838 men, dagegen aber die Zoͤlle um 856,991 und die Post⸗Einnahme
und Consignationen⸗Kasse operirt, starke Partieen; mehr bedurfte da ber ) 1 um 545,000 Pfd. sich vermindert.
es nicht, um einen raschen Wiederaufschwung zu veranlassen. Großbritanien und Irland. London, 6. Juli. Die Koͤnigin und Prinz Albrecht haben
Der Gesammtbetrag der Ein⸗
44,672,225 Pfd. Der Ausfall in der Post⸗Einnahme des ganzen . Jahres erklaͤrt sich dadurch, daß die Reduction des Briesporto's sich gestern mit ihren noch immer. bler e.9 Gaͤsten, dem erst mit dem dritten Quertal des vorhergehenden Finanz⸗ Jahres Koͤnig und der Koͤnigin der, Belgier, nach Windsor begeben. begann. Der Globe leitet aus diesem Zustande der Dinge die Die Wahlen in den Englischen Staͤdten sind jetzt bis auf Nothwendigkeit einer vollstaͤndigen Revision der Finanzen ab und eine, die von Cardigan, bekannt, und es ergiebt sich aus denselben ein so bedeutender Zuwachs konservativer Mitglieder, daß, zumal bei der Gewißheit des noch guͤnstigeren Resultats, welches die Grafschaftswahlen, die jetzt beginnen, den Tories versprechen, die ministeriellen Blaͤtter nicht mehr umhin koͤnnen, die à diederlage ihrer Partei einzugestehen, wobei sie sich teoͤsten, daß der Sieg der Tories von nur kurzer Dauer seyn werde. „Die Wahlen“, sagt die Norning Chroniecle, „sind jetzt so weit entschieden, daß sich das Endresultat mit einiger Gewißheit voraussehen laͤßt. Es waͤre vergeblich, zu leugnen, daß es im Ganzen weniger guͤnstig ist, als wir, unserer guten Sache wegen und der erklaͤrten An⸗ sicht des Landes gemaͤß, zu erwarten berechtigt waren. Zugleich ist es indeß der Art, daß es ein wohlbegruͤndetes Zutrauen zu der am Kraft der liberalen Prinzipien im Lande einfloͤßen kann und die Gewißheit herausstellt, daß diese sehr bald uͤber die kombinirten Streitkraͤfte des Toryismus und des Monopols triumphiren werden.“ Der Standard berechnet, daß, wenn in Cardigan ein Tory gewaͤhlt wird, die Tories bei den Wahlen der Staͤdte 166, die Whigs 174 Stimmen erhalten haͤtten, waͤhrend in dem letzten Parlament 182 Staͤdte von Whigs und nur 154 von To⸗ ries repraͤsentirt gewesen seyen. Diese Rechnung stimmt indeß nicht, wie man aus der Vergleichung der Zahlen sieht, denn die beiden ersten geben zusammen 340, die beiden letzten aber nur 336 Mitglieder; und keine dieser beiden Summen ist richtig, da die
oͤffentliche Fonds, sowohl Englische als fremde, hat die Bekannt⸗ machung dieser Resultate einen nachtheiligen Einfluß gehabt.
Am vorigen Dienstage sind etwa 800 Mann auf drei Schif⸗ fen von Deal direct nach Hongkong zur Verstaͤrkung der in China
gfindlichen Britischen Truppen abgegangen. Eine große Anzahl 8
Befoͤrderungen ist unter den in China beschaͤftigten Britischen ee⸗Offizieren vorgenommen worden. Briefe aus Aleppo melden, daß die Expedition auf dem uphrat mit Erfolg gekroͤnt worden war. Zwei Damfboöͤte hat⸗ ten Beles wohlbehalten erreicht. Das Dampfboot „Great Western“, welches aus New⸗York 19. Juni abgegangen ist, hat Rimessen fuͤr die am isten faͤllig gewesene Dividende der Illinois⸗Anleihe uͤberbracht; mit dem naͤch⸗ sten Paketboote soll, dem Versprechen nach, die Dividende fuͤr die Indiana⸗Obligationen uͤbermacht werden, so daß nur Missisippi im Ruͤckstaͤnde bleiben wuͤrde „Sollte der Kongreß“, sagt der Globe in seinem Boͤrsen⸗Bericht, „das Gesetz genehmigen, wel⸗ ches die Vertheilung des Ertrages der Staats⸗Laͤndereien unter die verschiedenen Staaten bestimmt, so werden sie Mittel genug
können.“ In New⸗Yerk schienen die Geschaͤfte besser zu ge⸗ hen. Man glaubte dort, daß die Beduͤrfnisse der Central⸗Regie⸗
12231 8 8 rung dieselbe veranlassen werde, einen Einfuhr⸗Zoll von 20 pCt. Zahl der Mitglieder des Uinterhauses fuͤr die Englischen adl valorem auf viele Consumtions⸗Artikel, die jetzt frei ein— Staͤdte zusammen 342 betraͤgt. Was die Grafschafts⸗Wah⸗ gehen, zu legen. Was die Aufmerksamkeit vorzuͤglich auf sich zieht, len betrifft, bei denen die b F 3
2e Tories auch bisher schon die ist die projektirte Errichtung einer Nationalbank zur Verwaltung Oberhand gehabt haben, so behauptet dasselbe Blatt, daß
der oͤffentlichen Einkuͤnfte, dech ist es noch zweifelhaft, ob der jetzt dieselben hier mindestens 10 bis 17, wahrscheinlich aber 22 oder versammelte Kongreß daruͤber einen desinitiven Beschluß fassen 23 Stimmen gewinnen wuͤrden. Unter den bis heute gemeldeten werde. Die Mac Leodsche Angelegenheit ist nun so weit gedie⸗ Grafschafts⸗Wahlen sind 31 unter 34 zu Gunsten der Tories hen, daß, nach einer sehr in die Laͤnge gezogenen und heftigen ausgefallen. Die Morning Chroniecle zaͤhlt von den bis jetzt. Debatte, eine Motion angenommen worden ist, welche die Sache gewaͤhlten Kandidaten 191 den Reformern, und 190 den Tories an den Ausschuß fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten verweist, zu, und unter den Mitgliedern fuͤr die Englischen Staͤdte rechnet der nun damit beschaͤftigt ist. Einige Redner, Anhaͤnger der van sie, bis auf die noch nicht beendigte Wahl fuͤr Cardigan, gleich Burenschen Partei, betrachteten die Angelegenheit aus einem sehr dem „Standard“, 166 zu den Tories und 175, ein Mitglied mehr kriegerischen Gesichtspunkte, die Majoritaͤt der Mitglieder und als jenes Blatt, zu den Whigs. Letztere Angabe scheint richtig, V mit ihnen die Regierung haben indessen ruhigere Ansichten dar⸗ da dann mit Hinzuzaͤhlung des noch zu waͤhlenden einen Mit⸗ uͤber. gliedes die 312 Staͤdte⸗Repraͤsentanten herauskommen. „Mit die dadurch in der Repraͤsentanten⸗Kammer verursachten Diskus⸗ Einschluß von drei Englischen Grafschaften“, sagt das letzt⸗ sionen haben schon zu aͤrgerlichen Auftritten Anlaß gegeben. genannte Blatt, „haben die Tories bis jetzt 43 Sitze gewonnen; Uebrigens scheint im Kongresse wenig beschlossen werden zu sollen, dem haben die Liberalen einen Gewinn von 31 Sitzen entgegen⸗ und man fuͤrchtet, daß, so viel auch vorliegt, fast nichts geschehen zustellen.“ Aus Irland werden bis jetzt 9 Wahlen, worunter 5 werde. Tories, gemeldet; es befinden sich dabei 2 fuͤr die Universitaät von Der „Great Western“ hat auch die Kingston Chronicle Dublin. Der ministerielle Globe troͤstet sich noch damit, daß die und die Auebek Gazette gebracht, worin die Beschreibung der
von den Tories in dem neuen Parlamente zu erlangende Majo⸗ am 15. Juni vorgenommenen Eroͤffnung des neuen Kanadischen Parlaments, so wie die Rede des General-Gouverneurs Lord
ritaͤt nicht nur weit unter ihren Erwartungen, sondern auch ihren Zwecken durchaus unangemessen seyn werde. Auch die Materia- Sydenham, enthalten sind. Aus der Wahl des Sprechers geht sien, aus welchen die Verwaltung des muthmaßlichen Tory⸗Premier⸗ hervor, daß die Reformer eine entschiedene Majoritaͤt im Ver⸗ ministers gebildet werden muͤsse, wuͤrden ungleichartig seyn, und der sammlungs⸗Hause haben. Die Rede, welche sehr gelobt wird, ist dadurch herbeigefuͤhrte Mangel an Uebereinstimmung bei großen ziemlich lang. Hinsichtlich Mac Leod's erfaͤhrt man aber daraus Fragen nationaler Politik werde fuͤr dessen Existenz verhaͤngniß⸗ nichts Befriedigenderes, als was schon bekannt. Der Gouverneur volle Uneinigkeiten im Innern des Kabinetts herveifuͤhren. sagt daruͤber: „Ein Unterthan Ihrer Majestaͤt, ein Einwoh⸗ Alle Minister, welche bei den Wahlen als Kandidaten auf- ner dieser Provinz, ist in den benachbarten Staaten, eines traten, sind bereits wieder gewaͤhlt; doch soll, nach der „Times“ vermeintlichen Verbrechens beschuldigt, mit Gewalt festge⸗ auch schon eine Petition an das Unterhaus im Umlauf seyn, wo⸗ nommen worden. Es wurde von Seiten der vollziehenden Ge⸗ rin die Wahl Lord John Russell's in der City von London als walt dieser Provinz keine Zeit verloren, gegen dies Verfaͤhren zu mangelhaft und unrechtmaͤßig angefochten wird. Ein Tory⸗Blatt qremonstriren, und es wurde dafuͤr gesorgt, jenem Individuum, bei will wissen, daͤß Sir J. Hobhouse, der Praͤsident der Ostindischen noch schwebenden ferneren Schritten der Regierung Ihrer Maje⸗ Kontrole, der zu Nottingham gewahlt worden, nicht weniger als staͤt, einstweilen die noͤthigen Vertheidigungs⸗Mittel zu liefern. 25,000 Pfd. St. zur Durchsetzung seiner Wahl aufgeboten und Der Revpraͤsentant der Koͤnigin zu Washington ist seitdem beauf⸗ die Stimmen vieler Waͤhler fuͤr je 50 Pfd. St. erkauft habe. V tragt worden, die Freilassung des besagten Individuums zu ver⸗ Dem „Courier“ zufolge, hat Prinz Albrecht allen Personen langen. Von dem Resultat dieser Forderung bin ich noch nicht un— seines Hofhalts jede Mitwirkung bei den Wahlen zu Gunsten terrichtet, aber ich habe den Befehl der Koͤnigin, ihren getreuen irgend einer Partei untersagt, woruͤber sich jenes Tory⸗Blatt sehr Unterthanen in Kanada zu versichern, daß Ihre Majestaͤt fest belobend ausspricht, indem es Seiner Koͤniglichen Hoheit deshalb entschlossen ist, sie mit dem ganzen Gewicht ihrer Macht zu schuͤtzen.“ große Popularitaͤt verheißt. Zu den Gegenstaͤnden, auf welche die Aufmerksamkeit des Par⸗ Der sogenannte Herzog von der Normandie, Uhrmacher Naun⸗ laments von dem Gouverneur vornehmlich gerichtet wird, gehoͤrt dorf, veröffentlicht ein Schreiben, worin er erklaͤrt, daß er aller⸗ die Annahme von Maßregeln, um die Huͤlfsquellen der Provinz dings zu Lambeth ein Wahlrecht besitze, aber keinen Gebrauch durch wohlerwogene und ausgedehnte öͤffentliche Arbeiten zu ent— davon machen werde, um nicht durch sein Votum traurigen Zwie⸗ wickeln. Der Gouverneur empfiehlt die Verbesserung der Schiff— spalt zwischen den beiden Parteien herbeizufuͤhren! Ueber das an⸗ fahrt von den großen Landseen Erie und Huron nach dem Ocean, gebliche Attentat, welches kuͤrzlich auf dieses Individuum gerichtet die Errichtung neuer Communicationen im Innern und kuͤndigt worden seyn sollte, haben die Zeitungen nichts weiter gemeldet, die Negoziirung einer Anleihe von 1 ½ Mill. Pfd. zu diesen und und es duͤrfte sich die ganze Geschichte wohl eben so, wie eine anderen Zwecken, unter Vorbehalt der Genehmigung des Engli⸗ fruͤhere aͤhnliche, als eine reine Fiection jenes Mannes erweisen, schen Ministeriums, an. Auch sagt er, daß das Ministerium der gern auf alle moͤgliche Weise die Aufmerksamkeit auf sich zu entschlossen sey, eine bedeutende Summe auf die Vertheidigung lenken und Sympathie zu erregen sucht. der Provinz zu verwenden und die Nordamerikanischen Besitzun⸗ Nachtraͤglich erfaͤhrt man, daß der in der City gewaͤhlte gen, es moͤge kosten, was es wolle, als einen Theil des Gebiets
Whig, Alderman Wood, am 30. Juni nach Beendigung der Ab: Ihrer Majestaͤt zu behaupten. stimmung beim Voruͤbergehen an dem Hause, wo das Tory⸗Co⸗ Aus Brasilien wird in Privatbriefen berichtet, daß man mité seine Sitzungen haͤlt, von einer im Solde der Tories ste⸗ dort damit umgehe, Eisenbahnen einzufuͤhren und daß ein Pro⸗ henden Bande groͤblich insultirt wurde, und daß diese Leute schon spektus uͤber eine 120 Englische Meilen lange, durch die reichen Distrikte von St, Paul, Iguasser, Piraby, Barra, Manza, Re⸗
zu koͤrperlichen Mißhandlungen schritten, als Herr Shillibeer, ein Omnibus⸗Eigenthuͤmer, und ein anderer Freund herbeieilten, meh⸗ zenda und Campo⸗Bello zu fuͤhrende Bahn bereits publizirt wor⸗ den sey.
rexe seiner Gegner durch Faustschlaͤge zu Boden streckten und ihn Die treuen Helfer wurden Neuere uͤber New⸗York eingegafigene Nachrichten aus Bue⸗ nos-Ayres melden, daß dort 113 fremde Schiffe im Hafen lagen,
e, g11 . . . Nuͤcklich in ein Kabriolet brachten. darauf von der uͤber Wood's Entkommen wuͤthenden Bande selbst und daß es schwer war, Fracht zu bekommen. Die bedeutende „ e . ar üüo ho 8 8 Aushebung fuͤr die Armee hatte Mangel an Arbeitern erzeugt.
arg mißhandelt und ihnen die Kleider vom Leibe gerissen. In Harwich sollen, dem „Globe“ zufolge, die Bestechun⸗ gen “ der Tories so weit getrieben worden seyn, daß Der Vice⸗Admiral Adam wird, dem Vernehmen nach, das dan Pfund fuͤr ““ Stimme gezahlt haͤtte. eintraͤglichere Flotten-⸗Kommando in Westindien und Nord⸗Ame⸗ an nimmt an, daß in Folge der Unruhen bei den Wahlen rika dem Oberbefehl im Mittellaͤndischen Meere vorziehen, fuͤr
Die Sklaverei⸗Frage regt die Amerikaner sehr auf, und
3 5. ge. 1 4 8 „ ges . 7 3₰ . — kuͤnfte fuͤr das letzte Finanzjahr bis zum 5. Juli belaͤuft sich auf
* 5S.e warnt das Land gegen die es bedrohenden Unfaͤlle. Auf alle
V
igen. Eine solche Maßregel wuͤrde ihm von vielen Seiten Po— pularitaͤt zuziehen, unter seiner eigenen Partei aber gewiß viel Unwillen erregen. .
„Der Graf von Cardigan wurde gestern zum Mitgliede des naͤlteren United Service⸗Klub“ vorgeschlagen; bei der Balloti⸗ rung aber waren unter 106 Kugeln 28 schwarze. Eine so große Anzahl schwarze Kugeln macht es dem Grafen unmoͤglich, sich in den naͤchsten zehn Jahren wieder als Kandidat zu melden. Was diesen Fall um so beleidigender fuͤr Lord Cardigan macht, ist, daß 14 Offiziere, die zu gleicher Zeit vorgeschlagen waren,
seines eigenen Regiments besand.
8 In Dublin ist es hoͤchst wahrscheinlich, daß O’Connell durchfallen wird. In diesem Falle wuͤrde er aber fuͤr einen an- deren Ort gewaͤhlt werden.
London, 6. Juli. Die Wahlen in den Englischen Staͤdten sind vollendet, und die Whigs haben nach ihrer eigenen Annahme nur 175 gegen 166 davon getragen — eine geringe Mehrheit, wo fuͤr eben diese Staͤdte, besonders die groͤßeren, so viel auf dem Spiele stand. Bei der letzten Abstimmung hatten sie noch 183, und 3, welche zur Zeit nicht mitstimmten, wurden als zweifelhaft angesehen. In Schottland indessen haben bei den bereits stattgesundenen Wahlen beide Theile weder gewonnen noch verloren, und in Irland steht, wie bereits gemeldet, den Tories eher Verlust als Gewinn bevor, deswegen ist es auch wohl be⸗ greiflich, warum ihre Journale so laut darauf pochen, daß ihre
1“*“ “ worden sind. welchen man jetzt den Admiral Gago nennt. — 81 Rwiten 9 Cahren der ganzen Dauer der Wahl blu⸗ Zu Rotherdam in Yorkshire ist gestern ein Schiff, das vom he en W1öö668* Spitaͤler sind mit Verwun⸗ Stapel gelassen werden sollte, umgeschlagen, und es haben, wie 1““ ein Polizei⸗Ugent ist an den empfangenen es heißt, von 150 Personen, die sich an Bord befanden. 70, das 8 8 LU ebe 3 1 Ipo or gester 2 CG. “ Leben verloren. 8 8 Der gestern bekannt gemachte Bericht uͤber die Staatsein⸗ Der Prinz von Capua und seine Gemahlin wohnen gegen⸗ nahmen ergiebt fuͤr das mit dem 5. Juli abgelaufene Quartal waͤrti EEE“ l11A44“*“ b 22„& 6 e Wuartal waͤrtig mit Familie und Gefolge zu Richmond in einem, vat einen Minderertrag von 3661 Pfund und fuͤr das an demselben “ E1“ als Russischer Botschafter . 8 demselben hotel, welches fruͤher der Fuͤrst Lieven als Russischer Botschafter Tage abgelaufene Jahr einen Minderertrag von 524,640 Pfund in Miethe hHatis ebden antesprechenden Jettreumen bis zum 5. Juli Unlangst stand ein Bettler, John Kiggs, der sich ein Sohn 1840. Im letzten Quartal ist in den Zoͤllen ein Ausfall von Georgs IV. nennt, vor dem Polizei⸗Amte, weil er vor der Pauls⸗ 289,318 Pfund und in der Stempeltare von 48,830 Pfund, kirche an der Thür gebettelt hatte. Er entschuldigte sich damit, waͤhrend die Accise um 88,360 Pfund, die direkten Steuern um daß er zu keinem Kirchspiele gehdre, worin er das Armenrecht 382,888 Pfund und das Post⸗Departement um 19,000 Pfund ansprechen konne, 88e; bat, ihn nach Indien zu schaffen. Man mehr eingebracht haben, als in dem entsprechenden Quar⸗ rachte ihn vorlaͤusig in das Armen⸗Arbeitshaus der City. tal des vorigen Jahres. Auf das ganze Jahr zeigt sich ein f Ausfall von 524, 640 Pfd. Es haben naͤmlich gegen das vor⸗ hergehende Jahr die Accise zwar um 431,020, die Stempel⸗Abgabe. um 31,664 und die direkten Steuern um 649,471 Pfd. zugeno
““
London, 6. Juli. (B. H.) Es heißt, Sir R. Peel's Absicht sey, eine Vermoͤgens⸗Steuer vorzuschlagen, als ein siche⸗ res Mittel, alle finanziellen Schwierigkeiten auf einmal zu besei⸗
Mehrheit, wenn auch klein, eine Mehrheit von Englischen
erhalten, um ihren Verpflichtungen eine Zeit lang nachkommen zu ůMitgliedern sey, deren Anzahl sie, ohnstreitig uͤbertrieben auf 130 9 8 8 9- 1 ' 9- n auf
festsetzen. Ob nun gleich die Englische die Hauptnation von den dreien ist, so ist nicht einzusehen, warum man es O'Connell und seinem Anhang uͤbel nimmt, wenn sie eben solche Rechnungen anstellen, und mit noch groͤßerem Rechte sagen, wenn wir Irlaͤn⸗ laͤnder unser eigenes Parlament haͤtten, so besaͤßen die Whigs bei uns eine Mehrheit von 2 gegen 8
Die Whigs troͤsten sich inzwischen mit der Groͤße der Op— position, die sie darstellen werden, die, wenn auch nicht an Zahl so groß als die, welche die Tories neulich bildeten, doch dieselbe, als auf die Masse der Mittelklassen gestuͤtzt und die Forderungen derselben nach Reform und Fortschritt vertretend, jene bei weitem an Macht uͤbertreffen muͤsse. Auch sind sie stolz darauf, daß so viele Mitglieder ihrer Regierung von großen Staͤdten gewaͤhlt worden sind, wie Russell in der City, Clay und Fox in den Tower Hamlets (der eine mit 4 bis 5000 und der andere mit mehr als 5200 Stümnmen) Macauley in Edinburg, Hobhouse in Notting⸗ ham u. s. w. Auf der andern Seite aber haͤtten Peel, Sir G. Clark, Sir J. Graham sich genoͤthigt gesehen, zu kleinen Staͤdt⸗ chen ihre Zuflucht zu nehmen, und Sir G. Murray, Herries, Dawson (Peels Schwaͤger) und andere, welche wahrscheinlich in der neuen Verwaltung eine Stelle bekleiden sollten, seyen ver⸗ worfen worden. Dieses, meint die „Morning Chronicle“ sey kein Be⸗ weis, daß die Whigs so unbeliebt seyen, und die Nation nach der Ruͤckkehr der Tories zur Herrschaft seufze. Hierin ist freilich viel Wahres. Dennoch ist nicht zur verkennen, daß die Na— tion im Ganzen bei der Aufforderung der Whigs ziemlich kalt geblieben ist, und es wohl ein Paar Jahre kluger unbeharrlicher parlamentarischer Bearbeitung erfordern wird, ehe sie sich fuͤr die neuen Ideen in Leidenschaft setzt; wie jetzt allein die frische ka— tholische Partei thut, bei der der Unterschied zwischen Whig⸗ oder Tory⸗Herrschaft als eine Lebensfrage angesehen wird. Geschieht dieses aber, so wirft sie den ganzen Widerstand der Territorial⸗ Aristokratie nebst allen einzelnen Interessen wie eine Feder ab, und ihr Wille muß geschehen.
Der Anticornlaw league ist gelungen, den Mann, welcher bis⸗ her die Seele ihres Bundes war, Cobden von Manchester, in's Unterhaus zu bringen. Viele, welche außerhalb des Parlaments große Rollen gespielt, haben sich oft in demselben als Nullen er⸗ wiesen. Tritt dieser unstreitig starke Kopf aber hier mit dersel⸗ ben Kraft auf, die er bisher bewiesen, so wird sich bald um den— selben, Villiers, Hume (denn obgleich zu Leeds verworfen, koͤmmt dieser doch gewiß hinein) Ewart, und einige andere her eine Par⸗ tei fuͤr aͤchte Handelsfreiheit bilden, der die Whigs sich, wenn sie anders noch etwas gelten wollen, werden, gern oder ungern, anschlie— ßen muͤssen. Aber ist er's nicht, ist's ein anderer: die Kugel ist geworfen, und rollt fort, ohne daß eine menschliche Gewaͤlt sie anzuhalten vermoͤchte. Das wissen die Tories auch recht gut, und es ist wohl mehr diese geheime Furcht, welche sie bei ihrem Siege so verdrießlich macht, als was sie von den Intriguen ihrer Par⸗ teigegner zu besorgen vorgeben.
Diese, behauptet maͤn, fuͤhrten allerlei Plane im Schilde, um mittelst des Hofes eine Herrschaft fortzufuͤhren, die ihnen die Nation abgesprochen habe. Nach einigen wollen sie den Ver⸗ such machen, alle Regierungsgeschaͤfte vor den Geheimen⸗Rath zu ziehen, und somit das eigentliche Ministerium zu bloßen Figuran⸗ ten herab zu wuͤrdigen. Es giebt freilich wohl eben so viele Tory⸗ Geheimeraͤthe als es deren unter den Whigs giebt, aber die sind es nur in der That, welche der Monarch jedesmal einladen laͤßt. Folglich staͤnde den Whigs in dieser Beziehung kein Hinderniß in dem Wege, so lange sie das besondere Wohlwollen der Krone besitzen. Aber abgesehen davon, daß eine solche Camarilla, welche es wagen wollte, ohne Zusammenhang mit dem Unterhause zu regieren, nicht von der Nation geduldet werden wuͤrde, so weiß man ja, daß kein Regierungs⸗Befehl Gehorsam sindet, der nicht von dem Minister, zu dessen Fach die Sache eben gehoͤrt, unterzeich— net ist. Da nun ganz gewiß kein Tory⸗Kabinet sich da—⸗ zu hergeben wuͤrde, die Beschluͤsse eines Geheime⸗Raths von der Gegenpartei zu unterzeichnen, so darf man unbedingt an— nehmen, daß das Ganze ein dumm erfundenes Geruͤcht ist, um diese Gegner, als Menschen, die um jeden Preis das Heft in Haͤnden behalten moͤchten, veraͤchtlich zu machen.
Ein Anderes ist: Da die Koͤnigin wieder guter Hoffnung seyn soll, so wuͤrde man vorgeben, die Aufregung, worin ein Re⸗ gierungs⸗Wechsel sie versetzen muͤsse, koͤnne ihr gefaͤhrlich werden, und wuͤrde demnach dahin uͤbereinkommen, bei der Wieder⸗ versammlung des Parlamentes bloß fuͤr die sinanziellen Beduͤrf⸗ nisse zu sorgen, und dasselbe alsdann bis zum April zu vertagen. Wenn wirklich etwas an diesem Geruͤchte ist, so zweifle ich nicht, Peel selbst und die Vernuͤnftigsten seiner Partei, wuͤrden sich gern zu einer solchen Uebereinkunft verstehen, wodurch ihre Gegner sich bei ihrer eigenen Partei unwiderruflich stuͤrzen muͤßten, waͤhrend sie, durch ein wenig Warten, ihre eigene Faͤhigkeit, die Regierung zu behaupten, um Vieles vermehren wuͤrden. Aber die unruhigen Koͤpfe, welche den Schweif der Tory⸗Partei bilden, wuͤrden sich diese keuge Enthaltsamkeit nicht gefallen lassen, und es ist ja welt⸗ Ffanft, daß bei Parteien der Schweif den Kopf lenkt. Meines Erachtens also ist auch dieses ein Maͤhrchen; und ich zweifle nicht, daß gleich bei der ersten guͤnstigen Gelegenheit, wann das Parla⸗ ment sich versammelt hat, die Tories ihre Mehrheit geltend ma⸗ chen und die Whigs hergebrachter Weise austreten werden.
Die Rede, womit Lord Sydenham das Parlament der Ver⸗
.
leiue earmin.
alle zugelassen wurden, und daß unter diesen sich der Major
ffnet hat, wird in der Aufregung des Au⸗ als sie verdient. Waͤhrend er auf der sich mit inneren Verbesserun⸗ aͤlen und Strahen, zu beschaͤf⸗
einigten Kanadas erd genblicks weniger beachtet als einen Seite die Sraͤnde aufforer, en, namentlich von Schulen, Kanalen aßen, 9 Perh erklaͤrt er ihnen, daß die Koͤnigin dHhg 9, Besreiung Mac Leods und den Schut Frer. Aben -en schen Unterthanen alle ihr zu Gebot stehende I itte — so wie fuͤr die Erhaltung jener Provinzen bei Britischen Krone das Aeußerste zu thun. Zu diesem Zweck sollen 5 Pro⸗ vinzen selbst auch ihre Vertheidigungskraͤfte vermehren den ng⸗ lichste Antwort, welche eine sich ihrer Kraft hat. 8 nach Zeit und Ort auf das Geschwaͤtz der benachbarten Repu⸗ 8. kaner ertheilen konnte, und die auch bei diesen ihre Wirkung nich verfehlen wird. “ Belgien. “
Brüssel, 6. Juli. Trotz des Widerspruches des Inde pe n⸗ dent, bleiben mehrere Belgische Zeitungen, namentlich d In⸗ dustrie, bei der Behauptung, daß zwischen Frankreich und gien Unterhandlungen wegen Abschließung eines Zoll⸗Vereins im Gange seyen. hess — 1 Behge General Buzen, ist aus dem Lager von Beverloo zuruͤckgekehrt, wo er eine Truppen⸗Musterung uͤber die daselbst versammelten 10,000 Mann gehaiten hat. ’
Der Observateur behauptet, daß der Minister der oͤffent⸗ lichen Arbeiten dem Ingenieur Simons die obere Leitung des Baues aller Belgischen Eisenbahnen entzogen und denselben auf die Konstruktion der Eisenbahn zur Preußischen Graͤnze beschraͤnkt habe. 8 ““ *¶ Herr v. Gurowski und seine Gemahlin, die Infantin Isa⸗ bella, sind in Spa angekommen, um dort die schoͤne Jahreszeit zu verbringen.
Dentsche Bundesstaaten.
Hannover, 30. Juni. Nachtraͤglich berichtet 5 noͤvrische Zeitung Folgendes uͤber die (in Nr. 182 der Ztg. bereits kurz erwaͤhnte) zweite Kammer vom „Relation des Herrn General⸗S yndikus aus der Vorstellung des Buͤrgermeisters, Land⸗ und Schatzraths Dr. jur. Stuͤve, den ihm versagten Eintritt in die allgemeine Staͤnde⸗Versammlung be⸗ treffend, wonach der Reklamant von der gegen ihn denunziirten Beschuldigung: „der Veranlassung und Ersindung eines verlaum⸗ derischen Geruͤchts, nach welchem eine sehr unangenehme Scene zwischen Seiner Majestaͤt und dem Erb⸗Land⸗ Marschall Grafen von Muͤnster vorgefallen sey, wobei des Koͤnigs Majestaͤt die Anerkennung der Minoritaͤts⸗Wahlen verlangt, und mit der Ein⸗ ziehung von Derneburg gedrohet habe,“ auf desfallsige Verneh⸗ mung und Verwahrung gegen jede Untersuchung am 27. Mai d. J. zufolge Kanzlei⸗Erkenntnisses vom 29sten ejusd. zwar frei⸗ gesprochen sey, weil „das zur Anzeige gebrachte Vergehen in Be⸗ ziehung auf den Denunzianten als verjaͤhrt zu betrachten, und von allem Untersuchungs⸗Verfahren wider denselben dieserhalb zu ab⸗
strahiren sey“, — dessenungeachtet aber von Seiten des Königlichen Kabinets zufolge Verfuͤgung vom 17ten d. M. ihm eroͤffnet wor⸗ den, „daß, da der Buͤrgermeister ꝛc. Stuͤve durch das fragliche Erkenntniß nicht voͤllig freigesprochen, seine Zulassung zur allge— meinen Staͤnde⸗Versammlung die Vorschrift des §. 94 des Landes⸗ Verfassungs⸗Gesetzes entgegenstehe“ — eine Auslegung und Ver⸗ fuͤgung, wodurch der Reklamant sich auf's Aeußerste verletzt erachte, und weshalb derselbe, außer um einen unbestimmten Urlaub zur Abwesenheit aus der Staͤnde⸗Versammelung, bizte, die erforderli⸗ chen Schritte zu thun, um den §. 94 des Landesverfassungs⸗Ge⸗ setzes und dem §. 103 des Staats⸗Grundgesetzes die richtige Aus⸗ legung zu geben. — Der Hr. General-Syndikus war der An⸗ sicht, daß, da dem Urtheile nach einer Untersuchung uͤberall nicht stattfinden koͤnne, auch von einer Freisprechung wegen eines Verbre⸗ chens nicht die Rede seyn koͤnne. Es hielt deshalb die den Hrn. Schatz⸗
rath Stuͤve von der Staͤnde⸗Bersammlung ausschließende Cabinets⸗ Verfuͤgung rechtswidrig, nicht blos gegen den CC“ sondern auch ggeen die Wahl⸗ Corporation, so wie gegen die Staͤnde⸗VBei sammlung, die ein Recht habe, zu verlangen, daß dem Eintritte eines recht⸗ maͤßig gewaͤhlten Deputirten Hindernisse nicht in den Weg gelegt wuͤrden, weil sonst die Guͤltigkeit der Beschluͤsse einer Bersamm⸗ lung, die nicht alle Theilnehmer habe, die sie gesetzmaͤßig haben müuͤsse, in Zweifel gezogen werden koͤnne, und fand sich deshalb zu dem Antrage veranlaßt, unter. Uebermittelung der Eingabe des Buͤr⸗ germeisters Stuͤve Koͤniglichem Kabinet zu erkennen zu geben: „Nach den angefuͤhrten und dokumentirten Thatsachen stehe nicht zu bezweifeln, daß die Sache, wie sie angebracht sich verhalte; und sey durchaus nicht anzunehmen, daß der Buͤrgermeister D)r. Stuͤve wegen eines Criminal⸗Verbrechens bestraft oder in Untersu⸗ chung gezogen worden, ohne von der Beschuldigung voͤllig freigesprochen zu sehn; vielmehr liege klar vor, daß die Untersuchung in Folge der von dem Hrn. Buͤrgermeister Stuͤve unternommenen Verwahrung und der eventuell zu Protokoll gegebenen Erklaͤrung fuͤr voͤllig un⸗ statthaft erkannt worden ist. — Bei solcher Sachlage haben Staͤnde nur mit dem tiefsten Bedauern erfahren koͤnnen, daß die Rechte zu⸗ gleich eines Unterthanen, einer Coeporation und der Staͤndeversamm⸗ lung auf eine so betruͤbende Weise haben beeintraͤchtigt werden moͤgen, wie solches durch den Inhalt des Reskripts Koͤnigl. Landdrostei zu Osna⸗ bruͤck vom 17. Juni d. J. geschehen sey. Indem Staͤnde daher auf die sofortige Wegraͤumung der dem Eintritte des Herrn Buͤr⸗ germeisters Stuͤwe rechtswidrig entgegengestellten Hindernisse alles Ernstes dringen muͤssen, wollen sie zwar die Hoffnung nicht auf— geben, daß Aehnliches fuͤr alle Zukunft unterbleibe, jedoch die Aeu⸗ ßerung der festen Absicht nicht unterdruͤcken, daß, wenn ihr Antrag ohne genuͤgende Folge bleibe und ihre Hoffnung getaͤuscht werden sollte, sie sich unausdleiblich genoͤthigt sehen wuͤrden, an Allerhoͤchst Seine Majestaͤt eine Beschwerde wegen des durch den Kavbinets⸗ Minister geschehenen Mißbrauchs der Amtsgewalt und einen Antrag auf dessen Stellung vor Gericht gelangen zu lassen. — Schließ ich koͤnnen Staͤnde nicht umhin, zu erklaͤren, daß sie bei fortdauernder Ausschließung der zum Eintritt in die Staͤnde⸗Versammlung berech⸗ tigten Deputirten genoͤthigt seyn wuͤrden, die in ihrer Befugniß liegende Vertagung eintreten zu lassen. Daruͤber, daß die vom Kabinet dem §. 91 des Landes⸗Ver⸗ fassungs⸗Gesetzes gegebene Interpretation in diesem Falle nicht zugelassen werden duͤrfe; so wie daruͤber, daß der Eintritt des Herrn Schatzraths Stuͤve im Interesse der Foͤrderung der Ge⸗ schaͤfte hoͤchst wuͤnschenswerth sey, herrschte allgemeines Einver⸗ staͤndniß; uͤber die Form und Fassung des Antrages aber entstand eine laͤngere Diskussion. Von einigen Mitgliedern wurde nament⸗ lich behauptet, daß sich streiten lasse, ob die Vernehmung des Schatz⸗ raths Stuͤve am 29. Mai sich in den Graͤnzen des Informativ⸗Ver⸗ fahrens gehalten habe, oder in eine Vernehmung zur Untersuchung be sey; und daß das abgegebene Erkenntniß, wenngleich ein freisprechendes, doch nur von weiterer Verfolgung und S trafe, nicht aber von der Anschuldigung selbst freispreche, weshalb der Antrag zu unbedingt gestellt sey; wogegen von mehreren anderen Mitgliedern darauf hingewiesen wurde, daß von einer Kriminal⸗ Untersuchung im gegenwaͤrtigen Falle gar nicht die Rede seyn könne, weil es an einem subjektiven Thatbestande dabei fehle; so wie es guch ganz zweifellos sey, daß das Kanzlei⸗Erkenntniß ein
isn
vollig freisprechendes sey, da juristisch nur eine vollstaͤndige Absolution oder eine Absolution von der Instanz denfbar sey. Obwohl in der Haupttendenz mit dem Antrage einverstanden, glaubten sie, zumal bei Annahme der Interpretation des Kabines die Ehre der Staats⸗ buͤrger und deren wichtigsten politischen Rechte jedem Dennian⸗ ten in die Haͤnde gegeben seyen, doch die im letten Theile des Antrages enthaltenen Drohungen, die allein schon die erste Kam⸗ mer zu Ablehnung des Antrages veranlassen, und damit allein schon das Nichtzustandebekommen eines staͤndischen Beschlusses her⸗ beifuͤhren wuͤrde, der Sache unangemessen, und proponirte des⸗ halb ein erstes Mitglied, das zu erlassende Schreiben mit dem Satze zu schließen: „Staͤnde muͤssen, daher auf die, sofortige Wegraͤumung der dem Eintritte des Buͤrgermeisters Stuͤve rechts⸗ widrig entgegengestellten Hindernisse auf dc.. Drinendser an⸗ tragen. Dagegen waren ein zweites und ein drittes Meirgad⸗ ent⸗ schieden der Ansicht, daß die angefochtenen Saͤtze des Antrages
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beibehalten werden muͤßten, da nach dem bisherigen Verfahren des Kabinets sicher vorauszusehen sey, daß dasselbe den Eintritt des Buͤrgermeisters Stuͤve doch nicht zugeben werde, es also nur darauf ankomme, daß die zweite Kammer ahre Entruͤstung uͤber ein solches Verfahren so kraͤftig als moöͤglich ausspreche, und damit dem tiefgekraͤnkten Mann eine Ehrenerklaͤrung gebe. Der Supposition, daß das Kabinet keinenfalls den Eintritt des Herrn Buͤrgermeisters Stuͤve zugeben werde, glaubte ein viertes Mitglied keinen Einfluß auf den zu fassenden Besct luß gestatten zu duͤrfen, und schloß sich dem Antrage des ersten Mitgliedes an. Nachdem endlich noch ein fuͤnftes Mitglied darauf hinge⸗ wiesen hatte, daß das Kabinet, indem es sich die Entscheidung der Frage aneigne, ob Jemand in Untersuchung gewesen sey oder nicht, einer Frage, von der die Ehre und die wichtigsten poll⸗ tischen Rechte eines Staatsbuͤrgers abhingen, deren Entscheidung deshalb jedenfalls den Gerichten verbleiben muͤsse, eine wahre Kabinets⸗Justiz uͤbe; welche Ansicht von einem sechsten Mitgliede auf das Entschiedenste widersprochen wurde, weil den Gerichten eine Entscheidung uͤber Verfassungsfragen, die allein zur Compe⸗ tenz der Regierung und der Staͤnde gehoͤrten, nie eingeraͤumt werden koͤnne; und nachdem dieses letztere Mitglied um die Prin⸗ zip⸗Frage, uͤber welche doch verschiedene Ansichten geaͤußert seyen, im Allgemeinen zur Entscheidung zu bringen, als Verbesserung beantragt hatte: „unter Darlegung des aus der Petition sich er- gebenden wesentlichen Sachverhaͤltnisses zu aͤußern, daß Staͤnde derselben Meinung seyen, daß in diesem und aͤhnlichen Faͤllen eine Untersuchung im Sinne des §. 94 des Landes⸗Verfassungs⸗Gesetzes nicht vorhanden gewesen sey, und daß sie demnach um Zulassung des Reklamanten ersuchen“ wurde zur Abstimmung geschritten, wobei 44 gegen 35 Stimmen sich fuͤr den Verbesserungs⸗Antrag
des ersten Mitgliedes erklaͤrten, womit die uͤbrigen Antraͤge von selbst hinwegfielen.“
Darmstadt, 8. Juli. Ihre Majestaͤt die Koͤnigen von Griechenland traf gestern Vormittag auf der Reise von Muͤnchen nach Ems zum Besuche am Großherzoglichen Hofe hier ein und stieg in den fuͤr Hoͤchstdieselbe bereit gehaltenen Gemaͤchern des Großherzoglichen Schlosses ab. Seine Koͤnigl. Hoheit der Groß⸗ herzeg hatte sich zum Empsange Ihrer Majestaͤt von dem Land⸗ site Seeheim in die Stadt begeben. Heute fruͤh sind Ihre Ma⸗ jestaͤt die Königin uͤber Kreuznach nach Ems abgereist.
Karlsruhe, 6. Juli. (Oberd. Ztg.) In der heutigen Sitzung der Abgeordneten⸗Kammer stellt Herr von Itzstein den Antrag, jede Berathung und Schluß⸗Fassung ausgesetzt zu lassen, bis die Urlaubsfrage erledigt seyn wuͤrde. Von den Herren Mohr, Weizel und Christ bekaͤmpft, wurde der Antrag bei der Abstimmung abgelehnt. Die Diskussion des Berichtes uͤber die Budget⸗Nachweisungen vnn 1837 und 1838 fuͤllte den Rest der Sitzung aus. — Das Praͤsidium wurde heute von dem Vice⸗ Praͤsidenten, Herrn Bekk, gefuͤhrt, da Herr Duttlinger, leidender Gesundheit halber, nach Freiburg abgereist ist. — Herr Welcker ist, wie wir vernehmen, wieder hier eingetroffen.
Hamburg, 28. Juni (A. Z.) Waͤhrend man in den Ver⸗ eins⸗Staaten um das Fuͤr und Wider des Handels⸗ und Schiff⸗ fahrts⸗Vertrages gestritten hat, haben die zunaͤchst Betheiligten an der Ost- und Nordsee allen Federkrieg vermieden, und ganz im Stillen Hand ans Werk gelegt, aus den neuen Verhaͤltnissen Nutzen zu ziehen. Seit drei Wochen ist jetzt von hier bereits das zweite mit Deutschen Erzeugnissen beladene Schiff nach Bar⸗ badoes abgegangen. Das erste wurde von einem dort ansaͤssigen Englischen Kaufmann befrachtet, welcher unseren Markt sehr bil⸗ lig gefunden, und die Ueberzeugung ausgesprochen hat, er werde mit seiner Ladung ein gutes Geschaͤft machen. Seitdem ist nun auch die zweite Ladung fuͤr Hamburgische Rechnung in See ge⸗ siochen. Wir wuͤnschen diesem Unternehmen einen gluͤcklichen Erfolg, und hoffen, daß eine recht lebhafte Geschaͤfts⸗Verbindung daraus ent⸗ stehen werde. Die Erfahrung hat gelehrt, daß wir mit den Amerikanern uͤberall in die Schranken treten koͤnnen; und wenn auch ihr Mehl dem unsrigen noch vorgezogen wird, so kann es nicht mehr lange waͤhren, und sollte um so eher ein Sporn fuͤr uns seyn, die gieiche Stufe der Vollkommenheit in der Berei⸗ tungsweise zu erreichen. Auf den Englischen Maͤrkten steht jetzt Amerikanisches Mehl, unter Schloß, auf 23 bis 21 Schilling fuͤr 195 Pfund netto Gewicht; Danziger, Kopenhagener und Ham⸗ burger Mehl auf 21 bis 23 Schilling. Bei dieser Gelegenheit wird es vielleicht nicht am unrechten Orte seyn, den Handel der Nord⸗Amerikaner mit den Englischen Besitzungen der neuen Welt naͤher ins Auge zu fassen, um eine Uebersicht uͤber seine Bedeu⸗ tung zu gewinnen. Der Verkehr der Vereinigten Staaten mit Westindien uͤberhaupt umfaßt eine Menge Erzeugnisse, welche Deutschland ebenfalls liefern kann; mit Ausnahme von Fischen, Reis, Tabak und Schindeln. Dieser Verkehr beschaͤftigte im Jahre 1839, nach amtlichen Angaben, 70,749,000 Tonnen einhei⸗ mische und 11,285 Tonnen fremde Schiffe, und belief sich auf etwa 12,000,000 Rthlr. oder 30,000,000 Fl. Mit dem Britischen Westindien allein betraͤgt er ungefaͤhr 2,500,000, und mit den Englischen Kolonieen von Nord⸗Amerika 1,500,000, also zusam⸗ men an 4.000,000 Rthlr. oder 10,000,000 Fl. Offenbar haben die Amerikaner diesen Handel aller gus den unterscheidenden Zoͤllen entstehenden Hindernisse ungeochtet mit Vortheil betrie⸗ ben, und es ist erweesen, daß sie der Naͤhe wegen nicht bil⸗ liger verkaufen koͤnnen als wir. Aus diesem Grunde haͤtte Deutsch⸗
land, durch Hamburgs Vermittlung, laͤngst daran Theil nehmen koͤnnen, wenn nicht aͤndere Schwierigkeiten im Wege gelegen waͤ⸗ ren, die der neue Vertrag beseitigt. Die Artikel, welche die Ver⸗ einigten Staaten nach den britisch⸗amerikanischen Besitzungen uͤber⸗ haupt verschiffen, bestehen aus Rind⸗ und Schweinefleisch, Speck und Schinken, Schiffsbrod, Weizen⸗ und Maismehl, Hafer, Reis, Butter, Kaͤse, Lichter, Seife, Tauwerk, Fische, Bier und Ale, le⸗ bendiges Vieh, Harz, Theer, Schindeln, Pipenstaͤbe, Bodenholz,
Brettern, Dielen, Reifen und einigen Kunst⸗Erzeugnissen.
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Hamburg, 9. Juli. Gestern schloß mit einem zahlreich besuchten Festmahle in der Festhalle und mit einer Erleuchtung auf der Alster das dritte Norddeutsche Musikfest, welches seit dem 2ten d. M. eine große Menge von Fremden in unseren Mauern versammelt gehalten hat. Es ist zu wuͤnschen, daß das Fest im naͤchsten Jahre, wo es auch seine Heimath finden mag, in dem⸗ selben Gelste frohen Enthusiasmus gefeiert werde, welcher nach allgemeinem Eingestaͤndnisse bei dem diesjaͤhrigen Feste vorge⸗
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Frankfurt a. M., 7. Juli. In der gesetzgebenden Ver⸗ sammlung unserer freien Stadt ward am 22sten v. M. ein Se⸗ nats⸗Vortrag sammt Gesetz⸗Entwurf, das Besuchen fremder Spiel⸗Banken betreffend, zur Begutachtung an eine Com⸗ mission von Fuͤnf verwiesen, Der ged chte Senats⸗Vortrag ist folgenden Inhalts: „Wenn das am 30 Dezember 1819 erlassene Gesetz, um dem verderblichen Spielen in Lottos und an Spiel⸗ Baͤnken zu steuern, und Ungluͤck von Einzelnen und ganzen Fami⸗ lien abzuwenden, nicht allein Strafen auf das Spielen dahier, sondern auch innerhalb eines Umkreises von zwei Stunden um hiesige Stadt in fremdherrischen Gebieten festgesetzt, so genuͤgte diese Bestimmung bisher, und ehe durch die vielen Verbindungs⸗Mittel die benachbarten Spiel⸗Banken so nahe gebracht worden, daß man in kurzer Zeit solche besuchen und zuruͤckkehren kann. Der Zweck, den man bei Abfassung des Art. 3 des Gesetzes vom 30. Dezember 1819 im Auge hatte, ist nun durch die damals un⸗ bekannten schnellen Befoͤrderungsmittel von einer Stadt zur an⸗ dern ganz vereitelt, und kann nur dadurch wieder erreicht werden, daß man den auf zwei Stunden bestimmten Umkreis auf einen Umkreis von zwoͤlf Stunden ansgedehnt. Der Senat traͤgt da⸗ her bei der gesetzgebenden Versammluug darauf an: daß die im Art. 3 des Gesetzes vom 30. Dezember 1819 enthaltene Bestim⸗ mung auf einen Umkreis von zwoͤlf Stunden ausgedehnt werde, und legt zu dem Ende Entwurf eines zu erlassenden Gesetzes bei.“
Hesterreich.
Wien, 6. Juli. Se. Majestaͤt der Kaiser haben dem Kai⸗ serlichen Internuntius an der Ottomanischen Pforte, Freiherrn von Stuͤrmer, das Commandeur-Kreuz des Stephan⸗Ordens verliehen.
— ℳ 2 Schweiz.
Locarno. 2. Juli. (N. Zuͤricher Z.) Furchtbare Anschlaͤge haben in den letzten Tagen beinahe die Regierung uͤberrascht, und das Land in Verwirrung gebracht. Gluͤcklicherweise ist die Regierung durch Privatbriesfe von Mailand von der Verschwoͤrung in Kenntniß gesetzt worden, welche die politischen Veurtheilten mit einigen Anhaͤngern dort sponnen. Aber im Kanton Tessin liegt die wahre Macht in der Masse der liberalen und unabhaͤn⸗ gigen Buͤrger. Ich lege die heute Morgen im Staatsrathe an⸗ genommene Proclamation bei. Diese sagt: durch geworbene Mannschaft und Versprechungen habe die Ruhe gestoͤrt werden sollen, zuerst durch einen bewaffneten Anschlag auf die Gesandt⸗ schaft zur Tagsatzung. Aber die gewarnte Regierung habe am 30. ein Bataillon in der Naͤhe des Hauptortes zusammengezogen, und alle Vorsorge getroffen. Unterdessen hatten sich Bewaff⸗ nete an einigen Orten auf der Landschaft gesammelt, wovon ein starker Zug am 1. Juli (Markttag), aus Vallemagia vorruͤckte, bis sie in einem mehrstuͤndigen Gefechte mit den Truppen, unter Verlust von einigen Todten und Gefangenen in die Flucht gejagt wurden. Noch bestehe eine andere Zusam⸗ menrottung an der Bruͤcke Tenera. Schnelle Justiz werde walten und sogleich der Gr. Rath berufen werden. Unser Correspondent meldet in spaͤterer Stunde: Auch die Schaar an der Bruͤcke Tenero hat sich zu ihrem Nachtheil geschlagen, mit 3 oder 4 Tod⸗ ten. Die Regierungstruppen haben keine Verluste. Nun ist das Land gerettet, aber noch groß die Aufregung. Amnestie ist nicht mehr moͤglich nach einem so treulosen Attentate. Die Hebel der Verschwoͤrung waren die Interessen der politischen Verurtheilten und ihrer fruͤheren Creaturen, ferner der durch Aufhebung des Pachtsystems Benachtheiligten und einiger Holzhaͤndler, denen gute Forstwirthschaft schadet, daneben persoͤnliche Feindschaft. — Der Republikano meldet, daß von allen Seiten sich Freiwillige fuͤr die Regierung einstellen; die Insurgenten haben 11 oder 12 Todte.
Bern, 2. Juli. (Nat. Ztg.) Die Regierung von Lu⸗ zern hat 27 Offitlere, welche erklaͤrt haben, nicht gegen Aargau zu marschiren, falls dies noͤthig seyn sollte, vor die Militair⸗Kom⸗ mission gewiesen, und will dieselben, wenn sie auf ihrer Erklaͤ⸗ rung beharren, ihrer Stellen entlassen und als Gemeine einrei⸗ hen; dagegen ist eine Aufforderung erschienen, um Freiwillige zu werben, fuͤr den Fall eines Zuges zur Wiederherstellung der Klb⸗ ster im Aargau.
Bei Miécourt, Bezirk Pruntrut, Kanton Bern, ist eine reichhaltige Eisenmine entdeckt worden.
Im Schweizerboten wird uͤber den im Bezirke Rhein⸗ felden uͤberhand nehmenden Genuß des Opiums geklagt und be⸗ merkt: „Nicht nur ist es Thatsache, daß in einigen obern Ge⸗ meinden des Bezirks viel Opium als gewoͤhnliches Universalmit⸗ tel aus den Apotheken geholt wird, sondern einzelne Individuen, vorzuͤglich Weiber, haben sich an den taͤglichen Genuß des Opiums auch schon so gewoͤhnt, daß sie dessen nicht mehr entbehren zu koͤnnen glauben. So kenne ich eine Frau auf dem Lande, di schon im vorgeruͤcktern Alter seit vielen Jahren taͤglich ihre Po tion nimmt. Um auch die Kleinen dieses Gluͤcks theilhaftig wer den zu lassen, ist es in mancher Familie gebraͤuchlich, wenn sie in der Wiege nicht schweigen wollen, ihnen einen Aufguß von Mohn blaͤttern und Mohnkapseln zu reichen.“
Portugal.
Lissabon, 28. Juni. (Engl. Bl.) Die Koͤnigin und ihr Gemahl haben einige Tage auf dem Landsitz des Herzogs vot Terceira bei Alhandra zugebracht, sind aber wieder nach Cint zuruͤckgekehrt, wohin sich auch der Engische Gesandte, Lord Howard de Walden, mit seiner Familie begeben hat. Am 25sten und 2b0sten wohnten Ihre Majestaͤten einem Stiergefecht bei.
In Algarbien dauern die Konflikte zwischen den Koͤniglichen Truppen und den Guerillas noch immer fort.
Die von der besonderen Finanz⸗Kommission beantragte Ka⸗ pitalisirung der National⸗Schuld ist von den Ministern nicht ge⸗ nehmigt worden, vielmehr beabsichtigen dieselben die Einfuͤhrung neuer Steuern und Ersparnisse in den Staats⸗Ausgaben. Unter diesen neuen Steuern steht oben an eine Angabe von 10 pEt. von den Zinsen der inneren Schuld und den Beamtengehalten und von 10 pCt. von Witwen⸗ und Waisen⸗Pensitonen. leich⸗
Der neue Zoll⸗Tarif mit seinen, einem Verhotr fast g eich⸗ kommenden Schutzzoͤllen soll am 21. August in esne eaen
Am 22. Junt hat die Deputirren⸗Kammer uat ver Minister ritaäͤt von 42 Stimmen (66 gegen 24) den v Weise genehmigt, der sie ermaͤchtigt, auf die ihnen gute