1841 / 204 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sun, 25 Jul 1841 18:00:01 GMT) scan diff

haben, wenn wir

Andern in seinem freien Erwerb gehemmt wird,

verhaͤltnisse berechnet gewesen, z. B. auf ein Monopol, so der Handel der Ostindischen Compagnie, oder auch eine mit Ge⸗ walt errungene Alleinherrschaft zur See, wie dies lange Zeit der gesammte Englische Handel war, und so in vielen andern Faͤllen. Nach unserer Ueberzeugung hat der Verkehr, in seiner voͤlligen Freiheit, viel mehr das Bestreben der Decentralisation, als das der Centralisation, und die Fortschritte der Industrie aͤußern sich nicht bloß in der Intensitaͤt ihrer Schoͤpfungen, sondern auch darin, daß ihre Wohlthaten einer immer groͤßeren Anzahl von Men⸗ schen zugaͤnglich werden. Schon die umfassendere Anwendung des Prinzips der Arbeitstheilung macht es moͤglich, eine groͤßere Menge von Kraͤften zu beschaͤftigen und jeder Kraft, auch der schwaͤcheren, ungeuͤbteren, eine Gelegenheit zum Erwerb und die Möglichkeit zu bieten, sich mit der Zeit zu einer bedeutenderen und eintraͤglicheren Wirksamkeit heraufzuarbeiten; der rationellere Be⸗ trieb der Industrie und die allseitige Entwickelung der saͤmmt⸗ lichen praktischen Wissenschaften und Kuͤnste hat eine engere, or⸗ ganischere Verbindung zwischen den verschiedenen Arbeitsgebieten und einen leichteren Uebergang aus dem einen in das andere zu⸗ wegegebracht, in dessen Folge aber auch eine groͤßere Gleichartig⸗ keit und ein organischeres Verhaͤltniß der verschiedenen Klassen der Arbeiter. Je mehr die hoͤheren eintraͤglicheren Beschaͤftigun⸗ gen aufhoͤren, Monopol eines bestimmten Standes oder einer be⸗ stimmten, so zu sagen erblichen Praͤdisposition zu seyn, je leichter die Befaͤhigung dazu auf dem Wege einer praktischen, allmaͤlig von dem Leichteren zu dem Schwereren aufsteigenden Uebung er⸗ langt wird, desto allgemeiner ist auch der Zutritt zu diesen rei⸗ cheren Erwerbsquellen, desto mehr ist selbst den aͤrmeren Klassen 85 Möoͤglichkeit gegeben, durch ein beharrliches Vorwaͤrtsstreben sich von den kleinsten Anfaͤngen zu dem behaglichsten 5 porzuarbeiten, wie wir dies denn auch thatsaͤchlich M“ 6 8 zende Beispiele solcher industriellen Emporkoͤmmlinge 1 4 gt se en. gegenwaͤrtig noch das Kapital ein ungeboͤhrliches uͤl die Aebeit zu behaupten scheint, und es das Ansehen hat, als wuͤrde dies Mißverhaͤltniß immer druͤckender durch die vermehrte Macht der Mechanik, welche die e öeöes zum Theil oͤberfluͤssig macht und somit im Preise herabdruͤckt, so vermoͤgen wir zwaͤr diese Thatsache nicht ganz zu leugnen, glau⸗ ben aber doch, daß man dieselbe ebenfalls aus einem ellzubefange⸗ nen Gesichtspunkte betrachtet hat. Gerade die groͤßere Beweg⸗ lichkeit und Moͤnnigfaltigkeit, welche unsere industriellen Zustaͤnde unter dem Einfluß zahlreicher technischer Erfindungen erhalten ha⸗ ben, macht es, wie schon gesagt, den Einzelnen leichten, ein Ar— beitsgebiet, welches durch Konkurrenz oder andere Verhaͤltnisse beengt wird, gegen ein anderes zu vertauschen, welches eine rei⸗ chere Ausbeute verspricht; und die Moͤglichkeit, durch die Erfin⸗ dung oder Verbesserung einer Maschine, eines Werkzeugs, einer A⸗ beitemethode ganze In ustriezweige umzugestalten, offnet der Geschick⸗ lichkeit und dem beharrlichen Fleiße ein weites Feld, um gegen die Macht des todten d eichthums einen erfolgreichen Kampf zu beginnen. Also siatt vorschnell, nach unklaren 60. leichheits 2 Theo⸗

rieen oder aus falscher philanthropischer Weichheit eine Re⸗ form der Goͤter⸗Verhaͤltnisse durch kuͤnstliche Mittel zu versuchen, warte man lieber ab, ob nicht die organische Selbstentwicklung der Industrie und des Verkehrs zu dem gewuͤnschten Ziele fuͤhren werde; man gebe vor allen Dingen der natuͤrlichen Freiheit des

ihrer raubt; in den Wein

b et oder ihrer Frucht beraubt; den gen Menge ene gebsibcke zerknickt, so wie auf dem Felde das aufge⸗ haäufte Korn zerstreut und die noch auf dem Halm stehende Frucht daniedergelegt wurde.

ind die neuesten Systeme, ihm zu steuern.

Organisation der Arbeit.

Staats⸗Ztg. No. 196, 199 und 201.,

ince publique 4 vol. Paris chez

Der Pauperismus 1

(Vergl.

De Gérando de la bienfais⸗ engaa 1839.

Zur de la misère des

. France, 2 vol. Paris et

grieifch Darstellung der S

von A. L. Churoa. Herausgegeben durch r. Gusta Bacherer. Braunschweig b. Meyer 1840.

Zum Schlusse kommen wir noch einmal auf v Frage des Pauperismus und der Organisation der rhelt S. d. 8 kann nicht unsere Absicht seyn, diese Frage, an deren Loͤsung Fen so viele Zeiten und so große Maͤnner gearbeitet haben, 8 in wenig Worten erledigen zu wollen; wir werden genug gethan den Standpunkt bezeichnen, aus welchem „. nach unserer Ansicht, deren Lösung erfolgen muß, ö“ 1 I durch zugleich fuͤr die Beurtheilung der J einer solchen Organisation, ein allgemeines Kriterium 2 8 b

Die Organisation der Arbeit kann, wie es 8988 . einen doppelten Sweck haben; einmal den einer Verme 8. Ertrages der Arbeit im Allgemeinen, und 8 gleichmaͤßigeren Vertheilung dieses Ertrages ie I 8 1e ““

zaesvprochen worden ist, nur eine zige gerechte naruͤrliche W“ L“ der Erwerbs⸗Verhäͤltnisse, nämlich die Entfernung aller kuͤnstlichen Ungleichheiten, d. h. 1.“ 2 Privilegien, Monopole, durch welche der Eine zu S 1 3 oder durch welche oder wenigstens ihm

classes laborieuses en Angleterre Leipz., chez Renouard,

Wenn

Uebergewicht uͤber

n Frucht der Arbeit des Einen nicht ihm, oder weng b dicht vostandig; sonden einem Anderen zu ine entsprechende Gegenleistung von vV 11““ 8— finden es unrecht und hierin haben wir an ¹“ din oewichtige Autortäͤt fuͤr uns wenn man 11“ der küͤnstlichen Unglein heit auch auf Verhaͤltnisse G““

z dem natuͤrlichen Gange der Dinge, ohne das Dasn 1 end einer Willkuͤhr, oder Gewalt, hervorgegangen sind, wenn perrn und deruse er Frahnrechee G ize ener Theorie der Gleichher sicht fuͤhrt in ihren .““ lin ihren extremsten b 8 9 solche Ansicht, welche das Eigenthums⸗ Veritgehechaftgrecht⸗ die Basis aller gesellschaftlichen G B nicht respektirt, kann 11“ Gewerbes noch mehr Raum, statt sogleich wieder an die Stelle nur desorganisiren, vernichten. Der u168 und zu bestrafen, der Schranken, welchen die Industrie sich kaum noch und die Pflicht, Ungerechtigkeiten zu, alisten u dem Arbeiter al⸗ het, andere zu setzen, unter deren Druck sie von Neuem verkuͤm⸗ welche sich in der Stellung E 8* Beer cung; er kann mern muͤßte. Bis da in, wo diese industrielle Bewegung, deren lerdings leicht erzeugen, den Wucher⸗ en Haͤrten in Schutz erstes fesselloses Aufstreben nothwendig von Schwankungen und sogar in manchen Faͤllen 11“ Kapitalisten, sondern Verirrungen begleitet seyn muß, sich selbst geregelt und L nehmen, welche nicht die elbst verschuldet; aber hier haben wird, bis dahi werden Philanthropie und S taats⸗Weis⸗ lediglich die Natur des 56 Waltens; diese kann er heit hinreichende Gelegenheit haben, die entstehenden Ungleichhei⸗ ist auch die Graͤnze 111.““ hanbeln, ohne seine ten auszugleichen oder zu lindern, theils durch direkte Huͤlfeleistun⸗ nicht uͤberschreiten, seö wie sie Buret im Auge gen, theils durch moralische Einwirkungen sowohl auf die Reichen, eigene Basis ende Wohlstand des Kapitalisten immer in deren Haͤnden jetzt noch haͤufig das E.“ hat, durch welche gu herabgedruͤckt werden soll, um den aͤr⸗ liegt, als auch auf diese selbst, um sie zur Ver besserung ihrer Lage wieder auf ein gewisses 5 b ukommen heben allen Fortschritt durch Selbstthaͤtigkeit anzuspornen. In dieser Hinsicht erscheinen meren Klassen Fett t v8 f und wuͤrden wahrscheinlich uns besonders die Vorschlaͤge Dégérando's, ihrem groͤßeren Theile des Verkehrs und der braͤchte, die nachtheilige nach, aͤußerst beherzigenswerth, wenn schon wir eingestehen muͤs⸗ fuͤr den Staat, welcher 8 88 e sich aus ihm hinweg sen, nicht alle die Erwartungen theilen zu koͤnnen welche er sich Folge haben, daß die sie eines groͤßeren Schutzes von dem Einflusse seiner Maßregeln auf die Gesinnung der Ein⸗ und in andere Staaten. zelnen zu machen scheint, da, nach unserer Ansicht, der bloß inner⸗ fuͤr ihr Eigenthum Anhaͤufung des National⸗ liche Impuls der Gesinnung bei staatswirthschaftlichen Berechnun⸗ Allerdings ist nicht zu age Handen etwas Beaͤngstigendes hat, gen ein allzu unsicherer Faktor ist. Reichthums in immer wenigeren elart, eswerde, wenn man die Sa⸗ Das eben Gesagte enthaͤlt schon die Hauptsache von dem, und daß sich die Befüͤrchtung wohl ertlärt, e G 1 was wir uͤber den zweiten Zweck der Organisation der Arbeit, die

86 n vonegentliche Verarmung des c d ihren C etgehen lasse, zuletzt eine gan liche Vere - 1 (She. VJDIAAT1Aö zu bemerke 2 ceeniheen hang so Heshihenug 1 Gunsten des anderen, und da⸗ Vermehrung des Ertrages der Arbeit uͤberhaupt, zu bemerken haͤt einen eils der Be erung b

91 Line Vermehr es Ertrages der Arbeit laͤßt sich auf ; trete 2 en Eine Vermehrung des Ertrages der Arbeit läß ich h uech diesen eintreten. Al⸗ ten. Eine 2. 288 v“““ durch eine vollige Uünzendoterhins CC“ dreierlei Weise denken: erstens durch Entfernung der hngee f 2 8 5 vip 9 9 lge 9 7 8 8 17 8 1. 8b 6.,2 8 . 8 5, b 2ꝗB 2 lein dennoch koͤnnen 8 diese Erscheinung fuͤr eine Hindernisse der Arbeitskraͤfte und durch eine möͤglichst richtige de welche, wie diee .ep natürlichen Freiheit des Verkehrs ausge⸗ nutzung derselben; zweitens durch G des E11““ 0 2 der 4 8 2 8 3. 3 4 R mPe— 8 zop S0 5 nothwendige Foge, Berechtigung vermittelnden, ordnenden bes selbst; endlich drittens E1“ des Aufwandes, - iere v ie DBere 8 1 8 8 ; * echeo o Hor ein in 28à Dbe 48 rdert. ben, und Gesetzgebung oder Verwaltung ableiten; wir welchen die E1“ 1 b G Einschreitens der al aus dem oben angegebenen Grunde, weil Was den ersten Punkt anbelang Sb stes wohlz Sg kannt, 7 F r ahz6 in fuͤr unvertraͤglich mit der oͤffent- daß ein rationellerer und fruchtbarerer Betrieb aller Gewerbe nur durch 8 8 3 21¼ 87 2 U 8 . 1 4 46 o 7 spio 8 vir solche kuͤnstliche 168 der Gerechtigkeit halten; und die natuͤrlichen Fortschritte der unter und 49 .“ 8 voreilig scheint, auf die vorliegenden, noch Segen einer wenigstens theilweisen 1“ G 9 8 7 8 . 5 1 Achfo 8 8 5 weitens, 8* 8 5 Erfahrungen uüͤber den Entwickelungsgang worden 1sg. und eben dies vr Plbgcbflels 6 sehr unvof G Schluͤsse und Maßregeln wie die angegebenen Trieb zur Arbeit sagen lassen. Ein aus G der fleiß i unserer In uff de Buret den National⸗Oekonomen vorwirft, nicht das Produkt einer leidenschaftlichen Erregung oder einer s gfehndeb 8e ersten gluͤcklichen Aufschwung der In⸗ Geschmackslaune, wie dies Fourrier nach E11ö13“ ins scheint, sehr beschraͤnkten psychologischen Beobachtung son⸗ 1 9 .C 8 18 Cor rdo cheint sehr eschraͤnkten piych gi 1 9 2 er Erwartung hingeben, dieser guͤnstige Erfolg werde uns . 1 Bewuß 8u8 du⸗ dustrie, sich der Erw 1ö1ö16““ 8 dern er geht hervor aus dem Bewußtseyn des Individu⸗ ner Dauer seyn, und in dieser Meinung die Dinge gehen Lrr e e . von ewiger Dauer seyn, V““ 8 daß es seine Kraft selbststaͤndig entwickele, und daß ine fuͤr liche Leitung derselben zu denken; ums, daß e K el 1- J ließen, ohne auf eine fuͤrsorglich 1 ülleg, was es damit erwerbe, sein freies, unverkuͤmmertes Eigen— 8 b ie egengesetzten Sinne, Alles, was es de rbe, ““ das, scheint uns, koͤnnen diese ihm, im entgegengesetten Sinne, 2 ev. Endlich was die Verminderung des Aufwandes betrifft, b esser ec rruͤckgeben. Weil Buret sah, daß die thum sey. Endlich was die Beimite⸗ 3 ICTAA161“ʒ mit noch besserem Rechte zuruͤcke 3 belstände so muͤssen wir Fourrier darin Recht geben, daß viele gewerbliche ick des Verkehrs auch mannigfache Uebelstaͤnde so müsse r Fourr. 8 16 kolaltch Weit vortt . rasche Entwickelung 318 G Unternehmen mit weit geringern Kosten und folglich weit vortheil⸗ ichheiten hervorbrachte, glaͤubte er, in vorschnellem nternehme eit geuing ; 16 8 2 und Ungleichheirten ehen Mittein dozwif assen, hafter betrieben werden koͤnnen, wenn sich die vielen Einzelnen zu it k chen Mitteln dazwischen treten zu mössen, ha etriebe koͤn b 1 - Kleinmuth mit kuͤnstli 3 3 8 8 1 iner solidarischen G haft verbinden auch ist diese Idee 8 denk q . unsere saͤmmtlichen industriellen Zu- einer solldarischen Gemeinschaft 1 E1“ 1 1 laͤngst schon ins Leben getreten unter den mannigfachen Formen

ohne zu b in I“ der freien Association. Aber auch diese Solidaritaͤt der Association

ande, selbst die Englands nicht ausgenommen, zu jung sind, u Gestaltung in sich und zu einer orggni⸗ w r au 88 um schon zu einer festen Se 3 hat ihre Graͤnzen, welche sie nicht uͤberschreiten kann, ohne gegen

ekommen zu seyn, theils, und dies reiten ka— 2 ges

schen Selbstentwickelung 88 vwireklich freien In⸗ die natuͤrlichen Gesetze der menschlichen Thaͤtigkeit zu verstoßen, ist besontbene Erfahrung haben, da unsere gegenwaͤrti⸗ ehne ihre eignen Bortheile wieder aufzuheben. Zunaͤchst dets 1 vverhaͤltnisse immer noch mit einer Menge kuͤnstlis wir hier das Institut der Familie und des eigenen We“ gen Verkehrsverha b sind, daß wir also auch nicht unbedingt in Schutz nehmen gegen die uͤbertriebenen Associations⸗ cher Ungleichhelten icht, bei einer solchen volligen Freiheit, sich Tendenzen Fourrier's, welcher alle Interessen An eme Gemeinschaft wissen koͤnnen, o h geibst erledigen werden. verschmelzen will. Die Er haltung einer Mehrzahl von Men⸗ laͤßt sich nachweisen, wie wenigstens der groͤßte Theil Uenahas b seyn, wenn 8b 1ig ETb“ In v2. Büter⸗Vertheilung in solchen kuͤnste Wirthschaft besteht, und mit Recht haben dard A“

der geruͤgten Mitverhälcnifseder Ceüter Bereh ürfenitier eine der stalten dieses Prinzip angenommen; aber wenn das lichen Zustaͤnden ö Kapital⸗Reichthums, groͤßtentheils sich nicht bloß erhalten, sondern auch ein Eigenthum, reichsten AQuellen, des geha Finanz⸗Operationen entstanden, durch sitzstand erwerben soll, so muß dasselbe vor allen Dingen Mittel⸗ in Folge der küͤnstlichen esltsgen Ausgaben zu decken such⸗ punkt eines selbststaͤndigen Kreises, eines Hauswesens, Eiser Fa⸗ welche die 5. unpandels⸗Spekulationen, welche unge⸗ milie seyn, fuͤr welche es erwirbt, und welche ihm das Erworbene ten; so sind die kolossalen 5 ben Einzelner konzentrirt haben, fast erhalten und vermehren hilft. Eben so falsch scheint es uns, wenn ““ Laͤnstliche Combination der Verkehrs⸗ Fourrier, (und indirekt auch Buret,) den internationalen Verkehr, immer auf irge

den Handel aufheben und jede Association moͤglichst auf den Kreis⸗ lauf der innern Consumtion und Production beschraͤnken will. Das Unrichtige dieser Ansicht darzuthun, halten wir fuͤr uͤberfluͤs⸗ sig, denn wer moͤchte wohl in Deutschland einer Theorie beistim⸗ men, welche die Wohlthaten eines freien und ausgebreiteten inter⸗ nationalen Verkehrs, deren Befestigung und Erweiterung der Stolz unserer nationalen Politik ist, so gaͤnzlich verkennt. Daher nur noch eine kurze Bemerkung zum Schluß. Dar Prinzip der Selbstorganisation der Industrie, das Prinzip des laisser faire, ist freilich unscheinbarer, als die glaͤnzenden und scharfsinnigen Theorieen einer kuͤnstlichen Organisation der Gesellschaft, und die Passivitaͤt, zu welcher, von jenem ersteren Standpunkte aus, die National⸗Oekonomie sich selbst und die oͤffentlichen Gewalten ver⸗ dammt, mag denen leicht als Traͤgheit und Laͤssigkeit erscheinen, welche nur da Thaͤtigkeit und Leben zu erblicken glauben, wo es in einer aͤußern Wirkung sichtbar und fuͤhlbar auftritt. Allein diesen Reform⸗Eiferern, welche die Gesellschaft nach ihren Ideen konstruiren wollen, moͤchten wir die alte vielerprohte Wahrheit zu⸗ rufen: Nichts ist gut und heilsam, was nicht natuͤrlich ist.

evwm ee.

Zuli

exn.

1841.

eenhEaE r.

Dauer der Eisenbahnkahrten am

22

——.

Abgang von Potsdam.

Abgang von

EE111““

Zeitdauer M.

44 40 40 40 40

Zeitdauer St. M. 43 42

8 Uhr Morgens. ..

Vormittags. Vormittags. Nachmittags

Um 6 ½ Uhr Morgens...

Vormittags. Nachmittags Nachmittags Abends ... Abends... 40 Abends . . . 45 10 Abends... 52 Abends... 53 Die lange Dauer der Fahrt um 2 Uhr von Berlin wurde dadurch verurfacht, daß die zugfuͤhrende Maschine Baͤr bei der Station Nr. 8 schadhaft geworden und die Reserve⸗Maschine Iris signali⸗ sirt werden mußte, wodurch 22 Minuten Aufenthalt entstanden.

42

Nachmittags

Meteorologische Beobachtungen.

1841. Morgens Nachmittags 22. Juli. 2 Uhr.

Nach einmaliger

Abends

10 Uhr. Beobachtung.

.334,61“ Par. + 16,60 R. + 9,10 n.

56 PCt.

Luftdruck... Luftwärme... Thaupunkt . .. Dunstsättigung Wetter

Wind Wolkenzug...

Tagesmittel: 334,4 8

335,12“ Par. Quellwärme 8,4 0 K.

—— 13,09 R. Flusswärme 16,0 R.

8,30 R. Bodenwärme 1“ R. 70 pCt. Ausdünstung 0,041 Rb. halbheiter. Niederschlag 0.

W. 8 Wäürmewecbsel + 171

W. 1,19.

Par. + 14,60 R. + 8,5 ° R. 63 pcCt. W.

heiter. bezogen. W.

B85S8 1841.

1 1 1 6r 23. J uli Cour. Geld. 103 ½ 10 1 ½

83 Den

Pr. Brief. 104 ¼ 102

Pr. Brief.

Cour. Geld.

Actiehn. Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Aect. Mgd Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Aet. Berl. Anh. Eisenb.

do. do. Prior Act.

St. Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. 4 Präm. Sch. der

Seebhandlung. Kurm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westp. Pfandbr. Grossh. Pos. do. Ostpr. Pfandbr. do.

2₰

126 102

110

*

78 ¼ 102 ½ 103 100

48 102 ½ 106

78 103 ½ 101

Düss. Elb. Eisenb.

1018 105 ½ 102 ½ 102 102² ½

do. do. Prior. Act. Rhein. Eisenb.

Gold al marco

Friedrichsd'or

[9-9neeg

103 ½ 102¾ 102 ½

Pomm. Kur- u. Neum. do. Secblesische do.

Andre Goldmün- zen à 5 Th. Disconto

Auswärtige Börsen. Amsterdam, 19. Juali. Niederl. wirkl. Schuld 51 2. 9% do. 100 ¼¾. Kanz. Bill. 24 24à. 5 % Span. 19¹⁄2, Passive. 5. Ausg. —. Zinsl. —. Präm. Sch. 1390. Pol. —. Oesterr. 103 ⅞. Hamburg, 21. Juli. Bank-Aectien 1630 Br. Rngl. Russ. 108 ½⅛. Petersb urg, 16. Juli. Lond. 3 Met. 38 27. IIamb. 34 2⁷. Paris 408. Poln. à Par. 300 Fl. 68. do. 500 Fl. 72 ½. do. 200 Fl. 25 ¼.

Preuss.

Königliche Schauspiele.

Sonnabend, 24. Juli. Im Schauspielhause: Des Gold⸗ schmieds Toͤchterlein, altdeutsches Sittengemaͤlde in 2 Abth., von Carl Blum. Vorher zum Erstenmale wiederholt: Der Bevoll⸗ maͤchtigte, dramatischer Scherz in 1 Akt, von Frau von Wei⸗ ßenthurn.

Sonntag, 25. Juli. Im Opernhause: Don Juan, Oper in 2 Abth., mit Tanz. Musik von Mozart. (Mad. Spatzer⸗Gen⸗ tiluomo: Donna Anna und Dlle. Spatzer: Donna Elvire, als vorletzte Gastrollen. Herr Eicke: Don Juan, als Gastrolle.

Montag, 26. Juli. Im Schauspielhause: Das Blatt ha sich gewendet, Lustspiel in 5 Abth., von Schroͤder. Hierauf Die Lottorielisten, Lustspiel in 2 Abth., von Klaͤhr.

Königsstädtisches Theater.

Sonnabend, 24. Juli. Italiaͤnische Opern⸗Vorstellung. Abon- nement suspendu.) Auf vieles Begehren: Norma. Opera in 2 Atti. Poesi del Sgr. Romani. Musica del Maestro Cav. Vincenzo Bellini. (Mad. Pasta, erste Kammersaͤngerin Sr. Majestaͤt des Kaisers von Oesterreich: Norma, als Gastrolle.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. u. s. w. 8

Textbuͤcher, in Italiaoͤnischer und Deutscher Sprache, sind im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben. 8

Der Anfang der Italiaͤnischen Opern⸗Vorstellungen ist um halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr geoͤffnet.

Sonntag, 25. Juli. Der boͤse Geist Lumpacivagabundus, oder: Das liederliche Kleeblatt. Zauberposse mit Gesang in 3 Akten, von Nestroy. Musik von A. Muͤller.

Montag, 26. Inli. (Einunddreißigste Italienische Opern⸗ Vorstellung.) Zum ersten Male: Lajo Nell Imbarazo (Der Hofmeister in Verlegenheit). Opera buffa in 2 Atti. Musica del Maestro Gaetano Donizetti.

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

8

TTTbb“

Inland.

8 Inhalt. Amtl. Nachr.

Frankreich. Paris. Das „Journal des Debats“ uͤber die end⸗ liche Loͤsung der orientalischen Frage. Toulouser Haͤndel. Briefe aus Paris. (Politischer Charakter der Toulouser Unruf hen. Spanische Angelegenheiten. Granier von Cassagnac.) Grosibrit. und Irland. London. End⸗Resultat der Wahlen. Muͤthmaß. uͤber die Parlaments Eroͤffnung und das Verhalten der Parteien. Ueber die Uneinigkeit unter den Tories. Ultra⸗ toryistische Charakteristik Sir R. Peel's. Nachrichten aus Por⸗ tugal. Vermischtes. 1 . Niederlande. Haag. Russische Anleihe. Finanz⸗Min. Rochu⸗ sen. Gen. Dumoulin. g. Belgien. Bruͤssel. Angebl. Zweck der letzten Reise des Koͤnigs nach London. Zoll⸗Verein. b Deutsche Bundesstaaten. Karlsr. Zweite Kammer. Elek⸗ tromagnet. Apparat. Polizei⸗Verfahren gegen die Oberd. Ztg. 8 Kabinets⸗Ordre, die Vereinigungs Feier in Rhein⸗ hessen betr. Weimar. Vertrag mit Belgien wegen Freizuͤgig⸗ keit. Bernburg. Eisenbahn. Sondershausen. Kic chen⸗ u. Schulwesen des Fuͤrstenthums. Italien. Rom. Ein Kardinal u. zwoͤlf Bischoͤfe ernannt. Türkei. Convention vom 13. Juli. b Aegypten. Alex. Verschiedenes. Mitth. aus Kandien nach dem Briefe eines Franz. Offiziers. Frankfurt a. d. O. Die diesjaͤhrige Margarethen⸗ Messe. Koͤnigsberg. Wollmarkt. Marienwerder. Ver⸗ ein der Westpreuß. Landwirthe. Koͤln. Hinrichtung eines Moͤr⸗

Albert Thorwaldsen.

Amtliche UNachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben den seitherigen Landrath, Frei⸗ herrn von Manteuffel zu Luckau, zum Ober⸗Regierungs⸗Rath und Dirigenten der Abtheilung fuͤr. innere Verwaltungs⸗Angele⸗ genheiten bei der Regierung zu Köͤnigsberg Allergnaͤdigst zu er⸗ nennen geruht.

Angekommen: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am Koͤnigl. Großbritanischen Hofe, Freiherr von Buͤlow, von London.

Abgereist: Der Erb⸗Land⸗Mundschenk des Herzogthums Pommern, von Heyden⸗Linden, nach Neu⸗Strelitz.

Zeitungs-Nachrichten. Ausland.

Frankreich. 8

Auf die Vorwuͤrfe des „Constitu⸗ durch den Wiedereintritt in WrateNemn . Nul, der schwer verletzt haͤtte, an⸗ das Feournal des De⸗

Paris, 19. Juli. A tionnel,“ daß das Ministerium den Europaͤischen, Rath den jedenfalls die Wuͤrde Frankreichs erkannt habe, erwiedert heute b De⸗ bats: „Nein, die Regierung hat den Traktat vom 15. Julim auf keine Weise, weder direkt noch indirekt, ratifizirt. Die Re⸗ gierung ist jenem Traktat und seinen Folgen von Anfang bis zu Ende fremd geblieben. Erst nach der feierlichen Erklaͤrung der Maͤchte, daß jener Traktat erloschen sey, und daß derselbe keine fernere Wirkung haben koͤnne, hat die Regierung eingewilligt, eine Convention zu unterzeichnen, welche mit dem Traktat vom 15. Juli in gar keiner Verbindung steht. Es sind allerdings vollbrachte Thatsa⸗ chen vorhanden. Es steht gegenwaͤrtig in Niemandes Macht, zu bewerkstelligen, daß Syrien dem Paschaen icht mit Gewalt ent⸗ rissen worden sey; der Traktat vom 15. Jult hat existirt; er hat Resultate gehabt; der Pascha hat sich unterworfen und die ihm von der Pforte vorgeschriebenen Bedingungen angenommen; mit einem Worte, die orientalischen Angelegenheiten, insofern sie die Beziehungen Aegyptens zu der Pforte betreffen, sind auf einen neuen Fuß eingerichtet worden. O, allerdings, wenn man be— haupten will, daß Frankreich, um in den Europaͤischen Rath zu⸗ ruͤckzukehren, warten muͤßte, bis die Maͤchte selbst den Trak⸗ tat vom 15. Juli zerrissen und die Wirkungen desselben rückgaͤngig gemacht haͤtten, wenn man behaupten will, daß Frankreich 3, B. die Zuruͤckgabe Syriens an den Pascha haͤtte verlangen muͤssen, so bekennen wir, daß die Regierung ihre Strenge nicht so weit getrieben hat. Bei dergleichen Anspruͤchen wuͤrden wir uns noch in der Isolirung befinden und haͤtten wohl stets in diesem Zustande verbleiben koͤnnen; ja, mit einem solchen Ziel vor Augen, wuͤrde der Krieg und nicht die Isolirung das beste Mittel fuͤr Frankreich gewesen seyn. Es wuͤrde abgeschmackt ge⸗ wesen seyn, zu hoffen, daß wir mittelst der Isolirung mehr er⸗ reichen wuͤrden, als mittelst eines gluͤcklichen Krieges gegen ganz Europa! Was haben wir nun aber durch die Isolirung erlangt? Alles, was man fuͤr den Pascha erlangen konnte, ohne zu der Ge— walt der Waffen unsere Zuflucht zu nehmen, und ohne Frank⸗ reich und die Welt in einen furchtbaren Kampf zu ver⸗ wickeln. Es is. nicht zweifelhaft, daß der Wunsch, jener Isolirung ein ni 5 zu machen, zu den Zugestaͤndnissen, die man dem Pascha bewilligte, viel beigetragen hat. In dem Traktat vom 15. Juli lag .“ der versteckte Gedanke, den Pascha aufs Aeußerste Sre 9 und seine Macht zu vernichten; die Isolirung Frankre;s hat diesen boͤsen Willen gelaͤhmt. Man Jo sich beeilt, die Tuͤrkisch⸗Aegyptische Fr bg hat sich beeilt, ded Europeiegyptische Frage zu beendigen, um die Franzosische Ps paͤische Frage nicht zu lange in der

eu erhalten. Diejenigen M oche „⸗ u““

Schwebe zu erhecene 2— gen Maͤchte, welche mehr Interesse

in, die Gemuͤther zu beruhigen, alg I 1 dabei hatten, nichten haben selbst dih n, als Mehmed Ali s Macht in Aegypten zu vernichten⸗, eFolgen eines Traktats beschraͤnkt,

flusses in London und in Konstantinopel bedient; und den Recla⸗ mationen des Pascha gegen den ersten Ferman ward Gehoͤr ge⸗ schenkt. Ueber die neue Convention haͤtten wir noch viel zu sa⸗ gen; wir beschraͤnken uns heute nur auf einige kurze Andeutun⸗ gen. Mittelst jener Convention tritt das Tuͤrkische Reich in das Europaͤische Voͤlkerrecht ein. Bisher dem ausschließlichen und gefaͤhrlichen Protektorat einer einzigen Macht unterworfen, ist es unter den Schutz Aller gestellt. Der Traktat von Unkiar⸗Skelessi existirt nicht mehr. Rußland behaͤlt der Pforte gegenuͤber die Vortheile seiner Lage; die neue Con⸗ vention wird nicht verhindern, daß Sebastopol nicht eine dro⸗ hende Nachbarschaft fuͤr Konstantinopel sey; aber ist denn das Recht nicht auch etwas werth? Wenn die materielle Lage Al⸗ les waͤre, warum haͤtte denn Rußland so viel Werth darauf ge⸗ legt, sich durch den Traktat von Unkiar-Skelessi ein Protekto— rats⸗Recht uͤber die Pforte zuerkennen zu lassen? Warum haͤtte es denn seiner Nachbarschaft, seinen Soldaten, seinen Schiffen, mit einem Worte, seiner Gewalt noch einen Interventions-Vor⸗— wand hinzufuͤgen wollen. So lange noch etwas Gerechtigkeit und Civilisation unter den Menschen existirt, werden die Vertraͤge, was man auch sagen moͤge, ihre Bedeutung haben. Der Be— weis dafuͤr, daß sie nicht so leicht zu brechen sind, liegt schon darin, daß man sie nicht leichtfertig unterzeichnet.“

Eine telegraphische Depesche aus Toulouse vom 17ten, die wegen des Zustandes der Atmosphaͤre erst gestern Abend hier ein— getroffen ist, meldet, daß die Ruhe in jener Stadt nicht weiter gestoͤrt worden ist.

Die gestern stattgehabten Berathungen des Minister-Conseils, in Betreff der Toulouser Ereignisse, sollen sehr lebhaft gewesen seyn. Man will wissen, es habe sich um nichts Geringeres ge— handelt, als den Herrn Arzac, den provisorischen Maire von Tou⸗ louse, und mehrere Munizipal⸗Raͤthe vor Gericht zu stellen.

Dem Moniteur parisien zufolge, ist der General⸗Lieute⸗

an die Stelle des General-Lieutenant St. Michel ernannt woͤr⸗ den. Es heißt, der General St. Michel sey abgesetzt worden,

weil er auf die Volkshauf visorischen Munizipal⸗Rath gegen den Praͤfekten unterstuͤtzt und den Bericht uͤber die dortigen Vorgaͤnge mit unterzeichnet habe.

Die Regierung hat, heute durch telegraphische Depesche die Nachricht von der Ankunft des Herrn Moritz Duval in Toulouse erhalten.

Boͤrse vom 19. Juli. In Folge der besseren Notirun⸗ gen von London zogen die Course der Rentehrenge etwas an. Um die Toulouser Angelegenheiten schienen sech Lich spekulanten wenig mehr zu kuͤmmern. Die 5 proc. Rente schloß zu 115. 10 und die

Finanz⸗Ministers

3 proc. zu 706. 65.

Toulonse, 16. Juli. Seit der Abreise der Herren Mahul und Plougoulm herrscht hier tiefe Ruhe. Nichtsdestoweniger erfaͤhrt man von allen Seiten, daß sich Truppen nach Toulouse hin in Bewegung setzen. Herr Arzac hat gestern an die Na— tional⸗Gardisten, welche noch unbewaffnet waren, Flinten verthei⸗ len lassen. Die provisorische Munizipal-Verwaltung hat Sorge dafuͤr getragen, daß ein großer Theil der waͤhrend des Aufruhrs zertruͤmmerten Straßen⸗-Laternen, deren Zahl sich auf 550 belaͤuft, wiederhergestellt worden ist. Der General-Lieutenant St. Mi⸗ chel ist seit Dienstag bettlaͤgerig, in Folge einer Verletzung, die er am 12ten durch einen Steinwurf erhielt.

Paris, 18. Juli. Die Ereignisse in Toulouse bestaͤti⸗ gen die laͤngst von guten Beobachtern ausgesprochene Ansicht, daß der Finanz⸗Zustand Frankreichs lebhafte Besorgnisse fuͤr die Ruhe und vielleicht selbst fuͤr die Verfassung des Landes veranlaßt. Fuͤr Ideen und Grundsaͤtze erhitzt sich die heutige Französische Generation, in Masse genommen, gewiß nicht leicht wieder, so lange man nur ihren wohlerworbenen moralischen Besitzstand nicht zu augenscheinlich gefaͤhrdet. Anders ist es mit den Inter— eessen der materiellen Wohlfahrt, die man nicht allein unbeeintraͤch⸗ tigt erhalten, sondern auch wirksam gefoͤrdert wissen will. Mit der wachsenden Einsicht der großen Menge steigert sich das Be— wußtseyn ihrer Lage, und wird das Verlangen nach deren Ver— besserung ungeduldiger. Nun ist es freilich der Staatsgewalt nicht gegeben, die Wuͤnsche oder auch nur die rechtmaͤßigen Be— duͤrfnisse der großen Mehrheit des Volks zu befriedigen, aber gleichwohl wird die politische Ordnung der Dinge von der Mei— nung fuͤr den mangelhaften oͤkonomischen Zustand der Gesellschaft alle Tage ungestuͤmer zur Rechenschaft gezogen. Daß ihr uͤbri⸗ gens in der That ein nicht unbetraͤchtlicher Theil der Verantwort⸗ lichkeit dafuͤr gebuͤhrt, kann Niemand leugnen, der die Franzoͤsische Staats⸗Wirhschaft einigermaßen kennt.

Die oͤffentlichen Lasten druͤcken am schwersten auf diejenigen, welche die wenigste Kraft besitzen, sie zu tragen, und die uͤberdies den vergleichsweise geringsten Nutzen von dem Staatsschutze ha⸗ ben. Unter solchen Umstaͤnden ist es denn sehr begreiflich, daß die neue Milliarde, welche die Verwaltung des Ministeriums Thiers auf die Schultern des Landes gebuͤrdet hat, die Steuer— pflichtigen hier und da zu einem ungeduldigen Schuͤtteln des Nak⸗ kens bringt. Dies ist der Sinn des Widerstandes, welchen die an sich nicht allein verfassungsmaͤßigen und nothwendigen, sondern auch wohlgemeinten und wohlthaͤtigen Maßregeln des Finanz⸗Mi⸗ nisters in manchen Theilen des Landes finden.

Herr Humann will die von Herrn Thiers gemachten Schul— den bezahlen, und so kann es denn kaum anders seyn, als daß man in ihm den wahren Erpresser sieht und uͤber die unschuldig— sten und schonendsten Mittel zur Erfuͤllung der nun einmal noth— wendig gewordenen Aufgabe die Verdammung ausspricht. Eine solche Auffassung von Seiten des großen Haufens ist, wie gesagt, natuͤrlich; daß aber die Oppositions⸗Presse jenem Irrthume des Volks ihre Autoritaͤt leiht, daß legitimistische, demokratische und constitutionelle Blaͤtter mit einander wetteifern, um die oͤffentliche Meinung immer mehr gegen die Verfuͤgungen des aufzuhetzen, das ist ein trauriges Zei⸗

der anfing, ihnen laͤstig zu werden; sie haben sich dazu ihres Ein-

chen der tiefen Demoralisation, in welche das Parteiwesen

nant Rulhidres zum Commandeur der 10ten Militair⸗Division seit einiger Zeit

en zu schießen sich geweigert, den pro⸗ bevorstehe, indem es vorgiebt,

2 V regeln nachgaͤben.

fortzugehen.

fordern, und das ist genug, um eine Siege berauschte Bevoͤlkerung zum gll 1eissvdtse reizen. Wenn auch die nach Toulouse geschickten Regimenter ohn?

den Pariser Journalismus gebracht hat. Diese hochfahrende Presse schaͤmt sich nicht, die groͤbsten Vorurtheile der Menge aus zubeuten, sobald dieselben ihren Parteizwecken guͤnstig sind, sie steigt freiwillig zu dem politischen Unverstande herab, um mit ihm uͤber die einfachsten und weisesten Maßregeln der Regierung zu deraisonniren, ja sie sagt sich sogar ohne Scheu von ihren eigenen Grundsaͤtzen los, so oft deren Anwendung mit dem Systeme der Regierung zusammenfaͤllt. Das einzige Prinzip, dem sie unter allen Verhaͤltnlssen treu bleibt, ist das der ewigen Verneinung; ihre Unabhaͤngigkeit, ihre Vaterlandsliebe, ihre Ehre, ihr Wissen, kurz alles das, worauf sie stolz ist oder pocht, ist in der unver⸗ bruͤchlichen Beobachtung des Gesetzes der Verneinung begriffen. Kommt es aber einmaͤl vor, daß man von diesem Prinzip ab⸗ weicht, so geschieht es, um sich eben so blindlings in das entgegengesetzte zu werfen, um eben so unabaͤnderlich, eben so ünverstaͤndig zu bejahen, als man vorher verneint hat. Die Bevoͤlkerung von Toulouse scheint durch die endliche Zusammenberufung der National⸗Garde und durch die Ent⸗ fernung des Praͤfekten voͤllig beruhigt und befriedigt zu seyn. Da das Verfahren des Herrn Mahul seine Absetzung zur Folge gehabt und somit der Hauptstein des Anstoßes bereits de⸗ sinitiv beseitigt ist, so steht zu hoffen, daß die Regierung keine

dem Respekte vor dem Gesetze schuldig ist, mit der Schonung zu vereinigen, welche am geeignetsten seyn duͤrfte, die wiederhergestellte Ruhe in Toulouse zu befestigen. Der dorthin geschickte Regie⸗ rungs⸗Bevollmaͤchtigte ist, seinem Charakter und seinen Faͤhigkei⸗ ten nach, ganz geeignet, der ihm anvertrauten Sendung zu genuͤ⸗ gen, wenn nicht etwa zu strenge Instructionen auf der einen oder un⸗ guͤnstiges Vorurtheil auf der andern Seite deren friedliche Er⸗ fuͤllung erschweren sollten.

große Schwierigkeit haben werde, das, was sie ihrer Wuͤrde und

*x Paris, 18. Juli. Das Journal „le Temps“, welches bestaͤndig Kabinets-Krisen verkuͤndet, stellt jetzt taͤglich, wegen der Toulouser Unruhen, Herrn Humann als den⸗ jenigen dar, durch welchen nunmehr die Aufloͤsung des Kabinets daß die uͤbrigen Minister nur mit Widerwillen und gezwungen seinen Forderungen energischer Maß⸗ Diesenigen, die mit den Ansichten und Plaͤnen des Kabinets vertraut sind, finden, daß das anfaͤngliche Benc-

men des Herrn Mahul denselben vollkommen gemaͤß war, bis zu dem Augenblick, wo er seiner Schwaͤche erlag. Diese aber erklaͤrt sich daraus, daß er schon lange die Praͤfektur von Toulouse be

gehrt hatte und unter der dortigen Bevoͤlkerung bleiben wollte. Als aber ein ernster und blutiger Konflikt nicht mehr zu vermei

den war, hielt er seine kuͤnftige Stellung unter einer gegen ihn aufgebrachten Bevoͤlkerung fuͤr unhaltbar und zog es daher vor, Die Regierung hat dies jetzt nun auch eingesehen und die Beilegung der dortigen Haͤndel nicht mehr einem neuen

Praͤfekten, sondern einem außerordentlichen Commissair aufge⸗

tragen.

Der Umstand nun, daß Herr Mahul die Praͤfektur fuͤr sich und auf die Dauer begehrte, widerlegt die Beschuldigungen, die man von gewissen Seiten gegen die Regierung erhebt, daß sie von Anfang an auf solche Unruhen gehofft oder wohl gar die Ab⸗ sicht gehabt habe, sie hervorzurufen. Man hielt sie allerdings fuͤr moͤglich und wollte daher einem beguͤnstigten angehenden Staatsmann, den man fuͤr ganz faͤhig hielt, eine Gelegenheit ge⸗ ben, eine der wichtigsten Praͤfekturen des Landes durch die Dar⸗ legung eines Talents fuͤr die Administration zu erwerben, eines Talents, welches eine Krisis mit Festigkeit und Umsicht so been⸗ digt, daß Achtung und Anerkennung die nothwendige Folge haͤtten seyn muͤssen. Diese Aufgabe hatte namentlich Herr Maurice Duval in Nantes so gluͤcklich geldst, daß, ungeachtet seines energischen Auftretens gegen die Legitimisten und seiner Kaͤmpfe mit den Munizipal⸗Behoͤrden, seine Abberufung ein allgemeines Bedauern und Reclamationen von Seiten der Bevoͤlkeruͤng hervorrief.

Nach den neuen Nachrichten, die von Toulouse wieder ein— gegangen sind, scheinen die Fuͤhrer dieser Bewegungen jetzt selbst uͤber den leichten Erfolg ihrer Umtriebe zu erschrecken. Sie fuͤh⸗ len sich in großer Besorgniß vor den Volkshaufen, die angeblich zur Huͤlfe aus den Umgebungen herbeistroͤmten und auf deren be⸗ gehrlichen Physiognomieen deutlich zu lesen ist, was sie eigentlich wollen. Privatbriefe aus Toulouse schildern die Entruͤstung des Militairs uͤber die Rolle, die man es bei den Unruhen hat spie— len lassen, mit den lebhaftesten Farben. Die dort vorhandenen Truppen betrugen gegen 4000 Mann, und die Bevoͤlkerung haͤtte, wie man versichert, demselben gewiß keinen großen Widerstand entgegengesetzt. Man fuͤhrt als Beweis dieser Behauptung noch an, daß ein Offizier, welcher von einem nach ihm geworfenen Steine verwundet wurde, augenblicklich aus den Reihen trat, in die Masse ohne Weiteres eindrang, den Angreifer mit eigenen Haͤnden festhielt und ihn ungehindert ins Gefaͤngniß abfuͤhren ließ. Unter diesen Umstaͤnden erwartet man aufs bestimmteste daß, nach der Ankunft des Herrn Maurice Duval, und wenn man noch hoͤchstens ein oder zwei Peloton⸗Salven, wahrscheinlich nur in die Luft, gerichtet, das Gesetz in Toulouse wieder vollkom⸗ men Herr seyn wird.

†I1 Paris, 19. Juli. Alle Blicke sind hier noch immer mit einer gewissen Spannung nach dem mittaͤglichen Frankreich gerichtet. Die von der Regierung angeordneten Maßregeln und der Eindruck, den sie auf die Bevoͤlkerung von Toulouse hervor⸗ gebracht haben, sind zur Stunde noch unbekannt, doch kann man aus dem Zusammenziehen einer sehr ansehnlichen Truppenmasse in der Hauptstadt des Departements der oberen Garonne einen ungefaͤhren Schluß auf den Charakter der getroffenen Verfuͤgun⸗ en und auf deren muthmaßliche Wirkungen auf den Geist des Volks ziehen. natuͤrlich die in Toulouse

Dinge nicht fortbestehen

Die Regierung darf herrschende insurrectionelle Ordnung der 1 rtbest derselben Rechenschaft ab⸗

von ihrem augenblicklichen

lassen, sie muß außerdem den Urhebern heftigsten Widerstande zu