Dies Alles gilt natuͤrlich nur von dem großen Haufen der hiesigen Politiker. In den wahrhaft staatsmaͤnnischen Kreisen nimmt man allerdings den lebhaftesten Antheil an der Entwicke⸗ lung der Englischen Krise. Die Wuͤnsche der Regierung sind fuͤr den Sieg der Tories in dem Wahlkampfe, weil sie, bei der be⸗ kannten Antipathie der Tories gegen Rußland, von deren Politik ein bereitwilligeres Entgegenkommen erwartet, als ihr von Seiten des Ministeriums Melbourne zu Theil wird. Das Kabinet laͤßt indessen diese Wuͤnsche und Hoffnungen so wenig als moͤglich laut werden, und zwar es hat recht, dieselben fuͤr sich behalten zu wol⸗ len, da deren Aeußerung ihm nichts von der Welt mehr nuͤtzen kann, wohl aber ihm bei dem Franzoͤsischen Publikum sowohl, als in England schaden wuͤrde.
Die systematische Opposition, welche kein Mittel scheut, um sich geltend zu machen, greift ploͤtzlich nach einer Waffe, die sie jelbst fuͤr die Regierung schmieden helfen. Nachdem sie acht oder zehn Monate lang die Befestigung von Paris als ein aͤcht natio⸗ nales Unternehmen gepriesen, fallen ihr auf einmal wieder die Bedenklichkeiten ein, die sie fruͤher gegen diese Maßregel hegte, und sie darf nur noch einen Schritt thun, um der Regierung aus dem Festungsbaue ein Verbrechen gegen den Staat zu machen. Hoͤrt man heute manche Leute sprechen, welche sich noch unlaͤngst, so lange die Zustimmung der Kammer ungewiß war, zu Gunsten des Fortificationsgesetzes heiser schrien, so sollte man glauben, sie haͤtten erst gestern erfahren, daß die projektirten Citadellen gegen die Stadt gekehrt werden koͤnnten. Und doch hat die Regierung, wenigstens seit der Einsetzung des jetzigen Ministeriums, gar kein ernstliches Hehl daraus gemacht, daß sie die Forts mehr gegen den inneren, als gegen den aͤußeren Feind bauen wolle. So recht⸗ maͤßig nun auch der gesetzliche Widerstand gegen diesen Plan der Regierung seyn mochte, so unverzeihlich ist auf der andern Seite die Perfidie derjenigen, welche die fragliche Maßregel anfaͤnglich nur deshalb befoͤrdert haben, um die Regierung in der Folge wegen derselben zur Rechenschaft zu ziehen. Und diese Kriegs⸗ list kann furchtbar werden. Wenn der Theil der Presse, welcher die Befestigung von Paris wider seine Ueberzeugung befoͤrderte, jetzt einmuͤthig sein bisheriges System fallen laͤßt, um dem Volk die rasch aus der Erde wachsenden Citadellen als die Bastillen der bffentlichen Freiheit zu zeigen, wenn er diese Taktik mit Energie und Geschick durchfuͤhrt, so steht nicht zu bezweifeln, daß die ohnehin herrschende Abneigung gegen den Festungsbau bei den Parisern zur Erbitterung, zur Leidenschaft gesteigert werden kann.
Der „National,“ dessen Inkonsequenz in Vertheidigung der fruͤher so heftig
bekaͤmpften Fortifications⸗Idee am schreiendsten war, hat sich zuerst wieder unter seine alte Fahne gestellt. Er mo⸗ tivirt seinen Abfall durch die Behauptung, daß die Regierung bei Ausfuͤhrung des Festungsbaues dem Geiste untreu werde, in wel⸗ chem verselbe von den Kammern bewilligt worden. Hohler Vor⸗ wand! Das Wie der Vollziehung des Befestigungsgesetzes ist ein u untergeordneter Punkt, als daß man daraus ohne offen⸗ 88 Unredlichkenn eine Vorfrage des Ob machen koͤnnte. Die Gefahr liegt in dem Gesetze selbst, nicht in der Art nd Weise seiner Ausfuͤhrung, nicht darin, ob die Mauer⸗ bekleidung des Ringwalls zwei oder drei Meter stark ist, ob die Arbeit an den Forts oder an eben diesem Ringwalle rascher fort⸗ ruͤckt, Mehrere der dem weiland Ministerium Thiers ergebenen Blaͤtter machen bereits Miene, das Mandvre des „National“ nach⸗ zumachen, aber sie glauben doch nicht so ganz ohne alle von schwarz auf weiß springen zu koͤnnen, sondern ihren Absal etwas von langer Hand einleiten zu muͤssen. Aber obwohl aufge⸗ schoben, ist derselbe doch nicht weniger gewviß 2 vorausgeseßt, daß sich nicht binnen kurzem fuͤr Hrn. Thiers Aussichten zum Wi intritt in das Ministerium zeigen.
Großbritanten und Irland. — London, 30. Juni. Vorgestern herrschte zu Tamworth ggroße Bewegung, da an diesem Tage Sir Robert Peel von sei⸗ nen dortigen Kommittenten erwartet wurde, und man sich von ihm ein ausfuͤhrliches politisches Glaubens⸗Bekenntniß versprach. Die Comité's der drei Kandidaten fuͤr diesen Ort, Sit R. Peel, Capitain A'Court und Capitain Townshend, waren schon vom fruͤhen Morgen in voller Thaͤtigkeit. Das Comité des Capitain A'Court versammelt sich im Castle⸗Hotel und holte von dort aus den Kandidaten unter Musik nach dem Wahlgeruͤste ab. Kurz darauf langte auch der Whiggistische Gegner dieses Kandidaten, Capitain Townshend, mit seinen Freunden ebendaselbst an. Ge⸗ gen 11 Uhr endlich erschien R. Peel und wurde mit Applaus und Zischen empfangen; er sah blaß und sichtbar aufgeregt aus; mit verschraͤnkten Armen stellte er sich vor das e und schaute mit festem Blick, doch offenbar in ungewoͤhnlicher Bewegung, auf den Volks⸗ haufen. Samuel Tylecote schlug nun den Baronet als Kandida⸗ ten vor, mit der Bemerkung, daß er schon das siebente Mal die- ses Vergnuͤgen habe, und daß er Niemanden kenne, der besser ge⸗ eignet waͤre, die Interessen des Fleckens Tamworth im Parla⸗ mente zu vertreten, da Sir R. Peel seine Pflichten im Unter⸗ haufe stets mit der groͤßten Gewissenhaftigkeit und Auszeichnung erfuͤllt und sich fuͤr jede das Wohl des Volkes foͤrdernde Maß⸗ vegel aufs eifrigste interessirt habe. Major Bamford schlug, als den anderen Kandidaten, den Capitain A'Court, ebenfalls einen Kon— servativen, vor, indem er den Waͤhlern sagte, sie muͤßten dem sehr ꝛhrenwerthen Baronet einen wuͤrdigen Gehuͤlfen, aber nicht einen Whig oder Radikalen waͤhlen. „Wir wollen doch einmal das Letztere versuchen!“ riefen darauf viele Stimmen. Im letzten Parlament war naͤmlich Capitain A'Court der zweite Repraͤsen⸗ tant von Tamworth. Nun erhob sich Herr Ingle, um, als Gegner dieses Letzteren, den Capitain Townshend, einen Whig, vorzuschlagen, bei welcher Gelegenheit sich derselbe folgendermaßen uͤber die Reform der Korngesetze aussprach: c.„ Ich baue selbst jaͤhrlich gegen 3000 Buschel Weizen, und ich erklaͤre ohne Bedenken, daß ich den von dem Ministerium vorge⸗ schlagenen festen Zoll von 8 Sch. fuͤr die allerbeste Maßregel halte, die an die Stelle der jetzigen wechselnden Zoll⸗Skala gesetzt werden koͤnnte. Es wuͤrden jedenfalls zwanzig Jahre nach dem vorgeschla⸗ genen Zoll vergehen, ehe das Pgrikultur⸗Interesse den mindesten achtheil davon empfaͤnde. Eine Verleumdung der Britischen Agrikulturisten ist es, wenn man behauptet, sie koͤnnten das Ge⸗ traide nicht zu gleichem Preise wie im Au lande produziren. Wir haben ein schoͤnes Land, eine Fuͤlle von Kapitaljen, und ich wiederhole, daß es das Englische Volk in den Schatten sellen heißt, wenn man sagt, es koͤnne sein Getraide nicht so wohl⸗ feil erzielen, wie der Kontinent. Es mag nun aus Suͤden kommen, wer da will, etwas muß für das Volk geschehen. (Lauter Beifall.) Besser ist es daher, der Frage zugleich kuͤhn und mannlich zu begeqͤnen. Man gehe nur nach Stuncaton und sche zu, wie dort Tausende wegen Mangels an Brod umkommen, und zwar gebeits willige und arbeitsfaͤhige Leute, die nicht mehr als 3 Sh. woͤchent⸗ ich verdienen und von dem Armen⸗Arbeits⸗Hause des Bezixks nicht mehr als einen Leib Brod füͤr die Woche 8. koͤnnen. Es muß, ch wiederhole es, baldigst eine außerordentliche Reduction der allge⸗ meinen Besteuerung und dagegen eine Vermoͤgen;⸗Sieuer duechgesetzt werden, Die Arnien sind jetzt zu 100 pCt, besteuert, wahrend die
810 Reichen verhaͤltnißmaͤßig sehr wenig von den Staats⸗Lasten zu tra⸗ gen haben.“ (Hoͤct, hoͤrt!)
Herr W. Knight, der die Kandidatur des Capitain Towns⸗ hend unterstuͤtzte, nahm die Erwaͤhlung Sir R. Peel's fuͤr unbe⸗ zweifelt an, da sein Eigenthum in Tamworth ihm diesen S itz sichere, aber, fuͤgte er hinzu, dieses Eigenthum duͤrfe nicht dazu verwandt werden, noch einen Schuͤtzling Sir R. Peel's durchzu⸗ bringen. Der Redner aͤußerte sich dann weitläaͤuftig uͤber den Zu⸗ stand des Landes und schloß mit der Bemerkung, daß sehr Viele das jetzige Verhalten Sir R. Peels, den schwebenden wichtigen Fragen gegenuͤber, besonders deshalb nicht billigen koͤnnten, weil sie sehr wohl wuͤßten, daß, wenn das Ergebniß der Wahlen ihn zum Premier⸗Minister Englands mache, er ohne allen Zweifel selbst die vorgeschlagenen Maßregeln, die er jetzt bekaͤmpfe, wuͤrde ausfuͤhren muͤssen. Eine feierliche Stille trat in der großen Ver⸗ sammlung ein, als darauf Sir Robert Peel vortrat und das Wort nahm.
„Meine Herren“, begann der Redner, „ich richte jetzt zum sechstenmale das Gesuch an Sie, mir die wichtige Aufgabe anzu⸗ vertrauen, Sie im Parlamente zu repraͤsentiren. (Eine Stimme: Aber Sie haben uns nicht repraͤsentirt.) Meine Herren, der Un- terstuͤter der Kandidatur des Capitain Townshend hat meine Stellung, da ich mich um die Stimmen der Waͤhler von Tam⸗ worth bewerhe, mit der Stellung meines großen politischen Geg⸗ ners (Lord John Russell), der sich um die Stimmen der Stadt London bewirbt, in Kontrast gestellt. Ich schaͤme mich dieses Kontrastes nicht. (hoͤrt, hoͤrt Wenn ich es gewollt, 0 haͤtte ich mich um die Stimme der Stadt Westminster bewerben kennen; aber ich zog es vor, zu Ihnen, meinen Freunden und Konstituenten, zu⸗ ruͤckzukehren, und was auch Herr Knight von der Stadt Londondenken mag, — ich gebe zu, daß sie Ihnen an Zahl und an Reichthum uͤberlegen ist, — so habe ich doch so große Achtung vor Ihrer Unabhaͤngigkeit, meine Herren, daß ich der Waͤhlerschaft, die ich zu
repraͤsentiren die Ehre habe, keine zahlreichere und wohlhabendere 8 2 — 115 . 9** e 8 vorziehen moͤchte. Ich hoffe, daß es kein anmaßendes Gefuͤhl ist,
welches mir die Zuversicht eingiebt, daß ich die Stellung wieder erhalten werde, die ich eingenommen habe und die ich Ihrem Vertrauen verdanke. Ich hege diese Zuversicht, weil ich keinen Grund habe, zu glauben, daß in Ihren politischen Gesinnungen eine Veraͤnderung vorgegangen, und weil ich andererseits mir bewußt
bin, daß ich allen Betheuerungen, die Sie von diesem Wahlsgeruͤstaus von mir gehoͤrthaben, in meinem oͤffentlichen Leben treu geblieben und
jede von mir uͤbernommene Verpflichtung gehalten. Ich bin mirauch bewußt, die mir von ihnen uͤbertragenen Functionen mit Eifer und Fleiß erfuͤllt zu haben (hoͤrt, hoͤrt!). Ich habe mich durch keine lockende Vergnuͤgungen in der Erfuͤllung meiner oͤffentlichen Pflichten hindern oder stoͤren lassen; und dies wenigstens werden meine politischen Gegner mir zugeben. Wie angenehm es fuͤr mich auch waͤre, in dieser Gegend und in Ihrer Mitte zu leben, so habe ich doch gern auf dies Vergnuͤgen verzichtet, um zu erfuͤllen, was Sie mir aufgetragen. Nur in wenigen Faͤllen sind zwar Ihre eigenen Lokal⸗Interessen im Parlamente zur Berathung gekommen, aber wenn dies geschah, so habe ich weder durch Privat⸗Angelegenheiten, noch durch oͤffentliche Geschaͤfte mich abhalten lassen, den Maßre⸗ geln, welche Ihre oͤrtlichen Interessen beruͤhrten, meine Aufmerksam⸗ keit zu widmen. Ich bin vielleicht nicht immer gluͤcklich gewesen. Namentlich denke ich hierbei an die gewuͤnschten Erleichterungen durch Eisenbahn⸗Communicationen. Einer Vereinigung maͤchtiger Parteien von Eisenbahn⸗ und Kanal⸗Compagnieen mag es gelun⸗ gen seyn, Maßregeln zu verhindern, die Sie, wie ich glaube, zu erwarten berechtigt waren; indeß jedenfalls war es nicht meine Schuld, wenn dieselben fehlschlugen. Ungeachtet des Dranges der politischen Geschaͤfte widmete ich jenen Maßregeln die hoͤchste Auf⸗ merksamkeit, weil ich glaubte, daß dadurch sowohl das oͤffentliche wie Ihr eigenes Lokal⸗Interesse wuͤrde gefoͤrdert werden. Meine
Herren, ich habe die Ehre, Sie seit dem Jaͤhre 1830 zu vertreten, und
nie gab es in den Annalen Englands eine wichtigere und ereignißreichere Perlode, als die, welche seit 1830 verflossen ist. Gerade in der Zeit, als Sie mich waͤhlten, fanden jene Begebenheiten in Frankreich statt, die den Augen Europa's den Sieg der physischen Gewalt uͤber die beste⸗ henden Behoͤrden des Landes zeigten, die ein zweites Mal zu ei— ner großen Revolution in Frankreich fuͤhrten, welche den aͤlteren Zweig der Bourbonischen Familie vom Throne vertrieb. Diese Ereignisse in Frankreich machten in ganz Europa einen tiefen Ein⸗ druck, sie bewegten und erschuͤtterten den öͤffentlichen Geist Eure⸗ pa's, in einigen Laͤndern fuͤhrten sie ebenfalls Umwaͤlzungen her⸗ bei, und kein einziges Land entging dem Einfluß dieser gro⸗ ßen Ereignisse. Auch England blieb von diesem großen Uebel nicht befreit. Es entstand hier das Verlangen nach einer Veraͤnderung in den alten Institutionen des Landes, und die Folge davon war eine Fundamental⸗Umgestaltung des Unterhau⸗ ses. Ich sah damals voraus, daß diese Veraͤnderung von dem rastlosen Begehren nach ferneren Veraͤnderungen begleitet seyn wuͤrde, und es schien mir hoͤchst wichtig, den Grund zu einer gro— ßen konservativen Partei zu legen, die an den alten Fundamen⸗ tal⸗Institutionen des Landes festhielte, ohne sich denjenigen Ver⸗ anderungen zu widersetzen, welche die veraͤnderten gesellschaftlichen Berhaͤltnisse erheischen moͤchten, aber mit dem Entschluß, die Grundlage der alten Institutionen in Kirche und Staat aufrecht zu erhalten. (Hoört, hoͤrt!) Meine Herren, um diese Partei zu bilden, war es noͤthig, die Basis zu erweitern, auf der sie stehen sollte; es mußten Maͤnner zu Huͤlfe genommen werden, von de⸗ nen wir uns fruͤher wegen verschiedenartiger Partei⸗Verbinun⸗ gen und wegen nicht uͤbereinstimmender Prinzipien getrennt hat⸗ ten, mit denen wir uns aber nun vereinigen konnten, nachdem die Ursache der Differenz verschwunden war.“
Sir Robert Peel ging dann auf die Fortschritte der kon⸗ servativen Partei ein. Von. 400 Mitgliedern sey diese Par⸗ tei allmaͤlich auf 300 angewachsen und habe sich zum Theil aus ihren Gegnern rekrutirt. Ihm selbst sey die Ehre zu Theil geworden, das Vertrauen dieser Paxtei zu exlangen, und was man uͤber Spaltungen in derselben geschwatzt, sey ungegruͤndet. Dabei hob er die Maͤßigung seiner eigenen Ansichten hervor und machte bemerklich, wie oft er den Ministern aus der Noth geholfen habe, Zugleich verwahrte er sich gegen die Aeußerungen einzelner Mitglieder seiner Partei und erklaͤrte, sich niemals zu politischen Zwecken mit Ultva⸗Factionen vereinigt zu haben, wie er denn niemals in einen Widerruf der Emancipation der Katholiken willigen werde, waͤhrend die Mi⸗ nister sich nicht gescheut haͤtten, mit den Verfechtern der Tren⸗
nung Irland's und Kanada's gemeinschaftliche Sache zu machen. Er ging nun vielmehr auf die speziellen Fragen ein und versicherte, die Herabsetzung der Zucker⸗Zolle mcht aus monopolistischen Absichten, son⸗ dern lediglich aus Abscheu gegen die Sklaverel betampft zu haben; er sprach die Ueberzeugung aus, datz der Britisch⸗Ost⸗ und Westindische Zucker fuͤr den inlaͤndischen Verbrauch hinreichen wuͤrde, wobei er auch zeigte, daß die Preise seit Abschaffung der Sklaverei keinesweges gestiegen waͤren. Anlangend die Kornfrage, so hielt er einen fe⸗ sten Zoll von 8 Sh. als Schutz des einheimischen Getreldes ge⸗ gen Polnisches, Russisches, Preußisches, fuͤr nicht hinreichend, der
unter Umstaͤnden auch zu hoch erscheinen koͤnne,
und die Einfuhr in demselben Zeitraume von 46
Vortraͤgen hervorgehe. Desgleichen fuͤhrte er an, Tonnengehalt der Britischen Schiffe, die nach klarirt haͤtten sich von 1838 bis 4,780,000 gchoben habe. nufakturen suchte er zum Theil in der Uebertreibung des Actien Bankwesens, meist aber in den auswaͤrtigen Verhaͤltnissen. E bezog sich auf die buͤrgerlichen Zwistigkeiten in Suͤd⸗Amerika, di Franzoͤsischen Blokkaden und auf die Krisis in Nord⸗Amerika wobei er die Hoffnung aussprach, daß keines der beiden Laͤnde um eines Graͤnzstrichs willen zum Nachtheil der ganzen Mensch heit Krieg fuͤhren wuͤrde; ferner auf den noch immer schwanken den Zustand Kanada's und auf die krampfhaften Bewegungen Portugals und Spaniens, auf China, die Levante und die Ru⸗ stungen des Continents, endlich auf die zwei bis drei schlechten Aerndten, die England in den letzten Jahren erlitten. Er kan daher zu dem Schlusse, daß eine Veraͤnderung der Krongeseke nich zweckmaͤßig sey, zumal da der Ackerbau in den letzten Jahren sehr bedeutend zugenommen habe. Schließlich sprach er die Ueberzeu⸗ gung aus, daß das Geschrei nach wohlfeilem Brod und Zucker im All⸗ gemeinen keinen Anklang gefunden, und zwar nicht wegen des innern Werths oder Unwenths der ministeriellen Maßregeln, sondern weil man sie zu bloßen Wahlzwecken aus der Luft gegriffen habe, nach⸗ dem die Minister selbst noch im vorigen Jahre erklaͤrt, daß die Emancipation der Sklaven erst noch eine Probe bestehen muͤsse und eine Veraͤnderung der Korngesetze nicht der Muͤhe lohnen wuͤrde.
Die heutige Times giebt die Zahl der bereits entschiedenen Lahlen auf 85 an, meist solche, wo die auftretenden. Kandidaten gar keine Gegner fanden, also eine foͤrmliche Abstimmung nicht er⸗ forderlich war. Hiervon zaͤhlt das genannte Blatt 55 Wahlen
daß außerhalb
en Konservativen und nur 29 den Whigs zu, indeß duͤrfte dabei vohl auch manche Taͤuschung mit unter laufen, und man wird
erst die offiziellen Bekanntmachungen abzuwarten haben, ehe man ene Zahlen als richtig annimmt. Von mehreren Orten wird uͤber Wahlen⸗Tumulte berichtet. Ueber die Auftritte zu Notting⸗ ham ist schon gestern gemeldet worden. Sehr tumultuarisch geht es bei der Wahl in Wesiminster her. kener Irlaͤnder aus St. Giles durchzog die Straßen unde⸗bedrohte die konservativen Waͤhler; auch brachten sie vor dem Reform⸗ Klubhause ein Hurrah aus. Die beiden liberalen Kandidaten, Sir de Lacy Evans und Herr Leader, Letzterer ein Radikaler, hielten die uͤblichen Vortraͤge. Der konservative Kandidat, Ca⸗ pitain Rous, konnte gar nicht zu Worte kommen und zog bei der Handerhebung den Kuͤrzern; indessen verlangte er einen Poll, der gestern begonnen hat. Nicht besser erging es den konservati⸗ ven Kandidaten zu Laͤmbeth und Greenwich; doch wird auch hier erst der Poll entscheiden koͤnnen. Sehr tumultuarisch ging es auch zu Bath her, wo es zu argem Handgemenge kam, auch Pistolen abgeschossen wurden und die Laͤden geschlossen werden mußten. Der Ausschuß der dortigen Chartisten hatte in⸗ deß eine Adresse an ihre Mitbruͤder gerichtet, die in sehr gemaͤßig⸗ ten Ausdruͤcken abgefaͤßt ist und die Wahl der ministeriellen Kan⸗ didaten Lord Duncan und Roebuck empsiehlt. Die bekaͤnnklich schon beendigte, aber in ihren Resultaten noch nicht ofstziell be⸗ kannte City⸗Wahl nahm am 28. in Guidhall ihren Anfang; man erinnert sich kaum einer Wahl, die ein gleiches Interesse in An⸗ spruch genommen haͤtte; beide Parteien mußten einen Ring⸗ kampf mit einander eingehen, beide alle moͤgliche Beredsamkeit auf⸗ bieten. Schon fruͤh am Tage hatte sich um Guildhall eine ungeheure Menschenmasse versammelt. Hier toͤnte es: „Nieder mit den Whigs! Es lebe Sir Robert Peel!“ dort wieder: „Wohlfeiles Brod! Keine Korngesetze!“ Um 11 ½ Uhr wurde die Halle eroöffnet; auf den Gallerieen bemerkte man eine Menge geputzter Damen, die Platt⸗ form war fuͤr die verschiedenen Kandidaten und ihre Freunde be⸗ stimmt. Kurz nach dem Beginn der Verhandlungen erscl ienen Alderman Huüͤmphrey und Benjamin Wood, die neuerwaͤhlten Parlaments-Mitglieder fuͤr Southwark; sie wurden von den Whigs mit lautem Jubelrufe empfangen. Kurz darauf langte auch Lord John Russell an, hier mit lautem Beifallsruf, dort mit furchtbarem Zischen begruͤßt. Bald nach ihm trafen auch die uͤbrigen Kandidaten, Alderman Pirie ausgenommen, ein, und der Poͤ⸗ bel belustigte sich, diese mit Gezisch, jene mit Beifallsruf zu begruͤßen. Es wurde den conservativen Rednern unmoöͤglich, in dem furchtbaren Getoͤse zu Wort zu kommen. Auch Lord John Russel, konnte sich nur mit Muͤhe vernehmlich machen. Er suͤchte die Buͤrger und Han⸗
delsleute der City bei dem Punkte der Ehre zu fassen und fragte
sie: ob sie es ertragen koͤnnten, England den uͤbrigen großen See⸗
maͤchten Europa's nachstehen zu sehen; ob sie nicht lieber jede Last tragen wuͤrden, als den Vorrang England's aufgeben? Er und seine Kollegen, versicherte der Minister, haͤtten sich die kommer⸗ zielle Freiheit jetzt zur Aufgabe gesetzt, wie fruͤher die religibse und politische Freiheit. Die Wahl in der City schloß gestern um 4 Uhr Nachmittags. In Irland durchziehen bewaffnete Haufen mehrere Grafschaften; an ihrer Spitze sollen hier und da Priester stehen, und man spricht von vielen Gewaltthaͤtigkeiten, mit denen die Wahlen dort schon eingeleitet worden, “
Nach Briefen aus Tabris vom 29. April war Oberst Stod⸗ dard in Buchara frei gegeben worden. Dr. Reach hatte sich ven der Raͤumung der Festung Gurian uͤberzeugt und war nach Me⸗
schied zuruͤckgekehrt, von wo er sich nach Teheran begeben wollte
Der Herzog von Wellington hatte gestern eine Audienz beim
Könige der Belgier, ie
uu“ Meorning Chronicle hat Nachrichten aus Malta vom 15ten, aus Könstantinopel vom 7ten, aus Smyrna vom 9ten und gus Aegypten vom 7, Juni, die aber meistens unbe⸗ deutend sfind. Das Englische Dampfboot „Phoͤnix“ war von Bei⸗ rut, Syra anlaufend, bei Malta angelangt und brachte die Nach⸗ richt mit, daß Syrien sich in einem hoͤchst aufruͤhrerischen Zu⸗ stande befinde, man koͤnne eine Krisis erwarten. Die Berg⸗Be⸗ wohner des Libanons faͤnden, daß sie beim Wechsel der Herten gar nichts gewonnen haͤtten, und begehrten stuͤnmifch die Wtieder⸗ einsetzung des Emix Beschip,
Nach dem Courier tritt Sir Thomas Wilde, der General⸗ Fiskal, an Sir John Campbells Stelle als General⸗Prokurator, und Herr Dundas oder Herr Jervis wird General⸗Fiskal.
In Loͤndon haben die Katholiken sich vereinigt, um fuͤr die Wahl solcher Parlaments⸗Mitglieder zu wirken, die ihre Grund⸗ saͤtze theiien. Auch pellen sie das Verlangeg stellen, daß vise Ge⸗ faͤngnisse und Zuchthaͤuser kathohschen Priestern gebffnet werden.
Deutsche Bundesstaaten. 1b
München, 30. Jugi. J. f. H. die Gvoßherzogin von
Hldenbung (geborne Peinzesfin von Schweden), Stiefmutter J
r 6 wenn z. B. die Preise in England 70 bis 80 Sh. betruͤgen. Den Nothstand der Manufakturen raͤumt er ein, hielt denselben aber fuͤr temporaͤr und berief sich nur darauf, daß die Ausfuhr trotz aller Kornge⸗ setze in den Jahren 1830 bis 1839 von 38 auf 53 Mill. Pfd. auf 62 Mill. Pfd. gestiegen sey, wie aus Lord Palmerston's eigenen
der 1 gemeine
1840 von 4,100,0000 auf Den Grund des Nothstandes der Ma⸗
Sammlung erhalten. r. na 82 ten Nachlasse des bekannten Reisenden, Professor W. Schulz aus
Ein Haufen betrun⸗
einem alljaͤhrlich wiederkehrenden Feste zu erheben. Es
holung die
denn Volksfeste
Imne. nn male n mechn n6 hun Atdg 188 .4 0l
Maj. der Koͤnigin von Griechenland, ist gestern Abend hier ein⸗ getroffen, wo sich auch bereits der Herr Großherzog befindet.
3. J. kaif. H. H. der Erzherzog Franz Karl von Oesterreich und seine durchlauchtigste Gemahlin werden, wie es heißt, zu
Anfang der näͤchsten Woche Biederstein verlassen. 5
Hannover, 1. Juli. Das Koͤnigliche Reskript an die all⸗ Staͤnde⸗Versammlung lautet folgendermaßen: 2 Wir Ernst August, von Gottes Gnaden Koͤnig von Han⸗
8
nover, Koͤniglicher Prinz von Großbritanien und Irland, Herzog
2 7 1 7 2 2 von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Luͤneburg ꝛc. ꝛc.
In Erwaͤgung, daß die Mehrheit der zweiten Kammer der allge⸗ meinen Staͤnde⸗Versammlung durch ihr seitheriges Verhalten sich
zur Erfuͤllung der ihr obliegenden Functionen als unfaͤhig bezeigt hat, sinden Wir Uns bewogen, die durch Unsere Prockamation
vom 14. April d. J. berufene allgemeine Staͤnde⸗Versammlung
hierdurch aufzulbösen. Daran geschieht Unser gnaͤdigster Wille. Hannover, 30. Juni 1841. Ernst August. G. von Schele.“
Hannover, 2. Juli. Se. Durchlaucht der Prinz Alexan⸗
der zu Solms⸗Braunfels, Sohn ihrer Hochseeligen Majestaͤt, sind
hier angekommen, und im Ernst⸗Palais abgestiegen.
Ihre Durchlaucht die ⸗Prinzessin Albert von Schwarzburg⸗
Rudolftadt, geborne Prinzessin zu Selms⸗Braunfels, Tochter der Hochseligen Koͤnigin sind hier eingetroffen, und im Koͤniglichen Palais abgestiegen.
Stuttgart, 30. Juni. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin sind mit Ihren Koͤniglichen Hoheiten, den Prinzessinnen Katharina und Auguste, gestern von hier nach Kissingen, zum Gebrauche der Baͤder, abgereist.
Die Universitaͤts⸗Bibliothek von Tuͤbingen hat kuͤrzlich durch
den Ankauf mehrerer arabischer, persischer und tuͤrkischer Manu⸗
skripte einen neuen Zuwachs zu ihrer orientalischen Handschriften⸗ —, e . Sie gehoͤrten zu dem nach Paris gebrach⸗
Gießen, welcher 1829 in Kurdistan ermordet wurde.
+% Altenburg, 2. Juli. Gestern sind die Arbeiten an der Saͤchsisch⸗Bayerischen Eisenbahn in der unmittelbaren Naͤhe hie⸗ siger Stadt und bei Leipzig, in Gemaͤßheit des zwischen der Koͤ⸗ nigl. Saͤchsischen und hiesigen Staats⸗Regierung einer⸗ und der Krone Bayern andererseits abgeschlossenen Staats⸗Vertrages wirk⸗
lich begonnen worden, und zwar hier, weil die Expropriagtion der
Privat⸗Grundstuͤcke erst in naͤchster oder in der zweiten, Woche zu Stande kommen kann, auf einem Domanial⸗Grundstuͤcke. Der Anfang der Arbeiten bei hiesiger Stadt erfolgte im Beiseyn der hoͤchsten Landes⸗Autoritaͤten und einer sehr zahlreichen Versamm⸗ lung des hiesigen Publikums, welches seine freudige Theilnahme an dem wichtigen Ereigniß auf mehrfache Weise bethaͤtigte, und unter Anderem dem jubelnden Lebehoch, welches in der Einleitungs⸗ Rede am fruͤhen Morgen den erhabenen Regenten der von der Bahnlinie getroffenen Laͤnder gebracht wurden, lebhaft beistimmte. — Mittags fand im Gasthause „zur Stadt Gotha“ ein Festmahl statt, zu welchem auch der Ober⸗Ingenieur der Bahn, der Konigl. Saͤchsische Majoͤr und Wasser⸗Bau⸗Direktor Kunz und der ihm naͤchsistehende Ingenieur, Ober⸗Lieutenant Peters, eingeladen wa⸗ ren. Die heiterste Stimmung zeichnete, wie den ganzen Tag, so auch dieses Mahl aus. Der Major Kunz erwiederte den ihm mit großer Acclamation dargebrachten Toast in bescheidener Weife. Dankbar wurde derer gedacht, die zum jetzigen Ziel beigetragen, vertrauensvoll derer, die das große Werk ins Leben fuͤhren sollen. — Die Arbeiten am hiesigen Bahnhofe werden in den naͤchsten 14 Tagen angefangen, und wir hezen die sichere Hoff⸗ nung, zur Michaelis⸗Messe 1842 die Bahn nach Leipzig dem df⸗
fentlichen Verkehr geoͤffnet zu sehen, wie dies auch dem Staats⸗ Vertinge mit Waekenhha0.0
½ Leipzig, 3. Juli. Das Andenken an die vorjaͤhrige Guttenbergs⸗Feier mit ihrem Glanz und ihren Wuͤrden, ihrem lauten Juͤbel und ihrem stillen Ernst ist in diesen Tagen wieder recht lebendig bei uns aufgewacht und hat sich in vielfachen, zum Theik sinnigen, zum Theil bizarren Zeichen küundgegeben. Zu den ersteren rechne ich die von einem Theile der betreffenden Innungs⸗ Genossen veranstaltete, zwar stille aber heitere Erinnerungs⸗Feier des vorjaͤhrigen Festes, so wie die Herausgabe der, im Auftrag des Comité von Dr. Emil Kade gefertigten und hoͤchst splendid ausgestatteten Festschrift; zu den letztern dagegen die mancherlei Veräanstaltungen, durch welche die Industrie der hiesigen sehr spekulatisven Wirthe die große Idee dieser Tage und ih⸗ rer Frinnerungen ausbeuteten. Unter Anderem wurde in dem Schuͤtzenhaͤusgarten eine foͤrmliche Wiederholung der vorjaͤh⸗ rigen Feier im Kleinen, mit typographischer Ausstellung, Darstel⸗ lung der drei Festtage in Form eines musikalischen Potpourris, Feuerwerk u. s. w. zum Besten gegeben, und wenn auch Man⸗ cher, der bei dem wirklichen Feste naͤher betheiligt gewesen, dies eine Entweihung der Idee desselben schalt, so zeigte doch im Gan⸗ zen das, sehr zahlreich versammelte und, wie hier fast stets aus allen Staͤnden zufammengesetzte Publikum eine rege, halb ernste, halb heitere Theilnahme an dem, mit Gewandtheit und Humor durchgefuͤhrten Scherze, und die Vorstellung mußte an einem der folgenden Tage nochmals wiederholt werden. Daß man sich jener
Feier so gern und mit so unbefangenem Interesse erinnert, be⸗,
zeugt von neuem, daß man sie damals im besten Geiste und un⸗ ter dergluͤcklichsten Uebereinstimmung aller Verhaͤltnisse begangen und daß die Erinnerung daran durch Nichts getraͤbt wird. In diesem.
Sinne ist nun auch neuerdings in dem hiesigen Tageblatte die
Idee angeregt worden, das vorjaͤhrige Volksfest, dessen heiterbe⸗ segte und doch so wuͤrdige und gchaltene Feier noch in Aller verzen lebt, sguch in diesem Jahr zu begehen und uͤberhaupt zu e. G wurde dafuͤr als der passendste Zeitpunft der. 4. September, der Tag der Uebergabe der Veypfasfuͤngs⸗Urkunde (welcher schon jetzt feier⸗ lich begangen wird), vorgeschlagen, und das Comité, welches im vorigen Jahre die Festlichkeiten geleitet, aufgefordert, zu deren Wieder⸗ 29 noͤthigen Einleitungen zu kreffen, und eine frei⸗ Fillige Subseription zu diesem Zwecke zu eroͤffnen. Es ist sehr zu wunschen, daß die Idee Anklang und Verwirklichung finde, w . in dem Geist gefesept, wese dgas vorjhulge, find Frücsseüns der besten VMiteng. 818 Fem Sinn des Veies sar heh. “ edle Froͤhlichkeit zu bilden, um es von rohen, de enegunzen abzuzichen, um ihm das Gefuͤhl schung einzupflanzen. der, Selbsachtung und Selbstbeherr⸗ vem Fgpis elgen alge enich gehoͤrt dazu, daß, wie dies bei durch ihre Anordnungen n e. Honzel übernehmmen und
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und leiten. Auch werden fhalbeserfter, stiller Gewalt beherrschen
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volle und nuͤtliche Amt uͤber, Maͤnnen nnnden, welste dien sbnan; 8
überneb 9 1„ 19 . 1 621 vernehmen, und die Behoͤrden eine Wie⸗
gegruͤndeten Folgerungen vollkommen beruhigen.
verwundet wurde.
Galeere mit geschlossenen Beinen verüctheilt.
„D3à mn 94 2 811 E e.⸗ IEhar. t. vaean un 5. S. . zasen derholung jenes Festes gern gestatten und beguͤnstigen werden, da der Verlauf desselben damals so glaͤnzend das Vertrauen recht⸗ fertigte, welches die Regierung in den Geist der Bevoͤlkerung gesetzt hatte. 3
Frreie Stadt Krakau. — Krakau, 28. Juni. In der Nacht zum 26. d. M brannte hier das zur Universiraͤt gehoͤrende „Jerusalemmer Konvikt“ ab. Die Schuͤler des Konvikts konnten nur mit Muͤhe und zwar auf Litern, die an die Fenster gelehnt wurden, gerettet werden. Die Universitaͤts⸗Gebaͤude selbst waren ebenfalls in großer Gefahr, doch ist es noch gelunzen, dieselben zu erhalten und die Wuth
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der Flammen auf die Gebaͤude des Konvikts zu beschraͤnken. “
Oesterreich. 59
Ueber die Anzahl der Fabriken in den dsterreichischen Erb⸗
landen giebt ein in der „Augsb. Allg. Ztg.“ enthaltene Aufsatz
folgende statistische Data aus der Mitte des Jahres 1840: a) die:
Zahl der Fabriken in den sterreichischen Erblaͤndern war 13,500. b) Davon kamen 9700 auf das lombardisch⸗venezignische Koͤnig⸗ reich, worunter jedoch 5000 Seidespinnereien und Webereien und 187 Baumwollspinnereien sich besfinden. c) Die uͤbrigen Laͤnder der Monarchie haben zusammen nur 150 Seidenspinnereien und Webereien. ⸗%) Die gewerbreichsten deutschen Provinzen haben: Oesterreich unter der Enns 414, Oesterreich oh, der Enns 4136, Boͤhmen 1174, Maͤhren und Schlesien 330 Fabriken. c) Die Eisenerzeugung betraͤgt in einem Jahr ungefaͤhr zwei Millionen Centner Roheisen und 330,000 Centner Gußeisen; was zusammen einen Ertrag von neun bis zehn Millionen Gulden Conventions⸗ muͤnze Er sese. Drei Viertheile davon kommen auf Privatgewerke. — Der Grund, warum in den deutschen Provinzen so unver⸗ haͤltnißmaͤßig weniger Fabriken sich beüinden, als in den italieni⸗ schen, liegt nicht sowohl in der dichteren Bevpoͤlkerung der letzteren, sondern vielmehr darin, daß in den deutschen Provinzen in der Statistik als Fabriken nur jene groͤßern Etablissements aufgefuͤhrt werden, die ein sogenanntes Landesprivilegium haben — eine Art aͤußerer Auszeichnung, womit zwar kein wesentlicher Vortheil im Geschaͤft eingeraͤumt, sondern nur distinguirende Abzeichen bewil⸗ ligt werden. Außer diesen giebt es aber in den deutschen Pro⸗ vinzen wenigstens noch eine gleiche Anzahl bloß einfach concessio⸗ nirter Fabriken, die immerhin bedeutende Unternehmungen sind. In Italien wird aber ein jedes Etablissement, wobei zehn Arbei⸗ ter beschaͤftigt sind, Fabrica genannt,
Wien, 28. Juni. In einem Schreiben aus London vom 18. Juni wird in dem „Oestreich. Beobachter“ uͤber den neulich besprochenen Vorfall mit dem Oestreich. Schiff „Giacomo Giorgio“ folgende weitere Aufklaͤrung gegeben: Der Globe hatte unlaͤngst gemeldet, daß ein Oesterreichisches Schiff, der „Giacomo Giorgio,“ welches mit einer Ladung Talg von Ibrail nach London gekommen, Hindernisse gegen die dortige Ausla⸗ dung zum Verbrauch gefunden habe, weil die Zollbeamten keine Parlamentsacte haͤtten, welche Oesterreichischen Fahrzeugen die Einbringung von Guͤtern aus dem. schwarzen. Meere erlaube, und sie die Verantwortlichkeit bloß unter den Bestimmun⸗ gen eines, wenn gleich veroͤffentlichten, Handelsvertraͤgs zu handeln, nicht auf sich nehmen könnten. — Man wunderte sich mit Recht uͤber diesen Vorfall, da unterm 10. August v. J. eine eigene Parlamentpacte rlassen worden war: „um Ihre Ma⸗ „jestaͤt zu, ermaͤchtigen, gewissenein sigemn. Hasdels⸗ und Schiss⸗ „fahrtsvertrag zwischen Ihrer Majestaͤt, und dem Kaiser von „Oesterreich enthaltene Bestimmungen in⸗Ausfuͤhrung zu setzen; „und um Ihre Majestaͤt zu ermaͤchtigen, durch Gehemrothsbefehl „zu erklaͤren, daß Haͤfen, welche die natuͤrlichsten und geeignetsten „Verschiffungshaͤhen von Stnaten sind, innerhalb deren „Gebiet dieselben nicht liegen, in gewissen Faͤllen, fuͤr alle „Zwecke des Handels mit Ihrer Majestaͤt Besitzungen, als Na⸗ gtionalhaͤfen solcher Staaten betrachtet werden sollen.“ — Es hat sich nun ergeben, daß der vom Globe erwaͤhnte Vorfall von einem augenblicklichen Irrthum eines untergeordneten Beamten herruͤhrte, welchen unverzuͤglich aufzuklaͤren der Sekvetaͤr der Handelskammer, Kr. Macgregor, sich gleich damals beeilte, ehe noch der Capitaͤn des „Giacomo Giorgio“ die Zeit hatte, seine Beschwerde zur Kenntuiß der k. k. Votschaft am Hofe zu bringen. — Dieser einfache Thatbestand wird das Publikum sowohl in Hinsicht der durch oͤffentliche Blaͤtter gelieferten, zum Theil sehr gehaͤssigen, Darstellungen dieses einzeluen Factums, als der darauf vorschnell Es ist Erfah⸗ rungssache, daß die Ausfuͤhrung aller den Verkehr zwischen ver⸗ schiedenen Laͤndern befoͤrdernden neuen Vertraͤge bei den unter⸗ geordneten Beamten haͤufig Schwierigkeiten findet, die nur von den dieselben uͤberwachenden hoͤhern Autoritäaͤten, nach den Be⸗ stimmungen und im Geiste jener Vertraͤge, gelbst werden konnen, und dies ist hier der Fall gewesen. .
— 2 85: Italien.
Neapel, 19. Juni (A. Z.). Vor etwa zwei Jahren wurden die Gesetze gegen Duelle, welche hier so sehr uͤberhand genommen hatten, bedeutend verschaͤrft, so daß ein jeder Duellant, dessen Gegner auf dem Platze bleibt, der Todesstrafe verfaͤllt, sonst aber 5 bis 10 Jahre Galeere zu erwarten hat. Nun fand vor ungefaͤhr 14 Monaten zwischen zwei Gardes du Corps aus adeli⸗ gen Familien ein Duell auf Saͤbel statt, wobei der eine leicht Dieser so wie die beiden Sekundanten wurden sogleich eingezogen; der andere fluͤchtete sich nach Frankreich, kehrte aber nach einiger Zeit zuruͤck und stellte sich freiwillig, um das Loos seiner Kameraden zu theilen. Nachdem sie nun die
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ganze Zeit uͤber im Gefaͤngnisse gesessen, wurde ihnen vor einigen
Tagen das Urtheil gesprochen: alle vier wurden zu achtjaͤhriger Die zahlreich ver⸗ sammelten Zuhoͤrer vernahmen diese Sentenz mit sichtbarem Un⸗ willen; Zischen und Murren wurde hoͤrbör. Da dies der erste Fall ist, der seit der Verschaͤrfung der Gesetze vorkam, so wird er vermuthlich als warnendes Beispiel gehandhabt werden; doch hofft man, daß der Koͤnig nach Verlauf einiger Jahre Gnade uͤber sie ergehen lassen werde, um so mehr, als der Vater des
einen in der taͤglichen Umgebung Sr. Majestaͤt ist.
Spanien.
111““ Die Regierung veroͤffentlicht folgende Der Un⸗
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Paris, telegraphischen Depeschen: IJ. Bayonne, 28. Juni. terpraͤfect von Bayonne an den Minister des In⸗ nern. Die Vormundschaft ist in der Sitzung der Deputirten⸗ kammer vom 23. mit einer Majoritaͤt von 129 Stimmen gegen 1 fuͤr vacant erklaͤrt woͤrden. w
II. Bayonne, 29. Juni. Der Unterpraͤfeect von Bayonne an den Minister des Innnern. In der Sitzung vom 25. hat die Kommissson des Senats, mit einer Masoritéͤt von 3 Stimmen gegen 2, vorgeschlagen, die Vermundschaft fuͤr. vacant zu erklaͤren.
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Portugal. 80 Lissabon, 21. Juni. (Eng. Bl.) Die Anzeige von der Erneimung des Herzogs von Perceita zum Militair⸗ Gouverneur von Lissabon ist noch nicht in der Hofzeitung erschienen, weil nach der Verfassung vorher die Genehmigung des Senats dazu erfor⸗ derlich ist. I
Da Caͤsar Vasconcellos das Kommando uͤber die Lissaboner Munizipal⸗Garde niedergelegt hat, welches er seit mehreren Jahren fuͤhrte, so ist dasselbe dem Bruder des Marguis von Fronteira, Don Carlos de Mascarensas, verliehen worden.
Am 11. d. kam eine Verfassungsfraͤge in, der Deputirten⸗ Kammer zur Verhandlung, naͤmlich ob die beiden Minister des vorigen Kabinets R. F. Magalhans und C. Cabral, die ihre Entlassung genommen hatten, aber wieder zu Ministern ernannt worden waren, sich deshalb einer neuen Waͤhl unterwerfen müß⸗ ten. Die Sache war dem Ausschuß fuͤr die Geset gebumg zux Pruͤfung uͤberwiesen worden. Dieser hatte sich dafuͤr entschieden, daß die beiden Minister ihre Sitze beizubehalten haͤtten. Die Kammer genehmigte diese Entscheidung in Bezug auf Casta Cabral mit 61 gegen und mit Bezug auf R. F. Magalhans mit 74 gegen 11 Stimmen. Der Letztere hatte uͤbri⸗ gens, wie aus den Ernennungs⸗Dekreten hervorgeht, nur einen der beiden Posten niedergelegt, die er bekleidete, naͤmlich das Ministerium des Innern, und die einzige Veraͤnderung in jenem Falle war, daß er doͤfinitiv zum Minister der auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten ernannt wurde, welches Portefeuille er bis⸗ her nur provisorisch inne hatte. Die anderen drei Minister, Aguiar, Avila und Pestana, werden nicht eher mitstimmen koöͤn⸗ nen, bis sie wieder gewaͤhlt sind, doch duͤrfen sie, wie gewoͤhn⸗ lich, in der Kammer erscheinen. Es verdient bemerkt zu werden, daß sich unter den sechs neuen Ministern nur ein einziger Senator befindet, der Graf Villa Real; die uͤbrigen find Deputirten. An die Stelle des Herrn Pestana hat die Deputirten⸗Kam⸗ mre mit 60 unter 87 Stimmen Herrn Jervis deAtruguia zum Vicepraͤsidenten gewaͤhlt, der von der ministeriellen Partei vor⸗ geschlagen war. . .
Es scheint kaum zu bezweifeln, daß das Ministerium, welche s von entschiedenerer Chartistischer Farbe ist, als das vorige, bei allen Fragen, eine bedeutende Majoritaͤt in der Kammer fuͤr sich haben wird. Indeß glaubt man nicht, daß diese Session lange dauern werde. Die Hauptsache, welche die Kammer zu entscheiden hatte, war die Finanz⸗Angelegenheit, und diese Entscheidung hat am 15ten stattgefunden. Die Discussion uͤber den Gesetzentwurf wegen Aufnahme oder vielmehr Ratifizirung der Aufnahme einer tempo⸗ raͤren Anleihe von 660 Contos (150,000 Pfd.), auf Abschlag der Staats⸗ Einkuͤnfte, zur Bezahlung der am 1. Juli faͤlligen Divi⸗ dende der auswaͤrtigen Schuld, siel naͤmlich in der Deputirten⸗ Kammer zu Gunsten dieses Gesetzentwurfes aus; er wurde mit einer Majoritaͤt von 41 Stimmen angenommen, Hing darauf am 18ten auch im Senate durch, exhielt sofort die Koͤnigliche Geneh⸗ migung und wurde am 2isten in der Regierungszeitung publizirt. Diese Anleihe ist. aber zu so nachtheiligen Bedingungen abgeschlos⸗ sen, daß die Darleiher 25 bis 30 pCt. davon haben werden. Der Marschall Saldanha ist von seiner außerordentlichen Mission nach Madxid wieder in⸗Lissabon eingetroffen und wird vermuthlich das Militair⸗Kommando in Porto erhalten. II“ enss besorgte man hier den Ausbruch einer Aehesong Bewegung unter den Truppen, von denen ein Theil damit umgehen soll, die Charte wiederherzustelten; es ist aber bis jetzt noch Alles ruhig geblieben. am⸗ „
Die bekannte Schriftstellerin, Graͤfin Ida Hahn⸗Hahn, kam
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nach Persien beauftragten, Sarim Bei verliehen. —
Ismet Pascha, an die Stelle
vor vierzehn Tagen von Cadix hier an, nachdem sie von Perpig⸗ nan aus die Kuͤstenstaͤdte Spaniens besucht hatte. Hier nahm sie das Sehenswertheste in Augenschein, bestieg auch die Berge von Cintra und kehrte am 13ten d. mit dem Dampfschiff uͤber Gibral⸗ tar wieder nach Perpignan zuruͤck.
Konstantinopel, 16. Juni. (Oest. B.). In den Staats;⸗ Aemtern sind wieder mehrere wichtige Veraͤnderungen vorge⸗ fallen. Die Stelle eines Handelsministers ist abgeschafft, und dem zufolge Said Pascha, welcher sie bisher bekleidete, zum Statthal⸗ ter von Aidin ernannt worden. Die Leitung dieses Departements
wurde einem Nasir (Aufseher) uͤbertragen, und dieses Amt dem
ehemals am Königl. Gkoößbritannischen Hofe als Botschafter ac⸗ cedixt gewesenen, neuerlich mit einer außerordentlichen Sendung . 8 18 1 Der Praͤ⸗ sident des Reichsconseils Saib Pascha wurde zum Kaimakam in Adrianopel ernannt, und durch Arif Bei, bisherigen Staatsrath beim Großwesirate, welcher zum Muschir und Pascha erhoben wurde, ersetzt. An des Letztern Stelle wurde der gegenwaͤrtig in Alexandrien befindliche Davi⸗Nasiri (Justiz⸗Minister) Elhadsch Said Muhid Efendi und dagegen Zihdi Bei zum Davi⸗Rasiri ernannt. — Ueberdies wurde die Statthalterschaft von Rumehien dem bekannten Jussuf Pascha aus Seres und die von Nissa dem es in Folge der letzten Greign in dem dortigen Paschalik abgesetzten Beer. Denenza egge verliehen. — Die Stelle eines Musteschar im Handelsdeparte⸗ ment ist gleichfalls aufgehoben und der bisherige Musteschar Schewki Efendi zum Mitgliede des Reichsraths, Ali Nedschib Pascha hingegen, ehemaliger Kiaja der Sultaninn Walide zum Harbi Nasiri ernannt worden. Fuͤr das Gouvernement von Snida wurde ein neuer Defter⸗ dar in der Person, Edhem⸗Bei's aufgestellt, welcher vor wenigen Tagen auf einer tuͤrkischen Corvette dahin abgegangen ist. — Der Ferik Tajar Pascha, bisher Statthalter von Angora, ist zum Gouver neur von. Jerusalem, welches mit dem dazu gehdri⸗ gen Bezirke kuͤnftighin unter einer abgesoͤnderten, von der Pforte unmittelbar abhaͤngigen, Verwaltung siehen soll, ernannt worden. Der Zweck dieser Maßregel ist, den daselbst ansaͤßigen Christen sowohl als den zum heiligen Grabe reisenden Pilgern in Zukunft einen kraftigeren Schutz zu sichern. Derselbe soll dieser Tage aus Angora, von wo er schon fruͤher zuruͤckberufen war, hier eintreffen. Das Paschalik von Angora wurde dem Pelasli Ismail Pascha verliehen. — Um dem Fuͤrsten des
Lihanon, Emir Beschir el⸗Kassim, die Mittel zu verschaffen, no⸗
thigenfalls seine Anliegen, direkt an die Pforte gelangen zu kassen, söll er, obschon vom Pascha von Salda abhaͤngig, doch gleich den uͤbrigen Statthaltern, einen eigenen Kapu Kiaja (Agenten) in der Hauptstadt haben. Hierzu wurde der Beilikschi⸗Kéßedarf, Sa⸗ nuhi⸗Efendi, der in der Nrabischen Sprache sehr bewandert ist, gewaͤhlt. — Dem Patriarchen der Maroniten, Msor. Jussuf Ha⸗ bgisci, ist gleichfalls die Beguͤnstigung zu Theil geworden, einen
Kapu Kiasa in Konstantinopel zu haben, zu welchen Stelle der
Fhef einer der angesehensten Handelsehaͤufer aus Alerpo, Herr Elias Hava, ven Sr. Hoheit ernannt wurde. — Alle diese Vor⸗ kehrungen beurkunden den aufrichtigen Wunsch der hohen Pforte. ihren christlichen Unterthanen alle moͤglichen Erleichterungen zu