1841 / 183 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

11 8 enthaltenen Beschuldigungen einer eben so offentlichen Annullirung beduͤrfen, ehe der Einzelne in den Fall kom⸗ men koͤnne, sie als nicht geschehen zu betrachten. Ein an⸗ deres Mitglied des Ritterstandes glaubt die Frage stellen zu muͤssen: wenn uͤber die dem Erzbischof zugefuͤgte Kraͤnkung geklagt werde, so moͤge er wissen, wo denn der Koͤnig Recht zu nehmen habe gegen die drei heftigen Allocutionen und die nicht minder heftige Denkschrist des Papstes, die von Beleidigungen voll seyen, er muͤsse sich mit voller Ueberzeugung dem Antrage, wie er hier zur Verhandlung vorliege, widersetzen. 88 Dann aͤußerte sich ein Abgeordneter aus dem Stande der Staͤdte in nachstehender Weise: „Es sey mir gestattet, für die Bemerkung, welche ich zu machen wünsche, mich auf den Vortrag eines Deputirten des 3. Standes, hinsichtlich der Fortdauer der. Verhandlungen mit dem Römischen Stuhl und der daran⸗ geknüpften Hoffnungen und Erwartungen für die Herstellung des kirchlichen Friedens zu beziehen, um der Ver⸗ sammlung die Ansicht, welche mich in der Sache leitet, vorzulegen. Die von allen Seiten ausgesproche billige und milde Beurtheilung der verschiedenen Ansichten läßt mich das nämliche für die Meinige hof⸗ en. Als ich aus freiem Antrieb der inneren Ueberzeugung folgend, gestützt überdies auf den an mich gerichteten Wunsch einer großen An⸗ zahl meiner Mitbürger, die hochwichtige erzbischoöfliche Angelegenheit bei meiner Anwesenheit in Berlin unmittelbar Sr. Majestät, unserem Allergnädigsten Könige, vortrug, habe ich eine heilige Pflicht zu erfüllen geglaubt. Aufs lebhafteste bewegt und durchdrungen von dankbarem2 8 3 M S;f Hertrauen durch die meinem Mitdeputirten und ur Allergnädigst er⸗ er Grund der Bekleidungsmauer nur 3 Metres Tiefe, anstatt theilte Zisicherung, wie Se. Majestät Tag und Nacht mit dieser An⸗ 6. Auch die Bekleidungsmauer werde nicht 3 ½ Metres dick gelegenheit beschäftigt zu Gott vertrauten, dieselbe auf dem Wege der und habe nicht Strebepfeiler von 2 Metres Dicke an der Ba⸗ mit Sr. Heiligkeit angeknüpften Unterhandlungen zu einer allgemein sis, wie es anfaͤnglich bestimmt worden. Im Bois de Bou⸗ befriedigenden Erledigung, zur Wiederherstellung des kirchlichen Frie⸗ logne und in der Ebene du Tambeau sollen diese neuen Mo⸗ dens zu führen, habe ich es nicht minder für Pflicht erachtet, der difikationen schon Zur⸗ Ausfuͤhrung kommen. Im Bois de Allerhöchsten Ermächtigung zufolge, jene von Sr. Maszestät selbst mt Boulogne soll die Hekleidungsmauer der Bastionen und Cour⸗ der vollsten Würde und Innigkeit der erhabensten Königlichen Gesin⸗ Nanegcgbopfeiler haben; dagegen sollen die deta⸗ un sproche ZImücher ine ve Seeen ee s ee. 8 tinen gar keine Strebepfeiler haben; dagegen sollen die deta nung ausgesprochene Zusicherung meinen Mitbürgern mitzutheilen. re I, Außerst solide aufgefuͤhrt werden Dort soll keine Wenn ich auf den Grund jener in der feierlichen Eröffnungs⸗Stunde chirten Forts aͤußerst so e gu s8 es 3 Metres der wiederholten Königlichen Aeußerungen hoffe und vertraue, die überall Bekleidungsmauer eine geringere Dicke 8 2 u8u“ er gleichmäßig sich äußernde Sehnsucht nach endlicher allgemein befriedi⸗ Basis haben, und auch die Contreforts 2 Metres dick seyn. gender Lösung der traurigen kirchlichen Wirren auf dem Wege der Der National behauptet, im Besitze von Nachrichten Verhandlung mit dem Oberhaupte unserer katholischen Kirche in Er⸗ uͤber weitverzweigte Umtriebe der Karlistischen Fluͤchtlinge in füllung gehen zu sehen, so habe ich geglaubt, mich hierin auf demjeni⸗ Frankreich zu seyn, die zum Zwecke haͤtten, eine neue contre⸗ gen Wege zu ünden, der nach meiner lUleberzeugung der gerignete ist, revolutionaire Bewegung in Spanien hervorzurufen, und wo— zu einem im Imteresse der Kirche und der Provinz für Gegenwart bei sie von den Franzoͤsischen Legitimisten unterstuͤtzt wuͤrden. und Zukunft ersprießlichen Frieden, und mit diesem zugleich zum Frie⸗ Soe Feam H v“ Das Resultat dieser Erkundigungen wuͤrde folgendes seyn. Es

1 . 1 2

Seitungs-Uachrichten. Ausland. 8

Frankreich.

Paris, 28. Juni. Man spricht wieder von einer neuen Maßregel des Herrn Humann, welche ebenfalls Unzufriedenheit erregen wird, wenn dieselbe wirklich in Vollzug gesetzt werden sollte. Es sollen naͤmlich vom 22. September an die 5pro⸗ centigen Coupons anstatt in 8 Comptoirs, bloß in 4 ausbezahlt werden, so daß die Finanzkammer dadurch volle drei Wochen gewinnen wuͤrde. Ein legitimistisches Blatt glaubt, daß Geld⸗ mangel der Grund dieser Verzoͤgerung sey.

Der Temps behauptet, das Comité der Befestigungs⸗ werke, dessen Praͤsident der Vikomte Dode de la Bruͤnerie ist, habe den urspruͤnglichen Entwurf der fortlaufenden Ring⸗ mauer bedeutenden Modifikationen unterworfen, durch welche große Ersparnisse moͤglich werden wuͤrden. Mit Aus⸗ nahme des verschanzten Lagers des Pont de Flandres und der Koͤniglichen Redoute im Park von Neuilly wuͤrde der Graben nicht die anfaͤnglich bestimmte Breite und Tiefe erhalten. So habe in der Ebene du Tambeau

den und zur Ruhe der Gemüther zu führen. Wenn sonach bei der 3 8 5 vIee Fhr aleichen Lebe und dem gleich Verlangen für die hochwichtige befinden sich gegenwaͤrtig noch 16,000 Spanische Fluͤchtlinge, heilige Sache eine Meinungs⸗Verschiedenheit unter uns hinsichtlich der welche die Amnestie nicht angenommen haben, in Frankreich. Mittel herrscht, wie am sichersten zu dem gemeinsamen Ziele zu gelan Dazu kommen 5154 Offiziere, im Ganzen also uͤber 21,000 gen sev, so mögen wir, gegenseitig die Reinheit unserer Absicht aner⸗ Mann. Der in Bourges residirende Hof sucht diese Armee erkennend, auch mit gegenseitigem Vertrauen jedem gestatten und über⸗ moͤglichst zu konzentriren, um sich derselben, wenn der Fall ein⸗ lassen, seine Ueberzeugung nach bestem Wissen und Gewissen zu folgen treten foshte, zu bedienen, und den Buͤrgerkrieg in Spanien und 1 ein Deputirter des vierten Standes sei wieder anzufachen. Weder uͤber Perpignan noch Oleron keh⸗ Ansich; in solgender Weise kund: es vierten Standes seine ren noch Fluͤchtlinge nach Spanien zuruͤck. Eine Abtheilung, Er halte den Gegenstand durch die Diskussion so vollständig und welche auf dem estern Wege nach Spanien zuruͤckkehrte wurde erschöpfend erörtert, daß er, um nicht schon vorgebrachtes zu wieder⸗ unterweges von Emissarien angehalten, und zur Umkehr uͤber⸗ holen, sich begnügen wolle, mit wenigen Worten seine Meinung vorzu⸗ redet. 2 erschiedene Kommissionen verschaffen den hoͤheren Of⸗ tragen, der Antrag sey auf die Alternative gerichtet: dem Erzbischofe fizieren Unterstuͤtzungen. Die bedeutendsten Mitglieder dieser entweder volle persönliche Freiheit zu gestatten in der Art, daß die Kommissionen sind die Franzoͤsischen Legitimisten, Herr von Ausübung seines Amtes ihm gestattet werde, oder ihn vor Gericht zu Calvimont, Herr von Bouquieres und Herr von Villele. Der stellen. Der letzteren Alternative könne er seine Zustimmung nicht der Plan Contre⸗Revolution soll der seyn, auf drei Punkten zu geben, weil, wenn statt der zeitherigen Amts⸗Verhinderung eine Vorge⸗ gleicher Zeit in Spanien einzudringen und sich von den Baski⸗ ichtstellung erfolgen sollte, der Konflikt zwischen Staat und Kirche schen Provinzen aus nach Katalonien und Aragonien zu ver⸗ noch vermehrt und die Aufregung der Provinz nur wieder aufgefrischt breiten. Die Offiziere, welche zu der Expedition nach Katalo⸗ ind in hohem Grade gesteigert werden würde. Der ersteren Alter⸗ vbö1. Se sl sich i en Sta native müsse er gleichfalls seine Zustimmung versagen, weil dieselbe, nien und Aragonien 8g sollen 81 in den Ste d⸗ wie sehr auch der Antragsteller bloß auf der Bahn des Privatrechts ten Alby, Montauban und Muret, im Departement der obe⸗ ich bewegen und den kirchlichen Standpunkt ausgeschlossen wissen ren Garonne, versammeln. Der August ist der zur Ausfuͤhrung bllen, demnach, wie die stattgefundenen Erörterungen klar gemacht dieses Planes bestimmte Termin. Man macht darauf aufmerk⸗ aben, am Ende auf die kirchlichen Angelegenheiten, Aufhebung der sam, daß zu dieser Zeit Cabrera vor den Assisen von Perpignan mts⸗Verhinderung, sich reduzirt, über welchen Punkt diplomglische erscheinen werde, als Zeuge in dem Proözesse gegen Picola, der Verhandlungen schwebend seven, von elsten man hcz wislen kenne, von ihm des Geldunterschleifs beschuldigt worden ist, und man zernicht dieselben schon dahin gediehen seven, daß Papst und, König glaubt, daß er leicht diese Gelegenheit zur Flucht benutzen koͤnne.

iber den Nichtwi „Eintritt des Erzbischofs in seine Amtsthätigkeit, 1 4 1“ E“ seine Amtsthätigkeit, Das will man aber mit Bestimmtheit behaupten, daß er von wenigstens bedingungsweise, einig waäͤren, in welchem Falle ein Antrag 4 1 heg 88 2 6 der Stände auf Wiedereinsetzung des Erzbischofs in seine Amtsthätig⸗ Don Carlos zum Befehlshaber in Catalonien, Aragonien und keit auf den Gang jener Unterhandlungen sehr störend einwirken, und der Valencia bestimmt sey. Waͤhrend dessen sollen nun in Bourges allerseits gewünschten Lösung hindernd in den Weg treten würden. Diesem⸗ eine Verschwoͤrung angezettelt seyn, um den Infanten Karl nach müsse er mit dem Antrage des Ausschusses sich einverstanden erklären. Louis, aͤltesten Sohn des Don Carlos, nach Spanien zu ent— Darauf wird die Diskussion geschlossen und die Frage ge⸗

fuͤhren, und dort an die Spitze des Aufstandes zu stellen. In stellt? „Soll den Antraͤgen, wie sie vorliegen, Folge gegeben den letzten Tagen hat die Polizei einen Spanischen Kapuziner werden?“ Diese Frage wird mit 47 gegen z1 Stimmen und einen Pfarrer festgenommen, welche von der Karlistischen verneint. Ein von einem Mitgliede des 3. Standes vorge⸗ 8 s schlagenes Amendement wird abgewiesen, da dasselbe nur die

Junta in Catalonien abgesendet seyn sollen, um von Don Verhandlungen wieder erneuern wuͤrde; dagegen kommt das

Carlos die Erlaubniß zum Beginn der Feindseligkeiten zu 8 erhalten. Dieselben sollen festgenommen worden seyn, als sie eventuell schon fruͤher gestellte Amendement eines Mitgliedes mit der Antwort des Don Carlos nach Spanien Arag. des 2. Standes zur Abstimmung, nachdem jedoch die Tendenz kehren wollten. Ein Advokat, der mit einer aͤhnlichen Mission desselben von einem Deputirten des 4. Standes entwickelt und beauftragt war, soll nicht gluͤcklicher gewesen seyn. Die Prie⸗ nachgewiesen worden, daß dasselbe noch mehr von des Koͤnigs ster, von denen Bayonne wimmelt, sollen ebensalls in großer Majestät verlange, als der urspruͤngliche Antrag selbst. Das Bewegung seyn. Einer derselben, Legorbura, wurde festgenom⸗ Amendement lautet: „Se. Majestaͤt allerunterthaͤnigst zu bit⸗ men, als er von einer geheimnißvollen Reise nach Bourges und en, daß auf den Fall, wo die zwischen Allerhoͤchstdenselben und Bordeaux zuruͤckkehrte. Ein gewisser (Sorva) und 6 Karlisti⸗ dem Roͤmischen Stuhle schwebenden Verhandlungen zu einer sche Offiziere hatten dasselbe Schicksal. Eben so die beiden Ge⸗ gegenseitigen Verstaͤndigung nicht fuͤhren sollten, alsdann zur neraͤle Arrayo und Arguelles, welche in einem Landhause in der Beruhigung der Provinz dem Erzbischof Klemens August seine Naͤhe der Stadt verborgen waren. Auch soll kuͤrzlich das Zoll⸗ volle gesetzliche Freiheit und Amts⸗Wirksamkeit wiederzugeben, amt an der Graͤnze bedeutende Sendungen von Salpeter und aber Allergnaͤdigst zu befehlen, daß uͤber die gegen densel⸗ 609 Kilogramme Schwefel in Beschlag genommen haben. Es 8 veroͤffentlichten Beschuldigungen nach den bestehenden Ge⸗ wird behauptet, man verdanke der Koͤnigin Christine den groͤß⸗ und erkannt werde. Auch von einem ande⸗ ten Theil dieser Entdeckungen. Der in Bourgos residirende eg Ee Feande wurde gegen die Abstimmung Hof soll ihr naͤmlich Eroͤffnungen, wegen einer Verbindung zwi⸗ enelichemensir denn S e G da dasselbe im We⸗ schen dem Spanischen Praͤtendenten und der jungen Koͤnigin sehn EC1“ . b 1cegge uͤbereinstimme und gemacht haben, und zu diesem Zwecke ihre Vermittelung in An⸗ Ingsn Fatauf Fe gbdh; 1” en von em Autor des Amende⸗ spruch genommen worden seyn. Die Koͤnigin Christine, heißt Aühernatipe des 8 8- eüst wurde daß dasselbe die es aber, waͤre nicht darauf eingegangen, und haͤtte die Franzoͤ⸗ den Fall daß I e nur eventuell seen naͤmlich fuͤr sische Regierung von Allem in Kenntniß gesetzt. kehr des Erzbischofs nicht ““ ja selbst die Nichtruͤck⸗ Der National de l'Quest meldet, daß die Legitimisten da aͤberdies der Herr Vorsitende gehe h icht zu Stande kaͤme, in Nantes bemuͤht waͤren, diese Stadt zum Mittelpunkte einer ses Amendements bereits sc Zusage. zur. Stellung die; moͤnchischen Propaganda zu machen. Sie sollen auf Herrn Unb heefebe Eurch 42 . 8s g so ist die Abstimmung erfolgt Lacordaire, General der Jakobiner, sonst Dominikaner oder pre⸗ und 1- I“ Tögen 35 Stimmen verworfen worden. digende Bruͤder genannt, die Augen geworfen haben. Von zsti adig C1131“] und interessante Verhandlung nach diesem Mittelpunkte aus wuͤrde man auf die westlichen Departe⸗ üfesh veset. EETT1“ 8böööö ments zu wirken suchen. Schon soll eine schoͤne Besitzung er⸗ Ue. 9 8 2 C 1 redlichsten Waf⸗-⸗ evben se A 8 8 etier jeser C e i fin und mir Beobachtung der strengsten parlamentarischen Eh⸗ I ö welche zum Hauptquartier dieser Congregation und Wuͤrde nur fuͤr die Sache mit Ausschluß jeder Persoͤnlich⸗ Der aus Toulon berichtete Vorfall, daß ein Geistlicher keit gekaͤmpft wurde. Haͤtte die Provinz Zeuge dieser großarti⸗ einem armen alten Manne, der ohne Abendmahl gestorben war, gen Verhandlung seyn koͤnnen, so wuͤrde sie die Ueberzeugung das Begräͤbniß verweigert 9 tte, wird vom Constitutionnel gewonnen haben, daß ihre Vertreter, wenn auch in der Wahl begierig aufge riffen, ds 8 liner Reihe von Betrachtungen der Mittel verschieden, sich dennoch auͤberall die Erreichung des benutzt WI“ Schlussebes deißt: „Wenn die Geistlichkeit gleichen Zieles, naͤmlich: Recht und Gerechtigkeit auf jedem ge⸗ sich von der Gesellschaft unabhaͤngig machen, und alle Gleich⸗ setzlich zulaͤssigen Wege nach Pflicht und Gewissen zu schuͤtzen, guͤltigen und Nachlaͤssigen aͤchten will, so moͤge sie sich wohl zur alleinigen Aufgabe gesetzt hatten; daß endlich in dem Ver⸗ vorsehen. Wenn man Untersuchungen anstellen wollte, so waͤre trauen auf die Weisheit und Gerechtigkeit des Koͤnigs sich alle es leicht moͤglich, daß man nicht mehr die Majoritaͤt von Glaͤu⸗ gieich standen, wie denn auch die gestattete Veroͤssentlichung bigen faͤnde, auf welche die katholische Religion mit Recht so stolz ist. Es waͤre moͤglich, daß man nicht mehr die reiche Do⸗

bieser Verhandlungen, wie wir nicht zweifeln, hinreichen wird, um jeden Keim boͤswilliger Verdaͤchtigungen zu ersticken. V tation bezahlen wollte, welche zu ihren Gunsten auf den Bud⸗ Zgeets des Staates, der Departements und der Gemeinen steht.

indeß

Bewegung.

Es giebt schon viele Personen, welche meinen, Jeder solle die Ausgabe fuͤr seinen Kultus bezahlen; wie in den Vereinigten Staaten. Bei der Revision der Charte im Jahre 1830 und des Gesetzes uͤber den israelitischen Gottesdienst im Jahre 1831 wurde dieses Prinzip angefuͤhrt. Es ist im Fortscheitt begriffen und die Intoleranz der Geistlichkeit koͤnnte ihm leicht eine un⸗ besiegbare Kraft geben.“ 8

Diesen Morgen traf ein Oesterreichischer Tourier, der von Wien kam, mit Depeschen des Staatskanzlers Fuͤrsten von Met⸗ ternich im Ministerium der auswaͤrtigen Ungelegenheiten ein.

Es heißt, Herr Villemain werde einen Urlaub auf mehrere Monate nehmen und eine Reise nach Deutschland machen.

Heute fand das Leichenbegaͤngniß Herrn Berryers, Vater des beruͤhmten Redners, statt, dem alle Notabilitaͤten der le⸗ gitimistischen Partei beiwohnten; unter denen man auch Herrn

von Chateaubriand bemerkten.

Dem Vernehmen nach werden alle innern Gebaͤude des Schlosses von Vincennes, mit Ausnahme des Schloßthurmes und der Kapelle, geschleift werden. Dagegen soll ein Werk

aufgefuͤhrt werden, welches Stallung fuͤr 2000 Pferde enthal⸗

ten wird. ““ 1 .

Der Munizipalrath von Paris hat 8 132,000 Fr. votirt, welche zur Vollendung des Denkmals fuͤr Molinre noth⸗ wendig sind. 211,000 Fr. waren durch Benesiz⸗Vorstellungen, Subscriptionen, Kredit⸗Bewilligungen des Staates und der Stadt Paris schon fruͤher zusammen gebracht worden, wovon 164,000 Fr. fuͤr den Ankauf des Hauses, auf dessen Stelle das Denkmal errichtet werden soll, hatten verausgabt werden muͤssen.

Boͤrse vom 28. Juni. Es war heute an der Boͤrse keine

Nachricht in Umlauf, die auf die Course haͤtte einwirken koͤn⸗

nen. Dennoch trat in den Franzoͤsischen Renten gegen alles Erwarten eine rasche steigende Bewegung ein. Man bemerkte indeß, daß die Auftraͤge nicht von denjenigen Spekulanten er⸗ theilt worden waren, die gewoͤhnlich an der Spitze der Bewe⸗ gung des Päaatzes stehen.

Straßburg, 26. Juni. Hier herrscht uͤber die Geneh⸗ migung des Hollaͤndischen Handelsvertrages eine sehr freudige Der Municipalrath hat einstimmig beschlossen, eine Dank⸗Adresse an die Regierung zu richten fuͤr die Beharr⸗ lichkeit, die sie vor den Kammern in der Aufrechthaltung des betreffenden Gesetzentwurfs gezeigt hat. Der Maire ist ersucht worden, an die Elsasser Deputirten, welche thaͤtig und

eifrig zur Erringung jenes Resultats mitgewirkt haben, amtliche

Dankschreiben zu erlassen. Das Hotel der Handelskammer, des

Handelsgerichts und der Boͤrse war gestern Abend glaͤnzend er⸗

leuchtet. Man erwartet die heilsamsten Folgen von der neuen Verbindung mit Holland. Ankunft und Abgang der ersten Schiffe werden darum auch unter großen Festlichkeiten statt⸗

finden.

Paris, 28. Juni. Es ist seit einiger Zeit viel von dem hier bemerkbaren Wiederaufleben der veligioͤsen Gefuͤhle in und

gußerhalb Frankreich gesprochen und geschrieben worden. Einige

Blaͤtter haben sogar ihre Entdeckungen und Beobachtungen so

triumphirend verkuͤndet, daß man wohl hier und da dem Dinge Die Wahrheit

mehr Glauben geschenkt hat, als es verdient. ist, daß nur an der Oberflaͤche, dem Anscheine nach, das re⸗

ligioͤse Gefuͤhl im Steigen begriffen ist, wer sich aber die Muͤhe der wird leicht einsehen lernen, daß die Symptome weniger gluͤcklich sind, als sie scheinen. Allerdings sind bei großen religioͤsen Festlichkeiten die hiesigen Kirchen meist gefuͤllt, namentlich ist der Andrang bei der Mode⸗

geben will, tiefer zu blicken,

kirche Saint Roch bedeutend, eben so in Notre Dame de

Lorette. An diesen beiden Orten wird aber auch nichts gespart,

um die Feier fuͤr die Massen anziehend zu machen. Ein ge⸗ wisser heidnischer Aufwand soll auf die Sinne wirken. An das Herz wird wenig gedacht. Blumen in Menge, Weihrauch Gemaͤlde, Goldverzierungen, Festmusik, Maͤnnerchoͤre, Solo

stimmen und oͤffentliche bezahlte Anzeigen in den Blaͤttern wer⸗ Die Neugierde zieht eine große Schaar

den nicht versaͤumt. herbei. Die Kirchenstuͤhle werden theuer vermiethet. Der An

drang bringt natuͤrlich eine Kirche in großen Ruf, diesem folgt die Mode. Es erscheint also keine stille heilige Andacht dort, sondern ein Zusammenfluß von aͤußeren Reizmitteln, Pomp und Flitterstaat, Gedraͤnge, elegante Toiletten, an ein erheben

des Gebet ist da nicht zu denken. Munizipal⸗Gardisten besetzen die Kirchenpforten, um dem Andrange zu wehren, in allen Gaͤngen der Kirche erscheinen Schildwachen, um die Ord⸗ nung aufrecht zu halten und da nur außerdem die groß

Messe zu einer Tagesstunde in Saint Roch gehalten wird,

wo keine anderen Gegenstaͤnde die Masse der Neugierigen lockt so ist natuͤrlich die dort zu treffende Menschenmenge eher eine

schaulustige, als eine Religions⸗Gefuͤhl suchende. Diese Be⸗ trachtungen sind traurig, aber sie sind eine Thatsache, und we mit einem Zauberglase in die Seelen der dort Versammelten

blicken und lesen koͤnnte, der wuͤrde wenig Andacht und vie

Weltliches erblicken. In Notre Dame de Lorette ist fast auch

immer ein großer Zulauf, fast alle bekannten Kuͤnstlerinnen meh⸗ rerer großen und kleinen Pariser Theater haben dort ihren Kir⸗ chenstuhl, selbst Taͤnzerinnen aus dem Ballet. Das ganze Stadtviertel nach Montmartre zu besucht diese Kirche, die eher einem zierlichen Salon, als einem Tempel Gottes ähnlich sieh Man kann sich leicht denken, daß der Kirchenbesuch in Notre⸗ Dame de Lorette auch verschiedene Motive hat, die ich hier unmoͤglich andeuten kann. Die Prozessionen am Allerhei⸗ ligenfeste sind ebenfalls hier nur ein Schaustuͤck. Es findet jetzt nicht, wie zur Zeit der Restauration, ein Geistlichkeit statt, sondern vielmehr eine große Gleichguͤltigkei gegen die religioͤsen Gebraͤuche. Unter der Restauration klagt man mehr noch die obere als die untere Klerisei an, allzuge⸗ waltig in das politische Leben des Volkes einzugreifen. Ieg. werden auch hier und da einzelne Stimmen laut, seitdem sich ein Theil der Geistlichkeit der jetzigen . genäͤhert. Miß⸗ trauen gegen die katholische Geistlichkeit üj

zug des Franzoͤsischen Liberalismus. Ob mit Recht oder mit Unrecht, gleichviel, an eine wahre Aussoͤhnung zwischen den Liberalen und der Geistlichkeit ist nicht zu denken. Ein Theil der Geistlichkeit wuͤrde zu viel in einem steten Kampfe und i 3

einer steten Opposition gegen die Regierung verlieren, deshalb und

nur deshalb hat sich dieser Theil mit versoͤhnenden Absichten der jetzigen Regierung genaͤhert. Zwei Drittel der Franzoͤsi schen Geistlichkeit bleibt hingegen der jetzt regierenden feind⸗ lich. Das Haupt⸗Organ jenes Klerus, den man hir⸗ den ralliirten nennt, ist das Journal „LUnivers“. Dieses Blatt ward fruͤher, namentlich von dem Grafen Montalembert auf verschiedene Art unterstuͤtzt. Seit einigen Monaten ist die⸗ ser junge und talentvolle Pair von Frankreich der Leitung des Blattes fremd geworden. Beachtungswerth ist! es daß

Haß gegen die

erhaupt ist der Grunde

„Univers“ fast das einzige Blatt in Frankreich ist, welches sostematisch und mit großer Leidenschaftlichkeit die Preußische Regierung in der katholischen Angelegenheit anfeindet und stets angefeindet hat. Selbst die „Gazette de France“ war nie so hef⸗ tig in ihrer Polemik uͤber diesen Punkt wie l'Univers, dem oft auswaͤrtige Dokumente in der katholischen Sache mitgetheilt werden. Um in wenigen Worten das „Univers“ zu charakte⸗ risiren, so sage ich das „Univers“ ist Roͤmisch⸗katholisch oder ultramontanisch, die „Gazette de France“ hingegen ein Verfechter der gallikanischen Grundsaͤtze. Zu bemerken ist noch, daß „L'Univers“ sich stets freundlich fuͤr die Orleans beweist, dieselbe oft vertheidigt und also als der Herold jenes Theils der Geistlichkeit zu betrachten ist, welche den Klerus zum Anschluß an die jetzige Regie⸗ rung auffordert und zugleich die Grundsaͤtze der legitimistisch⸗ gesinnten Priester fahren laͤßt. Die Jesuiten haben also einen großen Einfluß auf dies Blatt und obgleich dieser Name nicht mehr ganz die fruͤhere politische Bedeutung hat, so verfolgen jedoch die Anhaͤnger dieser Verbruͤderung denselben Zweck, die⸗ elben Mittel gebrauchend und rastlos strebend und arbeitend. Auch die Quotidienne ist seit einiger Zeit sehr friedlich in ihrer katholischen Polemik, endlich das jetzt vielgelesene Blatt „la France“ stets voller Ruͤcksichten und jedes Aufreizende in der Angelegenheit der katholisch⸗-protestantischen auswaͤrtigen Ver⸗ haͤltnisse taktvoll vermeidend. An der Spitze dieses Blattes

steht bekanntlich der Vicomte de Baulny, dessen edler Charakter dies Blatt

selbst von seinen Gegnern geachtet wird, und der mit seinen eigenen Mitteln gruͤndete und in den ersten Jahren mit großen Opfern unterstuͤtzte.

Das eigentlich spezielle Blatt des groͤßten Theiles der katholi— schen Geistlichkeit in Frankreich ist l'ami de la réligion, der Religions⸗ Freund. Dieses Journal ist der jetzigen Regierung feindlich und predigt das feste Anhalten an die Grundsaͤtze des legitimen Koͤ⸗ nigthums. Als Zeichen wie hier die Religion hin und wieder

erstanden wird, kann auch folgendes Faktum dienen. Man erkauft naäͤmlich in diesem Augenblicke in der Stahlschen Buch⸗ ruckerei auf dem Quai Napolcon Nr. 33. eine kleine Lieder⸗ ammlung zum Gebrauch des Volkes und zwar zu dem wohl⸗ eilen Preise von 2 Sous. Auf allen Straßen gehen bekannt⸗ ich in Paris Saͤnger mit oder ohne Instrumenten umher, und iese singen mit Erlaubniß der Polizei allerlei Lieder. Eins, vwas jetzt besonders Gluͤck macht und sich in der obenerwaͤhnten Sammlung befindet, und zwar zuerst abgedruckt, fuͤhrt den

Titel: „Napoleon und Jesus Christus oder die zwei dem Liede erblickt man n zwei Holzschnitten Napoleon, wie er in der Statuͤe auf der Vendeͤme⸗Szule dargestellt ist, und daneben Christus am Kreuze

nsterblichen Menschen.“ Ueber

nit einer Glorie.

Die Verse dieses Liedes sind sehr mittelmaͤßig, aber zur V Charakteristik hiesiger Zustaͤnde sind sie ein interessanter Beitrag.

Der zweite Vers lautet wie folgt:

Jesus dans sa plus tendre enfance promettait vertu et candeur; Napoléon d'expérience

Etonna ses instituteurs

Jesus aimait le prolétaire. Faisait le bonheur des elus; Napoléon aimait la guerre

Et son peuple comme Jesus.

Der Vergleich zwischen Napoleon und dem Heilande wird

in den folgenden Versen bis zur Invalidenkirche und der Aschen⸗ feier dieses Jahres fortgesetzt.

Daß die hiesige Polizei⸗Verwaltung dergleichen Mißgeburten der Volksdichter in den arbeitenden Klassen umhertragen laͤßt und diesem Skandal nicht steuert, ist ein Beweis, wie verwaͤhr⸗ lost man hier die Volkserziehung sich selbst uͤberlaͤßt.

Großbritanien und Irland.

London, 26. Juni. Die Tory⸗Blaͤtter sind natuͤrlich alle sehr aufgebracht uͤber die Thron⸗Rede, weil sie darin einen direk⸗ ten Tadel des Benehmens ihrer Partei erblicken. Der Mini⸗ stern werden daher die bittersten Vorwuͤrfe gemacht, daß sie der Koͤnigin solche Worte in den Mund gelegt und die Krone da⸗ durch in die Arena der Parteien herabgezogen haͤtten. „Kein loyaler Minister“, sagt der Standard, „wuͤrde jemals einen Souverain eine solche Thronrede einhaͤndigen, denn es ist der Wuͤrde der Krone gemaͤß, daß sie stets in gnaͤdigem Ton zu den Unterthanen spreche.“ Der Morning Herald nennt die Sprache der Thron⸗Rede leichtfertig und hochfahrend, und der Courrier bezeichnet sie als eine Sammlung von Gemein⸗ plaͤtzen, deren groͤßtes Verdienst noch ihre Kuͤrze sey. Einige ministerielle Blaͤtter, namentlich die Morning Chroniecle und der Sun, suchen allerdings die Sache ihrer Partei da— durch zu heben, daß sie die Opposition der Tories voͤllig als einen Widerstand gegen den Willen der Koͤnigin darstellen. „Die Koͤnigin hat das Ihrige gethan“, sagt unter Anderem das letztgenannte Blatt; „jetzt ist die Reihe an den Waͤhlern. Wer fuͤr die Brod⸗Besteuerung stimmt, der stimmt gegen die Koͤnigin. Wer fuͤr theuren Zucker stimmt, will der Koͤnigin Zwang anthun. Wer fuͤr die monopolistischen Rhedee stimmt, will das Volk berauben und die Koͤnigin unterdruͤcken.“

Die Wahl zweier neuen Sheriffs fuͤr London, welche in diesen Tagen stattgefunden hat, ist auf Anhaͤnger des Ministe⸗ riums gefallen, wodurch die Hoffnung der ministeriellen Partei auf den Sieg bei den Parlaments⸗Wahlen der City noch mehr belebt worden ist.

Der Courier giebt Auszuͤge aus einer eben erschienenen Pfass sgelt. „Der Whigradikalismus gegen den Wesleyanischen Methodismus“, welcher angebliche Aeußerungen angesehener Whigfuͤhrer, wie Lord J. Russell's und O'Connell's, uͤber die Methodisten und ihre Lehre zusammenstellt, um diese wichtige Dissenter⸗Klasse bei Gelegenheit der Wahlen, wo moͤglich, ganz gegen das Ministerium einzunehmen.

eber den Stand der orientalischen Frage giebt die heutige Morning Post folgende Nachricht: Wir vernehmen, daß noch eins weitere Verzoͤgerung in der Ausfuͤhrung der neuen Con⸗ vegeen in Bezug auf die orientalischen Angelegenheiten statt⸗ Frankreich hat durch seinen Beitritt zu dieser Con⸗ auf seine isolirte Stellung stillschweigend verzichtet und aufs klarste dargethan, daß seine freundschaftlichen und innigen Beziehungen zu den uͤbri 1s bie 8 - 9 wieder hergestellt sind ü rigen Großmaͤchten Europa's voͤllig Frankreichs sind daruͤb Die Bevollmaͤchtigten Englands und beh die feierliche U Uebereinstimmung, daß es passend ben, bis die Unpedenes ie Beser Convention u verschie⸗ die Verfuͤgungen des aex eg Mehmed de esde 126 ten Fermans erfolgt, und diese Unterwerfung den Maͤchten offiziell angezeigt seyn werde. Der Russische Gesandte bei der Londoöner Konsere p usliche 1 Konferenz hat sich, obwohl 1“ heege ec haben, wie wir glauben, die Gesandten Oesterreichs

und Preußens die Meinung ihrer respektiven Hofe ausgedruͤckt, daß die Convention, uͤber welche man seit so langer Zeit in Ueber⸗ einstimmung ist, foͤrmlich in Ausfuͤhrung gebracht werden muͤßte, ohne die wirkliche und ausdruͤckliche Unterwerfung Mehmed Ali's unter den Erlaß des Sultans abzuwarten, da die Maͤchte wohl die Unterwerfung voraussetzen koͤnnten, zu welcher im entgegen⸗ gesetzten Falle es ihre Pflicht seyn wuͤrde, den Vice⸗Koͤnig zu zwingen. Waͤhrend man diese Ansichten und Erwägungen ohne Heftigkeit und ohne großes Dräͤngen diskutirt, haben dadurch die, welche zu warten angerathen, das Ziel erreicht, welches sie beab⸗ sichtigten.“ 4 4

Man spricht von neuen Differenzen, die sich zwischen Frank⸗ reich und der Republik Buenos⸗Ayres erhoben haͤtten. Die Handelsleute in der City, die in Geschaͤfts⸗Verbindungen mit Suͤd⸗Amerika stehen, sind sehr beunruhigt und besorgen, ihren kommerziellen Verkehr abermals unterbrochen g sehen.

Es ist die Errichtung einer großen Anzahl neuer Anglika⸗ nischer Bischofssitze in En lands uͤberseeischen Besitzungen in Vorschlag, und zwar fuͤr Malta und die Jonischen Inseln, fuͤr Neuseeland, Neu⸗Braunschweig, Vorgebirge der guten Hoff⸗ nung, Vandiemensland und Ceylon; dann zunaͤchst fuͤr Sierra Leone, Britisch Guiana, Suͤd⸗Australien, Port Philipp, West⸗ Australien, das noͤrdliche und das suͤdliche Ostindien.

Aus Leith wird gemeldet, daß dort die erste direkte Einfuhr aus Aegypten, in einer Ladung von etwa 2000 Quarter weißer Bohnen bestehend, eingetroffen sey, welche ein dasiger Kauf⸗ mann dem Pascha abgekauft habe.

Derr Dickens, der Versasser der „Pickwickier“”“, hat die Einladung zu einer Festmahl seiner Verehrer in Edinburg an⸗ genommen.

Dänemark.

Kopenhagen, 28. Juni. (Kopenh. Z.) Se. Majestaͤt der Koͤnig sind vor 8 Tagen beim Herabsteigen vom Pferde gefallen und haben Sich ein Bein mit den Sporn verletzt. Se. Majestaͤt haben in Folge dessen waͤhrend der letzten Tage das Sopha huͤten muͤssen, sind aber doch so weit in der Besse⸗ rung, daß Sie hoffentlich diesen Abend bei der Cour werden gegenwaͤrtig seyn koͤnnen.

Deutsche Bundesstaaten.

Hannover, 30. Juni. Wegen des Ablebens Ihrer Ma⸗ jestaͤt der Koͤnigin sind alle oͤffentliche Lustbarkeiten einstweilen und bis auf weitere Verfuͤgung eingestellt und untersagt worden.

Die Hannov. Ztg. enthaͤlt heute eine Bekanntmachung des Finanz⸗Ministeriums, worin die naͤheren Bestimmungen uͤber die in der Verfassung vom 6. August 1840 angeordnete Trennung der Koͤnigl. und der Landes⸗Kasse festgesetzt werden. Diese Bestimmungen treten am 1. Juli d. J. in Kraft.

Karlsruhe, 28. Juni. (Karlsr. Z.) Erste Kammer. Der Tagesordnung gemäaͤß begruͤndet Frhr. Karl v. Goͤler seine Motion auf Vorlage eines Gesetz⸗Entwurfs, wodurch die Ver⸗ tretung jeder Art von Mitgliedern der Staͤnde⸗Versammlung bei Verhinderungen derselben gesichert wird; die Adresse, auf

welche angetragen wird, lautet: Durchlauchtigster Großherzog,

haacfaes Fuͤrst und Herr! Die erste Kammer der Staͤndever⸗ ammlung hat auf den Antrag eines ihrer Mitglieder in Erwaͤ⸗

gung gezogen, daß 1) durch Verweigerung des Urlaubs an einen zum Abgeordneten zur Staͤndeversammlung gewaͤhlten Staats⸗

diener dessen Wahl nicht als unguͤltig angesehen werden koͤnne. Daß aber demnach 2) sich weder in der Verfassungs⸗Ur⸗

kunde noch in der Wahlordnung Bestimmungen vorfinden, wie,

wenn der Gewaͤhlte es nicht vorzieht, seine Abgeordnetenstelle niederzulegen, fuͤr die wirkliche Vertretung des betreffenden Wahlbezirks oder der Wahl⸗Operation geforgt werden soll, daß

Der Polizei ist es gelungen, einem Faͤlscher von Wiener Bank⸗Actien auf die Spur zu kommen und ihn zu arretiren. Man hat außer vielen Actien, die auf das taͤuschendste nachge⸗ macht seyn sollen, alle Praͤparate zur Fertigung derselben bei ihm vorgefunden. Ein Mitschuldiger ist nach Neapel entkom⸗ men. eide Betruͤger sollen hier, in Mailand Genua und Livorno nicht unbedeutende Summen von den aufleuten ge⸗ zogen haben. 1 “”“ 1 Spanien.

O Madrid, 21. Juni. Ich habe Ihnen neulich gemel⸗ det, daß, den Angaben der Franzoͤsischen Behoͤrden ufolge, kein einziger ihrer Unterthanen die streitige Spanische Cränze uͤber⸗ schritten habe, obgleich dieses hier mit so großem Geräusche i dem Kongresse der Deputirten behauptet wurde. Aus eine Artikel der amtlichen „Gaceta de Madrid“ von heute geht nun⸗ mehr hervor, daß auch die Spanische Regierung sich zu uͤber⸗ zeugen anfaͤngt, jene angebliche Verletzung der National⸗Unab⸗ haͤngigkeit beruhe auf einem Irrthum. Es heißt darin näͤmlich; „Wir beschraͤnken uns darauf, mit vollkommener Sachkenntniß darzulegen, daß es sehr zweifelhaft ist, daß die angebliche Ver⸗ letzung des Gebietes stattgefunden habe; denn, wenn gleich be⸗ hauptet wird, daß eine betraͤchtliche Anzahl bewaffneter Fran⸗ zosen am 25. Mai unser Gebiet betreten habe, so beruht dies auf der Angabe eines Zeugen, waͤhrend der General⸗Lieutenant Graf von Harispe und der Praͤfekt der Ober⸗Pyrenaͤen ver⸗ sichern, daß jene auch nicht einen einzigen Schritt uͤber die fuͤr Spanien durch den Traktat von 1785 fest⸗ gesetzten Graͤnzen hinausgethan haben. Dessenungeachtet hat die Regierung nicht unterlassen, dem Chefe politico von Pamplona aufzutragen, sich an Ort und Stelle zu verfuͤgen, und eine weitlauftige Untersuchung uͤber den Vor— gang anzustellen, damit sie in Betracht desselben den anhaͤngi⸗ gen Reclamationen die gehoͤrige Richtung geben koͤnne.“ Wenn nun, wie verlautete, der Spanische Minister⸗Praͤsident gleich nach der Cortes⸗Sitzung, in der jene Angelegenheit fur Sprache kam, eine in mehr als drohenden Ton abgefaßte Note an das

Franzoͤsische Kabinet richtete, so koͤnnte am Ende letzteres in den Fall kommen, von jenem entweder die Zuruͤcknahme der Note, oder irgend eine andere Genugthuung zu verlangen, und der neue Spanische Minister⸗Praͤsident dadurch die Ueber⸗ zeugung gewinnen, daß es fuͤr einen Staatsmann angemesse⸗ ner sey, erst nach ruhiger Pruͤfung der Thatsachen zu handeln, artei⸗-Menschen nach⸗

als dem vorlauten Geschrei hochfahrender zugeben.

v““

Türkei. Franzoͤsische Blaͤtter theilen ein Schreiben aus Syra

vom 10. Juni mit, welches Nachstehendes uͤber ein Gefecht

zwischen den Tuͤrken und Kretensern enthaͤlt: „Wir schaͤtzen

uns gluͤcklich, Ihnen melden zu koͤnnen, daß die Kretenser, bei

3) bei dem Mangel solcher Bestimmungen, und in Anbetracht,

daß die Faͤlle haͤufig vorkommen koͤnnen, in welcher im wohl⸗ verstandenen Interesse suͤr den Staatsdienst einem zum Abge⸗ ordneten gewaͤhlten Staatsdiener der Urlaub versagt werden

muß, wuͤnschenswerth sey, daß den Verhandlungen uͤber diese Frage, welche so wohl nachtheilig auf die Dauer des Landtags, als auch stoͤrend auf den Gang derselben einwirken koͤnnen,

vorgebeugt und ein Ziel gesetzt werde; 4) auch fuͤr nicht ge⸗ waͤhlte Mitglieder der Staͤnde⸗Versammlung, welche im Staats⸗ dienste stehen, der Fall der Urlaubs⸗Verweigerung vorkommen kann, und daß auch andere Gruͤnde vorliegen koͤnnen, welche den Eintritt irgend eines Mitgliedes der Staͤnde⸗Versammlung fuͤr die Dauer eines oder mehrerer Landtage verhindern, es gleich⸗ wohl die gruͤndliche Behandlung der Geschaͤfte wuͤnschenswerth macht, daß beide Kammern stets so vollzaͤhlig als moͤglich ver—

sammelt seyen; und daher beschlossen: Ew. Koͤnigl. Hoheit ehr⸗

furchtsvoll zu bitten, gnaͤdigst anordnen

b. 3 zu wollen, daß der Staͤnde⸗Versammlung auf dem nächsten Landtage ein Gesetz⸗

Entwurf vorgelegt werde, in welchem zur Erlaͤuterung und Ver⸗ vollstaͤndigung der Verfassungs⸗Urkunde und Wahl⸗Ordnung die

Art und Weise bestimmt wird, wie bei Verhinderung fuͤr die

Dauer

eines oder mehrerer Landtage die Vertretung jeder

Art von Mitgliedern der Staͤnde⸗Versammlung im Interesse

der persoͤnlich Berechtigten, der Corporationen und Wahl⸗Bezirke gesichert werden koͤnne.“ Die Motion wird von dem Regierungs⸗ Direktor von Reck unterstuͤtzt, und sohin mit dem Anfuͤgen, daß sie gedruckt werden solle, an eine Vorberathung verwiesen. Hier⸗ auf erfolgte die Diskussion uͤber die Adresse der zweiten Kammer, die Urlaubs⸗Verweigerung an die Abgeordneten Peter und Aschbach betreffend, woran die Kammer⸗Mitglieder:

Groß⸗Hofmeister von Berckheim, Legations⸗Rath von Marschall,

Geheimer Referendaͤr Eichrodt, Graf von

Leiningen, Regie⸗ rungs⸗Direktor von Reck, General⸗Auditor Vogel, Major von

Tuͤrkheim, Freiherr Karl von Goͤler, Ober⸗Forstrath von Gem⸗

mingen, Forstmeister von Kettner, General⸗Lieutenant von Frey⸗ stedt, General⸗Lieutenant von Stockhorn, Praͤlat Huͤffell, Haupt⸗

mann von Goͤler und General⸗Major von Lasollaye, so wie

saͤmmtliche obengenannte Regierungs⸗Commissaire lebhaften An⸗

theil nahmen. Wir beschraͤnken uns fuͤr jetzt auf die Mitthei⸗ lung, daß die Kammer einstimmig beschloß, der Ad esse der zweiten Kammer nicht beizutreten.

Rom, 18. Juni. (A. Z.) Die Unterhandlungen mit Dom Miguel schienen einen Augenblick einen guͤnstigen Ausgang neh⸗ men zu wollen, als mehrere seiner eifrigsten Unhaͤnger von ver⸗

schiedenen Seiten her eintrafen, die ihm wieder andere Gesin⸗

Ali's unter

nungen beigebracht zu haben scheinen. Nach den letzten ihm gemachten Eroͤffnungen verweilt er nicht mehr auf laͤngere Zeit hier; man sagt, er werde seinen zukuͤnftigen Aufenthalt im Mo⸗ denesischen nehmen. 1

Nom, 19. Juni. Der Herzog von Anhalt⸗Deßau, der Ferese! von Mapel kam, ist heute fruͤh nach Deutschland abgereist.

Sieg davongetragen haben.

dem letzten Ausfall, den die Tuͤrken machten, um ein verschanz⸗ tes Corps der Kretensischen Armee anzugreifen, abermals den 1 Die Griechen erwarteten die Tuͤr⸗ ken festen Fußes, bis sie sich auf Flintenschußweite dem Lager genaͤhert hatten; dann empfingen sie dieselben mit einem wohl⸗ gerichteten Feuer, welches eine roße Anzahl Feinde toͤdtete, Verwirrung in ihre Reihen brachte und 5 bewog, eilig die Flucht zu ergreifen, um sich in die naͤchste Festung zu retten. Hieraus verließen die Kretenser ihre Verschanzungen, verfolgten die Tuͤrken mit dem Schwerte und toͤdteten mehrere hundert, waͤhrend sie selbst nur fuͤnf Todte und einige Verwundete hat⸗ ten. Unter den Todten fand man den Neffen von Mustapha Pascha und mehrere Bey's. Obgleich die Griechen in diesem Kampfe nur einen geringen Verlust erlitten, so beschloß doch der auf Befehl der provisorischen Regierung versammelte Kriegs⸗ rath, daß die Armeecorps, welche zur Beobachtung der in der Naͤhe der Kuͤsten gelegenen Festungen aufgestellt worden, sich in das Innere der Insel zuruͤckziehen sollten.“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 2. Juni. Folgendes ist der wesentliche In⸗ alt des auf die inneren Angelegenheiten der Union bezuͤglichen heils der Botschaft des Praͤsidentn:

„Der letzte Census“, sagt Herr Tyler, „eigt eine regelmäßig fort⸗ schreitende Zunahme unserer Bevölkerung. Bei dem Ausbruche des Revolutions⸗Krieges zählten wir kaum 3 Millionen Seelen; jetzt über⸗ steigen sie bereits 17 Millionen, und sie werden sich fort vermehren in einem Verhältnisse, nach welchem sich die Einwohnerzahl in etwa 23 Jahren verdoppelt. Die alten Staaten besitzen ein Gebiet, das an sich hinreicht, eine Bevölkerung von noch mehreren Millionen zu ernähren, und selbst die volkreichsten der neuen Staaten kann man doch erst für nur zum Theil besetzt ansehen, während auf den neuen Ländern dies⸗ seits der Felsengebirge, nicht zu gedenken der unermeßlichen Strecke, welche sich von dem Fuße dieses Gebirges bis zur Mündung des Co⸗ lumbia⸗Flusses hinzieht, gegen 700 Millionen Acre, die theils geräumt, theils noch nicht geräumt sind, noch verkauft werden können.“

„Wir laden die Bewohner anderer Länder ein, zu uns zu kom⸗ men und sich niederzulassen unter uns als Mitglieder unserer schnell wachsenden Familie. Für die Segnungen, die wir ihnen bieten, for⸗ dern wir sie auf, unser Vaterland für das ihrige anzusehen und sich mit uns zu vereinigen in der großen Aufgabe, unsere Staats⸗Ein⸗ richtungen zu erhalten und dadurch unsere Freiheiten dauernd zu machen. Es giebt keinen Grund zu answärtigen Eroberungen. Wir wünschen bloß unsere fast übergroßen Wildnisse zu erhalten und in die Tiefen derselben das Licht der Civilisation zu tragen. Während wir jeder Zeit bereit seyn werden, die National⸗Ehre zu rächen, wird unser 1.. Wunsch dahin gehen, einen ununterbrochenen Frieden zu er⸗

alten.“ 4

„Indem ich die vorstehenden Ansichten mittheile, kann ich nicht umhin, die Meinung auszusprechen, daß es in der ganzen Ausdehnung unserer Herrschaft über unsere anerkannten Besitzungen nichts giebt, was die Besorgnisse des Vaterlandsfreundes wegen der Sicherheit un⸗ serer Staatseinrichtungen erregen könnte. Das Bundessystem, das jedem Staate die Sorge für seine inneren Angelegenheiten überläßt und der Bundes⸗Regierung die von allgemeiner Wichtigkeit überweist, läßt mit Sicherheit die größte Ausdehnung zu; aber ich halte es dabei auch für geeignet, hinzuzusetzen, daß es stets eine gebieterische Noth⸗ wendigkeit seyn wird, alle Beamte dieser Regierung auf den Kreis ihrer Befugnisse zu beschränken und dadurch ein richtiges Gleichgewscht zwischen den Gewalten zu erhalten, welche dieser Regierung gegeben und den Staaten wie dem Volke vorbehalten worden sind.“ 2

Aus dem Berichte des Schatz⸗Secretairs werden Sie erseben daß die vorhandenen und zuwachsenden Geldmittel nicht binreichen, die Bedürfnisse der Regierung für das laufende Jahr zu decken. ben durch ausstehende Tratten nicht gedeckte Bilanz in dem Scha0 00 à. März, ausschließlich der anvertrauten Gelder, wird agf 849009 Dollars veranschlagt. Dabei ist inbegriffen die Summe von anu⸗ is Dollars, welche der Münze und deren Nebenanstalten Setrung nicht um Metall zum Münzen anzuschaffen, und die ohne ,000 Dollars

ückaetoaen we 6 bleiben demnach 645,000 T. urückgezogen werden könnte. Es e war der Secreiair des übrig. Nach zwei verschiedenen Kongreßalten rcatzscheine im Be⸗ Schatzes ermächtigt, an und nach dem 4. . vs sich ein verfügbarer trage von 5,213,000 Dollars auszugeben⸗

Fonds von 6,058,000 Dollars ergiebt. 8