gen wurden.
en aczug nach Nayos sicherte. Geschehene wurde gleich an die Spitze dieses Friedens⸗Vertrages gestellt. Ferner mußte Sanuto die sieben noch von ihm be⸗ setzten Kastelle an eben so viel Kastellane von der Partei des Herzogs uͤbergeben, deren Wahl, aus besonderer Gunst, ihm selbst uͤberlassen blieb, unter der Bedingung jedoch, daß er bis zur voͤlligen Raͤumung derselben Geißeln stellte.
Herzog
2000 Maß Gerste bewilligt.
Grriechen, und mit der Erlaubniß, je ein Pferd in voller Ruͤstung mitzunehmen. Jedes der von Sanuto auszuliefernden Kastelle muß. noch besonders mit vier Gefangenen und dreihundert Perpern verguͤtet werden. Dagegen ist Sanuto und allen seinen Leuten der Zutritt zur Insel fuͤr die Zukunft gaͤnzlich untersagt, ausge⸗ nommen wenn der Doge von Venedig dieses Verbot aus besonde⸗ ren Gruͤnden aufzuheben fuͤr gut findet.
Dieses waren die Haupt⸗Bestimmungen des Friedens, welcher der Fehde mit Marco Sanuto, kurz vor der Ruͤckkehr des Her⸗ zogs Jacopo Thiepolo nach Venedig im Jahre 1216 ein Ziel setzte.
Unterdessen hatten aber auch die Genueser wieder ihre Frei⸗ beuter ausgeschickt, um bei der allgemeinen Verwirrung abermals einen Schlag gegen Kandia auszufuͤhren. Vielleicht nur etwas zu spaͤt hatte ein Genuesischer Graf, Alamanno mit Namen, zu Unfang des Jahres 1217 mit drei Galeeren im Hafen von Fraschia angelegt, um einen Raubzug ins Innere zu versuchen. Da jedoch um diese Zeit gerade ein kleines Venetianisches Geschwader, unter Marco Zorzano, von Konstantinopel zuruͤckkehrte und den Genue— ser vom Meere her blockiren konnte, waͤhrend der neue Herzog, Paolo Quirini, mit Truppen die Landseite deckte, so wurde er selbst mit zwei Galeeren und 300 Mann seiner Equipage leicht aufgehoben und gefesselt nach Venedig geschickt, von wo sie erst spaͤter gegen Schaden⸗Ersatz wieder in ihre Heimath entlassen wurden. 8
Gefaͤhrlicher, als diese planlosen Unternehmungen Gennesi⸗ scher Abentheurer waren jedenfalls die fortdauernden Unruhen im Innern, wo der Geist des Aufruhrs durch die fuͤngsten Ereignisse nur neue Nahrung erhalten hatte. Leider unterließen die Venetia— nischen Herren selbst nichts, das Feuer, welches noch im Verbor— genen fortglimmte, immer wieder zur hochlodernden Flamme an⸗ zufachen. So gab z. B. schon im ersten Jahre des Herzogs Qui⸗ rini, 1217, eine gemeine Raͤuberei des Venetianischen Praͤfekten eines kleinen Ortes, Buon⸗Reparo, auf den Besitzungen der ein⸗ heimischen Archonten⸗Familie Scordillis das Zeichen zur aberma⸗ ligen Schild-Erhebung dieser maͤchtigen Familie und ihres weitver⸗ zweigten Anhanges. Man verlangte, wie billig, Schaden⸗Ersatz; und als dieser, obgleich gerichtlich von dem Herzoge selbst zuge— standen, von den Raͤubern nicht gewaͤhrt wurde, suchten die Be— leidigten ihr gutes Recht mit den Waffen in der Hand. Man fiel, in alter Weise, in die Venetianischen Weiler ein, zerstoͤrte sie, erschlug die Menschen und schleppte Vieh und bewegliches Eigen⸗ thum hinweg. Paolo Quirini schickte Truppen aus. Aber un⸗ vorsichtigerweise ließen sich diese in die Bergschluchten des Ida verleiten, wurden hier von den Aufruͤhrern uͤberfallen und zum
ce
groͤßten Theile sammt ihren Fuͤhrern niedergemacht. Was ent⸗ kam, brachte fliehend die Trauer⸗Botschaft von dieser Niederlage nach Kandien. v Aehnliche Metzeleien dauerten natuͤrlich auch in den naͤchsten V Jahren sort. An ernsten Widerstand von Seiten der Venetianer war nicht mehr zu denken. Denn der groͤßte Theil der im Jahre 1212 angesiedelten Ritter hatte bereits seinen Untergang gefunden. Man mußte sich auf die Vertheidigung einiger Staͤdte und be—⸗ festigter Burgen beschraͤnken. Das offene Land ward den Aufruͤh⸗ rern und der Verwilderung preisgegeben. In Venedig fand die⸗ ser Zustand natuͤrlich wenig Vertreter. Die Ehre der Republik er⸗ heischte neue Maßregeln zur Sicherheit der Insel. Auch hatten die noch uͤbrigen Lehnstraͤger laͤngst schon durch eine foͤmliche De⸗ putation an die Signorie um die Vermehrung der bereits vorhan⸗ denen zweihundert Ritterlehen gebeten, um endlich eine ehrfurcht— 89 Macht ins Feld stellen zu koͤnnen. Hierauf gestuͤtzt, eschloß der Doge und seine Raͤthe im Juni des Jahres 1222 die Absendung einer neuen Kolonie, welche in fuͤnf Faͤhnlein zer— theilt, 50 neue Ritterlehen in der Umgegend von Mylopotamo, Buon⸗Reparo, Kalamona, Apano⸗Sivrites und Kato⸗Sivrites Lefetzen sollten. Das Land ward diesen neuen Kolonisten gleich— fails auf alle Zeiten und im wesentlichen unter denselben Bedin⸗ gungen zugestanden, wie den Rittern, welche vor zehn Jahren zuerst die Insel betreten hatten. Auch wurde ihnen die Theil⸗ nahme an den zeveihundert Ritterlehen, deren ehemalige Besitzer bereits untergegangen waren, noch besonders zugesagt. Merkwuͤrdig ist die zweite Colonisation vorzuͤglich deshalb, weil zum erstenmale auch eingeborene Griechen mit hineingezo⸗ Wir erfahren dies durch eine Urkunde, vermoͤge welcher im Januar des folgenden Jahres 1223, im Namen des Dogen, von dem Herzoge Paolo Quirini zwei der angesehensten Archonten, welche mit der Familie Scordillis in Verbindung standen, den Bruͤdern Theodoro und Michalt Millesino, je ein Ritterlehen von denen zugestanden wurde, welche durch den Tod ihrer ersten Inhaber in der Abtheilung von Dorsoduro und San Paolo erledigt worden waren. Die Belehnung geschah auch fuͤr sie und ihre Erben auf alle Zeiten und unter aͤhnlichen Bedin⸗ gungen, wie die der Venetianischen Ritter. Nur mußten diese Griechen den dem Dogen von Venedig zu leistenden Eid der Treue noch durch eine besondere Urkunde bekraͤftigen, sich namen⸗ lich verpflichten, Alles, was von fremdem Gute, Menschen oder Vieh, sich noch auf den ihnen zugesprochenen Besitzungen befinde oder in Zukunft dort Zuflucht suchen wuͤrde, ohne welteres aus⸗ zuliefern, und zur Buͤrgschaft fuͤr die Erfuͤllung ihrer Verpflich⸗ ungen einen ihrer naͤchsten Anverwandten mit Frau und Kindern, so 982 98. eigene Schwester als Geißeln in die Haͤnde des Her⸗ V oc efern. 266 Die Gruͤnde, warum man sich in Venedig zu diesem Schritte verstand, liegen auf der Hand. Es war ein Schritt der Noth⸗ wendigkeit und der Klugheit. Denn Theodoro und Michali Milesino waren dieselben Griechen, welche an der Spitze des lufstandes von 1217 gestanden hatten. Man sah in dieser Be⸗
lehnung das einzige zweckmaͤßige Mittel, sie fuͤr jetzt zu unter⸗
werfen, und sich ihrer Treue gegen die Republik fuͤr die Zukunft zu versichern. Wie sehr man sich jedoch wenigstens in der letz⸗ teren Beziehung getaͤuscht hatte, lehrt schon die Geschichte der naͤchsten Jahre. Denn weder die Ankunft der neuen Venetiani⸗
Gegenseitige Amnestie fuͤr alles
b Dagegen blieb es ihm freigestellt, von den noch in den Kastellen befindlichen Schlachtrossen mit Sattel und Ruͤstung so viel mit sich zu nehmen, als ihm gut duͤnkte. Fuͤr Schiffe zur Abfahrt hatte der zu sorgen. Auch mußte dieser dafuͤr stehen, daß Sanuto ein Loͤsegeld von zwei tausend fuͤnf hundert Perpern ausge⸗ zahlt wuͤrde, welches von den Griechen in den Distrikten erhoben werden sollte, welche Sanuto zuletzt besetzt gehabt hatte. Aus denselben Distrikten wurden ihm ferner 3000 Maß Korn und — d Zwanzig eingeborne Archonten er⸗ hielten durch denselben Vertrag die Freiheit mit Sanuto nach den Inseln des Archipels auszuwandern, und zwar nach vorherigem ungehinderten Verkaufe ihrer Guͤter nicht an Lateiner, aber an
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mochte den Groll auszutilgen, welcher Unter diesen Archonten⸗ Geschlechtern fortlebte. Noch waͤhrend die neuen Lehnsherren sich auf ihren Guͤtern heimisch zu machen suchten, ward im Stil⸗ len schon ein neuer Aufstand vorbereitet, dessen Seele Niemand anders war, als die Scordillis und Millesini.
Dieser Aufstand, welcher, nach einigen vorlaͤufigen Sympto⸗ men des allgemeinen Unmuths, im Jahre 1230 zum Ausbruche kam, nahm einen um so bedenklicheren Charakter an, weil die Rebellen auch außerhalb der Insel Verbindungen angeknuͤpft hatten, und namentlich den Kaiser von Trapezunt, Joannes Vatazes, zu bereden wußten, daß er sie mit einer Huͤlfs⸗Flotte von dreiund⸗ dreißig großen Schiffen unterstuͤtzte. Zum Lohne ward ihm, wie sich von selbst versteht, die Herrschaft der Insel zugesagt. Gio⸗ vanni Storlado, damals Herzog von Kandia, sah sich gaͤnzlich außer Stand, einer solchen Macht die Spitze zu bieten, und nahm, wie vor Zeiten Thiepolo, seine Zuflucht zu dem Beherrscher des Archipels, Marco Sanuto. Er erschien mit einem kleinen Geschwa⸗ der, aber eingedenk der Schmach, mit welcher er einst hatte die Insel raͤumen muͤssen. Vielleicht mehr noch aus Rache, als weil ihn, wie Dandulus meint, der Kaiserliche Flottenfuͤhrer bestochen hatte, verließ er seine Station bei dem in aller Eile aufgefuͤhrten Felsen⸗Schlosse Suda in demselben Augenblicke, als sich die Flotte des Kaisers in den Kretischen Gewaͤssern zeigte, und kehrte nach Navxos zuruͤck. Den Aufruͤhrern blieb hierauf freies Feld. Rethimo, Mylopotamo und Castel Novo fielen schnell nach einander in ihre Gewalt. Erst bei der Berennung von Castel Bonifacio fanden sie heftigen und entscheidenden Widerstand. Denn waͤhrend von innen der Kommandant, Cataldo Avonali, alle Angriffe mit Muth zuruͤckschlug, eilte Storlado mit seinen Truppen herbei und trieb die Belagerer von außen so in die Enge, daß selbst der Kaiser⸗ liche Flottenfuͤhrer ihre Sache fuͤr verloren hielt, und um ihr weiteres Schicksal unbekuͤmmert, die Kuͤsten von Kandien wieder verließ. Sein ganzes Geschwader ging kurz darauf bei einem Sturme an den Felsenufern vor Cerigo, bis auf drei Galeeren zu Grunde.
Dieser Schlag und die Standhaftigkeit des Herzogs bra— chen abermals den Muth der Rebellen. Der Kleinkrieg dauerte zwar auch unter den folgenden Herzoͤgen, Nikolo Tonisto und Bartholomeo Gradonico, noch fort, endigte aber zur Ehre und zum Vortheile der Republik mit der Wiedereinnahme saͤmmtli⸗ cher von jenen besetzt gewesener Orte. Dem schwer erkaͤmpften Siege glaubte Gradonico auch dieses Mal durch großmuͤthige Milde gegen die Besiegten wenigstens fuͤr die naͤchste Zukunft einige Dauer zu geben. Auf seine Vorstellung wurden den Ge⸗ bruͤdern Millesini ihre Lehenguͤter, welche gleich beim Ausbruche des Aufstandes zum Nutzen der Republik konfiszirt worden wa— ren, zuruͤckgegeben und aufs Neue bestaͤtiget.
Natuͤrlich blieb diese Milde ganz ohne Einfluß auf den Gang der Ereignisse in den uͤbrigen Theilen der Insel. Ein kleiner entschlossener Haufe Griechen hielt sich noch standhaft in der Bergfeste Settia und faßte, von Giovanni Ardizonio und Marko Molino hart bedraͤngt, in dem Augenblicke der Verzweiflung wie⸗ der Muth, als ein neues Huͤlfs⸗Geschwader des Kaisers Vata⸗ zes, 12 Schiffe stark, in den Hafen von Suda einlief. Sogleich hoben die Venetianer die Belagerung von Settia auf, und eil⸗ ten nach Kandia zuruͤck, um theils diese Stadt zu decken, theils die Feinde im Hafen von Suda selbst anzugreifen. Ardizonio
uͤbernahm den Oberfehl des kleinen Geschwaders, welches in der
Eile zusammengebracht wurde. Die Schlacht im Hafen von Suda selbst war heiß und blutig, fuͤhrte aber auf keiner Seite zu entscheidendem Siege. Doch behauptete, wie es scheint, das Kaiserliche Geschwader, von dem Ufer aus durch Kretische Bo⸗ genschuͤtzen und Bauern, welche Steine nach den Venetianischen Schiffen schleuderten, unterstuͤtzt, im Ganzen die Oberhand. Ar⸗ dizonio selbst wurde schwer verwundet und mußte, nachdem das Gefecht vom Morgen bis zur Mittagszeit gedauert hatte, den Ruͤckzug antreten. Gleichwohl mochte das Griechische Geschwader, stark beschaͤdiget und ohne Mittel, seine Verluste schnell zu ersetzen, sich nicht den Gefahren eines zweiten Angriffes blosstellen, wel⸗ cher am Morgen des folgenden Tages stattsinden sollte. Denn da die Venetianer, vielleicht absichtlich, den Ausgang des Hafens frei gelassen hatten, so nahmen die Trapezuntiner den Augenblick wahr und entfernten sich in aller Stille unter dem Dunkel der naͤchsten Nacht.
Dieser letzte mißlungene Versuch des Kaisers von Trapezunt, die Griechen auf Kandia von dem Joche der Venetianer zu be— freien, welcher mit der meisten Wahrscheinlichkeit in den Spaͤt⸗ sommer des Jahres 1234 gesetzt wird, kann in vieler Beziehung als eine Epoche in der trostlosen Geschichte der Herrschaft der Republik Venedig auf Kandia betrachtet werden. Denn in je⸗ dem Falle hatten die Kandioten ihre Hoffnungen weit mehr auf diese Huͤlfe, als auf ihre eigenen Kraͤfte und Mittel gesetzt. Der ewige planlose Parteikrieg, dem es, bei der Schwlierigkeit des Terrains und der Verschiedenheit der Interessen, an einer ge⸗ schickten Leitung, einer durchgreifenden Organisation, mit einem Worte, an Einheit fehlte, konnte ein erwuͤnschtes Resultat nicht geben. Ein solches mußte ein entscheidender Schlag herbeifuͤhren, welcher die Macht Venedigs mit einem Male gebrochen haͤtte. Ungluͤcklicherweise taͤuschte man sich uͤber die Mittel des hinfaͤlli⸗ gan Kaiserthrons zu Trapezunt, von dem dieser Schlag ausgehen ollte.
Verichtigung. In der Beilage zum gestrigen Blatte der St. Ztg., S. 1007, Sp. 3, Z. 32 v. u. ist zu lesen: Archiv⸗ Tachrichten, statt: „Archiv⸗Nachschriften“ und 8. 86 w. EEEEEEE1“
*.
““
n 17. August 1841.
r. Cour. 8 8 Brief. Geld. Brief. Actien. Brl. Pots. Eisenb. 125 ½ do. do. Prior. Acet. 4⸗2 — Mgd Lpz. Eisenb. 1 10 ¼
St. Schuld - Sch. s⸗ 104 2 103 Pr. Engl. Obl. 30. 101 101* Präm. Sch. der Seehandlung. 80 ½ — Kurm. Schuldv. 3 ½ 103 102 ½ Berl. Stadt- Obl. 103 ⅔ 103 ½ Elluinger do. 3 ½ 100 — do. do. Prior. Act. 102 ½ Danz. do. in Th. 48 — Düss. Elb. Eisenb. 94 5 Westp. Pfandbr. 3 ½ 102 do. do. Prior. Acet. 5 103 ½ Grossh. Pos. do. 106 — Rhein. Eisenb. 98³⁷ es Pfandbr. 32 — 102 ¼ Gold al marco 8 211 Sekl es ehs 8 e. 4 101 Andre Goldmün- 8 2 zen à 5 Th.
do. do. Prior. Act. — Berl. Anbh. Eisenb. 104 2
schen Kolonisten, noch die scheinbare Großmuth des Senats ver⸗
Pr. Cour. b Wechsel-Co u T . 8 Thlr. zu 30 Sgr. “ 1 Brief. Geld.
Amsterdam 25 1. Lur. 138¾ do. .. 5 -l. 137 ¾
Hamburg . . Mk. Lurz 148 ¼ do.
London .
Wien in 20 Xr.
Augsburg
Breslau.
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. Frankfurt a. M. WZ
Petersburg
Auswärtige Börsen.
Amsterda m, 13. Aug. Niederl. wirkl. Schuld 51¹8½. 5⁰ Jo. 101 Kanz. Bill. 25 ¾. 5⁰ Span. I8 8. Passive. 5. Ausg. —. Zinsl. 8 3 Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 104 17.
Antwerpen, 12. Aug. Zinsl. —. Neue Aul. 18 ½.
8 Earis, 12. Aus. 5 ½ Reute ün ders 116. 50. 3 ½6 Rente fin cour. 88 g5 5 % Neapl. fin cour. 104. 15. 5% Span. Rente 20 ½. Passive 4 ½. 0 ort. —. 8 Wien, 12. Aug. 5 —.
Preuss,
5% na*t. 105 ., 4 ½ 97ÿ½ 3 ½ —. 2 ½ 9 — nank-- Actien 1575. Aul. 4e 1831 131. 4. 1839 101 ½.
*
Dauer der Eisenbahnkahrten am 16. August 1841.
4A b gang 8 1 eIn aic Zeitdauer Abgang von
““ 11 Potsdam.
Zeitdauer
St.] M. 8 Uhr Morgens... 45 Um 6 ¾ Uhr Morgens... 42 11 Vormittags. 40 9 2 - Vormittags . 40 2 Nachmittags 45 12 2 - Nachmittags 40 Nachmittags 40 8 42 — Nachmittags 40 Abends.... 42 8 8 - Abends .. 40 Abends.. 53 8Ee 54
In der Woche vom 10 bis incl. 16 Aug. c. si ¹ che bis 106. Aug. c. sind auf der B lin⸗Potsdamer Eisenbahn gefahren: ““ ¹) Zwischen Berlin und Potsdam 2) Zwischen Berlin und Steglitz Zusammen. .
13,579 Personen.
4,202
17,781 Personen.
Dauer der Fahrten auk der Verlin- Anhaltischen Eisenbahn
vom d. bis n cl. 7 August c.
1) Zwischen Berlin und Jüterbogk: kürzeste Dauer I Stunde 49 Minuten 1 ingste 8— 2 18 — “ mittlere - 2 — 1 2) Zwischen Jüterbogk und Berlin: kürzeste Dauer 1 Stunde 46 Minuten längste 2 — — 1 5: 2
Meteorologische Beobachtungen.
1841. Morgens 16. August.
Nach einmaliger
10 Uhr. Beobachtung.
Nachmittags V
1 Abends 6 Uhr. 2 Uhr. 1
Ne . 1 “ 336,1 3 Par. 336,02 8 Par. Quellwärme 8,3“ . Luftwärme... 3,90 R. + 18,40 K. 4 13,8 1 Flusswärme 14 9⁰0 R 1“ 8 n 10,9 1m1 Bodenwärme 15 22 n 85 ig 2. 2 1 „ 8 Duustsättigung 80 pCt. Ausdünstung 0,039 Hh. 8 — . Regsen. Niederseblag 0,101 R h 8 . W. W Wäarmewecbsel 9 19,0° VW olkenzug. 8 W “ 12 00⁰ 8 + 12,00.
Tagesmi 21. 335,75“ 15 Tagesmittel: 335,75“ Par. + 15, ° n.. † 10,8 H. 72 pet. r.
regnig.
.
1 Königliche Schauspiele. Mittwoch, 18. Aug. Im Schauspielhause. Zum ersten⸗ male: Die Kadetten, Lustspiel in 3 Abth., von A. P. Hierauf: Der Ehestifter, Lustspiel in 1 Akt, frei nach Goldoni “ 8 88* Miksch. Und: Drei Genre⸗Buüͤder, Scenen nit von J. R. E1““ 8 Dilder, cenen in Spanischer Franzoͤsischer und Deutscher Sprache, von L. Schneider. Die Musik ist komponirt und arrangirt von dem Koͤnigl Kaͤmmer⸗ musikus Barnewitz. Tanz vom Koͤnigl. Balletmeister Hoöguet. 49 Der Spanische Contrebandier und seine Geliebte; 2) der Py⸗ renaͤische Gebirgs⸗Saͤnger und die Bearnerin; und 3) Hans und Grete, ausgefuͤhrt in Dialog, Gesang und Tanz von Hrn Schneider und Dlle. Polin. Der Text der Spanischen und — 8 —. : — 9 2
Franzoͤsischen Scenen in Deutscher Uebersetzung wird an der Kontrolle ausgegeben.
Donnerstag, 19. Aug. Im Opernhause: Die Jungfrau von Orleans, romantische Tragodie in 5 Abth., von Schiller.
Königsstädtisches Theater.
Mittwoch, 18. Aug. (Italienische Opern⸗Vorstellung) Zum erstenmale wiederholt: La Prova di un' Opera seria. (Die Opern⸗ probe.) Opera buffa in 2 Atti. Musica del Maestro Fran- cesco Gnecco.
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orche er⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Vllce⸗ des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.
FTextbuͤcher, in Italienischer und Deutscher Sprache, sind im L 1u“*“ und Abends an der Kasse à 5 Sgr. zu haben. 3
Der Anfang der Italienischen Opern⸗Vorstellungen ist um halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr geöffnet.
Donnerstag, 19. Aug. Zum erstenmale wiederholt: Kritik und Antikritik. Lustspiel in 4 Akten, von Raupach. Vorher: Der gerade Weg der beste. Lustspiel in 1 Akt, von Kotzebue. (Herr Plock, vom Stadt⸗Theater zu Hamburg, im ersten Stuͤck: Elias Krumm, im zweiten: Loͤwenklau, als Gastrollen.)
Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 16. Auqust 1841.
Zu Lande: Weizen 2 Rthlr. 25 Sgr., auch 2 Rthlr. 20 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 15 Sgr., auch 1 Rthlr. 11 Sgr. 11 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf.; Hafer 27 Sgr. 6 Pf., auch 21 Sgr. 11 Pf.; Feösen 1 W 15 Sgr. — „ Zu Wasser: Weizen (weißer) 3 Rthlr. 10 Sgr., auch 3 Rt lr. 7 Sgr. 6 Pf. und 3 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; Roggen ¹ Ritich 20 8 auch 1 Rthlr. 18 Sgr. 9 Pf.; Hafer 27 Sgr. 6 Pf., auch 25 Sgr.
Sonnabend, den 14. August 1841. Das Schock Stroh 8 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf., auch 7 Rthlr. 15 Sgr. Der Centner Heu 1 Rthlr. 7 Sgr. 6 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. Beilage
x Pa Aug. Der Koͤnigliche Gerichtshof von An⸗ gers hat aus freien Stuͤcken die Untersuchung gegen Herrn Ledru⸗ Rollin wegen seiner vor den Waͤhlern von Mans gehaltenen Rede beschlossen und bereits eroͤffnet. Dies Ereigniß hat der Re⸗ gierung außerordentlich genuͤtzt. Denn da es bekannt ist, daß die Untersuchung ohne alle Einwirkung des Kabinets beschlossen wurde, so findet man den Fall einzig in den Annalen der ganzen neueren Geschichte von Frankreich, daß ein Gerichtshof von selbst vortritt und den Ministern einen politischen Prozeß mit seiner ganzen Ge⸗ haͤssigkeit abnimmt und ihnen dabei mit jenem Ansehen und jener Achtung zu Huͤlfe kommt, welche in Frankreich die Magistratur uͤberall genießt. 1 18 “ Man behauptet, daß die Ereignisse von Toulouse auf den Entschluß des Gerichtshofes von Angers eingewirkt haben, da sie von neuem bestaͤtigten, wie geneigt noch ein großer Theil des Volkes ist, bei einer Unzufriedenheit mit den Maßregeln der Re⸗ gierung, sich nicht um Abhuͤlfe an die bestehenden Gewalten, an
beilage zur Allgemeinen
die Kammern, zu wenden, sondern gleich zu den Waffen zu greifen. Da nun Herr Ledru⸗Rollin in seiner Rede hauptsaͤchlich die Au⸗ toritaͤt der Staatsgewalten, von der er selbst einen Theil zu bil⸗ den bestimmt ist, herabzusetzen sucht, so mußte der jetzigen Regie⸗
rung die freiwillig ihr entgegen kommende Bewegung des Ge⸗ richtshofes von Angers sehr erwuͤnscht seyn. 3
Die Behauptungen von der Existenz eines Handels⸗Vereins zwischen Belgien und Frankreich sind als unbegruͤndet bereits an⸗ gegeben worden, was die Franzoͤsische Presse auch jetzt einzusehen anfaͤngt. Ein Oppositions⸗Journal geht darin so weit, zu behaup⸗ ten, daß die Belgische Presse in dieser Beziehung gar nicht der Ausdruck des Landes waͤre. Die Ernennung des Herrn Smits, bisherigen Direk⸗ tors der Belgischen Bank, zum Finanz⸗Minister hat alle diese Geruͤchte auf das bestimmteste widerlegt; denn er war es gerade, den man seit mehreren Monaten jeden Augenblick mit der angeblichen Mis⸗ sion fuͤr diesen Handels⸗Verein nach Paris hat abreisen lassen. Eben so ungegruͤndet ist, was der Temps uͤber eine angeb⸗ liche Schilderhebung zu Gunsten der Koͤnigin Christine von Spanien verbreitet, obgleich es allerdings wahr ist, daß die Koͤni⸗ gin in diesem Lande noch einen bedeutenderen Anhang hat, als man hat darstellen wollen, und ihre Protestation nicht wirkungs⸗ los geblieben ist.
Auch die Motive, die man den neuesten Bewegungen der Fran⸗ zoͤsischen Flotte hat unterschieben wollen, so unter Anderem die An⸗ kunft der Nachricht von dem bereits erfolgten Tode des Sultans, sind ganz und gar erfunden. Die Erscheinung der Escadre des Admirals Hugon auf der Rhede von Algier ist nur eine jener Evolutionen, die zur Uebung der Marine und zur Beschaͤftigung der Flotte vorgenommen werden muͤssen.
In Bezug auf den angeblichen Streit den die Regierung mit der gesammten Munizipal⸗-Gewalt wegen der Steuer⸗Revi⸗ sion hat, kommen ihr auch wieder viele Staͤdte freiwillig zu Huͤlfe. Macon, wo der Einfluß des Herrn von Lamartine so guͤnstig fuͤr die Regierung gewirkt hat, ging mit gutem Beispiele voran. Besonders wichtig ist in dieser Beziehung das Votum von Bordeaux, wo gerade das Journal le Mémorial Bor⸗ delais der Revision am meisten den Krieg erklaͤrt hat, woraus sich
von neuem ergiebt, wie selbst die Departemental⸗Presse jetzt oft in Widerstreit mit der wahren oͤffentlichen Meinung ist. Bekannt⸗ lich ist auch die Stadt Chartres dem Beispiele von Macon, Bor— deaux und Mans gefolgt.
Großbritanien und Irland.
London, 11. Aug. Das Bestreben einer Partei in den Spani⸗ schen Cortes, die Bill uͤber den Verkauf der Inseln Fernando Po und Annobon an England zu hintertreiben, veranlaßt die Mornin gChro⸗ nicle zu folgenden Bemerkungen; „Jene antiliberale und anti⸗Eng⸗ lische Partei weiß recht wohl, daß England den Erwerb jener In⸗ seln nicht aus politischen Gruͤnden erstrebt, weder um seine Macht zu vergroͤßern, noch um dadurch seinen Handels⸗Reichthum zu vergroͤßern, sondern daß vielmehr unsere Niederlassung daselbst England Kosten verursachen und nur der Menschheit zu gut kom⸗ men wuͤrde. Aber die Franzosen und die Spanischen Afrancesa⸗ dos sind darum nicht minder entschlossen, den Spanischen Natio⸗ nalstolz wider England und wider die Abtretung jener Inseln auf⸗ zureizen. Die von der zu Llanos bestehenden Gesellschaft gegen den Schleichhandel als Fuͤhrer ihrer Barken aufgestellten Indi⸗ viduen unterstuͤtzen dieses Geschrei vortrefflich dadurch, daß sie bis innerhalb der Britischen Graͤnzen in den Gewaͤssern von Gibral⸗ tar vorgehen und sich dann von den Englaͤndern wegnehmen las⸗ sen. Der Zweck dieser Moderados-Gesellschaft ist bloß, einen anti⸗ Englischen Laͤrm zu verursachen und dadurch ihren Kontrakt. zu verlaͤngern, den sie gern als mit der Ehre Spaniens verknuͤpft darstellen moͤchte. Die Regierung hat nun beschlossen, die jetzigen Befehlshaber jener Barken durch Offtziere der Spanischen Flotte zu ersetzen. Waͤre dies immer der Fall gewesen, so wuͤrden wir jene Kollisionsfaͤlle nicht zu beklagen gehabt haben.“
In der Themsestraße brach am Sonnabend fruͤh in den gro⸗ ßen Magazinen des Kornhaͤndler Smith Feuer aus, und obgleich es bereits nach 2 ½ Stunden geloͤscht war, belief sich doch der Schaden an Gebaͤuden und Vorraͤthen auf 20,000 Pf. St. Mehrere Tausend Quarter Gerste und Hafer, 1300 Quarter Bohnen und große Quantitaͤten anderer Gattung wurden ein Raub der Flammen.
Admiral Sir William Parker und Sir Henry Pottinger sind am 29. Juni auf der Reise nach China zu Aden eingetrof⸗ fen. Sie reisten an demselben Tage weiter und gedachten zu Anfang d. M. in China anzulangen. Gleich nach ihrer Ankunft wollten sie, wie es heißt, ein Ultimatum an den Kaiser erlassen und im Fall ferneren Widerstandes mit der gesammten Land⸗ und Seemacht gegen Peking aufbrechen.
Die Tory⸗Blaͤtter greifen die Verwaltung Lord Auckland's in Ostindien sehr heftig an und meinen, daß die Eroberung Af⸗ ghanistans fuͤr Englands Ostindische Besitzungen die traurigsten Folgen haben koͤnne. Die Ostindische Compagnie hat sich dadurch eine Schuldenlast von 9 Mill. Pfd. aufgeladen, und der Schach Sudschah laͤßt sich nicht anders auf dem Throne erhalten, als durch eine jaͤhrliche Ausgabe von 2 bis 3 Mill. Pfd. Dabei wirft man dem Britischen Agenten am Hofe zu Kabul, Herrn Bell, und seinem Gehuͤlfen Muhammed Schurref die aͤrgsten Grausamkeiten vor. Die Stadt Kudschuk, die nicht im Stande gewesen war, ihre Steuern zu zahlen, soll auf ihren Befehl dem Boden gleich gemacht und die Bevoͤlkerung in die Wuͤstenei ge⸗ trieben worden seyn. Unter diesen Umstaͤnden, sagen jene Blaͤt⸗ ter, haͤtte es Lord Palmerston lieber unterlassen sollen, das Be⸗ nehmen der Franzosen in Algier so scharf zu ruͤgen. Dieselben Baaͤtter stellen auch einen baldigen neuen Krieg mit den Birma⸗
Preußischen Staats⸗Zeitung 228.
nen in Aussicht, da die dortigen Behoͤrden drei Englische Offiziere haben uͤberfallen und ins Gefaͤngniß abfuͤhren lassen, auch auf das Verlangen ihrer Freilassung mit beleidigenden Worten geant⸗ wortet. “
In der Morning Post liest man: „Wie wir aus dem Anti⸗Slavery Reporter ersehen, hat ein Mann in Hamburg, angeblich der Konsul eines gewissen Koͤnigreichs, welches S klaven⸗ handel treibt, so eben eine Flottille von fuͤnf Schwedischen Schif⸗ fen an die Kuͤste von Afrika ausgesandt, um von einem Eiland an der Kuͤste, das ihm von seinem Souverain abgetreten seyn soll, Besitz zu ergreifen, in der That aber um den alten Men⸗ schenhandel fortzutreiben, in welchem jener Mann einer der Haupt⸗ Unternehmer ist. Wenn wir nicht irren, so ist es dasselbe Indi⸗ viduum, welchem das Hamburger und das Bremer Fahrzeug ge⸗ hoͤrten, die vor einiger Zeit von Britischen Kreuzern weggenom⸗ men und als Sklavenschiffe verurtheilt wurden. Der Mann soll Haͤuser in Hamburg, London, Lissabon und in mehreren Hafen⸗ plaͤtzen sowohl Afrika's als Brasiliens haben. Große Zuckersen⸗ dungen aus Bahia soll er regelmaͤßig mit Schwarzen bezahlen.“
Belgien.
Brüssel, 12. Aug. Der Moniteur publizirt heute den am 13. Juni d. J. in Kopenhagen abgeschlossenen Schifffahrts⸗ Vertrag zwischen den Koͤnigreichen Daͤnemark und Belgien. Der⸗ selbe beruht auf dem Prinzipe vollstaͤndiger Reciprozitaͤt.
Der Preis fuͤr die beste musikalische Composition, der im vo— rigen Jahre durch eine Koͤnigliche Verfuͤgung ausgesetzt wurde
und der in einem Jahrgehalte von 2500 Fr. auf vier Jahre be⸗ steht, mit der Bedingung, in Deutschland, Frankreich und Italien zu reisen, ist am 10ten d. M. dem Herrn Joseph Soubre aus Luͤttich ertheilt worden. b
8 —
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 10. Aug. Der bisherige Oesterreichische Ge⸗ V sandte am hiesigen Hofe, Graf Woyna, der in gleicher Eigen— schaft von hier nach St. Petersburg abreist, hatte am Sonntag eine Abschieds⸗Audienz bei Ihren Majestaͤten und stellte bei die— ser Gelegenheit den Kammerherrn Grafen Rechberg als Kaiser— lichen Geschaͤftstraͤger vor.
Dlle. Taglioni ist hier mit dem letzten Dampfboote uͤber
Madt erwartet worden, jedoch noch nicht hier eingetroffen.
Dänemark.
Kopenhagen, 11. Aug. (Alt. M.) Mit der Gesund⸗ heit Sr. Majestaͤt des Koͤnigs steht es, wie man hoͤrt, jetzt sehr gut, doch haben Ihre Majestaͤten noch immer Ihr freundliches Sorgenfrei nicht wieder bezogen. Am Freitage schon hoffte man, daß Se. Majestaͤt an der Tafel erscheinen wuͤrden, eine Erwar⸗ tung, die indeß diesesmal noch getaͤuscht ward.
Von Oehlenschlaͤger, dessen poetische Ader noch immer nicht versiegt ist, wird naͤchstens eine neue große Tragoͤdie erscheinen; sie behandelt die Geschichte des Corfitz Ulfeld und soll von denen, die schon Gelegenheit gehabt, sich mit ihr bekannt zu machen, zu den vorzuͤglichsten Arbeiten des Dichters gerechnet werden.
Deutsche Bundesstaaten.
m Dresden, 12. Aug. Eine heute erschienene Verordnung des Ministers des Innern enthaͤlt die Errichtung einer mecha⸗ nischen Baugewerksschule zu Freiberg, aͤhnlich den Baugewerksschu⸗ len zu Dresden, Chemnitz, Leipzig, Plauen, Zittau. Der Kursus waͤhrt 2 Winter⸗Halbjahre. Einem langgefuͤhlten Beduͤrfnisse ist somit abgeholfen. 1 Skz gebirgischen Kreise je 2 solcher Schulen, in jedem der beiden uͤbri— gen Kreise nur eine. 8 V len auch in anderen Staͤdten von Bedeutung angelegt wuͤrden, z. B. in Bautzen, Annaberg, Doͤbeln ꝛc. b
In Folge eines dem Prof. Bendemann gestatteten laͤngeren Urlaubs zu Benutzung eines Nord⸗Deutschen Seebades fuͤr seine geschwaͤchten Augen hat Prof. Huͤbner die Malereien im Staͤnde⸗ Eroffnungssaale im Koͤniglichen Schlosse zu weiterer Fortfuͤhrung uͤbernommen. Leider sind dieselben noch gar nicht weit fortge⸗ schritten, so daß an eine Vollendung derselben bis zur Versamm⸗ lung der naͤchsten Kammern (November 1842) nicht zu denken ist.
— — Frankfurt a. M., 13. Aug. Seit gestern ver⸗ weilen Ihre Majestaͤt die Koͤnigin von Wuͤrttemberg, mit Hoͤchst⸗ ihren Prinzessinnen Toͤchtern und zahlreichem Gefolge, und Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog von Baden in unserer Stadt. Beide hohe Gaͤste sind auf der Reise nach dem Haag begriffen V und werden dort einen laͤngeren Aufenthalt nehmen. Ihre Durch⸗
Es finden sich also jetzt im Dresdner und Erz⸗
Es waͤre jedoch gut, wenn dergleichen Schu⸗
laucht die Frau Herzogin von Sachsen⸗Meiningen passirte auf der Reise nach dem Bade Ems unsere Stadt. Se. Durchlaucht der Fuͤrst Metternich wird naͤchsten Mittwoch in unserer Stadt erwartet, allein, wie man nun hoͤrt, ohne laͤngeren Aufenthalt die Reise nach dem Johannisberg fortsetzen und noch am 18ten da⸗ selbst eintreffen. Der Aufenthalt des Herrn Fuͤrsten am Rhein wird sich bis Ende September, wenn nicht noch laͤnger, erstrecken. In den letzteren Tagen machte der Bundes⸗Praͤsidial⸗Ge⸗ sandte, Herr Graf von Muͤnch⸗Bellinghausen, Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Bayern in dem Bade Bruͤckenau seine Aufwartung. Vielfachem Vernehmen nach, hat der gestern hier verstor⸗ bene ausgezeichnete Geburtshelfer, Dr. med. J. H. Christ, sein ganzes Vermoͤgen, 150,000 Fl., unserer Stadt zur Gruͤndung ei⸗ nes Entbindungs⸗ und Findelhauses vermacht. 1 Mit dem Bildhauer Herrn von Launitz ist nun vom Comité
fer⸗Monuments abgeschlossen worden, doch wird dasselbe nicht vor drei bis vier Jahren vollendet seyn koͤnnen.
Unsere Herbstmesse beginnt diesmal am 30. Aug. und endigt mit dem 25. September. Wenn man ihr auch nicht mit san⸗ guinischen Hoffnungen entgegensieht, erwartet man doch einen leb⸗ hafteren Geschaͤfts⸗Verkehr, als seither der Waaren⸗Handel zeigte. Von unserer Boͤrse ist wenig zu melden. Ihre Haltung ist im Allgemeinen fest, doch kann man nicht sagen, daß der Umsatz in den Fonds sehr belebt sey. Die Oesterreichischen Effekten steigen indessen im Preise und sind taͤglich mehr gesucht. Die Taunus⸗ Eisenbahn⸗Actien behaupten sich zwar fest auf 366 —367 Fl., wol⸗ len aber doch nicht im Course steigen, obgleich die Frequenz der Bahn sehr stark ist und in den ersten zehn Tagen d. M. wieder 22,000 Fl. eingenommen wurden. 8 1
Das Geld zeigt sich aber an unserer Boͤrse jetzt minder abon⸗ dant, und das ist auch die Ursache, daß die Fonds im Allgemeinen nicht mehr im Course steigen. Der Diskonto steht 3 ½ — 3 ½ pCt.
der Vertrag bezuͤglich der Ausfuͤhrung des Gutenberg⸗Fust⸗Schoͤf⸗
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O Madrid, 3. Aug. Der neue Vormund der Koͤnigin entwickelt eine ungemeine Thaͤtigkeit und beweist, daß er, obgleich in die ungewohnte Sphaͤre des Palastes versetzt, dennoch seinen aͤngst bekannten Grundsaͤtzen treu geblieben ist. Gegenwaͤrtig ist er mit der sogenannten Reinigung des Palastes beschaͤftigt, bei der er so ruͤstig Hand ans Werk legt, daß auch die letzten Spu⸗ ren des einst vorhandenen Firnisses verschwinden werden. 4
Die verwittwete Marquisin von Santa Cruz hatte der Koͤ⸗ nigin Isabella und ihrer Schwester seit deren Geburt als Er⸗ zieherin (Aya) und nach Ferdinand's VII. Tode auch als Ober⸗ Hofmeisterin (Camarera mayor) zur Seite gestanden. Beide Koͤ⸗ nigliche Kinder wuchsen recht eigentlich unter ihren Haͤnden auf, und seit der Entfernung der Koͤnigin Marie Christine vertrat sie auf eine so zarte Weise die Stelle einer Mutter bei ihnen, daß selbst der neue Regent, weit entfernt, irgend eine Eifersucht auf diesen Einfluß blicken zu lassen, ihr vielmehr unzweifelhafte Be⸗ weise seiner Hochachtung gab. Die Marquisin wurde von den Koͤniglichen Kindern wie eine Mutter verehrt, von allen Perso⸗ nen, die mit ihr in Beruͤhrung kamen, hochgeschaͤtzt, von der ver triebenen Regentin mit unbedingtem Vertrauen beehrt, von dem Regenten selbst mit vielen Ruͤcksichten behandelt und gehoͤrte uͤber dies einem der edelsten Geschlechter Spaniens an. Kann man sich wundern, daß Herr Arguslles fuͤr gut fand, sie ihrer ehrenvollen Stellung zu berauben, zumal wenn man weiß, daß der Regent den Wunsch ausgedruͤckt hatte, sie darin bestaͤtigt zu sehen? Jetzt hat der Regent erfahren, daß der Vormund maͤchtiger ist als er. Am 3lsten v. M. erhielt die Marquisin von Santa Cruz eine schriftliche Mittheilung von Sei⸗ ten des Herrn Arguölles, in welcher er ihr anzeigte, daß das Amt einer Erzieherin der Koͤnigin mit der Wuͤrde einer Ober⸗Hofmei⸗ sterin unvereinbar sey und sie daher ersteres niederzulegen habe. Die Marquisin erwiederte sogleich, daß ihr beide Aemter durch das Vertrauen der Koͤnigin Mutter uͤbertragen worden waͤren und sie demnach beide zugleich in die Haͤnde des neuen Vormun⸗ des niederlege. Am folgenden Morgen erhielt die Marquisin zahl⸗ lose Besuche der hoͤheren Gesellschaft, und saͤmmtliche Ehrendamen der Koͤnigin (donnas de honor) folgten dem von ihr gegebenen Beispiel, indem sie ihre Stellen niederlegten.
Jedermann vermuthete, daß Herr Arguölles den erledigten Posten einer Erzieherin (aya) der Koͤnigin auf eine wuͤrdige Weise besetzen werde. Seine Wahl ist auf die Wittwe des beruͤhmten Generals gefallen, auf dessen Befehl Cabrera's Mutter erschossen wurde. Die Graͤfin Mina, welche lange Zeit in England lebte und fuͤr eine gebildete Dame gilt, ist zur Aya der Koͤnigin und der Infantin ernannt worden. Herr Arguölles und sie, beide kinderlos, werden gewiß um so mehr den Beruf fuͤhlen, den ihrer aͤltesten und treuesten Waͤrterin beraubten Koͤniglichen Waisen als Aeltern zu dienen. Die Briefe, welche diese an ihre Mutter rich⸗ teten, gingen bisher durch die Haͤnde der Marquisin von Santa Cruz; jetzt hat Herr Arguëlles befohlen, daß sie ihm selbst zur Besorgung uͤbergeben werden sollen. 1“
Die Person, welche naͤchst der Marquisin bisher den Koͤnig lichen Kindern zunaͤchst gestanden hatte, war der Patriarch von Indien, der ihnen als ihr Beichtvater die Lehren der Religion einpraͤgte und der Koͤnigin das Abendmahl gereicht hatte. Als Senator stimmte er gegen die Ernennung des neuen Vormun des und gab diesem dadurch Gelegenheit, zu beweisen, daß er nicht kleinlich genug denke, den Beichtvater die Abstimmung des Senators entgelten zu lassen. Vorgestern aber erhielt der Pa⸗ triarch folgendes Schreiben des Herrn Arguëlles: „Hiermit zeige ich Ew. an, daß ich fuͤr gut befunden habe, den Herrn Bustos, designirten Bischof von Tortosa, zum Beichtvater Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin und deren Infantin Schwester zu ernennen. Aus dem Koͤniglichen Palaste, 31. Juli 1841. Augustin Arguölles.“ Jener Bustos war Deputirter bei den konstituirenden Cortes von 1837 und stimmte immer mit den Freunden des Herrn Arguël⸗ les. Es heißt, auch der Ober-Kammerherr, Herzog von Hijar, haͤtte seine Entlassung erhalten. Der vertrauteste Freund und bis⸗ herige Hausgenosse des Herrn Arguölles, Don Martin de los Heros, ist dagegen zum Intendanten des Koͤniglichen Palastes er⸗ nannt worden. Das Geruͤcht, daß Herr Arguölles seinen anderen Busenfreund Mendizabal zum Koͤniglichen Schatzmeister ernannt habe, halte ich fuͤr ein gegen Ersteren gerichtetes Epigramm.
Die Regierung arbeitet unausgesetzt an dem Manifest, wel⸗ ches der von der Koͤnigin Christine aufgestellten Protestation zur Beantwortung dienen soll. Dem Verlauten nach beabsichtigt man, darin eine Menge Umstaͤnde der Oeffentlichkeit zu uͤbergeben, aus denen man die Thatsache der Wiederverheirathung der Ex⸗Regentin und andere ihr zum Vorwurfgemachte Verhaͤltnisse unumstoͤßlich bewei⸗ sen zu koͤnnen glaubt. Zu diesem Behufe sucht man Zeugen auf und stellt an verschiedenen Orten Nachforschungen an. Das Ministerium scheint jedoch mit sich selbst in Widerspruch zu gerathen; denn erstvor kurzem votirten die Cortes, auf den Antrag des Minister⸗Praͤsidenten, der Koͤnigin Marie Christine das ihr von ihrem verstorbenen Ge⸗ mahl, fuͤr den Fall, daß sie unverheirathet bliebe, ausgesetzte Wit⸗ thum, erkannten also diese fuͤr unverheirathet an. Zu bedauern ist, daß alle diese gegen die vertriebene Regentin gerichteten Maß⸗ regeln im Namen ihrer unmuͤndigen Tochter getroffen und die⸗ ser dereinst vermuthlich Stoff zu bitteren Gefuͤhlen geben werden. (Vergl. unser heutiges Hauptblatt.)
Der Redacteur des Correo Nacional ist so eben vor Ge⸗ richt gestellt worden, weil er in seinem Blatt auf die Wohlthaten hinwies, welche Spanien von der Koͤnigin Christine empfangen haͤtte. Der Herzog de la Vittoria soll vorzuͤglich daruͤber aufge⸗ bracht seyn, daß ihm in dem an ihn gerichteten Schreiben seiner vormaligen Souverainin der Regenten⸗Titel nicht beigelegt wird. Auch die revolutionaire Junta von Madrid verweigerte gleich am 1. September v. J. der Koͤnigin Christine, die doch damals Re⸗ gentin war, den Titel einer solchen. , 1 Lord Howden, der fruͤherhin (als Oberst Caradoc) Großbri⸗ tanischer Commissair im Hauptquartier der Spanischen Armee war, wird in einer besonderen Sendung hier erwartet. Ich glaube, Ihnen versichern zu koͤnnen, daß die diesseitige Regierung,
in Betracht der laut ausgesprochenen öͤffentlichen Meinung und im Einverstaͤndniß mit dem Englischen Gesandten, das Verkaufs⸗ Projekt der Inseln Fernando Po und Annobon aufgegeben ber Dagegen scheint sie aber auch entschlossen zu seyn, den sten Monat ablaufenden Kontrakt, kraft dessen die Ffpmee⸗ le. der kleinen Insel del Stey bei Mahon ein Hospital fuͤr in 8— Algier kommenden Kranken pachtweise besitzen, nicht wieder z Algsg ie Sparlifele von Minorka ist bis auf erneuern. Die Spanische Besatzung von 2 Urngenschiff ⸗Gan⸗ 4000 Mann verstaͤrkt worden, und das E Anter In⸗ ges“ (von 84 Kanonen) liegt im Hafen von Ma 1
Lißt wird nun in der Mitte der naͤchsten Woche hier er⸗
wartet.
dessen treffen die Franzosen keine Anstalten, jenes Hospital zu raͤumen.