1841 / 193 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

geltend machen, um fuͤr die

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die Wahl muß fesistehen. Wenn wir die Insurrection ohne Hehl verdammen, so koͤnnen wir unsern Einfluß bei der Pforte 7 christliche Bevoͤlkerung bessere Bedin⸗

u erwirken, um eine freisinnigere, gerechtere und mildere fuͤr sie zu erhalten, um wirkliche Rechte fuͤr sie zu erwerben, anstatt der chimaͤrischen Unabhaͤngigkeit, nach der sie streben. Unsere Reclamationen werden um so mehr Eindruck machen, als sie selbst eine klare und foͤrmliche Anerkennung der Oberhoheit der Pforte seyn werden, und Europa wird sie Unter⸗ stuͤtzen. Geben wir uns aber irgendwie das Ansehn, die Insur⸗ reckion zu unterstuͤtzen, so wird uns dieser Weg friedlicher In⸗ tervention verlegt. Wenn wir in Paris Comités zu Gunsten der empoͤrten Christen bilden, so werden wir in Konstantinopel so lange von Menschlichkeit und Gerechtigkeit reden koͤnnen, wie wir wollen, aber man wird nicht auf uns hoͤren. Die Pforte wird mit Recht nur Feinde in uns sehen. Es wird uns nur uͤbrig bleiben, mit Gewalt fuͤr die christ⸗ liche Bevoͤlkerung zu interveniren oder Zeuge ihrer Vertigung zu seyn. Wer moͤchte aber wol der Regierung rathen, mit Gewalt zu interveniren? Wer sieht nicht ein, daß in dem ungeheueren Konflickte, die eine solche Intervention veranlassen muͤßte, diejeni⸗ gen zuerst verschwinden wuͤrden, fuͤr die wir intervenirt haͤtten? Wer wuͤrde sich um die Kandiotischen Griechen und ihre Unab⸗ aͤngigkeit kuͤmmern, wenn die Unabhaͤngigkeit Europas auf dem Spiele staͤnde? —“ Zur Unterstuͤtzung dieser Ansicht weiset das genannte Blatt auf die Resultate des Juli⸗Traktates hin, der allerdings den Vice⸗Koͤnig zur Unterwersung ge⸗ bracht, aber indem er der Pforte Syren wiedergegeben, ihr doch nur eine Last, einen Zuwachs an Anarchie aufgebuͤr⸗ det habe, und leicht haͤtte einen Europaͤischen Krieg herbei⸗ fuͤhren koͤnnen. „Die Integritaͤt des Osmanischen Reiches, sagt es, war der Zweck oder der Vorwand der Intervention und diese Integritaͤt ist jetzt in groͤßerer Gefahr als vor einem Jahre. Mag der bewaffnete Schutz der Maͤchte ein aufrichtiger gewesen seyn oder nicht, er war jedenfalls ein moͤrderischer fuͤr die Pforte.“ Weiter weist das angefuͤhrte Blatt darauf hin, daß hier ganz andere Verhaͤltnisse obwalteten als bei der Befreiung Griechen⸗ lands. Griechenland habe ohne Stoͤrung fuͤr den Weltfrieden emancipirt werden koͤnnen. Jetzt aber sey es nicht eine Provinz, die sich vom Tuͤrkischen Reiche abloͤse, nicht ein Staat, der mit seinem fruͤheren Herrn breche, sondern es seyen partielle Insur⸗ rectionen, welche auf allen Seiten und im Herzen des Reiches selbst zum Ausbruch kaͤmen. „Die Freiheit fuͤr die jetzigen Insurgenten fordern, sagt es, hieße die Aufloͤsung und die Theilung des Tuͤrkischen Reiches fordern.“ An einer andern Stelle resumirt es seine Ansicht in den Worten: „Es ist nicht moͤglich, daß die Regierung in Pa⸗ ris die Beschuͤtzerin der empoͤrten Unterthanen der Pforte und in onstantinopel die Vertheidigerin der Integritaͤt des Reiches sey.“ Der hier der Regierung ertheilte Rath stimmt, wie man sieht,

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ganz mit dem Inhalte der Note des Französischen Konsuls auf Kandien uͤberein. Auch dieser meinte, die Insurgenten sollten zu ihrer Pflicht zuruͤckkehren und ihre Unabhaͤngigkeit sey ein Traum⸗ bild. Man kann sich denken, welche weite Bahn der Journal⸗ Polemit durch diese halboffizielle Erklaͤrung des „Journals des Debats gebrochen ist. Die Partei⸗Angriffe auf das Kabinet vom 29. Oktober, das der Nation den Krieg mit Europa erspart hat, werden nun sicherlich unter dem Vorwand, es verlasse die Christen im Orient, mit erheuchelter Humanitaͤt als verdienstlich ausposaunt werden.

Beim Fort von Ivry wurden, wie ein hiesiges Blatt mel⸗ det, bei der Untersuchung des Grundes Sonden von 5 10 Md⸗ tres gebraucht und der Grund wurde nicht fuͤr fest genug erach⸗ tet, um die hier projektirten Bauten zu tragen. Nach mancher⸗ lei Untersuchungen fand man, daß unter der bezeichneten Stelle sehr ausgedehnte Steinbruͤche vorhanden waͤren, die sich unter der Anhoͤhe und halb zur Seite derselben hinziehen; die Roͤmer, de⸗ nen man diese Ausgrabungen zuschreibt, haben hier unter Julian unterirdische Wege angelegt, welche sich bis zur Seine hinziehen; diese Wege muͤßten nun gewoͤlbt werden, und die Woͤlbungen wuͤrden dann Ausfallswege bilden, deren Ausgaͤnge geschuͤtzt wer⸗ den muͤßten, denn wenn sie in die Haͤnde des Feindes fielen, wuͤr⸗ den sie sehr gefaͤhrliche Mienen werden. 8

Zon den 14 Forts sind jetzt 11 in Angriff genommen wor⸗ den; die drei, von denen die Arbeiten noch nicht begonnen worden, sind die von Romainville, Vanvres und Montrouge.

In Bezug auf die Mittheilung, welche der Constitutionn el neulich aus Tunis brachte, sagte derselbe jetzt: „Die Tuͤrkische Regierung ist zu sehr mit Geschaͤften uͤberhaͤuft, um auf den Ein⸗ fall zu kommen, die in Tunis seit 1812 verlorene Oberhoheit wiederzuerobern, und zwar in einem Augenblicke, wo sie die In⸗ surrecktionen der bis jetzt unterworfenen Provinzen zu be⸗ ht. Es ist klar wie der Tag, daß sie unter Aufreizung Lord Palmerston's und Lord Ponsonby's han⸗ delt. Lange schon betrachtet Cngland mit eifersuͤchtigem Auge

zugesendet, die unter den Auspicien des Ministeriums des öͤffent⸗ lichen Unterrichts in der Sammlung der noch nicht herausgege⸗ benen Aktenstuͤcke der Franzoͤsischen Geschichte erschienen sind. In den von diesen Gelehrten eingegangenen Antworten sprechen sie ihre Anerkennung dieser Arbeit Franzaͤsischen Forschungseifers aus, und erbieten sich zur Bekanntmachung derselben in Deutsch⸗ land beizutragen.

Boͤrse vom 8. Juli. Die niedrigere Notirung der Eng⸗ lischen Fonds veranlaßte heute vor Eroͤffnung der Boͤrse einige Verkaͤufe in den Franzoöͤsischen Renten. Bald jedoch hoben sich die Course wieder auf ihre gestrige Hoͤhe. Die Spanische aktive Rente war in Folge der unruhigen Auftritte, die in verschiedenen Theilen Spaniens aufeinander solgen, sehr angeboten.

X△ Paris, 8. Juli. Man hat die Sendung des Herrn Piscatory nach Griechenland hier vielsach gedeutet und sie uͤber⸗ aupt als eine mysteribse betrachtet, doch ist jetzt kein Zweifel mehr orhanden, daß sie durchaus nicht offensiver Natur ist, und daher n Bezug auf den ferneren Gang der auswaͤrtigen Politik Frank⸗ eichs nur zur Beruhigung beitragen kann. Sehr unterrichtete Leute versichern, daß von Seiten des Kabinets die ihm von den Franzb⸗ sischen Agenten aus allen Punkten des Auslandes eingesendeten Berichte der sorgfaͤltigsten Pruͤfung unterworfen wurden, woraus man die Ueberzeugung gewonnen, daß viele jener Berichte selten von Parteilichkeit und vorgefaßten Meinungen frei waren, und daher mehr

als einmal dazu beitrugen, die Regierung in unnuͤtze Konflikte zu

erwickeln. Man wollte sie in eine falsche Richtung hineintrei⸗

ben und sie so zwingen, von ihrem ersten Gange abzugehen; da⸗ bei mußte sie sich natuͤrlich den heftigsten Vorwuͤrfen der Presse aussetzen, die theils aus Unkunde, theils mit Willen, bei der zuerst gefaßten Ansicht von dem angeregten Streite blieb. Dies soll ganz vorzuüglich bei den unangenehmen Verwickelungen mit den Suͤd⸗Amerikanischen Staaten der Fall gewesen seyn. Die fraglichen Agenten, sagt man, koͤnnen aus verschiedenen Ruͤck⸗ sichten nicht sogleich ersetzt und zuruͤckberufen werden; denn die Presse wuͤrde sogleich eine heftige und anscheinbar begruͤndete Be⸗ schuldigung gegen die Tendenz des Kabinets, welches eine solche Maßregel anordnete, erheben. Eine große Anzahl jener Stellen im Auslande sind naͤmlich von jungen Maͤnnern besetzt, welche durch ihre Thaͤtigkeit in der Presse einen großen Antheil an der Juli⸗- Revolution hatten, und seitdem in der Ferne die damals gelten⸗ den Ansichten und Theorien, und die aus denselben hervor⸗ gehende Stellung zum Auslande, nicht aufgegeben haben, da sie von der entschiedenen Reaction, die sich in dieser Beziehung im Vaterlande nach und nach einstellte, nicht unmittel⸗ bar beruͤhrt wurden. Wollte sie die Regierung jetzt zuruͤckberufen, so wuͤrde ihr die Oppositionspresse vorhalten, daß sie hierdurch einen neuen Beweis einer entschieden retrograden Reaction ge⸗ gen die Juli-Revolution selbst gebe. Das Kabinet ist daher auf einen Ausweg gekommen, welcher von allen vernuͤnftig Denkenden sehr gebilligtwird, naͤmlich zuverlaͤßigen und wie durch Studien so durch Verbindungen besonders geeigneten Maͤnnern Spezial⸗Missionen zu ertheilen. Diesen liegt es dann ob, die Wahrheit uͤber alle Verhaͤltnisse zu erforschen und Materialien einzusammeln, die dazu dienen sollen, die vorhandenen wie die kuͤnftig eingehenden Berichte der gewoͤhnlichen Agenten richtig beurtheilen zu koͤnnen. Eine solche Mission hat man nun Herrn Piscatory fuͤr Griechenland gegeben. Natuͤrlich mußte aber bei der jetzigen Lage der orienta⸗ lischen Verhaͤltnisse diese Sendung mannigfach gedeutet werden; jedoch sind alle in Umlanf gekommenen Deutungen derselben grund⸗ los. Das Wahre an der Sache ist, einmal daß die Spezial⸗Kenntnisse und die Verbindungen des Herrn Piscatory ihn ganz besonders fuͤr diese Mission eigneten, dann daß seine Privat⸗Verhaͤltnisse ihn bestimm⸗ ten, sie anzunehmen. Denn da er eben bei einem vielbesprochenen Bankerot eines Notars faͤst sein ganzes Vermoͤgen verloren, so verwendeten sich seine Freunde aufs dringendste fuͤr ihn bei dem Ministerium, um ihm einen der disponiblen Staats⸗Auftraͤge zu verschaffen. Der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten nahm keinen Anstand, auf diese Verwendungen einzugehen, um so we— niger, als kurz vorher, bei einer sich darbietenden Gelegenheit, Herr Piscatory sich seinem alten Chef wieder freundschaftlich ge— naͤhert hatte.

Es gehen heute die ersten Nachrichten von Toulouse ein. Die Bewegung hat wirklich begonnen und wurde veranlaßt durch die Dimission, welche der Maire und der Munizipal⸗Rath der Stadt augenblicklich nach der Ankunft des Herrn Mahul in die Haͤnde des alten Praͤfekten, Herrn Floret, niederlegten.

Großbritanien und Irland. London, 7. Juli. Wie man hoͤrt, wird Ihre N ie Koͤnigin bis zur Eroͤffnung des Parlaments in Windsor blei⸗

ben, Prinz Albrecht dagegen auf einige Wochen mit dem Koͤnige

den uͤberwiegenden Einfluß, den Frankreich in dieser Regentschaft der Velgier nach dem Kontinent reisen.

eriangt hat. Ein Journal erinnert daran, daß unter dem Mini⸗ steriuin vom 1. Maͤrz auf Veranlassung einer Frage, die das Tabacks⸗Monopol betraf, Lord Palmerston dem Franzoͤsischen Ka⸗t binette anzeigen ließ, daß er genoͤthigt seyn werde, seine Reclama⸗ tionen beim Bey mit den Waffen zu unterstuͤtzen. Worauf ihm geantwortet wurde, daß die Englische Regierung handeln koͤnne, wie sie es ihren Interessen und ihrer Wuͤrde fuͤr angemessen er— achte, aber daß die Englischen Schiffe in Tunis ein Fran⸗ zoösisches Geschwader finden wuͤrden. Lord Palmerston mag jetzt wohl glauben, daß er Alles wagen duͤrfe und daß das Franzosische Ministerium nichts thun werde, um ein noch kuͤhneres Unternehmen zu verhuͤten. Hier scheint er indeß doch alles Maaß uͤberschritten zu haben, und wie groß auch die Re⸗ signation der Franzoͤsischen Regierung sein moͤge, so kann sie doch

nicht eine so drohende Unternehmung gegen unsere Asfrikanischen Besitzungen zulassen. Die Traditionen der Franzoͤsischen Politik in Tunis sind so gebieterisch, daß sich kein Ministerium von den⸗ selben entfernen darf, daher ist auch die Division Leray nach den Gewaͤssern abgegangen, welche durch die Englisch⸗Tuͤrkische Expe⸗ dition bedroht werden.“ Der Conseil⸗Praͤsident Marschall Soult wird naͤchsten Sonn⸗ tag im Hotel des Kriegs⸗Ministeriums zuruͤckerwartet.

Ein Schreiben aus Algier meldet, daß der Oberst⸗Lieute⸗ nant Morris vom Kriegs⸗Minister den Auftrag zur Bildung einer einheimischen Legion in Konstantine erhalten habe. Gegenwaͤrtig sind schon in Konstantine zwei Schwadrone unregelmaͤßiger Spa⸗ his und ein Infanterie⸗Bataillon von 1000 Mann, bestehend aus Tuͤrken, Kuluglis, Araber und Kabylen. Diese Truppen sind nicht kasernirt und naͤhren sich auf eigene Kosten. Die Soldaten sind nur verpflichtet, alle Mittage dem Appell beizuwohnen und taͤglich eine Stunde zu uͤben; sonst koͤnnen sie ihre Zeit anwenden, wie sie wollen. n

Es hat sich hier ein Comité gebildet, um Subscriptionen zu einem Denkmal fuͤr Garnier⸗Pagès zu sammeln. hs

Der Minister des Innern hat im Namen der Franzosischen Regierung den Deutschen Gelehrten von Savigny, Jakob Grimm, Mittermayer, Schlosser und Ranke ein Exemplar zweier Werke

Der erste parlamentarische Kampf wird bei der Sprecher⸗ wahl stattfinden. Lord John Russell, heißt es, gedenkt den bis⸗ herigen Sprecher, Herrn Shaw Lefeyre, wieder vorzuschlagen, Sir Robert Peel dagegen Herrn Goulburn.

Die Toryblaͤtter sprechen von einem Peel'schen Ministerium als von etwas bereits ganz Ausgemachtem; doch verlautet noch nicht das Mindeste uͤber dessen Zusammensetzung. Fuͤr den Au— genblick scheinen die Minister noch an keine Resignation zu den⸗ ken; es werden fortwaͤhrend Kabinetsberathungen gehalten, und man spricht von Schwierigkeiten jeder Art, welche hoͤchsten Orts den Konservativen in den Weg gelegt werden duͤrften.

In der Wahl⸗Rede, welche Lord Palmerston zu Tiverton hielt, schilderte derselbe unter Anderem, indem er von den Erfol— gen der Britischen Waffen unter seiner Verwaltung sprach, auch die Siege derselben in Mittel⸗Asien, ruͤhmte dabei die von den Britischen Truppen dort beobachtete Disziplin und machte ver⸗ gleichsweise folgende Bemerkungen uͤber diese und das Verfahren der Franzosen in Afrika: 686

„In einem einzigen Feldzuge brachten wir eine Landstrecke, die groͤßer ist als Frankreich, unter britischen Einfluß; die Art, wie dies geschehen, vecdient eben so wie das Exgebniß selbst, die Beachtung der Nation. Es zeigt sich ein Kontrast, auf welchen wir stolz seyn duͤrfen, zwischen den Foctschritten unserer Waffen im Osten und den Operationen, welche Frankreich gegenwaͤrtig in Afrikg betreiben laͤßt. Unser Vorruͤcken in Asien war bezeichnet durch gewissenhafte Scho nung aller Rechte, durch unveeletzliche Achtung jedes Eigenthums, durch steenges Vermeiden von Maßnahmen, die geeignet gewesen waͤ⸗ ren, die Gefuͤhle und Vorurtheile des Volks zu verwunden. So er kläͤrt sich, was mir ein agusgezeichneter Ofsizier, der unlaͤngst aus Kandahar gekommen ist, erzaͤhlt hat. Ohne militairische Eskorte

und nur von wenigen Dieneen begleitet, hat er Hundecte von Mei len zu Pferd gemacht, durch ein Land, bewohnt von wilden, halb⸗ barbarischen Staͤmmen, die noch vor zwei Jahren erbittecte Feinde der Briten waren. Nirgends auf der ganzen Meise fand er seine Si⸗ cherheit gefaͤhrdet; seine Eigenschaft als Englischer Offizier war ihm ein uͤberall respektirter Paß. Wir haben die Rechte der Eingebornen gegchtet, ihnen Schutz gewaährt, sie gut behandelt; daher kommt es, Kaß ein unbewaffnetee Brite sicher ist in der Mizte ihrer Wildnisse. Ein anderes System haben die Franzosen in Afrika befolgt, und es hat

ganz andere Resultate geliefert. Die Franzoͤsische Armee hat sich dort, ich sage es mit Leidwesen, durch die Art ihrer Ovperationen befleckt

Sie uͤberfallen unversehens die Doͤrfer des Landes, ermorden jeden

Mann, der sich nicht durch die Flucht retten kann, und fuͤhren die Frauen und Kinder gefangen fort. Sie treiben jedes Stuüͤck Vich, jedes Schaf, jedes Pferd fort und vecbrennen, was sie nicht mitnehmen koͤn⸗

nen; das Getraide auf dem Felde und das Getraide in den Vorrathsgruben

wied durch das Feuer der Eingedrungenen verzehrt. Was ist die

Folge davon? Waͤhrend in Indien unsere Offiziere unbewaffnet und

allein mitten unter den wildesten Staͤmmen der Wildniß umherreiten, zeigt sich in Afeika kein Franzose uͤber einen gewissen Raum von

der Schildwache des Postens hbinaus, ohne ein Opfer der rohen und

wohl zu rechtfertigenden Wiedervergeltung des Arabers zu werden.

Sie behaupten Algerien zu kolonisiren, aber sie lagern dort bloß in militgirischen Posten, und waͤhrend wir in Indien die Stimmung

des Volkes fuͤr uns haben, ist in Afrika Jedermann gegen die Fran⸗

zosen, hegt jedes Herz den Wunsch nach Rache. Ich erwaͤhne dies

weil es Recht ist, daß Sie es wissen; es beweist, daß selbst in dieser

Welt nach dem Beschlusse der Vorsehung die Ungerechtigkeit und Ge⸗

walt that eine geeignete Strafe, Gerechtigkeit und Milde dagegen

ihren Lohn sinden sollen.“

Ueber diese Aeußerungen bemerkt die Times: „Kann dies Jemand lesen, ohne einzusehen, wie ganz unpassend es fuͤr Lord Palmerston, wie indiskret es fuͤr sein Amt ist, das er schon so lange bekleidet hat? Wir wollen die Wahrheit jener Bemerkun⸗ gen durchaus nicht leugnen, da wir uns selbst haͤufig in demselben Ton daruͤber ausgesprochen haben; aber die Kritik eines öffentli⸗ chen Blattes ist etwas ganz Anderes als ein odefentlicher Tadel von Seiten des Koͤniglichen Staats⸗Secretairs fuͤr die auswaͤrtigen Angelegenheiten. Solcherlei Aeußerungen aus dem Munde eines hochstehenden Staats⸗Beamten muͤssen unfehlbar jene leidenschaft⸗ liche Eifersucht entflammen, welche fruͤher oder spaͤter Europa's Frieden stoͤren wird. Es scheint, Lord Palmerston habe vor sei— nem Abgehen vom Staatsruder dem künftigen Kabinet die Hei⸗ lung der Wunde noch erschweren wollen, die er unserer Politik, Frankreich gegenuͤber, geschlagen hat.“

Von der gesammten auswaͤrtigen Politik des Melbourne'schen Ministeriums entwarf Lord Palmerston in seiner Wahlrede fol⸗ gendes Gemaͤlde:

„Wir sind in der Leitung der auswaͤrtigen Angelegenheiten dieses Landes nicht ungluͤcklich gewesen. Wir haben den Frieden erhalten in zehn Jahren großer fast unvergleichlicher Schwierigkei ten, trotz der zuversichtlichen Prophezeiungen unserer Gegner, die unvermeidlichen Krieg ankuͤndigten. Wir haben aber den Frieden auch erhalten, ohne die Ehre oder die Interessen des Landes nur im Geringsten zu opfern. Das Gewicht und der Einsluß Englands haben sich unter unserer Leitung gesteigert, und wir gaben jenen Grundsaͤtzen der Freiheit, der Gerechtigkeit, der Civilisation, die Ihnen so theuer sind, und die, meiner Ansicht nach, jeder Minister Englands zu pflegen und zu unterstuͤtzen die Pflicht hat, einen Im puls. Das Belgische Volk entschloß sich 1830, sich von dem Volke Hollands zu trennen und einen unabhaͤngigen Staat zu bilden. Die⸗ ser Kampf drohte ganz Europa in Krieg zu verwickeln; es gelang uns aber, das Belgische Volk in den Stand zu setzen, seine Unab haͤngigkeit ohne Kampf zu erringen und, ohne Blutvergießen oder Leiden, Vortheile zu erlangen, die andere Nationen nur durch lang⸗ dauernde Kaͤmpfe, durch großen Aufwand von Blut und Zeit er warben. Auf dem Throne Portugals fanden wir einen Rebellen und Usurpator, Dom Miguel. Wir unterstuͤtzten gegen ihn die Sache der rechtmaͤßigen Konigin und die Sache der konstitutionel⸗ len Regierung. Beide siegten, die Constitution ist in Portugal eingefuͤhrt, die Koͤnigin sitzt auf ihrem Thron, und der Rebell und Usurpator mußte aus seinem Vaterland entsfliehen. Das Volk von Spanien, jenes Despotismus muͤde, unter dem es eine so lange Reihe von Jahren geseufzt hat, entschloß sich, dem Bei⸗ spiele dieser Nachbarn in Portugal zu folgen, eine Constitution und eine rechtmaͤßige Koͤnigin zu haben. In Spanien, wie in Por⸗ tugal, versuchte ein Rebell den Thron an sich zu reißen: Don Car los. Dieser Rebell, der gern ein Usurpator gewesen waͤre, wurde vertrieben und mußte aus Spanien enfliehen. Das Volk dieses Lan⸗ des hat jetzt den Stolz, eine rechtmaͤßige Koͤnigin auf dem Throne zu sehen, und es erfreut sich gleich uns jener Rechte, welche freie Volks⸗Institutionen gehen. Bei allen diesen großen Maßregeln wi⸗ dersetzte sich uns mit aller ihrer Macht jene Tory⸗Partei, die jetzt um die Stimmen und das Vertrauen des Landes buhlt, jene Par⸗ tei, die durchaus einen Rebellen unterstuͤtzte, weil er ein Tyrann war, einen Usurpator, weil er die freien Institutionen seines Lan des niedertreten wollte. Und diese Pactei wendet sich jetzt wahrhaf⸗ tig an das freie Volk von England und fordert die Waͤhler des ver⸗ einigten Koͤnigreichs auf, die Macht, dieses Land zu regie ren in ihre Hand zu legen. Ich sage, meine Herren, beurthei len Sie die Leute nach dem, was sie thun, nicht nach dem, was sie sagen. Ich glaube nicht so leicht, daß das Volk des Vereinigten Koͤnigreichs sich beeilen wird, die Macht in die Haͤnde derer zu legen, welche in der Heimat die Freunde der Orangisten in Jeland sind, die auswaͤrts die Rebellion unterstuͤtzen, bloß weil sie mit dem Des potismus in Verbindung steht, und die das Volk von Belgien ge⸗ zwungen haben wuͤrden, gegen seinen Willen mit Holland vereinigt zu bleiben. Ich kann nicht glauben, daß eine Partei, welche die Feindin der National⸗Freiheit ist, wohin ihr Einfluß sich erstreckt, die politische Macht von dem Englischen Bolk erhalten wird, das die Freiheiten so hoch haͤlt, welche die Coustitution ihm gegeben hat. Erst ganz vor kurzem gelang es uns, trotz mancher Prophezeihungen vom Gegentheile, jene Politik, die wir in Bezug auf das Tuͤrkische Reich und die Ruüͤckgabe Syriens an den Sultan entworfen hatten, glüͤcklich durchzufuͤhren. Wir wußten und fuͤhlten es lebhaft, daß es fuͤr die Interessen Eucopas von großer Wichtigkeit ist, das Tuͤrkische Reich zu erhalten. Dieses Reich ist erhalten worden, erhalten durch den Heldenmuth Britischer Seeleute, durch die Tapferkeit Britischer Soldaten, durch die Donner der Britischen Marine. Waͤhrend so den allgemeinen Interessen Europas eine große Wohlthat erzeigt wurde, hat sich die Macht und Staͤrke Englands vor der ganzen Welt erwiesen, ist die Ehre und Wuͤrde des Landes durch dieselben Mittel erhoben worden, welche die Interessen Europa's foͤrderten. Lassen Sie mich ein wenig weiter nach Osten zu gehen, denn es giebt keinen Theil der Erde, in welchem wir nicht Ge legenheit gehabt haben, die Wuͤrde des Landes aufrecht zu erhalten, seine Ehre zu raͤchen und seine theuersten Inier essen zu wahren. Es halten Verhandlungen stattgefunden in Laͤn⸗ dern, von denen Manche von Ihnen vielleicht niemals gehoͤrt haben, bis Sie durch die Ereignisse, die ich meine, zu ihrer Kenntniß ge⸗ bracht wurden. Unterhandlungen, sage ich, hatten in Persten und Afghanistan in der Mitte Asiens stattgefunden, welche dem unge⸗ heuͤren Reiche, das wir in Ostindien besitzen, Zerstoͤrung drohten; wir handelten aber rasch und entschieden, fuͤhrten unsere Heere mit⸗ ten nach Afghanistan hinein, und Lord Keane leistete da seinem Vaterlande die wichtigsten Dienste, indem er militaicische Erfolge errang, welche uns jenes ungeheure Reich gesichert haben, das wir in Indien besitzen und dessen Wichtigkeit kaum zu uͤberschaͤtzen ist, obgleich vielleicht diejenigen, welche ihre Aufmerksamkeit auf diese Gegenstaͤnde nicht gerichtet haben, den Werth nicht gleich genuͤ⸗ gend erkennen.“ 8 MDer liberale Sun stellt uͤber die muthmaßlichen Folgen der jetzigen Wahlen nachstehende Betrachtungen an, die mit den gestern mitgetheilten der ministeriellen „Morning Chronicle“ so ziemlich uüͤbereinstimmen:

Mas auch immer das unmittelbare Resultat der Wahlen in 8 Seug, aßf das Unterhaus seyn mag, fuͤr das Gemeinwohl muß daraus ein unermeßlicher Vortheil erwachsen. Eine aͤußerst wichtige Frage der praktischen Gesetzgebung war die Basis der Berufung an die Wahlkoͤrper. Bisher waren sie berufen worden, irgend einen

8 * 2 2 22 21— technischen oder unwichtigen Punkt zu entscheiden, wie die Eingriffe des Unterhauses in die Koͤniglichen Prarogativen, oder das Anliegen irgend einer religioͤsen Sekte, wie das politische Uebergewicht der Anglikanischen Priesterschaft, oder irgend eine Frage des constitutio⸗ nellen Prinzips, wie das Recht der Vertretung, welches am Ende doch nicht zur Ausfuͤhrung gekommen; jett aber sind sie von der Regierung der Koͤnigin aufgefordert worden, in Erwaͤgung ün ziehen, ob sie es feener dulden wollen, zum Vortheil von viduen und Klassen besteuert zu werden oder enicht. Die Verwaltung ist kostspielig und druͤckt schwer auf da; Velk; es kann die ihm aufgelegte Buͤrde nicht laͤnger tragen; bei ihm ist es jetzt zur Frage geworden, ob die Verwaltung, welche durch ungeheuxe Besteuerung erhalten werden muß, die unermeßlichen Summen, die sie kostet, werth ist. Dicienigen, die den Staat verwalten, ecklaͤren⸗ daß ein großer Theil dieser Lasten, woruͤber so viel geklagt wirde nicht fuͤ. den Staat, sondern kraft seiner Autoritaͤt und unter dem Deckmantel seines Namens, zum Nutzen von Individuen und Klassen, auferlegt werden. Dieser praktischen Frage wegen, ob das Volk zum Vortheile von Individuen und Klassen sowohl, als zum Dienst des Staales, besteuert seyn will, ist cine Berufung an die Nation geschehen. Die Frage ist, so zu sagen, neu fuͤr die Masse des Volkes. Die Behoͤrde hat ihm fruͤher nie gesagt, daß die Legislatur, sowohl fuͤꝛ das Ge⸗ meinwohl, als um ein besonderes Interesse auf Kosten des wohls zu befoͤrdern, es besteuere. Man hat ihm bis jetzt nie feierlich erklaäͤrt, daß die Legislatur Gesetze gemacht und bis jetzt auf recht erhalten, um die Einen auf Kosten der Anderen zu pluͤndern. Es hat bisher noch niemals das ganze „System der Legislatur durch eine kompetente Autorität., verschrieen ge⸗ sehen. Jetzt aber erhalt es von der erekutiven Regierung die Versi⸗ cherung, daß die Legislatur ihren hohen Beruf und alle ihre Pflich⸗ ten gegen das Volk verkennend, Gesetze gemacht habe, es zu besteuern, um ihre eigenen Mitglieder und ihre Freunde zu bereichern. Man hat ihm dies obenein zu einer Zeit gesagt, wo es den Druck der Be⸗ steuerung sehr schwer empfindet; also wird ihm eine der wichtigsten Fragen der Regierung, in Verbindung mit seinem eigenen unmittel⸗ baren Interesse, zur Entscheidung anheimgestellt. Man sagt ihm gleichzeitig, daß die Legislatur sein Vectrauen nicht verdient habe, und daß es jeden Vortheil wohlfeil und im Uebersluß erhalten

koͤnne, wenn es die ungevcechten Anordnungen derselben uͤberstimme.

In dem kommenden Paclamente wereden diejenigen Herren, welche hie gegenwaͤrtigen monopolistischen Steuern als ungerecht und druͤckend betrachten, wohl eine abgesondecte Klasse bilden, da sie eine ganz spezielle Mission haben. Ihre große Aufgabe wird seyn, bei jeder Gelegenheit den Geundsatz aufzustellen, daß das Volk nur zum Nutzen des Stagtes besteuert werden sollte, und eben⸗ so zu beweisen, daß es zum Nutzen Einzelner schwer besteuert ist. Sie werden die Doktrinen eines freien Handels darlegen und verthei⸗ digen und das Land damit vertraut machen. Was auch Andere thun moͤgen, sie werden beharelich die Abschaffung der Korngesetze befoͤr dern. Nun scheint es uns aber ein großer Gewinn fuͤr die Sache des Volks, daß jetzt eine Anzahl von Maͤnnern in das Unterhaus ge⸗ bracht wird, die diesen Grundsaͤtzen huldigen und vecpflichtet sind, sie bei jeder Gelegenheit kraͤftig zu stuͤtzen, so wie jenes von der hoͤchsten Autoritaͤt gegebene Zugestaͤndniß im Andenken zu echalten, daß das gegenwaͤrtige System irrig und ungerecht ist. Wenn wir auch nun annehmen, daß Sir Robert Peel Premier⸗Minister wied, so kann er doch aus der Erinnerung des Volkes die ihm jetzt gegebene Mitwissenschaft nicht vernichten. Er kann jene Maͤnner nicht hin dern, diese Mitwissenschaft zu kraͤftligen und zu vermehren, und er kann daher auch dem Fortschritte nicht vorbeugen, welcher ihn mit dem ganzen Schwarm der Monopolisten bald stuͤrzen muß.“

Zwischen den Wahlen in England und in den Vereinigten Staaten stellt der Sun folgende Vergleichung an: „Es verge⸗ hen wenige Wochen, in denen nicht die Tory⸗Blaͤtter ein Zeter⸗ geschrei uͤber die Sitten und Moralitaͤt der großen Amerlkani⸗ schen Demokratie erheben. Wir haben dagegen, um der Wahr⸗ heit und Gerechtigkeit willen, bei solcher Gelegenheit stets die Auf⸗ merksamkeit unserer Leser auf die Ruhe und Ordnung gelenkt, womit dort die Wahlen stattfinden. Bei der letzten Praͤsidenten⸗ Wahl, als die Stimmen der gesammten erwachsenen maͤnnlichen Bewohner gesammelt wurden, stoͤrte kein Auflauf, keine Schlaͤ⸗ gerei den Frieden und die Eintracht des Volkes. Unsere Wahlen sind noch nicht voruͤber; es ist nicht ein Zehntel der Amerikani⸗ schen Stimmen⸗Zahl gesammelt, und wir haben Auflaufe in Kottingham, in Carlisle, in Wigan, in Bath und an anderen Orten gehabt, wobei 8 Menschen ums Leben kamen.“

Der Pariser Korrespondent der Times widerspricht dem

umlaufenden Geruͤchte, daß von den Maͤchten, welche den Vertrag

vom 15. Juli unterzeichnet haben, eine Note an Frankreich ge⸗ richtet worden sey, um dasselbe zum Beitritt zu diesem Vertrage einzuladen. „Das Franzoͤsische Kabinet“, heißt es in diesem Blatte, „hat seit langer Zeit seine Bexreitwilligkeit zu erkennen gegeben, das auf die Dardanellen⸗Schifffahrt bezuͤgliche Protokoll und den definitiven Pacifications⸗Vertrag zu unterzeichnen, wofern die Maͤchte erklaͤren wuͤrden, daß sie die Differenzen im Orient als erledigt betrachten, und daß kein Motiv mehr zu einer ferne— ren Intervention von ihrer Seite vorhanden sey.“

Es heißt, daß Sir Charles Adam zum Befehlshaber der Britischen Flotte im Atlantischen Ocean und Sir Philipp Durham zum Befehlshaber der Station im Mittellaͤndischen Meere er— nannt sey.

Aus Sheffield wird von vorgestern Abend um 7 Uhr uͤber ein furchtbares Ungluͤck, welches dort durch das Umschlazen eines Dampfbootes verursacht worden, Folgendes an den „Sun“ be— richtet: „Es bleibt mir nur so viel Zeit, Ihnen kurz ein entsetz⸗ liches Freigniß zu melden, das sich diesen Naͤchmittag zu Rother— ham bei Sheffield zugetragen. Es wurde ein Dampfboot, dessen Bau vollendet war, vom Stapel gelassen. Mehr als 150 Per⸗ sonen befanden sich auf dem Schiff. Das Boot schlug um, als es in die Wogen lief. Im Auzenblick, wo ich Ihnen schreibe, sind bereits 50 Leichen aufgefunden worden, und fortwaͤhrend faͤngt man deren noch auf, je eine in drei oder vier Minuten.“

Der beruͤhmte Vauxhall-Garten ist schoͤn seit einiger Zeit dem Publikum verschlossen und soll, weil er sich als Vergnuͤgungs⸗ platz nicht befriedigend rentirte, zu Neubauten eintraͤglicher ver⸗ wendet werden. Bevor er aber den Maurer- und Zimmerleuten gaͤnzlich anheimfaͤllt, hat sich der letzte Paͤchter, Herr Bunn, ent⸗ schlossen, den ehemaligen Besuchern noch durch sechs Abend⸗Un⸗ terhaltungen die Gelegenheit zu verschaffen, von ihrem sonstigen Vergnuͤgungsorte auf immer Abschied zu nehmen.

Belgien. Im Preovinzial⸗Rathe von Gent hat

Brüssel, 8. Juli. Herr van Huffel gestern den Antrag gemacht, Se. Majestaͤt zu ersuchen, daß Unterhandlungen mit Frankreich wegen Abschließung

eines Zollvereins angeknuͤpft werden moͤgen. Die Versammlung hat mit großer Stimmen⸗Mehrheit beschlossen, diesen Antrag in Erwaͤgung zu ziehen.

Deutsche Bundesstaaten. Koburg, 7. Juli. (Fraͤnk. Merk.) Vorgestern ist die F au Großfuͤrstin Constantin, Schwester unseres Herzogs aus der Schweiz hier angekommen. Unser Herzog und Ihre Königl Hoheit die Frau Herzogin von Kent, waren der exlanshten Schwester entgegengefahren. Etwas fruͤher war die Fuͤrstin von Leiningen, Schwiegertochter der Frau Herzogin von Kent, von

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Amorbach hier angekommen, und heut bemerkte man bei der, am Morgen hier abgehaltenen Revue unserer Truppen auch den Her⸗ zog Alexander von Wuͤrttemberg, der von Paris angekommen war. Diese Revue oder Inspection, zu welcher sich ein Kaiserlich Oester⸗ reichischer General als bundesverfassungsgemäͤßer Kommissarius mit Gefolge hier eingefunden hat, bot ein aͤußerst schoͤnes und belebtes Schauspiel dar. Das Gesolge des Herzogs glaͤnzte von den verschiedensten Uniformen.

Detmold, 10. Juli. Ehegestern und gestern hielt der vom Deutschen Bunde mit der Inspection mehrerer Bundes⸗ Kontingente beauftragte Koͤniglich Preußische General⸗Lieutenant, Herr von Ditfurth, die Revuͤe uͤber das hiesige Bundes⸗Kon⸗ tingent ab. Der Herr General fand, nach seiner mehrmals wie⸗ derholten Aeußerung, das Bataillon sowohl ruͤcksichtlich der Tuͤch⸗ tigkeit der Mannschaften, als deren Ausbildung und Ausruͤstung im befriedigsten Zustande. Er erklaͤrte, daß es ihm zum besondern Vergnuͤgen gereicht habe, ein durchaus nach Preußischen Grund⸗ saͤtzen ausgebildetes Bataillon angetroffen zu haben, welches er einem ausexerzirten Preußischen gleichstellen duͤrfe und faͤhig er⸗ achte, in jedem Augenblicke in eine Preußische Brigade einzutre⸗ ten und mit derselben zu manbveriren.

Dieses guͤnstige Urtheil eines kompetenten Richters, giebt einen neuen erfreulichen Beweis von dem Wetteifer aller Deutschen e —o 2* 1

Fuͤrsten nach Kraͤften zur Wehrhaftigkeit des gemeinsamen Vater⸗ landes beizutragen.

Frankfurt a. M., 10. Juli. In der verflossenen und dieser Woche herrschte an unserer Boͤrse in den Fonds starke Flauheit, die indessen zunaͤchst durch die geringere Abondanz des Geldes entstanden war, wobei allerdings auch von den auswaͤrti⸗

gen Boͤrsen keine die Speculation ermunternden Berichte eintra⸗

fen. In den letztern Tagen hat indessen die Abondanz des Gel⸗

des wieder zugenommen, der Diskonto ist gewichen und die Kuͤn⸗ digungen in allen Fonds sind stark. Dadurch wird die Kauflust der Spekulanten von neuem angefacht und alle Effekten⸗Gattungen haben wieder eine steigende Bewegung angenommen. Die Oesterrei⸗ chischen Gattungen unterliegen wenig Veraͤnderungen, doch nicht mehr dem Einfluß deesneu abzuschließenden Anlehns. Die Angabe, daß dies Anlehn bereits abgeschlossen worden sey, scheint voreilig gewesen zu seyn, denn bis heute hat man noch nichts Sicheres daruͤber vernommen. Die Tanus⸗Eisenbahn⸗Aktien sind, nach dem neuli⸗ chen fuͤhlbaren Ruͤckfall auch wieder im Steigen begriffen und wurden heute mit 123“ Fl. Agio bezahlt, Bei der anhaltend star⸗ ken Frequenz der Taunus⸗Eisenbahn ist nicht zu zweifeln, daß die Aktien noch einem weiteren Aufschwung entgegengehen, so wie dann uͤberhaupt sich taͤglich mehr herausstellt, daß krotz der eini⸗ germaßen hohen Fahrpreise die Taunus⸗Eisenbahn, die Besuch⸗ teste Deutschlands wird. Von dem Baue der Frankfurt⸗Darm⸗ stadt⸗Mannheimer Eisenbahn bleibt es fortdauernd stille und es ist auch nicht wahrscheinlich, daß bald damit begonnen wird.

Wie man nun vernimmt, wird die Bundes⸗Versammlung im naͤchsten Monat erst die Ferien antreten und es werden dieselben wahrscheinlich bis zum Monat November andauern. Bei der zu erwartenden Ankunft Sr. Durchlaucht des Fuͤrsten von Metter⸗ nich wird der Bundes⸗Praͤsidial⸗Gesandte Herr Staats⸗Minister Graf von Muͤnch⸗Bellinghausen erst nach der Ruͤckkehr, des Fuͤr⸗ sten⸗Staats⸗Kanzlers nach Wien abreisen; bis dahin duͤrfen wohl der neue Koͤnigl. Preuß. Bundestags⸗Gesandte hier eingetroffen seyn.

Der Kurprinz-Mitregent von Hessen wird demnaͤchst von Wiesbaden uͤber Hanau und Fulda nach Kassel zuruͤckkehren, und wie man hoͤrt, beabsichtigen die Bewohner Hanau's, Sr. Hoheit

bei dieser Veranlassung einen feierlichen Empfang zu bereiten und Hoͤchstdemselben einige Wuͤnsche, namentlich auch in Bezug auf den Bau einer Eisenbahn zwischen Hanau und Frankfurk, wozu die Geldmittel laͤngst unterzeichnet wurden, vorzulegen. Hanau wuͤrde allerdings durch eine solche Communication, welche durch 8 ge . x⸗ 4 4 einzufuͤhrende Main-Dampfschifffahrt nicht ersetzt werden kann, gewinnen.

Fuͤrst Felix Lichnowsky hat auf kurze Zeit unsere Stadt wie⸗ der verlassen, kehrt aber hierher zuruͤck.“ 8 8

Hesterreich.

* Marienbad, 9. Juli. Vorgestern feierten die hier anwesenden Unterthanen Sr. Majestaͤt des Kaisers von Rußland, meistens zum hohen Adel gehoͤrend, den Geburtstag ihres erha⸗ benen Monarchen auf eine wuͤrdige und glaͤnzende Weise. An der Spitze des zu diesem Ende erwaͤhlten Fest⸗Comité's befanden sich der Fuͤrst und die Fuͤrstin Obolenski, die Fuͤrstin Scherbatoff und der General Krafftsteooͤm. Nachdem Morgens ein feierlicher Gottesdienst stattgefunden, wobei ein aus Warschau angekommener Geistlicher die Messe las, erfolgte Abends ein Ball, wozu die ganze anwesende Bade⸗Gesellschaft eingeladen war. In den Raͤu⸗ men des neuen Conversations⸗Hauses, welche bis zur Tageshelle erleuchtet und auf das geschmackvollste reich mit Blu⸗ men dekorirt waren, versammelten sich etwa 300 Personen, die ein sehr animirter Tanz und ein gewaͤhltes Konzert, wo man besonders das Talent des Tenoristen Herrn Breiting bewunderte, aufs Beste unterhielt. Am Schlusse eines splendiden Soupers wurde unter Enthuͤllung analoger Transparente dem erhabenen Beherrscher aller Reussen ein enthusiastisches Lebehoch gebracht. Zur allgemeinen Freude beehrte Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August von Preußen dieses Fest waͤhrend dessen ganzer Dauer mit seiner Gegenwart.

Gestern ist die Fuͤrstin von Warschau, Gemahlin des Fuͤrsten Statthalter des Koͤnigreichs Polen, hier eingetroffen.

Schweiz.

Bern, 5. Juli. (Schweizer Bl.) Heute wurde die ordentliche Tagsatzung mit den uͤblichen Feierlichkeiten eroͤffnet. Der Bundes⸗Praͤsident, Herr Schultheiß Neuhaus, eroͤffnete die Versammlung mit einem Vortrage in Franzoͤsischer Sprache. Nachdem Herr Neuhaus darauf hingewiesen, daß die Gefahr eines Europaͤischen Krieges sich wieder mehr und mehr entfernt habe, faͤhrt er fort: 18

„Das Jahr 1841 hat nicht unter guͤnstigen Anzeichen begonnen. Die Aufhebung der Aargauischen Kloͤster hat in den Gemuͤthern eine Bewegung hervorgerufen, die noch fortdauert; indessen duͤrfen wir uns der Hoffnung hingeben, daß sie sich bereits bedeutend gelegt habe und mit der Zeit sich immer mehr legen werde. Wenigstens hat der Erfolg das Irrige mancher Ungluͤcksweissagung dargekhan; die gesetzliche DOrdnung im Kanton Aargau ist nicht wieder gestoͤrt worden. Ueberhaupt ist seit der ordentlichen Tagsatzung von 1840 der Friede unseres Landes nie ernstlich gefaͤhrdet worden, und ohne Zweifel wird auch kein inneres Ereigniß uns desselben in Zukunft verlustig machen, so lange der Geist weiser Maͤßigung diejenigen nicht verlaͤßt, welche das Schicksal der Schweiz lenken. Die Ver⸗ bindungen, welche die Schweiz mit den Europaͤischen Machten zu unterhalten sich freut, haben nicht aufgehoͤrt, freundschaftlich zu seyn. Der Bundes⸗Praͤsident gedenkt hierauf der Handels⸗Verhaͤlt⸗

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nisse mit dem Auslande, und bedauert, daß der Handelsvertrag mit Holland am 1. Januar 1842 aufhoͤre, so wie, daß die Schwetz, welche ihre Grenzen den Produkten aller Laͤnder oͤffnet, das wuͤnsch⸗ bare Gegenrecht noch nicht gefunden. Er erwaͤhnt ferner der zahl⸗ reichen Arbeiten des eidgenoͤssischen Kriegsrathes, der neuen Regu⸗ lrung der Grenzgebuͤhren auf zwanzig Jahre, der Meßresern zur Foͤrderung des inneren Verkehrs, der Bundesrevision, welche aus Furcht vor einer Beeintraͤchtigung der Kantonalsouveraͤnetat noch immer nicht gedeihen wolle, und schließt mit folgender Stelle: „Die Angelegenheit der aargauischen Kloͤster kommt beinahe un⸗ veraͤndert bei der Tagsatzung wieder zur Sprache. Wenn auch zu bedauern ist, daß sie so wenig fortgeschritten, so verdient doch die Erklaͤrung des hohen Standes Aargau, welche seine Ach⸗ tung vor dem Entscheide der Tagsatzung bezengt, gehoͤrig gewuͤr⸗ digt zu werden, denn sie ist geceignet, Ruhe und Wohlwollen in die Berathung zu bringen. Die Aenderungen, welche in einigen Kantonen sich zugetragen haben, sind von den Einen mit Freude, von den Anderen mit Bedauern aufgenommen worden. Der be⸗ staͤndige Wechsel von Ideen und Systemen ist eine Wirkung der menschlichen Natur und des Wesens der Freiheit selbst. Wenn diese Reformen die Graͤnzen der einzelnen Kantone nicht uͤberschreiten, wenn sich keine politische Provaganda in diesem oder in jenem Sinne bildet, wer hindert die Staaten, selbst diejenigen, deren Ver⸗ fassungen auf den entgegengesetzten Prinzipien beruhen, im Geiste der Duldung als aute Eidgenossen und Bruͤder mit einander zu leben? Hat der Schweizerbund nicht immer bestanden und gebluͤht mitten unter den verschiedensten Kantonal⸗Verfassungen? Indessen giebt es doch Buͤrger, die einen besorgten Blick in die Zukunft wer fen und fuͤr die Schweiz Zeiten der Pruͤfung befuͤrchten. Die Weisheit und Umsicht der Stellvertreter der Staͤnde wird, so es Gott gefaͤllt, den Frieden und die Eintracht zu erhalten wissen; aber wenn auch Tage der Gefahr uns zugedacht seyn sollten, so wird sie das gemeinsame Vaterland gluͤcklich uͤberstehen und freier und staͤrker aus denselben hervorgehen. Zehn Jahre genossener Freiheit und politischer Reg⸗ samkeit sind nicht verloren gegangen. Der Sinn fuͤr das öoͤffent⸗ liche Leben hat sich gebildet, die Vaterlandsliebe ist gewachsen. Mehr als zu jeder anderen Zeit zaͤhlt jetzt die Schweiz eine große Zahl ihr ergebener Soͤhne, mit unerschrocktenem Auge und ungebeugtem Arm, welche die Gefahr mit Ruhe erwaͤgen, ihr, von wo sie auch kom⸗ men mag, ohne Zagen die Stirne bieten und wie in den alten Ta⸗ gen die Unabhaͤngigkeit des Vaterlandes retten werden: Gott er⸗ halte die Schweiz! Die am 15. Maͤrz dieses Jahrs einberufene und am 6. April vertagte außerordentliche Tagsatzung ist aufgeldst. Ich erklaͤre die Sitzung der ordentlichen Tagsatzung von 1841 fuͤr eroͤffnet und lade die Herren Gesandten ein, mit mir den vorge schriebenen Eid zu leisten.“

„Locarno, 4. Juli. (N. Z. Z.) Der Aufruhr ist vor⸗ uͤber, aber auf dem hoͤchsten Punkte die Erbitterung gegen die Urheber und Agenten des heillosen Anschlages. Es sind Handlun⸗ gen der aͤußersten Haͤrte gegen einige Eingekerkerte und gegen die jsso theiliate Fe; 3 52 s am meisten betheiligten Gemeinden von Vallemaggia zu befürchten. Dem Advokaten Nessi, den seine eigenen Genossen ausgehaͤndigt haben, kann ein trauriges Schicksal bevorstehen: er kam den 25. Juni

von Mailand zuruͤck, wohin er gereist war, um die Umwaͤlzungs⸗ plane von denselben politischen Verurtheilten in Empfang zu neh⸗ men, die vor einigen Monaten der ganzen Schweiz ihre gänz⸗ liche Unschuld und ihre Vaterlandsliebe betheuert haben. Ein Anklageakt trifft auch den Advokaten Carlo Poglia, Mitglied des dermaligen Kriegs⸗Raths und Kriegs⸗Commissair, dessen Abfall der Verschwoͤrung bedeutenden Vorschub gethan hat. Der ganze Kanton ist entruͤstet uͤber das verraͤtherische Benehmen dieses von den Liberalen so sehr gehaͤtschelten Mannes. Eifersucht und per⸗ soͤnliche Feindschaft gegen Luvini und Ciani, Habsucht in Specu⸗ lationen mit Holz, haben einen Mann ins Verderben gefuͤhrt, dem es nicht an Geist und Gewandtheit fehlt. Die Zahl der Todten am Ponte Brolla ist fuͤnf: in einem derselben glaubt

man einen beruͤchtigten Moͤrder aus dem Piemontesischen zu er⸗ kennen; bei Tenero und Gordola sollen vier Menschen geblie⸗ ben seyn.

Dekret: Der Staats⸗Rath, in Erwaͤgung, daß es nach den traurigen Ereignissen vom 1sten und 2ten d. von aͤußerster Dring⸗ licheit ist, daß sich die oberste Behoͤrde mit den noͤthigen Maßre⸗ geln zu einer vollstaͤndigen und dauerhaften Pacification des Lan des beschaͤftige: in Erwaͤgung, daß die kostbarsten Interessen des Vaterlandes keinen Verzug leiden beschließt: der Große Rath wird zu außerordentlicher Sitzung auf den 7ten d. einberufen; an die Mitglieder wird, unter ihrer strengsten Verantwortlichkeit, die dringende Einladung gerichtet, zur Sitzung zu erscheinen; u. s. w.

Italien.

Rom, 1. Juli. (A. Z.) Ueber die Unterhandlungen mit Portugal sind in oͤffentlichen Blaͤttern Geruͤchte in Umlauf ge⸗ kommen, als habe der Vicomte de Carreira dabei seine Instruc⸗ tionen uͤberschritten, und dem heiligen Stuhl Zugestaͤndnisse ge⸗ macht, die von seinem Hofe nicht gebilligt worden, so daß die Beendigung dieser Angelegenheit nicht allein getruͤbt, sondern aufs Ungewisse hinausgeschoben sey. Aus zuverlaͤssiger Quelle kann man diesem Geruͤchte als einer Erfindung widersprechen, die allen Grundes der Wahrheit entbehrt. In gleiche Kategorie sind auch gewisse Korrespondenz⸗Nachrichten zu setzen, die von hier aus dem Publikum mitgetheilt werden, um es in den Angelegenheiten mit Preußen irre zu fuͤhren. Hiernach soll bald die Preußische Ge⸗ sandtschaft von hier abberufen werden, bald hat sie von dem Kar⸗ dinal⸗Staats⸗Secretair Noten erhalten, die in den beleidigendsten Ausdruͤcken abgefaßt seyen. Dabei sind diese Nachrichten in einem so zuversichtlichen Tone geschrieben, als muͤßten sie wahr seyn, und als kenne der Mittheiler alle diplomatischen Geheim⸗ nisse sowohl des Kabinets in Berlin, als der Roͤmischen Kurie.

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Konstantinopel, 22. Juni. (A. Z.) Nach Muhib und Kemal Effendi's Berichten scheint Mehmed Ali die 40 Millionen Piaster, die ihm die Pforte auferlegte, auf den alten Betrag, den der Pascha zahlte, herabsetzen, d. i. auf 6 Millionen, mithin der Pforte nicht weniger als 34 Millionen abhandeln zu wollen. Nach sehr genauen Berechnungen, die das hiesige Ministerium des Aus⸗ waͤrtigen unter Reschid Pascha vorgenommen hatte, ist außer allen Zweifel gestellt, daß die Einnahmen von Aegypten auf nicht weni⸗ ger als 600 Millionen Piaster (40 Millionen Rthlr.) jäͤhrlich sich erheben, und daß die Ausgaben, mit Einrechnung der 40 Mil⸗ lionen, welche die Pforte als jaͤhrlichen Tribut schon damals, als Reschid noch Reis⸗Effendi war, fuͤr Aegypten festzusetzen beabsich⸗ tigte, kaum 500 Millionen uͤbersteigen, wonach sich noch ein Ueberschuß von 100 Millionen ergaͤbe, der rein in die Scha⸗ tulle der Aegyptischen Familie fließen wuͤrde. Die Pforte ist je⸗ doch nachgiebig gestimmt, und nach den Verstaͤrkungen, die Meh⸗ med Ali taͤglich im Osmanischen Ministerium erhäͤlt, zu urtheilen,

duͤrfte die urspruͤnglich festgesetzte Se von 40 Millionen leicht wenigstens auf die Haͤlfte herabgesetzt werden. 3 Als 799 chegi Ereigniß bemerke ich Ihnen noch die neuen Mißverstaͤndnisse mit der griechischen Reglerung. Die 4888 glaubt wichtige Motive zu Klagen und Beschwerhen gegen das 1 erbitterter Geuvernement zu Athen erhalten zu Lb sge Grjechi⸗ Sprache abgefoßte Note Rifaat Pascha's an den hiesigen Griechi⸗