nen von Aden in Abyssinien eingetroffen, wo nahme gefunden hat. Der Zweck dieser Mission scheint gegen die dortigen Bemuͤhungen der Franzosen, namentlich des vielge⸗ wandten d'Abadie, gerichtet zu seyn. Der Fuͤrst von Joanna, einer kleinen Insel in der Nachbar⸗ schaft Madagaskars, ist in Kalkutta angekommen, um den Bei⸗ stand der Britischen Regierung zur Wiedererlangung seines Staa⸗ tes, aus welchem ihn ein undankbarer Prinz aus Madagaskar, dem er einst Huͤlfe und Schutz gewaͤhrt hatte, vertrieben hat, an⸗ zuflehen. Ein Blatt von Kalkutta erzaͤhlt die Sache folgender⸗ maßen: „Der Vater dieses jugendlichen Herrschers gewaͤhrte einem Mitgliede der Koͤniglichen
er eine gute Auf⸗
Familie von Madagaskar, welche in Folge der Thronbesteigung der Koͤnigin von dort zu entfliehen genoͤthigt war, Zuflucht in seinem Lande. Der Fluͤchtling benahm sich eine Zeit lang auf gebuͤhrende Weise; aber spaͤter entdeckte man, daß er mit den Franzosen und Portugiesen, gegen die auf Joanna be⸗ stehenden Gesetze, Sklaven⸗Handel trieb. „Da der Fuͤrst von Joanna ihn auf keine Weise von diesem schaͤndlichen Geschaͤft ab⸗ bringen konnte, so jagte er ihn fort. Der Madagasse begab sich indessen nach einer benachbarten Insel, wo er den verbotenen Han⸗ del forttrieb, indem er Andere ermunterte, seinem Beispiele zu fol⸗ aen, und von da aus die Unterthanen seines fruͤheren Beschuͤtzers gegen denselben aufhetzte. Dieser griff nun zu den Waffen, starb aber waͤhrend des Krieges oder ward in demselben getoͤdtet. Sein Sohn, der jetzt in Kalkutta angekommen ist, setzte den Krieg fort, aber der Madagasse hatte zu starken Anhang und vertrieb ihn aus seinem Reiche. Unter diesen Umstaͤnden begab er sich mit einigen ihm treu gebliebenen Personen an Bord des Dampfschif⸗
fes „Phlegeton“ nach Kulkutta, um den Beistand des General⸗Gou⸗ verneurs von Ostindien anzurufen, den er naͤchst der Koͤnigin Viktoria fuͤr den Maͤchtigsten auf Erden haͤlt. Er betrachtet die Wiedererobe⸗ rung seines Gebietes als eine leichte Arbeit, wenn die Regierung ihm nur eine kleine Kriegsschaluppe und einige Soldaten leihen will, da die Stimmung des Volkes ihm guͤnstig und dem Skla⸗ ven⸗Handel abgeneigt sey; sonst will er sich auch mit einem Dar⸗ lehen von zwei Lak Rupien begnuͤgen, um damit selbst eine Expe⸗ dition auszuruͤsten, oder, wenn ihm weder das Eine noch das An⸗ dere gewaͤhrt wird, sich es gefallen lassen, daß die Englaͤnder die Insel Joanna in Besitz nehmen, wo er dann als nomineller Herrscher oder Vicekoͤnig der Englaͤnder residiren wuͤrde.“
Nach Privatbriefen aus China scheinen, zufolge der zwischen Elliot und den Behoͤrden von Canton abgeschlossenen Convention zur Befoͤrderung des Handels⸗Verkehrs bis zur Eroͤffnung des Kaiserlichen Willens, die Hong⸗Kaufleute fuͤr ein Englisches Schiff, das in Whampoa laden sollte, foͤrmlich Buͤrgen geworden zu seyn. Doch traut man den Chinesen keinesweges und glaubt, daß sie nur Zeit zu gewinnen suchen, um Englisches Eigenthum und Eng⸗
lische Unterthanen in ihre Gewalt zu bekommen.
8 ½4
112 8 1““ nmn mennaürteint! 8 Berlin, 9. Aug. Gestern hatten sich die Literaten und Li⸗ teratur⸗Freunde, die Gelehrten und Kuͤnsiler Berlins im Jagor⸗ schen Saale zu einem festlichen Mittagsmahle vereinigt, das dem hochverehrten Veteran der Deutschen Literatur, Ludwig Tieck, gewidmet war. Berlin, bekanntlich die Vaterstadt des Dichters, b nkt dessen gegenwaͤrtige Anwesenheit einer Koͤniglichen Ein⸗ und wie (die versammelten) Literaten eben in dieser,
zu Theil gewordenen Gnade und Auszeich⸗
uͤberhaupt die Deutsche Literatur geehrt und eine eroͤffnet sehen, so wurde diesmal der Toast auf das Wohl Ihrer Majestaͤten, welchen der Geheime Rath und General⸗Direktor der Koͤniglichen Museen, Herr von Olfers, ausbrachte, in ihrem Kreise noch mit ganz besonderer Freudigkeit und Erhebung aufgenommen. Darauf begruͤßte der Herr. Geheime Rath Steffens den Gefeierten, und entwarf mit wenigen Um⸗ rissen ein Bild von dem Genius dieses Dichters, der auf den Fluͤ⸗ eln des Phantasus in die Maͤrchenwelt eingedrungen, wie keiner vor nd auch keiner nach ihm. Dieck antwortete mit wenigen
“ 8 18
nung frohe Zukunft
herzlichen Worten. Hieran schloß sich ein poetischer Toast auf den Gefeierten an, welchen Herr A. Kopisch in gelungenen, von der Ver⸗ sammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Versen ausbrachte. Lieder des Dichters wurden von unsern ersten Saͤngern vorgetragen. Darauf sprach noch Herr Dr. Haͤring (Wilibald Alexis), dem Dichter, gleich Sophokles, ein langes Leben und eine unversiegbare Quelle immer fortschreitender Kuͤnst wuͤnschend. Man freute sich zugleich der Anwesenheit des Herrn Dr. Felix Mendelssohn, der auf Konigliche Berufung nunmehr auch seiner Vaterstadt zuruͤckgege⸗ ben ist. Seine, so wie die Gegenwart mehrerer anderer Notabi⸗ litäͤten in Wissenschaft und Kunst gab, auch noch den Herren von der Hagen, von Olfers und Zeune Gelegenheit, einige passende
e.
. — . e Trinkspruͤche hinzuzufuͤgen.
6. Aug. Durch ein ungluͤckliches Ereigniß der Rittmeister und Chef der in Wehlau 3ten Kuͤrassier⸗Regiments, von Steinwehr, Bei einem an jenem Tage von kleinen Terrain zwischen Alt⸗Wehlau und Sandit⸗ ritt näͤmlich der Rittmeister von Steinwehr den am rechten Pregelufer von Wehlau in der Rich⸗ tung nach Sanditten fuͤhrenden Wiesenweg, und mußte er hierbei einen von Alt⸗Wehlau herabkommenden und dem Pregel zuflie⸗ ßenden Graben passiren. Das Pferd verweigerte den Sprung und wurde in Folge der nachdruͤcklichen Strafen, mittelst deren es der Reiter in mehreren, jedoch vergeblichen Versuchen zur Aus⸗ in eine solche Aufregung
Königsberg, hat am 31sten v. M. stehenden Eskadroͤn des seinen Tod gefunden. Detaschements in dem Ten ten ausgefuͤhrten Feldmandver,
fuͤhrung des Sprunges zwingen wollte, versetzt, daß es mit einem Satze, statt uͤber den Graben zu sprin— agen, in den an dieser Stelle gleich am Ufer uͤber 20 Fuß tiefen Strom stuͤrzte. Die einzigen Zeugen dieses Vorfalles, ein alter schwacher Fischer und ein kleiner Hirtenknabe, (durch welche Per⸗ onen diese naͤheren Umstaͤnde bekannt geworden), waren leider nicht im Stande, selbst Huͤlfe zu leisten, und wurde der Leichnam durch spaͤter herzukommende Schiffer erst nach Verlauf einer Stunde aufgefunden.
Danzig, b. Aug. Heute fand hier auf dem Strießer Felde as Pferderennen, welches der Verein fuͤr Pferderennen und Thie rschau in Preußen veranstaltet hatte, statt. In den beiden Hauptrennen, naͤmlich um den Staats⸗Preis von 300 Rthlr. und den von der Stadt Danzig ausgesetzten von 889 Dukaten blieb der Fuchshengst Liliput, vom Feer eel unz ber Prunhilde, dem Herrn General von Esebeck gehbrig, Sieger. V
31. Juli. Die Schulden der Staͤdte Schluͤsse des Jahres 1839:
9 Pf. Hierzu treten w
— — Breslau, Schlesiens betrugen am 2,810,103 Rthlr. 18 Sgr.
wenig angegebene und — worden war, wodurch sich nothwendig ein anfangs
8208
ax 1u
- neu kontrahirte Schulden, ddeaher sich im Jahre 1840 die Schulden⸗Summe fest⸗ stellte auf
Im Laufe des Jahres 1840 wurden getilgt daher in das Jahr 1841 uͤbertra⸗
287,29 Rchir. 5 Sgr. 6 Pf.
1 79,80 9 2 5 1ö 2,661,030 Rthlr. Laas Sgr. 1 Pf. gen wurden.
Die Zinsen, welche im Jahre 1839 eine Summe von 114,511 Rthlr. 5 Sgr. 6 Pf. in Anspruch genommen hatten, betrugen im Jahre 1840 nur 107,045 Rthlr. 1 Sgr. 9 Pf.
Ihre Koͤnigl. Hoheit die Großherzogin von Mecklenburg⸗ Strelitz und Se. Durchlaucht der Prinz Friedrich von Hessen⸗ Kassel sind am Iten d. M. von Salzbrunn nach Neu⸗Strelitz zuruͤckgekehrt.
Düsseldorf, 5. Aug. Die Frequenz auf der Duͤsseldorf⸗ Elberfelder Eisenbahn waͤhrend des Monats Juli betrug im Gan⸗ zen 31,019 Personen. 1 8I
W1““
Kleve, 5. Aug. Vor einigen Tagen hat man zu Kevelaer zwei Frauenzimmer aus hiesiger Stadt auf Verausgabung falscher Hollaͤndischer Drei⸗ und Einguldenstuͤcke unter so verdaͤchtigen Umstäͤnden ertappt, daß sie sogleich unter polizeilicher Aufsicht hier⸗ hergebracht wurden. Die hiernach erfolgte Untersuchung hat, wie man hoͤrt, bis jetzt nur ergeben, daß schon seit laͤngerer Zeit meh⸗ rere solcher Stuͤcke, von den naͤmlichen Personen herruͤhrend, hier in Umlauf gesetzt worden. Einem Naͤheren sieht man uͤbrigens mit Gespanntheit entgegen.
Koblenz, und die Prinzessin Karl, Hoͤchstwelche am 1. d. von Kreuznach aus uͤber Oberstein und Birkenfeld Trier besucht hatten, verließen gestern Morgens die letztere Stadt und fuhren auf dem festlich geschmuͤckten Dampfboot „Balduin“ die Mosel herunter bis Bern⸗ kastel, wo J. k. H. die Prinzessin von Preußen ausstieg und uͤber den Hundsruͤck nach Kreuznach zuruͤckkehrte. J. k. H. die Prin⸗ zessin Karl setzte die Reise auf dem „Balduin“ fort und traf gegen 7 Uhr unter dem Donner der Schiffsboͤller hier ein. J. k. H. auf der mit Laubwerk und Flaggen gezierten Landbruͤcke von den hohen Behoͤrden empfangen, stieg in der Wohnung des komman⸗ direnden Generals v. Thile Exc. ab, fuhr spaͤter nach Ems und wird von dort, dem Vernehmen nach, heute zuruͤckkehren und morgen mit dem Dampfboot „Graf von Paris“ rheinaufwaͤrts weiter reisen.
Unsere Gemaͤldeausstellung ist seit einigen und erfreut sich eines sehr zahlreichen Besuches. Dieselbe besteht aus 300 Gemaäͤlden der aͤltern und neuern Schule, dem Schoͤnsten, was unsere staͤdtische und die hiesigen Privatsammlungen enthal⸗ ten, da das Comité nur Gutes aufgenommen hat. Die neuere Schule ist durch treffliche Bilder von Aachenbach, Bachta, Busch⸗ mann, Engel, Girardet, Jahn, Kretschmer, Adolph Lasinsky, Gu⸗ stav Lasinsky, S. Meister, Muͤcke, Peltz, Petzl, Sahl, Scheuren, Simmler, Zick, u. a. repraͤsentirt. Die Anordnung ist musterhaft und gereicht dem Comité, welches der Stadt einen vorzuͤglichen Kunstgenuß bereitet hat, zur vollsten Ehre.
T
+
agen eroͤffnet
eurerea
———
wiccenschaft, Kunct und Literatur.
Berlin. In der Versammlung der Gesellschaft n aturfor⸗ schender Freu nde am 20. Juli theilte der Herr Direktor Professor August einen Bericht mit uͤber einen Fischregen, der in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni in der Ukermark auf dem Gute des Herrn von Holtzendorff⸗Jagow bei einem heftigen Gewitter stattgefun⸗ den hat. Schon gegen Abend zog sich im Westen des Dorfes Jagow ein Gewitter zusammen, das sich nach einigen schwankenden Bewe⸗ gungen gegen Norden endlich in der Richtung aus West⸗Nord⸗West naͤherte, fast eine Stunde im Zenith verweilte und sich gegen 9 Uhr wieder verzog. Darauf zeigten sich nur noch Blitze im fernen Westen; egen 11 Uhr wurde auch Donner hoͤrbar; der Regen hatte aufge⸗ böct. Ploͤtzlich stuͤrzte um 2 Uhr Nachts (30. Juni) ein heftiger Regen nieder und hielt anderthalb Stunden so lebhaft an, daß der Ork auf eine den aͤltesten Bewohnern unerhoͤrte Art uͤberschwemmt wurde. Am 30. Juni Abends brachten Hirten in ihren Huͤten eine Menge kleiner Fische mit nach Hause, um ihre Enten damit zu fuͤt⸗ tern. Sie hatten dieselben auf der Schafweide auf den hoͤchsten Huͤ⸗ geln in den daselbst vom Regen gefuͤllten Vertiefungen aufgelesen und erzaͤhlten, daß sich den Tag uͤber mehr als 60 Storche, eine Un⸗ zahl von Kraͤhen und andern Voͤgeln dort von den Fischen gesaͤttigt haͤtten, und in den Regenlachen waͤren uͤberall noch sehr viel lebende Fische. Der Gutsherr welcher dies erst am 1. Juli erfuhr, konnte sich erst am 2. Juli an Ort und Stelle von dem Vorgange uͤberzeu⸗ gen. Er fand aber auch dann noch viele Fische an den bezeichneten Stellen, die groͤßesten 5 Zoll lang, groͤßtentheils als Brut einheimi⸗ scher Gattungen erkenntlich. Die kleinen Lachen, in denen sie mun⸗ ter umherschwammen, waren auf dem hochgelegenen Brachlande sicht⸗ lich erst durch den erwaͤhnten Regen entstanden und hatten durchaus keine Verbindung mit irgend einem fischreichen Wasser. Die Aus⸗ dehnung des Raumes auf dem sich die Fische vorfanden, hatte uͤber 200 Schritt Laͤnge und 50 Schritt Breite und erstreckte sich der Laͤnge nach in der Richtung des Gewitterzuges. Die von dem Herrn von Holtzendorff angestellten Untersuchungen setzten es außer Zweifel, daß diese Fische durch die Luft an jene Stelle gebracht seyn mußten. Merkwuͤrdig ist, daß die Wasserhose, die sie fortwirbelte, keine Spu⸗ ren sonstiger Windverherung zuruͤckgelassen hat, daß auch in der Nacht selbst kein erheblicher Wind bemerkt wurde; sondern der Re⸗ genstrom ruhig herabzufallen schien. Im Dorfe selbst und an allen uͤbrigen uͤberschwemmten Stellen, die mit Wiesenbaͤchen und durch diese mit näaͤheren oder entfernteren Teichen und Seen zusammenhan⸗ gen, fand sich keine Spur solcher Fische. Die von dem Herrn von Holtzendorff mit diesem Berichte zugleich eingeschickten Fische sind in unseren Landseen gewoͤhnliche als Hecht (Esox Lucuis), Baesch (Perca fluviatilis), Ploͤtze (Cyprinus rutilus), Stichling (Gasterostens pungitius,) wie ein anwesendes Mitglied, Herr De. Troschel, der sie genau untersucht hatte, angab. Herr Prof. G urlt legte der Gesellschaft lebende Individuen von Gastrus equi und salutiserus vor und zeigte lebende Spermatozoen dieser Insekten. (Diese Spermatozoen weichen von denen anderer Dipteren durch ihre runde Gestalt ab; uͤberdies sind sie sehr viel kleiner als bei anderen Thieren.) — Herr Prof. Ehrenberg zeigte ein vom Herrn Hofgaͤrtner A. Fintelmann ihm zugesendetes Erxemplar von Lycopodium stoloniserum von der Pfaueninsel vor, welches, obwohl in lebhaft gruͤner Frische, doch hier und da dicht mit einem sehr zierlichen kleinen silberfarbenen Kugelpilze in Form maandrischer Windungen besetzt war. Dieses, wahrscheinlich auslaͤndische Pflaͤnzchen der Gewachshaͤuser mit seinen braunen Saamen und von Radelknopf⸗Groͤße wird von ihm als eine neue Art der mit Re- ticularia zunaͤchst verwandten Gattung Enteridium und zwar E. maean- drinum bezeichnet. — Ferner legte derselbe eine von dem Lehrer Herrn Schirmeister in Brandenburg ihm uͤberbrachte Sammlung dort aufgefundener Bernsteinstuͤcke vor, welche, wie die aus Ostpreu⸗ ßen, viele Insekten enthalten. Besonders bemerkenswerth, neu und instruktiv war ein Muͤckenpaͤrchen der Ga'tung Ceratopogon, welches im Zustande der Parung ungetrennt uͤberflossen und eingeschlossen
sehr wenig zaͤher
1
4. Aug. JJ. kk. HH. die Prinzessin von Preußen
I
24
Zustand des fluͤssigen Bernsteinharzes erweist. Uebrigens waren un⸗ ter den Insekten Phrygancen, ein Gryllus, die dickkopfige Ameise, sammt noch einer andern Art und andere schon bekannte dem Bern⸗ stein eigenthuͤmliche Thierchen. — Hierauf machte derselbe die Mit⸗ theilung, daß der Berliner Gesundbrunnen, dessen Temperatur gleich⸗ föͤrmig ist, dessen Quellen daher nicht ganz oberflaͤchlichen Ursprungs seyn koͤnnen, in feinen eisenockerartigen Absaͤtzen die gewoͤhnlichen eisenhaltigen Gallionellen (G. aurichalcea und ferruginea) mit vielen kieselschaligen Novialis erkennen lasse, daß aber auch in diesem Was⸗ ser die Formen der unterirdischen belebten Lager in der Louisen⸗ Straße und Friedrich⸗Straße Berlin's nicht enthalten seyen.
—
——— —
Dauer der Eisenbahnkahrten am 8. August 1841.
Abgang
Abgang von Potsdam.
Zeitdauer St. M. 42 41 40 43 40 40
53
Zeitdauer St. M. 42 40 40 40 42 53
56
von Berlin.
Um 6 ½ Uhr Morgens... 6 ½ Uhr Morgens...
18 I 1 9
Morgens... Vormittags-. Vormittags. Nachmittags Nachmittags Abends..
Abends...
Nachmittags Nachmittags Abends..
Abends.. Abends. ..
Dauer der Lahrten auk der Verlin-Anhaltischen
Eisenbahn
bis incl. 31. Juli c.
25
20.
vom
88 1) Zwischen Berlin und Jüterbogk: kürzeste Dauer 1 Stunde
längste 2 —
mittlere 1 8 nen Jüterbogk und Berlin: kürzeste Dauer 1 Stunde 48 angste 2 8 mittlere
47 Minuten 15 8
56 —
2) Zwis ) Minuten — 8— 2 — 1 . 57 2
Meteorologische Beobachtungen.
Abends V
1841. 8. August.
Morgens
6 Uhr.
Nachmittags
Nach einmaliger 2 Ubr.
10 Uhr. Beobachtung.
336,41 Par. + 12,90 . + 8,7. 80 pct. bezogen. W.
+ 20,1 ° n. + 13,10° k. 4+ 9,1° n. + 92° n. 49 pct. 78 pct.
bezogen, heiter.
Luftdruck... Luftwüärme ... Thaupunkt. .. Dunstsättigung Wetter
Wind Wolkenzug. ..
Quellwärme 8,3° R. Flusswärme 14,80 R. Bodenwärme 14,9⁰ R. Ausdünstung 0,033 Rb. Niederschlag 0,018 Rh. W. No. Würmewechsel + 20,2 — 888 — + 11,4⁰. Tagesmittel: 336,460 Par. + 15,40 K. + 9,00 . 69 pct. W.
Berliner Börse. Den 9. August 1841.
Pr. Cour. Brief. Geld.
104½ 103* 1013⁄¼ 101¼
Pr.
Urief.
Actlen. Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Aet. Mgd Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Act. Berl. Anh. Eisenb. do. do. Prior Act. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Act. Rhein. Eisenb. Gold 7. Friedrichsd'or Andre Goldmün-
zen à 5 Th. Disconto
— 8
St. Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Prüm. Sch. der Seehandlung. Kurm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westp. Pfandbr. Grossh. Pos. do. Ostpr. Pfandbr. do. Kur- u. Neum. do. Schlesische do.
12 1½
102 ⅔ 103 ¾ 100 48 102 ½ 106
79 ½ 109 ¼ 102 ½ 103 ½⅔
103 ⁄ 1024 941¼ 103 97 211 13½
102
105 ½ 102 ⅔ 102
4 3 ½ 3 ½ 3 ½ 3 ½
al marco
EEEN
103½ 102 102
Pomm.
1„ 831 2
3
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 5. Aug. Niederl. wirkl. Schuld 52. Kanz. Bill. 25 ¼. 5 ½ Span. 18 ½. Passive. —. Prüm. Sch. Pol. —. Oesterr. 105. Frankfurt a. M., 6. Aug. Oesterr. 5 % Met. 106 ¼ G. 2 ½2 55 ⅛ Br. 1 8½ 241 ¾ Br. Bank-Act⸗ 1872. 1870. zu 500 Fl. 132 ¾. 132 ½. Loose zu 100 Fl. do. 4 ½6 Aul. 101 ½ G. Poln. Loose 72 ½ G. 2 ½ % Holl. 50 ½. 50 ¼%. Eisenbahn -Actien. do. linkes —. München-Augsburg —. Dresden 99 ¾¼ Br. Köln-Aachen 99 ¾ Br. HU amburg, 7. Aug. Bank-Actien 1580 Br. Engl. Russ. 107 . Paris, 4. Aug. 5 ½ Reute ün cour. I116. 25. 3 ½ Reute ün cour. U, . 5 ½% Neapl. fin cour. 103. 90. 5 ½ Span. Rente 20 ⅓. Passive 4 ½. 3 ¼ Port. —. Wien, 15 —. 6
5 ½ do. 100 %.
Ausg. —. Zinsl. —. Preuss.
4 98 ½ 6. Partial-Obl. —. Loose Preuss. Prüm. Sch. 78 ¼ G. 5 ½ Spau. Aul. 18 ½. 18 ¾⅔. St. Germain —. Versailles rechtes Strassburg - Basel 250 Br.
Ufer —.
Leipzig-
—
4. Aug. 5 ½ Met. 104 ⁄. 42 96 ½.
32. 2 ½ C. Bark-Actien 1524. Aul. 40 1831 130 ¼.
1. 1839 103 .
Königliche Schauspiele.
Dienstag, 10. Aug. Im Opernhause. Der Postillon von Lonjumeau, komische Oper in 3 Abth., Musik von A. Adam. (Dlle. Kunth vom Kaiserl. Hof⸗Theater zu St. Petersburgk. Magdalene, als Gastrolle.)
Mittwoch, 11. Aug. Im Schauspielhause. Zum erstenmale wiederholt: Sie schreibt an sich selbst, Lustspiel in 1 Akt, von C. von Holtei. Hierauf: Der Heiraths⸗Antrag auf Helgoland, leben⸗ des Wild in 2 Abth., von L. Schneider.
Donnerstag, 12. Aug. Im Opernhause. Zum erstenmale wiederholt: Hans Sachs, Oper in 3 Abth., nach Deinhardstein, von Ph. Reger. Musik von A. Lortzing. Tanz von Hoguet. (Dlle. Gruͤnbaum: Cordula.)
Königsstädtilches Theater.
Dienstag, 10. Aug. Nummer 777. Posse in 1 Akt, von Lebruͤn. Hierauf: Schneider Fips, oder: Die gefaͤhrliche Nach⸗ barschaft. Lustspiel in 1 Akt, von Kotzebue. Zum Schluß: Sie⸗ ben Maͤdchen in Uniform. Vaudeville⸗-Posse in 1 Akt, von L. Angely.
Mittwoch, 11. Aug. (Sechsunddreißigste Italiaͤnische Opern⸗ Vorstellung.) Gemma di Vergy. Opera in 3 Atti. Maestro Gaetano Donizetti.
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.
Das Abonnement zu den Italiaͤnischen Opern hoͤrt mit der heutigen sechsunddreißigsten Vorstellung auf, und wird zu den noch ferner zu gebenden Italiaaͤnischen Opern⸗Vorstellungen kein Abonnement angenommen.
1.“ Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. 88
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage
Musica del
8
und verschließt
Angelegenheiten
Juli
Beilage zur
Großbritanien und Irland. “
London, 4. August. Die Times enthaͤlt wieder einmal eine ausfuͤhrliche Beurtheilung der Palmerstonschen Politik, die natuͤrlich, wie immer, von diesem Blatte in allen Punkten aufs bitterste getadelt wird. Der Artikel lautet im Wesentlichen fol⸗ gendermaßen:
„Vor etwa einem Ja hre trat die Englische Politik aus dem er⸗ starrten Zustande heraus, der den zweifel erweckt hatte, ob das Land überhaupt noch Energie und Huͤlfsmittel besitze. Man ließ dch de⸗ mals ploͤtzlich auf Abenteuer ein, die dem Zweifel nur einen Charakter gaben. Jetzt naͤmlich zweifelt Europa an Englands Klugheit und Maͤßigung. Man⸗ muß das Wbig Kabinet uges re⸗ mentlich Lord Palmerston nach den Begebenheiten, des letzten Fidren beurtheilen. Das rasche Einschreiten in die orientalischen streuen war nur ein Versuch, den Leuten Sand in die Augen zud che das
erade wie. jetzt mit der Agitation gigen 1-2 Senen ¹ Das Fndenge-niß mng, sncn, e ultan— und dem. Pascha ist geregelt ¹ ein hJh vor Pforte und den fuͤnf Maͤchten hebt, der That .58 80r, Traktat von C hunkiar — Jskelesst auf nach, den abge . Dardanellen-⸗Straße den Kriegsschiffen al⸗ Diese zwei nackten Thatsachen sind die Summe und Substanz alles Vollbrachten. Die Pforte ist durch den Wieder ewinn Syriens nicht staͤrker, Mehmed Ali durch das Zuruͤckziehen einer Streitkraͤfte aus unruhigen Provinzen nicht schwaͤcher gewor den. Abdul Medschid ist so machtlos wie der Großmogul; der Di van ist abhaͤngig von den Winken der Londoner Konferenj. Mah⸗ mud II. war in seinen schlimmsten Tagen, nach der Schlacht von Ravarin, nach dem Traktat von Adrianopel, nach dem Treffen, bei Nisib, unabhaͤngiger und dem Souverain eines großen Reiches aͤhn- licher, als sein Nachfolger inmitten seiner durch christliche Waffen erlangten Siege und seiner von fremden Maͤchten diktirten Ober⸗ herrlichkeits Atte. Das Ende vom Liede ist, daß die Pforte durch die Europäaͤische Intervention in eine Lage versetzt wurde, worin sie weniger im Stande ist, als zuvor, drohenden Gefahren mit eigenen
Andererseits hat Lord Palmerston’s Politik
ler Nationen.
Sturz nicht verhindert wurde, alsbald wieder zu Pferde zu stei⸗ gen und seine Promenade in dem Park fortzusetzen. Se. Ma⸗ jestät fuͤhlte keinen Schmerz und hat sich nicht zu Bette legen muͤssen. Der Koͤnig hat in seinen gewoͤhnlichen Beschaͤftigungen und in seiner Lebensweise nichts geaͤndert.“
Griechenland.
Der Engl. Globe theilt ein Reskript mit, welches der Praͤ⸗ sident und Minister des Innern des neuen Griechischen Kabinets, Maurokordato, unterm 8. Juli bei dem Antritt dieser neuen Ver⸗ waltung an die Gouverneure und Vice⸗Gouverneure des Koͤnig⸗ reichs erlassen hat. Er empfiehlt ihnen, gegen alle ihre Unterge⸗ benen unparteiisch zu seyn und selbst das Beispiel strenger Ach⸗ tung der Gesetze zu geben. Er setzt hinzu, daß es der Regierung be⸗ sonders am Herzen liege, die freie Wirksamkeit der Institutionen
e . * e. c. 1 zu schuͤtzen, welche die Buͤrger berufen, an dem Regierungswerke Theil zu nehmen; er will deshalb, daß ihre Kontrolle uͤber die Provinzial⸗ und Gemeinde⸗Wahlen friedlich und versoͤhnend sey, und daß sie die moralische und geistige Entwickelung des Volks kraͤftig foͤrdern sollen. Im Ganzen enthaͤlt das Aktenstuͤck nichts von allgemeinerem Interesse.
— — —
816“ Berlin, 9. Aug. Wir haben am Schlusse des Jahres 1837 (Nr. 335) in diesen Blaͤttern eine Uebersicht der Lage des Sparkassen⸗ wesens im Preußischen Staate mitgetheilt, nach welcher die Bestaͤnde saͤmmtlicher Sparkassen am Schlusse des Jahres 1836 sich auf die Summe von 4,849,769 Rthlr. beliefen. Seit dieser Zeit hat sich die Lage der Sache durch das Allerhoͤchste Reglement vom 12. Dezember 1838 nicht unwesentlich geaͤndert. Nach demselben ist zwar noch, wie fruͤher, jeder Gemeinde die Entschließung, ob sie eine Sparkasse errichten wolle oder nicht, uͤberlassen. Allein es
sind gewisse allgemeine, auf den ordnungsmaͤßigen Gang der Sache
Mitteln zu begegnen. Ancer 1 . die Verhaͤltnisse der Großmaͤchte in beunruhigender Weise verscho ben. Es giebt zwei Elemente, die in ihrem Wechsel das Gleichge wicht und die Ruhe Europa’s stoͤren koͤnnen: Rußlands Politik nach Außen und Frankreichs Lage im Innern. Der Russischen Politik hat Lord Palmerston eine guͤnstige Zukunft bereitet; Frankreich dagegen 1840 aus der Fassung gekommen,
ist in Folge des Juli Traktats von. g. Fasst die ihm so nothwendig war, um die politischen Leidenschaften zu maͤ⸗ ßigen und die Regierung zu starken; Flotten und Heere werden uͤberall in Bereitschaft gehalten, Schulden und Defizits bedrängen die Fi⸗ nanz Verwaltungen; die Ruhe der Welt ist nicht laͤnger verbuͤrgt durch den Bund zwischen England und Frankreich. Man koͤnnte ein wenden, Thiers trage allein die Schuld an diesem Wechsel der Dinge; aber Thiers hat ig abtreten muͤssen; Ludwig Philipv und die Kam mern haben sich ja gegen die Politik des Kabinets vom 1. Maͤrz er klaärt; warum vergilt denn Lord Palmerston das maͤnnliche Zuvorkommen (Guizot'’s nicht besser? Warum ist wohl kein Schritt geschehen, um die Verhaͤltnisse mit dem Tuilericen Kabinet auf einen freundschaftlichen Fuß herzustellen? Hat nicht der Englische Minister der auswaͤrtigen statt versoͤhnend zu handeln, eine feindliche Stim mung gegen Frankreich zu erkennen gegeben? Wer die Regierung der Dynastie schwaͤcht, arbeitet auf Entfernung des Schutz⸗Walls hin, der Europa vor großen Uebeln dewahrt. Noch wenige Wochen nur, und dieser beklagenswerthe Stand der Dinge wird aufhoͤren. Eine konservative Verwaltung 11 die Leidenschaften und Projekte ” vc. ihren Einfluß, geltend machen zur Aufrecht haltung des guten Einverstaͤndnisses mit
den fremden Nationen, wo⸗ — emeine? Europas abhaͤngen.“ von die innere Ordnung und die allgemeine Ruhe Europas abhaͤng Italien.
Fournal des D ébats modisizirt seine vor⸗ vI insichtlich eines Unfalls, der dem 8 folgender Weise: I1 b melden, daß der Unfall, welcher Se. Ma Park betroffen, keine der ernsten “ die man Anfangs befuͤrchtete. Eines daß Se. Majestaͤt durch den
Haupt⸗n
Turin. gestern gegebene
von Sardinien zugestoßen,in vom 28sten und 20sten v. M. jestät den Koͤnig in seinem 8 gen nach sich gezogen hat, die jener Schreiben berichtet sogar,
öI“
Be 5ö Jahres 1839. Namen Bestand Jah
der Sparkassen
Zuwachs im Laufe des
sehr einflußreiche Vorschriften ertheilt und zur Sicherstellung der Einlagen sowohl, als der Gemeinden, nicht minder wegen der von den Staats⸗Behoͤrden zu fuͤhrenden Oberaufsicht, allgemeine Grund⸗ saͤtze festgestellt worden. Sie bezeichnen nur die Graͤnzen, inner⸗ halb welcher die Gemeinden sich zu bewegen haben, und lassen diesen hinreichenden freien Raum uͤbrig, um diese nuͤtzlichen An⸗ stalten nach den individuellen Beduͤrfnissen des Orts einzurichten und auszubilden. Die Erfahrung hat auch gezeigt, daß durch die⸗
ses allgemeine Reglement keine vor demselben bestandene Sparkasse
2
in ihrer Wirksamkeit gestoͤrt worden ist, daß vielmehr seitdem
mehrere neue entstanden sind, da das Reglement fuͤr diejenigen Gemeinden, welche uͤber den einzuschlagenden Weg fruͤher etwa zweifelhaft seyn mochten, Fingerzeige und Andeutungen enthaͤlt, durch welche den Behoͤrden die zu fassende Entschließung erleichtert worden ist. Der Beweis dieser Bersicherung wird am besten durch den Erfolg gefuͤhrt, welchen die nachfolgende Uebersicht nach⸗ weist. Nach solcher hatten sich die Bestaͤnde der Sparkassen in drei Jahren bis auf die Summe von 6,076,788 Rthlr.
folglich um 1,226,919 Rthlr. Fufürecveenrgegen, tuvh “ kuͤr⸗ die Versuchung kommen, groͤßere Kapitalien W 8 “ ün zere Zeit in den Sparkassen anzulegen, was fruͤher 8 gese ist, so darf man annehmen, daß fast die Fan 5 gegenwaͤrtigen Sparkassen⸗Bestaͤnde sich im Eigenthun 8- ö6“ gen Klasse befindet. Man wird hieraus leicht die Folgerung feß. hen koͤnnen, daß die Sparkassen⸗Einrichtung II“ 8 “ samsten Gegenmittel gegen den in der neuesten Zeit so viel bespro⸗ chenen Pauperismus zu betrachten ist.
Wir behalten uns vor, uͤber die 1840 hervorgetretenen Resultate bald wieder, chen Quellen das Weitere mitzutheilen.
imnde in
nicht, dem Zwecke den
des Jahres
am Schlusse — gus amtli⸗
wie jetzt,
ebersicht
1“ 1889.
Zahlungen
I1““ 1 Bestand der Sparkassen pro
889. 1 nach dem letzten
am Schlusse 1838.
der
V irke durch neue Ein gierungs⸗Bezirke.
lagen. Rthlr.
bung Pf.
Rthlr. Sar. Sgr.
durch Zuschrei⸗
Rthlr.
Abschlusse pro fuͤr zuruͤckgenom 1839. mene Einlagen.
Rthlr. Pf.
fuͤr Zinsen. von Zinsen. f Rthlr. Sgr. Pf. Pf.
Sgr Sgr. Rthlr. Sgr.
3
26 12
— —
29 91,805 3,829
21,934
2 8 90) 8 Koͤnigsberg 220,98
Gumbinnen Danzigg c Marienwerder. Posen. Bromberg .... Stettin..... Koͤslin...
—
17,991 — 2
60
—
2 7 13,265 4
112,732
39,169
„ 396,948
1 100,764 1.
31,860 [18 448,503 18 241,232 16 181,833 42 196,3096 10,778 127,900 20 156,3431 55,164 21 7,0389 49,595 4 3 16 15
058
20
370,199 755,495 937,400 612,357 439,360
48,005
Stralsund Potsdam ...... Frankfurt... Breslau Liegnih Oppeln. Magdeburg Merseburg.... Erfurt... Muͤnster.. Minden... Arnsberg Aachen Koblenz.. Duͤsseldorf
15,
— 29 9,
82
t
21E† I
4,
10 2A
2n
265,352
7,163
17,700 *
8,743 79,420 4
—
20⸗
1,
7070 29
₰
276
20 491 1G 389
12,936
991 764
10,923 421
13,
256,390 3,369 “
62,178 506 7,631 6,294 122,950 31,434
36,901
—V——
675,720
1ℳ3 2 4 10 300
8
11 8 50 169 1 8I 8 13,086 1 6 391,312
108,650
19 4
6 1
2
6 23 28
2
6 538,293 8 11““ 86 8 11,021,444 517,759 42,824 442,191 423,573 169,918 31,314 17,974 164,212 19,248 42,521 23,696
407,549
26 10 13 10 14 24 14 9 24* 428 21 677 25 7,220
908 10 69,590
8122
80 2
46 ,657 14,688 15,631 28,474 172,398 29028 11,195 4*
112
8 2 —
— 2ᷣ —
103
2089
22
Summa.... 15798,935]
4 9[2,182,482] 13 9 [151,870]
3 — 2, 005,182] 5 60 151„
Kuntt und Literatur. von Schwerin. Berlin, Duncker
witcenlchaft, 88 ö Feldmarschalls Grafen Von K. A. Varnhagen von Ense. und Humblot, 1841. C11“ Avril dieses Jahres, als am Tage des glorreichen Sie⸗
ges vn “ te von unbekannter Haͤnd die Bildsaͤule des Feldmarschalls Schwerin auf dem Wilhelmsplatze in Berlin mit
Leb
dadurch dem Gedaͤchtnisse des Helden, dem
38 380 c. 3 nd 3 1 Kraͤnzen geschmuͤckt und bin verdiente
die Ehre jenes Sieges gebuͤhrt ⸗ worden. Einen Monat “ 8 b schnesibereits nlt ben/vortrefflichen Biographieen anderer . scher Feldherren, als des Fuͤrsten Leopold von Deßau, des Fürh 1 Bluͤcher und der Generale Winterfeldt und Seydlitz, beschenkt hat. Wo sich nun die Meinung aller Gebildeten und
Huldigung dargebracht ward die vorliegende Biographie derselben Meisterhand verdanken,
Verstaͤndigen 69 vft
169,.
11““ 3 ——
und laut ausgesprochen hat, da bedarf es kaum unseres Urtheils, daß sich die Vorzuͤge der fruͤheren Biographieen im Leben Schwerins gleichfalls wiederfinden, eine quellenmaͤßige Darstellung, eine geschickte Benutzung gedruckter und ungedruckter Huͤlfsmittel, lptere besonders aus dem Großherzoglichen Mecklenburgischen Archive und dem Fa⸗ milien⸗Archive des Schwerinschen Hauses, eine klare und anschauliche Schreibart, wie sie nur ein Schriftsteller geben kann, der selbst Kriegs⸗ mann gewesen ist, der im Verkehr mit den bedeutendsten Maͤnnern unserer Zeit gelebt und sich in diplomatischen Verhandlungen einen geachteten Namen erworben hat.
Der Feldmarschall Schwerin hat eine lange Reihe von Jahren dem Preußischen Staate mit der groͤßten Auszeichnung gedient. Aber auch schon vor seinem Eintritte in den Preußischen Kriegsdienst am 10. April. 1720 (Schwerin war am 26. Oktober 1684 auf dem Gute Ldwitz bei Anklam in Pommern geboren) hatte er sich im Hollaͤndi⸗ schen und Mecklenburgischen Dienste ausgezeichnet, er hatte mit Ruhm in den Schlachten am Schellenberge und bei Hoͤchstaͤdt gefochten und die Schlacht bei Gadebusch am 20. Dezember 1712 als Mecklenbur⸗ gischer Oberst mitgemacht. Darauf brachte ihn eine gefahrvolle Mission in die Umgebung des Koͤnigs Karl XII. von Schweden, der damals (1713) grollend und eigensinnig in Bender lag, und bot ihm nach vielen Muͤhen und Gefahren eine reiche Schadloshaltung in dem täͤglichen Umgange und in den Gespraͤchen jenes wunderbaren Kriegshelden, bei dem er einigermaßen in Gunst gestanden zu haben scheint. Man behauptete sogar, er habe sich in die trotzige Sinnes⸗ art desselben so gut gefunden, daß Einiges davon in sein eigenes Ge⸗ muͤth uͤbergegangen sey; doch blieb in Schwerin der Trotz, den er wohl oͤfters zeigte, stets durch Guͤte und Freundlichkeit gemildert. Nach seiner Ruͤckkehr in das Mecklenburgische fand er den despoti⸗ schen Herzog Karl Leopold in den traurigsten Verhaͤltnissen mit sei⸗ nen Unterthanen, namentlich mit der Ritterschaft. Als Krieger mußte er dessen Befehlen gehorchen, aber er ertheilte nie harte Rath⸗ schlaͤge und konnte daher aus diesen schlimmen Verwickelungen, die den besten Mann zu Grunde richten koͤnnen, mit gutem Namen, ia sogar mit Ruhm hervorgehen. Den letzten verdankt er besonders ei⸗ nem gluͤcklichen Gefechte bei Walsmuͤhlen am 5. Mai 1719 gegen die zur Reichs Execution kommandirten Hannoverischen Truppen. In demselben Jahre verließ er den Mecklenburgischen Dienst, da seine Stellung bei dem jaͤhzornigen Herzoge keine beneidenswerthe seyn konnte und die Sache dieses Fuͤrsten unwiederbringlich verloren war. Durch den Stockholmer Frieden (1. Februar 1720) war Schwe⸗ rin Preußischer Unterthan geworden und trat noch in demselben Jahre als General⸗-Major in das Heer Koͤnig Friedrich Wilhelms I. Dieser Herr hat ihm stets großes Vertrauen bewiesen, ihm reiche Schen⸗ kungen an Geld und Grundstuͤcken gemacht und ihn bis zum Ge⸗ neral der Infanterie aufsteigen lassen. Die verschiedenen, ihm er⸗ theilten diplomatischen Auftraͤge vollzog er zur Zufriedenheit sein Regiment ein Frankfurt a. d. O.) zeichnete sich durch aͤußeren Glanz, innere Tuͤchtigkeit und durch ein wohlwollendes Betragen der Offi⸗ ziere gegen ihre Untergebenen aus. Die zur endlichen Ordnung er Mecklenburgischen Zerwuͤrfnisse in dies Land geschickten Preußischen Tiuppen befehligte er mit Klugheit und großer Schonung des Lan⸗ des, so daß der Koͤnig seitdem dfters Schwerin's Gegenwart in Ber⸗ lin wuͤnschte, theils zur Unterhaltung, theils zur Berathung. In die Mißverhaͤltnisse des Kronprinzen mit seinem Koniglichen Vater finden wir Schwerin in keiner Art verflochten, doch hegte er herzliche Theil⸗ nahme zu dem Ersteren, schrieb, sobald Friedrich wieder Briefe em⸗ pfangen durfte, troͤstend und diensterboͤtig an ihn und suchte seinen Wuͤnschen auf alle Weise zu entsprechen. Hierdurch ward der Grund zu der besonderen Achtung und Zuneigung gelegt, welche Friedrich
stets fuͤr Schwerin hegte. 8 XX“ —Minnrkscsölr;, Gräaͤf, er wird mit PeNe nerstes Geheimniß gezogen, er fuͤhrt als Ober⸗Befeh ,2 — “ dem Koͤnige die Truppen nach Schlesien. Im raschen Steßett ufe dringen die Preußen vor, die Einnahme des Laͤndes wird 1 . Schwerin’s geschickte Maßregeln und schonende Anordnung. er Kriegssteuern erleichtert, der Tag bei Mollwitz endlich gieht senen Namen den groͤßten Glanz. Die Geschichte dieser Schlacht sowohl, als des blutigen Kampfes bei Prag, hat Herr Varnhagen von E nse mit einer musterhaften Klarheit geschrieben, was bei, de Pe2688 Schlacht um so schwieriger war, da diese in eine Reihe einze 8 Gefechte bald nach ihrem Anfange zerfiel die, der leite nden des Ober-⸗Feldherrn. nicht mehr erreichbar, ihrer eigenen Hehh e⸗ lung uͤberlassen bleiben müßten. Nicht minder geschickt ist die Dar stellung des seit der Schlacht bei Mollwitz entstandenen Mißyverhaͤlt⸗ nisses zwischen dem Koͤnige und Schwerin. Denn wie willig sich der Monarch auch waͤhrend des ersten Feldzuges (1740) hatte Schwe⸗ rin als Lehrmeister gefallen lassen, dem er durchaus vertraute⸗ so war es ihm doch noch bei dem siegreichen Ausgange der Mollwitzer Schlacht doppelt kraͤnkend, daß er vor demselben weggeritten war, und er grollte zumeist seinem Rathgeber, der ihn hierzu beredet hatte, ohne es andererseits zu verkennen, daß er seinem Feldmarscha den wichtigsten Sieg und den Besitz Schlesiens verdanke. Schwe⸗ rin seinerseits hat von der ganzen Begebenheit nie ohne ein bitte⸗ res Gefuͤhl, ja selbst nicht ohne Thraͤnen sprechen koͤnnen und be⸗ zeugt mit offener Herzlichkeit in einer Aufzeichnung, die uns von seinen Reden uͤberliefert worden ist (S. 101 f.), daß ihn nur die Sorge fuͤr die versoͤnliche Erhaltung. Friedrich's, seines jungen Koͤ⸗ nigs voll Muth und Ambition, der die Gefahr nicht kannte und um desto weniger scheuen wuͤrde, bewogen habe, denselben von seiner Seite zu entfernen. War nun zwar das fruͤhere Verhaͤltniß getruͤbt, so hinderte doch der Groll des Koͤnigs ihn nicht, sich in kriegerischen und politischen Geschaͤften waͤhrend des Laufs des Feldzuges seines Schwerin zu bedienen und ihm zut vertrauen, wie bei der Besetzung von Breslau (10. August 1741), bei einer Graͤnz⸗Berichtigungs⸗ Sache mit Saͤchsischen Bevollmaͤchtigten und anderen mehr.
Im zweiten Schlesischen Kriege hatte Schwerin einen der drei Heereszuͤge, welche von verschiedenen Seiten in Boͤhmen einbrechen sollten, zu befehligen. Jedoch fand sich wenig Gelegenheit zu ruͤhm⸗ lichen Thaten, was auch durch die fortwaͤhrende Uneinigkeit zwischen Schwerin und dem Prinzen Leopold von Deßau veranlaßt wurde. Als nun gar der alte Fuͤrst von, Deßau zum Heere be⸗ rufen wurde, zog sich Schwerin ganz zuruͤck und mußte es geschehen lassen, daß die glaͤnzenden Siege dieses Feldzugs ohne seine Mit⸗
irkung erfochten wurden.
jetst an lebte Schwerin einige Jahre auf seinen ausgedehnten Guͤtern im Anklamschen Kreise, die wohl vier Meilen im Umkreise betru⸗ gen und bisher von seiner Gattin, einer gebornen von Krassom⸗ met Ein⸗ sicht und maͤnnlicher Kraft bewirthschaftet waren. In freier Ländlichkett empfand Schwerin, wie spaͤter Bluͤcher, den Schmerz minder härt⸗ seinem glaͤnzenderen Berufe entruͤckt zu seyn, doch ganz zu verwinden war dies Mißgeschick in keinem Falle, wie sorgfaͤltig er sich 9* 2 ner Guͤter annahm und durch das ausgezeichnete Gedeihen der el⸗ ben erfreut wurde. Vom Koͤnige blieb er entfernt, bis es diesem in seinem hohen Sinne nicht schwer fie
1 (4746), den ersten Schritt zur Aussoͤhnung zu thun. „Gruͤße Er Seinen Bruder“, sprach Friedri zum Landjagermeister von Schwerin, „es ist ein braver, verdiens- voller Mann; allein er ist auch eigensinnig und vergißt, daß ich K ⸗ nig bin.“ (S. 151.) Auf eine andere schriftliche Begruͤßung 1 9 Koͤnigs kam dann Schwerin im April 1747 nach Berlin, wo 2 da auch mittlerweile der alte Fuͤrst von Deßau gestorben war, das gute Einverstaͤndniß voͤllig wiederherstellte. Mit Recht hat zusam⸗ hagen von Ense Alles mitgetheilt, was uͤber diese erFacbe vrs menkunft des Koͤnigs mit Schwerin die urspruͤngliche Fuen⸗ Augenblickes wiedergiebt. “ lugepeiden politischen und militairischen Vorkehrungen on S bedrohte Lage Preußens und der noch nicht sichere Tea br. 5 Fthi I Schwerin mit dem Vertrau sien noͤthig machte⸗ sah sich Schwerir
— —
welche die chle⸗ Kbde