1841 / 244 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 greslau, 30. Aug. (Bresl. Ztg.) Gestern und heute fruͤh ist das Breslauer Garde⸗Landwehr⸗Bataillon, die 2te Schuͤtzen⸗ Abtheilung und 6te Artillerie⸗Brigade von Breslau ausgeruͤckt, um Kantonnirungen bei Kapsdorf zu Das é6te Armee⸗ Corps wird nun daselbst ganz vereinigt seyn. Achtzehn Bataillone Infanterie ruͤcken heute in das Zeltlager bei Beilau. Morgen ist Ruhetag, den 1. September große Parade, den 2ten Manoͤver mit markirtem Feinde bei Borganie, den 3ten ebenfalls Mandoͤver in derselben Gegend mit markirtem Feind, bei welchem Manoͤver Se. Majestaͤt der Koͤnig vom 5ten Arme⸗⸗Corps erwartet werden.

Berlin, 31. Aug. Durch wiederholte dringende Aufforde⸗ rung des Institut de France, seinen statutenmaͤßigen Obliegenhei— ten zu genuͤgen, hat sich der Koͤnigliche General⸗Musik⸗Direktor Spontini veranlaßt gesehen, nach Paris zu reisen, ist demzufolge heute dahin abgegangen und wird im November d. J. auf seinen Posten zuruͤckkehren.

Ueber die Erziehung der Armenkinder in England. Erster Artikel. Einleitung. Die neuesten Reports der Britischen Armengesetz⸗Kommission uͤber diesen Gegenstand.

Es ist eine der hervorstechendsten Eigenthuͤmlichkeiten hoͤherer Entwickelungsstufen der Nationen, sowie der aus denselben her⸗ vorgehenden und mit denselben zusammenhaͤngenden komplizirten sozialen Zustaͤnde, daß, wenn auch in Folge derselben im Allge⸗ meinen sich ein hoͤherer Grad geistigen Lebens und physischen Wohlseyns unter der Bevoͤlkerung verbreitet, als in Laͤndern, de⸗ ren Population noch im Naturzustande verharrt, doch zugleich dort die Gegensaͤtze in allen Kreisen des Daseyns mehr her⸗ vortreten, als hier. Es erklaͤrt sich dies Phaͤnomen ganz natuͤr⸗ lich dadurch, daß, wo viele und bereits entfaltete Kraͤfte sich frei und ungehindert einem hoͤheren Ziele entgegenbewegen duͤrfen, we⸗ gen der stets mehr oder minder vorhandenen Ungleichheit der Kraͤfte ein Ueberreiz und ein Ueberfluͤgeln auf der einen, ein Er⸗ schlaffken und Nachbleiben auf der anderen Seite eintritt, waͤh⸗ rend bei Natur⸗Voͤlkern die noch ruhig verharrenden und wenig entwickelten Kraͤfte nur langsam und ziemlich gleichmaͤßig sich vorwaͤrts bewegen.

Die eben erwaͤhnten, aus hoͤheren Civilisations⸗Zuständen er⸗ wachsenden Gegensaͤtze im Leben der Voͤlker treten besonders scharf in den bkonomischen Verhaͤltnissen der Gesellschaft hervor, und da die letzteren stets einen so großen Einfluß auf den sittlichen Zustand der Bevoͤlkerung ausuͤben, so ist es in neuerer Zeit haͤufig zur Betrachtungsweise wohlmeinender Gemüuͤ⸗ ther geworden, die Civilisation uͤberhaupt als ein fluchwuͤr⸗ diges Geschenk anzusehen, und den großen Hebel des Industria⸗ lismus als die Ursache alles Elends der modernen Zeit zu ver⸗ dammen. Und doch ist es gerade dieser Hebel, dem wir fast al⸗ les Gute und Große verdanken, das unsere Zeit vor der Vergan⸗ genheit auszeichnet, durch den die Gegenwart im Allgemeinen See besser und gluͤcklicher geworden ist, als die Vergan⸗

enheit.

8 Nichtsdestoweniger koͤnnen die großen Uebel nicht hinwegge⸗ leugnet werden, die aus dem Vorhandenseyn jener Gegensaͤtze er⸗ wachsen, und keine wohlgeordnete Regierung, die ihrer Bestim⸗ mung und ihrer Pflichten eingedenk ist, wird dieselben uͤbersehen, oder mit Gleichguͤltigkeit ignoriren, vielmehr wird sie es als ine heilige Obliegenheit anerkennen, dahin zu streben, daß die schlimmen Wirkungen jener Gegensaͤtze moͤglichst aufgehoben und eine harmonische Entwickelung aller Kraͤfte moͤglichst befoͤrdert werde.

Das aber kann und wird nicht durch ein direktes und gewaltsames Einschreiten gegen so viele zu Tage liegende traurige Erscheinungen geschehen, sondern allein durch ein Auf— suchen des Grundes derselben, und durch ein von Einsicht, Wehlwollen und Energie geleitetes Bestreben, diesen Grund zu beseitigen und die Wurzel zu vernichten.

Diese Ansicht, diese feste Ueberzeugung hat sich in neuester Zeit auch in Großbritanien Bahn gebrochen, jenem Lande, das durch seinen Reichthum, seine politische Macht und seinen Unternehmungsgeist fast alle uͤbrigen Voͤlker im letzten Jahrhun⸗ dert uͤberfluͤgelt, und dabei doch so mannigfachen Krankheitostoff, so viel Elend und Noth im Innersten seines Nationallebens aufzu— weisen hat. Mit anderen Worten, man hat sich neuerdings in England fast durchweg von den Unzweckmaͤßigkeit der fruͤheren Verwaltung des Armenwesens uͤberzeugt, man hat einsehen ge— lernt, daß durch maßlose und planlose Unterstuͤtzungen das vor— handene Elend der niederen Volksklassen nicht allein nicht be⸗ schwichtigt oder getilgt, sondern vielmehr nur noch vermehrt wor⸗ den sey, daß das einzig wirksame Mittel zur Beseiti⸗

ung der kuͤnstlichen, Verarmung allein in der Fuͤr⸗ orge fuͤr eine vernuͤnftige und angemessene Erzie⸗ hung des aufkeimenden Geschlechts beruhe.

In dieser Beziehung sind von dem hoͤchsten Interesse und gewaͤhren den groͤßten Grad von Belehrung die verschiedenen, in der neueren Zeit von der fuͤr den Zweck der Verbesserung der Armen⸗Gesetzgebung niedergesetzten Parlaments⸗Kommissson er⸗ statteten Berichte, namentlich der letzte, erst vor kurzem publizirte:

Report to the secretary of the State for the Home Depart- ment, from the Poor Law Commissioners, on the Fraining of Pauper Children, with Appendices. London. 1841. 8.

Bekanntmachun g. Ses

Der Oekonom Wilhelm von Bock aus S - bei Zuͤllichau ist durch das rechtskraͤftige des unterzeichneten Gerichts vom 24. Mai 1841 des Adels verlustig erklaͤrt worden.

Birnbaum, den 18. August 1841. Bek

8 Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht.

MNothwendige Subhastation. Von dem Koniglichen Land⸗ und Stadtgerichte zu Gollnow soll das den Erben des Scheerenschleifers Worms gebzrige Haus Nr. 170 Stadt, tarirt zu 251 Thlr. 15 Sgr.,

aufgehoben.

All iner Anzeiger gemeiner Anzeiger Bekanntmacht 2 Kaiser Franz Grenadier⸗Regiment in Berlin gewe⸗ Hungen. sene Unteroffizier Ernst August Worms, werden auf⸗ geboten, sich bei Vermeidung der Praͤklusion spaäͤ⸗ testens in diesem Termine zu melden. Gollnow, den 11. August 1841.

F

anntmachung. 8

Der auf den 2. September er. anberaumte Lici tations⸗Termin zum Verkauf der Fuͤrstlich von Schoͤn⸗ burgschen Bauerguͤter 1

Berlin, den 31. August 1841. Koͤnigliches Landgericht.

1084

Da die in diesem Report niedergelegten Beobachtungen und Untersuchungen auch fuͤr Deutschland kein geringes Interesse haben, so wollen wir versuchen, den Hauptinhalt und die wichtig⸗ sten Resultate jener Schrift in gedraͤngter Kuͤrze unseren Lesern vorzulegen.

Der dem Buche vorgedruckte und den mitgetheilten Beob⸗ achtungen gewissermaßen als Einleitung dienende Bericht der Poor Law Kommission an den Minister des Innern, Marquis of Normanby, ist datirt vom 21. Januar 1841. In demselben wird als der hoͤchste und Haupt⸗Zweck, mit dessen Realisirung sich die Armen⸗Gesetz⸗ gebung zu beschaͤftigen habe, eine zweckmaͤßige und sorgsame re⸗ ligioͤse, sittliche und industrielle Erziehung der Ar⸗ menkinder angegeben, weil durch dieselbe allein die Mittel ge⸗ geben seyen, einer Ausdehnung des Pauperismus vorzubeugen, weil nur durch dieselbe die Folgen der Abstammung jener Kinder von lasterhaften Eltern, und die Wirkungen der Verkuͤmmerung in der sie bei den traurigen haͤuslichen Verhaͤltnissen der Ihrigen bisher gelebt, aufgehoben wuͤrden. .

Ein großer Theil solcher Armenkinder fand bisher Aufnahme und Erziehung in den Arbeitshaͤusern (workhouses), die in den einzelnen Kirchspielen existiren, um den erwachsenen Armen gezwungen oder ungezwungen Beschaͤftigung und Erwerb zu ge⸗ ben. Die Gesammtzahl aller dergestalt in den Arbeitshaͤusern von England und Wales befindlichen Kinder, von dem fruͤhesten Alter, bis zum vollendeten 16ten Jahre, wird auf 50 60,000 geschaͤtzt. Es sind meistentheils Waisen, uneheliche oder von ihren Eltern verlassene Kinder, oder endlich Abkoͤmmlinge von solchen Vaͤtern oder Muͤttern, die physisch oder moralisch unfaͤhig er⸗ scheinen, ihre Elternpflichten zu erfuͤllen.

Ueber die Zweckmaͤßigkeit des Verfahrens, dergleichen un⸗ gluͤckliche Kinder in den Arbeitshaͤusern unterzubringen, haben sich nun in der neueren Zeit in England selbst viele Zweifel erhoben, und es hat allmaͤlig auch dort die Ansicht Raum gewonnen, daß von Seiten der Behoͤrden und des Publikums eine angemessenere Fuͤrsorge fuͤr dieselben getroffen werden muͤsse. Um nun ein rich⸗ tiges und unbestochenes Urtheil uͤber die Wirkungen des bisheri⸗ gen Verfahrens zu erlangen, und zugleich sich uͤber die besten Mit— tel zur Abaͤnderung der vorhandenen Uebel unterrichten zu koͤnnen, erließ schon im Anfange des verwichenen Jahres (1840) das Par⸗ laments⸗Comité fuͤr die Armen⸗Gesetzgebung Cirkulare an saͤmmt⸗ liche Armen-Kommissionen der einzelnen Kirchspiele, um von den⸗ selben das noͤthige Material zu erhalten. Es wurde denselben in jenen Cirkularen ans Herz gelegt, vor allen Dingen auf dreierlei ihr Augenmerk zu richten:

1) Bericht zu erstatten uͤber den Zustand des Armen-Schul— wesens vor der Erlassung des neuen Armen⸗Gesetzes (Poor Law Amendment Act);

2) Nachricht zu geben uͤber die Verbesserungen, welche in den .““ seit der Publizirung jener Akte eingefuͤhrt eyen;

3) sich uͤber die wuͤnschenswerthen Verbesserungen, die in der Einrichtung jener Schulen angebracht werden koͤnnten, so wie uͤber die Hindernisse auszulassen, welche sich der Ausfuͤhrung solcher Verbesserungen entgegenstellten. Sodann wurden jene Kommissionen noch ersucht, vornehm⸗

lich auf die Beantwortung folgender Fragen Bedacht zu nehmen:

Ob und welche Mittel, vor der in neuerer Zeit entstandenen Bildung von Vereinen fuͤr das Armen⸗Bildungswesen, von Sei⸗ ten der Kirchspiels⸗ und uͤbrigen Behoͤrden angewandt worden seyen, die zum Behuf ihrer Erziehung in die Arbeitshaͤuser der Parochieen und Corporationen aufgenommenen Kinder von den Erwachsenen zu trennen? ob dieselben in diesem Falle so scharf von einander geschieden seyen, daß durch das uͤble Beispiel der er⸗ wachsenen Hausgenossen oder durch die Unterhaltung mit den letzteren kein nachtheiliger Einfluß auf sie habe ausgeuͤbt werden koͤnnen, und ob außerdem noch Verhaͤltnisse in den Arbeitshaͤu⸗ sern existirten, die der sittlichen Ausbildung der Kinder Hindernisse in den Weg legten? ob sich wohl bei tuͤchtigen, gebildeten Lehrern Bereitwilligkeit zeige, den Unterricht in den Arbeitshaͤusern zu uͤbernehmen, und ob das Subordinations⸗Verhaͤltniß, in welchem ein solcher Lehrer dem Vorsteher des Werkhauses gegenuͤber stehe, ein gutes Verstaͤndniß zwischen beiden zulasse? Welches die durch⸗ schnittliche Anzahl der Kinder zwischen 3—14 Jahren in den Di⸗ strikts⸗Arbeitshaͤusern sey? wie hoch ungefaͤhr sich durchschnittlich die Besoldung eines Lehrers oder einer Lehrerin in einem solchen Hause belaufe? welches etwa die Lebensweise der letzteren sey, und worin die hauptsaͤchlichsten Anordnungen bestaͤnden, ihre Arbeit erfolgreich zu machen? Sodann wird Auskunft uͤber Alter, Beschaͤftigung, Qualification, Charakter und Betragen des angestellten Lehrpersonals gewuͤnscht, so wie uͤber Umfang und Qualitaͤt des von demselben ertheilten Unterrichts, uͤber die uͤbliche Methode und die eingefuͤhrten Schulbuͤcher, uͤber die Aus⸗ dehnung, in welcher Knaben wie Maͤdchen zum Gewerbfleiße an⸗ geleitet wuͤrden, uͤber die Anstalten zur Erhaltung und Befoͤrde⸗ rung der Gesundheit und des Frohsinns der Jugend, uͤber den Charakter der Schul⸗Disziplin, uͤber die ertheilten Auszeichnun⸗ gen, und ob dieselben allein bei intellektuellen Fortschritten, oder nur bei einer Vereinigung intellektueller und moralischer, oder le⸗ diglich bei sittlichem Verhalten gewaͤhrt wuͤrden? ob koͤrperliche worden seyen, und ob man Huͤlfsmittel zur Anwendung gebracht habe, um die moralische Erziehung der Kinder zu foͤrdern? end⸗ lich daruͤber: wann die Kinder in der Regel die Anstalt verließen und ob der Fall sich haͤufig ereigne, daß sie zuruͤckkehrten?

Zur Beantwortung dieser verschiedenen, in dem angefuͤhrten

Zuͤchtigungen sich als noͤthig erwiesen, ob Belohnungen ertheilt

Vorstehern der einzelnen Armen⸗Kommissionen eingelaufen, denen die wichtigsten, durch welche man eine klare Anschauumg

192

langt, in dem vorliegenden Werke abgedruckt sind. tat der Untersuchungen, welche sich auf diese Berichte stuͤtzen wird die Verwerflichkeit der Unterbringung solcher un⸗ gluͤcklichen Kinder in den Werkhaͤusern hingestellt, und dagegen die hohe Wichtigkeit der Errichtung von beson⸗ deren Distrikts-Schulen fuͤr diesen Theil der Britischen Jugend hervorgehoben. Es wird auf einleuchtende Weise dar⸗ gethan, daß die moralische und religiöͤse Erziehung in den Ar⸗ beitshaͤusern nicht so gut gefoͤrdert werden koͤnne, wie in Distrikts⸗ Schulen; es sey nicht möͤglich, fuͤr jene die nothige Anzahl guter und tuͤchtiger Lehrer aufzufinden; auch sey die Verfuͤhrung der Kinder durch die Erwachsenen in den Arbeitshaͤusern zu leicht moͤglich. Dergleichen Maͤngel und unangenehme Moöglichkeiten habe man von den Distrikts⸗Schulen nicht zu befuͤrchten; vielmehr werde in denselben guten Lehrern und Lehrerinnen we⸗ sentlich die Loͤsung der schwierigen Aufgabe erleichtert, an den in dieselben aufgenommenen verwaiseten, unehelichen. verlassenen und verwahrloseten Kindern die Aeltern⸗Pflichten zu erfuͤllen. Aus diesem Grunde empfiehlt das Comité dringend die Errichtung be⸗ sonderer Vereine fuͤr die Errichtung solcher Distrikts⸗ Schulen. Nur dadurch wuͤrden die Anstrengungen der Ver⸗ waltung: die ungluͤcklichen Kinder in eine Laufbahn tugendhafter und erfolgreicher Thaͤtigkeit zu leiten wirksam gemacht werden.

Ueber den Inhalt mehrerer der bedeutendsten und interessan⸗ testen Berichte selbst werden wir bald das Naͤhere mittheilen. 9.

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Dauer der Eisenbahnkahrten am 31.

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Abgang vopD

Berlin. St

Abgang

von

Zeitdauer M1. Potsdam.

42 [Um 6 9 Uhr Morgens.. 1“ 41 1. 12¼ 40 8. 4 ½ IE1

Zeitdauer St. M. 42 40 42 40 47 54

8 Uhr Morgens... 11 Vormittags. Nachmittags Nachmittags Abends....

Abends...

Vormittags . Nachmittags Nachmittags Abends.. Abends...

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 28. Juli. Niederl. wirkl. Schuld 5112¼. Kanz. Bill. 25 526. 5 % Span. 18, ⁄2. Passive. —. Ausg. —. Zinal. —. Preuas. Präm. Sch. Pol. —. Oesterr. —.

Hambu r g, 30. Aug. Bank-Actien 1615. Engl. Russ. 108 ½.

L o n don, 27. Aug. Cons. 3 ½ 89 ½. Belg. 102 ¼. Neue Anl. 20 ¼. Passive 4 ½. Ausg. Sch. 10. 2 ½ ½ IIoll. 515. 5 ½ Port. 29 ½. Engl. Russ. 114 ¼. Bras. 67. Columb. 20 ½. Mex. 26. Peru 16. Chili 70.

Paris, 27. Aug. 20 3 Port. —.

Petersburg, 24. Aug. Lond. 3 Met. 39 ½. Poln. à Par. 300 PFl. 70. do. 500 PFl. 73 ½.

Wien, 27. Aug. 5 % Met. 106—%.

Neapl. fin cour. 104. 30. 5 8 Span. Rente 21 ½. Passive 4 ⁄. IIamb. 31 ⅔.

0 w—0b1 4 ½ 97 4.

Paris —.

Cirkular vorgelegten Fragen sind nun zahlreiche Berichte von den

ies 1 ·Nee —e

uͤbergeben. bei Herrn Wendland.

Königliche Schauspiele.

Donnerstag, 2. Sept. Im Schauspielhause. male: Aelternliebe, Drama in 2 Akten, nach dem Franzoͤsischen des Bayard. Hierauf: Der Heirathsantrag auf Helgoland, lebendes Bild in 2 Abth., von L. Schneider.

Freitag, 3. Sept. Im Opernhause: Euryanthe, große ro⸗ mantische Oper in 3 Abth., mit Tanz. Musik von C. M. von We⸗ ber. (Mad. Fischer⸗Schwarzboͤck, vom Großherzogl. Badischen Hoftheater zu Karlsruhe: Euryanthe, als letzte Gastrolle.)

6

Königestädtisches Theater.

Donnerstag, 2. Sept. Julerl, die Putzmacherin. Parodi⸗ rende Posse mit Gesang in 2 Akten, von C. Meisl. (Herr Plock, vom Stadttheater zu Hamburg: Cinnerl, als Gast.)

Freitag, 3. Sept. Die Reise auf gemeinschaftliche Kosten. Posse in 5 Akten, von L. Angely. (Herr Plock, Brennicke, als vorletzte Gastrolle.)

Sonnabend, 4. Sept. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale: Torquato Tasso. Opera in 3 Aui. Poeésia del Sgr. Giacopo Ferretti. Musica del Maestro Gaetano Do- mi1zetti.

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in der Orchester⸗Loge 1 Rthlr. 10 Sgr. Ein Platz in den Logen und im Balkon des ersten Ranges 1 Rthlr. u. s. w.

Textbuͤcher, in Italienischer und Deutscher Sprache, sind im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau und Abends an der Kasse à 5 S ““ 8

Verantwortlicher Redacteur Dr.

J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

die Preußischen Staaten.

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nam orthograph. quoad ejus fieri potuit revocata ed. P. Wagner. Acced. orthographia Vergiliana. Index in Heynii notas atque commentarios et conspectus eorum, quae hac editione continentur. Mit dem obigen 5ten Bande, welcher, den wieder⸗

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zu Mariendorf wird hierdurch 8 (Stechbahn 3):

am 26. November, Vormittag 11 Uhr, an ordentlicher Gerichtsstelle subhastirt werden. Tarxe und Bedingungen sind in der Registratur einzusehen.

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talité de l'ame. Examen de quelques résultats

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8 von der eigenthuͤmlichen Einrichtung der Arbeitshausschulen, und den

Einwirkungen derselben ouf die Erziehung der Armen⸗Kinder er⸗

Amtliche

August 1841.

nigin von Griechenland. Schreiben aus

5 % 40. 100 5.

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5 Rente fin cour. 1I 18. 3 ½ Rente fÿin cour.

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Nacht vom eeine seiner 8 lich gewesenen kostbaren Gemaͤlde,

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9111 ir.Sür 818 qEEE 16 Rußland und Polen. St. Petersburg. Einsturz des Georgen Saales im Kaiserlichen Winter⸗Palais. Warschau. Durch⸗ reise des Erbgroßherzogs von Sachsen⸗Weimar und Abreise des Fuͤrsten Statthalter. ge, Frankreich. Paris. Marschall Soult und Herr Guizot und das Journal des Debats. Der Rollin. Algier: Vorbereitungen zur Herbst⸗Campagne.

mischtes. Großbritanien und Irland. Parl. Verb. Oberh. Antwort

der Koͤnigin auf die Adresse. Unterh. Schluß der Adreß-De⸗ beatten. London. Lebewohl der Times an die Minister.

Geheimeraths⸗Befehl hinsichtlich der Ausfuͤhrung des Vertrages

mit Preußen und den uͤbrigen Zoll⸗Vereins⸗Staaten. Schiffs⸗

bau. Kriegszustand am La Plata. Getraide⸗ und Geldmarkt.

Rauferei zwischen Parlaments Kandidaten. Vermischtes. Niederlande. Haag. Die Generalstaaten und das Budget. Dänemark. Kopenhagen. Mistreß Fry. Neue Uniformirung Deutsche Bundesstaaten. Schreiben aus Leipzig. (Die Feuer⸗

Versicherungs⸗Anstalt; „L Verein 8 Se.

protestantische Gemeinde zu Prag.) Hannover. Reise der Ko⸗

Dobberan. (Bevorste⸗ hende Versammlung Deutscher Forst⸗ und Landwirthe.) K arls⸗

ruhe. Vereinigung zwischen Wuͤrttemberg und Baden hinsicht⸗

lich der Schenkmaß⸗Gefaͤße. Detmold. Zoll⸗Angelegenheiten.

Hamburg. Anwesenheit des Kronprinzen von Bayern.

Schweiz. Basel. Eisenbahn zwischen Straßburg und Basel. Die Bas. Ztg. uUber die Aargauische Kloster⸗Frage.

Spanien. Brief aus Madrid. (Furcht und Besorgnisse der herr⸗ schenden Partei; Aufloͤsung der Gardes du Corps; Feier des 1. September.) Paris. Die Cortes geschlossen.

Türkei. Konstantinopel. Vier Hinrichtungen.

Inland. Gruͤnberg. Reise Ihrer Koͤnigl. Majestaͤten. Ber⸗

Blin. Allerhoͤchste Bestaͤtigungs⸗ Urkunde des Statuts der Ober⸗ Schlesischen Eisenbahn. Kulm. Einweihung einer neuen Kirche. Koblenz. Kollekte fuͤr den Dombau in Koͤln.

8 ““ I1“ Zur Literatur uͤber die Zucker⸗Frage.

Humann. Prozeß Ledru⸗ Ver⸗

Kronik des Tages. 3 Abgereist: Se. Excellenz der 5 und Kriegs⸗Minister, General der Infanterie, von Boyen, nach

Liegnitz. b 1 Se. Excellenz der General-Lieutenant und kommandirende General des 2ten Graf zu Dohna, nach Stettin.

——eg

ungs-Nachrichten.

Ausland.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 26. Aug. In dem seit anderthalb Jah— ren wieder aufgebauten Kaiserlichen Winter⸗Palais ist in der 22sten zum 23ͤten d. M. der große Georgen-Saal,

schonsten Zierden, eingestuͤrzt, wodurch die darin befind⸗ Statuen, Vasen ꝛc. voͤllig ver⸗ nichtet worden sind. Man schaͤtzt den Schaden auf mehrere Rubel. Menschenleben sind dabei gluͤcklicherweise nicht verloren gegangen; auch ist der uͤbrige Theil des Palastes, allem

Anscheine nach, unversehrt geblieben. Am Tage vorher hatte das

Ordens⸗Kapitel in jenem Saale noch eine Sitzung gehalten.

Warschau, 29. Aug. Der Erb⸗Großherzog von Sach⸗ sen⸗Weimar ist, von St. Petersburg zuruͤckkehrend, vorgestern in Warschau angekommen und, nachdem Höͤchstderselbe dem Fuͤrsten Statthalter einen Besuch abgestattet, gestern weiter gereist.

Der Fuͤrst Statthalter ist heute fruͤh von hier nach Kauen abgereist.

Frankreich.

Paris, 28. Aug. Der Conseils⸗Praͤsident, Marschall Soult, ist gestern vom Schlosse Eu wieder in. Paris eingetroffen. Er empfing gleich nach seiner Ankunft den Finanz⸗Minister. Es heißt, man habe in Eu neue Beschluͤsse in Bezug auf die Registrirungs⸗ Maßregel getroffen, und Marschall Soult sey beauftragt, Herrn Humann von denselben in Kenntniß zu setzen. Heute fruͤh waren saͤmmtliche in Paris anwesende Minister in dem Hotel des Kriegs⸗ Ministeriums versammelt. 3 1“

Bei Gelegenheit der Vorfaͤlle in Caen unter dem erneuten Angriffe der Oppositions⸗Journale gegen Herrn Guizot sagt das JFournal des Débats: „Wir waren zur Zeit der Coalition moamentan von Herrn Guizot getrennt; wir sind es nicht mehr, wir werden es nicht mehr seyn. Der Platz des Herrn Guizot ist unwiderruflich an der Spitze der constitutionellen und monarchi⸗

scchen Partei bezeichnet. Er hat ihn wieder eingenommen, er wird ihn behalten. Seine Rolle, die Rolle, welche ihm durch die Tiefe seines Charakters und seines Talentes, durch die Erhabenheit sei⸗ nes Geistes angewiesen wird, besteht darin, die Ordnung, das Koͤ⸗ nigthum, die Charte, den Frieden und die wahre Freiheit gegen die Factionen aller Art und aller Farbe zu vertheidigen.“ Zur Zeit der Coalition rief das Journal des Débats dem Herrn Guizot zu: Sie koͤnnen vielleicht noch einmal unseren Beistand erlangen, aber unsere Achtung niemals! Man darf sich nicht wundern, wenn jetzt die Parteien, die Herrn Guizot gegenuͤberstehen, sich einer solchen uͤbereilten Aeußerung erinnern, um sie zur Basis aller ihrer Argumentirungen gegen den Charak⸗ ter des gegenwaͤrtigen Ministers der auswaͤrtigen zu machen. X“

Wirkliche Geheime Staats⸗

8

Angelegenheiten

In der Presse liest man: „Man hatte angezeigt, daß die Deputirten der linken und rechten Seite sich versammeln wuͤr⸗ den, um gegen die welche gegen Herrn Ledru⸗Rollin eingeleitet sind. Die Ver⸗ sammlung hat, wie es scheint, stattgefunden, aber sie wird nicht

die Resultate liefern, welche man sich davon versprach; man wird

keine Protestation veroͤffentlichen. Die Deputirten der extremen Parteien sind vor der Erinnerung an das Compte⸗rendu zuruͤck⸗

geschreckt. Sie haben, wie es scheint, beschlessen, daß die Ver⸗ fassungsmaͤßigkeit der Frage vor die Kammern gebracht werden

De

soll, und daß man sich fuͤr jetzt darauf beschraͤnken wolle, 4 De— putirte zu bezeichnen, welche dem Herrn Ledru aus dem Assisenhofe als Vertheidiger beigegeben werden sollen. diese Maßregel durch die Schwierigkeit der Vertheidigung veran⸗ laßt worden ist. Unseres Erachtens konnte Herr Ledru sich sehr gut allein vertheidigen; aber wir beklagen uns uͤber jenen Ent— schluß nicht. Es wird pikant seyn, Herrn Berryer die Unverletz⸗ lichkeit der Waͤhler und der Kandidaten und die Wahl-Souve— rainetaͤt vertheidigen zu sehen; vielleicht aber werden die Verthei⸗ diger nur thun, was alle Welt haͤtte thun koͤnnen, naͤmlich sich

darauf beschraͤnken, das Unpassende jener gerichtlichen Verfolgun⸗

gen herauszuheben, ohne die Prinzipien ins Spiel zu mischen. In diesem Falle wuͤrden wir ihnen nur beipflichten koͤnnen.“ Dem Courrier françgais wird aus Oran vom 15ten d. geschrieben: „Die Vorbereitungen zur Herbst⸗Campagne sind schon im vollen Gange; die Division wird etwa in 14 Tagen ihren Marsch antreten. Der Krieg wird dieses Mal mit großer Ener— gie gefuͤhrt werden, und es ist die Rede davon, alle kleinen Posten in der Umgegend von Oran, mit Ausnahme desjenigen von Mi⸗ serghin, einzüziehen. Den uns zugekommenen Nachrichten aus

Mostaganem zufolge, haͤtten nur zwei Staͤmme der Medscheher

und einige vereinzelte Familien bis zu unseren Vorposten gelangen können. Die Flucht derselben war so eilig, daß sie einen Theil ihrer Zelte zuruͤckgelassen haben. Der Oberst Tempourre unter⸗ handelt jetzt mit den Scheiks einiger anderen Staͤmme.“

Herr von Genoude, Haupt-Redacteur der Gazette de France, behauptet in einem an die hiesigen Journale gerichteten Schreiben, die Zulassung der Gazette in die Römischen Staa⸗ ten sey von der Paͤpstlichen Regierung nur aus dem Grunde un⸗— tersagt worden, weil in diesem Journale der Grundsatz des allge⸗ meinen Stimmrechts vertheidigt werde und dieser einer Regierung

wohl habe anstoͤßig erscheinen koͤnnen, welche ihrem Volke eine

solche Freiheit nicht bewilligen koͤnne.

Boͤrse vom 28. August. An der heutigen Boͤrse fand einiger Umsatz statt. Die Course der Renten gingen anfaͤnglich zuruͤck, aber gegen Ende der Boͤrse fanden sich einige Kaͤufer, und die Rente schloß zu den gestrigen Preisen.

1““ Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 27. August. Heute uͤberbrachte der Lord⸗Ober⸗Haushof⸗ meister der Koͤnigin, Graf von Erroll, die Antwort der Koͤnigin auf die Adresse des Oberhauses. Sie lautet folgendermaßen:

„Es freut Mich, zu finden, daß das Oberhaus von der Wich⸗ tigkeit der Erwaͤgungen, auf welche Ich es mit Hinsicht auf den Handel des Landes und die den Getraidehandel regulirenden Ge— setze aufmerksam gemacht, tief durchdrungen ist, und daß es bei der Entscheidung uͤber das Verfahren, welches zu befolgen wuͤn⸗ schenswerth seyn moͤchte, sein ernstlicher Wunsch seyn wird, die Interessen aller Klassen Meiner Unterthanen zu Rathe zu ziehen

u..

und deren Wohlfahrt zu befoͤrdern. Da Ich stets auf den Rath

des Parlaments zu achten Willens bin, so werde Ich die ande⸗ ren in Ihrer Adresse enthaltenen wichtigen Angelegenheiten unver⸗ zuͤglich in Erwaͤgung nehmen.“

Die letzte Aeußerung scheint sich auf die Erklaͤrung des Ober— hauses zu beziehen, daß das jetzige Ministerium nicht das Ver— trauen des Landes besitze, und daß unter seiner Leitung daher

die dem Parlament zur Erwaͤgung empfohlenen Maßregeln nicht

mit Nutzen fuͤr das Gemeinwohl berathen werden koͤnnten. Im Uebrigen kam nichts von Interesse in dieser Sitzung des Ober⸗ hauses vor, die nur sehr kurze Zeit dauerte.

Unterhaus. Sitzung vom die von der Konferenz der nonkonformistischen Geistlichen zu Man⸗ chester angenommene Petition gegen die Korngesetze dem Hause uͤberreicht worden war, schritt man wieder zur Debatte uͤber die Adresse. Die ersten Redner erregten wenig Aufmerksamkeit, wie denn uͤberhaupt diese Verhandlungen sich in fortwaͤhrender Wie⸗

derholung bis zum Ueberdruß durchgesprochener Gegenstaͤnde und

Partei-Anfeindungen ergehen. b

Herr Hawes, der die in der vorigen Sitzung von Herrn Goul⸗ burn gehaltene Rede beantwortete, suchte besonders darzuthun, daß das Volk von den Tories nur neue Lasten zu erwarten habe, waͤhrend das jetzige Ministerium sich bemuͤht habe, die alten zu erleichtern. Mit besonderer Animositaͤt sprach er sich gegen die Coalition zwischen Sir R. Peel und den beiden ehemaligen Whigs, Lord Stanley und Sir J. Graham, aus, welche Letzteren uͤbrigens auffallender Weise im Laufe dieser Debatte gar nicht das Wort genommen haben. Sir R. Peel, meinte der Redner, habe doch wenigstens seine Grundsaͤtze nicht geaͤndert, und er wolle denselben lieber allein als Diktator er⸗ blicken, als mit solchen Kollegen im Amte verbunden.

Herr Villiers, der bekannte Verfechter gegen die Korngesetze, schrieb das Schweigen der Tories uͤber diesen Gegenstand, welches den Haupt⸗Angriffspunkt der ministeriellen Partei gegen sie bildet, ihrer Besorgniß zu, daß sie in diesem kritischen Augenblick durch die offene Darlegung ihrer desfallsigen Ansichten das Land gegen sich aufbringen moͤchten. orit einen Klasse der Volksvpartei, naͤmlich den Chartisten und den Ar⸗ men, zu verdanken, welche sich ihrer als Werkzeug bedienen woll⸗ ten, um die andere Abtheilung dieser Partei zu zuͤchtigen. Mit Herrn Roebuck war er der Meinung, daß die Minister ihre Popu⸗ laritaͤt hauptsaͤchlich dadurch verloren haͤtten, weil sie ihre der Volkspartei gegebenen Versprechungen nicht erfuͤllt, doch glaubte er, daß von Lord John Russell's unbedachter Aeußerung, die Reform⸗ Bill muͤsse als eine Schlußmaßregel betrachtet werden, doch gar zu viel Aufhebens gemacht worden sey, um so mehr, als Letzterer durch

gerichtlichen Verfolgungen zu protestiren,

Wir wissen nicht, ob

27. August. Nachdem heute

Ihre Majoritaͤt, meinte er, haͤtten sie nur der

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en Finanz⸗Maßregeln jene Unbedachtsamkeit vollkommen

wieder gut gemacht habe. Lord F. Egerton wollte aus Lord Morpeth's Niederlage bei den letzten Wahlen einen besonders schlagenden Beweis dafuͤr finden, wie verhaßt das jetzige Ministerium im Lande sey, da wedee der treff⸗ liche Privat⸗Charakter, noch das offentliche Verdienst und Talent ei⸗ nes solchen Mannes in den Augen der Waͤhler den einzigen Fehler desselben, daß er zu diesem Ministerium gehoͤxe, habe aufwiegen⸗ koͤn⸗ nen. Wenn der Kanzler der Schatzkammer sich daruͤber beklage, daß die Konservativen in dieser Debatte gar keinen Aufschluß uͤber ihre kuͤnf⸗ tige Politik geben wollten, und wenn er sage, dies heiße so viel, als die Rolle des „Hamlet“ bei der Auffuͤhrung dieser Tragoͤdie aus⸗ lassen, so koͤnne man ihm darauf nur antworten, daß das Land gar nicht eher eine Vorstellung des Stuͤcks wuͤnsche, bis neue Schauspie⸗ ler da waͤren. V Nun ergriff O'Connell das Wort und praͤsentirte sich, da er bekanntlich doppelt gewaͤhlt worden, als Repraͤsentant zweier der groͤß⸗ sen Ackerbau Grafschaften Irlands, die uͤber eine Million Seeclen zaͤhlten und ihn mit voller Kenntniß seiner Ansichten von den Korn⸗ gesetzen gewaͤhlt haͤtten. Er zog zunaͤchst gegen die Grundbesitzer zu Felde, die, wie er behauptete, jene Gesetze nur um ihrer Rente willen aufrecht zu erhalten suchten und sich dabei doch so stellten, als liege ihnen das Wohl des Volkes am Herzen. Selbst einen festen Zoll von 8 Shilling wollte e⸗, nach seiner gewohnten Weise, nur als Abschlags⸗ Zahlung so lange sich gefallen lassen, bis man des ganzen Ackerbau⸗ Schutzes los werden koͤnne. Auch an Gleichnissen ließ er es nicht fehlen. So sagte er unter Andecem: „Ich hoͤrte einmal Je⸗ mand daruͤber klagen, daß bei seinem Pferde nichts anschlagen wolle, obgleich er es schon mit Taback und zwanzig anderen Dingen versucht habe. Ein Freund fragte ihn: Haben Sie es denn schon mit Hafer versucht? Moͤchte es doch so das Parlament bei dem Volke einmal mit Brod versuchen!“ Dann ging er auf eine Veecgleichung der Whigs und Tories uͤber. Von den Ersteren ruͤhmte ec, daß sie die Kriminal⸗Gesetze gemildert, den Stempet von Zeitungen und pe⸗ Friodischen Schriften und das Briefporto herabgesetzt, die Ehen der Dissenters erleichtert, ein Viertel des Zehnten aufgehoben, als Schritt zur gänzlichen Aufhebung desselben, wie er hoffte, die verrotteten Burgflecken und die sich selbst waͤhlenden Munizipal⸗ Corporationen vernichtet, hunderttausend Sklaven emanzivirt und FIrland durch eine bessere Verwaltung versohnt haͤtten. „Was haben V dagegen“, rief er aus, „die Tories fuͤr ein freiheitliebendes Volk gethan? Sie waren die unveraͤnderlichen Gegner buͤrgerlicher und religidser Freiheit und die besonderen Feinde von Jelands Rechten. England ruͤhmt sich seines Wideestandes gegen Karl I. und Jakoo I1., aber die Tory⸗Partei war Beider Stuͤtze. Noch abder haben sie nicht die Krone unter ihre Obhut bekommen, sie, die Erfinder so vieler Unloyalitaͤten gegen ihre Konigin, sie, eine Partei,⸗ die der Fluch der Menschheit ist.“ Nun kam er auf die Bestechun gen, die bei den letzten Wahlen veruͤbt worden, und die selbst die Dimes eingestanden habe. Einen großen Theil des Erfolges der

Tories wollte er dann ihrem Haß gegen Irland zuschreiben und den Kuͤnsten, die sie angewandt haͤtten, um die Päaͤchter zu uͤberreden,

daß ihre Interessen mit denen der Grundbesitzer eng verknuͤpft seyen.

Er schmaͤhte auf den Orangismus in Feland und klagte uͤber das unbe⸗

deutende Verhaͤltniß der Zahl der Irlaͤndischen Waͤhler zu der Bevoͤlke rungszahl. „Wenn der neue Minister“, so ungefahr schloß er seine Rede, „sein Patronatsrecht ehrlich auzuͤben will, so wird erseine Orangistischen Stuͤtzen verlieren: wenn aber unredlich, so wird er Fcland, wo nicht verlie⸗ ren, so doch werth seyn, es zu veclieren. Indeß seine Macht duͤrfte wohl nicht von langer Dauer seyn. Die Macht ist schon an sich unpopulaͤr, und die Millionen, die kein Wahlrecht besitzen, werden sich schon fuͤhlbar machen. Nie ist eine Pariei untee geoͤßeren Schwierigkeiten ans Ruder gekommen, und Gerechtigkeit wird man Irland am Ende doch widerfahren zu lassen genoͤthigt seyn.“

Sir R. Peel, der sich nach O'Connell erhob, begann seine Rede damit, daß er sich in Bezug auf die Aeußerungen des Agitators mit der Erinnerung troͤste, wie leicht und mild dessen uͤber ihn ausgeschuͤt⸗ teter Tadel, wenn derselbe an sich auch hart erscheinen koͤnnte, doch im Vergleich mit den Schmaͤhungen, die er schon auf die Whigs ge⸗ haͤuft, noch ausgefallen sey. „Der ehrenwerthe und gelehrte Here“, sagte Sir Robert, „hat sich in eine Stellung versetzt, in welcher sein Lob und sein Tadel von gleichem Werthe sind. Wenn dies die Maͤn⸗ ner sind, welche die Angelegenheiten des Landes auf solche Weise re⸗ giert, welche zechn Jahre lang dem Lande nur Wohlfahrt und Ruhe gegeben haben, was in aller Welt berechtigte Sie dann, di

gege Bel chtig 3 dieselben mit jeglicher Verleumdung zuuͤberhaͤufen? Wie, sind das Ihre niedertraͤchtigen und blutduͤrstigen Whigs? (Stuͤrmischer Beifall.) Welches Mitglied die⸗ ses Ministeriums ist nicht mit Ihrem Tadel, mit Ihren Schmaͤhungen be⸗ ehrt worden? Warum, wenn sie Irland so viel Gutes erwiesen, sind sie die bestaͤndige Zielscheibe Ihrer Invektiven gewesen?“ Nach die⸗ sem Eingange wandte sich der Redner zu der Thron⸗Rede und nahm dieselbe Punkt fuͤr Punkt durch, nachdem er vorher versichert hatte, daß er keine Bitterkeit gegen das Ministerium hege, und nachdem er zu⸗ gegeben, daß dessen Nachfolger mit großen Schwierigkeiten zu kaͤmpfen haben wuͤrden. „Ich freue mich“ „sagte er mit Hinsicht auf die auswaͤrtigen Angelegenheiten, „daß wir zu Frankreich in ein freundschaftliches, ich

die allgemein vorherrschende friedliche Stim⸗ mung der Ze Ferrümqerung ihres dewafmten Insrändes und dleichkerung hrer⸗ erungen- henützen. Die Wahre Sscher⸗ heit der Skaäͤcke Eeruht nicht mehr auf ihren Waͤllen und Festun⸗ gen, sondern auf dem Geist ihrer Voͤlker. Die Zeit, wo die Rech⸗ nung bezahlt werden muß, ist im oͤffentlichen, wie im Privatleben, stets eine unangenehme. Ich bedaure es, daß in der Thron⸗Rede nichts uͤber Amerika gesagt ist, denn ich fuͤrchte, daß diese Auslassung daher ruͤhrt, weil man nichts Erfreuliches zu sagen wußte.“ Dann ging der Redner auf die Finanz⸗Maßregeln uͤber und sagte in dieser Beziehung: „Ich wuͤrde im Allgemeinen gegen die Worte der Adresse uͤber die Finanz⸗ fragen nichts einzuwenden haben, wenn die Minister nicht erklaͤrt haͤtten, daß es ihre Absicht sey, durch die Adresse diese Frage zu augenblicklicher Entscheidung zu bringen.“ Hierdurch berausgefor⸗ dert, wiederholte er dann, was er schon fruͤher mehrmals uͤber seine Ansichten von Handels⸗Freiheit und spezieller uͤber die Bauholz⸗, Zucker⸗ und Getraide⸗Frage erklaͤrt hatte. Ueber die letzte nament⸗ lich, hinsichtlich deren ihn die Gegenpartei besonders gern zu einer bestimmten Erklaͤrung gedraͤngt haͤtte, bemerkte er: „Ich habe schon erklaͤrt und wiederhole es, daß ich eine fluktuirende Skala einem festen Zolle vorziehe, daß ich mir aber das Recht vorbehalte, die Details dieser Skala zu aͤndern. Im voraus zu sagen, wie diese Details zu ordnen seyn moͤchten, waͤre sehr unpassend und linkisch gewesen. Haͤtte ich eigene Vorschlaͤge in dieser Hinsicht gemacht, so wuͤrde man sich allgemein bemuͤht haben, sie bei dem Volke in Mißkredit zu bringen, und ich haͤtte mich uͤberdies, wenn ich ins Amt eintraͤte, an jedes kleine Theilchen davon unwi⸗ derruflich gebunden gesehen. Schon vor den Wahlen sagte ich daher, daß ich eine solche Erklaͤrung nicht abgeben wuͤrde, und

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aͤische Maͤchte

hoffe in ein herzliches, Verhaͤltniß zuruͤckgekehrt sind. Moͤchten alle