v sehr bald vor den steinernen und hoͤlzernen den Vorzug erlange werden, um so mehr, als man sich dieselben eben so leicht bestel⸗ len kann, als etwa einen Kutschwagen, und dieselben dann aufstel⸗
len lassen kann, wo es einem beliebt. Das gegenwaͤrtig in der Aufstellung befindliche Haus gehoͤrt uͤbrigens zu unserer Gewerbe⸗ Ausstellung und ist von der Gesellschaft von Couillet eingesendet worden. Die Saͤle des Museums waren natuͤrlich zu klein, um in denselben ein ganzes dreistoͤckiges Haus aufzurichten, und man hat dazu den Hof waͤhlen muͤssen. Die ganze Aufstellung des Gebaͤudes wird 8 Tage Zeit erfordern. Der Preis des Hauses von 11 bewohnbaren Zimmern nebst allem Zubehoͤr ist 44,000 Fr. (etwa 11,700 Rthlr.)
Lüttich, 8. Aug. Ueber John Cockerill's Belgische Eta⸗ blissements liest man in oͤffentlichen Blaͤttern: Vor geraumer Zeit ward schon der Wunsch ausgesprochen, diese interessanten und wichtigen Anstalten fuͤr Rechnung der Cockerillschen Glaͤubi⸗ ger dauernd fortgefuͤhrt zu sehen. Jetzt hat in Luͤttich, um zu diesem Zwecke eine Gesellschaft zu bilden, eine Kommission ihre Thaͤtigkeit begonnen, zu welcher von Seite des Belgischen Mi⸗ nisteriums die Herren Oberst⸗Lieutenant Corremans, Professor
J. Kindt, General⸗Sekretaͤr de Bavay, Domainen⸗Direktor Ar⸗
nould und Kassen⸗Sekretaͤr Constantini ernannt worden sind.“
Deutsche Bundesstaaten.
F Hamburg, 12. Aug. Gestern machte das der Preußi⸗ schen Seehandlung zugehoͤrige neue eiserne Dampfboot „Falke“ seine zweite große Probefahrt, die ein eben so guͤnstiges Resultat ls die erste ergab. Das Schiff erregt in dem hiesigen Hafen großes Aufsehen, weil es, ungeachtet seiner schmalen Schaufelraͤder die durch die Bruͤcken und Schleusen bedingt sind), und des sehr geringen Tiefganges, dennoch alle anderen auf der Elbe an Schnel⸗ igkeit uͤbertrifft. Das Schiff hat zwei Maschinen, von zusammen 32 Pferdekraft, geht mit 21 Stunden Kohlen und der gewoͤhnli⸗ chen Anzahl von Passagieren nur 24 Zoll Englisch tief und kann im stillen Wasser ungefaͤhr 14 Englische Meilen in der Stunde zuruͤcklegen. Der Koͤrper des Schiffes ist so stark gebaut, um Schleppkaͤhne mit Guͤtern von hier nach Berlin zu transportiren; die Handelswelt kann also wohl darauf rechnen, selbst bei dem nie⸗ drigsten Wasserstand zu einer billigen Wasserfracht Guͤter befoͤr⸗ dert zu erhalten, ja, man ist hier der Meinung, daß bei so aus⸗ gebildeter Dampfschifffahrt und bei erniedrigten Elbzoͤllen eine di⸗ rekte Eisenbahn zwischen Berlin und Hamburg keinesweges vielen Waaren⸗Transport an sich ziehen moͤchte. v“
Hesterreich.
Wien, 8. Aug. (W. Z.) Die Nordbahn hat, ungeachtet sie außer Bruͤnn noch keinen bedeutenden Handelspunkt erreichte, dennoch die Frequenz des Voranschlags bedeutend uͤberstiegen; die⸗ ser betrug nur 160,000, binnen Jahresfrist sind zwischen Wien und Bruͤnn aber 212,222 Passagiere gefahren. Der jaͤhrliche Waaren⸗Transport fuͤr die ganze Bahn war auf 800,000 Ctr. (groͤßtentheils Salz und Hornvieh) berechnet und obschon beide noch wenig in Betrieb gekommen sind, betrug der Transport in einem Jahre zwischen Bruͤnn und Wien allein 678,952 Ctr. Die Transportirung von Hornvieh kann, so lange die Linie nicht wenigstens Ollmuͤtz erreicht, nicht ausschließlich auf diesem Wege geschehen. Doch wurden in dem mit dem letzten April 1841 endigenden Jahre 5 Ochsen⸗Transporte mit 850 Stuͤck, dann woͤ⸗ chentlich 2 Wagen mit 2 bis 300 Schweinen und 50 bis 60 KaJͤl⸗ bern nach Wien befoͤrdert, und dieser Transport stieg fortwaͤhrend. Die Zufuhr von Brodfruͤchten belaͤuft sich in diesem Jahre, Flo⸗ risdorf mit eingerechnet, auf 18,000 Ctr.; eben so wurden nach der Hauptstadt auch bedeutende Quagntitaͤten Wild jeder Art, dann Schmalz, Eier, Butter, ja sogar Milch auf der Bahn gebracht. Unter den Erzeugnissen, welche ihres sonst kostspieligen Transpor⸗ tes wegen, vor der Errichtung der Eisenbahn zwischen Wien und den noͤrdlichen Gegenden, entweder wenig oder gar nicht in Verkehr kamen, sind besonders Holz, Vieh und Garten⸗Erzeugnisse. Eben so versendet Wien, was sonst nie geschehen, bereits viel feines Mehl und bei 1200 Centner Kochsalz monatlich nach Bruͤnn. Mit der wahr⸗ scheiglich schon Ende August erfolgenden Eroͤffnung der Bahn bis Preraui, welches der Central⸗Stationsplatz Maͤhrens werden duͤrfte, wirds auch ihre Wirksamkeit einen bisher noch nicht er— lebten Aufschwung erhalten. Der erhebliche Hornvieh-Transport wird von dort aus ernstlich ins Leben treten; Bau⸗ und Brenn⸗ holz, Dachschiefer aus Weißkirch, Eisen und andere Erzeugnisse der noͤrdlichen Gegend werden dem rasch fortschaffenden Wege zustroͤmen; endlich wird das zum Betriebe des Unternehmens so wichtige Brennmaterial aus den naͤher geruͤckten reichen Lagern Schlesiens um die Haͤlfte der dermaligen Preise bezogen werden oͤnnen.
Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen S
sind, 300 Acker bestandenes Holz!
Bekanntmachungen.
Ediktal⸗Citation. at Auf den Antrag des Vormundes des minorennen und Anspruͤche
Bʒ
Vater, der vormalige hiesige Kaufmann Franz Michael den 25.2 Krause, welcher sich im Jahre 1827 von hier entfernt, tember d. sich dann kurze Zeit in Berlin und demnaͤchst in Ham⸗ burg aufgehalten, von dort aus aber einen unbekann⸗
y“ 6 Neapel, 31. Juli.
die Prinzen Karl und Albrecht von Preußen, nachdem sie in Li⸗ vorno Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Wuͤrttemberg einen Be⸗ such gemacht, mit dem Dampfschiffe „Charlemagne“ hier an und empfingen wenige Stunden nach ihrer Ankunft einen Besuch von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Neapel. Die beiden Prinzen beabsichtigen auch einen Abstecher nach Sicilien zu machen. Heeute wird der 25ste Geburtstag Ihrer Majestaͤt der regie⸗ renden Koͤnigin gefeiert und ihr zu Ehren große Fest⸗Vorstellung
im Theater San Carlo seyn.
1 W1.““ Berlin, 13. Aug. Der ehemalige Praͤsident des Franzoͤsi⸗ schen Minister⸗Rathes, Herr Thiers, ist vorgestern Abend hier ein⸗ getroffen und im „Hotel de Russie“ abgestiegen. 98
8
8
— — Naumburg, 12. Aug. Am 9ten d. M. ward ein Theil der hiesigen Umgegend von einem Hagelwetter heimgesucht, das an Furchtbarkeit Alles uͤbertraf, dessen sich die aͤltesten Leute entsinnen koͤnnen. Es brach des Nachmittags um 4 Uhr mit einer Alles zerstbrenden Heftigkeit ein und hielt eine Viertelstunde an. Die Hagelstuͤcke waren von der Groͤße eines Spielballs und zerschmetterten auf der Stelle die Ziegel auf den Daͤchern, die Fenster, die Feldfruͤchte und die Beeren an den Weinstoͤcken, so daß die ohnehin schon sehr geringe Hoffnung des Ertrages der letzteren an vielen Orten durchaus zernichtet ist. Pferde und an⸗
den Feldern getoͤdtet, die Hagelstuͤcke selbst waren von einer solchen Haͤrte, daß man noch am folgenden Morgen dergleichen auf den Voͤden und in den Hoͤfen fand. Der Verlust ist daher sehr groß, und die Lage vieler armer Landleute sehr beklagenswerth. Am
+
meisten hat die Stadt Freiburg an der Unstrut, besonders auf
der Westseite, gelitten; aber auch in vielen Doͤrfern des Eckarts— bergaer und Querfurter Kreises und in einige des Naumburger Kreises ist der Schaden sehr betraͤchtlich. Das Unwetter hat sich uͤber Duͤrenberg bis in das Koͤnigreich Sachsen gezogen, wo es in Leipzig und in der Umgegend gleichfalls viele Zerstoͤrungen angerichtet hat.
—⸗————
Dauer der Eisenbahnkahrten am 13. August 1841. Abgang
von Potsdam.
Abgang von
Berlin.
Zeitdauer 8 42 40 40 40 40
52
Zeitdauer St. M.
Morgens... 44 [Um 6 ½ Uhr Morgens... v“ ö1.““
1122 Nachmittags 413 2 ½, 1 Nachmittags 40 8 6 Abenda.. 42 7 - 2 Abends.... 53
19,e ö Vormittags. Nachmittags Nachmittags Abends ... Abends 65 9
Vormittags.
Meteorologische Beobachtungen.
Morgens Abends Nach einmaliger 6 Uhr. 2 Ubr. 10 Uhr. Beobachtung.
1841. 13. August.
Nachmittags V
Auellwärme 1S. R. Flusswärme 14,10 R. Bodenwürme 1771 “ Ausdünstung 0,046, Rh. Niederschlag 0. Wärmewechsel +† 17,4⁰ + 8,90⁰. w““
72 pCt. 8
336,71 Par. 336,84 Par. 336,90 Par. + 8,0°n. + 17,20 R. + 10,10 n. Thaupunkt . .. + 5 R. + 8,99 R. + 7,90 HR. Dunstsättigung 90 pCt. 53 pC¹. 84 pCt. Wetter halbheiter. halbheiter. heiter. Wind 898 W. W. Wolkenzug. .. — SW. Pagesmittel: 336,83 Par. + 12,9 n.. 7,90 n..
Luftdruck...
Luftwärme...
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 10. Aug. Niederl. wirkl. Sechuld 52 ½. 5 ½ do. 101 17. Kanz. Bill. 25 8⅞. 5 8½ Span. 19 9%. Preuss. Präm. Sch. —. Pol. Oesterr. 104 ½.
Passive. — Ausg. —. Zinsl. —.
Frankfurt a. M., II. Aug. Oesterr. 5⁰0 Met. 106 ½ G. 4⁰ 98 ½ 64¼. 2 ½, 55 8 Br. 19 24 % hr. Bank-Aet. 1883. 1881. Partial-Obl. —. zu 500 Fl. 133 ¼. 133. 100 Fl. —. Preuss. Prüm. Sch. 79 ⅓ 6. do. 4 Anl. 101 ½ G. 72 ½ G. 68 Span. Anl. 19 ⅓. 19 ½. 2 ½ HoHl. 50 ⅛. 50 .
Eisenbahn-Actien.
IL. 008
Loose Poln.
zu Loose
Ufer
Leipzig-
St. Versailles rechtes
München-Augsburg —.
Dresden 99 ½ G. Köln-Aachen 99 G. Hamburg, 12. Aug. Bank-Actien 1575. Engl. Russ. 108. Paris, 9. Aug. 5 ⁰3 Reute fin cour. ] 16. 80. 3 % Rente fin cour.
0 0 77. 80. 5 % Neapl. fin 104. 30.
Germain —. Strassburg - Basel 250 Br.
do. linkes
Demnach werden alle diejienigen, welche an den baͤumen bepflanzt Hausbesitzer und Handelsmann Gottfried Martzil⸗ ger und an das Vermoͤgen desselben Forderungen irgend welcher Art zu machen ha Franz Gustav Fabian Krause hierselbst werden dessen ben, hierdurch aufgefordert, selbige in einem der auf
25. Auqgust, 8. September und 22. Sep⸗ JF., jedesmal Vormittags 9 Uhr, angesetzten Termine im Fuͤrstlichen Justizamte hier⸗ selbst anzumelden und gehoͤrig zu bewahrheiten, auch
5 5 % Span. Rente 20 ½. Passive 4 ¾¼. 3 1Jbbe”
baare Gefaͤlle,
uͤberhaupt wie es
ten Aufenthaltsort in oder außerhalb Europa genom⸗ gleichzeitig etwanige Vorzugsrechte auszufuͤhren, im werden.
men haben soll, seitdem auch keine weitere Nachricht 3ten
vorgeladen, vor oder in dem auf hHen 6. Avril 4842 vor dem Herrn Land⸗ und Stadtgerichts⸗Assessor Fischer
hierselbst anberaumten Termine bei dem unterzeichne Martzilgerschen Vermoͤgen ten Gericht oder in dessen Registratur sich schriftlich belegene Haus nebst Zubehoͤr offentlich an den
2 8 Liquidationstermine aber von sich gegeben hat, so wie die von demselben etwa zur guͤtlichen Beilegung des Debit⸗Wesens zu eetlaä⸗ zuruͤckgelassenen unbekannten Erben und Erbnehmer, ren, bei Vermeidung schlusses und der anzunehmenden stillschweigenden Ein-“ willigung in die Beschluͤsse der anwesenden Mehrheit
In den gedachten Terminen soll zugleich des zum
sich uͤber die Vorschlaͤge
des sofort zu erkennenden Aus
Gestern kamen Ihre Koͤnigl. Hoheiten
. . 2 89 „ c. I1 dere Hausthiere wurden verwundet, Hasen und Rebhuͤhner auf
(gerichtlich auf 5290 Thlr. abgeschaͤtzt), Hutung und außer dieser Hutweide noch 2000 Mor⸗ gen fremde Hutung, 1 Teich, 101 Frohntage, 60 Thlr. Jagd ꝛc., nebst vollstaͤndigem Inven⸗ tarium (welches auf 3200 Thlr. gerichtlich abgeschaͤtzt), soll fuͤr den Preis von 25,000 Thlr. mit 10,000 Thlr. Anzahlung, mit saͤmmtlicher vorhandenen Aerndte, steht und liegt, schnell verkauft so eben erschienen und dure
Naͤheres durch den Oekonom Fr. Herrmann, Große Ulrichstraße Nr. 57 in Halle a. S.
Wien, 9. Aug. 1½ —.
Bank-Actien 1546.
2 Met.
105 ½. 42 4 Aul. de 1831 131.
9 42
B
er liner Börse.
Den 14. August 1841.
Pr.
Brief.
Cour. Seld.
Cour.
Geld.
St. Schuld-Sch. Pr. Engl. Obl. 30. Präm. Sch. der Seebandlung. Kurm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Elbinger do. Danz. do. in Th. Westp. Pfandbr. Grossh. Pos. do. Ostpr. Pfandbr.
Pomm.
104¼ 101¾
80
103 ¾ 100 48 102 ½ 106 103 ½ 102 ½ 102 ½
do. Kur- u. Neum. do.
Schlesische do.
103 101*
2 1 102 ½
Actien. Brl. Pots. Kisenb. do. do. Prior. Act. Mgd Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Act. Berl. Anh. Eisenb. do. do. Prior Act. Düss. Elb. Eisenb. do. do. Prior. Act. Rhein.
Gold
Friedrichsd'or
Eisenb.
al marco
Andre Goldmün- zen à 5 Th.
Disconto
124
10.
102 —
93 ½ 778 4
1616
Brief.
Pr.
Thlr. zu 30 Sgr.
Cour.
deldl.
Aumisterdam
do.
Hamburg .... ..... III
do.
London .
Paris „
Wien in 20 Xr.
Ammumm““
Breslau-.
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss..
Frankfurt a.
Eee.“]“
1382
Kurz 2 Mt. Kurz 2 Mt. Mt. 2 Mt. Mt. Mt. 2 Mt.
300 Mk. 148
18 8 300 Fr. 150 PFl. 150 Pl. 100 Thlr. 100 Thlr. 100 PFl.
1 SRbl.
2 Mt. 3 Woch.
138 137 148 148 6 172 78 ⁄½ 102** 1019% 99 99 * 101
11. 1 1 1
Königliche
Sonntag,
scher Sprache.)
15. Aug. Oper in 2 Abth., mit Tanz, Musik von Rossini. (Mad. Pasta: Semiramis, Herr Gamberini:
Im
Schauspiele. Opernhause. (In
Semiramis, große Italieni⸗
Hidrenus und Dlle. Haͤhnel: Arsaces, als letzte Gastrollen. Herr Krause: Assur, als Gastrolle.) Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten
Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr.
Ranges 20 Sgr. ö
Sgr. Ein Platz in den Logen des zweiten Ein Platz in den Parquet⸗Logen 1 Rthlr.
Die eingegangenen Meldungen um Billets sind beruͤcksichtigt, und muͤssen selbige bis Sonnabend, den 14ten d., Abends 6 Uhr, im Billet⸗Verkaufsbuͤreau abgeholt werden.
Im Schauspielhause. Zum erstenmale wiederholt: Sie schreibt an sich selbst, Lustspiel in 1 Akt, von C. von Holtei. Der Heiraths⸗Antrag auf Helgoland, lebendes Bild in
von L. Schneider.
Montag, 16. Aug.
Im
Schauspielhause:
Trauerspiel in 5 Abth., von Schiller.
Dienstag, 17. Aug.
Im Opernhause.
Die
Hierauf: 65)90 *
2 Abth., Maria Stuart,
Familien Capu⸗
letti und Montecchi, Oper in 4 Abth., Musik von Bellini. (Dlle. Clara Kruͤger: Giulietta, als erster theatralischer Versuch. Dlle. Penz, vom Koͤniglichen Hoftheater zu Hannover: Romeo, als
Gastrolle.)
Königsstädtilches Theater.
Lustspiel in 4 Akten, von Raupach. Hierauf: Paris in Pom⸗
mern, oder: die seltsame Testaments⸗Klausel. 1 Akt, von Louis Angely.
Vaudeville⸗Posse i w Vaudeville⸗Posse in (Herr Plock, vom Stadttheater zu
22 „ 2 e 8 8 . 8 8 Hamburg, im ersten Stuͤck: Loͤwenklau, im zweiten: Heimann
Levi, als Gastrollen.)
Montag, 16. Aug. cgia di Lammermoor. vatore Cammarano.
Preise der Plaͤtze:
(Italienische O Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Gaetano Ein Platz in der Orchester-Loge
pern⸗Vorstellung.) Lu- Poesia del Sgr. Sal Donizetti.
1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w. 9 Tevxtbuͤcher in Italienischer und Deutscher Sprache sind am
*
Der
Musik von A. Muͤller.
Abend der Vorstellung bei der Kasse zu haben. Dienstag, 17. Aug. 3 Akten, von J. Nestroy.
Talisman.
Posse mit Gesang in (Herr und
Mad. Beckmann werden nach ihrer Urlaubsreise hierin wieder
auftreten.)
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
—qqö—
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
zu beziehen:
gehoͤrige, zu Lauterbach Meist⸗ Luͤbeck und ist vorraͤthig in
oder persoͤnlich zu melden und weitere Anweisung zu bietenden zum Verkauf aufgeboten werden, weshalb ler (Stechbahn 3):
gewaͤrtigen, widrigenfalls der Kaufmann Franz Mi⸗ Kaufliebhaber zu Gewaͤrtigung des Zuschlages, die chael Krause fuͤr todt erklaͤrt, seine unbekannten Er⸗ Martzilgerschen Glaͤubiger aber zur Erklaͤrung uͤber an dessen Nachlaß, werden praͤ⸗ die Kaufbedingungen und uͤber die Ertheilung des an die sich legitimirenden Zuschlages sich in denselben einzufinden haben. Datum Puthus, den 20. Juli 1841. “
Fuͤrstliches Justiz⸗Amt.
ben und Erbeserben ang kludirt werden und dieser Erben verabfolgt werden wird. ’ Glogau, den 4. Mai 1841.
gez. Delbruͤck.
Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht. Hartmann.
ö“*“ Der Hausbesitzer und Handelsmann Gottfried Martzilger zu Lauterbach hat gebeten, 2 herer Feststellung seiner Schuldverhaͤltnisse licher Regulirung derselben eine Hro 1 dum et deducendum an seine Glaͤubiger zu erlassen.
Ritterguts⸗Verkauf. Ein Alldoial⸗Rittergut mit herrschaftlichen Wohn⸗ Behufs naͤ⸗ und Wirthschaftsgebaͤuden (isolirt), 720 Magdebgr. aber fuͤr den und guͤt⸗ Morgen separirtes Feld . Weizen und Klee und kaum hervorgehoben zu eine Proclama liquidan- Roggenboden), 40 Acker Wiesen, 12 Acker Gaͤrten sey Meister, Gesell oder und Alleen, welche mit 1400 Stck. veredelten Obst⸗
sellen⸗ fange aufklaͤrt! —
ungelesen lassen.
Literarische Anzeigen.
So eben erschien bei Friedr. Asschenfeldt in Berlin bei E. S. Mitt⸗
Die Verbindungen der Maurergesellen, oder authentische Darstellung Verbindungen uͤblichen Gebraͤuche, nebst Mit⸗ theilungen uͤber die neueste Geschichte derselben. Groͤßtentheils aus Akten. Gr. 8. Geh. 12 ½ Sgr.
Lehrling — sollte das Buch
der bei diesen
taaten.
Bei Ferdinand Rubach (Fischerbruͤcke 20 im 140 Acker Inselgebaͤude) ist fertig geworden: Chronik von Berlin. Arnd's Wahres Christenthum mit Pa radiesgaͤrtlein, jetzt vollstaͤndig in 54 Bo gen. Preis 1 Thlr. 10 Sgr.
32stes Heft.
Im Verlage von Duncker und Hum blot ist h alle Buchhandlungen
IEI161
der Brandenburgisch⸗Preußischen
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Lief. 8.
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Bearbeitet von Louis v. Malinowsky I.
d Robert v. Bonin. oJ
1111131* Bei C. Heymann in Berlin, Heilige Geiststr. 7, erschien und ist durch jede solide Buchhandlung zu beziehen:
stiz⸗Adreßbuch
roch. 1 Thlr. 15 Sgr.
8
Sonntag, 15. Aug. Zum erstenmale: Kritik und Antikritik
G lkten. Gr.“ . fuͤr den Preuß. Staat, oder alphabetisches, nach Es ist wohl selten eine Schrift von so hoher Provinzen geordnetes Verzeichniß der saͤmmtlichen Wichtigkeit fuͤr alle Behoͤrden erschienen wie diese, Staͤdte und Flecken und derjenigen Doͤrfern des Preu⸗ welche die heimlichen staatsgefaͤhrlichen Ge⸗ ßischen Staats, in welchen sich der Sitz einer Ge⸗ Verbindungen in ihrem ganzen Um⸗ richts⸗Behoͤrde befindet, mit Angabe des landraͤthli — Welches besondere Interesse das chen Kreises, des Obergerichts⸗Bezirks, der betr. Ge⸗ Buch uͤberdies fuͤr jeden Gebildeten, hauptsaͤchlich richts Behoͤrden, des Namens und des Wohnorts der Gewerbestand hat, braucht wohl Patrimonialrichter und der zur Praxis bei jedem Ge⸗ werden, und Keiner — er richt berechtigten Justiz⸗Kommissarien, herausgegeben von dem Kgl. Geh. Ob. Just. Rath Starke.
Beilage
Frankreich.
In der France Meridionale vom 4. August liest man: Die Befuͤrchtungen der radikalen Presse sind nicht in Erfuͤllung gZegangen. Die Ordonnanzen zur Aufloͤsung des Munizipal⸗Con⸗ seils und der National⸗Garde haben nicht die erwartete Bewegung hervorgebracht. Die Bevoͤlkerung hat sich, ungeachtet der Auf⸗ reizungen, denen sie fortwaͤhrend ausgesetzt ist, ruhig verhalten; sie begreift die Nothwendigkeit der von den Behoͤrden angeordne⸗ ten Maßregeln. Die Wahl der interimistischen Verwaltung hat ganz der Erwartung der rechtlichen Leute entsprochen. Die Fac⸗ tiosen, welche dies wohl wissen, suchen durch alle moͤgliche Mittel das Vertrauen und die Hoffnung, welche man aus jener Wahl geschoͤpft hat, zu erschuͤttern; sie verbreiten die abgeschmacktesten Geruͤchte und versuchen auf alle Weise die leider sehr große Leichtglaͤubigkeit des Publikums. Es ist fast wie bei der Zaͤhlung, wo man auch das Geruͤcht verbreitete, daß die schwangeren Frauen und die Hemden uͤber vier Stuͤck besteuert werden sollten. Den Böswilligen ist jedes Mittel recht, und Personen, die sich zu den Gebildeten rechnen, spekuliren auf die groͤbste Unwissenheit. Der Befehl zur Entwaffnung der National⸗Garde ist eine Folge der Aufloͤsung derselben. Diese Maßregel wurde gebieterisch durch die Umstaͤnde verlangt. Man weiß, daß in den letzten Tagen Waffen an improvisirte National⸗Gardisten vertheilt wurden, und wir haben diese Letzteren in ziemlicher Anzahl in den Reihen der Auf⸗ ruͤhrer gesehen. Dieser fuͤr die offentliche Sicherheit hoͤchst ge— faͤhrliche Mißbrauch mußte
abgestellt werden.“
Marseille, 2. Aug. Das aus Afrika zuruͤckgekehrte 17te leichte Regiment ist sehr erschoͤpft. Die vielen Kranken, welche dieses Regiment aus Afrika mit sich gebracht hat, wer⸗ den hier auf Rechnung des Herzogs mit der groͤßten Sorg— falt gepflegt; derselbe hat mehrere Lohnkutscher gemiethet, welche die in der Genesung Begriffenen taͤglich spazieren fahren. Das ganze Regiment erhaͤlt auch alle Tage guten Wein und eine Verkoͤstigungs⸗Zulage, Alles, wie na⸗ tuͤrlich, auf Kosten seines jungen Obersten. Gestern Abend um 10 Uhr gaben ihm die Schuͤler des Herrn Trotebas (eines sehr geschaͤtzten Singlehrers, in der Art wie Mainzer in Paris, indem seine Schuͤler meistens junge Handwerker sind) eine Se⸗ renade. Der junge Herzog begab sich sogleich in ihre Mitte und ließ ihnen Erfrischungen reichen, wobei er mit jedem sehr freund— lich sprach und anstieß. Naͤchsten Donnerstag wird ihm zu Ehren ein Schifferstechen gegeben werden. Auch spricht man von einem großen militairischen Diner, wozu die Stadt alle hier anwesenden Truppen laden will, und welches auf dem Prado abgehalten wer— den soll. „Das 17te leichte Infanterie⸗Regiment, oder die Ruͤck⸗ kehr aus Afrika“, wurde bereits auf dem Theater gegeben. Am Freitag wird das Regiment seinen Marsch nach Paris in Stappen antre⸗ ten und in Aix, Avignon, Montélimart, Sain⸗Vallier, Valence, Vienne, Lyon, Maͤcon, Chaͤlons, Saulieu, Avallon, Auxerre, Montereau und Corbeil verweilen. Der Herzog wird mit dem ersten Bataillon, dem Generalstabe und zwei Eliten⸗Compagnieen des zweiten Bataillons marschiren; der Ueberrest des Regiments folgt einen Tag spaͤter.
Der Prozeß gegen die Kommunisten ist beendigt; es haben mehrere Verurtheilungen stattgefunden, und zugleich ist der Befehl erfolgt, die Gesellschaft aufzulosen.
Großbritanien und Irland. London, 8. Aug. So wie auf einer Seite LL1“ Partei und die Ultra⸗Tories uͤberhaupt sich mittelst verschiedener gane bemuͤhen, ihren kuͤnftigen Minister einzuschuͤchtern, damit er sich nicht bei seinem ersten Auftreten allzu liberal zeige, bestrebt sich auf der anderen die Anti⸗cornlaw⸗league, die Aufregung gegen die Getraide⸗Gesetze zu erneuern und zu verstaͤrken. In dieser Absicht sucht sie unter Anderem die Anzahl derer zu vermehren, welche in ihrem Namen von Ort zu Ort ziehen, um das Volk uͤber die Wirkungen dieser Gesetze durch bffentliche Vorlesungen zu erleuchten. Am meisten aber scheint sie auf die Anregung des Religions⸗Gefuͤhls der Nation zu rechnen, indem sie derselben ans Herz zu legen sucht, daß die Rechte der Armen die freie Zulassung auswaͤrtigen Getraides erheischen. Schon vor einigen Monaten beschwerte sich ein Edelmann daruͤber im Oberhause, daß der Verein durch Um⸗ lauf⸗-Schreiben die Geistlichkeit auffordere, gegen die Getraidesperre zu predigen. Indessen scheint die Aufforderung bei der Geistlich— keit der Staatskirche wenig gewirkt zu haben, wenn man auch bemerkt haben will, daß von den 26 Praͤlaten, welche im Ober⸗ hause sitzen, bei dem bekannten Vorschlage des Grafen Fitzwilliam gegen die Getraide⸗Gesetze 18 gar nicht gestimmt und 8 fuͤr den⸗ selben gestimmt hatten. Im Gegentheil, die große Masse der Geistlichkeit, entweder aus gewohnter Hinneigung zu den Tories, oder weil sie die Aristokratie, die sie als die natuͤrliche Stuͤtze der Kirche betrachten, in Gefahr glaubten, oder endlich, weil sie eine Verminderung des eigenen Einkommens besorgten, that uͤberall ihr Moͤglichstes, um den Konservativen den Sieg zu verschaffen, und schreibt bekanntlich diesen Sieg fast ausschließlich ihren Be⸗ muͤhungen zu. Nur einige Wenige haben oͤffentlich gegen die jetzi— en Zoͤlle gesprochen oder geschrieben; unter diesen der hie⸗ ige Prediger Baptist Noel, Bruder des Lord Barham, ein Mann, der sich allzeit eben so eifrig für das elt. liche Wohl der Armen, als fuͤr die Verbreitung des Evan⸗ geliums bewiesen hat. Die Flugschrift, welche so eben hieruͤber von ihm erschienen ist, enthaͤlt zwar wenig Neues, verbindet aber mit allen Beweisgruͤnden, die er als das Resultat einer gesunden Politik betrachtet, den religidsen Grund, welcher allein ihn als Diener des Herrn auffordern konnte, sich in den Kampf der Po⸗ litiker zu mischen. Auch wird sie nicht ohne Wirkung bleiben; eben so wie vor ein Paar Jahren eine Schrift desselben wuͤrdi⸗ gen und frommen Mannes viel dazu beitrug, die Vorurtheile zu beseitigen, welche besonders die Geistlichkeit in Irland gegen das dort eingefuͤhrte Staats-Schulsystem hegte.
Aber so wie sich die Geistlichkeit der Staats⸗Kirche an die Aristokratie anschließt, fangen die dissentirenden Prediger an, Eifer fuͤr die entgegengesetzte Seite zu zeigen. So eben haben etliche zwanzig solcher Prediger zu Manchester eine Aufforde⸗ pung an alle Prediger erlassen, sich in jener Stadt zu einer Kon— ferenz uͤber diesen wichtigen Gegenstand zu versammeln. Der Aufruf ist kraͤftig abgefaßt und wird seine Wirkung wenigstens bei den Gemeinden nicht verfehlen. Auch erwartet man, daß gegen 800 bis 1000 Prediger erscheinen werden; und je weni⸗ ger von der Anglikanischen Geistlichkeit darunter seyn werden, desto bedeutsamer duͤrfte die Versammlung auch in ihren allge⸗ meinen Folgen fuͤr diese Kirche werden. Der Anfang derselben st auf den 17ten d. anberaumt, zwei Tage vor dem Zusammentritte des Parlaments.
Deutsche Bundesstaaten.
Karlsruhe, 3. Aug. (K. Z.) 15te offentliche Sitzung der ersten Kammer. Seitens der Regierung ist anwesend Herr Finanz⸗Minister von Boͤckh, Staatsrath Freiherr von Ruͤdt, Staatsrath Jolly, Ministerial⸗Rath von Marschall, Ministerial⸗ Rath Ziegler und Hauptmann von Boͤckh. Die Tages⸗Ordnung fuͤhrt zur Erstattung des Berichts der Budgets⸗Kommission uͤber das von der zweiten Kammer genehmigte halbjaͤhrige Budget vom 1. Juli bis letzten Dezember 1841. Zu III. Justiz⸗Ministe⸗ rium (Zucht⸗ und Corrections⸗Anstalten) bemerkt General⸗Audi⸗ tor Vogel, daß er die von der hohen Regierung beabsichtigte Einrichtung der neueren Straf⸗Anstalt zu Bruchsal, wonach es moͤglich seyn werde, noch das eine oder das andere der in Bezie⸗ hung auf die Isolirung der Straͤflinge in Betracht kommenden Systeme dort einzufuͤhren, nur als einen weiteren sehr dankens⸗ werthen Beweis der Sorgfalt und Vorsicht unserer Regierun betrachten koͤnne. Bekanntlich seyen die Akten der Wissenschaft und der Erfahrung uͤber diese hochwichtige Frage noch keinesweges geschlossen; er habe die Absicht nicht, und es werde ihm auch nicht zustehen, hier in eine ausfuͤhrlichere Eroͤrterung einzugehen, er wolle nur in Bezug auf einen Gesichtspunkt, naͤmlich das mit der Strafe in Verbindung gesetzte gaͤnzliche Stillschweigen der Straͤflinge, an die in einer der juͤngsten Zeitschriften bekannt ge⸗ machte Beobachtung erinnern, wonach in der Ponitentiar-⸗Anstalt in London, in welcher das System des gäͤnzlichen Stillschweigens eingefuͤhrt, und worin im Durchschnitt 360 Strafgefangene seyen, in den letzten 3 ½ Jahren 17 Personen wegen Wahnsinns nach Bedlam gebracht worden, waͤhrend aus den anderen Londoner Ge⸗ faͤngnissen, worin das System des Stillschweigens nicht angenom⸗ men sey, und in welchen gegen 1500 Gefangene sich befaͤnden, in. der naͤmlichen Zeit nicht Einer wahnsinnig geworden sey. Es gehe immerhin so viel aus dieser Beobachtung hervor, daß der Gesichtspunkt des gaͤnzlichen Stillschweigens in die sorgfaͤltigste Erwaͤgung zu ziehen und die Erfahrungen in den verschiedenen Straf⸗Anstalten, wo dasselbe eingefuͤhrt, genauer Beruͤcksichtigung zu wuͤrdigen seyen. Praͤlat Huͤffell sieht in der juͤngsthin er⸗ folgten — zwar sehr dankenswerthen — Anstellung eigener Geist- lichen in den Straf-Anstalten seine Wuͤnsche in dieser Beziehung doch noch nicht ganz erfuͤllt, indem diese Geistlichen ihm noch nicht diejenige Stellung einzunehmen scheinen, welche zu ihrem wahr⸗ haft gedeihlichen Wirken nothwendig sey; die moralische Besserung der Straͤflinge muͤsse als das hoͤchste Ziel der Straf⸗Anstalten be⸗ trachtet werden, nicht aber so nebenbei bloß des Scheines wegen im zweiten und dritten Range stehen. Es muͤsse daher auch mehr geschehen, als bisher geschehen ist; es muͤßte insbesondere eine taͤg⸗ liche religibse Einwirkung stattfinden und dazu Morgen⸗ und Abend⸗ Andachten kommen. Mit bloßen Predigten und Catechisationen am Sonntage sey nicht geholfen. So wenig er ein Freund von Unordnung und Ueberschreitung der durch die dienstlichen Ver⸗ haͤltnisse nothwendig bedingten Graͤnzen der Wirksamkeit des einen und anderen Beamten sey, so dringend muͤsse er auf der anderen Seite wuͤnschen, daß die Stellung der Geistlichen zu den Direk⸗ toren moͤglichst unabhaͤngig gemacht und namentlich jede Einwir⸗ kung der Letzteren auf das, was zum eigentlichen Dienst der Er⸗ steren gehoͤre, vermieden werden moͤge.
F Altona, 11. Aug. Das Saͤngerfest ist nun voruͤber und hat einen bleibenden Eindruck in den Gemuͤthern aller Theil⸗ nehmer hinterlassen. Bereits am fruͤhen Morgen herrschte eine festliche Bewegung in allen Straßen, die sich steigerte und zu einem Festzuge anwuchs, der sich in die ausgedehnten Raͤume der evan⸗ gelischen Haupt⸗Kirche begab, wo eine Auffuͤhrung geistlicher Ge⸗ sangs⸗Compositionen stattfand. — Nach Beendigung desselben ver— fuͤgten sich saͤmmtliche Theilnehmer zu einem Fruͤhstuͤck nach der Tonhalle, von wo aus man sich im festlichen Zuge, unter Vortra⸗ gung der Fahnen saͤmmtlicher Liedertafeln, nach dem Hafen begab. Hier warteten drei mit Blumengewinden und den Flaggen aller Nationen geschmuͤckte Dampfboͤte, und unter Pauken⸗ und Trom⸗ petenschall, dem ununterbrochenen Zuruf des Volkes und dem Donner der Kanonen fuhr man nach RNienstaͤdten bis zum Gar⸗ ten des Etatsraths Baur. Das Ufer bis dahin war mit Men⸗ schen besaͤet, uͤberall wehten Flaggen und erscholl Musik. In dem genannten Garten selbst wurden Lieder von Spohr, Kreutzer, Reichardt, Mendelssohn Bartholdy, F. Schneider, Kuͤcken u. s. w. gesungen. Auf dem Ruͤckwege gesellten sich den Festschiffen noch die Dampfboͤte von Horst, Helgoland und Harburg zu, und die außerdem mit Schaluppen und Jollen bedeckte Elbe gewaͤhrte einen herrlichen Anblick. Bei dem Festmahle im Schauspielhause, zu welchem sich ungefaͤhr 600 Theilnehmer eingefunden hatten, herrschte die heiterste Stimmung, Gesaͤnge wechselten mit Reden und Toasten ab, von denen besonders der auf den Grafen Bluͤcher und auf die Stadt Altona mit Enthusiasmus aufgenommen wurden. Ein glaͤnzender Ball in demselben Lokale beschloß die Festlichkeiten des Tages. — Einer Einladung der Gluͤckstaͤdter Liedertafel zufolge, wird das naͤchste Saͤngerfest muthmaßlich daselbst stattsind
Hesterreich.
Agram, 1. Aug. (Agr. pol. Zt 9.) In der Angelegen⸗ heit der gemischten Ehen wurde von den Staͤnden des Koloscher Komitats in Siebenbuͤrgen beschlossen, dem Koͤnige eine Re⸗ praͤsentation vorzulegen und dieselbe allen uͤbrigen Jurisdictionen mitzutheilen. Diese Repraͤsentation enthaͤlt, mit Berufung auf die vaterlaͤndischen Gesetze, eine umstaͤndliche Darstellung der Nach⸗ theile, welche durch die von der Roͤmisch⸗katholischen Geistlichkeit neuerlich eingefuͤhrte Modalitaͤt bei Trauung der gemischten Ehen fuͤr die oͤffentliche Ruhe und wechselseitige Duldung unter den ver— schiedenen Verhaͤltnissen, fuͤr die Harmonie und das haͤusliche Gluͤck der einzelnen Familien nothwendig entstehen muͤssen, mit der Bitte, daß der Koͤnig dieses Uebel abstellen moͤge, gleichwie auch die Staͤnde ihrerseits auf die Beobachtung der in Religions⸗Ange⸗ legenheiten bestehenden Landesgesetze streng achten werden.
Die Agramer politische Zeitung berichtet, daß am 18. Juli in Raab das Thermometer im Schatten die Hoͤhe von + 315 R. erreichte und selbst bis 10 Uhr Abends nur auf +† 24° R. her⸗ absank, wodurch sowohl Wein⸗ als Gemuͤse⸗Gaͤrten bedeutenden Schaden erlitten. In Arad soll es gar die unerhoͤrte Hoͤhe von + 36° R. in der Sonne (im Schatten + 32° R.) erreicht ha⸗ ben, welche Hitze von einem gluͤhenden Winde begleitet worden sey. In Temeswar schwankte der Waͤrmemesser mehrere Tage zwischen † 29 ° und + 31° der Reaumurschen Eintheilung. Nach den an der Wiener Sternwarte stattgehabten Beobachtungen war der Thermometerstand am 18. Juli + 30 ,8, welche Hoͤhe er in die⸗ sem Jahrhunderte noch nie erreicht5t. it
611*“ Luzern, 4. Aug. (Schweizer Bl.) Die Wiedereinsetzung des Pfarrers Huber in die Pfarrei Uffikon, aus welcher ihn die vorige Regierung auf gewaltsame Weise vor sieben Jahren ent⸗ fernt hatte, fand Sonntags den 25. Juli zur großen Freude der ganzen Bevoͤlkerung von ÜUffikon statt. Ein Trupp Reiter in ro⸗ ther Uniform aus der Pfarrei war dem ankommenden Seelsorger bis Sursee entgegen geritten und hatte die Wagen des Ankom⸗ menden und seiner Begleitung in die Mitte genommen. Das Volk stroͤmte in ungeheurer Menge herbei. Mit Kreuz und Fahne zog die Pfarr⸗Gemeinde ihrem Hirten entgegen, vier weiß⸗ ekleidete Maͤdchen trugen dem Pfarrer einen Kranz entgegen, die uͤbrigen Maͤdchen waren mit Kraͤnzen geschmuͤckt; ein Triumph⸗ bogen uͤberwoͤlbte den Altar, von welchem der Pfarr⸗ Verweser Schmidlin dem Herrn Pfarrer die Kirchenkleider darreichte. Un⸗ ter Musik und Gesang, unter Glocken⸗Gelaͤute und ununterbro⸗ chenen Bollerschuͤssen ging von da die Prozession in die Kirche, wo die Regierungs⸗Raͤthe Eutich und Kopp, Dekan Meyer und Pfarrer Huber Reden hielten.
Prozeß Laffarge. Diamanten⸗Diebstahl.
Tulle, 5. Aug. (Schluß der gestern abgebrochenen Sitzung.)
Herr Allard, Chef der Pariser Sicherheits⸗Polizei, sagte in folgender Weise aus: Ich glaube zuvoͤrderst von den Viebükablen sprechen zu muͤssen, welche nach einander bei Madame Garat im Hotel der Bank stattfanden. Man hatte dieser Dame schon vieler⸗ lei Gegenstaͤnde und zuletzt eine Banknote von 500 Fr. entwendet. Ich begab mich zu ihr, untersuchte sorgfaͤltig das Zimmer und ward uͤberzeugt, daß der Diebstahl von einem Hausbewohner begangen sey. Die Dienstboten wurden beaufsichtigt, und ich ermittelte nichts, was meinen Verdacht rechtfertigen konnte. Ein Jahr darauf ließ der Polizei⸗Praͤfekt mich wissen, daß ein bedeutender Diamanten⸗ Diebstahl bei Herrn von Léotaud begangen worden sey, und trug mir auf, die Thaͤter zu ermitteln. Herr von Léotaud kam personlich mit Herrn von Nicolai zu mir und gab mir weitere Aufschluͤsse. Er sagte mir, daß sie uͤberzeugt waͤren, der Diebstahl sey von einem Bewohner des Schlosses begangen worden. Man haͤtte anfaͤnglich die Dienstboten in Verdacht gehabt, sey aber von dieser Idee abgekom⸗ men. Zuletzt sagte mir Herr von Léotaud, daß man Mlle. Cagppelle in Verdacht habe, weil schon in mehreren Haͤusern, wo sie sich auf⸗ gehalten hatte, mehr oder minder werthvolle Dinge entwendet worden waͤren. Ich bemerkte ihm, wie unmoͤglich es mir seyn wuͤrde, jenes junge Mädchen zu beaufsichtigen, da sie so weit von Paris entfernt waͤre. „Sie ist hier“, erwiederte Herr von Léotaud. — „Wo da?“ — „In der Bank, bei ihrer Tante, der Madame Garat.“ — „In der Bank!“ rief ich aus; „das ist ein seltsames Zusammen⸗ treffen!“ Ich forderte nun den Herrn von Léotaud auf, die Sache gerichtlich anhaͤngig zu machen, wozu er aber nicht geneigt war. Er wolle, sagte er, die Sache nicht weiter verfolgen, da seine Familie mit der Madame Garat in so freundschaftlichen Verhaͤltnissen stehe. Ich hoͤrte dann nichts weiter von dieser Sache bis zum 30. Januar, wo Herr von Léotaud zu mir kam und mir sagte: „Sehen Sie, der Verdacht, den wir gegen Ma⸗ rie Cappelle hegten, rechtfertigt sich, sie ist verhaftet und angeklga worden, ihren Gatten, den Herrn Laffarge, vergiftet zu haben. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß die Diamanten in ihrem Besitz sind, und daß, wenn man Glandier durchsuchte, man meine Diamanten finden wuͤrde.“ — Auf meinen Bericht an den Polizei⸗Praͤfekten ward die Durchsuchung angeordnet, deren Resultat Sie kennen.
Herr Odilon Barrot: Bemerkten Sie, als Sie das Zim⸗ mer der Madame Garat untersuchten, eine junge Person bei ihr?
Herr Allard: Als ich in das Zimmer trat, bemerkte ich drei Damen; die eine fiel mir durch ihre Blaͤsse und durch ihr schwarzes Haar auf. Als ich der Madame Garat sagte, daß einer der Dienst⸗ boten ein Gesicht habe, dem ich nicht recht traute, laͤchelte jene junge Dame.
Herr Odilon Barrot: Haben Sie spaͤter Marie Cappelle als jene junge Dame erkannt?
Herr Allard: Ich glaube es; aber ich kann es nicht mit Be⸗ stimmtheit versichern.
— Sitzung vom 6. August. gesetzt.
Herr Poutier, Regiments⸗Arzt in der Afrikanischen Armee, Onkel des verstorbenen Laffarge, sagt aus: Als ich mich in Algier befand, ging ich eines Tages, zur Zeit als die Debatten in Brives stattfanden, mit mehreren Offtzieren spazieren. Es schloß sich uns ein Administrations⸗Offizier an, und als ich ihn Clavet nennen hoͤrte, fragte ich ihn, ob er derselbe sey, dessen in dem Laffargeschen Prozesse gedacht wuͤrde? Er verneinte dies, sagte aber, daß er jenen Herrn Clavet kenne. Es ward mir, fuͤgte er hinzu, eines Tages ein Kistchen, als von der Graͤfin von Léotaud kommend, uͤbergeben, und da ich diese Dame nicht kannte, so brachte ich es dem andern Herrn Clavet, der sich damals in Algier befand. Als ich es ihm gab, sagte er: „Ich erwartete dies Kistchen, es koͤmmt von der Graͤfin von Léotaud.“ Er fuͤgte hinzu, ohne daß ich danach fragte, daß es Farben enthielte. — Als ich mich spaͤter in Oran befand, traf ich mit Herrn Dany, Chirurgien⸗Mazjor des 1sten Linien⸗Re⸗ gimentes, zusammen. Man sprach von Clavet und von dem ge⸗ heimnißvollen Umstande mit dem Kistchen. Herr Dany erzaͤhlte, daß jenes Kistchen von Toulon aus an ihn adressirt gewesen waͤre, und daß er es dem kleinen Clavet, so nannte er den Admi⸗ nistrations⸗Offizier, uͤbergeben haͤtte. Ich machte dem Herrn Dany bemerklich, wie seltsam es sey, daß Frau von Leotaud in Brives erklaͤrt habe, daß sie seit 1836 nicht von Clavet haͤtte sprechen hoͤ⸗ ren und in keinerlei Verbindung mit ihm gestanden haͤtte. Es sey⸗ dies, fuͤgte ich hinzu, ein Widerspruch bei Gelegenheit eines sehr wichtigen Umstandes; und da er behaupte, jenes Kistchen zuerst empfangen zu haben, so hielte ich es fuͤr meine Pflicht, dem Ver⸗ theidiger der Madame Laffarge davon Anzeige zu machen, falls er sich dem nicht foͤrmlich widersetze. „Ich widersetze mich dem nicht allein nicht“, erwiderte Herr Dany, „sondern ich ermaͤchtige Sie ausdruͤcklich dazu.“ — Auf mein Ersuchen setzte er seine Erklaͤrung schriftlich auf, und ich uͤbersandte dieselbe dem Vertheidiger der Madame Laffarge.
Herr Coralli: Kann der Zeuge uns vielleicht sagen, ob auf dem Kistchen der Name des Absenders stand? 8
Herr Poutier: Dieselbe Frage richtete ich an Herrn Dany. Er erwiederte mir, daß die Adresse einfach gelautet habe: An Herrn Dany, zur Uebersendung an Herrn Clavet. Herr Dany wußte in⸗ deß oder vermuthete, daß das Kistchen von einer Dame abgesandt worden war; denn er sagte mir: „Es scheint, daß Herr Clavet in Verbindung mit Pariser Graͤfinnen steht.“
Herr Coralli: Hat der Zeuge mit Herrn Descroizilles oder mit Herrn Perrin in Beruͤhrung gestanden;
Herr Poutier: Mit Herrn Descroizilles, nein; aber in Oran traf ich mit Herrn Perrin zusammen. Man sprach von dem Kist⸗ chen, und Herr Perrin sagte, daß Herr Majoral, Rath am Koͤnigl. Gerichtshofe in Algier, ihm mitgetheilt habe, daß Herr Descroizilles wuͤßte und der Justiz sagen koͤnnte, von wem das Kistchen kaͤme, Frau von Larochefoucauld, oder Frau von Lcgotaud haͤtte dasselbe dem Herrn Clavet zugesandt; wenn es die erstere waͤre⸗ T. 8 das Kist⸗ Hen fuͤr ihren Sohn bestimmt, der sich damals in Algier befand.
Das Zeugen⸗Verhoͤr wird fort⸗