eichneten Staatsmannes wird in der Gesell⸗ en Geschaͤftskreisen allgemein bedauert. Woyna, diesseitiger Giesandter in nen hat 1“ halten, sich unverzuͤglich in temporatrer Missien nach vetersbi 9 83 Sa8 nẽ Baron Meisenbug bleibt mittlerweile Geschaͤftstraͤger zu “ Pofr. Graf Rechberg geht in diesen Tagen als ebe nach Stockholm “ Die Anknuͤpfung unserer diplomatischen Verhaͤltnisse mit Lissabon wird unverzuͤglich statt⸗ inden. Baron Mareschal ist definitiv süt den Gesandschafts⸗ Posten in Portugal ernannt. — Der aus Petersburg eingetrof⸗ fene Oesterreichische Legations⸗Secretair Graf Ingelheim ist fuͤr den Geschaͤftstraͤger⸗Posten in Darmstadt bestimmt. 3
Ihre Majestaͤt die Kaiserin wird im Laufe des morgenden
8 Ihrer Italienischen Reise zuruͤckkehrend, in Schoͤnbrunn
gang dieses ausgez schaft so wie in d
von
Lages v0nn erwaͤrtet. Spanien. “ Madrid, 23. Juni. este Sitzung in dem großen Saale des unvollendeten Theaters del Oriente. Dieser Saal, bisher nur den heitern Festen eines ausgelassenen Karnevals gewidmet, wird nunmehr durch die Auf⸗ fuͤhrung eines ernsten verhaͤngnißvollen Drama's zu seiner kuͤnfti⸗ gen Bestimmung auf eine von Niemanden vorhergesehene Weise eingeweiht. Der erste Akt dieses Drama's, „National⸗Dankbar⸗ keit“ genannt, ward in la Granja, der zweite in Barcelona und Valencia aufgefuͤhrt, der dritte entwickelt sich jetzt vor unsern Au⸗ gen. Im ersten Akte wurde der Koͤnigin Regentin durch die Ge⸗ walt der Bajonette eine Constitution aufgedrungen, im zweiten wurde sie gezwungen, der Regentschaft zu entsagen, und das Land zu verlassen; der Akt, der jetzt vor unsern Augen beginnt, wird uns zeigen, auf welche Weise man das letzte sichtbare Band zer⸗ reist, welches die Koͤnigliche Mutter noch an ihre Toͤchter fesselt. Auch das zarte, unsichtbare, das die Herzen an einander suͤgt, zu zerschneiden, werden die neuen Umgebungen der Koͤniglichen Waisen bemuͤht seyn. Moͤchte doch Europa der Entwick⸗ lung dieses Drama's einen theilnehmenden Blick zuwenden! Die bitterste aller Qualen wird uͤber ein muͤtterliches Herz ver⸗ haͤngt, indem die verbannte Koͤnigin aus der Ferne zusehen muß, wie ihre verwaisten Toͤchter vergeblich ihre Haͤnde nach ihr aus⸗ strecken, und unter die Obhut von Maͤnnern gestellt werden, die von jeher gegen ihre Koͤniglichen Aeltern feindlich gesinnt waren. Um dieses Strafurtheil zu verhaͤngen, ist es fuͤr die Richter zur Nothwendigkeit geworden, nicht nur sich uͤber alle Vorschriften des Rechts und uͤber die von der Verfassung gezogenen Schran⸗ ken hinwegzusetzen, sondern sogar offenkundige Thatsachen abzu⸗ laäugnen. Sie sind zu gleicher Zeit die Geschwornen und die Richter. So weit erstreckt sich die Gewalt dieser gesetzgebenden Versammlung, daß sie durch eine bloße Erklaͤrung Alles umstöoͤßt. Jedermann weiß, daß die Koͤnigin Mutter kraft des, Art. 60. er Constitution selbst im Besitze der Vormundschaft uͤber ihre Toͤchter ist. Dieser Thatsache zum Trotz traͤgt die Commission des Kongresses darauf an, die Vormundschaft für erledigt zu er⸗ laͤren. Und wo ist der Artikel der Constitution, der den Cortes das Recht beilege, den Vormund seines Amtes zu entsetzen? Mit gleichem Rechte wuͤrden sie den Thron fuͤr erledigt erklaͤren, so wie sie in Sevilla 1823 den Koͤnig Ferdinand VII. suspendirten.
Man sagt, die Koͤnigin Christine koͤnne die Vormundschaft icht beibehalten, weil sie das Land verlassen habe, und so wird ihr auch diese unfreiwillige Auswanderung als Verbrechen ange⸗ echnet, waͤhrend ihr zugleich die Moͤglichkeit der Ruͤckkehr durch die laut gegen sie erhobenen Drohungen und die von der Kom⸗ mission aufgestellte Behauptung, daß sie sich in Widerspruch mit er Nation gesetzt habe, abgeschnitten wird. Man⸗ haͤtte alle Heuchelei bei Seite lassen und gerade heraussagen sollen: „Wir ernennen einen neuen Vormund, weil wir es so wollen, und weil wir stark genug sind, uns uͤber die Gesetze hinwegzusetzen.
Ehe die Deputirten gestern den Antrag der Majoritaͤt der Kommission in Erwaͤgung zogen, wurde das Separat⸗Votum Dlozaga's diskutirt. Dies stimmt zwar mit jenem in der Grund⸗ lage uͤberein, meint aber, der Kongreß muͤsse sich fuͤr jetzt beschraͤnken, sich mit dem Senat uͤber das einzuschlagende fahren zu verstaͤndigen. Herr Olozaga Vereheehigte muͤndlich dieses Votum, indem er darthat, wie es durchaus noch nicht ent⸗ schieden sei, daß die Vormundschaft erledigt waͤre, und daß, falls V der Senat anderer Ansicht sey, ein schwer zu schlichtender Streit V ontstehen wuͤrde. Die Kommission des Senates hat in der That V ör Gutachten noch nicht abgegeben, und ist in sich selbst in Ma⸗ eitaͤt und Minoritaͤt zerfallen. Indessen wurde der Antrag Olozaga's mit großer Stimmen⸗Mehrheit verworfen. Darauf wurde der Antrag des Herrn Luzuriaga diskutirt. „Dieser lautet so: „Der Kongreß moͤge erklaren, 1 daß die Koͤnigin Mutter verhindert sey, die Vormundschaft zu fuͤhren, so lange sie abwesend waͤre; 2) daß eine Person zu ’“ sey, um sie zu ersetzen bis jenes Hinderniß wegfiele. Herr Luzurlgga im vorigen Jahre Praͤsident des Appellations⸗Gerichtes von Barce⸗ long, und spielte bei den September⸗Ereignissen seine Rolle, ließ jedoch gestern der vertriebenen Regentin Gerechtigkeit wiederfah⸗ ren. „Wenn,“ sagte er, „heute die Majoritaͤt der Cortes die Kb— nigin Mutter der Vormundschaft fuͤr verlustigt erklaͤrt, weil sie sich in Widerspruch zu der Nation gesetzt habe, so wüͤrde dies ein schlimmes Beispiel seyn; denn morgen kann eine anders ge⸗ sinnte Majoritaͤt auftreten, nnd den neu ernannten Vormund unter aͤhnlichem Vorwande wieder absetzen.“ Der Redner wies ann darauf hin, daß der Minister Ferrer in seiner den Cortes ͤberreichten Denkschrift ausdruͤcklich erklaͤrt habe, die Abwesenheit der Koͤnigin Mutter sey nur temporaͤr. Deshalb schloß er, sey nur fuͤr die Zeit der Abwesenheit eine Person zu ernennen, um die Vormundschaft im Namen der Koͤnigin Christine zu fuͤhren. „Auf diese Weise“, fuͤgte er hinzu, „vermeiden wir es, eine Fuͤr⸗ stin zu erniedrigen, die uns aus der Erniedrigung gezogen hat, und laßt uns nicht einen Keim der Unzufriedenheit in das Herz unserer Koͤnigin legen, indem wir ihrer Mutter Un⸗ recht zufuͤgen.“ Herr. Gonzalez Bravo, ein junger Mann, der fruͤherhin von Espartero verfolgt wurde, weil er Schmaͤh⸗ chriften auf ihn und auf die Koͤnigin Regentin drucken leß, be—⸗
Graf
Gestern hielt der Kongreß seine
Berlin,
kaͤmpfte diesen Antrag mit einem Aufwande revolutionairer Be⸗ redsamkeit der aller gemeinsten Art. In der That wurde er verworfen, und man schritt darauf zur Discussion des Antrages der Majoritaͤt. Herr Pache co, ein Rechtsgelehrter, der von der Junta von Madrid im vorigen Oktober gewaltsam des Lan⸗ des vderwiesen wurde, weil er an der Redaction des „Correo Na⸗ cioal“ Theil nahm, hielt eine lange, keines Auszugs faͤhige, vor⸗ treffliche Rede, um den Congreß von der Ungerechtigkeit seines Verfahrens zu uͤberzeugen. T Bruͤnde, welche dieser 2 aufstellte, koͤnnen nur durch die rohe Gewalt widerlegt werden. hebrigens hat die Frage uͤber die Vormundschaft den Con⸗ greß abermals in zwei Parteien getheilt, und zwan 1 die Heputirten, welche fuͤr die dreifache Regentschaft stimmten, fuͤr einen Vormund zu stimmen entschlossen sind, die dagegen, welche
Espartero als alleinigen
Regenten aufstellten, es fuͤr schicklicher
den Thieren in solcher Kleinheit,
halten, eine aus mehreren Personen bestehende Vormundschaft
niederzusetzen. Der Regent scheint seine Ansicht zuruͤckzuhalten, um sich nicht gegen eine der beiden Parteien zu kompromittiren. Die Minister erklaͤren sich ebenfalls nicht, weil sie uͤberzeugt sind,
— 3 b 8 1 — daß gerade die Partei unterliegen werde, zu deren Gunsten sie
auftraͤten. Viele Senatoren sollen beschlossen haben, bei der Ab⸗ stimmung wegzubleiben, damit diese wegen Mangel der erforder⸗ lichen Anzahl nicht vorgenommen werden koͤnne. Der Congreß hat beschlossen, von heute an taͤglich zwei Sitzungen, eine von zehn Uhr Morgens bis zwei Uhr Nachmittags, und eine andere von neun bis zwoͤlf Uhr Abends zu halten.
In der Sitzung von diesem Morgen erklaͤrte der Minister⸗ Praͤsident Gonzalez, er sei mit dem von der Maäjoritaͤt der Com⸗ mission abgegebenen Gutachten, welches jetzt discutirt wird, ein⸗ verstanden. 1 “ Von chen Gränze, 23. Juni. ersten Tagen dieses Monats nicht wenig erschreckt, als ploͤtzlich dicht an der bulgarisch⸗serbischen Graͤnze ein Corps von etwa 300 Albanesen zu Fuß und zu Pferde sich lagerte. Es zeigte sich bald, daß ihr Geschaͤft darin bestand, die dortigen Wiesen abmaͤhen zu assen, die noch verschonten christlichen Doͤrfer der Umgegend zu zerstoͤren, das Vieh und Gefluͤgel zu schlachten und die von den Fluͤchtigen etwa vergrabenen Effekten auszuspuͤren und fortzuschlep⸗ pen. Das serbische Gouvernement hat in diesem Ereigniß neuen Anlaß gefunden, den Graͤnzposten bei Alexinezze zu verstaͤrken.
—3.
der Türkis
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. New⸗YPork, 17. Juni. Im Revpraͤsentanten⸗Hause hat
Herr Adams den Widerruf des 21ten Reglements des Hauses
beantragt, wodurch die Einreichung aller auf Abschaffung der Sklaverei bezuͤglichen Petitionen streng untersagt wird. Zum gro⸗ ßen Erstaunen des Hauses entging dieser Antrag der verlangten Beseitigung durch die vorlaͤusige Frage und wird somit wieder zu heftigen und aufregenden Debatten des Hauses Anlaß geben, woraͤus leicht eine neue Stoͤrung der Eintracht zwischen den noͤrdlichen und suͤdlichen Staaten erwachsen kann. Im vorigen
Jahre hatte sich die demokratische Partei mit den gegen die Ab⸗
schaffung der Sklaverei stimmenden Whigs des Suͤdens vereinigt, um diesen Samen der Zwietracht zu ersticken; dieses Jahr aber befolgt sie, wie man behauptet, eine andere Taktik und hat sich mit den fuͤr die Abschaffunz kaͤmpfenden Whigs des Nordens verbuͤndet, um letztere den suͤdlichen Staaten gegenuͤber zu kom⸗ promittiren.
Der Schatz⸗Sekretair, Herr Ewing, nennt es in seinem Fi⸗ nanz⸗Bericht ein schlechtes System, stets eine schwebende Schuld zu unterhalten, und schlaͤgt die Konsolidirung derselben mittelst einer Anleihe vor, deren Tilgung binnen 8 Jahren erfolgen solle.
Was den Tarif anbetrifft, so empfiehlt Herr Ewing foͤrmlich ei⸗
nen Einfuhr-Zoll von 20 pCt. fuͤr alle Waaren, welche jetzt ent— weder gar keinen Zoll oder doch weniger als 20 pCt. bezahlen; eben so foͤrmlich verlangt er die Errichtung einer National⸗Bank, welche der Fiskal⸗Agent der Bundes⸗Regierung werden soll. Bei⸗ laͤäufig bemerkt er, daß die mit Einsammlung der oͤffentlichen Ab⸗ gaben beauftragten Beamten seit 11 Jahren 2,650,500 Dollars
8 veruntreut haͤtten.
—ö
nTE
8 21 5 8 ( ( 8 11 1 „ . I . „ Berlin, 6. Juli. Der vormalige Ober⸗Buͤrgermeister von Regierungsrath von Baͤrensprung, ist am 4ten d. M. nach kurzer Krankheit mit Tode abgegangen.
N 5
— — Breslau, 1. Juli. Lach den Angaben, welche uͤber den vohandenen Schafbestand und uͤber den Woll-Ertrag in der Provinz Schlesien nach der Wollschur alljaͤhrlich eingezogen werden, waren im Jahre 1840, 2,978,741 Stuͤck Schafe vorhan⸗ den, welche einen Woll-Ertrag von 41,483 ¼ Centner einschuͤrige, 10,927 ½ Centner zweischuͤrige, uͤberhaupt 52,410 ¾ Centner Wolle gewaͤhrten. Gegen das verflossene Jahr waren uͤberhaupt 1831 Centner Wolle mehr produzirt worden.
In der Provinz Schlesien ereigneten sich im verflossenen Jahre 396 Brandschaͤden, und zwar in den Staͤdten 55 und auf dem Lande 341. Dabei wurden in den Staͤdten 288 und auf dem Lande 2,369 Gebaͤude aller Art, worunter 1552 Staͤlle, Scheuern und Schuppen begriffen sind, zerstoͤrt. Kirchen waren darunter eine; von oͤffentlichen Gebaͤuden brannten in den Staͤd⸗ ten 3 und 14 auf dem Lande ab. Von den zerstoͤrten Gebaͤuden waren 2104 groͤßtentheils bei provinziellen Sozietaͤten versichert, und wurden 307,546 Rthlr. 12 Sgr. 3 Pf. Brand⸗Bonifikation gezahlt.
Wissenschatt, Kuntt und Literatur
Berlin. Es hat sich beim Grundlegen eines Hinter Gebaͤudes in der Friedrich⸗Wilhelms⸗Stadt in der Tiefe von 14 Fuß unter dem, oben 1 Fuß hoch kuͤnstlich erhoͤhten Gartenboden ein 5 Fuß starkes, mithin tiefer als der jetzige Boden der Spree liegendes bekanntes Lager einer Substanz gefunden, welche die Arbeiter Torf nennen, die auch im nassen Zustande die schwarzbraune Farbe des Torfes hat und trocken als unvortheilhaftes Brenn⸗Material benutzt werden kann. Die von Unterzeichnetem vorgenommene Untersuchung hat ergeben, daß dieses 5 Fuß hohe Lager zur Haͤlfte und hier und da wohl zu mehr als * aus sehe kleinen, dem bloßen Auge voͤllig unsichtbaren, hartschaligen, zierlich gestalteten Thierkoͤrperchen besteht, ganz ver gleichbac den kleinen Kieselschalen, welche das 8 Fuß maͤchtige Lager weißen eßbaren Bergmehles im Dessauischen und das 28 Fuß starke Lager solcher Thierchen unter der Luͤneburger Haide bei Ebsdorf bil⸗ den, nur mit dem hoͤchst merkwuͤedigen Unterschiede, daß jene fossilen Lager aus leeren Schalen todter, vielleicht urweltlicher Thierchen be⸗ stehen, waͤhrend das der Friedrich-Wilhelms⸗Stadt sehr viele lebende Thierchen mit gruͤnen Eierchen und anderen wohl erhaltenen weichen Korpertheilen enthaͤlt. Ferner sind darunter viele bisher nirgends an der Oberflaͤche bei Berlin bemerkte Formen und mehrere dieser nur in halbsalzigen, frischen, nicht fauligen Gewaͤssern in der Naͤhe des Meeres beobachtet sind. Es hat ein vielseitiges wissenschaftliches, vielleicht auch ein ganz nahes technisches Interesse, die wahescheinlich große Ausdehnung dieses bisher unbekannten Vechaͤltnisses von leben⸗ s solcher Menge, solcher Tiefe und unter den Wohnungen der Stadt Berlin genauer in seinen Eigen⸗ thuͤmlichkeiten kennen zu lernen. Bekannt ist, daß ein solches, viel⸗ leicht dasselbe, Torf genannte, Lager vielen Haͤusern der Friedrich⸗ Wilhelms⸗Stadt, von der Marschalls⸗Bruͤcke bis zur Charits, durch
Die Gruͤnde, welche dieser Deputirte allmaͤliges Nachsinken des Unterbaues sehr nachtheilig gewoeden ist
und Einsinkungen neuerbauter großer Hauser bis zum Einsturz ver⸗
anlaßt hat. Auch auf der Friedrichs⸗Stadt, in der Gegend der neuen
Sternwarte, scheinen aͤhnliche Verhaͤltnisse weit verbreitet zu seyn.
so, daß die 1b
Bei der großen Bau⸗Thaͤtigkeit, welche jetzt in Berlin herescht, ware, was sonst sehr kostsyielig und schwierig zu erreichen seyn wuͤrde, durch die Geneigtheit der bauenden Behoͤrden und Eigen⸗
thuͤmer es moglich und leicht, ein wissenschaftliches, zunaͤchst jeden⸗
Deutsche Bewohner von Alexinezze in Serbien wurden in den
falls den Boden worauf wir wohnen, erlaͤuterndes dern. Es erlaubt sich daher der Unterzeichnete 8
Ersuchen an olle Baueigner und Baudicigenten, ihn durch ein ein⸗ faches Billet mit der Stadtpost von tiefern Aufgrabungen der Enze
bis unter solchen Torfschichten waͤhrend der Arbeit selbst ge⸗ faͤlligst in Kenntniß zu setzen, damit er die Schichtenfolge und die
äußeren Verhäaͤltnisse jener Massen mehrseitig in Augenschein neh⸗
men und prüͤfen koͤnne. Vielleicht besitzen auch Hauseigner noch garantirte Proben fruͤherhin aus ihrem Grunde genommenen Tor⸗ fes aus groͤßerer Tiefe und erlauben davon etwa 3 Zoll im Kubik⸗ naß haltende Stuͤcke vergleichen zu koͤnnen.
Berlin, den 5. Juli 1841. Professor Ehrenberg, Französische Straße No. 36.
Interesse zu for⸗
Dauer der Sisenbahnkahrten am 5. Juli 1841.
Abgang Abgang
Zeitdauer A. 42 42 40 8. Abends . . . . 40 8 8 uu. 54 8
Zeitdauer
145
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8 Vormittags..
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Um Uhr Morgens. ..
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Nachmittags Nachmittags
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In der Woche vom 29. Juni bis 5. Juli sind auf der Ber⸗ lin⸗Potsdamer Eisenbahn gefahren: zwischen Berlin und Potsdam 1,971, zwischen Berlin und Steglitz 3914, zusammen 18,885 Per⸗ onen.
B ö r 1841.
B 868
Den 6. Juli Pr. Brief. CGeld. 104 ½ 1033. 102 ½ 1012
3 Cour. Pr.
Brief.
Cour.
Geld.
St. Schuld -Sch. 1 Pr. Engl. Obl. 30. 4
Prüm. Sch.
Artiecn. Brl. Pots. Ersenb.
do. do. Prior. Act.
126 103 102 ¼ 105 102 ½ 96
103 ¼
der 70921
“ 110 103⁷ 100
Megd Lpz. Eisenb. † do. do. Prior. Aet. Berl. Anh. Eisenb. do. do. Prior Act. 18 Düss. Elh. Eisenb. 102 ½ do. do. Prior. Act. 106 “ 102 ½ Gold 103 ¼ Friedrichsd'or
103
Seebandlung. V Kurm. Schuldv. ⸗ Berl. Stadt-Obl. Elhbinger do. V
Dauz. do. in Th.
Westp. Pfandbr. 3 ¼ Grossh. Pos. Ostpr. Pfandbr.
Pomm.
do. 211 13 *
al marco dlo. Andre Goldmün- zen à 5 Th. 8* Disconto I . 4 Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brief. Geld. 139 138 ½ 1497* 148 ½
ILKur- u. Neum. do. *
Schlesische do.
66ö
Amsterdam Kurz do.
llamburg
t. 3 Mt. 2 Mt. 2 Mt.
2 hlt. 2 8 2 8
do. London . 79 b“ — e“ 10] 2 99
100
991 1 2 ⅛
Thlr. Thlr. V SRbI.
t.
Tage
Leipzig in Courant im 14 Thl. Puss . . X“ Petersburg %%¾
t. Woch.
Börsen. Niederl. wirkl. Schuld
8 3 Passive. 5 16.
Auswärtige
Amsterdam, 2. Juli. Kanz. Bill. 24 j. 5 ⁰ Span. 208 Präm. Pol. Oesterr. 103 134.
Antw erpen, 1. Juli. Zinsl. 5 ½. Anl. 20 ½⅞.
Frankfurt a. M., 3. Juli. Oosterr. 5 % Met. 105 ¼ G. 2 ½ % 56 Br. 1½ 24 G. naux-Act. 1992. 1990. Partial-Obl. 2s zu 500 Pl. 134. 134 8 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 82* 6. 4 9 Kul. 10¹8 88 Poln. Loose 71 ⅔ . 59 Suan. Anl. 22. 21. 2 ½ Iloll. 50 ⅞. 50 99. 8
Eisenbahn -Avctien. hnkes —. München -Augsburg 87 G. Dresden 100 Br. Aachen 100 Be. 1“ ris. II 5 ½ Rente iin cour. 115. 50. 3⁰ 50. 5 Neapl.] au compt. 102. 10. 5 ³ Span. Fteht.
Wien, 1. Juli. 5 % Met.
32 2 15 —. Bank - Actien 1620. b 1839 106⁄. 2 0
Königliche Schauspiele. Juli. Im Schauspielhause: Die Brand⸗
Mittwoch, 7. schatzung, Lustspiel in 1 Akt. Hierauf: Die feindlichen Bruͤder, Abthl., von E. Raupach.
Possenspiel in 3 3 deim O. Ful 3 8 Di 5¹ 2 erstag, den 9. Juli. Im Opernhause: Die Nacht⸗ Abthl., mit Tanz. Musik von Bellini.
51 13 5 2 51495. 5 ⅞ do. 100 7¼. Zinsl.
Ausg. —. —Preonha.
Sch. —
Neue 0 4
972GC. I.00s80 29 do. St.
Germain —. Ufer
Leipzig
Versailles rechtes Strassburg - Basel 240 6G.
do. Köln
fHlun
Passive 5 2—
Rente
23.
counr.
——
161.
01 0
106. 4 9¼ 96 ½. Aul. de 1831 133.
wandlerin, Oper in 3 57. 56 1 8 ; 1 8 . 1 (Mad. Gentiluomo, vom Koͤnigl. Hoftheater zu Hannover: Armine, als Gastrolle.)
. Freitag, 9. Juli. Im Opernhause: Das erste Debut, komi⸗ sches Gemaͤlde in 2 Abth. Hierauf, auf Begehren: Robert und Bertram, pantomimisches Ballet in 2 Abth., von Hoguet.
Königstftädtisches Theater.
Mittwoch, 7. Juli. (Achtundzwanzigste Italiaͤnische Opern⸗
Vorstellung.) Gemma di Vergi. Opera in 3 Atti. Pocsia del Signor Bidera. Musica del Maestro Gactano Donizetti.
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester-Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.
Textbuͤcher, in Italiaͤnischer und Deutscher Sprache, sind im Billet⸗Verkauf⸗Buͤreau und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben. 6
Der Anfang der Italiaͤnischen Opern⸗Vorstellungen ist um halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr gedffnet.
Donnerstag, 8. Juli. Das bemooste Haupt, oder Israel. Lustspiel in 4 Akten, von Roderich Benedix. Marktpreile vom Getraide,.
Berlin, den 3. Juli 18. Zu Lande: Weizen 2 Rthlr.; Roggen ntehlr auch 1 Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf.; große Gerste 27 Sar. 27 Sgr. 6 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf. 8
Zu Wgsser: Weizen (weißer) 2 Rthlr. 10 7 Sgr. 6 Pf. und 2 Rthlr. 5 Sgr.; guch 1 Rthlr. 8 Sgr. 9 Pf.; FK Erbsen 1 Rthlr. 15 Sgr., a Sorte).
Der lange
IWEfel
Sgr., auch 2 Rthlr. 3 Roggen 1 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf., Hafer 26 Sgr. 3 Pf., auch 25 Sgr.; gauch 1 Rthlr. 12 Sge. 0 Pf. (schlechte
er Seg Sonnabend, den 3. Juli 1841. 1“ Schock Stroh 7 Rihlr. 10 Sgr., auch 6 Rthlr. 7 Sgr. Pf. Der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rthlr.
6 —, — Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der D eckerschen
Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage
das ganz vüase 1
40
Großbritanien und Irland.
London, 30. Juni. Die Koͤnigin der Belgier hat der Koͤnigin Victoria eine Menge kostbares Kinderzeug, meist aus Spitzen von Valenciennes und Bruͤssel verfertigt und von ihrer eigenen Hand praͤchtig gestickt, fuͤr die Kronprinzessin mitgebracht.
Der Buchhaͤndler Moxon wurde vor einigen Tagen von den Geschworenen der Gotteslaͤsterung schuldig erklaͤrt, weil er eine neue Auflage von Shelley'’s „Queen Mab“ veranstaltet hat.
Auf der Kuͤnst⸗Ausstellung der Koͤniglichen Akademie wurde dieser Tage eine Schandthat begangen, welche allgemeine Ent⸗ ruͤstung erregt hat. Als die Portiers naͤmlich gegen Abend durch die Saͤle gingen, um sich zu uͤberzeugen, daß alle Besucher fort seyen, glaubten sie auf einem Gemaͤlde von Simpson Staub zu erblicken, fanden aber bei naͤherer Besichtigung, daß irgend ein Schuft die Augen saͤmmtlicher Figuren auf dem Gemaͤlde ausge⸗ kratzt hatte. Bei genauer Durchsicht fand sich, daß auch an drei Gemaͤlden anderer Kuͤnstler dasselbe Bubenstuͤck begangen worden war. Drei von diesen vier Stuͤcken hofft man restauriren zu koͤnnen, bei dem vierten zu stark beschaͤdigten wird dies schwerlich angehen. Es sollen jetzt, um das zu nahe Herantreten an die Gemäͤlde zu verhindern, Riegel gezogen und uͤberdies die Aufsicht
bedeutend geschaͤrft werden.
““ Belgien. h-“
Brüssel, 29. Juni. Das Mémorial de la Sambre giebt folgende, heute in die hiesigen Blaͤtter uͤbergegangene Nach⸗ richt: Waͤhrend der juͤngsten Anwesenheit des Koͤnig Leopold in Paris soll das franzoͤsische Ministerium ihm den Vorschlag ge⸗
macht haben, einen Handels⸗ und Zoll⸗Vertrag zwischen Frank⸗ reich und Belgien unter nachstehenden Bedingungen abzuschließen: 1) Aufhebung der Zoll⸗Linie zwischen Frankreich und Belgien und
demgemaͤß Einfuͤhrung freien Verkehrs zwischen den beiden Laͤn—
dern in Bezug auf alle Erzeugnisse derselben, welcher Art sie seyen; 2) Verlegung der Zoll⸗Linie an die deutsche und hollaͤndische Graͤnze; 3) das Recht der Ernennung und Absetzung des Per⸗ sonals der Zoll⸗Verwaltung wird ausschließlich Frankreich zuge— standen; 4) Belgien erhaͤlt den Netto⸗Ertrag des an seinen Graͤn⸗ zen erhobenen Zolles und außerdem noch den Betrag eines Vier⸗ tels dieses Zolles, so daß wenn der Ertrag acht Millionen ist, der Belgische Schatz zehn Millionen empfaͤngt. — Das Franzoͤsische Ministerium soll erklaͤrt haben, daß es sich der Zustimmung der Franzoͤsischen Kammern zu einem solchen Vertrage versichert halte und Koͤnig Leopold seinerseits hat versprochen, die Sache
27
in Ueberlegung nehmen zu wollen.
Dänemark.
Kopenhagen, 30. Juni. Se. Masjestaͤt der Koͤnig be⸗ fanden sich gestern wohl und haben diese Nacht gut geschlafen; die Geschwulst im Bein ist im Abnehmen und Se. Majestaͤt haben weder Fieber noch Schmerzen.
Auf Veranlassung des Kroͤnungs⸗Tages hat der Koͤnig 50 sogenannte Sklaven in Kopenhagens Festung und einige 20 Ge⸗ fangene im Zuchthause begnadigt.
Italien.
Livorno, 23. Juni. (A. Z.) An Bord des unfern des Insel Elba untergegangenen Dampfbootes „Pollux“ sollen sich starke Baarschaften von Rothschild aus Neapel befunden haben.
Der „Monte Gibello“ hat den Prinzen von Canino, von Genua fommend, nach Civita⸗Vecchia gebracht, so wie mehrere der Rei⸗ enden des zu Grunde gegangenen Dampfbootes. Unter Letzteren
Bekanntmachungen.
b 1“ Die im Conitzer Kreise gelegenen freien Allodial⸗
Ritterguͤter
Ziethen No. 201., Lissau No. 102. und zwei Antheile an dem Gute Zawade No. 196. A. und B. zufolge der nebst dem neuesten Hypothekenscheine in hie⸗ siger Registratur einzusehenden Tarxe landschaftlich auf 63,065 Thlr. 13 sgr. 4 pf. abgeschaͤtzt, sollen in termino den 25. August c., 11 Uhr Vormittags, an hiesiger Gerichtsstelle oͤffentlich subhastirt werden.
Zugleich werden die ihrem Aufenthalte nach unbe⸗ kannten Real⸗Interessenten, namentlich die Geschwister Wittmuͤtz, Bertha, Carl und Moritz, als hypothekarische Glaͤubiger, zu dem anstehenden Termine Behufs Wahr nehmung ihrer Gerechtsame bei Vermeidung der Praͤ⸗ klusion hierdurch vorgeladen.
Marienwerder, den 16. Januar 1841.
Civil⸗Senat des Koͤnigl. Ober-⸗Landesgerichts.
Notifikatorium. . Auf den Antrag der Erben des Ritterguts⸗Besitzers Heinrich Ludwig Reuter und seiner Ehefrau Dorothea, geb. Ignée, sollen folgende zu deren Nachlaß gehoͤrige Grundstuͤcke: G.“ 1) das Rittergut Waldaukadel inel. des dabei befind⸗ lichen Schmiedegrundstuͤcks mit einer Flaͤche nach der neuesten Vermessung von 1420 Morg. 160 R. Preußisch, landschaftlich auf 28,618 Thlr. 1 sgr. 9pf. abgeschaͤtzt; 4 das Bauergut Elluschoͤnen mit einer Flaͤche von 89 Morg. 11 ¶Ruth. Preuß., gerichtlich auf 780 Thlr. abgeschaͤtzt; Morfbruch EW“” mit ege Fägich von 121 Thle. 13 .“ Preuß., gerichtlich auf das Rittergut Ballupoͤnen mit einer Flaͤche nach der neue sten Vermessung von 2597 Morg. 66 R. Pnhabe auf 28,346 Thlr. 10 sgr. 5pf. 19. Juni 1841. eiwilliger Subhastation verkauft nd zwar 8 erseren 3 Bestzunsen, weiche Rieher ganeinschafe
ᷣ
Pachtrecht zu T nen, zu deren 7 am 20. Juli,
aufgefordert.
Beilage zur Allgemeinen Preußi
lich bewirthschaftet worden sind, zusammen in dem guf den 18. August 1841, Vormittags um 11 Uhr, das Rittergut Ballupoͤnen aber in dem auf den 19. Au⸗ gust 1841, Vormittags um 11 Uhr, vor dem Herrn Ober⸗Landesgerichts⸗Assessor Marenski auf dem hiesigen
Diese im Stallupoͤner Kreise I Besitzungen in sind von Gumbinnen etwa 2 Meilen entfernt, ausgezeichneten Gebaͤuden im besten Zustande, worun⸗ ter sich eine Roß⸗, Mahl⸗ und Oelmuͤhle, auch Brau⸗ Altenpleen, und Brennerei befinden, versehen, und ist daselbst bis⸗ her ein edles Gestuͤt und eine feine Schaͤferei von 1500 Stuͤcken gehalten worden. “
Die Taren und Kaufbedingungen sind in unserer Registratur einzusehen und muͤssen die Bieter auf Ein⸗ zahlung einer Summe von 3000 Thlr. in jedem der obigen Termine vorbereitet seyn. 1
Zahlungsfuaͤhige Kaͤufer werden zu diesem Termine hierdurch eingeladen und wird, falls keine anderweiten Hindernisse entgegenstehen, bei annehmbaren Geboten der Zuschlag erfolgen.
Insterburg, den
Civil⸗Senat des Koͤnigl. Ober⸗Landesgerichts.
In Folge des heute erkannten in die Stralsunder Zeitungen ausfuͤhrlich eingeruͤckten Proklams werden diejenigen, welche an die Verlassenschaft des verstor⸗ benen Paͤchters Ludwig Arndt zu Trantow im Allge⸗ meinen und insbesondere an das dazu gehoͤrende Kd rantow Anspruͤche zu haben vermei⸗“ Anmeldung und Nachweisung in den
8 EE1“ 8 bei Vermeidung der Praͤklusion, womit am 21. Sep⸗ tember cr. verfahren werden wird, — auch hiermit
Datum im Koͤnigl. Hofgericht zu Greifswald, den
817
befindet sich auch unser Landsmann, Dr. Alertz, der auf der Reise nach dem noͤrdlichen Italien begriffen war. Er hatte mehrere Stunden in einem offenen schlechten Boot auf dem Meere um⸗ her geschwommen, und ist dem Untergange nur wie durch ein Wunder entgangen. “
Ueber das Sinken des „Pollux“ bringt ein Schreiben aus Marseille folgende naͤhere Angaben. Dieses Dampsschiff, welches von Neapel kam, stieß am 17. Juni, um 11 Uhr Abends, mit dem um 50 Pferdekraͤfte staͤrkeren neapolitanischen Dampfschiff Montegibello, welches seine erste Reise von Marseille nach Nea⸗ pel machte, zwischen Piombino und der Insel Elba, als gerade diese beiden Dampfschiffe mit der groͤßten Schnelligkeit segelten, zusammen. Der Pollux, vom Montegibello in die Quere einge⸗ stoßen, sank unmittelbar unter, und zehn Minuten darauf war von diesem herrlichen Schiffe nichts mehr zu sehen. Die Passa⸗ giere, 4b an der Zahl, bis auf einen, so wie die 45 Mann der Schiffsequipage, konnten sich, wie durch ein Wunder auf den Montegibello retten. Als sich dieses Ungluͤck ereignete, schliefen alle Passagiere, so wie ein Theil der Mannschaft, ganz sorg— los in ihren Cajuͤten. Das Erwachen war fuͤrchterlich; der groͤßte Theil der Matrosen, nur auf ihr Heil bedacht, sprang so— gleich auf den Montegibello hinuͤber, aber der Capitain und einige brave Matrosen beeilten sich, die Passagiere zu retten. Von dem eindringenden Meerwasser bis auf den Hals uͤberschwemmt, ge⸗ lang es doch, alle, bis auf einen alten neapolitanischen Seecapi⸗ tain, zu retten; aber alles Andere auf dem Schiffe wurde eine Beute der Wellen. Reisegepaͤcke, Schiffspapiere, Waaren, 11 Geldpaͤckchen, Alles verschwand mit dem Schiffe. Viele Reisende haben kostbare Habseligkeiten eingebuͤßt, eine englische Dame hatte in ihrem Koffer eine Schatulle, worin sich, nebst vielen werthvol⸗ len Juwelen, 80,000 Franken in Gold befanden. Als der stark beschaͤdigte Montegibello mit seinen halb nackten, mit der Ver— zweiflung ringenden Passagieren sich darauf in den nahen Ha⸗ fen von Porto Longone (auf der Insel Elba) begeben wollte, wurde er daselbst, um die Sanitaͤts-Reglements nicht zu verletzen, zuruͤckgewiesen und mußte in seinem klaͤglichen Zustande wieder nach Livorno zuruͤckkehren, welches er zehn Stunden vorher ver— lassen hatte. Der Neapolitanische Schiffs⸗Capitain, welcher er⸗ trank, wollte noch in die Kajuͤte steigen, um sein Geld mitzuneh- men. Derselbe hatte die Absicht, in Marseille ein Schiff zu kau— fen. Der Verlust, der an den auf dem Schiffe sich befindenden Effekten erlitten worden ist, wird auf 900,000 Fr. berechnet. Na⸗ tuͤrlich ist dabei der Werth des Schiffes nicht inbegriffen. Es zeigt sich, nach genauer Untersuchung, daß beide Schiffe, als sie sich erblickten, das naͤmliche Manoͤver machten, um sich auszuwei⸗ chen, und daher anstoßen mußten.“
11““
Lyk, 17. Juni. (Koͤnigsb. Zeit.) Nachdem in den letzten Tagen das fuͤr den General⸗Lieutenant Frhrn. v. Guͤnther be⸗ stimmte, aus einem gothischen Obelisk bestehende, in der Eisen⸗ gießerei auf der Oberlaak zu Koͤnigsberg gegossene Denkmal, wo⸗ zu der Eisengießerei⸗Inspektor Herr W. Steimmig den Riß ent⸗ worfen hat, hier aufgerichtet worden, wurde dasselbe heute um 11 Uhr Vormittags feierlich enthuͤllt.
Wiltenschatt, Kuntt und Literatur. Berlin. In der Sitzung der geographischen Gesellschaft am 2. Juli c. brachte Herr Dr. Rammelsberg Wagner'’s Ansichten
An snmn
2 27.
April 1841.
der folgenden Termine, als: r9
111
mata, hierdurch aufgefordert.
d 81 NA NI . und ugust d. J. Mor⸗
am 8. November 1833;
829 Moͤller, Praeses.
30. Junt 1835
V
Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.
Von dem unterzeichneten Koͤnigl. Hofgericht werden auf den Antrag der verordneten Vollstrecker des Testa⸗ ments des im Januar d. J. verstorbenen Gutsbesitzers Christoph Friedrich Melms zu Muͤggenhall alle und werden hierdurch nebst ihren Erben oder naͤchsten Ver⸗ Ober⸗Landesgerichte angesetzten Termine. jede, welche an die gesammte Verlassenschaft desselben, wandten aufgefordert, sich binnen 9 Monaten und
G bnel specie an die resp. im Grimmer und Franzburger spaͤtestens in dem auf mit Kreise belegenen, dazu gehoͤrenden Guͤter Behrenwalde, den 29. Dezember c., Vormittags 10 Uhr, Koitenhagen, Steinfelt, Wendisch⸗Baggendorff und vor dem Deputirten, Herrn Land⸗ 8
ferner an die von dem defuncto schon bei seinen Leb⸗ anstehenden Termine entweder in zeiten an zwei seiner Kinder in Anrechnung auf ihr seinen zulaͤssigen Bevollmaͤchtigten kuͤnftiges Erbtheil uͤberlassenen Guͤter Starkow nebst hiesigen Justiz⸗Kommissarien, von denen in ermangeln⸗ Vorwerk Duͤwelsdamm und Wiebkenhagen, ien
desgleichen an die zu Ostern k. J. ablanfenden, im Koch und Justizrath Roͤtger vorgeschlagen werden, zu Besitze des Erblassers gewesenen Pachtrechte der Do⸗ melden und ihr Erbrecht gehoͤrig nachzuweisen, sonst manialguͤter Muͤggenhall und Gersdin, 1 sowie endlich an die zu den Guͤtern Behrenwalde, Erblasser als herrenloses Gut dem Koͤnigl. Fiskus zu⸗ Koitenhagen, Steinfelt, Muͤggenhall und Gersdin ge⸗ hoͤrigen Inventarien nebst Saaten und Ackerarbeiten,
aus irgend einem Grunde Rechtens Forderungen und Anspruͤche haben oder machen zu koͤnnen vermei⸗ nen, zu deren Anmeldung und Beglaubigung in einem
Juli und 10. August d. Is., Morgens 10 Uhr, vor dem Koͤnigl. Hofgerichte, bei Vermeidung der am 31. August cr. zu erkennenden Praͤklusion, unter Bezugnahme auf die den Stral⸗ sundischen Zeitungen in extenso inserirten Prokla⸗
Datum Greifswald, den 20. Mai 1841. nigl. Preuß. Hofgericht von Pommern u. Ruͤgen. 18kS b
2) des Hutmachergesellen Christian Bader von hier, gestorben zu Augsburg am 2. D 3) des Buchdruckers Christian Wilhelm Albert Hoͤber von hier, durch rechtskraͤftiges Erkenntniß vom fuͤr todt erklaͤrt;
zember 1831;
aus Kaͤthnten zur Ansicht, und sprach uͤber dieselben nach eigener Anschauung. Herr Mahlmann legte brieflich mitgetheilte meteo⸗ rologische Beobachtungen der Herren Carlini, Capelli u. A. in Mai⸗ land, so wie eine Anzahl Berichtigungen fruͤher mitgetheilter Beob⸗ achtungen daselbst vor. Darauf sprach er uͤber Hare’'s Ansichten uͤber das Phaͤnomen der Wasserhosen nach einem der Mémoires der amer. philos. Soc. und zeigte dann eine von ihm bearbeitete Karte der Isothermen vor, deren Eigenthuͤmliches und von anderen Kar⸗ ten Abweichendes er hervorhob und rechtfertigte. Endlich uͤbergab er als Geschenk Namens seines Herrn Bruders eine von demselben litho⸗ graphirte Karte des Regierungs⸗Bezirks Gumbinnen. — Herr Rit⸗ ter legte Admiral Wrangel's Abbildungen von Polarlichtern vor, und begleitete sie mit Bemerkungen. Sodann sprach er, nach neuen Mittheilungen, uͤber die ungewoͤhnlichen Eismassen des Atlan⸗ tischen Oecans im gegenwaͤrtigen Jahre. Besonderer Aufforderung zufolge, setzte er darauf die fruͤher abgebrochene Schilderung seiner Reise durch Norwegen fort. Herr Dove brachte eine von ihm beendigte Abhandlung zur Kenntniß der Gesellschaft: „Ueber die Abweichungen der Waͤrme von dem Normalmittel, nach welcher das Quantum der Waͤrme zu allen Zeiten dasselbe ist, und nur die Vertheilung derselben wechselt.“ Er theilte das Wesentlichste uͤber den Inhalt und die gebrauchten Huͤlfsmittel mit. Hr. Dr. Wol⸗ fers sprach uͤber die bevorstehende Sonnenfinsterniß am 18. Juli. Herr Ritter trug Nachrichten des Herrn Dr. H. Koͤler uͤber die Eingebornen von St. Vinzenz⸗Golf in Suͤd⸗Australien nach dessen schriftlichen, auf eigene Ansichten gestuͤtzten Mittheilungen vor. Als Geschenke der Herrn Verfasser wurden uͤbergeben: Herrn v. Sydow's Schulkarte der ganzen Erde mit dem Begleitworte zum Wand⸗Atlas, liste Abtheilung. Dessen Karte von Thuͤringen und dem Harze mit einer Erlaͤuterung. — Ausfuͤhrliche geographisch⸗statistisch⸗topogra⸗ phische Beschreibung des Regierungsbezirkes Erfurt von C. A. No⸗ back. — Vandermaelen Epistémonomie ou tables générales d'indica- tions des connaissances humaines. — Dubois' großes Werk uͤber den Kaukasus wurde zur Ansicht vorgelegt. v
Berlin, 3. Juli. Im großen Saal der Akademie der Kuͤnste findet sich gegenwaͤrtig ein Altarbild von Julius Huͤbner aus⸗ gestellt, bestimmt fuͤr die Marien⸗ oder sogenannte Markt⸗Kirche in Halle., Seiner Dimenston nach gehoͤrt das Bild zu dem bedeu⸗ tendsten, was aus der Duͤsseldorfer Schule hervorgegangen ist, und Gleiches gilt von dem Ernst des kirchlichen Styls. Im Sinne ei⸗ ner protestantischen Kirche stellt es den lehrenden Christus dar, und zwar hat der Kuͤnstler hier an einen bestimmten Gegenstand der Lehre gedacht: eine im Vordergrunde stehende Lilie, welche der Schooßjuͤnger so eben zu pfluͤcken im Begriff ist, deutet die Bezie⸗ hung auf die Stelle des Evangeliums an: „Sehet die Lilien auf dem Felde“. Zuhoͤrend und andaͤchtig theilnehmend, sind die Juͤn⸗ ger des Erloͤsers und Maͤnner aus dem Volk um ihn versammelt; neben dem Heiland die Mutter Maria, voll tiefen Nachdenkens an dem Wort des Sohnes hangend. Die Haupt⸗Figur inmitten des Bildes spricht Wuͤrde und Milde aus; schoͤne Charakterkoͤpfe und edle Gestalten erblickt man unter der zuhodrenden Gemeinde, und eine Mutter mit ihren Kindern, welche der Lehrer der Menschheit vor Allen zu sich rief, giebt dem Bilde neben seinem Ernst zugleich jene kindliche Einfalt und Unbefangenheit, die in einer christlichen Darstellung nie fehlen sollte. Das gediegene Bild, das mit Hin⸗ gebung und Fleiß gemalt ist, wird durch den darin waltenden Sinn, durch architektonische Anordnung, durch die Ruhe und Klarheit der Grupven und durch ein wohlthuendes Tageslicht an dem heili⸗ gen Ort sicherlich der hohen Bestimmung eisses Aleavb;das ,es . chen, wofuͤr denn auch die Groͤße, die Form und der reiche Schmuck von Bildwerk wohl berechnet worden: an dem Rahmen ist oberhalb nach der Zeichnung des Kuͤnstlers ein schoͤner Baldachin angebracht, so daß er sich kroͤnend uͤber dem Haupte des Heilands erhebt, und an den Seiten schließen sich volle Arabesken an, letztere in Zink⸗ guß, ersterer in Holz geschnitzt, alles in echter 18“ 8
40) der Wittwe des Tuͤnchers Conrad Seifarth (auch Seyfart, Seifert und Seyfert), Friederike gebornen Meidrodt (auch Meidrott), von hier, gestoͤrben am 2. Dezember 1839;
und Stadtgerichts⸗ Stadtgerichtsstelle Person oder durch aus der Zahl der
Rath Lozzen, an hiesiger Land⸗ und
der Bekanntschaft die Herren Justiz⸗Kommissarien Dr.
aber zu gewaͤrtigen, daß das Vermoͤgen der genannten gesprochen werden wird. Erfurt, am 28. Januar 1841. Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Staͤdtgericht. v. Koͤnen.
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Ueber das hauptsaͤchlich aus ausstehenden Forderun⸗ gen, zum Betrage von etwa 560 Thlr., bestehende Ver⸗ moͤgen des Kaufmanns Friedrich Adolph Kersten ist der Konkurs eroͤffnet worden. Es werden daher alle diejenigen, welche an denselben Anspruͤche zu haben vermeinen, hierdurch oͤffentlich vorgeladen, in dem
am 10. August c., Vormittags 11 Uhr, auf dem hiesigen Gerichtshause vor dem Herrn Kam⸗ mergerichts⸗-Assessor Engel anstehenden Liquidations⸗ Termine persoͤnlich oder durch einen legitimirten Be⸗ vollmaͤchtigten, wozu ihnen der Justiz⸗Kommissarius
g. 18 FSeichtmagyer hierselbst vorgeschlagen wird, zu erscheinen Die unbekannten Erben der nachgenannten Erblasser: 1) des Ernst August Kerst zu Walschleben, gestorben
und ihre Anspruͤche geltend zu machen, bei ihrem Au bleiben oder unterlassener Anmeldung ihrer Anspruͤche aber zu gewaͤrtigen, daß sie mit allen etwanigen An⸗ spruͤchen an die Konkursmasse praͤkludirt werden sollen und ihnen deshalb gegen die uͤbrigen Glaääubiger ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird. Culm, den 14. Mai 1841. 8 1 Koͤnigl. Preuß. Land⸗ und Stadtgericht.
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