1841 / 192 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Tue, 13 Jul 1841 18:00:01 GMT) scan diff

die fuͤr den laufenden Dienst noͤthigen Summen gegen Verpfaͤn⸗ dung der Staatseinnahmen, welche zum September d. J. faͤllig werden, zu erheben. v“ 8 85 Türkei. 1“ Konstantinopel, 2. Juni. (Oest. B.) Berichten aus den Dardanellen vom 20. Juni zufolge, war in dem drei Stun⸗ den von dem asiatischen Hauptschlosse gelegenen Dorfe Renköj die Pest ausgebrochen. Man hatte sogleich die strengsten Quaran⸗

kaine⸗Maßregeln ergriffen, um der weitern Verbreitung des Uebels

Schranken zu setzen. Der oͤffentliche Gesundheitszustand in der

Hauptstadt war fortwaͤhrend befriedigend.

Ein Supplement zum Echo de bOrient vom 22. Juni enthaͤlt Nachrichten aus Candien bis zum 18. gedachten Monats. Keine entscheidende Affaire hatte bis dahin Statt gefunden. Mu⸗ 8 stapha Pascha war fortwaͤhrend in der Provinz Apocorona, wo ihn die Insurgenten am 14. angegriffen hatten. Sie wurden von Mustapha Pascha geschlagen, und in die Gebirge von Sfakia zuruͤckgeworfen. Tahir Paschaä war mit ungefaͤhr tausend Mann nach Kandien aufgebrochen, um die Truppen, die in jener

Gegend agiren, zu verstaͤrken. Er war nach Suda zuruͤckgekehrt,

ind hatte sich auch in Canea gezeigt. Er erwartete, wie man glaubt, nur die aus Konstantinopel verlangten Verstaͤrkungen, um einen entscheidenden Schlag auszufuͤhren.

Belgrad, 28. Juni. Jacub Pascha, den Se. Hoheit der Sultan zur Wiederherstellung der Ordnung und genauer Unter⸗ suchung des Vorgefallenen nach Bulgarien abgeschickt hatte, ist (wie bereits erwaͤhnt) nebst dem ihm beigegebenen Kommissaͤr, Tewfik Bei, am 22. in Nissa angelangt, wo er sich in der Woh⸗ nung des dortigen Pascha's einguartirte. Gleich nach seiner An⸗ kunft verbreitete sich das Geruͤcht, daß dieser Pascha (Sabri

Mustapha Pascha) wegen der fruͤher und noch neuerlich von ihm der seinen Untergebenen, gegen die christlichen Unterthanen der ohen Pforte veruͤbten Unthaten abgesetzt, und Ismet Pascha an des⸗

sen Stelle ernannt worden sey. Die zugleich mit Jacub Pascha angekommenen Truppen haben ein Lager außerhalb der Stadt bezo⸗ gen, und sich daselbst mit den bereits fruͤher aus den benachbarten

Paschaliks angelangten Streitkraͤften vereinigt; der Pascha ven

Uskub und Hassan Pascha, Sohn Achmed Bei's aus

Prekuplie, wurden mit 4 bis 6000 Mann noch erwartet.

Die Nachricht, daß Jacub Pascha den Tuͤrken in Sophia,

Basardschik und Philippopel das Tragen der Waffen ver⸗ boten habe, hat unter der christlichen Bevoͤlkerung in Nissa,

wo eine gleiche Anordnung gehofft wird, große Freude verbreitet.

Man glaubt, daß Jacub Pascha, nach Ordnung der Ange⸗

legenheiten in Bulgarien, eigentlich im Nissaͤer und Leschkov⸗ zaer Bezirke, die bedeutenden unter seinen Besehlen stehenden

Streitkraͤfte zur Baͤndigung der Arnauten, welche durch ihre grausamen Excesse den ganzen Aufstand veranlaßten, und dann

gegen den, wider den Wesir von Travnick (in Bosnien) in offe⸗ ner Fehde stehenden Mahmud Pascha von Tusla verwenden werde. Einem andern Berichte aus Belgrad, gleichfalls vom 28. Juni, zufolge, waren unlaͤngst in dem Kolubarer Bezirke des Fuͤrstenthums Serbien Versuche zur Aufwiegelung des Volkes gegen die Regierung gemacht worden, die man den Anstiftungen der Fuͤrstinn Ljubicza, Mutter des regierenden Fuͤrsten, zuschrieb. Ihn der That wurde, auf die Aussage der verhafteten Aufwieg⸗ ser, der Bruder dieser Fuͤrstinn, Gabriel Wukomanovich,

als schwer kompromittirt, am 25. gefaͤnglich eingezogen.

Am 26. Nachmittags, waͤhrend der Fuͤrst nach Topesidere spazieren gefahren war, verfuͤgte sich seine Mutter, begleitet von vier bewaffneten Panduren, nach der Stadtpraͤfectur, nahm ihren dort verhafteten Bruder, nach schwachem Wider⸗ stande der Polizeiwache, aus dem Arreste und fuͤhrte ihn in ihre Wohnung. Abends begaben, nach vorheriger Besprechung mit Hr. Ephrem Obrenovich (die gemeinschaftliche Gefahr scheint sie, wie dies gewoͤhnlich geschieht, wieder vereinigt zu haben) saͤmmtliche Depaͤrtementsvorsteher zum regierenden Fuͤrsten, klagten uͤber das Benehmen seiner Mutter und drohten mit

Niederlegung ihrer Stellen, wenn nicht der Gang der Justiz

wieder hergestellt werden sollte. Gabriel Wukomanovich wurde in Folge dessen sofort in den Arrest zuruͤckgefuͤhrt. Am 27. Juni vor Tagesanbruch reiste die Fuͤrstin Lubitza von Belgrad weg, angeblich nach dem 18 Stunden landeinwaͤrts entfernten Beaͤdeorte Pukovik. Bald darauf wurde ihr ein Adjutant des Fuͤrsten mit zwei Unterofsizieren nachgeschickt, um sie zu uͤber⸗ wachen und ihr den Befehl zu uͤberbringen, sich bei sonstiger schwerer Ahndung, ruhig zu verhalten. Im Laufe des Tages hielt auch, obgleich es Sonntag war, der Senat eine außeror⸗ dentliche Sitzung, in welcher die Vorstellung an den Fuͤrsten, seine

Mutter aus dem Lande zu entfernen, votirt und sofort uͤbergeben

wurde. Der Zweck des Komplotts, an dem der zweite Bruder des Fuͤrsten Milosch, Johann Obrenovich, der naͤmliche, der kurz vor der

Abdankung des Fuͤrsten Milosch mit einigen Truppen gegen

Belgrad im Anzuge war, bei Trasnja aber von Thomas Vuchich

verhaftet wurde, thaͤtigen Antheil nahm, war, wie allgemein be— hauptet wird, den Ephrem Obrenovich, mehrere Senatoren, die

Departements⸗Vorsteher Protich, Rujewich, und Radichenich um- zubringen, den jungen Fuͤrsten mit Maͤnnern nach der Wahl der Verschworenen zu umgeben, und dann das Volk zu Gunsten des Fuͤrsten Milosch zum Aufstande zu bringen. Einige wenige Sol⸗ daten und mehrere Vagabunden der Stadt waren in's Einver⸗ staͤndniß gezogen; der mehr erwaͤhnte Gabriel Wukanovich hatte Geld und Munition unter sie vertheilt. 1

Aegypten. Alexandrien, 17. Juni. (L. A. Z.) Unmoͤglich ist es den entsetzlichen Zustand der Anarchie zu schildern, in welchem sich

Juni bereitete sich Alles 8 der Ceremonie vor, welche stattfinden sollte. Das erste Garde⸗Regiment stellte sich in Schlachtordnung auf dem großen Hofe zwischen dem Serail und dem Harem auf;

Halb 10 Uhr wurden die Ulemas, die Kadis und der Groß⸗Mufti in den Divan gefuͤhrt. Der Vice⸗Koͤnig trat fast gleichzeitig ein; seine Haltung war leicht, sein Gesicht freundlich, und Alles an ihm verrieth die groͤßte Zufriedenheit. Das Wirbeln der Trom⸗ meln und die Musik der Regimenter verkuͤndigten bald die An⸗

ßen Marmortreppe aus dem Wagen und wurden hier von der Generalitaͤt der Land- und Seemacht empfangen. Als der Pascha sie in den Saal treten sah, ging er ihnen drei Schritte entgegen; da hing Said⸗Efendi zitternd (es ist merkwuͤrdig, Zeuge des er⸗ schreckenden Eindrucks zu sein, den Mehmed Ali auf alle Tuͤrken macht. Wir erinnern daran, daß Rifaat und Maslum Bey ganz betaͤubt waren, der Erstere in dem Graͤde, daß er unwohl wuͤrde

med Ali das große Nischan von Brillanten um, das ihm der di's ein kleines Kaͤstchen von rothem mit Gold gesticktem Sam⸗

met, in welchem sich der Hattischerif befand, und reichte ihn dem Vicekoͤnige, der ihn nach dem

nen Mund und an seine Stirn hielt und endlich seinem ersten Secretair, Sami⸗Bey, uͤbergab. Darauf begab man sich in den anstoßenden Saal, wo man eine Erhoͤhung angebracht hatte. Sami⸗Bey trat auf dieselbe und las den Ferman vor, aber so schnell und so leise, daß Niemand etwas verstand. Die beiden

Abgesandten standen waͤhrend dieses Vorlesens mit herabhaͤngen⸗ den Armen und jaͤmmerlicher Miene da wie Verbrecher, denen man das Todesurtheil vorliest. Mehmed Ali dagegen sah heiter und entschlossen aus und wendete seine Blicke von den Diploma— ten nicht ab, deren Lage er durch die Ironie, welche sich auf sei— nem Gesicht aussprach, noch unertraͤglicher machte. Als Sami⸗ Bey die Worte des Hatttischerifs aussprach: „Bedenke, daß du nur ein Pascha bist wie alle andern meines Reiches“ warf Se. Hoheit Said⸗Efendi einen Blick zu, in dem so großer Stolz und so viele Sarkasmen lagen, daß ihn der Letztere nicht ertragen konnte und die Augen niederschlug. Nach Beendigung des Vorlesens gab man der Flotte das Signal, welche die Flaggen aufzog und eine Salve von 21 Kanonenschuͤssen gab; dann kehrten der Pascha und die Abge⸗ sandten in den Divan zuruͤck, man brachte Kaffe und Alles war voruͤber. Bis jetzt kennt N und die Bedingungen in demselben. Der Pascha weigerte sich, den Dragomans der Kanzleien eine Abschrift davon zu geben und verbot das Vorlesen desselben in Arabischer Sprache in den Moscheen. Sehr wenige hohe Beamte verstehen Tuͤrkisch, und da Sami⸗Bey den Ferman mit leiser und unvernehmlicher Stimme ablas, so kann man behaupten, daß nur 10—15 Personen wis⸗ sen, was er enthaͤlt. So viel ist aber gewiß, daß Mehmed Ali sich keinesweges zu beeilen scheint, den Bestimmungen des Ulti⸗- matums gemaͤß zu handeln; die National⸗Garde, die unmittel⸗ bar darauf aufgeloͤst werden sollte, thut noch immer aktiven Dienst wie vorher; die Armee befindet sich noch auf demselben Fuß, und da Mehmed Ali nach Mekka zuruͤckkehren und die heiligen Staͤdte von neuem fuͤr den Großherrn erobern soll, so reichen wirklich 16,000 Mann zu dieser Unternehmung und zur Bewachung Ae⸗ gyptens nicht hin. In dem Hedschas muß wenigstens ein Corps von 30 40,000 Mann verwendet werden.

banesen verarmt ist. Auch hatte man die Zuruͤckgabe der Waffen

verlangt; darauf antworteten die Drusen: Holt sie! Die Nach⸗

richten aus dem Hedschas sind eben so traurig; die Pilger von Mekka sind alle ausgepluͤndert worden, viele haben sogar ihr Le⸗ ben verloren. Es erregt das Mitleid, wenn man das Elend De⸗ rer sieht, welche nach Aegypten zuruͤckkommen. Die Pest aaͤßt viel von ihrer Intensitaͤt nach, scheint aber zuletzt sich gegen die Eu⸗ ropaͤer zu wenden, welche fast allein die Zahl der taͤglich Gestor⸗ benen liefern.

in Augenzeuge giebt uͤber die Scene der Verkuͤndung des Hattischeriffs folgenden interessanten Bericht: „Den ganzen 10.

das zweite bildete Spalier von dem Quai bis an das aͤußere Thor.

kunft Said⸗ und Kemal⸗Efendi's; sie stiegen am Fuße der gro—

und der Zweite, daß er kein Wort zu sprechen vermochte) Meh⸗

Sultan schickte; dann nahm er aus den Haͤnden Kemal⸗Efen⸗

Herkommen an sein Herz, an sei—

2

.

diemand den Inhalt des Hattischerifs

wesenheit des Direktors im Justiz⸗Ministerium und Wirklichen Geheimen Ober-Justizraths, Herrn Dr. Ruppenthal, hatten ge⸗ stern die hiesigen Justiz⸗Beamten ein festliches Mittagsmahl im Breidenbacher Hof veranstaltet. Eine zahlreiche Gesellschaft aus allen Staͤnden, Se. Excellenz den Herrn Ober-Praͤsidenten von Bodelschwingh und die anderen hier anwesenden hoͤchsten Beam⸗ ten an ihrer Spitze, hatte sich versammelt, und man bemerkte besonders, daß die Mitglieder des Rheinischen Landtages sich fast saͤmmtlich, mit Ausnahme Weniger, angeschlossen hatten. Nicht leicht ist ein Fest in schoͤnerer und reinerer Stimmung begangen worden. Die Liebe fuͤr Se. Majestaͤt, unsern geliebten Koͤnig, die warme Anhaͤnglichkeit an unsere Rheinischen Institutionen, die dank⸗ bare Anerkennung der Verdienste, welche der gefeierte Gast sich um dieselben erworben, seines kraͤftigen und reinen Charakters, büdeten den Grundton dieser Stimmung, welche sich in einer Reihe von Toasten mit Begeisterung aͤußerte. Diese Begeisterung erreichte ihren Hoͤhe⸗ punkt, als Herr Geheimer Justizrath Ruppenthal auf das ihm gebrachte Lebehoch in einer gediegenen Rede erwiederte, in welcher er, an einige Worte des hochseligen Koͤnigs anknuͤpfend, der guͤn⸗ stigen Gesinnungen unseres jetzigen Monarchen gedenkend, den Dank fuͤr die Erhaltung dieser nunmehr durch langjaͤhrige Er⸗ sahrung bewaͤhrten Institutionen aussprach; als demnaͤchst der Herr Ober⸗Praͤsident von Bodelschwing, ebenfalls das ihm ge— brachte Lebehoch beantwortend, nochmals das Wohl des verehrten

Syrien befindet. Man kann die Staͤdte nicht mehr verlassen ohne sich der Gefahr auszusetzen, ermordet oder wenigstens 8

. . 181“ aus⸗ gepluͤndert zu werden; die Bauern kommen nicht mehr von ihre Bergen herunter, weil sie fuͤrchten, wegen der neuen Steuern 18 man von ihnen verlangt, in das Gefaͤngniß gesteckt zu auch fehlt es uͤberall an Lebensmitteln, und die ge;güher. bindet sich mit der Pest, um das ungluͤckliche Land voll ““ verderben. Die Pforte, die ein Interesse dabei hatte . die 1“ bewohner die harte Aegyptische Herrschaft vergessen zu lassen, vhat sich auf eine Weise benommen, daß die Drusen Ibrahim Pascha zuruͤckverlangen und sich zu Gunsten desselben erheben. Miemais

hat Syrien an seiner Spitze raͤuberischere und unwissendere Gou⸗ verneure gesehen, als Die, welche ihm Abdul⸗Medschid gesendet hat. Um Syrien zum Aufstande gegen den Vice⸗Koͤnig zu treiben, hatte die Pforte eine Verminderung in den Zoll⸗Abgaben und einen sieben⸗ jaͤhrigen Steuer⸗Erlaß versprochen. Und jetzt legt man 3 pCt. mehr auf die Erzeugnisse des Landes; ferner fordert man die Vorausbezah— lung der siebenjaͤhrigen Steuern, die man erlassen hatte, sowie die Bezahlung der drei Jahre, die nach Aegypten gezahlt worden sind. Solche laͤcherliche Forderungen stellt man an ein Volk, das durch den Krieg vermindert und durch die Verwuͤstungen der Al⸗

Gastes ausbrachte.

“““

Düsseldorf, 8⸗ Juli. (Duͤss. Ztg.) Zur Feier der An⸗

8

Haͤnel, die treueste Norma dieses, und Mlle. Loͤwe, die gefeierte des Koͤnigli⸗ chen Theaters, mit Mad. Pasta vergleichen wollten; aber alles behag⸗ liche Geluͤsten dazu wird gleich niedergedruͤckt durch die Betrachtung, daß eine solche Vergleichung, wenn sie das Publikum ansprechen soll mehr ein Produkt des Witzes, als des abwaͤgenden Verstandes seyn wuͤrde. Den Witz trauen wir uns nicht zu, und was den Verstand betrifft, so vergessen wir nicht das ewig wahre Wort, daß das Schoͤne nicht beschrieben werden kann. Unsere hoͤchste Bewunderung der Mad Pasta artet daher nicht in Goͤtzendienst aus, wir glauben, daß wir auch im Genuß ihrer außerordentlichen, sowohl durch die vollendetste Technik als die Macht des Ausdrucrs uͤberwaͤltigenden Kunst an Mlle. Haͤnel und Mlle. Loͤwe angenehm erinnert sind; die Kunst hat nie ein Mensch allein besessen, sagt Goethe. Aber unabhaͤngig von aller Vergleichung bekennen wir eben so gern, daß wir, wie das ganze Publikum, besonders in der Scene des ersten Akts mit Adal⸗ gisa und bei dem ploͤtzlichen Hinzutritt des Prokousuls Pollio zu einem Beifall hingerissen worden, von welchem einen aͤhnlichen an Allgemein⸗ heit und Staͤrrke die laͤngste Erfahrung kaum berichten moͤchte. Nur Eins koͤnnen wir nicht unbemerkt lassen; naͤmlich, daß eine Saͤn⸗

gerin, die durch ihre Organisation vorzugsweise zum Ausdruck ab⸗ soluter Majestaͤt und des Heroischen des Affekts von der Natur be— rufen zu seyn scheint, eine fast noch groͤßere Meisterin im Ausdruck des Weichen und Zarten ist, wobei wir uͤbrigens ihrer wahrhaft un⸗ geheuren Fertigkeit in allen Formen und Modulationen des Ge⸗ sangs gar nicht einmal gedenken wollen. Wenn nun aber neben einer solchen imperialischen Groͤße des Gesangs sich der Ausdruck der stillen verschwiegenen Freude und Leiden der Liebe, wenn die Anmuth sich neben jener Gewalt noch bemerklich, ja geltend macht, so ist es gewiß kein geringes Lob, das wir der Signora Ferlotti als Adalgisa zollen muͤssen. In Betreff der Kraftaͤußerung koͤnnen wir es auch dem Herrn Vitali in der Rolle des Pollio (so heißt er in dem Italiaͤnischen Text; in dem bisherigen Deutschen hat dieser Thea⸗ terheld den Namen Sever) nicht versagen, aber der Wohllaut fand wenigstens heute in einer auffallenden Heiserkeit Hindernisse. Doch aber die Kraftaͤußerung und ihr harmonischer Einklang in der Schlußscene des 1sten Akts bewog ohne Zweifel Mad. Pasta als sie am Schluß des 1sten Akts stuͤrmisch hervorgerufen we rde⸗ ihn und die mit hervorgerufene Signora Ferlotti zu ihrer Beglei⸗ tung zu waͤhlen.

Halle, 7. Inli. Durch Reskript eines Hohen Ministerium der

Geistlichen-, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten vom 27. No⸗

vember 1839 erhielt bei hiesiger Universitaͤt ein Seminar fuͤr Ma⸗ thematik und die gesammten Naturwissenschaften seine Statuten und trat in die Reihe der akademischen Institute ein. Der Ssmec., dieses Seminars ist: Anleitung zum Selbststudium und zum Lehrvortrage der bezeichneten Wissenschaften zu geben, mit besonderer Bezichung auf Bildung solcher Lehrer fuͤr Gymnasien und hoͤhere Buͤrgerschulen, welche befaͤhigt sind, nicht bloß zur Fortpflanzung, sondeen auch zur Erweiterung der Wissenschaft etwas beizu⸗ tragen. Vorsteher sind die jedesmaligen Professoren der ein⸗ zelnen naturwissenschaftlichen und mathematischen Faͤcher, denen es uͤberlassen ist, die ihnen fuͤr ihr spezielles Fach angemessen scheinenden Einrichtungen zur Erreichung des Hauptzwecks zu tref⸗ fen. Zur Theilnahme als Mitglieder dieses Institures sind nicht nur die hiesigen Studirenden, sondern auch alle dicienigen berechtigt, welche, auch wenn sie nicht foͤrmlich immatrikulirt sind, an den Vor⸗

lesungen auf der Uuiversitaͤt Theil nehmen duͤrfen. Zur Besorgung der auf das Ganze sich beziehenden Geschaͤfte waͤhlen die Vorsteher jaͤhrlich einen Direktor, der mit dem 12. Juli sein Amt antritt. Die jetzigen Vorsteher sind die Herren Professoren Schweigger, Germar, Rosenberger, von Schlechtendal, Kaͤmtz, Sohncke und Burmeister. Das Direktorium geht den 12. Juli von dem Herrn Professor Ger⸗ mar auf Herrn Professor von Schlechtendal uͤber. Die gedruckten Statuten des Seminars werden sowohl von dem Direktor als von dem Sekretariate der Universitaͤt ausgegeben.

Dauer der Eisenbahnkahrten am 10. Juli 1841.

Abgang 1 - 1 1X“ Abgang 868 von

BIIS8SI Si 1 1e ;t.]M

Zeitdauer

Um 8 Uhr Morgens ... 40 Um 6 ½ Uhr Morgens. . . 42 8 11 Vormittags.. 40 S 9 2 Vormittags. 40

2

88 2 Nachmittags 43 12 ½ Naecbmittags 40 8 3 Nachmittags 40 2 4 Nachmittags 40

6 Ee 40 8 978 Abends... 10

Kanz. Bill. —. 5 G Spau. 20-‧9. Passive. 5. Ausg. —. Ziusl 5.7- Präm. Sch. 140. Pol. —. Oesterr. 104.

2 ½ % 56 Br. 1⅛ 24 G. Bank-Act. 1990. 1988. Partial-Obl. zu 500 PFl. 133. 133 ½⅞. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Pröm. Seb 79 b do. 4 ½ Anl. 101 ⅛˖ G. Poln. Loose 71 G. 5 ½ Span 1 21 .

76 55. 5 ½ Neapl. au compt. 102. 40. 5 , Span. Rente 22 ½. Passive 30 1 2 S1ve 6 9212

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 7. Juli. Niederl. wirkl. Schuld 51 2%h. 5 8% do. 100 ½.

16 F. Preuss.

Frankfurt a. M., 9 1 bterr. 509 4 G 7 K . Juli. Oesterr. 25 6 Met. 106 ½ G. 48 97 ½ 64.

Loose

Eisenbahn-Actien. St. Germain Versailles rechtes Ufer

.

do. hnkes —. München -Augsburg 87 G Strassburg - Basel 2 . ipzi 8 . Strass -Basel 240 G. Le b- Dresden 99 ½ G. Köln-Aachen 99 G.

IIamburg, 9. Juli. Bank-Actien 1655 G. Engl. Russ. 108. London, 6. Juli. Cons. 3 % 89 ½. Belg. 100 ½. Neue Anl. 21 1.

90

Passive 4 ¼. Ausg. Sch. 10 ¼. 22 2. IM0II. 51₰ 5 9, Port. 3 32 8. Eugl 113 ⅞, nras. 67 ½, Calumi 20½ 8 25 J 8 ngl. ss. 6. as. 67 . Columb. 20 z. Mex. 26 ½. Peru 14. Chili 60 ½.

. . 50 E 275 . Paris, 6. Juli. 59 Rente fin cour. 114. 75. 3 ½ Rente fin cour.

0 .„

Wien, 6. Juli. 5 % Met. 105 ½. 4 % 97 ½. 3 —. 2 ½ 5

1 9 —. Bauk-Actien 1618. Anl. de 1834 132 ½. 8 ae 1839 106. 2

Madame Pasta, im Bunde mit der Italiaͤnischen Gesellschaft, auf⸗ getreten, ist „Norma“, die allen Theaterfreunden aus vielen Auffuͤh⸗ rungen der in Nede stehenden und der Koͤniglichen Schaubuͤhne so bekannt ist, daß es wahre Verschwendung waͤre, wenn wir uͤber das Werk selbst nur noch ein Woͤrichen sagen wollten. Genug, daß auch solche Gegner der neuen Ilaliaͤnischen Musik, die in einer systemati schen Opposition zu beharren nicht muͤde, ja um so mehr zum Wider⸗ spruche geneigt werden, als hier die Musik, von tuͤchtigen Saͤngern und Saͤngerinnen ausgefuͤhrt, sich immer groͤßerer Wirkung auf das gesangliebende Publikum erfreut, bekennen müͤssen, wiewohl mit eini⸗

Wicsenschaft, Kunkt und Literatur. Koͤnigsstaͤdtisches Theater. Die zweite Oper, in welcher

gem Achselzucken, daß Bellini ein musikalisches Genie und diese sein wohlgelungenstes Werk sey, weil er doch darin dargethan habe, daß er mit dem Reichthum von Melodicen auch die Faͤhigkeit hint dramatischen Ausdrucke und den guten Willen besitze, diese Faͤ⸗ 1b vnzewenden. Interessanter fuͤr viele Leser moͤchte es seyn,

wir die bisherigen Auffuͤhrungen in Deutscher Sprache mit der

halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr geoͤffnet.

gegenwaͤrtigen in der Italiaͤnischen, und besonders, wenn wir Mlle.

Königliche Schaulpiele. Montag, 12. Juli. Im Schauspielhause: Die Braut von

Messina, Trauerspiel in 4 Abtheilungen, von Schiller. (Herr Gerstorfer, vom Theater zu Posen: Don Cesar, als Gastrolle. Dlle. C. Stich: Beatrice. Herr Grua: Don Manuel.)

Dienstag, 13. Juli. Im Opernhause: Jessonda, Oper

in 3 Abthl., mit Tanz. Musik von L. Spohr. (Mad. Spatzer⸗ Gentiluomo, vom Koͤnigl. Hof⸗Theater zu Hannover: Jessonda und Dlle. Spatzer, von demselben Theater: Amazily, als Gastrollen )

Königsstädtisches Theater. Montag, 12. Juli. (Neunundzwanzigste Italiaͤnische Opern⸗

Vorstellung.) L'Elisir d'amore. (Der Liebestraͤnk.) Opera buffa . . 5 8 8 8 8 18 8 8 in 2 Atti. Poesia del Signor Romani. Musica del Maestro Gaetano Donizetti. 1

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester-Loge

1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den L im : gr. 6 n Logen un B b ersten Ranges 1 Rthlr. 8 II

r† 7 . ;4„ 1c. Textbuͤcher, in Italiaͤnischer und Deutscher Sprache, sind

im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und 2 Prache, d Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben. ends an der Kasse à 5 Sgr.

Dyor ) Se- †5 Der Anfang der Italiaͤnischen Opern-Vorstellungen ist um

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Ir.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckeret

n

üine

Amtl. Nachr. Landtags⸗Angelegenheiten. zum 18. Juli.

Zwangszahlungen Petersburg. . Blicke auf die Opposition gegen

Verlaͤng. des

9 in⸗Pror 8 Rhein⸗rs den Handel

in Kassena Lehrstuͤhle des Wahl⸗Bewegu die Befestigung von

aus Algier. if die gegen die Wahrscheinliche bal⸗ Beabsichtigte Nachrichten aus

Rußland. 8 n Paris. artd end har

Fortdauernde Briefe aus Schritte der Regierung in 8⸗Arbeiten angeregte Opposition. sch⸗Aegyptischen Fr er Rechtspftege. d gemaͤßigter.)

edigung der Tuͤrk d Maͤngel in d Orient. Die Opposition wir Großbrit. u. Irl. Repraͤsentant der City. Au als Opposition. Flotten⸗Komman bahn⸗Erdffnungen. Dänemark.

Reform un J. Russell als zsichten fuͤr die ministerielle Parlei do im Mittelmeer. Vermischtes. Seidenbau. Muͤnchen. Erste Kammer. orterhebung der Steuern. Thorwaldsen. Ka Fibt

Oehlenschlaͤger. Der Kronprinz i Annahme der Advok. Det⸗

Kopenhagen. Dentsche Bundesstaaten. kong angekommen. Koͤnigl. Propos. wegen F mold. Stuttgart. Buͤrgermeisters Hesterreich. Spanien. Bezug auf die schafts⸗Frage. Dipl tes. Verstaͤrkung der Smyrna. Alerandrien. Schreiben aus Rio⸗Janei tand der Dinge in Peru. Krieg zwischen Bueno sandtschaft von Paraguay.) Disziplin der eingeborenen Untersuchungsgericht. Cholera. Inland. Frauenburg. Hinrichtung

Ueber die Gewinnung und den Verbrauch der Steinkohlen in Frankr.

Hanndoher

Prof. Spenner †. urtshaus in Rohrau. (Schritte der Regie 1. Maͤrz Vormund Graͤnzstrei⸗ en Inseln.)

Schomburg. Haydns Geb aus Madrid. Allocution vom cher Stand des Franzds. Truppen auf den Balearisch Oberst Hodges. Tributzahlung an die Pforte. h (Thron⸗Rede. de. Unruhen in Ober⸗ „Ayres und Montevideo. Ge—

Aegypten. Brasilien. Mißlicher S

Ostindien. Truppen. Militairisches

des Moͤrders Kuͤhnapfel.

Amtliche Uachrichten. Kronik des Tages.

n: Der Kaiserl. Russische General der

Angekomm ise er Fuͤrst Schachowskoy,

terie und Mitglied des Reichs⸗Raths, von St. Petersburg.

Landtags-Angelegenheiten.

Rhein⸗Provinz.

Die laut Mittheilung des Koͤnigs Majestaͤt Allergꝛ ndtages bis zum 18ten d. M. bar entgegen genommen. erlesen, welcher die und 23. Januar 28. Februar 1837, Abschied vom

Düsseldorf, 2 andtags⸗Kommissarius erlaͤngerung des de⸗Versammlung dank gende Antrag wird v 16. Januar 1836 onomischen Statuts vom rhoͤchsten Landtags⸗ rachten Gesuche zum Gegen⸗

bewilligte T wird von der Staͤn

Der letzte noch vorlie Revision der Gesetze vom 1837, so wie des aut mit Bezugnahme auf den Alle 26. Maͤrz 1839, Nr. 16, der angeb

rnimmt die Versammlung den Bericht zusammengefaßten. er Errichtung eines besonderen Handels⸗ Papier⸗Fabrikanten und uͤber Holland, Nord⸗Amerika

Alsdann ve Ausschusses uͤber die vier vision des Zoll⸗Tarifs; uͤb Ministeriums; uͤber den Schutz der den Abschluß von Handels⸗Traktaten mit und Brasilien.

Das Resultat der Berat Punkten zusammengefaßt r Industrie, namentli Auslande, einer gruͤndl beduͤrfe; 2) daß

Ueber Re⸗

hungen des Ausschusses war in fol⸗ 1) daß der der⸗ ch in Beziehung auf die ichen Berathung und eines uͤber die zu diesem Zwecke Gutachten der Koͤniglichen 3) daß die Errichtung einer Provinzen zu bilden— konsultativen Central— Behoͤrden,

genden vier malige Zustand de Verhaͤltnisse zum wirksameren Schutzes erforderlichen Maßregeln das m Handels⸗Kammern zu erfordern sey; aus Notabeln des Handels⸗Standes aller Berlin zu versammelnden, sowohl fuͤr die Central—⸗ n Handelsstand, zu i

den, alljaͤhrlich in Handels⸗Kammer, als fuͤr den gesammter chen Resultaten fuͤhren wuͤr maligen Zustan staͤndigen E dels⸗Ministeri unterthaͤnigst anheim zu Ein Mitglied aus sichten warnend mit dem Bedeuten entgegen, hier das Wort geredet we y, als jede historische yen als Wache gegen die eigene England und Frankreich liefern die hinreichend gen die Handels⸗Kammern immerhin geh. tationen nach Berlin zweckmaͤßig seyn, jedoch nur Staͤdten moͤgen sie gesandt werden, nicht aus Fabrikorten, wo üͤberhaupt nicht bestehen sollten, sondern nur conseils de fabrique an ihrer Stelle waͤhlen. Ein anderes Mitglied des dritten Stan⸗ der Zoll⸗Verein genuͤge fuͤr die Deutschen Fabriken, das Ausland sey Schutzzoll nicht zu entbehren. die Meinung geaͤußert, es werde ja hier nur auf Gleich⸗ Zöͤlle in fremden und den Zoll⸗Vereins⸗Staaten an⸗

Verwaltungs nteressanten und nuͤtzli⸗ de; 4) daß mit Ruͤcksicht auf den der⸗ ie und die Nothwendigkeit einer selbst⸗ setzung eines besonderen Han⸗ „Majestaͤt des Koͤnigs aller⸗

d der Industr. ntwickelung die Wiedereinf ums dem Ermessen Sr sellen seyn duͤrfte.

dem Stande der Staͤdte tritt diesen An⸗ daß eine Industrie⸗ gefaͤhrlicher und Aristokratie. Prohibi⸗ Brust zu betrachtenz en Beispiele. auch Depu⸗ aus Handels⸗

Aristokratie, der allgemein schaͤdlicher se tiv⸗Zoͤlle se

oͤrt werden,

des glaubt,

stellung der

Colbert sey die Besteuerung Deutscher Fabrikate in der Art aus⸗ gegangen, daß fast jede Einfuhr unmoöglich geworden, sondern durch das Prohibitions⸗System von 18165. Nur guͤnstigere Handels⸗Vertraͤge seyen zu wuͤnschen; durch den vermehr⸗ ten Schutz der Industrie aber fuͤr den Handel keine Beeintraͤchtigung zu befuͤrchten. Der erste Redner will sich nur gegen Retorsions⸗Maßregeln verwahren, welche wie das Colbert'sche System, einem Krebsschaden gleich, von einer Zoll⸗Erhoͤhung zur andern gefuͤhrt werden. Frankreichs beste Staatsmaͤnner sehnen sich nach Ruͤckkehr, allein vergebens, weil Milliarden von Kapita⸗ lien dadurch gefaͤhrdet werden. Immer und uͤberall wachse das Uebel noch an, denn sobald der Schutzzoll erhoͤht werde, nehmen auch die Fabriken und Fabrikate zu. Er erinnere an das Wort Napoleons, welches dieser dem klagenden Fabrikanten gesagt, daß er ihm nicht 30 Ellen abnehmen koͤnne, wenn er nur 10 brauche. Referent erwiedert: Nicht dem Prohibitiv⸗System, sondern der von Preußen gegruͤndeten freisinnigen Handels-Politik habe der Ausschuß das Wort geredet. Im Zollgesetz aber seyen Retor— sions⸗Maßregeln gegen das Ausland, je nach dem eintretenden Be—

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duͤrfniß, vorbehalten; daß dies eingetreten, scheine erwiesen. Han— dels⸗Kammern seyen uͤbrigens in Industrie⸗ wie in Han⸗ delsstaͤdten nicht zu entbehren; sie seyen vielmehr laͤngst in den Rhein⸗Provinzen wie in Frankreich als noͤthig aner⸗ kannt und deren manche neu errichtet worden und wuͤr⸗ den uͤber den Zustand der Industrie am besten zu urtheilen vermoͤgen. Industrie und Handel muͤssen Hand in Hand gehen; denn ohne erstere wuͤrde der Handel sich bloß auf Einfuͤhrung fremder Industrie⸗Erzeugnisse beschraͤnkt sehen, zu deren Bezahlung die Erzeugnisse des Bodens nach Abzug des eigenen Bedarfs nicht ausreichen wuͤrden. Schutz der Industrie sey demnach gewiß dem Handel nicht nachtheilig, vielmehr gehe die Vereinbarung der Zoll⸗ vereins⸗Staaten hauptsaͤchlich darauf hinaus. Als Beweis ge⸗ gen das Beduͤrfniß von Schutzzoͤllen fuͤhrt der erste Redner die Bergischen, Saͤchsischen und Schweizer Fabriken an, welche ohne alle Schutzzoͤlle sich zu bedeutender Hoͤhe erheben. Referent aber erwiedert, daß der Flor der Bergischen Fabriken bestanden,

als die meisten Fabrikate nach Frankreich haben ausgefuͤhrt werden koͤn⸗ nen, was aufgehoͤrt, als Frankreich seine Zoͤlle erhoͤht habe. In Sachsen sey das Beduͤrfniß anderer Maßregeln sehr fuͤhlbar, und in der Schweiz schon von einem einflußreichen Mitgliede des Handelsstandes auf eine Pruͤfung der Behufs der kommerziellen Verhaͤltnisse zum Auslande zu ergreifenden Maßregel angetragen worden. Ein Mitglied des 2ten Standes stelle zur Aufklaͤrung der. Sache die Fragen: wie gestaltet sich auf unseren Deutschen Maͤrkten quan- titativ das Verhaͤltniß des Deutschen Fabrikats zu den auslaͤn— dischen? Ist anzunehmen, daß der inlaͤndische Bedarf durch das inlaͤndische Fabrikat befriedigt werde? Ist der Zustand der Deutschen Industrie uͤberhaupt ein sortschreitender, und daher nicht bedenklich, in seine Entwickelung einzuschreiten? Referent erwiedert, daß in manchen Artikeln fremde Fabrikate die Deutschen Maͤrkte uͤberschwemmen, daß, wie das Referat nachweise, der in— laͤndische Bedarf durch inlaͤndische Fabrication beschafft werden koͤnne; daß der Zustand der Deutschen Industrie in vielen Zweigen allerdings ein ruͤckschreitender und im Allgemeinen nicht bluͤhend zu nennen sey. Zum Belege dieser Behauptung wird von einem an— deren Abgeordneten die Abnahme der Papier-⸗Fabrikation in Duͤren angefuͤhrt, die bei der Einfuhr aus Frankreich fast zu Grunde gerich⸗ tet sey. Eben so zahlen Baͤnder bei der Einfuhr nach Frankreich achtmal so viel, als der Zoll auf Franzöͤsische Baͤnder diesseits be⸗ trage. Der erste Gegner fuͤhrt dagegen an: es sey bekannt, daß seit 20 Jahren die Deutschen Messen immer mehr von Deutschen Fabri⸗ katen besucht wuͤrden; daß die Ueberfuͤllung des Markts von Franzd⸗ sischem Papier in den verbesserten Maschinen zu suchen und eine bei Essen errichtete Fabrik mit allen auslaͤndischen konkurriren koͤnne; daß endlich dem Absatz des Bandes mehr der Wechsel der Mode, als der fremde Zoll geschadet. Auch macht er auf die in England und Frankreich so haͤufig wiederkehrenden Emeuten unter den Arbei— tern aufmerksam, wovon in Deutschland gottlob noch kein Bei⸗ spiel vorgekommen. Ein anderes Mitglied des 3ten Standes nimmt auch fuͤr die Nadel⸗Fabrikate fuͤr Aachen und Burtscheid den Schutz⸗Zoll in Anspruch und glaubt, fremde Staaten muͤssen zu gleicher Billigkeit bewogen werden, wie man sie ihnen ange— deihen lasse. Das Beduͤrfniß von Handels⸗Kammern scheint ihm in Fabrikorten nicht minder groß, als in Handelsstaͤdten, und er glaubt in der Ausdehnung des Zoll⸗Verbandes der Deutschen In⸗ dustrie den Sieg uͤber jede fremde Konrurrenz versprechen zu koͤnnen. Auch von anderen Rednern werden Retorsions⸗Maßregeln fuͤr noͤ⸗ thig erachtet, um billigere Vertraͤge zu erzwingen, und im Sinne des Reserats eine Revision der Eingangs⸗Zoölle fuͤr noͤthig erachtet. Der loyale Sinn der Deutschen habe Emeuten bisher fern gehalten, und es wird bemerklich gemacht, daß außer den schon genannten Ar⸗ tikeln auch die Sayet in Crefeld, swelche fruͤher sehr viele Ar— beiter beschaͤftigt, seit dem Bestehen des geringen Einfuhrzolles auf Englisches Wollgarn kaum noch fabrizirt werden koͤnne. Dagegen wird angefuͤhrt, daß die Englischen Twiste, deren fuͤr 6 Millionen jaͤhrlich in Preußen eingefuͤhrt werden, zum Besten der Faͤrbereien mit 2 Thlr. pro Ctr. hoch genug besteuert seyen, weil letztere bei hoͤherem Zoll ihrem Ruin entgegen gehen wuͤr⸗ den. Keferent giebt dies zu und bemerkt, daß der Ausschuß sich bloß die Aufgabe gestellt, wie der Arbeitsgewinn an den einzu⸗ fuͤhrenden Garnen durch Unterstuͤtzung der inlaͤndischen Spinne⸗ reien gewonnen werden könne. Gegen die Behauptung des er⸗ sten Redners wird die Zunahme der Messen ganz in Abrede ge— stellt und behauptet, manche Fabriken arbeiten nur noch, um ihren Arbeitern Brod zu schaffen. Hierauf wird berichtigt, es sey nur von der groͤßeren Zufuhr Deutscher als auslaͤndischer Fabrikate auf den Messen die Rede gewesen. Ein Abgeordneter aus dem vierten Stande glaubt nicht sowohl aus dem Referat, als aus den Debatten entnommen zu haben, daß man gegen die Einfuhr⸗Verbote und Prohibitiv⸗Zoͤlle fremder Staaten Repressa⸗ lien fuͤr noͤthig halte; allein neben den Erzeugnissen der Fabriken sey hierbei der Produkte des Ackerbaues, die wohl des naͤmlichen Schutzes beduͤrften, gar nicht gedacht. Man moͤge nur der Kornbill,

getragen, um den Absatz ins Ausland zu erleichtern. Nicht durch

der hohen Eingangs⸗Steuern auf unser Vieh an den Belgischen,

en gedenken. Dies solle gt seyn, diese und dage⸗ ch maͤßige Z5 mit Fleiß und

Niederlaͤndischen und Französischen Graͤnz indeß nicht zu Gunsten der Preohibitiv⸗Zoͤlle gesa seyen vielmehr als schaͤdlich entschieden zu ve gen unser Zoll-System zu billigen, die inlaͤndische Industrie 5 Intelligenz die Konkurrenz Durch Erhoͤhung der Zoͤlle unseren lande zu verschaffen, sey ni zum Nachtheil der dem Ausschusse nur in dem angege auch dann nur in so weit beigepflichtet werde Verhaͤltnisse dabei beruͤcksichtigt wuͤrden. Haupstadt zu versamme gehalten werden, insofern nicht alle Interessen, un Ackerbaues, gleichzeitig in ihr eines besondern Handels⸗Ministeriums duͤrfte schenswerth seyn, da man in demselben halten hoffen duͤrfe, daß unsere besser als bisher beruͤcksichtigt werden. teressen des Ackerbaues haben nicht in der Antraͤge gelegen.

der Herr Vorsitzende gla Landtage zuge Mitgliedern das die Angelegenheit

welches dur rt schuͤtze, daß mit dem Auslande moöͤglich Erzeugnissen Eingang in Repressalien wirken nur Daher koͤnne Sinne und n, als die Ackerbau⸗ muͤsse die in der kammer fuͤr ad namentlich die des Die Errichtung dagegen sehr wün⸗ schaft zu er⸗ Vertraͤgen merkt, die In— Aufgabe der bezogenen

cht moͤglich. beiderseitigen Unterthanen. benen beschraͤnkten

Unde Central⸗Handels

vertreten werden.

Interessen bei Handels⸗

Referent be

»Versammlung auf die nur noch kurze, dem messene Zeit jaufmerksam fuͤr noch nicht genug eroͤrtert halten. fortwaͤhrend d gluͤcklichen Zu⸗

Grundeigenthums 8 angefuͤhrt.

der Industrie en, wenn auch nicht ein im Interesse der und deutet nochmals beispielsweise zkreich Smal so viel Ein⸗ von dort eingehenden bei und nicht sowohl g mit frem⸗ zu Grunde.

haͤlt dageg

Einer der Perren Antragsteller sions⸗Maßregeln

ystem, doch Retor Industrie fuͤr unvermeidlich andwaaren hin, welche in Frar ntrichten haben, ats die ere Waare g

auf die B gangszoll zu e Dagegen sey uns der Wechsel der Mode, s Fabrikaten Dies fuͤhrt aber zu der Frage die projektirten Schutz⸗

leich schoͤn, ondern die Ueberschwemmun inlaͤndischen Fabriken

eines Abgeordneten des Ritter⸗ Retorsions⸗ Maßregeln Verminderung bedutenden und ob nicht zugleich dadurch dem el ein neuer Reiz werde gegeben werden. Wichtigkeit der im 4ten acht, daß der was durch

Einkommen verursachen, Schleichhand wird von dem ersten Redner auf die Stande gemachten Bemerkungen ausmerksam gem unberuͤcksichtigt, geblieben, n daruͤber nichts vorgelegen, hl zu beachten, daß, so oft schlag bewirke, der Acker⸗ Ein in dieser Hin⸗

Ackerbau in dem B die Entgegnung, daß in den Antraͤge igt werde; es sey wo die Industrie 100,000 Thlr. Kapital Um illion in Bewegung setze. Amendement wird indessen von dem Refe⸗

auf der Abstimmung uͤber die Eingangs im Allgemeinen der b die Vermehrung oder die uͤr die Wirksamkeit des Dienstes

nicht gerechtfert

bau mehr als 1 N sicht vorgeschlagenes renten abgelehnt und gestellten Frage Zweifel ausgesprochen wird, o minderung der Ministerien f wuͤnschenswerther seyn moͤchte. Die erste Frage wird nun zur 50 gegen 25 Stimmen bejaht; die zw men ebenfalls beifaͤllig beantwortet: die dritte mit Stimmen abgelehnt; die vierte endlich ven 47 Stimmen bejaht und von 48 Stimmen verneint. ldung eines Handels⸗Ministeriums, die deshalb gestellte Frage z saͤmmtlicher Stimmen nicht fuͤr sich rmochte, zu einer Adresse an des Köͤnigs Majestaͤt nicht Veranlassung geben darf, so wurde aus dem 3ten Stande die itio in partes beantragt, diese aber von anderer Seite fuͤr gehalten, da der Gegenstand kein abgesondertes Interesse des Standes der Staͤdte involvire, der Wunsch der aber durch die Verhandlungen zur Kenntniß Sr. Der Herr Landtags

n bestanden, wobei nur noch

Abstimmung gebracht und mit eite mit 72 gegen 3 Stim⸗ 49 gegen 26

Da nur die

zu gewinnen ve

ungeeignet

Majestaͤt kom⸗ Larschall verweist die Bera⸗ diesen Gegenstand, da auf die Sonderung von 21 Mit⸗ Zten Standes angetragen wird, auf morgen.

8 ses uͤber die Zwangszahlun

len in Kassenanweisungen kraͤgt dessen Gutachten vor, daß a) der Kassen aufgehoben, und b) fuͤr die n Realisations⸗Comtoir fuͤr Kas⸗ sungen in Koͤln errichtet werden moͤge. Ein wirksameres und heres Huͤlfsmittel aufzufinden, sey dem Ausschuß nicht gelun

Behauptung, daß fortwaͤhrend Kassenanweisungen angenom⸗ den muͤssen, wo nicht klingende Muͤnze ausfuͤhrlich bedungen worden, wird mit Verweisung auf entgegenstehende Urtheile wider⸗ sprochen, und Referent fuͤgt hinzu, daß sorscheine diese Praxis bestanden habe. prochen, daß nicht bloß das Realisations⸗Comtoir, 3 ssen zum Austausch falscher Kassen⸗ ochten angewiesen werden; jedenfalls scheine die Kealisations⸗Comtoirs in jedem Regierungs⸗ Bezirk wuͤnschenswerth. Dagegen wird auf die noch bestehenden Edikte vom 7. September 1814 und 15. Februar 1816 verwie⸗ sen, worin erkaͤrt worden, nicht brauche angenommen zu werden. falsche Kassen⸗Anweisungen einloͤsen zu wollen chon nicht zu verkennen, daß die Re⸗ ausgebe und nicht jeden von enntniß setze, eine gewisse Ga⸗ achsenen Nachtheil Zerpflichtung werde auch Paxis allerdings erwaͤhnten Vor⸗

von der Versammlung

dlungen geschlossen.

men wuͤrde.

e thung uͤber gliedern des teferent des 8ten Ausschuf

Zwangsantheil bei oͤffentlichen beiden westlichen Provinzen ei

Z auch ruͤcksichtlich der Tre⸗ Es wird aber noch der Wunsch ausges ondern auch die Steuer⸗Ka Anweisungen m. Errichtung eines 9

daß Papiergeld im Priva Eine oͤffentliche Zusage der Regierung, 1 scheine sehr bedenklich, obs gierung, sobald sie die Scheinmuͤnze den Merkmalen ihrer Echtheit in K rantie fuͤr den dem schuldlosen zu leisten verpflichtet sey.

nicht in Abrede gestellt, jed die Umwechselung sehr erschwert. des Ausschusses werden schlie hiermit die heutigen Verhan

Empfaͤnger erwe Eine solche T och nach der neuern

angenommen und