der ans Ruder gekommen sey und doch nachher leider diese Maß⸗ regel aufgegeben habe, statt daß es um ihretwillen lieber noch ein⸗ mal haͤtte resigniren und sich durch Erklaͤrung fuͤr die geheime Ab⸗
stimmung neue Kraͤfte verschaffen sollen. Dann ging der Redner auf
die Schwierigkeiten uͤber, mit denen Sir R. Peel als Minister waͤrde zu kaͤmpfen haben, da derselbe entweder die Staats⸗Ein⸗ kuͤnfte durch eine neue Steuer vermehren oder die Staats⸗Aus⸗ gaben durch Reductionen vermindern muͤsse. Wolle er das erstere Mittel versuchen, so gebe es keine andere Steuer, die er auflege n könnte, als eine Vermögens⸗Steuer; eine solche wuͤrden ihm aber die Grund⸗Eigenthuͤmer eben so wenig bewilligen, wie den Whigs. Nicht minder ungluͤcklich werde der andere Versuch ausfallen, denn in keinem Departement duͤrfte eine Reduction moͤglich seyn; der Admiralitaͤts⸗Secretair werde ihm antworken, daß er 8182 reduzi⸗ ren koͤnne, so lange England eine große Flotte im Mitteflaͤndi⸗ schen Meere brauche; der General⸗Feld⸗Jeugmeister werde auf den Krieg mit China und auf die noch schwebenden Streitigkeiten mit den Vereinigten Staaten hinweisen⸗ und der Kriegs⸗Secretair werde sagen, er brauche eher mehr Truppen, als weniger, weil man eine Armee nach Irland senden müsse. Diesen letzten Punkt benutzte der Redner, um die Whig⸗Verwaltung in ein besonders 1 glaͤnzendes Licht zu setzen, weil es ihr gelungen sey, in Irland voͤl⸗ lige Ruhe herzustellen, wogegen ein Tory⸗Regiment jenes Land so⸗ gleich wieder aufregen werde. „Dann wird“, sagt er in dieser Be⸗ lehung, „Sir R. Peel die Minoritaͤt im Unterhause um ihre Zu⸗ stimmung zu einer Truppensendung nach Irland ersuchen. Die Minoritaͤt wird antworten: „Nein, Sir! Jahre lang haben die Whig⸗Minister Irland in Frieden und Ruhe erhalten ohne Trup⸗ pen; wir protestiren daher gegen die Maßregel.“ „Wird Sir Ro⸗ ert die Truppensendung 89 auf einseitige Gutheißung der Ma⸗ oritaͤt hin? Wir wollen sehen. Noch einmal sey es gesagt, die Whigs haben wohlbegruͤndete Anspruͤche auf den Dank der Na⸗ tion. Als sie vor zehn Jahren ans Ruder kamen, war Brand⸗ stiftung uͤber das ganze Land verbreitet. Das Unwesen war un—⸗ ter der vorhergehenden Administration des Herzogs von Wellington entsprungen. Von dem erlauchten Herzog werde ich stets mit Hochachtung sprechen, denn er ist einer der verdienstvollsten und redlichsten Maͤnner des Landes, aber in der Politik hat er offen⸗ ar gewaltige Fehlgriffe gemacht. Wo war jene Unzufrie⸗ denheit im Lande, seit die Whigs die Regierung uͤbernom⸗ men? Sie war wie ploͤtzlich verschwunden. Werden die Tories das Land auch so in Ruhe erhalten koͤnnen, sollten sie un⸗ luͤcklicherweise zehn Jahre in Downingstreet hausen? Ich fuͤrchte, ein, wiewohl ich aufrichtig wuͤnsche, daß es ihnen gelingen moͤchte. Schlagen im naͤchsten Parlament die Tories gute Maßregeln vor, so werde ich, Stockreformer, ja wenig entfernt vom Radikalen wie ich bin, diese Maßregeln unterstuͤtzen; im entgegengesetzten Fall aber sage ich den Tories, sollten sie Zwangsmaßnahmen versuchen, so werden sie eine Agitation, — keine aufruͤhrerische, sondern eine gesetzliche, verfassungsmaͤßige Agitation hervorrusen, welche die Whigs bald wieder ans Ruder bringen wird.“ Die Gesammt⸗Einkuͤnfte der herrschenden Kirche Englands
I Herr⸗ Green hat am Montag abermals im Nassau⸗Ballon vom Zaurhallgarten aus eine — I1“ Um 8 Uhr ließ er sich auf ein Feld bei Far⸗ ningham in der Grafschaft Kent nieder und war um Mitternacht mit seinen Begleitern wieder in Vaurxhall.
Die Morning Post behauptet, daß Lord Melbourne in kurzem eine Reise nach dem Kontinent beabsichtige, und daß seine Dienerschaft Befehl habe, sich jeden Augenblick zur Abreise von
London bereit zu halten.
Heerr John Stanley, ein Sohn des Baronets Sir Massey Stanley, ist im Begriff nach Paris abzureisen, um sich mit einer Richte des verstorbenen Fuͤrsten Talleyrand zu vermaͤhlen.
Dem Marquis von Lansdowne ist das Bad in Wiesbaden sehr gut bekommen, und er ist so weit hergestellt, daß er bei der Eroͤffnung des neuen Parlamentes seinen Posten einnehmen zu koͤnnen hofft.
Herr Shaw Lefebre, der zum Kommissar fuͤr den Verkauf der Kolonie⸗Laͤndereien ernannt ist, empfaͤngt fuͤr dieses Amt keine Besoldung, wodurch dem Staate 1000 Pfd. St. erspart werden, die von dem fruͤheren Kommissar bezogen wurden.
Brüssel, 29. Juli. Der Erzbischof von Paris ist gestern hier angekommen. Die Bischoͤfe von Luͤttich, Gent und Namur waren in diesen Tagen auf dem Schlosse des Grasen von Oultre⸗ mont (diesseitigen Gesandten in Rom) zu einer Konferenz ver⸗ sammelt.
Hiesige Blaͤtter, Organe der Oppositions⸗Partei, wollen wis⸗ sen, daß der Finanz⸗Minister, Graf von Briey, naͤchstens sein Portefeuille abgeben werde.
Die Abreise der Herren Deschamps und Smits nach Paris ist noch nicht erfolgt, und von den hiesigen Blaͤttern voreilig ge⸗ meldet worden. -
8 Der Provinzial⸗Rath von Antwerpen hat in seiner an den Koͤnig gerichteten Adresse unter Anderem Folgendes zu erkennen gegeben: „Sechzehn Millionen sind seit zehn Jahren in anderen Landestheilen auf den Bau und die Wiederherstellung von Kanaͤ⸗ len verwandt worden, die Provinz Antwerpen hat jedoch daran keinen Theil gehabt. Die Canalisation der Campine wuͤrde der groͤßeren Haͤlfte unserer Provinz neues Leben verleihen. Um zu demselben Wohlstande zu gelangen, wie der uͤbrige Theil des Koͤ⸗ nigreichs, verlangt sie eben nichts weiter als einen solchen Ver⸗ bindungsweg. — Dieses Canalisations⸗System wuͤrde aber auch fuͤr das ganze Land große Vortheile darbieten. Der Mangel einer Verbindung mit Deutschland, seitdem uns die Rhein⸗Straße erschwert ist, lastet auf dem Handel und der Industrie. Die Vereinigung der Schelde mit der Maaß wuͤrde ihnen diesen Ab⸗ satzweg wieder verschaffen und die Provinzen Antwerpen, Limburg und Luͤttich eng mit einander verknuͤpfen.“ 8
Deutsche Bundesstaaten.
belaufen sich auf die Summe von 9,459,501 Pfd. St.; durch die Zehnten werden allein 7 Millionen Pfd. St. aufgebracht. Da⸗ von erhalten 2 Erzbischbfe 52,930 Pfd. St., 24 Bischdfe 244,185, 959 Wuͤrdentraͤger 494,000, 2886 Pfarrer, auf welche 7037 Pfar⸗ ren kumulirt sind, 5,79,430, 4305 Pfruñnden⸗Besitzer und 4254 Pfarramts⸗Angestellte 319,050 Pfd. St.
Obschon man anfaͤnglich die Bildung eines Handels⸗Vereins zwischen Frankreich und Belgien hier fuͤr ein chimaͤrisches Pro⸗ jekt hielt, so gewinnt dasselbe doch jetzt von Tag zu Tag mehr Glauben. Nach den Stipulationen des Vertrags, welcher abge⸗ schlossen werden soll, wuͤrde, wie man an der hiesigen Boͤrse meint, ein voͤllig freier Verkehr zwischen diesen beiden Laͤndern statthahen und die Duanen⸗Linie an die Graͤnzen Hollands und Deutschlands verlegt werden; Frankreich wuͤrde die Administra⸗ tion und die Kontrolle dieser Duanen⸗Linie und das Recht der Ernennung saͤmmtlicher Beamten haben. Belgien wuͤrde von dem Zoll⸗Ertrag der Einfuhr uͤber seine Graͤnzen nicht bloß einen veerhaͤltnißmaͤßigen Theil, sondern noch ein Viertheil mehr erhal⸗ ten, so daß z. B., wenn auf den Belgischen Antheil 8 Millionen faͤmen, Frankreich dem Belgischen Schatze noch außerdem 2 Mil⸗ lionen, also 10 Millionen auszahlen wuͤrde.
Eine telegraphische Depesche aus Marseille meldet die dortige Ankunft der Indischen Post mit Nachrichten aus Bombay vom 19. Juni; von dem Inhalte derselben erfaͤhrt man bis jetzt nur, daß Sir G. Bremer von Kalkutta mit Truppen⸗Verstaͤrkungen wieder nach China zuruͤckgekehrt war, und daß diese Post von Canton nichts Neues mitbringt, so daß man nun schon zwei Monate ohne eine Kunde vom dortigen Kriegs⸗Schauplatze ist. Von New⸗York sind Nachrichten bis zum 16. Juli ein⸗ gegangen, die aber aus den Vereinigten Staaten nichts von Wich⸗ tigkeit bringen. Der Staats⸗Secretair Webster hatte dem Praͤ⸗ sidenten die von dem Kongreß zur Einsicht gewuͤnschten Papiere uͤber die Wegnahme Amerikanischer, angeblich des Sklaven⸗Han⸗ dels verdaͤchtiger Schiffe durch Britische Kreuzer und uͤber die den Sklaven⸗Handel uͤberhaupt betreffenden Unterhandlungen, welche zwischen beiden Reglerungen gefuͤhrt worden, zur Mitthei⸗ lung anden Kongreß uͤbersandt. Auf eine Anfrage des Kongresses, ob
von Seiten der Europaͤischen Glaͤubiger einzelner Staaten der Union bei der Central⸗Regierung Vorstellungen um Verwendung füͤr die Abzahlung der Schulden eingegangen seyen, hatte der Präaͤsident dem Kongreß in einer Botschaft zahlreicher Gesuche dieser Art mitgetheilt, die bei dem Staats⸗ und dem Schatz⸗De⸗ partement eingereicht worden, unter anderen auch von Rothschild und Hope. Die Antwort des Schatz⸗Secretairs darauf hatte gelgutet, daß dieses Departement mit dergleichen Angelegenheiten nichts zu thun habe.
Aus New⸗York wird berichtet, daß dort in einer Woche 4889 Emigranten und uͤberhaupt seit dem 1. Juni 9000 ange⸗ kommen. sind. Der Magistrat von New⸗York schickte im letzten Monat 306 von allen Mitteln entbloßte Personen als Vagabun⸗ den ins Gefaͤngniß.
Nach Aussagen von Reisenden, die aus Peru in New⸗York angekommen waren, schien es keinem Zweifel zu unterliegen, daß in Folge der neuen Revolution, welche dort ausgebrochen, General Santa Cruz sehr bald wieder im Besitz von Lima seyn wuͤrde
Prinz Albrecht legte vorgestern im Beiseyn des Bischofs und des Lord⸗Mayors von London, so wie einer außerst zahlreichen und auserlesenen Versammlung, in dem nahen Wanstead den ersten Stein zu einem neuen Waisenhause. Ueber 4000 mildthaͤtige
München, 22. Juli. Das Protokoll des Landraths der Pfalz zu seinen Verhandlungen im Jahre 1841 ist nun ebenfalls amtlich verbffentlicht worden. Es heißt darin unter Anderem:
Bei Gelegenheit der Kriegsgefahr haben sich die Pfälzer, was auch die Anerkennung Ew. Koͤniglichen Majestaͤt gefunden hat, von ihren Beuͤdern jenseit des unyveraͤußerlichen Stroms an Patriotis⸗ mus nicht uͤbertreffen lassen, soͤndern durch ihr ganzes Benehmen klar und buͤndig vor der Welt den Beweis abgelegt, daß sie den Deutschen Geist treu bewahren, wuͤrdige Blutsverwandte Ew. Kd⸗ niglichen Majestaͤt sind und durch Allerhoͤchstdieselben dem gemein samen Vaterlande fest anhaͤngen. Dessenungeachtet reden die Pfaͤlzer gern die Sprache ihrer westlichen Nachbarn, von welchen sie sich, wie alle Deutsche, auch darin unteescheiden, daß sie sich durch die hohe Achtung des Heimischen, doch nicht zur Verachtung des Fremden verleiten lassen. Wir werden, wenn es seyn muß, Franzoͤsisch reden und doch Deutsch denken; die fremden Laule auf die Lippen, aber den fremden Geist nicht in das Herz aufnehmen; etwas Auslaͤn⸗ disches uns aneignen, ohne vom Vaterlaͤndischen das Geringste zu ver⸗ lieren oder zu verunstalten. Ungeachtet der juͤngsten Verordnung dar⸗ üͤber hofft der Landrath dennoch, daß Ew. Koͤnigl. Maijestaͤt den Un tereicht in der Franzoͤsischen Sprache nicht zuruͤckhalten und verrin⸗ gern werden, und bittet ehrfurchtsvoll, ihn an allen Lehranstalten, die üͤber den Elementarschulen stehen, noch zu foͤrdern und ihn besonders an den lateinischen Schulen zu einem Lehrgegenstande erster Klasse zu machen. Der Beweggrund dazu liegt darin, weil dieses Wissen schon als ein Bestandtheil der allgemeinen Bildung uͤberall angeschen⸗ wird, und uͤberdies in der Pfalz sowohl den Geschaͤftsleuten als den Beam ten wegen des beinahe auf der Haͤlfte des Umkreises sehr belebten Ver⸗ kehrs mit Frankreich und der daselbst eingefuͤhrten Franzoͤsischen Ge⸗ setzgebung ganz unentbehrlich ist. Wie wenig zu fuͤrchten waͤce, daß unsere Denkungsart dadurch dem Vareelande entfremdet wuͤrde, haben vor sechs Monaten auf das vollkommenste unsere Juͤnglinge jeden
den Waffen⸗Uebungen einfanden, in die ungewohnte Lebensweise sich willig fuͤgten und unverdrossen iu rauher Jahreszeit das rauhe Ge⸗ schaͤft erlerenten. Um Ew. Koͤnigl. Majestaͤt Alles zu sagen und um sowohl seinem eigenen Gewissen, als auch der Ehre der oͤffentlichen Verwaltung Genugthuung zu verschaffen, darf der Landrath hier nicht verschweigen, daß der gute Wille dieser Rekeuten eine schwere Probe zu bestehen hatte, da ein großes Mißtrauen gegen das Con⸗ scriptions⸗Veefahren in ihnen erregt wurde und sich im ganzen Keeise verbreitet hat. Mit innigstem Bedaueen spricht der Landrath dieses aus, da an diesem Geschaͤfte Maͤnner Antheil hatten, die uͤber den leisesten Verdacht hoch erhaben sind, deren Ehre aber auch verdient, daß eine strenge Untersuchung daruͤber angestellt werde und die ent deckten Schuldigen ihre verdiente Strafe echalten. Fuͤr die zum Militairdienst Einberufenen spricht der Landrath Ew. Koͤnigl. Ma jestät auch noch an, indem er unterthaͤnigst bittet, denselben, und wo moͤglich den Beurlaubten ein Reisegeld bestimmen zu wollen, weil sie groͤßtentheils der aemsten Klasse angehoͤren und sonst auf ihrer Reise, was schon oͤfters und sogar im Auslande geschehen ist, um Almosen bitten muͤssen. Nicht nur fuͤr die gehorchende Klasse, sondeern auch fuͤr die im Namen Ew. Koͤnigl. Majestat befehlende, aber mit dem Bewußtseyn und Bekenntnisse, daß hier im ausgedehntesten Siune nur von (Snade die Rede seyn kann, legt der Landrath Bit ten ein, und zwar zuerst, daß der Ruhegehalt fuͤr die Emeriten der katholischen Geistlichkeit angemessen regulirt und der Standesgehalt der Beamten erhoͤht werden moͤge, damit sie sich nicht in hohem Alter an bittere Entbehrungen gewoͤhnen muͤssen, und besonders Letz⸗ tere aus Ruͤcksicht auf die von diesen im Tode hinterlassenen Witt⸗ wen und Waisen; ferner, daß die Kandidaten der Pfalz bei neuen Anstellungen mehr Beruͤcksichtigung finden, damit sie sich nicht zu⸗ ruͤckgesetzt fuͤhlen und befuͤrchten muͤssen, bei ihrem Herrn und Ko⸗ nig in Ungnade gefallen zu seyn; und endlich, daß doch dem Bau—⸗ wesen in der Pfalz keine Beamten entzogen werden moͤgen, damit
Damen aus London, welche der Ceremonie beiwohnten, legten zum Besten der wohlthaͤtigen Anstalt den Ertrag der von ihnen veranstalteten Kollekten, welcher sich auf 3000 Pfd. Sterling be⸗ lief, auf dem Steine nieder, worauf derselbe den kuͤnftigen Vor⸗ stehern der Anstalt uͤbergeben wurde. Diese Herren, den Prinzen an der Spitze, steuerten ebenfalls eine große Summe bei.
Der Themse⸗Tunnel schreitet rasch seiner Vollendung entge⸗ gen; der Schacht, der den Zugang auf dem noͤrdlichen Ufer bil⸗
den wird, ist beinahe bis zu der erforderlichen Tiefe eingesenkt.
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die großen Summen, welche diesem Gegenstande gewidmet werden muͤssen, auch zu einer Verwendung von gleichem Werthe gelangen koͤnnen. In Ansehung der geistlichen Angelegenheiten hat sich der Landrath schon einigemal veranlaßt gesehen, die landesvaͤterliche Aufmerksamkeit Ew. Koͤnigl. Majestat auf die Verhaͤltnisse der unir⸗ ten protestantischen Kirche der Pfalz hinzulenken. Er unterlaͤßt es, solche jetzt zu beruͤhren, da in diesem Jahr eine General⸗Synode abgehalten werden wird, in welcher sich hinlaͤnglich Gelegenheit dar⸗ bietet, die noch ohwaltenden Wuͤnsche der berüͤhrten Kirche vor den Stufen Allerhoͤchstihres Thrones ehrfurchtsvoll niederzulegen.“
Luftfahrt gemacht, welche durchaus be⸗
Standes bewiesen, die sich auf den an sie ergangenen Ruf eilig bei 1
raths⸗Abschiede:
schreitung gestattet, die Amtsehre der zu diesem Geschaͤfte berufenen Beamten aber die auch von ihnen erbetene strenge Untersuchung erheischt, so beauftragen Wir Unser Regierungs⸗Praͤsidium, die ein zelnen Landraths⸗Mitglieder in geeignetem Wege zur Angabe jener Thatsachen aufzufordern, wegen welcher sie sich zur Unterstellung des angeblichen Mißtrauens veranlaßt geglaubt haben.“
Leipzig, 31. Juli. (Leipz. Z.) Seit Eroͤffnung der Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn Anfang Aprils 1839, in bellaͤusig 27 Mongten, hat das fragliche Unternehmen in runder Summe eingetragen: 1,050,000 Rthlr. (excl. einiger Neben⸗Einkuͤnfte) und Personen befoͤrdert 940,000. Dies giebt pro Tag etwa 1300 Rthlr. durchschnittlich fuͤr die Einnahme. Daß Ertraͤgnisse und Frequenz im Steigen sind, davon geben die Oster⸗Quartale 1839 — 1841 das beste Zeugniß. Das genannte Vierteljahr 1839 brachte 115,000 Rthlr., 1840 138,000 Rthlr., 1841 159,000 Rest . 1 1 116
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Wien, Juli. Ueber die bereits erwaͤhnte Eroͤffnung der neuen nach Stockerau fuͤhrenden Zweigbahn der Kaiser Fer⸗ dinands⸗Nordbahn heißt es in einem Berichte der Leipziger All⸗ gemeinen Zeitung: „Ein Zug von 15 Wagen mit 350 Personen fuhr unter Festlichkeiten aller Art des Morgens nach Stockerau, das aber erst in 1 Stunde erreicht wurde, da ein starker Wind entgegenblies und ein Mitfahrender aus Unkunde die Bremse angezogen hatte. Herwaͤrts wurde der Weg in 50 Minuten zu⸗ ruͤckgelegt. Die Feierlichkeiten in Stockerau waren groß, Triumph⸗ pforten, Pyramiden, Gedichte, Declamationen, Gesang ꝛc. Der Magistrat veranstaltete eine Tafel von 400 Gedecken. Der Bau der Bahn ist vortrefflich, und von einem Stoßen oder Ruͤtteln der Waggons verspuͤrt man durchaus nichts. Seit der Anstellung des Herrn Regrelli als General⸗Bau⸗Inspektor hat die Nordbahn in dieser Beziehung viel gewonnen. Bei Herstellung der Daͤmme wird die Erde in regelmaͤßigen, 9 Zoll hohen, auf die ganze Breite und Laͤnge sich erstreckenden Schichten aufgefuͤhrt und ausgeglichen, so daß dann jede 9 Zoll hohe Schicht eine eigene Lage bildet. Die Seitengraͤben haben eine Tiefe von 9 Fuß; die Boͤschungs⸗- Verhaͤltnisse der Seitengraͤben sind 1:41“ auf der einen, 1:1 auf der anderen Seite. Die interessan⸗ testen Bau⸗Objekte bestehen in zwei Haupt-Chaussee⸗Uebergaͤngen, naͤmlich der Bruͤnner und der Prager Poststraße. Die letztere ist ein besonders kuͤhner Bau, der bei allen Eisenbahnen Europa's nur Einen Nebenbuhler, naͤmlich bei der Birminghamer in Eng⸗ land, hat. Die schiefe Richtung, in welcher die Straße unten uͤbergangen wird, betraͤgt einen Winkel von 24 Graden (bei der genannten Birminghamer Bahn ist er 25 Grad), und der Bau, der einen so gewaltigen Druck auszuhalten hat, stellt sich dem Auge mit aller Leichtigkeit und Eleganz dar. Der Einsturz desselben wurde beim Baue selbst von Sachkundigen prophezeit. Der Do⸗ naudurchschnitt in der Naͤhe von Stockerau betraͤgt in der Laͤnge 794 Klafter. Die Frequenz dieser Strecke zeigte sich schon gestern in einem erfreulichen Grade. Außer den Geladenen des ersten Trains fuhren den Tag uͤber noch gegen 1400 Personen. Der Freiherr von Rotchschild hat, erfreut uͤber die Aufnahme in Korn⸗ neuburg und insbesondere in Stockerau, dem dortigen Kreishaupt⸗ mann einen ansehnlichen Geldbetrag zur Gruͤndung eines Spitals
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907 —7.
der barmherzigen Schwestern uͤbergeben.“
Nom, Juli. (A. Z.) Ein Unfall, welcher vorgestern bei der Hinrichtung von drei Mördern stattgehabt, ist groͤßer ge⸗ wesen, als es bei der ersten Nachricht, die sich davon verbreitete, schien. Neun Individuen sind, wie das Geruͤcht versichert, todt geblieben, darunter sollen sich mehrere befunden haben, die von den Balustraden hinab in die Tiber gestuͤrzt und im Triebsand umgekommen sind. Der Verwundeten rechnet man eine große Zahl, deren viele die Spitaͤler aufgenommen haben. Ueber die Entstehung dieser gewaltsamen Bewegung weiß man bis jetzt nichts entschieden Gewisses. Die Einen behaupten, ein Stein— wurf, welchen man gegen die aufgesteckten Koͤpfe gerichtet, sey die Veranlassung dazu gewesen; Andere glauben, das Volk habe die Absicht gehabt, sich der entseelten Leiber zu bemaͤchtigen und sie durch die Straßen von Rom zu schleifen. Fabktisch ist, daß das Carré, welches die Truppen bildeten, ploͤtzlich durchbrochen war. Die Jaͤger, welche auf dem andern Fluͤgel standen, dran⸗ gen mit den Bajonetten auf das Volk ein. Der Gendarmerie scheint das Verdienst zu gebuͤhren, die Ordnung schnell wieder her—⸗ gestellt zu haben. Durch Abschluß der Straßen-Zugaͤnge brachte sie die gaͤhrende Masse rasch zur Ruhe, und es kam zu keinem groͤßeren Skandal. Den auf dem Castel S. Angelo stationirten Truppen kam diese Bewegung so bedeutend vor, daß sie die Ka— ien geladen haben sollen.
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O Madrid, 22. Juli. Die amtliche „Gaceta“ meldet ge⸗ stern, daß die von der Englischen Besatzung des „Thunderer“ am 7ten weggenommene Schaluppe des Spanischen Wachtschiffs „Atrevido“ in Folge der von Spanischer Seite erhöobenen Recla⸗ mationen zuruͤckgegeben worden sey, und fuͤgt hinzu: „Es ist zu hossen, daß die Großbritanische Regierung sich beeilen werde, uns auf aͤhnliche Weise alle die Genugthuung zu geben, welche man von ihr wegen jenes skandaloͤsen (escandaloso) Vorfalles ver— langt hat, Und daß sie uͤberdies dadurch unsere Feinde von der Aufrichtigkeit ihrer guten Beziehungen zu S panien uͤberzeu gen werde.“ Bereits heute aber erfahren wir nicht nur, daß der Englische Gesandte sich uͤber den Ton, in welchem jener Artikel abgefaßt ist, beschwert hat, sondern es geht auch von Algesiras die Nachricht eines neuen Ereignisses ein, das einer Genugthuung eben nicht aͤhnlich sieht. Am 14ten naͤherte sich bei Tagesanbruch ein Boot des im Hafen von Gibraltar vor Anker liegenden Englischen Kriegsschiffes „Thunderer“ einem an der Spanischen Kuͤste kreuzenden Wacht⸗ schiffe, setzte einen Offizier und 18 mit Saͤbeln bewaffnete Solda⸗ ten an Bord desselben und fuͤhrte es, ohne irgend einen Grund anzugeben, mit seiner Spanischen Besatzung nach dem erwaͤhnten Englischen Kriegsschiffe. Nach einigen Stunden setzten die Eng⸗ laͤnder die Spanische Mannschaft wieder ans Land, das Wacht⸗ schiff aber wurde mit seiner ganzen Ausruͤstung nach Gibraltar abgefuͤhrt.
Es heißt, daß man sich der aufruͤhrerischen Besatzung von Alhucemas durch eine Art von Kriegslist bemaͤchtigt hat. Der dortige Gouverneur hatte den Aufruͤhrern versichert, er werde ihnen von der Regierung eine Amnestie erwirken, und jene droh⸗ ten, falls diese nicht erfolge, alle Einwohner ermorden und als⸗ dann den Platz an die Marokkaner uͤbergeben zu wollen. Die Mannschaft, welche von Malaga aus dorthin geschickt wurde, hielt
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——.
Bei Beantwortung dieser Eingabe heißt es in dem Land⸗ „Da die nur allgemeine und ganz unbestimmte Andeutung des
Landraths bezuͤglich des Conscriptions⸗Verfahrens und eines deshalb im ganzen Kreise verbreiteten Mißtrauens keine unmittelbare Ein⸗
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Entfernung von dem Hafen, bis sie Zeichen unterrichtet wurde, daß der verabredete Plan gelungen sey. Man hatte naͤmlich unter die Empoͤrer Wein ausgetheilt, der stark mit Opium vermischt war, und sie auf diese Weise ihres Bewußtseyns beraubt. Die landenden Truppen schleppten sie an Bord und schlossen sie in die untern Schiffsraͤume ein. Vei ihrer Ankunft in Malaga wurde sogleich Kriegsgericht uͤber sie gehalten; zehn wurden dort erschossen, zwoͤlf andere nach Alhucemas, Melilla und Penon ab⸗ gefuͤhrt, um dort erschossen zu werden, und das Schicksal der uͤbrigen weniger Schuldigen wurde der Entscheidung der Regierung anheimgestellt. Der Minister⸗Praͤsident sprach gestern im Con⸗ gresse mit nicht geringem Selbstgefuͤhl von dem Triumph, den die Regierung auf diese Weise erlangt habe. „Jetzt kann man sehen, rief er aus, daß die Regierung sich keineswegs vor Aufruͤhrern beugt.“ 1
Den neuesten aus Barcelona eingegangenen Nachrichten zu⸗ folge, haben die dortigen Behoͤrden eine feste Haltung angenommen und dadurch den Versuch der Demagogen, einen offenen Konflikt zwischen dem Volk und den Garde⸗Offizieren herbeizufuͤhren, fuͤr diesmal vereitelt. Am 15ten Morgens versammelte sich die dor⸗ tige Munizipalitaͤt, welche aus ganz entschiedenen Progressisten besteht, zu einer permanenten Sitzung, und beschloß, die Tags zuvor dem Redacteur des „Constitucional“ zugefüͤgte Beleidigung zu ihrer eigenen Angelegenheit zu machen. Sie schickte an den General⸗Capitain van Halen eine Deputation, um von ihm in sehr trotzigen Ausdruͤcken die schleunige Bestrafung des schuldigen Garde⸗Sfsiziers zu verlangen, und zu erklaͤren, daß sie widrigenfalls nicht fuͤr Aufrechthaltung der offentlichen Ruhe einstehen koͤnnte. Der General⸗Capitain erwiederte in gemessenem Tone, er beduͤrfe ihres Rathes nicht, und der Offizier sey bereits verhaftet und werde den Gesetzen gemaͤß bestraft werden. Darauf rotteten sich Mittags einige nicht zaͤhlreiche Haufen zusammen und ver— langten den Kopf des Offiziers. Unter dem Vorgeben, diese Haufen auseinandertreiben zu wollen, ließ die Munizipalitaͤt die National⸗ Miliz vermittelst des Generalmarsches zu den Waffen rufen. Saͤmmtliche Bataillone eilten auf ihre Posten, und die ruhigen Einwohner geriethen in Bestuͤrzung. Allein auch die Truppen traten in ihren Kasernen unter das Gewehr, die Kavallerie saß auf, und 18 Kanonen wurden bespannt. Die Batterieen der Ci⸗ tadelle wurden gegen die Stadt gerichtet, und 5 Bataillone ruͤck⸗ ten aus der Umgegend in Barcelona ein. Diese Maßregeln reich⸗ ten hin, um den kriegerischen Muth der Munizipalitaͤt und der Demagogen abzukuͤhlen. Alles blieb ruhig, und Abends verfuͤgten sich die National⸗Milizen nach Hause. Vier bis sechs Garde⸗
sich deshalb in hinlaͤnglicher durch ein von dort aus gegebenes
bier— Offiziere, die sich zur Partei der Progressisten zaͤhlen, sollen ihren Abschied verlangt haben, die uͤbrigen haben eine in sehr wuͤrdigem Ton abgefaßte Erklaͤrung drucken lassen, in welcher sie die von der revolutionairen Presse gegen sie gerichteten Angriffe mit Un⸗ willen zuruͤckweisen und sich auf die großen Dienste, die sie der Sache der Nation geleistet haben, berufen. Die hier in Madrid befindlichen Garde⸗Ofsiziere haben diese Erklaͤrung durch den Druck vervielfaͤltigen und hier vertheilen lassen. Der geohrfeigte Redac⸗ teur des „Constitucional“ hat dagegen an die Cortes ein Manifest gerichtet, in welchem er die Gefahren darzulegen sucht, denen die Freiheit der Presse von Seiten der Garde⸗Offiziere ausgesetzt sey. Das angeschurte Feuer wird unter der Asche fortglimmen, bis es dereinst in heller Flamme auflodert. 8
Korfu, 18. Juli. (A., Z.) Die Kretische Commission in Athen sucht das Mitgefuͤhl fuͤr ihre ungluͤcklichen Landsleute wach zu halten, indem sie von Zeit zu Zeit Flugschriften verbreitet, welche gleichsam die Stelle vertreten der den Insulanern selbst mangelnden Presse. Die neueste in Franzoͤsischer Sprache, ohne Datum, unter dem Titel: Jouvelles de ile de Créte, enthaäͤlt eine Erzaͤhlung der bisherigen Vorfaͤlle zwischen den Insurgenten und den Tuͤrkischen Machthabern. Ein fruͤheres Flugblatt hatte entwickelt, wie der Aufstand am Vorabend der unhep ing se n Zuruͤckgabe des Landes an die Pforte zum EET“ 1 jetzige kontrastirt zuvoͤrderst das Betragen beider “ 88 vemn Kampf. Die Christen, das in ihre Haͤnde I“ der muselmaͤnnischen Eingebornen gewissenhaft achtend, die nach den Festungen Gefluͤchteten benachrichtigt, daß sie e dert uͤber ihre Guͤter verfuͤgen und ihren Ackerbau⸗Arbeiten echge⸗ en koͤnnten, daß sie sich nur von den Vorposten⸗Kommandanten Paͤsse geben lassen sollten, die ihnen ohne Schwierigkeit verabfolgt bhas den wuͤrden, ja, gelagert mitten unter den reichen Aerndten, und den zahlreichen Heerden der Tuͤrken duldeten sie eher mancherlei Entbehrungen und warteten in Geduld auf die Lebensmittel, die ihnen oft aus weiter Entfernung von Haus zukamen, als e r sich an jener Habe vergriffen haͤtten. Dagegen als Tahir Paͤscha
am 8. (20.) Mai zu Suda angelangt war, wurde keine Unter⸗ handlung eroͤffnet, zu der doch diese Maͤßigung aufzufordern schien, sondern sofort durch Vermittelung der Konsuln eine achtlaͤgige Frist anberaumt zu u nbedingter Unterwerfung, obgleich aber die auf der ganzen Insel zerstreuten Haͤuptlinge auch bei dem besten Willen, diese Mittheilung zu beschleunigen, sich in so kur⸗ zer Zeit unmoͤglich uͤber einen Entschluß verstaͤndigen konnten, wurden nicht einmal die acht Tage eingehalten. Umsonst hatten die Christen eine Verlaͤngerung der Frist auf vier Wochen nachgesucht; Tahir Pascha und die Konsuln, Einer auf den Ande⸗ ren sich stuͤtzend, blieben unerbittlich bei einem Ansinnen, das nichts Anderes besagte, als: „Ihr sollt Euch auf Gnade und Un⸗ gnade Euern Unterdruͤckern ergeben, sollt die Verhöͤhnung Lurer Religion, die Verachtung Eurer heiligen Familienrechte, die Be⸗ raubung Eures Vermoͤgens ohne Murren ertragen, sollt in Schande leben, oder Euch vorbereiten zu sterben.“ Zwar waren die Kreti⸗ schen Anfuͤhrer Khales, Kumy und Manusso Yanaki amn vierten Tage nachher unter dem Borwande, ihnen vortheilhafte Vorschlaͤge zu machen, von Mustapha Pascha zu einer Unterredung eingeladen worden, aber was war es? Eine Verraͤtherei! Einige Leute, die sie statt ihrer an den bestimmten Ort abschickten, fanden Muͤhe, sich aus dem ihnen gelegten Hinterhalt zu retten, und an demselben Tage ruͤckten unversehens 4000 Mann zum Angriff auf das Dorf Provalma. Ein hartnaͤckiger Kampf entspann sich, trotz der Tuͤrkischen Artil⸗ lerie vertheidigten die Kreter das Dorf bis zum Abend, und als es schon fast zerstoͤrt und umringt war, bahnten sie sich mit den Waffen in der Hand einen Weg mitten durch die Feinde, ohne daß diese es gewagt haͤtten, ihnen nachzusetzen, gleichzeitig mit diesem Ueberfall erfolgten auch Angriffe auf Vafé, Vrises, Kyssamo und in der Umgegend von Kanea. „Nichtsdestoweniger, faͤhrt die
Flugschrift fort, hat dieser Krieg, obwohl die Kreter schlecht be⸗
waffnet und nur als Guerillas organisirt sind, so daß sie das freie Feld meiden muͤssen und sich bloß von ihren Bergen aus und im durchschnittenen Terrain schlagen koͤnnen, bereits dem Sultan gegen
1000 Mann gekostet, welche in den verschiedenen Gefechten getoͤdtet
wurden, waͤhrend von ihnen kaum der zehnte Theil geblieben ist. Wenn aber die Tuͤrken nicht im Stande waren, die Insurrection zu erreichen, sohaben sie sich nach ihrer Gewohnheit an den friedlichen Bewohnern
des Flachlandes, an Frauen, Kindern und Greisen geraͤcht. In dem Bezirk von Pedias sind die Doͤrfer Kastamoniza, Avdu, Krani, Gonies, Mocho und Laniki gänzlich zerstoͤrt. Ihre Be⸗ wohner hatten keinen Theil genommen an dem Aufstand, sie gin⸗ gen, als der Feind durchzog, friedlich ihren Aerndte⸗Arbeiten nach, und der Tuͤrkische Befehlshaber hatte ihnen sogar seinen Schutz zugesagt. Kaum waren jedoch die Soldaten eingeruͤckt, so hob das Raäuben und Pluͤndern an, sie ließen an Weibern und Kin⸗ dern ihr viehisches Gelüͤste aus, dann wurde niedergemacht, wer ihnen in den Wurf kam, ohne Unterschied des Alters und des Geschlechts. Nur wenige entkamen durch ein gluͤckliches Unge⸗ faͤhr, um ihren Landsleuten zu sagen, was von den Verspre⸗ chungen ihrer ewigen Henker zu halten sey.“ Man hat auswaͤrts schwerlich eine Vorstellung von der gespannten Erwar⸗ tung, mit welcher die christliche Bevoͤlkerung allenthalben der Entwickelung des blutigen Drama's folgt. Nicht daß der Mehrzahl fuͤr die Insurgenten bange ist, denn die, hofft man, werden sich zu vertheidigen wissen, oder daß die allgemeine Mei⸗ nung gerade dahin geht, daß Europa den Kretern sogleich zur voͤlligen Emancipation verhelfen sollte, aber doch duͤrften wenige seyn, welche nicht eine schwere Anklage erheben gegen eine Pelitik, die nur ein Wort sprechen duͤrfte, um diesen grausamen Executionen Einhalt zu thun und die es nicht spricht. Muͤssen denn die Rechte des Sultans schlechterdings in einem absoluten Sinn verstanden werden, und kann es selbst kalt berechnenden Staatsmaͤnnern gleichguͤltig seyn, wenn bei dem Versuch ihrer Wiederherstellung in diesem Sinn ein ganzes christliches Volk ausgerottet wird? In der That, durch den Haß gegen alle muselmaͤnnische Gewalt, der dann in tausendfaͤltiger Saat unter den Christen aller Tuͤrkischen Provinzen aufgehen muß, wird das schwankerrde Hsmanische Reich nothwendig nur immer tiefer erschuͤttert!
Berlin, 3. Aug. Der heutige Tag, welcher so viele Jahre als ein Tag der Freude und des Dankes von einem ganzen Volke geseiert wurde, ist in dem Andenken an den hingeschiedenen Köͤnig— lichen Herrn zu einem Tage der stillen Wehmuth geworden. Gleichwohl versagt es sich der treue Sinn des Landes nicht, auch jetzt noch den dritten August hoch und werth zu halten. Am wuͤrdigsten ist dieser Tag wohl durch die edle Koͤnigliche Stiftung gefeiert worden, deren Statut wir in unserem gestrigen Blatte mitgetheilt. Aber auch von anderer Seite hat man des Tages auf wuͤrdige Weise gedacht. Die Koͤnigliche Friedrich⸗Wilhelms⸗ Universitaͤt veranstaltete heute, zum Andenken an ihren erhabenen Stifter, einen oͤffentlichen Aktus, uͤber welchen noch eine naͤhere amtliche Mittheilung in diesen Blaͤttern erfolgen wird. Nicht minder haben viele Wohlthaͤtigkeits⸗Anstalten der Residenz in ge⸗ wohnter Weise an diesem Tage ihre Schutzbefohlenen erfreut. Die Zoͤglinge des Luisen⸗Stiftes, die sonst immer im Beerschen Lokale gespeist zu werden pflegen, sind diesesmal, wegen der Un⸗ paͤßlichkeit des Inspektors dieser Anstalt, im Stifte selbst auf Veranlassung der Frau Wittwe Beer festlich bewirthet worden. Die Koͤniglichen Buͤhnen sowohl, als das Koͤnigstaͤdtische Theater, bleiben am heutigen Abend geschlossen.
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Berlin, 2. August. Heute beging das Koͤnigl. medizinisch⸗ chirurgische Friedrich⸗Wilhelms⸗Institut seinen 47sten Stiftungs⸗ tag, am Vortage des Geburtsfestes des Hochseeligen Koͤnigs, Friedrich Wilhelm II. Majestaͤt, welcher der Anstalt den Namen gab und durch alle Zeit deren Fortschritte durch gnaͤdigste Aner⸗ kennung foͤrderte. Mit der dankbaren, tief empfundenen Erinne⸗ rung an seinen verewigten Beschuͤtzer blickt aber auch das In⸗ stitut mit freudigem Danke zu des jetzt regierenden Koͤnigs Ma⸗ jestaͤt auf, welche dem wissenschaftlichen Streben desselben das gnaͤdigste Wohlwollen schenkt. Regsam die Fortschritte der Wissenschaft und Kunst verfolgend, und seine Bestim⸗
mung festhaltend, der Armee moͤglichst tuͤchtige Aerzte zu bilden, wird dasselbe gewiß auch fernerhin der Allerhoͤchsten Anerkennung wuͤrdig zu bleiben sich bestreben. Das Fest verherrlichten durch ihre Gegenwart: Se. Excellenz der hohe Kurator der militair⸗aͤrzt⸗ lichen Wildungs⸗Anstalten, der General der Infanterie, Wirkliche Geheime Staats⸗ und Kriegs⸗Minister ꝛc., Herr von Boyen, Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Staats⸗ und Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal⸗Angelegenheiten, Herr Eich⸗ horn, Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und Commandeur der Garde⸗Kavallerie, Herr von Brauchitsch, so wie der Herr Ge⸗ neral⸗Major und Direktor des Allgemeinen Kriegs⸗Departements, Here von Reyher, und die General⸗Majors Herren von Below, von Held, von Hochstetter, von Knobelsdorf, Pluͤmicke, von Stosch und andere hohe Mllitairs, Staats⸗Beamte und Ge⸗ lehrte ꝛc. ꝛc. 1 1 Zur Eroͤffnung der Feierlichkeit gab der Herr Direkter, Chef des militairischen Medizinal⸗Wesens, ꝛc. l)r. von Wiebel, eine Uebersicht der persoͤnlichen Verhaͤltnisse des Instituts und meh⸗ rere dessen wissenschaftliche Foͤrderung angehende Angaben. Er uͤberreichte an vier Studirende Praͤmien, in Buͤchern beruͤhmter Aerzte und Lehrer bestehend, als Anerkennung theils des sorgsaͤ⸗ men Krankendienstes in der Charité theils des bewiesenen Flei⸗ ßes und guten Wandels derselben. Zwei Stuͤdirende, Wald und Milay, hielten Vortraͤge uͤber zwei, auch den groͤßeren Kreis in— teressirende Gegenstaͤnde, uͤber den Wein und den Verbrennungs⸗ Prozeß. Ihnen folgte die Fest⸗Rede, gehalten von dem Professor und Regiments⸗Arzt, Herrn Dr. Ed. Wolff. Der Redner sprach uͤber drei in bedauerlicher Haͤufigkeit in unserer Zeit vorkommende Krankheiten: Markschwamm, Erweichung des Gehirns und Ruͤcken⸗ marks und Klappenfehler des Herzens; die ursaͤchlichen Mo⸗ mente seyen in veraͤnderter Krankheits⸗-Anlage zu suchen, welche wiederum auf die in unserer Zeit herrschende ungleichmaͤßige Aus⸗ bildung der Jugend, in welcher die geistige Sphaͤre auf Kosten der koͤrperlichen angestrengt werde, zuruͤckzufuͤhren sey. Er sprach den Wunsch aus, daß man der Jugend Gelegenheit geben moͤge, den Koͤrper zu kraͤftigen durch eine entsprechende Gymnastik in
Königsberg, 31. Juli. Seitdem das schoͤne in England ge⸗ baute mit Kupfer beschlagene Dampfboot „Gagzelle“’ von 65 Pferde Kraft, woͤchentlich zweimal, Montag und Frcitag nach und Dien stag und Sonnabend von Danzig nach Koͤnigoͤberg faͤhrt, ist dadurch zwischen diesen beiden Plaͤtzen eine so rasche, wohlfeile und bequeme Reiseart entstanden, als man auf keine andere Weise zu sinden im Stande seyn duͤrfte. — Zu Lande sind es 25 Meilen, die man mit der Schnellpost in 18 Stunden faͤhrt, uͤber Pillau dagegen zu Was⸗ ser nur 18 ½ Meilen, die in 9 bis 10 — bei sehr starkem Gegenwinde in 11 Stunden zuruͤckgelegt werden. 882” Das Dampfboot geht um 7 Uhr Morgens von Konigsberg ab, haͤlt sich nicht voll Stunde in Pillau auf und trifft in der Regel zwischen 5 und 6 Uhr Abends in Reufahrwasser bei Danzig ein, wo Fuhrwerk bexeit stehet, die Rei⸗ senden sofort zur Stadt zu schaffen. Von Neufahrwasser faͤhrt es um 8 Uhr des Morgens ab und trifft gegen 6 Uhr Abends in Koͤ⸗
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nigsberg ein. — Die Person zahlt zwischen Koͤnigsberg und Neu⸗ fahrwasser 3 Rthlr. Fu2 den ersten, und 2 Rthlr. 5 Sgr. fuͤr den zweiten Platz. — Fuͤr einen Reisewagen wird 3 Rtbhlr. gezahlt. Allen Reisenden, die uͤber Danzig nach oder von Koͤnigsberg reisen wollen, kann diese Dampfschiffs⸗Gelegenheit nicht genug empfohlen werden. —
28— 2 . EöE1I1“
Willenschaft, Kunst und Literatur.
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Mittheilungen uͤber Goͤthe. Aus muͤndlichen und schrift⸗
lichen, gedruckten und ungedruckten Quellen. Von Dr. Frie⸗
drich Wilhelm Riemer. Zwei Baͤnde. Berlin, Duncker und Humblot, 1841. gr. 8.
Wir haben ein Werk vor uns, das, allem Anscheine nach, eine mehrseitige Polemik hervorrufen wird, aber auch zugleich ein hoch⸗ wichtiges Interesse hat und eine Fundgrube der bedeutendsten Mit⸗ theilungen uͤber Goͤthe und seine Zeit ist.
Der Großherzoglich Saͤchsische Ober⸗Bibliothekar Herr Riemer hat sein laͤngst erwarletes Buch uͤber Goͤthe veroͤffentlicht. War Je⸗ mand zu einem solchen befaͤhigt, so war es Herr Riemer, der seit dem Ende des Jahres 1803 bis zu Goͤthe’'s Tode um ihn gewesen ist und in einer so langen Zeit doch wohl ihn kennen lernen konnte, zumal einer, der sich giebt, wie er ist, der einen Charakter hat, der sich gleich bleibt, der nichts affektirt, was er nicht hat und ist.“ In diesen dreißig Jahren war Herr Riemer durchgaͤngig Zeuge
literarischer Thaͤtigkeit, gelegent⸗
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und Mitgehuͤlfe von Goöothe’s lich auch Begutachter, Korrektor und Revisor der Manuskripte, er hat unzaͤhlige Briefe an seine Vertrauten und Freunde geschrieben oder nachher gelesen. Aber auch Goͤthe'’s haͤusliches Leben ist ihm nicht fremd geblieben. „Ich habe“, sagt er (Vorrede S. XYII,), „auch den Menschen gesehen, voll allgemeinen und besonderen Wohl⸗ wollens gegen seine Mitbruͤder, den liebreichen Vater, den zaͤrtlichen Gatten, den theilnehmenden Freund, den heiteren Gesellschafter, den watriarchalischen Greis im Kreise seiner Enkel, den freundlichen und guͤligen Herrn gegen Diener und Untergebene, den leutseligen, an⸗ spraͤchigen Mann gegen Niedere und Ungluͤckliche.“
„Demnach traͤgt diese Schrift auf jeder Seite die Stempel der Liebe, der Treue und einer Pietat, die alle diejenigen werden begrei⸗ fen koͤnnen, welche sich nicht aus eigener Ueberschaͤtzung einem nur zu traurigen Egoismus ergeben haben. Aber diese innige Hingebung hat sich zugleich in dem rein moralischen Unwillen uͤber Unbill und Unrecht, das Goͤthe widerfahren ist, offenbart und ist daher auch zur Apologic, zur Refutation vieler ungerechter Angriffe geworden. Die Reihesolcher Widerfacher Goͤthe's ist lang genug. Mit Recht werden Kotzebue, Heine, Boͤrne, Muͤllner, Gutzkow, Laube, Wolfgang Menzel ab⸗ gefertigt, ja der Verfasser hat es sich nicht verdrießen lassen, seldst die Schmaͤhungen obstkurer Tagsblaͤtter zuwiderlegen, mit Recht wird Gdthe gegen Nazarener, Froͤmmler, uüberchristliche Theologen und Shakespearo manen in Schutz genommen — obschon solche Angeiffe auf den besseren Theil unserer RNation eigentlich ohne Einfluß. geblieben und von den wahrhaft Gebildeten in Deutschland als Cliquengeist erkangt, also auch jetzt schon so gut g vergessen sind. Demnach konnte sich Herr Kiemer hier ohne Nachtheil für b E11“ ectotocon, abfe und junge, erfahren in Bezug auf othe manchen Tadel von ihrem Mitphilologen, haͤcrter werden Maͤn ner, wie Gervinns, Strombeck, Boͤtttger und Niebuhr abgefertigt, und die bittere Anspielung auf Tieck (II. 650.) ist nicht zu verkennen, Doch scheint uns Herrn Riemer's Polemik gegen die beiden zuletzt
Genannten zu weit getrieben zu seyn, indem aͤlteren Zeitgenossen die man-
nigkachen Konsliktedes Weimarschen Lebens nicht unbekannt sind, in denen
der jetzt so oft verunglimpfte Boͤttiger sich bewegen mußte und es aus uͤbergroßer Gefaͤlligkeit gegen Alle, die ihn gern und viel brauch⸗ ten, leicht mit dem einen oder dem andern der Gewaltigen verderben konnte. Was aber Niebuhr anbetrifft, so konnte er alle oings
(Coͤthe Sesenheim nicht verzeihen und tadelte Manches in Wilhelm
Meister und in Wahrheit und Dichtung (Lebenserinner. I. 504. 521.
II. 293.), aber wir fordern Herrn Niemer auf, uns eine Stelle voll reinerer Verehrung gegen Goͤthe zu zeigen, als die schoͤnen Worte Niebuhr's (Roͤm. Gesch. III. 144.) enthalten.
Eine Polemik anderer Art wird gegen zwei vielgelesene Buͤcher geuͤbt, welche zwar nur Gutes an Goͤthe haͤben sehen wollen, aber durchaus keine Glaubwuͤrdigkeit verdienen. Das sind Falk's Buch „Goͤthe aus naͤherem persoͤnlichen Umgange dargestellt“ und Betti⸗ na's „Briefwechsel Goͤthe’'s mit einem Kinde.“ Herr Riemer mag in Allem Recht haben, was er uͤber Falk beigebracht hat: aber ob
die herrlichen, eines echten Deutschen so wuͤrdigen Worte Goͤthe's in ienem Buche uͤber sein Verhaͤltniß zu dem Herzog Karl August eben⸗ falls unrichtig sind, hat er uns nicht gesagt. Mit Betting Bren⸗ tanv ist er allerdings ziemlich unsanft und weit weniger galant als Herr von Meusebach in der Allgemeinen Litergrischen Zeitung, 1835 Nr. 115—120, umgegangen, er nennt ihr ganzes Buch einen Ro⸗ man und zeigt, daß die Sonette, welche Bettina sich bona fide als an sich gedichtet ancignet, von Goͤthe weder an sie, noch auf sie ge⸗ dichtet sind. „Moͤgen,“ sagt Herr Riemer (I. 38), „die zahlrelchen Bewunderer und Verehrer des unsterblichen Kindes von meinen Kon fessionen halten was sie wollen, ich sage nur: dixi et salvavi animam.¹* Wir wiederholen, es wird uͤber diese und andere Urtheile uͤber Todte und Lebende viel gesprochen und keitisirt werden. Aber, wie auch das Urtheil ausfallen mag, so wird man doch der unbestechlt⸗ chen Aufeichtigkeit des Herrn Riemer und seiner edeln Hingebung an Goͤthe alle Gerechtigkeit widerfahren lassen muͤssen. Tritt hier und da einige Mißstimmung uͤber die Tages⸗Literatur, uͤber neuere Kri⸗ tiker, uͤber unbefugten Weise veroͤffentlichte oder gehaltlose Brief⸗Samm⸗ lungen, uͤber das „wiederkaͤuende“ oder „rumintrende Deutschland“ (1. 353. 1I. 134) und andere hevvor, so wollen wir Stellen, wie die letzte, gerade nicht gut heißen, aber wir lassen uns durch den reichen Inhalt des Buches und die unerwarteten Aufschluͤsse, welche dasselbe uns bictet, gern mit dem Verfasser versoͤhnen. Derr erste der beiden starken Baͤnde enthaͤlt ein im Großen wie im Kleinsten sehr wohl ausgefuͤhrtes Charakterbild Gothe’s und eine Abspiegelung des großen Mannes nach den verschiedensten Seiten hin, so daß allerdings zur Vollstaͤndigkeit fast nichts zu wuͤnschen uͤbrig bleibt. Als Quellen sind hierzu die bereits gedruckten Werke Goͤthe's von Anfang an benutzt, ferner ein noch nicht bekannt ge⸗ wordenes Tagebuch Gothe's, voll trefflicher Ausspruͤche, Betrach⸗ tungen, Selbstbekenntnisse und Ueberblicke seiner Thatigkeit, sowohl der amtlichen als der schriftstellerischen, ein anderes Reise Tagebuch, endlich ungedruckte Briefe an seine Mutter, an den Großherzog und Andere. Swischen diesen Relativnen und Geschichts Erzaͤhlungen ziehen sich nun die Erinnerungen und Erlebnisse des Herrn Riemer wie der rothe Faden in der Englischen Marine — denn hier ist dieser Goͤthe'’sche Ausdruck, uͤber den wir Th. II. S. 608 eine artige Notiz lesen, ganz an seiner Stelle — in hoͤchst erfreulicher Weise und illu stricen die Thaten des Todten durch das Zeugniß des lebenden,
Gefaͤhrten. So haben wir also hier einen durchaus aus sich selbst erlaͤuterten Goͤthe, wie es die Gesetze einer guten Biographie ver⸗ langen.
Das Ganze ist unter sechzehn Rubriken mit verschiedenen Unter Abtheilungen geordnet, die wir hier nur nennen koͤnnen, aus denen aber leicht der Reichthum des Buches hervorgeht. Here Riemer he⸗ ginnt mit der Peesoͤnlichkeit und Gesundheit Goͤthe’s, dann folgt der Charakter und die Gesinnung, Hier finden wir folgende Ueberschrif⸗ fen: Sensibilitaͤtk: Ruhe: Uneigennuͤtzigkeit; Dankbarkeit: Wohltha. tigkeit; Aberglaube: Religiositaͤt: Artstokratismus: Deutschpetl, Unter welchen mehrere der am häufigsten und ungegefhtesen gemgchten Aor wuͤrfe, als sey Goͤthe lasciv gewesen, ein Athetf oder Heidc, ein stol⸗
. ERürstenkner schlechter * rio Iif das schlagendste und
zer Fuͤrstenknecht, ein schlechter Patriot, auf Feeeereeiich dn durch Thatsachen widerlegt worden sind. Richt menber er⸗snch i der Abschniit: Thaͤtigkeit, wo die Gegenstaͤndlichteit eeun unde pie die Benutzung zufaͤlliger Ereignisse, die Bengbung Anderer und die
Rachahmungssucht zu den interessantesten Erörterüngen und histori⸗
die gute Sache mehr beschränken.