1841 / 189 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Jean), und Codorniu (Arzt des Regen⸗

ten), traͤgt darauf an, die Vormundschaft fuͤr erledigt 2 und zu der Wahl eines neuen Vormundes zu schreiten. Die Mi⸗ noritaͤt, bestehend aus dem Grafen Pinofiel (Justiz⸗Minister als Ferdinand III. auf dem Krankenbette Femne Gemahlin an die Spitze der Regierung rief). und Alvarez Pestana, ist der Ansicht, daß man, ohne die Constitution mit Fuͤßen zu tre⸗ ten, der Königin Mutter die Vormundschaft nicht entziehen koͤnne, und also erklaͤren muͤsse, der Gegenstand sey nicht zur Diskussion zu stellen. Das Gutachten der Minoritaͤt wird zuerst, und zwar am 30sten, debattirt werden. In der That scheint man zu be⸗ fuͤrchten, daß eine Anzahl Senatoren sich nicht einstellen werden, um dadurch die Abstimmung unmoͤglich zu machen. Um der Aus⸗ fuͤhrung dieser Absicht vorzubeugen, trug gestern der Senator Lafana darauf an, daß bis zur erfolgten Abstimmung uͤber die Vormundschafts⸗Frage kein Senator Urlaub erhalten solle.

Vorgestern machten mehrere Deputirte im Kongresse den Antrag, die Nationalguͤter, welche der Staatsschuid als Unter⸗ pfand dienen, unter die unbemittelten Klassen zu vertheilen, und den Werth der Staatspapiere auf den Cours herabzusetzen, den sie gegenwaͤrtig an der Boͤrse haben. Dieser Antrag wurde zwar verworfen, indessen sagt ein hiesiges Blatt, welches durchaus keine systematische Opposition gegen das Ministerium macht: „Was werden die fremden Nationen von uns sagen, wenn sie solchen Unsinn erfahren? Welch Urtheil wird man uͤber den Zustand eines Landes faͤllen, in dem die Regierung den Aufruhr unbe⸗ straft laͤßt, und es Deputirte giebt, die auf den schmaͤhlichsten Bankerott antragen?“ Ueberhaupt scheut sich die hiesige Presse nicht, die Vertreter der Spanischen Nation mit richtigem Maaße zu messen, wie Ihnen auch eine Stelle aus dem Congrejo (so, Krebse, nennt man hier die Moderirten) von vorgestern beweisen mag (s. unten). In der gestrigen Sitzung des Congresses kam es auch zussehr heftigen Debatten uͤber die baskischen Provinzen. Herr Sagasti, Deputirter fuͤr Navarra, aber entschiedener Feind der Fue⸗ ros, verlangte von der Regierung Aufklaͤrungen uͤber den Zu⸗ stand jener Provinzen, deren Einwohner, seiner Ansicht nach, ge⸗ neigt waͤren, in foͤrmlichen Aufruhr der uͤbrigen Nation entge⸗ genzutreten. Ein Deputirter von Biscaga erklaͤrte dies fuͤr eine schaͤndliche Verlaͤumdung. Auch der Minister⸗Praͤsident nahm an dieser Verhandlung Theil. Er behauptete dier Regierung habe Kraft genug, um in den baskischen Provinzen die konstitutionelle Einheit und den Frieden aufrecht zu halten. Sie haͤtte bereits einen von dem Kriegsminister abhaͤngigen General⸗Capitain und Richter erster Instanz fuͤr dieselben ernannt, die Deputirten von dort angehoͤrt, und eine Junta niedergesetzt, um die streitigen Fragen zu erledigen. Man ging dann auf einen anderen Gegen⸗ stand uͤber.

Die Huͤlfs⸗Legion von Oporto, die im Laufe des Krieges von 15,000 auf 3000 Mann zusammengeschmolzen war, erhielt vor kurzem von der Regierung den Besehl, sich aufzuldsen. Da aber die Soldaten sehr betraͤchtliche Ruͤckstaͤnde an Sold zu fordern haben, und man sie mit einer zweimonatlichen Losung absinden wollte, so weigerten sie sich, die Waffen abzugeben, bis man sie zufriedengestellt haben wuͤrde. Darauf ist der in Valencia kom⸗ mmandirende General Hoyos mit seiner ganzen Armee gegen sie ssie stehen in der Provinz Castellon ausgeruͤckt, und vielleicht wird man sich ihrer auf blutige Weise entledigen.

Der vor ein Kriegsgericht gestellte Gouverneur von Carta⸗ gena, Odaly, beruft sich nun auf einen ihm ven der Regierung fruͤherhin ertheilten Befehl, auf keinen Fall Gebrauch von den Waffen zu machen. Es scheint, daß Mendizabal als Minister— Praͤsident 1835 diesen Befehl ausfertigte.

Gestern hat auch der Senat ganz auf dieselbe Weise wie der Kongreß die Regierung ermaͤchtigt, die neuen Tarife in Wirk⸗ samkeit zu setzen. Sobald sie gedruckt seyn werden, denke ich Ih⸗ nen ausfuͤhrlicher uͤber ihren Inhalt zu berichten. Fuͤr jetzt hebe ch nur folgende Punkte hervor. Der Tarif besteht aus 4 Thei⸗ en: 4) Der fuͤr die Einfuhr aus der Fremde; 2) der fuͤr die Einsuhr aus Amerika; 3) der fuͤr die Einfuhr aus Asien; und der fuͤr die Ausfuhr. Fuͤr jeden Artikel der Einfuhr (Gold und Silber ausgenommen) und fuͤr jeden Artikel, der bei der Ausfuhr Zoll entrichtet, ist, wie bisher, ein Differenz⸗Zoll zu Gunsten der Spanischen Flagge festgesetzt. Die Einfuhr zu Lande, gleichviel ob durch Einheimische oder durch Fremde, wird so be— trachtet, als ob sie unter fremder Flagge geschehe, nicht aber die Ausfuhr. Bei der Einfuhr selbst wird zugleich eine Consumtions⸗ Steuer und 6 pCt. von dem Betrage des Zolls neben diesem er⸗ legt, und dagegen die Accise in den Staͤdten (derecho de puertas) aufgehoben, so daß die Circulation im Innern ganz frei seyn wird. Das Recht, welches zweimastigen Schiffen fremder Flagge bisher zustand, ihre Declarationen binnen fuͤnf Tagen, nach dem sie vor Anker gegangen sind, zu berichtigen, wird aufgehoben. Da aber dieses Vorrecht an England und Frankreich traktatenmaͤßig eingeraͤumt ist, so haben diese Maͤchte gegen die beabsichtigte Auf⸗ hebung Einwendungen gemacht. Damit ein Schiff fuͤr Spanisch elte, und des Vortheiles dieser Flagge genießen koͤnne, muͤssen der Eigenthüͤmer, der Capitain, der Steuermann, der Ober⸗Boots⸗ nann und zwei Drittel der Schiffsmannschaft Spanier seyn. Waaren, die unter fremder Flagge von Amerika aus in die Halb⸗ insel eingefuͤhrt werden, bezahlen das Doppelte des Zolls, mit wel⸗ chem sie belastet sind, wenu sie unter Spanischer Flagge kommen. Natur⸗ und Industrie⸗Crzeugnisse der Philippinischen Inseln duͤr⸗ sfen nur unter Spanischer Flagge in die Halbinsel eingefuͤhrt wer— den. Fuͤr verbotene Waaren finden durchaus keine Depots statt.

Die oben erwaͤhnte Stelle des Cangrejo vom 24. Juni lautet, wie folgt: „Der Pallast des Kongresses (fruͤher⸗

(designirtem Bischof von

Bekanntmachungen.

1841 Bekanntmachung.

Aufnahme der Vertraͤge und der freiwilligen Gerichtsbarkeit, welche die der Ge⸗g ust 1841,

nommen zwei Mitglieder des Gerichts abgeord⸗ net sind, welche jene Handlungen der freiwilligen (L. S.) Gerichtsbarkeit von den in den Vormittagsstunden von 9 bis 12 Uhr sich meldenden Interessenten auf der Hypothekenstube im Rathhause, Koͤnigsstraße— Nr. 15, aufnehmen. Berlin, den 2. Juli 1841. Koͤnigliches Stadtgericht hiesiger Residenzien.

Edieket. Von dem Herzoglichen

hin eiue

gezeigt, daß,

macht, daß bei der mit dem Edikte vom 7. Jaͤnnerjund w ung 1 Juni 1841 bestimmt gewesenen Fah rbillets, gegen Ertheilung des Eisen⸗ 1 8 1b e der zur Fuͤrst Eduard bahn⸗Garantiescheines, zu denna chstehen⸗

Das unterzeichnete Stadtgericht bringt hierdurch von Lichnowskyschen Konkursmasse gehdrigen Herr⸗den Saͤtzen na ch dem Bahnhofe zur Kenntniß seiner Gerichtseingesessenen, daß zursschaft Graͤtz 88 8 8 1 8 1

1841 auf den 30. 8 Tagsatzung wegen Veraͤußerung

anderer Handlungen demnach bei der zweiten und letzten auf den 31. Au⸗ ligen 2 t Vormittags um 9 Uhr, bestimm⸗ richtsbarkeit desselben unterworfenen Grundstuͤcke ve⸗sten Tagsatzung unter den dor zgedruͤckten Be— ’1 eit d 3 fr len C 1 en Tag r den dort ausgedruͤckten Be⸗ treffen, taͤglich den Dienstag jeder Woche ausge⸗ dingungen sein Verbleiben habe. 1

Troppau, den 30. Juni 1841.

Unser Buüuͤreau ist fuͤr

1 B. ir den Billet⸗Ver⸗ kauf, so wie zur Annahme des Reisegepaͤcks zur Berlin⸗Anhalliischen Eisenbahn an 1 den Wochentagen Landrechte der Fuͤrsten⸗1 Uhr und von 2 bis 8 Uhr Abends, und

Kirche) ist die lebendige Geschichte der Spani⸗ schen Monarchie. Auf das ehrfurchtsvolle Schweigen, mit wel⸗ chem das Volk diese Kirche betrachtete, folgte die laͤrmende Zuͤ⸗ gellosigkeit der oͤffentlichen Galexie. Auf die Tribuͤne der evan⸗ gelischen Lehre die Tribuͤne der zuͤgellosen, demagogischen Inquisi⸗ tion. Auf den der Religion unserer Vaͤter gewidmeten Cultus die duͤmmste und widerlichste Anbetung der franzoͤsischen Revolu⸗ tion. Auf den Weihrauch und die Erzabenheit religioͤser Feste der Dampf der Cigarren und das Ohr zeereißende Gekraͤchze und die patriotischen Verzuckungen der Lopez et Co. Auf die christliche Sanftmuth und auf die Buße fuͤr begangene Suͤnden der Stolz, die Intoleranz und aller Haß der Revolution. Auf das feste Gebzude des Tempels einige Saͤulen von Gips.... und ein stuͤr⸗ zendes Dach.“) Türkei.

Von der Türkischen Gränze, 27. Juni. (Deut⸗ sche Bl.) In einem Schreiben aus Konstantinopel heißt es, es sey daselbst der alte Chosrew, so wie auch sein Freund, der be⸗ kannte Hafis Pascha von Erzerum, gesehen worden, und beide ha⸗ ben schon wiederholt außerordentlichen Divans⸗Sitzungen beige⸗ wohnt und Konferenzen mit den Ministern gehabt, wobei vor⸗ zugsweise die Reorganisirung der Armee der Gegenstand der Be⸗ rathungen gewesen sey. Der Verwendung des Russischen Repraͤ⸗ sentanten soll es gelungen seyn, das Exil des ehemaligen Groß⸗ Wesirs aufhoͤren zu machen, und man nimmt sonach mit Grund an, daß, wenn Chosrew wieder zur Theilnahme an den Staats⸗ geschaͤften berufen werden sollte, dies als ein untruͤgliches Zeichen des steigenden Einflusses Rußlands zu betrachten waͤre. Frank⸗ reichs Kredit bei der Pforte sinkt immer mehr, wozu auch die Ereignisse auf Kandien das Ihrige beitragen. Die Pforte glaubt naͤmlich und wird darin bestaͤrkt, daß die Franzosen den dortigen Aufstand angefacht haͤtten, fuͤr welche Ansicht die Gegner Frank⸗ reichs die Sendung des Herrn Piscatory (der schon im Griechi⸗ schen Freiheitskampfe eine die Pforte so entruͤstende Rolle spielte) und die Anwesenheit der

ben soll, mit Geschick benutzen.

China. Macao, 13. Maͤrz. (B. H.) Am 3ten d. M. erhielt

Capitain Elliot den Besuch des Kwang-⸗Tschau⸗su, der ersten Ma⸗ gistrats⸗Person von Canton, und es erfolgte eine Suspendirung der am 23. Februar eroͤffneten Feindseligkeiten, deren Erfolg, die Wegnahme der Forts an der Bocca Tigris, indeß am 6ten wieder zuruͤckgenommen wurde. verlangt jetzt, wie wir hoͤren, Insel Hong-Kong und Wang-Tong; aber es ist klar, daß die Mandarinen in dieser Provinz nicht befugt sind, solchen Forde⸗

bekannt ist, welche Capitain Elliot 12 Millionen Dollars nebst der

rungen Gehor zu geben. Bei der Unmdglichkeit allen Wider⸗ standes haben die wohlhabenden Bewohner von Canton sich nebst ihrer Habe entfernt. Am öten erließ Capitain Elliot eine versöhnlich lautende Proclamation, deren Zweck es war, die

Wiederfreigebung des fremden Handels herbetzufuͤhren. Da aber

die Kaiserlichen Edikte sich so entschieden gegen allen Verkehr mit den Englaͤndern aussprechen, so wird die Furcht der Chinesischen Kaufleute allen derartigen Bestrebungen bedeutende Hindernisse in den Weg legen. Lootsen⸗Tschops sind ausgegeben worden, aber nur an Amerikanische Schiffe, und Capitain Elliot hat daher an⸗ wenn nicht alle fremden Schiffe ohne Ausnahme gleiche Gunst gendssen, er den Handel von Canton unter strenges Embargo legen werde. Es freut uns, berichten zu koͤnnen, daß saͤmmtliche Englische Gefangenen freigegeben worden sind, nach den Zeitungsberichten machen drei See⸗Offfziere eine Ausnahme, fuͤr welche Capitain Elliot vergebens 500 Dollars als Lösegeld gebo⸗ ten hat; es ist dies eine Folge der Ruͤckgabe der Insel Tschu⸗ san. Die meisten Kriegs⸗ und Transportschiffe, welche sich in den noͤrdlichen Gewaͤssern befanden, sind bereits hier wieder ein— getroffen; indeß laͤßt die Lage der Dinge erwarten, daß eine nene Expedition nach dem Norden wird stattfinden muͤssen, ja daß sie unvermeidlich ist, wenn der Hof von Peking sich auch durch die letzten Ereignisse in dieser Provinz nicht zum Nachgeben bewegen laͤßt. Mittlerweile sind die Handels⸗Ansichten sehr wenig ver⸗ sprechender Art, da, abgesehen von dem großen Vorrath von Ein⸗ fuhrartikeln, der jetzt schon hier aufgespeichert ist, Capitain Elliots Cirkular vom 20. Januar, welches die Beendigung der Feindselig⸗ keiten anzeigte, die Wirkung haben wird, denselben noch bedeu⸗ tend zu vermehren.

Dauer der Eisenbahnkahrten am 7. Zuli 1841.

Abgang Zeitdauer von von

PBerlin. St. M. P9 t da m

8 Uhr Morgens.. . 42 [LUa 6 ½ Uhr Morgens. .. Vormittags.. 45 8 9 Vormittags. Nachmittags 47 12 Nachmittags 42 8 4 II“ 40 - 7 ½ 8b sbbanl 40

Abgang 8 S 8 Zeitdauer

St.] M.

42 40

8 1 2 2210 2 1. - Nachmittags

40

- Nachmittags 42

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 4. Juli. Niederl. wirkl. Schuld 51 ⁄¾. Kanz. Bill. 24 ½.

5 ¾ Span. 20 15 1 Antwerpen, IIamburg, 6. Juli.

Neue Anl. 20 ½¼ G. Engl. Russ. 108.

3. Juli. Zinsl. 5 ½. Bank-Actien 1655 G.

wird letzteres

Kauflustiger erschien, und daß es

IHr. bean chiffner, Land resp. Reisenden geschafft.

111“

von des Morgens 8 bis—

thuͤmer Troppau und Jaͤgerndorf wird befannt ge⸗Sonntags bis 1 Uhr Mittags geohffnet, 8 ““

8—

16“

d Franzoͤsischen Kriegsbrigg „la Fleche“, die bedeutende Geldmittel zu geeigneter Verfuͤgung an Bord ha⸗

bei Vorzeigung des

bis zu 50 Pfund

von 51 bis 100 Pfund

von 101 bis 200 Pfund 4 Das Passagier⸗Gevaͤck muf jedoch spaͤ⸗ testens Stunde vor Abgang, den des 889 HE1.“ Wilhe Freiherr fe Abend vorher bei uns eingeliefertwerden. eeündenfelb⸗ Reisewagen werden ebenfalls nach drei⸗ stuͤndiger vorheriger Anmeldung von den abgeholt

Herrmann & Meyer. Kommissions⸗ u. Speditions⸗Geschaͤft: sehlen. Werderschen Markt Nr. 4.

3 Reute flu couf.

5 ½ Rente fin cour. 115. 50. Pasesive 5.

Paris, 3. Jak. 5 ½ Span. Rente 22 §.

76. 55. 5 ½ Neapl. au compt. 102. 25. 3 Port. —. Wien, 3. 3.H1. 5 % nlet. 105 ½. 96 ½. 3 ¾ 743.

3 ¼ 51. —. Hank-Aection 1620. Anl. 1831 133. 4“⸗ 1839 106 ½.

horliner Dörso. Den 8. Juli 1841. Pr. Cour. . Pr. Cour. 1ss. hriek. Geld. 103 10¹1 ¾

St. Schuld-Sch. Pr. Eugl. Obl. 30. Präm. Schk. der Seebandlung. Kurm. Schuldv. 2 101³ Berl. Stadt-Obl. 4 103 Ell,inger do. Danz. do. in Th. Westp. Pfandhr.

Brl. Pots. Eisenb. 126 do. do. Prior. Act. 42¾ 103 Mgd Lpz. Eisenb. 111 do. do. Prior. Act. 102 ¼ Berl. Anh. Eisenb. 105 do. do. Prior Act. 102 ½⅔ Düvs. Ell.. Eiseunb. 96 101¾ do. do. Prior. Act. 103 ¼ Grossh. Pos. do. 105 ½ [Rbeiua. Eisenb. 97 Ostpr. Pfandbr. 102² Gold 1 areo0 211 Pomm. do. 3 8 Friedrichsd'or 13 ½ Audre Goldmün- zeu à 5 Th. 8 ½⅔ Disconto 3

Kur- u. Neum. do. 3 ¼ 22

Schlesische do. 32 102

Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.

nrief. I Geld.

138 138 ½1 149 ½ 148

echsel-Cours.

Amsterdam FI. Kurz do. 8 50 Fl. 2 Mt. IIamburg . Mk. Kurz do. 5 Mk. 2 Mt. 148 ½1 London-. LSt. 3 Mt. 6 19 ½ I. 5öö“ 79 78 ¾ q-— ““ Fl. Mt. 102 ½¼ Fl. 2 Mt. 101 Breslau. Thlr. 2 Mt. 99 ½ 99 ¼ Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. Thlr. Tage 99 ¼ Frankfurt a. M. W.Z. Fl. Mt. 101 SRhlI. Woch. 22

119⁄

Augsburg

Petersbuuurg . .

Meteorologische Beobachtungen.

1841. Morgens Nachmittags Nach einmaliger

ei 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

Abends V T

Auellwürme 8,3°9 R. Flusswärme 17,809 R. Bodenwürme 17,9 R. Ausdünstung 0,039] Rb. Niederschlag 0,051 Rh.

Loftdcuck. 333,02 Par. 333,41 Par. 334,01 Per.

+ 11, 1 n. +† 14,20 n. 4 10,6° h.

+ 8,7 n. + 9,3° n. V + 5,4°9 R. 82 pCt. 74 pcCt. 55 pCt. trübe. bezogen. regnig.

Wind SX.r W Wärmewechel + 14,9.

Wolkenzug. .. 9s + 9,28.

333,18 Par. + 12,00 h. + 7,80 h. 70 pct. W.

Luftwärme . .. Thaupunkt . .. Dunstsättigung

Tagesmittel:

Königliche Schauspiele.

Freitag, 9. Juli. Im Opernhause: Das erste Debut, komi⸗ sches Gemaͤlde in 2 Abth. Hierauf, auf Begehren: Robert und Bertram, pantomimisches Ballet in 2 Abth., von Hoguet. Mu⸗ sik von Schmidt.

Sonnabend, 10. Juli. Im Schauspielhause: Onkel Vrand, Lustspiel in 3 Abth., von L. Angely. Hierauf: Der Platzregen als Eheprocurator, dramatische Anekdote in 2 Raupach.

Sonntag, 11. Juli. Im Opernhause: von Venedig, Oper in 3 Akten, Musik von Rossini. Knuth, vom Kaiserl. Hoftheater zu Petersburg: Gastrolle.)

Königsstädtisches Theater.

Freitag, 9. Juli. Das Pfefferroͤsel, oder: Die Franksurter

Messe im Jahre 1297. Gemaͤlde der Vorzeit in 5 Akten, von

Charlotte Birch⸗Pfeiffer. (Mad. Birnbaum, vom Hoftheater zu

Kassel: Das Pfefferroͤsel, als Gastrolle.) Sonnabend, 10. Juli. Italiaͤnische Atti. Poesia del Sgr. Romani. cenzo Bellini. jestaͤt des Kaisers von Oesterreich: Norma, als Gastrolle.) Preise der Plaͤtze: Ein Platz

ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. u. s. w. Die resp. Abonnenten, welche dieser Opern-Vorstellung mit Mad. Pasta beizuwohnen beabsichtigen, werden ersucht, die Kas⸗

sen-Billets zu den abonnirten Plaͤtzen, gegen Erlegung des erhoͤh⸗

ten Preises von 10 Sgr. pro Billet, bis Sonnabend Mittag ab⸗

holen sn lassen, indem von dieser Zeit ab uͤber die nicht abgehol⸗

ten A

Sonntag, 11. Juli. gießer. neu bearbeitet und zusammengestellt von C. Birnbaum.

bonnements⸗Billets anderweit disponirt werden wird.

Hoftheater zu Kassel: Heinrich, als Gastrolle.)

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.

Literarische Anzeigen Vollständig ist nunmehr erschienen: rdert: Systematische Beschreibung stomen von Dr. J. Müller, Prosfessor

be S

9) ¹ 3 ½ 4

foͤr Sö.

und bei Zürich.

bern Mappe. Preis: 32 TPhlr.

und hinaus⸗

Berlin, Juli 1841. Veit C Comp.

Frankreich.

Abth., von E.

Othello der Mohr (Dle. Destemona, als

Opern⸗Vorstellung. (Abonnement suspendu.) Zum erstenmale: Norma. Opera in 2 Musica del Maestro Cav. Vin- (Mad. Pasta, erste Kammer⸗Saͤngerin Sr. Ma⸗

. in der Orchester-Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des

Zum ersten Male: Der politische Zinn- Vaudeville⸗-Posse in 3 Akten, nach Holbergs Lustspiele . Die Musik eingerichtet von C. Baldewein. (Herr Birnbaum, vom

der Plagio- der Anatomie und Physiologie und Direktor des ana- tomischen Theaters und Museums in Berlin, und Dr. J. Henle, Prof. der Anatomie und Direk- tor des anatomischen Theaters und Museums in

Vollständig auf 57 Bogen Royal Folio und 60 Taf. (kolorirt) Abbildungen, in einer sau-

Dieses Prachtwerk enthält die vollständige Beschrei- bung aller Knorpelfische (Rochen und Haien) und darf namentlich in keiner naturhistorischen Bibliothek

Amtl. Nachr.

Paris. Herr von Carné und Duvergier d Hauranne uͤber die Repraͤsentativ⸗Verfassung Englands und Frankreichs. Der Tribut des Pascha's von Aegypten. i Statistik der Be⸗ volkerung der Bagnos. Vermischtes. Toulon. Die Flotte läuft nicht aus. Briefe aus Paris. (Muthmaßliche baldige Erledigung der Tuͤrkisch Aegyptischen Frage; die Englischen Wah len. La Phalange und die Fourrieristen. Die Christen in Syrien.) 8 1

Großbrit. un. Irl. London. Sir. R. Peel uͤber die Korngesetze. Erwarteter Gewinn der Tories in Schottland. Aufbringung eines Englischen Schiffes durch ein Spanisches. Vermischtes.

Niederl. Amsterdam. Finanzielle Unterhandlungen mit Belgien.

Dentsche Bundesstaaten. Hannover. Ordnung des Leichen⸗ zuges der Hochseligen Koͤnigin. Hamburg. Handels⸗Vertrag mit England. 8 1

Türkei. Smyrna. Widerlegung der in Franzds. Blaͤttern ent- haltenen Nachriehten uͤber Aufstaͤnde. Nachrichten des „Journ. de Smyrne“ aus Kandien.

Ostindien. Zustaͤnde Mittel-Asiens.

Inland. Magdeburg. Eisenbahn nach Halberstadt.

Die Hollaͤndischen Kolonieen und die allgem. Handels Matschappy. Beilage. Frankr. Vermischtes. Niederlande. Graf Cho⸗ tek im Haag angekommen. Schwed. u. Norw. Stockh olm. Ausgaben⸗Budget. Neue Versuche mit den sogenannten Wasser⸗ schuhen. Deutsche Bundesst. Muͤuchen. Anwesenheit ho⸗ her Personen. Wuͤrzburg. Bonifacius Jubilaͤum. Schreiben aus Dresden. (Dampfboot. Patrimonial⸗Justiz und. Land gerichte.) Hildesheim. Der letzte Jesuit aus der Zeit Cle⸗ mens XIV. *†. Oesterreich. Schreiben aus Wien. (Aufenthalt des Graf. Kankrin.) China. Macao. Angebl. Ruͤckzug der Englaͤnder von Canton. Edikt in Betreff Kischin's. Wiss., Kunst u. Lit. Wilhelm Zahn: Die schoͤnsten Ornamente und merkwuͤrdigsten Gegenstaͤnde aus Herkulanum und Pompeji ꝛc.

2 1*½ Kronik des Tages Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht: Dem Fuͤrstlich⸗Reuß⸗Schleizschen Geheimen Rath und Steuer⸗ Direktor, Dr. von Geldern, den Rothen Adler⸗-Orden dritter Klasse;

hiesigen Friedrich⸗Wilhelms⸗Universitaͤt, Dr. Twesten, das Praͤ⸗

dikat eines Ober⸗Konsistorial⸗Raths; 1 .

Dem Professor in der theologischen Fakultaͤt der Universitaͤt

zu Bonn, Dr. Sack, das Praͤdikat eines Konsistorial⸗Raths; und

Dem Professor in der theologischen Fakultät der Universität

zu Halle, Dr. Muͤller das Praͤdikat eines Konsistorial⸗Raths zu verleihen.

Ihre Majestaͤt die Koͤnigin haben dem Schneider⸗Meister Heinrich Mahn das Praͤdikat: Hof⸗Kleidermacher zu erthei— len geruht.

Der Koͤnigliche Hof legt morgen, am 10. Juli, die Trauer auf drei Tage fuͤr Se. Durchlaucht den Prinzen Friedrich Karl Emil zu Schleswig⸗Holstein an.

Berlin, den 9. Juli 1841.

Der bisherige Privat⸗Docent Dr. W. Doͤnniges hierselbst ist zum außerordentlichen Professor der Staatswissenschaften in der philossphischen Fakultät der hiesigen Universitaͤt ernannt worden.

Der Notariats⸗Kandidat Joseph Linxweiler zu St. Wendel ist zum Notar fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Treis im Landgerichtsbezirke Koblenz mit Anweisung seines Wohnsitzes in Karden ernannt worden.

Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur der 2ten Division, von Grabow, von Danzig.

Der Kammerherr, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤch— tigte Minister am Kaiserl. Oesterreichischen Hofe, Graf von Malt— zan, von Wien. .

Abgereist: Der General⸗Major und Commandeur der Ka⸗ detten⸗Anstalten, von Below J., nach Wahlstatt.

Der General-Major und Commandeur der 14ten Kavallerie⸗ Brigade, von Barner, nach Duͤsseldorf.

Der Kaiserl. Russische General⸗Major, Fuͤrst Michaͤel Ga⸗ litzin, nach Frankfurt a. M.

2 116.“ 2 Zeitungs-Nachrichten. EGsland.

4 1 Frankreich.

Paris, 3. Juli. Das „Sidcle“ enthaͤlt uͤber die Repraͤ⸗

sentativ⸗Verfassung von England und Frankreich einen beachtens⸗

werthen Artikel, dem wir Folgendes entnehmen: „Schon öfter ist, auch von Frankreich aus, auf die schwachen Punkte der Franzöoͤsi— schen Institutionen hingewiesen worden; mit klarerem Bewußt⸗ sein vielleicht nie als in zwei kuͤrzlich erschienenen Aufsaͤtzen von Herrn von Carné und Duvergier de Hauranne, die, wie sehr sie auch in einzelnen Ansichten von einander abweichen, doch beide darin uͤbereinstimmen, daß das Repraͤsentativ⸗System in Frank⸗ reich sehr an Kraft und Ansehn verloren habe. Herr von Carné

stellt in seiner Schrift, die urspruͤnglich in einzelnen Aussaͤtzen in

der „Revue des deux Mondes“ erschienen war, die Repraͤsentativ⸗ Regierungen Frankreichs und Englands einander gegenuͤber. Auf Englischer Seite findet er zwei große, fest konstituirte Parteien,

Dem ordentlichen Professor in der theologischen Fakultaͤt der

von denen die eine im Besitze der Herrschaft ist, die andere nach demselben strebt; beide haben bestimmte Prinzipien, be⸗ stimmte Fuͤhrer, bestimmte Feldzeichen. Im Französischen consti⸗ tutionellen Heerlager zeigen sich dagegen eine Menge von Cotterieen ohne Feldzeichen, ohne Fuͤhrer und, man moͤchte auch fast sagen, ohne Prinzipien, die sich willkuͤrlich mit einander ver⸗ mischen und eben so willkuͤrlich auseinandergehen. Auf der ei⸗ nen Seite haben wir das Schauspiel eines ernsten, wohlorganisir⸗ ten Kampfes, dessen Cntscheidung entweder die Macht in den Haͤn⸗ den der bisherigen Gewalthaber laͤßt oder sie anderen Haͤnden uͤberliefert, der aber die Staatsgewalt selbst nicht erschuͤttert, nicht die Menschen schwaͤcht und den Charakteren und Meinungen kei— nen Abbruch thut; auf der andern Seite dagegen erblicken wir Kaͤmpfe oder besser Scharmuͤtzel, die kein Ziel und keinen Zweck haben, aber die Staatsgewalt schwaͤchen, die Menschen abnutzen, die Charaktere und die Meinungen herunterbringen; mit einem Worte dort finden wir fruchtbare Verstaͤndigungen und Vermit— telungen zwischen den großen Prinzipien und den großen gesell— schaftlichen Interessen, in welche das Land getheilt ist, hier klein⸗ liche Kompromisse zwischen den Anspruͤchen persoͤnlichen Ehrgeizes und niedriger Selbstsucht.

Dies die Grund-Ansicht Herrn von Carné's. Herr Duver— gier de Hauranne haͤlt diese Schilderung zwar fuͤr etwas uͤber⸗ trieben, doch kann er nicht umhin, die Hauptzuͤge derselben zu be— staͤtigen. Er zeigt uns das wirre Gemisch, welches sich in den parlamentarischen Kaͤmpfen zu erkennen giebt, seitdem die mittleren Klassen nicht mehr gegen das ancien régime, das im Jahre 1830 ein fuͤr alle mal besiegt wurde, und gegen den Straßen⸗Aufruhr ins Feld zu ziehen brauchen. Er haͤlt die gegenwaͤrtige Verwir⸗ rung fuͤr so groß, die Herrschaft des Privat⸗Interesses fuͤr so erbaͤrmlich, die Herabwuͤrdigung aller Staats-Gewalten fuͤr so augenscheinlich, daß, seiner Ansicht nach, ein solcher Zustand der Dinge nicht von Dauer seyn kann. Er ist durchaus uͤberzeugt, daß alle Schwierigkeiten der aͤußern Politik bald ihre vollkommne Loͤsung finden werden, aber in der innern Politik glaubt er, daß der Moment bald eintreten werde, wo der Kampf zwischen de⸗ nen, welche die Juli⸗Revolution lieben, und denen, die sie dulden, zwischen denen, welche an die Repraͤsentativ⸗Regierung glauben, und denen, welche nicht an sie glauben; zwischen denen, welche vorwaͤrtsstreben, und denen, welche zuruͤckwollen, unvermeidlich ey.

Aber welches sind die Hindernisse, diese Frage tritt hier zu⸗ naͤchst ein, auf welche die fortschreitende Bewegung stoͤßt, und welche den Triumph der Prinzipien, zu welchen sich die Mehrzahl der Nation bekennt, aufhalten?

Herr Duvergier de Hauranne geht von der Thatsache aus, daß in Frankreich die Herrschaft den mittleren Klassen gehoͤrt, d. h. dem Theile der Nation, der durch Kenntnisse oder Arbeit sich zum Wohlstande und zur Selbststaͤndigkeit erheben kann. Dies haͤlt er fuͤr das sicherste Resultat einer funfzigjaͤhrigen Re— volution. Aber diese Thatsache, wie heilbringend sie auch sonst seyn moͤge, verwickelt die Regierung, seiner Ansicht nach, in ernste Schwierigkeiten. Er meint naͤmlich, Maͤnner, welche meistentheils aus den mittleren Schichten der Gesellschaft hervorgegangen seyen, koͤnnten nicht die Festigkeit des Geistes, die besonnene Kenntniß der wahren Verhaͤltnisse einer freien Regierung besitzen, welche in England Folge einer ununterbrochenen Tradition und einer eigenen Erziehung sey.

Eine andere Thatsache, auf welche Herr Duvergier de Hau⸗ ranne Gewicht legt, sind die Verlegenheiten, die aus dem Zwie⸗ spalt zwischen dem Prinzip der constitutionellen Monarchie und den wirren Traditionen entspringen, die fuͤnf oder sechs auf ein— ander folgende Regierungen hinterlassen haben. In England sind alle Aemter wahlbar oder gehoͤren kollektiv und ohne Unter— schied der Meinung den bedeutendsten Eigenthuͤmern. Eine poli— tische Bewegung, welche eine andere Partei ans Ruder bringt, wirkt hoͤchstens auf einige Mitglieder des Parlaments oder ei— nige Beamte des Koͤniglichen Hauses zuruͤck. In Frankreich herrscht die Centralisation an der Stelle der lokalen oder provin— ziellen Institutionen, anstatt einer unentgeltlichen Verwaltung

eine besoldete, anstatt einer von der Aristokratie und dem Volke; ausgeuͤbten Justiz eine von Magistratspersonen nach Koͤniglicher

Wahl ausgeuͤbte Justiz, endlich anstatt waͤhlbarer Aemter, oder solcher Aemter, die ausschließlich gewissen Familien uͤbertragen werden, unzaͤhlige Aemter, welche das Ministerium zu vertheilen hat, und welche unter den gegenwaͤrtigen Vermoͤgens⸗Verhaͤlt⸗ nissen begierig von den Mittelklassen gesucht werden.

Die naͤchste Folge eines solchen Zustandes der Dinge ist, daß eine bedeutende Anzahl von Beamten in die Kammer gelangt; die zweite die, daß man bei jedem Ministerwechsel in die Gefahr einer Reaction oder der moralischen Entwuͤrdigung der Beamten gerathen wuͤrde, wenn diese Ministerwechsel etwas zu bedeuten und eine Aenderung des Systems zur Folge haͤtten, wie sie es sollten. In der Kammer entspringt daraus schon eine große Schwierigkeit, naͤmlich die Alternative: wenn die Beamten offen zur Opposition uͤbertreten, nachdem sie der Majoritaͤt angehoͤrt haben, so verstoßen sie gegen die Beamten-Hierarchie und schwaͤ⸗ chen die Staatsgewalt; wenn sie ihren Beistand allen Ministerien verleihen, verlieren sie ihr Ansehn in der Kammer.

Dieser gefährlichen Alternative laͤßt sich nur durch Aufstel⸗ lung von Inkompatibilitaͤten begegnen, welche alle Beamte aus der Kammer ausschließen, deren Verrichtungen nicht in dem

Maaße politisch sind, daß sie mit dem Ministerium ihrer Mei⸗

nund eintreten und austreten, und deren Stellung nicht so un— abhaͤngig ist, daß sie ein freies Votum behaupten koͤnnen. Wenden wir uns zu den Waͤhlern, so erheben sich hier noch groͤßere Schwierigkeiten. In Frankreich ist die Verwaltung so organisirt, daß die Lokalitaͤten wie die Individuen an jedem Tage, in jeder Stunde etwas von der Central⸗Gewalt zu erbitten ha⸗ ben. Stellen, Orden, Befoͤrderungen, Unterstuͤtzungen fuͤr Kir⸗ chen, Schulen, Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten, Straßen, Kanaͤle, Haͤ⸗ fen werden in Paris von parteiischen Haͤnden vertheilt; Alles ist Gegenstand des Schachers und Tausches, und Wahlmuͤnze. Natuͤrlich lassen es die beiden Publizisten nicht an Vorschlaͤ⸗

gen zu Mitteln fehlen, welche geeignet waͤren, der constitutionellen

Monarchie ihre moralische Kraft wiederzugeben; darauf laͤßt sich vielleicht spaͤter noch zuruͤckkommen.“ 9*

Pearis, 4. Juli. Der Koͤnig und die Königliche Familie sind am 2ten d. M. Abends auf dem Schloͤsse von Bizy an⸗ gelangt.

Die Presse berichtet, sie habe aus guter Quelle vernom⸗ men, daß die Summe, welche Mehmed Ali bereits an die Pforte als Abschlags⸗-Zahlung auf seinen Tribut abgeschickt, sich auf 1,250,000 Frs. belaufe. Jenes Journal hofft auf das bestimm⸗ teste, daß die Tribut⸗Frage zu keiner ernsten Schwierigkeit Anlaß geben werde. Nach dem Courrier français waͤre es gewiß, daß die Pferte dem Pascha von Aegypten die Verwaltung Ara⸗ biens, wo die Lokal⸗Behoͤrden die öͤffentliche Ruhe zu wahren außer Stand sind, habe anbieten lassen; Mehmed Ali werde wahr⸗ scheinlich dieses laͤstige Geschenk annehmen, weil es ihm einen Vorwand dazu biete, seine zahlreiche Armee unter den Waffen zu behalten. Auch, meint die es Blatt, werde die Zeit kommen, wo die Pforte froh seyn werde, wenn sie sich Syriens und Candiens auf dieselbe Weise entledigen koͤnne.

Am 1. Januar 1839 belief sich die Gesammt⸗Bevoͤlkerung

der Bognos auf 8,130, welche nach dem Alter und der Dauer ihrer Straͤfe folgendermaßen zu klassifiziren sind: Verurtheilt auf be⸗ Verurtheilt auf stimmte Zeit Lebenszeit Alter von 16—20 Jahren 151 16 17 21 30

41 50 1,394 51 60 745 61 69 282

6,274

Von den 6,274 auf bestimmte Zeit Verurtheilten waren 2,696 schon fruͤher einmal im Bagno gewesen. Unter den Straͤf⸗ lingen befanden sich 2,938 Ehemanner, 402 Wittwer, 4800 Un⸗ verheirathete. Weder lesen noch schreiben konnten 5,039, und nur 101 hatten einen besseren Unterricht als den Elementar⸗Un⸗ terricht erhalten. Nach der Art ihrer Verbrechen zerfallen sie in folgende Klassen: Meuchelmord 188; Mord 1,141; Vatermord 37; Vergiftung 58; Stiche und schwere Wunden 133; Brand- stiftung 148; Diebstahl 5,350; betruͤgerischer Bankerutt 6; Faͤl⸗ schung 225; Falschmuͤnzen 128; politische Verbrechen 7; Dienst⸗ vergehen 38; Bigamie 103; Schaͤndung 326; Verbindungen von Uebelthaͤtern; verschiedene Verbrechen 192.

Der Courrier français will wissen, daß die dem Fran⸗ zoͤsischen und Englischen Konsul auf Candieu ertheilten Instruk⸗ tionen Modifikationen erhalten haͤtten, und daß die beiden Ka— binette den Gefuͤhlen der Menschlichkeit freien Lauf lassen wollten.

11e“

diesen Inseln und der provenzalischen Kuͤste. schaͤftigt sich viel mit Manoͤvern und Evolutionen, die schnell

8 Dalmatien vorgestern gegebene Schreiben aus Paris) bildet hier den wich⸗

innere Angelegenheit das Interesse in Anspruch nimmt.

diese Quelle, die ich als offiziell bet

halb sage ich fuͤr jetzt auch weiter nichts uͤber

Herr Bourqueney, Franzoͤsischer Geschaͤststraͤger in London, wartet dem Vernehmen nach, nur auf die Installation eines neuen Botschafters, um fuͤrr mehrere Monate auf Urlaub nach Frankreich zuruͤckzukehren. Allem Anschein nach, wird indeß Herr Guizot keinen Botschafter nach London senden, so lange sich das gegenwaͤrtige Ministerium noch am Ruder erhaͤlt. 8 1 Herr Laity, der junge Offizier, der bekanntlich wegen einer uͤber den Straßburger Aufstand bekannt gemachten Broschuͤre von dem Pairshof zu mehrjaͤhrigem Gesaͤngniß verurtheilt wurde, ist von einem ihm ganz unbekannten Mann zum Universal⸗Er⸗ ben eines Vermoͤgens eingesetzt worden, das mehr als 20,000 Fr. Renten traͤgt.

In diesem Augenblick wird ein neues Reglement fuͤr die Bibliotheken von Paris ausgearbeitet. Es soll fortan nicht mehr gestattet seyn, ein Buch auszuleihen, wenn nicht mehrere Exem⸗ plͤare davon sich auf der Bibliothek befinden.

Toulon, 30. Juni. Am 24sten kreuzte die vom Admiral Hugon befehligte Flotte auf der Hoͤhe der Balearen, zwischen Der Admiral be⸗

und gut ausgefuͤhrt werden Wie weit und wie lange diese Uebungsfahrt ausgedehnt werden solle, ist unbekannt. Die Di⸗ vision unter dem Kommando des Contre-Admirals de la Susse befindet sich noch auf unserer Rhede. Niemand spricht mehr davon, daß dieselbe in die See stechen werde. †X† Paris, 2. Juli. Die Kandidatur des Marquis von zu dem Gesandschaftsposten in Wien (Vergl. das

tigsten Gegenstand der Unterhaltung, da gegenwaͤrtig keine große 888 8 1 8 Es gibt nichts Ruhigeres, als den politischen Zustand Frankreichs. Die Opposition aller Farben weiß nicht mehr, was sie sagen soll; sie

scheint selbst jenes famoͤse Steckenpferd, die Wahl-Reform, ver⸗

gessen zu haben, das man sonst regelmaͤßig nach jeder Session aus dem Winkel hervorholte und eine Zeit lang im Lande her⸗ umtummelte, eingehuͤllt in die durch die Beredsamkeit des Herrn Odilon Barrot aufgeregten oratorischen Wolken, ertraͤnkt in dem Rauch der patriotischen Libationen, die von Herrn Arago und anderen großen Buͤrgern zu seiner Ehre ausgegossen wer⸗ den. Man hoͤrt nicht mehr davon sprechen.

Es bereiten sich indeß in unserer Lage, den auswaͤrtigen Maͤch⸗ ten gegenuͤber, wichtige Veraͤnderungen vor. Jemand, den ich nicht nennen darf, der aber mehr als irgend Einer wissen kann, was vorgeht, sagte in diesen Tagen zu einem meiner Bekannten und ohne ihm Stillschweigen aufzuerlegen, daß in den ersten vier⸗ zehn Tagen dieses Monats Frankreich in Verbindung mit den vier großen Maͤchten in London einen neuen Vertrag abschließen wuͤrde, der den Traktat vom 15. Juli 1840 vollstaͤndig modifizi⸗ ren und endlich die Loͤsung der Tuͤrkisch⸗Aegyptischen Frage her⸗ beifuͤhren werde; allein, setzte derselbe mit Recht hinzu, die Tuͤr⸗ kisch⸗Aegyptische Frage ist gegenwaͤrtig noch die geringste von den Fragen, die den Orient in Bewegung setzen. Ich balte mich an . rachten darf. Die Haupt⸗ nicht angeben, und des⸗

diesen Gegenstand.

Klauseln dieses, Traktats kann ich inde