vertherlt sind, und ob es nicht mo
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welcher dort kommandirt, zeigt sich dem Rufe, den er sich durch einige glänzende Waffenthaten erworben hat, nicht gewachsen, und man versichert, daß der General⸗Gouverneur daran denke, ihn von jenem wichtigen Posten abzuberufen. Von der Einsetzung des Hadschi Mustapha in das Beylik von Mostaganem und Maskara will man sich vielen Erfolg versprechen. Hadschi Mustapha ist Tuͤrke und Sohn des vorigen Bey. Abd el Kader soll wuͤthend gegen den Bischof von Algier seyn, aus dessen Briefen er auf die Ab⸗ icht der Franzosen, ihm den Frieden anzubieten, geschlossen zu ha⸗ en scheint. Die Herbst⸗Expedition wird gegen das Ende Septem⸗ bers unter persoͤnlicher Fuͤhrung des General Bugeaud aufbre⸗ chen, die Operationen werden sich aber wahrscheinlich auf die Verproviantirung von Medeah und Millianah beschraͤnken.
Großbritanien und Irland. Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 24. Aug. (B. H.) Graf Spencer, der, wie erwaͤhnt, den Antrag auf die Adresse stellte, entschuldigte es in der seinen
Antrag motivirenden Rede mit den besonderen Umstaͤnden, unter denen er auftrete, daß er sich mehr auf Detail und Argumenta⸗
tion einlasse, als bei ahnlicher Gelegenheit zu geschehen pflege. Er beruͤhrte dann kurz die auswaͤrtigen Verhaͤltnisse und gestand ein,
daß er, als der Juli⸗Traktat bekannt geworden, mit Bedauern
wahrgenommen habe, daß Lord Palmerston seinem fruͤheren Ver⸗ fahren, den Frieden Europa's durch Erhaltung der Eintracht un⸗ ter den großen Maͤchten zu bewahren, untreu geworden sey, fuͤgte
indeß hinzu, es sey jetzt von jenem Bedauern vollkommen zuruͤck⸗
gekommen, nachdem er die Erklaͤrungen des Herrn Thiers uͤber seine Motive und Absichken gelesen und die voͤllige Schwaͤche Mehmed Ali's kennen gelernt habe.
„Die Politik der Minister in der orientalischen Frage“, fuhr 1 der Redner fort, „ist durch den Verlauf der Ereignisse offenbar; als die einzig richtige und zweckmaͤßige dargethan worden; erfreulich
indeß ist der Wiederanschluß Frankreichs an die Politik Englands,
denn meiner unveraͤnderten Ansicht nach besteht die sicherste Buͤrg⸗
schaft fuͤr den Frieden Europa's in der Eintracht Englands und
Frankreichs. Bei allem dem braucht indeß England einen Krieg nicht zu fuͤrchten, denn wenngleich es mit einer großen Schuld be⸗
lastet ist, einer Schuld, viel groͤßer als die zu Anfange des letzten
den mit den Maf Mehrbetrag der Ausgaben uͤber die Einnahmen herbeigefuͤhrt, be⸗
nerkte aber zur Rechtfertigung des von dem Grafen Ripon bean⸗ tragten Amendements, daß man den Ministern mit Grund schuld gebe, jene Maßnahmen getroffen zu haben, ohne daß von ihnen die gebuͤhrende Sorgfalt auf die Mittel zur Deckung der Kosten verwendet worden sey, und waͤhrend sie noch uͤberdies Steuern zu
Daß die von den Ministern vorgeschlagenen Maßnahmen, besonders so weit die Korn⸗Gesetze in Betracht kommen, endlich durchgehen werden, daran ist kein Zweifel, aber zu fuͤrchten ist, daß mittler⸗ weile der jetzt schon im hohen Gsade bestehende Mangel eine nicht mehr zu ertragende Hoͤhe erreicht haben und das Fabrikwesen Eng⸗ lands gänzlich zerstoͤrt seyn wird.“ Der Marquis von Clanricarde unterstuͤtzte den von dem Grafen Spencer gestellten Antrag auf die Adresse, welcher Graf ipon das von den Tories beschlossene Amendement entgegen⸗ kellte, daß das jetzige Ministerium nicht das Vertrauen des Hau⸗ es besitze. Graf Fitzwilliam vertheidigte darauf das Ministe⸗ kium. Ihm folgte Lord Lyttelton, der die Gruͤnde auseinander⸗ setzte, die ihn, als einen echten Whig, bewoͤgen, zu Gunsten des (:mendements zu stimmen. Dann erhob sich Lord Melbourne um die Politik des Ministeriums zu rechtfertigen. 1 bemerkenswerth war die hierauf folgende Rede des Herzogs von Wellington. Er erklaͤrte sich zwar im Allgemeinen einverstan⸗
Besonders
znahmen der Minister, welche den bedeutenden
bedeutendem Belaufe aufgehoben.
5 „Außer diesen Gruͤnden“, sagte der Herzog weiter, „muß ich aber fuͤr das Amendement noch anfuͤhren, daß die Minister sich bei Gelegenheit der Aufloͤsung des Parlaments in der Throon⸗Rede so Fentschiedener Ausdruͤcke in Bezug auf die Korngesetze bedienten, daß es den Schein hatte, als wolle das Ministerium die im Lande herr⸗ schende Aufregung in Bezug auf diefen Gegenstand zur Foͤrderung
Zwecke benutzen, und als solle die Ansicht verbreitet werden, es
scy die Koͤnigin persoͤnlich dabei interessiet „daß die Meinung ihrer Mitnister die Oberhand behalte. Ich habe immer die Meinung ge⸗ hegt, daß Lord Melbourne der Koͤnigin wesentliche Dienste geleistet;
ich habe Grund, zu glauben, daß die Koͤnigin selbst die Dienfte, welche Lord, Melbourne ihr dadurch, daß er sie in die Staats⸗Ge⸗ schaͤfte einfuͤhrte, geleistet hat, sehr, hoch anschlaͤgt; aber ich meinerseits
kann es unmoͤglich fuͤr einen der Koͤnigin geleisteten Dienst ansehen, daß der Premier⸗Minister sich, wie er gethan, sowohl in der bei Aufloͤsung des
Krieges bestehende, so sind doch auch seit 1792 die Huͤlfsquellen des! Parlaments gehaltenen Thron⸗Rede, wie in der jetzt bei Eroͤffnung
Landes auf eine so gewaltige W 1 bedeutend groͤßere Lasten als damals zu tragen im Stande ist. Da⸗
mit aber diese so bedeutend gesteigerten Huͤlfsquellen auch wirklich
im Interesse des Landes verwendet werden koͤnnen, jetzt, wo Alles darauf hindeutet, daß der Friede vorlaͤufig werde erhalten blei⸗ ben, ist es durchaus nothwendig, zu untersuchen, in welcher Weise
die Lasten, die das Volk noch aus der Kriegsperiode her bedruͤcken, moͤglich ist, eine Erleichterung derselben eintreten zu lassen. Die Besteuerung beruht jetzt zum geoͤßten Therir auf dem Prinzipe der Handels⸗Beschraͤnkung, wel⸗ ches freilich in den letzten 1 deß immer noch in einem allzuhohen Grade vorherrscht, als daß es mit einer auf richtigen Prinzipien beruhenden Handelswohlfahrt ver⸗ einbar erscheinen köͤnnte. Man koͤmmt immer mehr zu der Ansicht, daß die beste Handels⸗Politik darin besteht, dem Handel seinen feeien Lauf zu lassen und es einem jeden Einzelnen anheimzustellen, seine Huͤlfs⸗ quellen auf die ihm am vortheilhaftesten duͤnkende Weise zu verwen⸗
den, also von oben herab auf die VBertheilung und Verwendung der
Nutzungs⸗Kapitalien keinen Einfluß zu uͤben. Gegen dieses allgemeine Prinzip wird indeß nicht selten eingewendet, daß, wo es nicht auf allgemeine Handels⸗Interessen ankomme, sondern auf Spezial⸗Inter⸗ essen, diese nicht danach, sondern nur nach Spezial⸗Grundsaͤtzen be⸗ urtheilt werden duͤrften, eine Behauptung, welche man vornehmlich auf die außergewoͤhnlichen Verbaltnisse, die in England statt⸗ finden, zu begründen pflegt, Die gußergewoͤhnlichen Verhaͤltnisse sind aber nur die groͤßere Schuldenlast, deren naluͤrliche Folge auch eine groͤßere Steuerlast ist. Aber daraus ergiebt sich denn doch wei ter nichts, als daß es wuͤnschenswerth ist, diese Steuerlast zu ver⸗ mindern oder wenigstens zu erleichtern, und da die Haupt⸗Huͤlfs⸗ sürllen des Landes in seinem Handels⸗Verkehr aufzusuchen sind, so giebt die Natur der Sache an die Hand, daß man suchen muß, die⸗ sen Hand els⸗Verkehr zu sichern, zu erweitern. und moͤglichst nutzbar zu machen. Zu diesem Zwecke hat die Regierung in der vorigen Session ihre Vorschlaͤge kommerzieller Reform vorgebracht. Die jetzt bestehenden (gesetze wegen der Einfuhr von Bauholz fuͤhren zu so nachtheiligen Folgen, daß es kaum zu begreifen ist, wie man die⸗ selben so laänge hat bestehen lassen koͤnnen; man wird durch diese Gesetze in England genbthigt, sich des schlechtesten Holzes zum Schiff⸗
bau zu bedienen, ja, man hat es sogar vortheilhaft gefunden, Bau⸗
holz von der Ostsee uͤber das Atlautische Meer nach Kanada und wieder zuruͤck transportiren zu lassen und auf diese kostspielige Weise das Verbot der Einfuhr fremden Bauholzes zu umgehen. Eben so nachtheilig wirkt der bestehende Zucker⸗Zoll, der nur dazu dient, die⸗ sen den Mittel⸗ und geringeren Volksklassen so uͤberaus noͤthigen Arti⸗ kel zu vertheuern und durch Beschraͤnkung der Consumtion desselben die Staats⸗Einnahme zu becintraͤchtigen. Was endlich die in der Thron⸗Rede empfohlene Umaͤnderung der Korngesetze betrifft, so hat man daruͤber, sowohl fuͤr als gegen, die abfonderlichsten Argumenta⸗ tionen vorgebracht. Meiner Ansicht nach, die indeß, da ich in Be⸗ treff meiner Subsistenz durchaus auf den Ackerbau angewiesen bin, vielleicht einseitig erscheinen moͤchte, wuͤrde es ein Ungluͤck seyn, wenn durch Aufhebung der Korngesetze, wie die Beguͤnstigee dieser Aufhe⸗
bung behaupten, die Kornpreise so gedruͤckt wuͤrden, daß Tausende
von Acres außer Kultur geriethen; aber ich glaube gar nicht, daß die Abschaffung der Korngesetze einen wesentlichen Einfluf preise uͤben wird. Die Preise haͤngen von dem Kosten⸗Aufwand ab, den die Kultur des Bodens noͤthig macht; so lange die Korngesetze erxistiren, sind 11,300,000 Quarters Weizen vom Auͤslande eingefuͤhet worden, und darunter nur 1,300,000 Quarters zu einem Zolle von nur 13 Sh. 8 Pce., d. h. zu einer Zeit, wo der Preis in England mehr als 69 Sh. war, und es ergiebt sich ferner, daß von 1815 bis jetzt das Ausland es nie der Muͤhe werth erachtet hat, Wei⸗ zen einzufuͤhren, wenn es nicht 56 Sh. frei von Zoll dafuͤr losen konnte. Zwar weist man darauf hin, daß auf den Inseln im Kanal, wo keine Korngesetze existiren, der Preis des Weizens 41 Sh. nicht uͤbersteige; das ist wahr, aber man wird auch finden, daß, so bald die Englischen Häfen der Zufuhr gedffnet werden, die Preise auf jenen Jiseln sogleich steigen und, wenn jene Haͤfen wieder ge⸗ schlossen werden, alsbald fallen. Es ist nicht anzunehmen, daß bei bedeutender Einfuhr in England die Getraidepreise bedeutend ver⸗ mindert werden können. Wenn man nun aber feagt, welche Vor⸗ heile ich denn von einer Aufhebung der Korngesetze erwarte, da ich an eine Verminderung der Preise nicht glaube, so kann ich nur ant worten; eine Steigerung der Preise auf dem Festlande, durch welche dann die Britischen Manufakturen wuüͤrden in den Stand gesetzt wer⸗ den, unter gleichen Verhaͤltnissen mit denen des Festlandes Fon⸗ kurciren, und wobei dann sugteich in Betracht koͤmmt, daß das Festland nicht mehr so große Au 1 ten, sondern dieselbe theilweise dem Ackerbau zuwenden wuͤrde. Ueber⸗
dies wuͤrde der von der Regiceung vorgeschlagene feste Zoll dem Ackerbau in England direkten Vortheil gewähren, denn die jetzt bestehenden Korn⸗Gesetze haben keinen anderen Erfolg gehabt, als etwa zu Zeiten, wo die Preise an sich schon hoch stehen, ein unbedeutendes Sinken derselben zu verhindern, wogegen sie diese nur noch tiefer druͤcken, wenn dieselben bereits niedrig. stehen. Seit 1815 hat keine große Speculation in Englischem Ge⸗ traide stattgefunden; wenn aber die Korn⸗Gesetze abgeschafft und dadurch der unaufhoͤrlichen Ungewißheit ein Ende gemacht wuͤrde, so muͤrden in England nicht, wie bisher, Speculationen nur in V fremdem, sondern auch in inlaͤndischem Getraide stattfinden und der Ackerhau in Englaud selbst daraus wesentliche Vortheile ziehen,
eise entwickelt worden, daß es auch
Jahren bedeutend ermaͤssigt worden ist, in-
Zauf die Korn-
merksamkeit auf das Fabrikwesen rich⸗
des neuen Parlaments verlesenen, uͤber die in Frage stehenden Ge⸗ genstaͤnde ausgesprochen und insbesondere den Korngesetzen die ge⸗ haͤfsigsten Bezeichnungen beigelegt hat, so daß das Land der Mei⸗ nung seyn muß, die PWerehesdigen dieser Gesetze seyen gerade deshalb Gegner der Koͤnigin. Dies is b
Melbourne selbst vor Jahresfrist sich im Oberhause uͤber die Gefah⸗ ren, welche in einer Veraͤnderung jener Gesetze liegen, ausgesprochen Bei allen fruͤheren Gelegenheiten, wo wichtige Umaͤnderungen in den Gesetzen stattfinden sollten, ist man mit der groͤßten Vorsicht zu Werke gegangen, hat Kommisstonen eingesetzt und Untersuchun⸗ gen angestellt. Nichts von dem Allen ist jetzt geschehen, wenigstens nicht von Seiten der Regierung. Es geht hieraus zur Genuͤge her⸗ daß das Ministerium das Vertrauen des Parlaments nicht
verdient.“
Zum Schlusse sagte der Herzog noch einige Worte uͤber die Holzzoͤlle und die Zuckerzoͤlle und drang dann wiederholt auf die Nothwendigkeit, den Ackerbau des Landes nicht in Verfall gera⸗
then zu lassen, weil nur darin die sichere Stuͤtze des Volkes zu suchen sey. Nachdem Lord Melbourne sich nochmals erhoben hatte, um die ihm von dem vorigen Redner direkt gemachten Vor⸗ wuͤrfe zu widerlegen, vertheidigte der Herzog von Richmond die bestehenden Korngesetze. Marquis von Lansdowne anl⸗ wortete auf die der ministeriellen Politik gemachten Vorwuͤrfe. Dann gab Lord Coventey seine Gruͤnde an, weshalb er das Amendement unterstuͤtzte, und nachdem endlich noch Lord Broug⸗ ham zu Gunsten der Minister gesprochen hatte, kam es zur Ab⸗ stimmung, deren Resultat bereits angegeben ist.
Unterhaus. Sitzung vom 24. August. Herr Mark lips, der im Unterhause die Antworts⸗Adresse auf die Thron⸗ Rede beantragte, sprach zuvoͤrderst die Freude aus, welche er, als Repraͤfentant der großen Fabrikstadt Manchester, uͤber die Raͤck⸗ kehr einer friedlichen Stimmung in ganz Europa empfinde, und die Hoffnung, daß der Streit mit China zu allgemeinem Vor⸗ theil fuͤr den Britischen Handel auslaufen werde.
„Moͤchte“, fuhr er fort, „das Haus die in der Thron⸗Rede ent haltene Empfehlung beherzigen und die jetzigen Zoͤlle sorgfaͤltig pruͤfen. Es ist viel an den Ansichten ausgesetzt worden, welche in dem Bericht des vorjaͤhrigen Ausschusses uͤber die Einfuhren aufgestellt sind; aber keiner von denen, welche dagegen Ausstellungen gemacht, hat es ver⸗ sucht jene Ansichten durch die Ernennung eines neuen Ausschusses zur Untersuchung dieser Sache zu berichtigen. Die Vorschlaͤge, welche die Minister in Betreff der Zuckerzoͤlle gemacht haben, billige ich voll⸗ kommen, und was die große Frage uͤber die Korngesetze anbelangt, so kann ich den ehrenwerthen Herren versichern, daß die Noth in den Distrikten, mit denen ich bekannt bin, einen ungemein hohen Grad erreicht hat, und ich ersuche diejenigen Mitglieder, welche ebenfallz
uͤberdies um so ungerechter, da Lord
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Fabrik⸗Distrikte vertreten, ihr Zeugniß mit dem meinigen zu vereinen. Volk wird seine Leiden nicht geduldig ertra das durch die jetzigen Korngesetze veruesachte Monopol unveraͤndert
gen, so lange
Mit Unwillen habe ich in gewissen Zeitungen die Aeußerung
gelesen, daß England nichts dabei verlieren wuͤrde, wenn die Pflug⸗ schaar in die Fabrik⸗Distrikte einschnitte. Diejenigen, welche der⸗ gleichen Ansichten aussprechen, sollten bedenken, daß die Artikel fuͤr ihr eigenes taͤgliches Behagen ohne die Ausfuhr der Englischen
Fabrikate nicht auf Englands Maͤrkte kommen wuͤrden; sie sollten
bedenken, daß die Interessen der fabrizirenden auch die Interessen
der ackerbautreibenden Klassen sind; sie sollten bedenken, welches Un⸗ heil fuͤr das Geldwesen und fuͤr andere Interessen aus der Ein schraͤnkung einer gegen Gold ausloͤsbaren Papier⸗Valuta entsprin en muͤßte, wenn Gold das einzige Mittel fuͤr den Getraide⸗An
waͤre. Ueberdies lehrt alle Erfahrung, wie unersprießlich
im Allgemeinen die Schutzzoͤlle gerade fuͤr diejenigen Klassen sind, auf deren Vortheil sie abzwecken. Man bedenke endlich, mit welcher Geduld das Volk bisher seine Leiden getragen hat, und man wird ihnen Sympathie gewiß nicht versagen koͤnnen.“
Herr John Dun das, der die Adresse unterstützte, rekapitu⸗ lirte kurz die Hauptpunkte der Thronrede und aͤußerte dann die Hoffnung, daß der zu berufende Arzt, der sich geweigert habe, seine
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Heilmethode im voraus zu eroͤffnen, in diesen wie in fruͤheren Faͤl⸗ len die Rezepte seiner Rivale genehmigen werde. 3 Herr John Stuart Wortley beantragte nun folgendes mit im Oberhause angenommenen gleichläutende Amendement: „Ihrer Mafestaͤt unterthanigit vorzustellen, daß wir mit großer Be⸗ sorgniß sehen, wie die oͤffentlichen Ausgaben in der letzten Zeit, meh⸗ rer? Jahre hinter einander, das jaͤhrliche Einkommen uͤberstiegen haben, und daß wir von der Nothwendigkeit uͤberzeugt sind, Maͤß⸗ In zur Abhuͤlfe eines so großen Uebels zu ergreifen. Ihrer Majestaͤt zu versichern, daß wir von der Wichtigkeit jener Erwaͤgun⸗ gen in Betreff des Handels und der Einkünfte des Landes, so wie in Betreff der den Getraidehandel regulirenden Gesetze, auf welche Ihre Maiestaͤt unsere Aufmerksamkeit zu richten geruht hat, tief durch⸗ drungen sind. Daß es bei der Entscheidung uͤber das Verfahren, welches mir Hinsicht auf so wichtige Gegenstände zu befolgen rathsam seyn moͤchte, unser ernstliches Bestreben seyn wird, die Interessen der Unterthanen Ieeer Majesioͤt zu Nathe zu zichen und deren Wohlfahrt zu foͤrdern.
Daß wir es jedoch fuͤr unsere Pflicht halten, Ihrer Majestaͤt unter⸗ thaͤnigst zu bemerken, wie wesentlich nothwendig es fuͤr ein befriedi⸗ gendes E gebniß unserer Berathungen uͤber diese und andere Angele⸗
Pb
2 . genheiten des Gemeinwohls ist, daß das Ministerium Ihrer Majestäaͤt das Vertrauen dieses Hauses und des Landes besitze, und Ihrer Ma⸗
sjestaͤt ehrerbietigst vorzustellen, daß dieses Vertrauen nicht auf den jetzigen
Rathgebern Ihrer Maiestaͤt ruht. Ihrer Majestaͤt zu versichern, daß wir in der huldreichen Aeußerung des innigen Mitgefuͤhls Ihrer Majestat fuͤr diejenigen ihrer Unterthanen, welche jetzt durch Noth und . Kangel an Beschaͤftigung zu leiden haben, einen neuen Beweis von Ihrer Majestaͤt zarter Sorge fuͤr das Wohl ihrer Unterthanen erken⸗ nen und uns herzlichst dem Gebet Ihrer Majestaͤt anschließen, daß alle unsere Berathungen von Weishelt geleitet werden und zur Wohl⸗ fahrt des Volkes beitragen moͤgen.“ Der Antragsteller ließ sich zur Motivirung dieses Amendements im Wesentlichen folgendermaßen vernehmen: „Ich hoffe, man wird dafuͤr, daß ich mich so füͤhzeitig an dieses Haus wende, eine Ent⸗ schuldigung in den Umstaͤnden finden, unter denen ich von einer gro ßen Anzahl des Volkes, an dessen Meinung Ihre Majestaͤt so eben
eine Berufung hat ergehen lassen, ins Parlament gewaͤhlt worden
bin. Es kann nicht anders als ehrerbietig gegen die Krone gehandelt
heißen, ja, es ist eine Pflicht gegen dieselbe, die Antwort, mit welcher
das Volk seine Vertreter auf die Frage Ihrer Majestaͤt beauftragt hat, so bald als moͤglich zu ihrer Kenntniß zu bringen. Indem ich dies vorschlage, folge ich nur dem Beispiel, welches mein Vorgaͤnger, Lord Morpeth, im JFahre 1835 gegeben und in der damals von Lord John Russell an seine Konstituenten gerichteten Adresse em⸗ pfohlen hat. Es handelt sich jetzt darum, ob ein Ministerium, wel⸗ ches sich in der Lage des jetzigen befindet, die Adresse des Unterhauses diktiren darf. Herr Mark Philips hat die herrschende Noth blos der Verwerfung der ministeriellen Politik zugeschrieben. Doch das ist beute Abend nicht die Frage, sondern das Haus muß, ehe jene Ange⸗ legenheiten eroͤrtert werden koͤnnen, daruͤber entscheiden, welches Mi⸗ nisterium sich mit denselben befassen soll. Die jetzigen Minister haben das Vertrauen des Landes verloren, weil sie ihre Versprechen gebrochen und weil sie das Volk zu taͤuschen gesucht. Die bedeutendsten unter ihnen waren Mitglieder des Greyschen Ministeriums, welches sich zu den großen Prinzipien des Friedens, der Ersvarnisse und der Reformen bekannte. Nun stellen sie sich zwar, als ob sie ein ausschließliches Geheimniß
besaͤßen, den Frieden zu erhalten; aber in den funfzehn Jahren,
welche ihrer Verwaltung vorangingen, war das einzige Kriegs⸗ Ereigniß die zufaͤllige Schlacht von Navarin, waͤhrend sie sich in den zehn Jahren, welche ihrem Verwaltungs⸗Antritt folgten, in
nicht weniger als fuͤnf, wenn auch nur kleine, Kriege einließen.
Ueber ihre Ausgaben will ich keine Klage fuͤhren; sie inoͤgen noth⸗ wendig gewesen seyn; mit welchem Rechte aber koͤnnen ste sich groͤße⸗ rer Sparsamkeit ruͤhmen, als ihre Vorgaͤnger, da ste die Lasten des Landes vermehrt haben, statt sie zu vermindern? In ihren Refor men sind sie allerdings sehr weit gegangen; aber sie haben dieselben nur in einer Richtung verfolgt, welche den Zweck hat, die Tories zu schwaͤchen. Sie haben sich geruͤhmt, daß sie ohne Patronats Ausuͤbung regierten; und doch wie verschwenderisch sind sie mit ih⸗ ren Aemtern und ihren Pairieen umgegangen!“
Der Redner schildert dann die krummen Wege, welche die Mi⸗
nister in Bezug auf die Appropriations⸗Klausel und selbst in Bezug auf die einzelnen Posten des vorliegenden Budgets eingeschlagen haͤt
ten, besonders hinsichtlich des Zuckerzolls, dessen Veraͤnderung sie noch im vorigen Jahre aus Prinzipien bekaͤmpft, waͤhrend sie jetzt selbst so heftig auf eine solche Maßregel draͤngen. Er ließ dem Volk die Ge rechtigkeit widerfahren, daß es seine Entbehrungen tapfer ertragen habe, aber auch, daß es scharfsichtig genug sey, um den gauklerischen Versuch zu merken, womit das Ministerium seinen Sinn habe blen⸗ den wollen, indem es Maßregeln vorgeschlagen, ohne die Macht zu besitzen, dieselben auszufuͤhren. „Wenn jedoch““, sagte er weiter, „in dem Prinzip des freien Handels etwas wirklich Werthvolles fuͤr das Land liegt, so wird es durch den Sturz dieses Ministeriums nicht verloren gehen. Wie hat sich Lord Melbourne hinsichtlich der Korngesetze be⸗ nommen? Erst im vorigen Jahre bezeichnete er den Gedanken an die jetzt vorgeschlagene Veraͤndecung als voͤlligen Wahnsinn und verwarf den Plan eines festen Zolles als eine Bewegung, welche die Gesell schaft in ihren Grundvesten erschuͤttern wuͤrde.“
Herr Wortley sprach dann auch uͤber den bedenklichen Zu⸗ stand, in welchem sich Englands auswaͤrtige Angelegenheiten be⸗
faͤnden, und aͤußert sein Erstaunen daruͤber, daß in der Thron⸗
rede nicht im mindesten auf die wichtigen Eroͤrterungen mit den Vereinigten Staaten hingedeutet sey. Auch konnte er nicht um⸗ hin, der Beguͤnstigung zu erwaͤhnen, welche das Ministerium der Agitation angedeihen lasse, und seiner Verbuͤndung mit allen denen, die an einem Tage Ihrer Majestaͤt auf alle moͤgliche Weise schmeichelten und am anderen verraͤtherisch auf die Aussicht eines auswaͤrtigen Krieges zur Foͤrderung ihrer eigenen politischen Zwecke hinblickten. Ein Ministerium, so schloß er, von welchem man dies Alles nicht bestrei⸗ ten koͤnne, verdiene nicht laͤnger die Verwaltung des Landes in Haͤnden zu haben, und so beantragte er dann das oben mit⸗ getheilte Amendement, welches von Lord Bruce unterstuͤtzt wurde. Die Debatten daruͤber wurden bekanntlich an diesem Abend nicht beendigt, und es wird eine Mittheilung des weiteren Verlaufs derselben folgen.
London, 25. Aug. Man glaudt jetzt, daß die Adreß⸗De⸗ batten im Unterhause drei Abende dauern werden. „Hoffentlich“, sagt die heutige Times, „wird dies das letzte Mal seyn, daß Debatten thoͤrichterweise so in die Laͤnge gezogen werden. Ob die Minister gleich nach der Abstimmung im Unterhause ihre Ent⸗ lassung einreichen oder das Haus dieserhalb bis zum Montag ver⸗ tagen werden, ist noch nicht bekannt. Dem hier und da verbrei⸗ teten Geruͤcht, daß sie noch einmal versuchen wollten, sich durch⸗ zuwinden, schenken wir keinen Glauben.“ Ueher die Thron⸗Rede ist das genannte Blatt natuͤrlich sehr entruͤstet. „Die Maͤn⸗ ner“, sagt es, „die wir immer noch Miinister nennen muͤssen, haben ein Verfahren eingeschlagen, welches fuͤr sie hoͤchst schmaͤhlig, fuͤr ihre Souverainin hoͤchst unehr⸗ erbietig und fuͤr das Englische Volk hoͤchst beleidigend ist, indem sie ihrer Souverainin die Sprache einer Partei in den Mund legen, in demselben Augenblick, wo das Land sich emphatisch ge⸗ gen diese Partei ausgesprochen hat, und wo sie im Begriff ste⸗ hen, den Platz am Rathstische ihren politischen Gegnern zu raͤu— men. Kein Wunder, daß Ihre Majestaͤt, mit dem ihr angebore⸗ nen Sinn fuͤr Schicklichkeit, durch welchen sie sich so sehr aus— eichnet, nicht hat die gehaͤssige Rolle spielen wollen, eine solche
hron⸗Rede selbst zu halten.“ Auch die erwaͤhnte Baronets⸗ Kreirung, welche die gestrige Hofzeitung meldet, bringt die Times sehr in Eifer. „Dasabtretende Ministerium“, so laͤßt sie sich hieruͤber vernehmen, „hat seiner nachsichtigen Koͤniglichen Gebieterin die Aufgabe auferlegt, ein Baronets⸗Gebaͤck zu machen. Das Publikum wird sich darum wenig kuͤmmern. Es ist hoͤchstens
eine Lumperei von Ehrenbezeugung! Indeß haͤtten doch die, der
nen sie zu Theil wurde, irgend etwas gethan oder gelitten haben sollen. Was aber haben die Objekte dieser neuen Kreirung ge⸗ than oder gelitten? Es befinden sich darunter, wie wir sehen, ein oder zwei Katholiken und auch ein Jude. Dann mit donnern⸗ dem Namensklange George Gerard de Hochepied Larpent von Rochampton. Ferner William Clay, der Kandidat fuͤr die Tower Hamlets u. s. w. Was uns Wunder nimmt, ist, daß Denis le Marchant eine solche Ehrenbezeugung angenommen hat.“
Nach Berichten aus Liverpool sind in der letzten Woche dort 32,000 Ballen Baumwolle zu Penny hoͤherem Preise fuͤr da Pfund gekauft worden, und es scheinen sich diese besseren Preise behaupten zu wollen. Das Bauholz aber ist dort in der letz
Pner eee eee eee eeeee, heih, eih weersheree
Laus erht eo† med me vosmem menmh m 1
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Zeit, bei dem Darniederliegen des Handels, um 20 bis 25 pCt. m Werthe gefallen, und man erinnert sich kaum einer Zeit, wo o wenig Schiffe und Waaren⸗Magazine waͤren gebaut worden, g 5 „Great⸗Western“ hat die letzte Fahrt von New⸗York nach Bristol in 12 Tagen und 10 Stunden zuruͤckgelegt. Die Amerikanischen Blaͤtter freuen sich uͤber den Sieg der Torles⸗ von denen sie sich weit mehr versprechen, als von den „Whigs. Man meinte jenseits des Oceans, daß Sir Charles Vaughan Herrn Fox als Britischer Gesandter ersetzen wuͤrde. Uebrigens zweifelte man kaum an der Freisprechung Mac Leod s, wodurch freilich die Frage wegen Verbrennung des Dampfschiffes „Caro⸗ line“ noch keinesweges erledigt waͤre. Vice⸗Admiral Sir Charles Adam ist am Freitage nach Chatham abgegangen, um seine Abreise nach den Amerikanischen Gewaͤssern zu beschleunigen, weil die Ver⸗ haͤltnisse jenseits des Atlantischen Meeres einen bedenklicheren Cha⸗ rakter angenommen haben.
Belgien.
Brüssel, 25. Aug. Der Moniteur publizirt die Statu⸗ ten ee in Gens errichteten „Bank von Flandern“. Das Kapital der Gesellschaft wird aus 10 Millionen Franken bestehen, die auf 10,000 Actien vertheilt werden. Unter Genehmigung der Regierung soll dieses Kapital spaͤter verdoppelt werden koͤnnen. Zweck der neuen Bank ist, die Entwickelung des Landbaues, des Handels und der Industrie zu befoͤrdern; doch soll sie selbst keine anderen Geschaͤfte, als Umsaͤtze in Gold und Silber machen und nur gegen gehoͤrige Buͤrgschaft Gelder vorstrecken.
* 1 Brüssel, 25. Aug. In einem fruͤheren Berichte haben
wip erwaͤhnt, daß die Regierung seit laͤngerer Zeit daran denke,
neue kommerzielle Verhandlungen mit dem Franzoͤsischen Kabinet anzuknuͤpfen. In diesen Tagen werden nun der Graf von Mue⸗ lenaere, Herr Liedts, Gouverneur von Hennegau und der Depu⸗ tirte Herr Deschamps als Belgische Kommissare nach Paris ab⸗ reisen, um wo moͤglich einen neuen Handels⸗Vertrag mit Frank⸗ reich abzuschließen. Der Koͤnig selbst ist schon von Ostende aus nach Paris abgereist, wahrscheinlich um durch seine gewichtige persoͤnliche Vorsprache den Weg der Verhandlungen zu erleichtern und abzukuͤrzen. Die Wahl der Kommissare ist gewiß sehr zu billigen. Herr de Muelenaere kann als genauer Kenner und Ver⸗ treter der Flandrischen Interessen angesehen werden. Herr Liedts, im vorigen Kabinette Minister des Innern und vorher Gouver⸗ neur der Provinz Antwerpen, ist ein umsichtiger von dem Zu— stande des Handels und der Industrie wohl unterrichteter Mann. Vertraut mit den Deutschen Verhaͤltnissen, nicht wie viele Staats⸗ Maͤnner, durch bloße magere offizielle Berichte, Zeitungs⸗Artikel u. dgl., sondern vermoͤge der Kenntniß der juristischen und staats⸗ rechtlichen Literatur, zudem laͤngere Zeit Gouverneur einer Provinz, welche viel von einem naͤheren Handels⸗Verkehr mit Deutschland hofft, wird Herr Liedts sich bei der Handelsfrage kei⸗ ner einseitigen Richtung hingeben. Herr Deschamps ist ein ta⸗ lentvoller, wenn auch noch junger Deputirter, der sich eifrig mit der Handelsfrage beschaͤftigt hat. Vor ungefaͤhr zwei Jahren, er⸗ innern wiruns, in der Revue de Brurxelles, welche derselbe diri⸗ girt, einen Artikel gelesen zu haben, worin die Verhaͤltnisse Bel⸗ giens zum Deutschen Zollvereine mit Kenntniß entwickelt wurden. 1 Unter den Belgischen Kommissaren denkt keiner an eine voll⸗ staͤndige Zoll⸗Vereinigung mit Frankreich, einestheils weil sie zu wohl das durch die Lage des Landes gegebene Gesammt⸗Interesse kennen, anderentheils weil sie zu genau von den bei der großen Mehrheit in den Franzöͤsischen Kammern herrschenden Ansichten üund Interessen unterrichtet sind, als daß sie einige Journal⸗Artikel mit der Meinung des Landes oder des Kabinets verwechseln soll⸗ ten. Außerdem ist so wenig an eine Zoll⸗Vereinigung zu denken, daß man vielmehr befuͤrchten muß, der neue Handels⸗Vertrag werde den fruͤheren Zoll⸗Tarif nicht durchgreifend genug modifizi⸗ ren. Denn wenn wir uns die Interessen gewisser, in den Fran⸗ zosischen Kammern sehr einflußreicher Fabrikherren vergegenwaͤrti⸗ gen, welche jeder Zoll⸗Erniedrigung auf Eisen, Steinkohlen, Tuch große Hindernisse entgegensetzen werden, wenn wir ferner die auch besonders fuͤr die noͤrdlichen Departements sehr wichtige Leinwand⸗
Fabrication betrachten, welche dort, wie hier im Lande, eine sehr
hedeutende Zahl Arbeiter ernaͤhrt, deren Lage durch die Einfuͤhrung
der Maschinen⸗Fabrication immer betruͤbter wird, so haben wir
große Befuͤrchtungen in Bezug auf ein wirklich genuͤgendes vFir. sultat dieser Verhandlungen. Und doch kann Belgien selbst nach Recht und Billigkeit eine Erniedrigung des Zoll⸗Tarifs fuͤr diese Artikel verlangen. Der seit 5 Jahren bestehende, durch das Ge⸗ setz vom Juli 1836 in Frankreich angenommene, Tarif setzte naͤm⸗ lich eine ansehnliche Reduction fuͤr das rohe Eisen, die Steinkoh⸗ len, die Leinwand und den Marmor fest. Belgien hatte sich sei— nerseits zu Reductionen fuͤr die Franzoͤsischen Artikel anheischig gemacht, welche auch nach einer heftigen Opposition hier von den Kammern 1838 angenommen wurden. Belgien hat seitdem den Vertrag unverletzt aufrecht erhalten, ollein die Vortheile, die es von Frankreich erhalten hatte, sind durch mehrere Vorgaͤnge fast gaͤnzlich zunichte geworden. Frankreich naͤmlich gestattete auch den Englischen Steinkohlen den Eingang in Frankreich unter Bedin⸗ gungen, wobei sie den Belgischen an den meisten Orten eine uͤber⸗ legene Konkurrenz machen konnten. Auf aͤhnliche Weise ist auch den Eisenfabriken des Deutschen von Belgien getrennten Theils
von Lurxemburg der Eintritt des rohen Eisens gestattet worden; und endlich ist in diesem Jahre ein neuer Franzoͤsischer Tarif fuͤr
die auslaͤndische Leinwand in Anwendung gekommen, welcher,besonders 8 : x e Ff, cC.2 durch die Auslegung, die er bei der Franzoͤsischen Mauth, doch
vohl nach hoͤherer Instruction, erfahren, einen Zweig des Belgi⸗
schen Leinwand⸗Handels, die sogenannten Blondinen, ganz vom in⸗ neren Markte ausschließt. Belgien kann also gerechte Beschwer⸗ den erheben und auf deren Abhuͤlfe antragen. Man darf auch
wohl hoffen, daß die Franzoͤsische Regierung im Interesse der vie— len Millionen Konsumenten, deren Vortheil doch auch neben dem
einiger großen Produzenten in Anschlag gebracht werden muß, so wie zum Wohle vieler inneren, immer bedeutender werdenden In⸗
6 dustriezweige, welche Steinkohlen und Eisen noͤthig haben, den
Eingang auf diese Artikel bedeutend verringern oder, wenn moͤg⸗ lich, ganz aufheben und auch den fruͤheren Leinwands-Tarif wie⸗ derherstellen wird. Sollten aber die gerechten Hoffnungen Bel⸗ giens in dieser Hinsicht wider Erwarten, fehlschlagen, so wuͤrde es seine Blicke nach einer anderen Seite wenden muͤssen, wo aller⸗ dings die materiellen Vortheile, fuͤr den Augenblick wenig⸗ stens, nicht so bedeutend sind, aber doch in der Folge
er Einsicht kommen, daß kein Volk so wenig im Handel
und Industrie, als in der Politik bei einer Isolirung Gedeihen sünden kann. Wird ein solches System befolgt, so werden die Folgen nicht lange ausbleiben. Freilich koͤnnte man fast glauben, daß, unter Umstaͤnden, bei Vöͤlkern wie bei Individuen eine Art Anwendung des Poͤnitentiar⸗Systems nicht unstatthaft sey. Sie muͤssen sich denn allein finden und fuͤhlen, mit ihrem Gewissen
1073 bei sich selbst einkehren, ihren inneren Zustand pruͤfen, um lebhaf⸗ ter das Beduͤrfniß und die Wohlthat geselligen Verkehrs zu em⸗
pfinden. Frankreich hat so die Gefahren der politischen Isolirung kennen gelernt. So groß und stark das Land ist, was wir trotz seiner mannigfachen inneren Wirren nicht verkennen, so duͤrfte doch ein aͤhnlicher Zustand im Handels⸗Verkehr auf eine laͤngere
Zeit einen sehr schaͤdlichen Einfluß auf den innern Fortschritt der bedeutendsten Industriezweige ausuͤben. Man darf aber von der Einsicht und Kraft des Franzoͤsischen Kabinets hoffen, daß es die außerdem gerechten Antraͤge Belgiens nicht abweisen wird.
Man hat bekanntlich hier, wie in Frankreich, behauptet, daß
(wie die gewöͤhnliche Formel lautet) gewisse Maͤchte sich einer kommerziellen Annaͤherung Belgiens an Frankreich widersetzten. Wir glauben im Gegentheil, daß diese Maͤchte gern eine Modifi⸗ zirung des Franzosischen Tarifs sehen werden, weil dadurch eine Bresche in ein veraltetes System gemacht wird, welches weder
Frankreich, noch den Nachbarlaͤndern zum Vortheil gereicht. Der Deutsche Zoll⸗Verein steuert auf allmaͤlige Handelsfreiheit hin;
nter Bedingung gegenseitiger Vortheile wird er gewiß geneigt
seyn, Handels⸗Vertraͤge mit den Nachbarlaͤndern einzugehen. Hat
Frankreich selbst in neuerer Zeit daran gedacht, in Bezug auf ehrere Artikel, einen Vertrag mit dem Deutschen Zoll⸗Vereine bzuschließen, wenn es auch nicht gerade die von ihm vorangestell⸗ en Artikel sind (6. B. Eingang des Schlachtviehes), auf welche
Deutschland Gewicht legen kann. Was man daher von Vorstel⸗
lungen Deutscher Maͤchte beim hiesigen Kabinet vorgebracht hat,
st bloße Einbildung und haͤngt mit dieser kleinlichen und ohn⸗ maͤchtigen Journal⸗Politik zusammen, welche bei jeder Gelegenheit die auswaͤrtigen Maͤchte ins Spiel zu bringen und gegen das Ausland aufzureizen sucht. gedacht haͤtte, sich Frankreich durch eine gaͤnzliche Zoll⸗Vereini⸗ gung anzuschließen, so wuͤrden, glauben wir, die Nachbarstaaten dem Kabinet daruͤber ihre nachbarliche Ansicht mitgetheilt haben. Denn es handelte sich in diesem Falle gar nicht um Rechte, die
Allerdings, wenn Belgien je daran
Belgien als einem souverainen Staate zustehen, und die kein Staat anzutasten gedenkt, sondern um eine Art Allianz, bei wel⸗ cher ein Staat immer Ruͤcksichten auf seine Nachbarn nehmen muß, und auf deren Hinsicht Staaten immer diplomatische Ver⸗ handlungen gefuͤhrt und sich gegenseitig Vorstellungen gemacht haben. Die Belgische Regierung hat aber diese Ruͤcksichten nie aus den Augen verloren, und Vorstellungen dieser Art wuͤrden daher ohne allen Grund gewesen seyn. 884
959 1 tn Deutsche Bundesstaaten. teen
München, 25. Aug. (A. Z.) Das Geburts⸗ und Na⸗ g
mensfest des Koͤnigs wurde heute in hiesiger Residenzstadt auf eben so festliche als herzliche Weise begangen. Zu den festlichen Akten, welche den Glanz dieses Tages erhoͤhen, gehoͤrt auch die an demselben stattfindende oͤffentliche Sitzung der Koͤniglichen Aka⸗ demie der Wissenschaften, die heute vorzugsweise interessant ge⸗ nannt werden darf. In Schelling's Abwesenheit, als Vorstand functionirend, schloß Herr Hofrath Thiersch in einer die Sitzung eroͤffnenden kurzen Rede die Wuͤnsche und Hoffnungen der Aka⸗ demie fuͤr das dauernde Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs an die all⸗
gemeinen Wuͤnsche des Bayerischen Volkes an, ging dann darauf
ein, die Thaͤtigkeit der Akademie waͤhrend der letzten Periode und den Geist leidenschaftsloser Forschung zu schildern, von der sie dabei geleitet wird. Hierauf wurden die Wahlen der Akada⸗ mie fuͤr das laufende Jahr, wie sie von Sr. Majestaͤt waren be⸗ staͤtigt worden, proklamirt. Geheimerath von Walther hielt nun uͤber das Leben und wissenschaftliche Verdienst des unvergeßlichen Doͤllinger einen Vortrag, welcher sich durch eine große Fuͤlle geist⸗ reicher und scharfsinniger Bemerkungen und Anschken uͤber den Betrieb der Wissenschaft und uͤber wissenschaftliche Forschung uͤberhaupt auszeichnet. Als eine besonders zu beachtende Erschei⸗ nung in dieser interessanten Sitzung ist hervorzuheben, daß in ihr,
so viel wir wissen zum erstenmal seit dem Bestehen der Akademte, eines ihrer auswaͤrtigen Mitglieder gleichsam als Gastredner auf⸗ trat, und zwar der beruͤhmte Orientalist und Historiken Freiherr
von Hammer⸗Purgstall, welcher aus der Tiefe seiner Morgenlaͤn⸗ dischen Kunde die Ansichten und Grundsaͤze der Osmanen uͤber die Erbfolge auf hoͤchst belehrende Weise entwickelte. Die Sitzung erfreute sich eines ungewoͤhnlichen Zuspruchs einheimischer und auswaͤrtiger gebildeter Maͤnner, unter denen man den Praͤsiden⸗ ten der Asiatischen Gesellschaft in London, Graf Munster, bemerkte.
m Dresden, 27. Aug. In einer meiner letzten Mitthei— lungen (vergl. Staats⸗Ztg. Nr. 236) hatte ich Ihnen gemeldet, daß Herr Thiers das hiesige Schlachtfeld in Begleitung „des Oberst⸗Lieutenants Aster“ besucht habe. Dies ist, wie ich nachher erfahren habe, insofern ein Irrthum, als keiner der beiden in hiesigen Diensten stehenden Oberst⸗Lieutenants Aster, sondern der in Pension lebende Major Aster der Begleiter des Herrn Thiers auf jenen militairischen Wanderungen war. .
Griechenland. Athen, 12. Aug. Dem neulichen Bericht uͤber die Ankunft
Kretischer Insurgenten auf einer Englischen Fregatte fuͤgt jetzt
der Griechische Courier Nachstehendes hinzu: Die Fregatte hatte außer den 180 Fluͤchtlingen auch die Mitglieder der insur⸗ rectionellen Regierung am Bord. Die Ursache dieser Katastrophe wird einem gewissen Roussos Bourdoumbani zugeschrieben, der die Sphakioten befehligte und sich von den Tuͤrkem gewinnen ließ, daß er ihnen den Weg bahnte ins Innere. Waͤhrend hierauf ein Theil sich auf die Englischen Schiffe rettete, loͤsten die uͤhrigen sich in Banden auf, in der Hoffnung, ihren Widerstand noch auf mehreren Punkten der Insel fortsetzen zu koͤnnen. Das erste Mitglied der erwaͤhnten Regierung hat nun in den Zeitun⸗ gen Athens bekannt gemacht, daß es keinesweges ihre Absicht gewesen, ihre christlichen Bruͤder auf Kreta in diesen Um⸗ staͤnden zu verlassen; daß sie sich nur eingeschifft haͤtten, um
nach einem anderen Theil der Insel zu fahren, daß aber die Eng⸗
laͤnder sie wider Willen nach dem Piraͤeus gebracht haͤtten, nach⸗ dem sie vorher in mehreren Haͤfen wie Syra ꝛc. eingelaufen seyen, um die Niederlage der Kreter schnell zu verbreiten und der Be⸗ geisterung fuͤr ihre Sache zu schaden. Sichtharlich intervenirt also England und bei solcher Bewandniß werden die Griechen nicht zum Zweck kommen, wenn sie auch mit erneuerter Kraft ihren Versuch wiederholen sollten. — Durch Ordonnanz vom 23. Jul. (4. Aug.) 1841 wurden fuͤr die Synodjialperiode 1841⁄122 ernannt: Praͤsident der Synode: der Bischof Cyrillus, Metropolit von Argolis. Wirkliche Mitglieder: Bischof Gerasimos, Metropolit von Hydra; Bischof Zacharias, Metropolit von Thera; Bischof Theoretis von Sellasia und Bi⸗
des Nere chischen Geschwaders in der Levante, nachstehendes Dankschreiben uͤbersandt:
„Herr Admiral! Der furchtbaren Geißel, die so entsetzlich in dieser Stadt gewuͤthet hat, entronnen, ist es unsere erste Pflicht, Ihnen im Nämen der Fraͤnkischen Bevoͤlkerung von Smykna die tiefe Daukbarkeit auszudruͤcken, fuͤr die edelmuͤthige Huͤlfe, die Sie/ mit Verachtung so großer Gefahren, ihr unter diesen beklagens⸗ werthen Umstaͤnden geleistet haben. Naͤchst (Gott haben Sie, Herr Admiral und Ihr Geschwader das, was von Smyrna noch uͤbrig ist, gerettet: gestatten Sie daher auch, daß wir uns die Fretheit nehmen, Sie zu bitten, auch bei den Commandeuren, Offizieren und Seeleuten der Fregatte „Venere“, der Korvette Lipsiast und der Goelette „Aurora“ der Dolmetscher unserer ewigen Daukbarkeit seyn zu wollen. Die Erinnerung an ein so bewundernswuͤrdiges Benehmen, an eine so muthige Hingebung wird sich von Geschlecht zu Geschlecht in den Annalen dieser Stadt fortpflanzen, und unsere
nkel werden Ihren Namen segnen, wenn ste erfahren, daß der choͤnste Theil von Smyrna, vor der furchtbharen Feuersbrunst anmnt 29. Juli 1841 durch das Oesterreichische Geschwader unter dem Be⸗ fehl des Admirals Bandiera geschuͤtzt wurde. Genehmigen Sie u. f. w.“ (Folgen die Unterschriften.)
Die neueste nach Berlin gekommene Nummer der Tuͤrkischen
Zeitung Takwimi Wakaji vom 15. Dschemasi HI. (4. August)
theilt zunaͤchst einen am 9. desselben Monats auf der hohen
Pforte im Beyseyn aller hohen Wuͤrdentraͤger verlesenen kurzen Hattischerif mit, worin der Sultan den Groß⸗Wesir mit gnaͤdi⸗
gen und freundlichen Worten ermahnt, seinem hochwichtigen Amte, das die Ober⸗Aufsicht uͤber alle Aemter im Reiche sey, und indem er nun schon eine ziemliche Periode hindurch das Vertrauen Sei⸗ ner Hoheit erworben, mit angestrengtester Thaͤtigkeit vorzustehen,
die verschiedenartigen Angelegenheiten des Reiches zweckmaͤßig zu
leiten, uͤber das Verfahren der uͤbrigen Beamten streng zu wa⸗
(chen, wichtige Probleme mit den anderen hohen Staats⸗Beamten gemeinschaftlich zu besprechen, und fuͤr die Ausfuͤhrung alles Be⸗ schlossenen eifrig Sorge zu tragen — Alles, damit die Beduͤrf⸗
nisse der Großherrlichen Unterthanen, die Gott selbst Seiner Ho⸗
heit als kostbares Pfand anvertraut habe, befriedigt werden und
Jeder in seiner Noth Huͤlfe finde. Ein fernerer Artikel der vorliegenden Tuͤrkischen Zeitung ver⸗
kuͤndet einige, das Ober⸗Justiz⸗Kollegium betreffende Reformen. Die Mitglieder dieses Kollegiums, das der Centralpunkt aller
Diskussionen uͤber die vornehmsten Interessen des Staates, sollen hinfuͤhro saͤmmtlich Wuͤrdentraͤger der ersten Klasse, zweiter Ab⸗ theilung seyn, und ihre Zahl ist auf zehn festgesetzt, von denen der Sultan bereits neun ernannt hat und den 14⸗. noch zu ernennen sich vorbehaͤlt. Sechs andere Herren, die bis jetzt Mit⸗ glieder gewesen, sind als solche verabschiedet, aber in Erwaͤgung ihrer Verdienste um den Staat entweder mit genuͤgender Pension bedacht oder mit anderen Aemtern begnadigt worden. Zu den Ersteren gehoͤrt der bekannte Historiograph des Reiches und ehe⸗ malige Redacteur der Takwimi Wakasi, Essaad Efendi. Auch ist es raͤthlich erachtet worden, die mehr und mehr sich haͤufenden Urkunden des Kollegiums unter Obhut eines Archivars zu stellen, welches neue Amt der bisherige und nun durch einen Anderen remplacirte zweite Secretair erhalten hat.
Aus Nissa haben — wie dasselbe Blatt berichtet — die
dort anwefenden Großherrlichen Bevollmaͤchtigten kuͤrzlich ange⸗ zeigt, daß die Bulgarische Angelegenheit nun ganz und gar
beendigt sey. Den ungluͤcklichen Raja's, die ihre Ortschaften verlassen, sich zerstreut und zum Theil in Erdhoͤhlen versteckt hat⸗ ten, wurde ein Frieden und Amnestie verheißendes Bujuruldu des Muschirs Jaakub Pascha nebst dem schon fruͤher erwaͤhnten
Großherrlichen Fermane zugesandt, worauf sie mit ihren Familien schaarenweise heimkehrten und von den Gnadengeschenken, die Se.
Hoheit allen bei der Empoͤrung unbetheiligt gebliebenen Raja's zuerkannt, ihren respektiven Antheil empfingen. Mit diesen wohl⸗ thaͤtigen Spenden wird noch jetzt fortgefahren.
— ——
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Pn⸗s ge 1 Berlin, 30. Aug. Die bereits erwaͤhnte Feher des Dampf⸗
boots „Falke“ von Potsdam nach Brandenburg hat gestern, von dem herrlichsten Wetter beguͤnstigt, stattgefunden. Um 6 ½ Uhr Morgens sollte sich dasselbe von Potsdam aus in Bewegung shen. allein der Andrang von Passagieren war so groß, daß der Abfahrts⸗Termin nicht eingehalten werden konnte, sondern sich um 15 Minuten verzoͤgerte; dazu kam ein zweiter Aufenthalt von 10 Minuten bei Baumgartenbruͤck. Es waren ungefaͤhr 180 Passagiere an Bord, die sich fast alle auf dem Verdeck befanden, wodurch dasselbe fehr oberlastig wurde, und dem Schiffe einen großen Theil seiner Steuerkraft raubte, wozu man noch das un⸗ vermeidliche Hin⸗ und Wiedergehen, so wie das Draͤngen von einem Bord zurm andern rechnen muß. Trotz dieser unguͤnstigen Verhaͤltnisse hat der,Falke“ die Wasserstraße von Potsdam bis Brandenburg (etwa 7½ M.) in3 Stunden 20) Minuten zuruͤckgelegt, und sowohl durch feinen festen Gang, als durch die Anmuth und Leichtigkeit seiner Bewe⸗ qungen bewiesen, daß es eine sehr werthvolle Acquisition fuͤr den Dienst der Seehandlung ist. Ein Musikchor, welches sich am Bord befand, sorgte auf dem Hin⸗ und Ruͤckwege fuͤr die Unter⸗ haltung der Passagiere. In der That gewaͤhrt die Fahrt uͤber die großen Seen, so wie der Anblick der Ufer, die sich laͤngs den⸗ selben ausbreiten, einen großen Genuß, und Brandenburg selbst so manches Sehenswerthe, wozu man besonders den neurestau⸗ rirten Dom mit dessen Reliquien⸗Sammlung und die Katharinen⸗ Kirche rechnen muß. Eine große Annehmlichkeit bietet auch ein Spaziergang nach dem Marienberge, von welchem man eine schoͤne Aussicht uͤber das Havelland genießt. In dem sehr gut eingerich⸗ teten Gasthofe zum Hotel de Brandenbourg findet man eine sehr gute und billigen Table d'hote und jede nur wuͤnschenswerthe Bequem⸗ lichkeit. Die Ruͤckfahrt, durch den schoͤnen Abend noch angeneh⸗ mer als die Hinfahrt, dauerte, trotzdem daß das Schiff gegen den Strom lief, nur 5 Minuten laͤnger, was wohl darm seinen Grund hatte, daß sich die Passagiere auf dem Verdeck regelmaͤßiger ver⸗ theilten. Nach dem Interesse zu schließen, welches diese Fahrt bei allen Theilnehmern erweckte, ließe sich der regelmaͤßigen Beschiffung der Havel ein guͤnstiges Prognostikon stellen, wenn diese so ange⸗ ordnet wuͤrde, daß das Boot an jedem zweiten Tage der Woche von Potsdam nach Havelberg und am naͤchstfolgenden von Havpelberg nach Potsdam ginge, am Sonntage dagegen nur nach Brandenburg, aber, hin⸗ und zuruͤckfuͤhre⸗ Durch diese regelmaͤßige und zugleich billge Verbindung der Hauptstadt und der Havelstaͤdte wuͤrden diese letteren unstreitig den mehr⸗ fachsten Nutzen haben. Vielleicht koͤnnte man die Fuhrk auch bis
schof Neophyt von Phocis. Zu Ersatzmitgliedern: Bischof Neophyt zur⸗ Muͤndung der Havel in die Elbe ausdehnen, so daß diejeni
von Attika und der fruͤhere Bischof von Elis, Jonas,
Türkei.
n. 288 Smyrna, 5. Aug. Die ange sehensten Einwohner des Fran⸗
ken⸗Quartiers haben dem Contre⸗Admiral Bandjera, Befehlshaber
gen Passagiere, welche sogleich weiter zu reisen wuͤnsehen, durch eine einzurichtende Communicatisn sich an die Maͤgbeburg⸗Ham⸗ burger Dampf boͤte bringen ließen. — Zuerst wird nun am naͤch⸗ sten Sonntag wieder eine Fahrt nach Brandenburg statrfinden, und dem Publikum neuerdings Gelegenheit geboten werden, sich
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