushaltung auch nur
einen Tag entbehrt werden; es giebt nicht einmal ein Surrogat dafuͤr, wie etwa die Kartoffel fuͤr das Brodt; und Verlegenhei⸗
ten, welche durch unerwartete Verspaͤtungen der Zufuhren in ent⸗ legenen Landestheilen wohl entstehen koͤnnten, wuͤrde die Specu⸗ lation ruͤcksichtslos zu benutzen nicht ermangeln. Es ist 85 zu bedenken, daß die Muͤhe und der Zeitaufwand, ehe 889 78. Salz abgewogen und dem “ fert hg ö ger le⸗ Ja. re des h
Koͤnigsstaädtisches Theater. Donnerstag, 24. Juni. Der Talisman. Posse mit Gesang in 3 Akten, von J. Nestroy. Musik von A. Muͤller. Freitag, 22. Juni. Zum erstenmale wiederholt: Der Postil⸗ 8 lon von Vogelsdorf. Parodirende Posse mit Gesang in 3 Akten, 8 von Schickh. Musik von Ricotti. “ 8 Verantwortlicher Redackeur Dr. J. W. Zinkeisen. Gepruckt bei A. W. Hayn.
Zeitungs⸗Nachrichten.
8 . C I Aus land. 2 voorrgesehenen Falle befindet und die oͤffentliche Ruhe in Folge
seiner Verletzung gestoͤrt werden kann; so beschließt die Munizi⸗ palitaͤt, daß keine Prozession außerhalb der Kirchen statthaben, soll ꝛc. Dieser Beschluß, welchem der Koͤnigliche General⸗Pro⸗ kurator und der Koͤnigliche Prokurator ihre Zustimmung gaben, rde am Sonnabend Abends den Herren Pfarrern notifi⸗
8 Rußland und Polen. Warschau, 20. Juni. ööö 1 Minister, General der SvI Kaiserlich Russische Finanz,
8 89 24 rie Gr K f w 38 seiner Familie von St. Petersburg hie⸗ ee
angekommen