Zucker⸗ Fabrication. c. 6. Auf die verschiedenen im Interesse der inlaͤndischen Industrie uͤberhaupt und der Ruͤben⸗Zucker⸗Fabrication insbeson⸗ dere ausgesprochenen Wuͤnsche, geben Wir Unseren getreuen Stäͤn⸗ den Folgendes zu erkennen:
Zu 1. Wir haben Uns bereits veranlaßt gefunden, den Handels⸗Vertrag mit dem Koͤnigreich der Niederlande vom 21. Januar 1839, imgleichen die mit den freien Hansestaͤdten Ham⸗ durg und Bremen wegen gegenseitiger Verkehrs⸗Erleichterungen,
resp. unterm 1½. Dezember 1839 und 4. Juli 1840 geschlossenen Uebereinkuͤnfte nur unter angemessenen, auch die Besteuerung des auslaͤndischen Zuckers betreffenden Modifikationen zu erneuern, und dieserhalb Eroͤffnungen an die Regierungen der gedachten Staaten gelangen lassen. Der hierauf gerichtete Antrag Unserer getreuen Staͤnde hat hierdurch seine Erledigung gefunden. 8 Zu 2. und 3. Ueber die Frage wegen Abaͤnderung der auf dem auslaͤndischen Zucker gegenwaͤrtig ruhenden Zollsaͤtze, so wie uͤber den Zeitpunkt, von welchem ab eine solche Aenderung anzu⸗ ordnen seyn moͤchte, sind Unterhandlungen unter allen zum Zoll⸗ verein verbundenen Staaten eingeleitet, bei denen Wir Unserer⸗ seits auf ein der inlaͤndischen Zucker⸗Fabrikation guͤnstiges Resul⸗ tat hinzuwirken suchen werden.
Zu 4. Die Besteuerung des Ruͤbenzuckers ist bereits Gegen⸗ stand gemeinsamer Berathung und Vereinbarung unter den Zoll⸗ vereins⸗Regierungen gewesen, und das Resultat dieser Verein⸗ barung wird zu seiner Zeit zur oͤffentlichen Kunde gelangen.
Zu 5. Mit der Aeußerung, daß die von einigen Seiten be⸗ antragte Feststellung der Eingangs⸗Zollsaͤtze auf einen mehr als dreijaͤhrigen Zeitraum bedenklich erscheine, sind Wir um so mehr einverstanden, als sich die gesetzliche Bestimmung, nach welcher der Zoll⸗Tarif alle drei Jahre gepruͤft und berichtigt wird, bisher als zweckmaͤßig bewaͤhrt hat.
Anlangend den Antrag wegen Einziehung des staͤndischen Beiraths bei Erneuerungen des Zolltarifs und anderen auf die indirekten Steuern bezuͤglichen Angelegenheiten, so behalten Wir Uns vor, bei den dieserhalb stattfindenden Vorberathungen die Stimme der Provinz insoweit zu vernehmen, als es Uns in Hin⸗ sicht auf provinzielle Interessen angemessen erscheint, und mit den durch den Zollverein herbeigefuͤhrten Verhaͤltnissen vertraͤglich ist.
Was endlich die Antraͤge hinsichtlich einiger Gegenstaͤnde, bei welchen staͤndische Mitwirkung und Kontrolle eintritt, anlangt, so geben Wir denselben Folgendes zu erkennen:
Landtags⸗Lokal.
D. 1. Da Unsere getreuen Staͤnde einstimmig darauf ange⸗ tragen haben, daß die Summe von 6700 Rthlr., welche dieselben zur wuͤrdigen Ausstattung des von des hochseligen Koͤnigs Ma⸗ jestat dem Landtage zu seinen Versammlungen geschenkten Hauses fuͤr nothwendig ansehen, nicht, wie im Landtags⸗Abschiede vom 17. Mai 1827 vorgeschrieben ist, von jedem Stande nach Ver⸗ haͤltniß der ihm zustehenden Stimmen, sondern, weil es sich hier um die Einrichtung eines der ganzen Provinz gemeinsamen Ei⸗ genthums handle, ohne Unterschied des Standes, nach der Be⸗ völkerung aufgebracht werde, so genehmigen Wir hiermit, unter Bezeigung Unseres Beifalls uͤber die auch bei dieser Gelegenheit von den Staͤnden bewaͤhrte Eintracht und Gesinnung, daß die gedachte Summe auf die Regierungs⸗Bezirke und Kreise nach der Bevoͤlkerung vertheilt den Kreisstaͤnden aber die weitere Ver⸗ theilung auf die Kommunen und einzelnen Besitzungen uͤberlassen und unter der erforderlichen Aufsicht dem aufgestellten Plane gemaͤß verwandt werde. ¹ꝙFuͤr die Zukunft behaͤlt es jedoch bei der wegen Aufbringung aͤhnlicher Kosten im Landtags⸗Abschiede vom 17ten Mai 1827. unter I. 1. g. enthaltenen Bestimmung sein Bewenden.
Reglement fuͤr die Zwangsarbeits-Anstalt zu Groß⸗Salza.
D. 2) Die Reorganisation der Zwangsarbeits⸗Anstalt zu Groß⸗Salza und die Entwerfung eines neuen Reglements fuͤr dieselbe ist bis zum Erscheinen der Gesetze uͤber die Verpflichtung der Communen zur Aufnahme neu anziehender Personen und zur Armenpflege ausgesetzt worden, weil sich erst dadurch der Umfang und die Einrichtungen ergeben koͤnnen, die diesem Provinzial⸗ Institute kuͤnftig zu geben seyn werden. Da die Anstalt durch Unsere Regierung zu Magdeburg ordnungsmaͤßig verwaltet wird, die anderweite Einrichtung derselben auch zum Theil von der Er⸗ klaͤrung der Altmark wegen ihres Beitritts zu dem Verbande ab⸗ haͤngig bleibt, so erachten Wir es auch jetzt fuͤr angemessen, daß der Reorganisation der gedachten Anstalt, so wie der Entwerfung eines neuen Reglements bis zum Erscheinen der erwaͤhnten Ge⸗ setze Anstand gegeben werde. Den staͤndischen Deputirten bleibt jedoch unbenommen, sich von dem Zustande und der Verwaltung der Anstalt genau zu unterrichten und uͤber Aenderungen oder Verbesserungen die sie etwa wuͤnschen moͤchten, mit der Regierung zu verhandeln. 1
Dem Antrage Unserer getreuen Staͤnde: 1
die Altmark von dem Verbande mit der Anstalt zu Salza gäͤnz⸗
lich auszuschließen, koͤnnen Wir nicht willfahren, weil von Uns Landestheile der Beitritt zu dem gedachten Verbande vorbehalten worden ist. Der Kommunal⸗Landtag der Altmark ist jedoch bei Mittheilung der voyliegenden Denkschrift schon aufgefordert worden, seine Erklaͤrung uͤber den Beitritt zu dem Verbande der Anstalt von Groß Salza zu beschleunigen.
Dem Beschlusse, daß die schon von dem vorigen Landtage gewaͤhlten Deputixten als solche bis zum naͤchsten Landtage beibe⸗ halten werden moͤchten, wird dier gewuͤnschte Bestaͤtigung hier⸗ durch ertheilt. Die Gewaͤhrung des vom Landtage unterstuͤtzten Antrags der Abgeordneten der beiden Jerichowschen Kreise daß der Landarmen⸗Fonds dieser beiden Kreise, welcher bis jetzt bei der Regierung zu Magdeburg verwaltet worden ist, den benann⸗ ten Kreisen zur eigenen Verwaltung uͤbergeben und denselben uͤber⸗ lassen werde, kuͤnftig fuͤr ihre Landarmen, die bis jetzt in die An⸗ stalt von Groß Salza aufgenommeg worden sind, anderweit selbst zu sorgen, wollen Wir von der Fuͤhrung des Nachweises abhaͤn⸗ gig machen, daß diese Kreise durch anderweite Einrichtungen fuͤr diese Verpflegung ihrer Landarmen hinreichend gesorgt haben.
Feuer⸗Sozietaͤt fuͤr das platte Land des Herzogthums Sachsen.
D. 3. Dem Antrage Unserer getreuen Staͤnde gemaͤß ge⸗ nehmigen Wir hiermit, daß zur Foͤrderung der Angelegenheiten der Feuer⸗Sozietaͤt des platten Landes, in der Zwischenzeit von einem Landtage zum anderen, ein von jedem Landtage neu zu er⸗ waͤhlender aus 4 Mitgliedern bestehender staͤndischer Ausschuß be⸗ stellt werde, welcher alle diejenigen auf die Feuer⸗Societaͤt fuͤr das platte Land des Herzogthums Sachsen Bezug habenden Ge⸗ schaͤfte zu besorgen hat, deren Erledigung der Bestimmung des Reglements vom 18. Februar 1838 zufolge, den zum Provinzial⸗ Landtage versammelten Vertretern des platten Landes uͤberlassen ist. Auch haben Wir gegen die von Unsern getreuen Staͤnden zu Mitgliedern des betreffenden staͤndischen Ausschusses resp. zu deren Stellvertretern, gewaͤhlten Personen nichts zu erinnern.
988
8 Freitisch⸗Fonds. “
D. 4. Dem von Unseren getreuen Staͤnden ausgesprochenen Wunsche gemaͤß haben Wir dem Minister der geistlichen, Unter⸗ richts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten die Anweisung ertheilt, die aͤlteren Akten uͤber das Kollatur⸗-Recht der aus Fundationen im Herzogthum Magdeburg, einschließlich des Saalkreises und der Grafschaft Mansfeld herruͤhrenden Freitische bei der Universitaͤt
Halle aufsuchen, und wenn dergleichen sich noch vorfinden sollten, dem Buͤrgermeister Treuding in Groß⸗Salze, als erwaͤhltem
Mitgliede des Landtages zur Ermittelung der stattfindenden Ver⸗ haͤltnisse mittheilen zu lassen.
Wir haben angeordnet, daß von demjenigen, was in Verfolg obiger Entschließungen weiter verfuͤgt werden wird, dem Landtage bei seiner naͤchsten Zusammenkunft Nachricht ertheilt werde, und verbleiben Unsern getreuen Staͤnden in Gnaden gewogen.
Gegeben Sanssouci, den 6. August 18441.
(gez.) Friedrich Wilhelm. Prinz von Preußen.
Muͤhler. von Rochow. von Ladenberg von Alvensleben. von Werther. Eichhorn von Thile. Graf zu Stolberg.
von Boyen. Rother.
Zeitungs-Nachrichten.
Frankreich.
Paris, 8. August. Gestern fand hier eine Versammlung der Chefs der angesehensten hiesigen Banquier⸗Haͤuser statt, die wie es heißt, Herrn Humann neue und vortheilhaftere Vorschlaͤge zur Uebernahme der Anleihe machen wollen.
Die Entwaffnung der Toulouser National⸗Gande geht, den letzten Nachrichten zufolge, auch ferner ruhig von statten, und sollte am 10. August beendigt seyn. Es herrschte die vollkommenste Ruhe. Herr Raulet, Gerant der „Emancipation“, ist bereits we⸗ gen der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen verhoͤrt worden.
Der General-Lieutenant St. Michel hat der Redaktion des in Toulouse erscheinenden Blattes „Utilitaire“ folgendes Schrei⸗ ben uͤbersandt:
„Mein Herr Redakteur! In der letzten Nummer Ihres Blattes habe ich gelesen, daß Sie in Ihrem Buͤreau eine Sub⸗ seription eroͤffnet haben, um mir einen Ehren⸗Degen zu uͤberrei⸗ chen. Ich bitte Sie, dieser Subscription unverzuͤglich Einhalt zu thun, da ich den Gegenstand derselben nicht annehmen werde, denn mein einziger Ehrgeiz waͤhrend meiner langen Laufbahn bestand darin, dem Koͤnige und dem Vaterlande mit Eifer zu dienen. Ich bitte Sie, dieses Schreiben in die naͤchste Nummer Ihres Blat⸗ tes aufnehmen zu wollen. Genehmigen Sie u. s. w.
Toulon, 3. Aug. 1841.
— Der General-Lieutenant St. Michel.“
Briefen aus Bordeaux zufolge ist der Praͤfekt der Gironde von Libourne dorthin zuruͤckgekehrt. Die Ordnung war in der letzteren Stadt vollig wieder hergestellt.
Der Widerstand gegen die Ausfuͤhrung der Volkszaͤhlung greift immer mehr um sich. Außer dem Arrondissements⸗Conseil hat auch das Munizipal⸗Conseil in Moissac den Maire aufgefor⸗ dert, daß er selbst uud nur mit Zuziehung des Controlleurs die zur Anfertigung des Verzeichnisses der Steuerpflichtigen noͤthige Zaͤhlung vornehmen moͤge. Auch in Bordeaux, Dijon, Tours sind Kommissionen ernannt worden, um den Munizipal⸗Conseils Berichte uͤber die von Herrn Humann angeordnete Zaͤhlung ab⸗ zustatten.
x Paris, 8. August. Die Nachrichten aus Toulouse lau⸗ ten fuͤr die Regierung sehr guͤnstig. Nicht nur die Entwaffnung der National-Garde geht, wie der Messager sagt, ohne den mindesten Widerstand vor sich, sondern auch diejenigen, welche den Aufstand organisirt zu haben angeklagt sind, unterwerfen sich unn ohne Weiteres den gerichtlichen Untersuchungen. Wie ruhig.
sich aber die Bevoͤlkerung bei denselben verhaͤlt, zeigte sich auf
das auffallendste bei der Verhaftung der Geranten der drei Journale l' Emancipation, l'Aspic und l'Auxiliaire, welche am meisten die Bevoblkerung zum Widerstand aufgeregt hatten. Die Journalisten dieser genannten Blaͤtter, denen die Verhaftung eigends zuvor angekuͤndigt worden war, begaben sich in ein Caffé, welches auf dem belebtesten Markte der Stadt liegt. Hier, im Angesichte des Volkes, dessen Beistand sie sicher zu seyn glaub⸗ ten, hofften sie die gerichtlich gegen sie verhaͤngten Maßregeln zu vereiteln; und in der That sahen sie sich auch bald von einer Masse Menschen umgeben, welche die Neugier zur Stelle getrie— ben hatte. Mittags aber sandte Herr Maurice Duval drei oder vier Polizei⸗Commissairs, welche die Verhaftung vollzogen, ohne vom Volke, das unbeweglich geblieben war, auch nur im mindesten gestoͤrt zu werden.
Da nun die Untersuchungen durchweg so ruhig abgehen, so findet man darin den Beweis fuͤr die Schwaͤche der entlassenen Behoͤrden und tadelt mit Grund das Benehmen des alten Mu— nizipal⸗Raths. Es haben sich daher diejenigen geirrt, welche in
den Ereignissen von Toulouse einen foͤrmlichen Emancipations⸗ Versuch der Departements von der Central⸗Gewalt sahen. Es
giebt in Frankreich keine Departemental⸗Stadt, in der eine Fa⸗ milie lebte, die nicht einen ihrer Verwandten unter der Bevoͤlke⸗
V eung von Paris zaͤhlte. Diese besteht zur Haͤlfte aus der soge⸗
nannten beweglichen, d. h. aus Einwohnern, die taͤglich aus der Provinz kommen und wieder dahin zuruͤckkehren. Man kennt also Frankreich wenig, wenn man von einem gewissermaßen all⸗ gemeinen Antagonismus redet, der zwischen Paris und den De⸗ partements herrsche. Wie eigen, ja fast komisch ist es, wenn die legitimistische Presse sich jetzt ganz besonders und mit einer an⸗ geblichen Liebe der Ausbildung derselben Munizipal⸗Verfassung annimmt, die sie unter der Restauration mit allen Kraͤften be⸗ kaͤmpfte und fuͤr ein großes Ungluͤck fuͤr die Einheit des Staa⸗ tes ausgab! Die Rede des Herrn Ledru Rollin ist wegen ihrer hohlen Phrasen und Gemeinplaͤtze selbst von den meisten Oppositions⸗ Blaͤttern laͤcherlich gemacht worden, was um so auffallender war, als der Mann, der sie hielt, Garnier Pages ersetzen soll, einen Mann, der so taktvoll, klug, gemessen und so kenntnißreich war. Der Tadel kann die Waͤhler von Mans nur weniger treffen, da kein anderer Konkurrent, als Herr Ledru Rollin vorhanden war, und sie der Ehre wegen schon Garnier Pages durch einen Mann ersetzen mußten, der sich zu radikalen Gruͤndsaͤtzen bekenne. Er hatte sich vor kurzem noch zur Partei Barrot gehalten und wurde daher vom National fuͤr zu gemaͤßigt gehalten, als daß dieses Blatt seine Kandidatur besprochen haͤtte. Da glaubte nun Herr Ledru Rollin durch seine radikalen Bekenntnisse sich die Billigung
dieses Blattes verschaffen zu muͤssen, und that es in einer Weise, die recht auffallend zeigte, wie wenig er den Mann ersetzen koͤnne, an dessen Stelle er in die Kammer treten soll.
Großbritanien und Irland. London, 7. Aug. Ministeriellen Blaͤttern zufolge, wuͤrde das Melbournesche Ministerium dem neuen Parlamente die be⸗ absichtigten Handels⸗Reformen noch einmal vorlegen und erst, so⸗ bald dieses sich ebenfalls dagegen ausgesprochen habe, seine Ent⸗ lassung einreichen; die Koͤnigin werde dann Sir R. Peel berufen und, wenn dieser ihr spaͤter aͤhnliche Maßregeln vorlege, ihn wie⸗
entlassen und ihre jetzigen Minister von Neuem ans Ruder
berufen, um jene Maßregeln durchzufuͤhren; sollte das Unterhaus dann dieselben verwerfen, so koͤnne und muͤsse zum zweitenmale zu einer Parlaments⸗Aufloͤsung geschritten werden, weil eine solche Verweigerung der besagten Maßregeln als eine rein factidoͤse Op⸗ position gegen das Whig⸗Ministerium erscheinen wuͤrde, wenn Sir R. Peel doch so ziemlich dieselben Reformen haͤtte vorschlagen wollen.
Die Morning Chronicle will behaupten, es sey ein⸗ bloße Machination der Spanischen Moderados, daß sie Schiffe ihrer Nation mehrmals hinter einander mit Englischen in Kolli⸗ sion gebracht, indem sie es nur darauf abgesehen haͤtten, England in Spanien verhaßt zu machen.
Das Schiff „St. George“, Eigenthum der Herren Fletcher und Soͤhne zu Cower Schaͤdwell, welches am 29. April von Lon⸗ don nach New⸗Orleans fuhr, ist in der Nacht des 17. Juni an den Kuͤsten von Florida nntergegangen. Von 20 darauf befind⸗ lichen Personen konnten sich nur 3 retten. Schiff und Ladun werden auf 12,000 Pfd. St. geschaͤtzt. 8
Deutsche Bundesstaaten.
Darmstadt, 10. Aug. Gerern starb hier unser Finanz⸗
Minister, Freiherr von Hofmann. Der Verstorbene war am
—
h
28. April 1770 zu Nidda in der Provinz Ober⸗Hessen geboren,
vo sein Vater als Amtmann angestellt war. 1827 wurde derselbe n den Freiherrnstand erhoben. Seit Grolmanns Tode war er Hraͤsident des Staats⸗Raths, und 1837 erfolgte seine Befoͤrderung zum Finanz⸗Minister.
„Detmold, 8. Aug. (Hannov. Z.) Der Erzbischof von Koͤln, Freiherr von Droste⸗Vischering, befindet sich seit einigen Taͤ⸗ gen in dem benachbarten Bade Lippspringe. Bei der Unzugaͤng⸗ lichkeit von angemessenen Wohnungen am Badeorte selbst bewohnt der Erzbischof einen Hof in der Naͤhe von Lippspringe, welcher „der Hoͤvelhof“ genannt wird.
Frankfurt a. M., 5. Aug. In einer der letzten Sitzun⸗ gen unseres gesetzgebenden Koͤrpers wurde der Verlaͤngerung der Zollvereins⸗Vertraͤge auf den Zeitraum vom 1. Januar 1842 bis zum 31. Dez. 1853 die Zustimmung ertheilt. In derselben Siz⸗ zung wurde der Antrag eines Mitglieds der Versammlung, den
Senat zu ersuchen, zur Abhuͤlfe des Nothstandes der Gewerbe, und um dem mißbraͤuchlichen Hereinbringen unbestellter, zum De⸗ tail-Verkauf und Hausiren bestimmter Arbeiten zu steuern, Be— stellzettel einzufuͤhren ꝛc. abgelehnt.
“ 8
Berichtigung. Spalte 2, Zeile 13 der Staats⸗Zeitung Nr. 223, Seite 979, muß es siatt „23. Februar 1823“ heißen 23. Februar 1841.
ö“ Den 13. August 1841. Pr. Cour. Brief. Geld. 104 ¼ 103 8¼ 101 101*
Pr. Brief.
Actien. Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Act.
St. Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. Seehandlung. Kurm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl.
Elbinger
der
79½ 102 ½ 103 ½
1 Mgd Lpz. Eisenb.
02 ½⅔
103 ⅔ 100 48
102 ½
106
do. do. Prior. Act. Berl. Anh. Eisenb. - do. do. Prior Act. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Act. Rhein. Eisenb.
Gold al marco
do. Danz. do. in Th. — Westp. Pfandbr.
Grossh. Pos.
102 do. Ostpr. Pfandbr.
103 ½ 102 ⅔ 102*
Pomm. do.
Friedrichsd'or Kur- u. Neum. do.]*
Schlesische
Andre Goldmün- zen à 5 Th.
Disconto
do.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 9. Aug. Niederl. wirkl. Schuld 52 77. 5 8 do. 101 2. Kanz. Vill. 25 21. 5 % Span. 19. Passive. 442. Ziual. Preuss. Präm. Sch. Pol. Oesterr. 104 ⅔.
Frankfurt a. M., 10. Aug. Oesterr. 5 ⁰„ Met. 106 ½ 6. 4 , 98 ¼ 6. 2 ½ 55 ⅔ Br. 1 ½ 24 ¼ Br. Bank-Act. 1878. 1876. Partial-Obl. Loos0 zu 500 Fl. 133 ¼. 133. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 79 ¼ G. do. 4 ½ Aul. 101 ½% G. Poln. Loose 72 ½ G. 5 % Span. Anl. 19 ½¼. 19 ½. 2 ½ G Holl. 50 ⅛. 50 ¼.
Eisenbahn -Actien. do. linkes —. Dresden 99 ½ G.
v“ —
St. München-Augsburg —. Köln-Aachen 99 G. Hamburg, 11. Aug. Bank-Aectien 1575. L ndon, 7. Aug. Cons. 39 89 ¾. Belg. Neue Auag. Sch. 9 ¼. 2 ½ 9% Holl. 52. 5 %˖ Port. 29 . Bras. 67 ½. Columb. 20 ½. Mex. 25 q Peru —. 3 Met. 39. Hamb. 85
do. 200 Il .
1519 18
Leipzig-
Germain —. Versailles rechtes Strassburg - Basel 250 Br.
Engl. Russ. 108. Anl. 3 ½ Chili —.
Paris 410.
20.
73. 7 ½.
Passive 4⅞. Engl. Russ. —.
Petersburg, 6. Aug. Lond. Poln. à Par. 300 Fl. 68 ⁄. do. 500 Fl. 73 ¼.
Schauspiele. Im Schauspielhause: Griseldis. der Rolle der Griseldis wieder
Königliche Sonnabend, 14. Aug. (Fraͤul. Ch. von Hagn wird in auftreten.)
Königsstädtilches Theater.
Sonnabend, 14. Aug. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale: La prova di un' opera seria (Die Opernprobe). Opera buffa in 2 Akti. Musica del Maestro Francesco Gnecco.
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.
Tgextbuͤcher in Italienischer und Deutscher Sprache sind am Abend der Vorstellung bei der Kasse zu haben.
Der Anfang der Italiaͤnischen Opern⸗Vorstellungen ist um
halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr geöffnet. 8
Verantwortlicher Redacteur Dr.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckeret. Beilage
J. W. Zinkeisen.
“ Sin. 11““ Großbritanien und Irland. London, 7. Aug. Unter dem Vorsitz Sir e“ am 2ten d. in Derby ein Diner zu Ehren der he hrsAa 38 Mitglieder fuͤr Suͤd⸗-Derbyshire statt. Als das? u besegph Peebs und der konservativen Mitglieder des ljn 1ereesr.Aht. 1, 9 9 8 ½ 3 2q 12 bracht wurde, nahm der Graf von Linecoln, eines f erh, Hen „SWort, um seinen Dank aus⸗ glieder des vorigen Parlaments, das Wort, Peel's Verfahren mit zusprechen und zu gleicher Zeit Sir . Dasselbe that Sir dem der gegenwaͤrtigen Minister zu vefggte; 3 e Gürde . er Anderem sagte: 1 Froßis Sehe veese. mit groͤßerer Begierde erwartet, „Das e Po ei dern 8 als irgend eine Versammlung der Art sei⸗ 1“*“*“ “ 1688 86 gereicht mir zur großen Freude, daß wir in 12 Feen ⸗I nen 1n geit⸗Umstaͤnden so sehr gewachsenen Staats⸗ A421s ert Peel einen deꝛann, unvergleichbar in der besonderen Art “ gesiten e ⸗ im Unterhause erfordert wird — einen Mann, Von Calent⸗ “ Eigenschaften eines Staatsmannes sich entschie⸗ deh Seen großen als irgend ein Stgatsmann, dessen ich zu geden⸗ dener bewaährt D2c9 pege die feste Zuversicht, daß wir jetzt endlich eines ken vermag. Vald los seyn werden, welches nur aus Werkzeugen des Ministersammengesetzt ist, welches nicht das Ministerium des Volkes 8* sondern sich im Amte haͤlt, ohne Macht zu besitzen, welches die Praͤrogativen zu seinen selbstsuͤchtigen Zwecken gemiß
Koͤniglichen ogal! 8 18 braucht, durch die Benutzung des Namens der Koͤnigin auf eine
durchaus nicht zu rechtfertigende Weise ein Parlament nach seinem Sinne zusammengebracht und dann dieses Parlament abgenutzt hat, durch Darlegung der jaͤmmerlichsten Schwaͤche und Aufopferung der Ehre, des Ruhmes und Rufes, der sich bisher mit dem Namen Eng— land verknuͤpfte. Die Minister sind Maͤnnern im Amte gefolgt, die, nachdem sie einen langen und ruhmvollen Krieg glorreich zu Ende gefuͤhrt hatten, trotz aller sie umlagernden Schwierigkeiten, dem fort waͤhrenden Geschrei nach Sparsamkeit insoweit Gehoͤr zu geben ver⸗ standen, daß sie einen Ueberschuß im Staatsschatze hinterließen. Die⸗ ser Ueberschuß betrug 3 bis 4 Millionen, als die jetzigen Minister ins Amt traten; aber ihre schlechte Verwaltung brachte jehr bald die Fi⸗ nanzen in Verwirrung, und ich behaupte, daß sie in sieben Jahren sieben Jahrhunderte Britischer Ehre, Macht und Ruhmes vergeudet haben.“
In diesem Tone sprach Sir Francis Burdett noch laͤngere zZeit, und die ihm nachfolgenden Redner stimmten so ziemlich in denselben ein. Daß uͤbrigens auch das weibliche Geschlecht in Derby den Ministern nicht hold ist, beweist der Umstand, daß sich 1000 Frauen am 3ten in der Grafschafts⸗Halle zu Derby versammelten, um die Wahl der Parlaments⸗Mitglieder fuͤr die Grafschaft bei einer Tasse Thee zu feiern.
Wie in Derby, so feierten die Konservativen auch in Can— terbury am 2ten die Wahl der beiden Tory⸗Mitglieder fuͤr diese Stadt. Unter den Rednern befand sich hier Herr Bradshaw, der sich bekanntlich bei einer fruͤheren Gelegenheit, wo er die Koͤni⸗ gin mit der Jesabel verglich, sehr verhaßt gemacht hat. Er if nichtsdestoweniger jetzt zum Parlaments⸗Mitgliede fuͤr Canterbury. gewaͤhlt worden und erklaͤrte in der Rede, in welcher er den auf sein Wohl ausgebrachten Toast erwiderte, daß er eigens deshalb als Kandidat aufgetreten sey, um von seinen Mitbuͤrgern ein Verdikt daruͤber zu erhalten, ob sie seine Loyalitaͤt in Zweifel zoöͤ⸗ gen oder nicht. Er warf dann den Ministern besonders ihre aus⸗ schließliche Bevorzugung der Mitglieder ihrer Partei bei Besetzung aller Stellen vor und erklaͤrte schließlich, daß die Konservativen, zur Regierung gelangt, die Irlaͤnder nicht bedruͤcken, sich aber auch niemals von den katholischen Priestern in Irland Gesetze vorschreiben lassen wuͤrden. Auch der bekannte Ulltra⸗Tory Sir Edward Knatchbull nahm das Wort, begnuͤgte sich jedoch damit, seine Freunde aufzufordern, daß sie jetzt nach v“ 155 aufhoͤren moͤchten in ihren Anstrengungen, damit ihnen der Sieg auch bleibe.
Lord Howick will mit seiner Gemahlin zwei J Kontinent zubringen; bekanntlich ist derselbe bei den
-chgefallen. James Graham gab in diesen Tagen zu Dorchester sei— nen Waͤhlern ein glaͤnzendes Festmahl, wobei er sich ganz zu Gunsten des Ackerbau⸗Interesses aussprach.
Jahre auf dem Wahlen
Dänemark.
Helsingör, 7. Aug. (B½ oͤrsen⸗H.) Seit einigen Tagen ist hier die zur Regulirung der Angelegenheiten des Sundzolls niedergesetzte Kommission zusammengetreten. Sie besteht von Sei⸗ ten Daͤnemarks aus dem Konferenzrath Holten, Direktor der Oeresunds⸗Zoll⸗Kammer, dem zwei Mitglieder derselben, die Her⸗ ren Wessel und Qlrik, beigegeben worden, und von Englischer Seite aus Herrn Mac Gregor, Koͤnigl. Großbritanischem Kon⸗ sul in Daͤnemark; von Schwedischer Seite haben sich derselben angeschlossen Herr Ewerlof, Koͤnigl. Schwedischer General⸗Konsul zu Helsingoͤr, und Herr Kommerzienrath Rosenblad von Stockholm. Wie verlautet, werden die Hauptgegenstaͤnde ihrer Wirksam⸗ keit unter anderen die folgenden seyn: Revision der Oeresund⸗ Zoll⸗Rolle und Herabsetzung der Zoölle mehrerer Artikel, insofern dieselben nicht im Tarife von Christianopel verzeichnet stehen oder nicht bereits in London herabgesetzt worden; die Mittel vor⸗ zubereiten, den im Sunde klarirenden Schiffen eine schnelle Expe⸗ dition zu sichern; das ganze System uͤberhaupt von allen veralte⸗ zu befreien und dasselbe moͤglichst Schifffahrt laͤstige Abgaben ab⸗
ten, unnoͤthigen Formalitaͤten zu zu vereinfachen; mehrere fuͤr die laͤf 1 zuschaffen, so wie auch den Betrag der kuͤnftig von den Zoll⸗ GBeamten im Sunde zu erhebenden Sporteln zu bestimmen. Ueber⸗ dies duͤrften wahrscheinlich noch verschiedene Gegenstaͤnde zur Sprache gebracht werden, die zwar nicht in unmittelbarer Bezie⸗ hung zum Sundzolle stehen, aber doch fuͤr die Fahrt durch den Sund von der hoͤchsten Bedeutung sind, wie z. B. die Verbesse⸗ rung der bestehenden Quarantaine⸗Einrichtungen und die Einrich⸗ tung mehrerer Leuchtfeuer zur Sicherung der Schifffahrt im Kat⸗ tegat und im Sunde.
Deutsche Bundesstaaten.
München, 7. Aug. Ihre Majestaͤt die regierende Koni⸗ gin reist morgen fruͤh halb 6 Uhr mit den Prinzessinnen Adel⸗ unde, Hildegarde und Alexandra und dem Prinzen Adalbert nach Berchtesgaden ab. .
Der beruͤhmte Orientalist und Geschichtsforscher, Herr von Hammer⸗Purgstall von Wien, wird demnaͤchst hier eintreffen und, wie verlautet, bei der am 25sten d. M. stattfindenden oͤffentlichen Sitzung unserer Akademie der Wissenschaften, deren auswaͤrtiges Mitglied er ist, einen Vortrag halten.
Vom 1. bis 31. Juli sind auf der Muͤnchen⸗Augsburger⸗ Eisenbahn 26,801 Personen gefahren; die Einnahme betrug 28,032 Fl. 55 Kr.
Karlsruhe, 7. Aug. Ihre KK. Hoheiten, der Prinz und die Prinzessin von Wasa, sind gestern Abend, von Em
kom⸗ vI“
nen Preußischen
beitung No. 224.
mend und nach Baden gehend, in Karlsruhe eingetroffen und im Großherzoglichen Schlosse abgestiegen.
Schweiz. de
Basel, 1. Aug. (B. Z.) Auf Anregung von Seiten der Jesutten haͤben die jungen Landpfarrer im Kanton Freiburg es sich zur Pflicht gemacht, Congregationen zu stiften, deren Ver⸗ sammlungen Sonntag Abends in der Kirche stattfinden, wenn die gewoͤhnlichen Religions⸗Uebungen beendigt sind. Der Corpora⸗ tions⸗ und Sektengeist charakterisirt schon in einem hohen Grade diese Gesellschaften, welche eben so viele Kirchen in der Kirche bilden und deren Einfluß in allen oͤffentlichen und Privat⸗Ange⸗ legenheiten der Gemeinden sich geltend macht. Die Mitglieder vom weiblichen Geschlechte bei dieser Gesellschaft tragen ein Kreuz als Erkennungszeichen. In Sales, einem Dorfe bei Greierz, wi⸗ dersetzte sich die Congregation der Frauen der Einsetzung eines neuen Pfarrers. Es fehlt an einer Menge anderer Beschuldi⸗ gungen nicht, welche dem Treiben der Jesuiten beigemessen werden.
Italien.
RNom, 30. Juli. (A. Z.) Vergangenen Dienstag machte der Kardinal-Staats-Secretair Lambruschini dem Graͤfen von Bruͤhl einen Gegenbesuch.
Vorgestern hatte der wuͤrdige, auch hier allgemein geachtete Geistliche, Herr Dr. Smets, die Ehre. Sr. Heiligkeit aufzuwarten. Er wurde sehr huldreich empfangen, und der Papst war nicht wenig erfreut, von ihm zu vernehmen, daß er in seinem Abriß der Geschichte der Paͤpste auch der Frage uͤber den Primat Petri eine Abhandlung gewidmet habe. Der erwaͤhnte Geistliche verlaͤßt uns schon morgen und gedenkt uͤber Florenz in seine Heimath zuruͤckzukehren.
Wiltenschaͤlft, Kuntt und Literatur.
Ueber die Nömer⸗Denkmale von Trier und seiner Umgegend.
Der Eindruck, den die Roͤmer-Denkmale von Trier und seiner umgegend auf den Reisenden machen, ist in hohem Grade ergreifend; mit uͤberzeugender Gewalt treten uns diese Reste als die Kunden jener glaͤnzenden und ungemein großartigen Kultur, die auch hier im Norden ihre festen Wurzeln geschlagen hatte, entgegen. Doch bei weitem hoͤher noch steigert sich dieser Eindruck, wenn wir mit wissenschaftlicher Forschung naͤher auf die Bedeutung und auf die Eigenthuͤmlichkeit dieser Denkmale eingehen, wenn wir uns das, was nur als Stuͤckwerk erhalten ist, wiederum zum Ganzen ausbil⸗ den, und wenn wir nach dem Maßstabe, den uns diese riesigen Fragmente an die Hand geben, das Bild der ganzen Stadt und ihrer Umgegend, wie dasselbe etwa zu den Zeiten Konstantins erschie⸗ nen war, vor unsern Gedanken neu erstehen lassen. Dann fuͤhlen wir es deutlich, daß Weltherrscher einst an dieser Stelle ihren kai⸗ serlichen Sitz aufgeschlagen hatten, daß dieses schoͤne Thal einst von welthistorischem Leben erfuͤllt war. Freilich stimmt es uns zugleich zu tiefer Trauer, wenn wir all diese Herrlichkeit untergegangen se⸗ hen und wenn wir bedenken, wie Vieles sogar erst in den letzten Jahrhunderten, und bis in die nahe Vergangenheit herab, vernich⸗ ket, verloren, zerstreut worden ist. Um so eifriger jedoch moͤge das Interesse des heutigen Tages auf die treuliche Erhaltung dessen, was fuͤr uns und unsere Nachkommen gerettet ist, bedacht seyn, um so emsiger moͤge die Wissenschaft, die den Stolz unserer Tage ausmacht, sich einer gruͤndlichen und vollkommen abschließenden Durchforschung dieser Denkmale zuwenden. Fast alle Reste, die wir hier erhalten sfehen, haben ihre ganz eigenthuͤmliche Bedeutung in dem gesamm⸗ ten Vorrath der Denkmaͤler des klassischen Alterthums, und vieles Wichtige mag noch unter dem schuͤtzenden Boden, den die Jahr⸗ hunderte um dieselben aufgehaͤuft, verborgen seyn. — Sey es mir vergoͤnnt, hier an die bedeutendsten der erhaltenen Denkmale zu erinnern und einige Bemerkungen uͤber dieselben vorzulegen.
Ich nenne zuerst das Amphitheater, suͤdoͤstlich oberhalb der Stadt belegen und urspruͤnglich ohne Zweifel in die betraͤchtlich umfassenderen Ringmauern derselben eingeschlossen. Dies Monu⸗ ment hat vorzugsweise bedeutende Zerstoͤrung erlitten; von dem, was andere Amphitheater zunaͤchst auszeichnet, von seiner Umfassungs⸗ Mauer, sehen wir fast nichts mehr, doch mag von dieser noch Man⸗ ches unter den Rebenhuͤgeln, die das Denkmal umgeben, versteckt seyn. Die nicht eben kleine Arena, die aufgedeckt vor uns liegt, laͤßt jedoch auf die ausgedehnten Dimensionen des eigentlichen Baues schließen; fast mehr noch die bedeutsame Einrichtung der Thore, auf der Nord⸗ und Suͤdseite, deren Reste noch kastellartig dastehen. Die Anordnung der Eingaͤnge, welche durch diese Thore theils auf die Arena, theils zu den Kreisen der Sitzplaͤtze fuͤhrten, sind dem Amphitheater von Trier ganz eigenthuͤmlich; weitere Aufgrabungen die freilich durch die Weinberge erschwert werden) duͤrften vielleicht fuͤr die genauere Kenntniß des Monumentes nicht erfolglos seyn.
Auf das Amphitheater folgen, in der Suͤdost⸗Ecke der heutigen Stadt, die umfangreichen Ruinen der Thermen. FIn großartig malerischer Wirkung steigen ihre Truͤmmer vor unsern Augen empor, einer ausfuͤhrlichen Restauration zahlreiche Anknuͤpfungspunkte dar⸗ bietend, im Grundplane, so weit die Aufgrabung bis jetzt vorgeschrit⸗ ten, voͤllig klar. Nach meiner Ansicht ist es keinem Zweifel unter⸗ worfen, daß wir hier wirklich die Anlage von Thermen vor uns haben, sofern man bei diesem Worte nur den Roͤmischen Begriff (d. h. den eines großartigen dffentlichen Vergnuͤgungsortes, in dem sich beilaͤufig — aber keinesweges als alleiniger Zweck — auch Baͤ⸗ der befanden) festhaͤlt. Auch hier bieten viele Punkte der Anlage ein eigenthuͤmliches Interesse; wesentlich aber duͤrfte dasselbe erhoͤht und der gesammten archaͤologischen Wissenschaft gewiß manch ein nicht unerhebliches Foͤrderniß gewaͤhrt werden, wenn man die be⸗ gonnenen und durch nichts behinderten Aufgrabungen fortsetzte. Hierbei mag zugleich bemerkt werden, daß die Thermen uͤberall die Fundorte namhafter Kunstschaͤtze gewesen sind, daß somit auch hier noch manch ein wichtiges Werk zu finden seyn duͤrfte, 1“
Den Thermen nahe steht der Palast, dessen einer Fluͤgel in ein kolossales Roͤmisches Gebaͤude hineingebaut ist. Letzteres war un⸗ zweifelhaft eine Basilika. Der machtige halbrunde Bau des Tri⸗ bunals (im Innern auch der ungeheure Bogen, der dasselbe an seiner Vorderseite uͤberwoͤlbte) und die eine Außenmauer stehen noch fast vollstaͤndig aufrecht; die gesammte, sehr eigenthuͤmliche Fenster⸗ Architektur ist, trotz der spaͤteren Veraͤnderungen, noch aufs deut⸗ lichste zu erkennen. Dieser Baurest ist fuͤr. die Kenntniß der anti⸗ ken Architektur von der allerhoͤchsten Wichtigkeit, da wir einzig und allein durch ihn von der aͤußeren Beschafenheit Roͤmischer Basili⸗ ken und zugleich auch von dem Kolossalen ihrer Anlage eine deut⸗ liche Anschauung gewinnen. In Italien ist in diesem Bezuge kaum eine andere als die Basilika von Pompeii anzufuͤhren, die aber nur eine verhaͤltnißmaͤßig kleine Dimenston und auch keinesweges die eigentlich Römische (scheinbar mehr eine Griechische) Anlage hatte.
Ein zweiter basiliken⸗artiger Bau, aus Roͤmischer Zeit, vielleicht jedoch bereits füͤr christlich⸗kirchliche Zwecke errichtet, ist in dem viel⸗ fach umgewandelten Domgebaude enthalten. Die urspruͤngliche Anlage dieses Gebaͤudes und die spaͤteren Bauveraͤnderungen dessel⸗ ben sind mit so scharfsinniger und geistreicher, wie unantastbarer Kritik bereits vollständig in dem schoͤnen Werke des Herrn Architek⸗ ten Schmidt, Baudenkmale in Trier und seiner Umgebung (Lief. 2), entwickelt worden; ich habe somit nicht noͤthig, eine naͤhere Andeu⸗ tung hieruͤber zu geben.
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Sodann ist die Porta nigra zu nennen, jenes maͤchtige, feste, kastellartige Thor, welches den Reisenden, der vom Norden kommt, zuerst begruͤßt. In seinen Haupttheilen wohl erhalten, stark und keines aͤußeren Schutzes beduͤrftig, steht dasselbe noch gegenwaͤrtig da; die urspruͤngliche Einrichtung ist in seinem Innern, trotz man⸗ cher Veränderung aus den Zeiten, da das Gebaͤude als Kirche be⸗ nutzt ward, noch deutlich zu erkennen. Man schreibt dasselbe ge⸗ genwaͤrtig der Konstantinischen Periode zu; fruͤher setzte man seinen Ursprung, wohl durch die bereits barbarisirende Formenbildung veranlaßt, in eine halb mythische Vorzeit zuruͤck. Es lag hierin allerdings etwas Wahres; nur haͤtte aus dieser Entartung der For⸗ men nicht auf einen Zustand urthuͤmlicher Rohheit, sondern auf den einer verlornen Kultur, einer neu beginnenden Barbarei, geschlos⸗ sen werden sollen. Nach meinem Dafuͤrhalten kann die Porta nigra nur in den Zeiten der Merowingischen Herrschaft errichtet seyn; den naͤheren Beweis dafuͤr denke ich an einem anderen Orte zu fuͤhren. Hier will ich nur bemerken, daß Aufgrabungen des Terrains um die Porta nigra, und vornehmlich eine sorgfaͤltige Untersuchung der verschiedenen Fußboͤden und Schuttschichten, die (wie wir wissen) in demselben verborgen sind, fuͤr die Zeitbestimmung ebenfalls nicht unwichtige Fingerzeige geben duͤrften. b MNoch weniger ruͤhren, nach meiner Ueberzeugung, die beiden sogenannten Propugnacula, in der Dietrichsgasse und im Re⸗ gierungsgebaͤude (deren fruͤher noch mehrere vorhanden waren), aus Roͤmischer Zeit her. Sie scheinen dem eilften Jahrhundert an⸗ zugehdren und waren vermuthlich die festen Haͤuser maͤchtiger Ge⸗ schlechter, deren man in jenen Zeiten haͤufig bedurfte und denen aͤhnliche in Italienischen Staͤdten (wie z. B. das Haus des Cres⸗ centius, der Tor de' Conti u. A. zu Rom) nicht selten vorkommen. — Dagegen denke ich die sehr bedeutsamen Reste eines andern, echt Roͤmischen Monumentes in hiesiger Gegend gefunden zu haben Dies sind die Korinthischen Kapitäler auf den Saͤulen der im eilf⸗ ten Jahrhundert erbauten Stiftskirche des unfern von Trier bele⸗ genen Echternach. Ihre Behandlung ist (obgleich statt der Akanthus⸗ blaͤtter bereits einfache Schilfblaͤtter angewandt sind) noch durchaus klas⸗ sisch, ihre Form auf eine durchaus gesetzliche und regelmaͤßige Weise wie⸗ derholt, Beides in einer Art, daß sie fuͤr das Mittelalter und zumal fuͤr die Zeit des eilften Jahrhunderts, durchaus unerhoͤrt seyn wuͤrde. Ohne Zweifel sind diese Kapitaͤler (wie bei den mittelalterlich Italienischen Bauten so unzählige Beispiele vorkommen) von einem vorzuͤglichen Denkmale des Alterthums, vielleicht von einem Tempel, entnommen. Das Gebaͤude, in welchem sie gegenwaͤrtig verwandt sind, hat die Form mittelalterlicher Basiliken, in ihrer edelsten Ausbildung; viel⸗ leicht ist dasselbe als die schoͤnste der Basiliken des Deutschen Mittel⸗ alters zu bezeichnen. Diese Umstaͤnde rechtfertigen, wie es scheint,
den sehr lebhaften Wunsch, daß die Kirche, die gegenwaͤrtig leider in
schaffenheit, als eine vorzuͤgliche werden moͤge.
Schließlich habe ich noch zwei den Glanz des Roͤmischen Privatlebens, wie die 1 t Monumente den des öffentlichen Lebens, bekunden. Das eine sind die Reste jener Villa, die neuerdings bei Fliessem, unfern von Bittburg, entdeckt worden ist, und die namentlich durch ihre schoͤnen und wohlerhaltenen Mosaik⸗Fußboͤden Aber auch, was man hier an Saͤulen⸗Fragmenten und dergl. gefunden
rauhen Bergen ihre Staͤtte gefunden hatte. Auch hier waͤre eine vollstaͤndige Aufgrabung, um von dem Ganzen der Anlage einen ge⸗ nuͤgenden Begriff zu erhalten, hoͤchst wuͤnschenswerth. — Das andere ist das vielbesprochene, maͤchtige Grab⸗Monument der Seeundiner zu Igel. Seine Skulpturen sind viel beschaͤdigt und viel verwittert
ten Bluͤthezeit Roͤmischer Kunst, des Zeitalters der Antonine; noch sieht welches daruͤber und uͤber die einzelnen Verhaͤltnisse ihres Lebens durch die Gestalten der alten Mythe ausgegossen war. Einsam und schwei⸗ gend por; fend, 9 von der Kraft, 1— ich buͤrgerlichen Lebensverhaͤltnisse zu begeistigen und zu durchleuchten vermochte, von dem wunderbaren Zauber, den sie einst auch an die Ufer und in die Waldungen des Germanischen Landes heruͤberge⸗ tragen hatte.
und dennoch spricht es eine Sprache, die, ruͤhrend und ergrei uns von der ewigen Heiterkeit der antiken Poesie erzaͤhlt,
Zeit, die der heutigen Zeit in Trier und seinen Umgebungen erhal⸗ ten sind; von Vielen ist uns nur eine schriftliche Kunde geblieben;
schaͤtze, große Massen des verschiedenartigsten Geraͤthes u. dergl., sindet man in den Sammlungen zerstreut. Sollte es gelingen, in
ein, der etwa das archaͤologische Institut von Rom zu seinem Vor⸗ bilde naͤhme, ins Leben zu rufen, so wuͤrden von demselben ohne Zweifel die erfreulichsten Resultate, nicht bloß fuͤr die naͤchsten Lo⸗ kal⸗Interessen, sondern fuͤr die gesammte archaͤologische Wissenschaft, zu erwarten seyn. J“ 8
Trier, im Juli 1841. F. Kugler.
Es sind am 10. August zwischen 9 ¾ und 11 ½ Uhr Abends 123 Sternschnuppen an verschiedenen Stellen des nur im Zenith recht klaren Himmels beobachtet worden. Die Mehrzahl wurde in der durch die Sternbilder Kassiopeig, Andromeda, Schwan, Pegasus Delphin, Leier bestimmten Gegend sichtbar. Die Richtung der Milch⸗ straße von der Kassiopeia zum Schwan wurde fast von —— in dieser Gegend erscheinenden angenommen. Ueber die letzten 80 ist eine etwas genauere Beobachtung der Zeit (Berliner mittlere) und des Ortes angestellt worden, deren Ergebniß folgendes ist: Nr. 14. 10b 16 4 Nr. 36. 40 b 30 46 16 30 49 35 39 20 9 40. 20 48 414 23 21 42. 88 33 43.
9 12818. 44. 24 32 45. 26 46 46. 27 83 48. 27 29 49. 29 50.
51
29 29 81 58., ⸗ 656 25 80 7 59. ⸗ 56
wHim Schwan zwischen * und „ in der Richtun 8. in der Richtung Delphin zu « Adler. 1 bei 6 Fuͤllen, parallel mit „⸗ Delphin. 3
4. R Pegasus bis 11 zwischen und 6 hindurch.
t 20 Herkules in der Richtung a Leier auf 72 Poniat
Nr. 60. 10b 57 5 63. 11 59 45 64. 27 9 29
45
16. 11 18. 21. 22. 23. 24. 26.
927
31 36 32 34 34 35 41 43 43 43 44 1 44 37 45
46
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gunununn —“ 114“*“
111“
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80.
bei Stier.
„ Pegasus nach Fischen.
4. lic⸗ einen andauernden Lichtstreif als S 3 einem ans Fenster Tretenden noch geseben wurde/ Stternschnuppe selbst nicht beobachtet batte.
Spur zuruͤck, die von der die
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ein Fabrik⸗Gebaͤude umgewandelt ist, in ihrer uͤrspruͤnglichen Be⸗ Zierde des Landes, wiederhergestellt
Denkmale zu erwaͤhnen, die vorgenannten
große Beruͤhmtheit erlangt hat.
hat, deutet auf die edelste Geschmacks⸗Bildung, die selbst in diesen
gleichwohl erkennt man in ihnen noch heute den edeln Styl der letz⸗ man in diesen Bildern das Leben jener Familie — Industrie, Handel und Landbesitz — dargestellt, noch das heiter verklaͤrende Licht,
ragt das Monument uͤber die Strohdaͤcher des Doͤrschens em⸗
mit welcher dieselbe auch die schlichten und einfach
Dies sind aber nur die wichtigeren Denkmale der klassischen vieles Einzelne, merkwuͤrdige Architektur⸗Fragmente, reiche Muͤnz⸗
Trier — dem Deutschen Rom — einen archaͤologischen Ver⸗