1841 / 245 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ten seiner Lage triumphirt, so besteht sie den Kampf doch immer⸗ hin sehr ehrenvoll. Der eigentliche Inhalt des Raisonnements des Journal des Doöbats laͤßt sich in die Worte zusammen⸗ fassen: wir sind keine Geschichtsschreiber sondern Politiker; hal⸗ ten wir uns also an die Gegenwart, und lassen wir die abge⸗ schlossene Vergangenheit auf sich beruhen. Waͤre man der An⸗ sicht, daß dieser Inhalt nicht viel sagen will, so vergesse man doch 79 Seite nicht, daß in unzaͤhligen Dingen die Form es ist. I

8 Dies sind die Thatsachen. Der gesunde Sinn des Publikums wird sie mit den Behauptungen des Courrier frangais ver⸗ gleichen.

Das Journal des Débats enthäͤlt heut einen Artikel uͤber Kreta, in welchem es heißt: „Man weiß, daß wir keinen Anstand genommen haben, uns gegen jeden Interventions⸗Versuch zu Gunsten der Insurgenten auf Kreta auszusprechen. Wir ha⸗ ben unseren Sympathieen Stillschweigen auferlegt; wir haben die Wuͤnsche erstickt, die wir fuͤr den Triumph der Christen auf Kreta haͤtten aussprechen moͤgen. Wir sind der Meinung gewesen, daß es uns als Verbuͤndeten der Pforte nicht zieme, die Empoͤrung ihrer Unterthanen zu ermuthigen und zu unterstuͤtzen. Wir be⸗ reuen die schmerzliche Unparteilichkeit nicht, die wir uns auferlegt hatten; jetzt ist Kreta besiegt und unterworfen, und unsere Wuͤnsche wuͤrden sicherlich diesem Ereignisse nicht vorgebaut haben. Aber indem wir es uns versagten, der Insurrection auf Kreta irgend einen Beistand zu schenken, haben wir uns das Recht vorbehalten,

Großbritanien und Irland

Parlaments⸗Verhandlungen. Unterhaus. Siz⸗ zung vom 26. August. Aus den weitlaͤufigen Debatten uͤber die Adresse sind noch einige interessante Bemerkungen einzelner Redner hervorzuheben, namentlich aus denen der jetzigen und der muthmaßlichen kuͤnftigen Minister oder anderer bedeutenden Par⸗ teifuͤhrer. An diesem Abend waren der Kanzler der Schatzkam⸗ mer, Herr Baring und Herr Goulburn, der diesen Posten in fruͤ⸗ heren Tory⸗Ministerien bekleidete, und dem von Sir R. Peel in dem neuen Kabinet die Stelle des Ministers des Innern zuge⸗ dacht seyn soll, die Hauptredner.

Vor ihnen errcegte die Rede des Tory, Heren Borthwick, einige Aufmecksamkeit; er nahm unter Anderem die auswaͤrtige Politik des jetzigen Ministeriums durch und schrieb es der Britischen Inter

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vention zu, daß Spanien, welches fruͤher fuͤr 14 Millionen Pfd. Bri

zu Gunsten der dortigen Christen die Gerechtigkeit und das Mit⸗ leid der Europaͤischen Regierungen anzurufen. Wir haben gesagt, daß, wenn man sich der Aufregung im Orient nicht zugesellen muͤsse, es fuͤr die Euxopaͤischen Regierungen eine um so gebiete⸗ rischere Pflicht seyn wuͤrde, die Sache der christlichen Bevoͤlkerung bei der Pforte zu vertreten. Die Europaͤischen Regierungen sind in Konstantinopel allmaͤchtig. Welchen schoͤneren Gebrauch koͤnnen

sie von ihrem Einflusse machen, als die seit Jahrhunderten dauern⸗

den Leiden der Ehristen im Oriente zu mildern? Es handele sich tische Fabrikate genommen habe, jetzt nicht einmal im Stande sey, hier fuͤr die Menschheit um ein großes Gut und fuͤr die Diplo⸗ die Ruͤckstaͤnde der aufgeloͤsten Legion zu bezahlen. Dann auf Irlands matie um einen großen Ruhm.“ e-vv.e. uͤbergehend, meinte er, die neue Verwaltung werde fuͤr Der Minister des Innern hat ein Cirkular an saͤmmtliche ö1.““ ttst ehneesas weekente chemn sie aller Praͤfekten erlassen, worin er die Art und Weise feststellt, wie ““ und die Priester, wenn 8 tese sich volitische r wäüir W⸗ 1 hen zu Schulden kommen ließen, als Buͤrger bestrafen werde. kuͤnftig die neu zu erbauenden Gefaͤngnißhaͤuser eingerichtet wer⸗ Der Kanzler der Schatzkammer wiederholte zuerst den den sollen. Im Eingange desselben sagt Herr Duchaͤtel, daß die Vorwurf, daß die Gegenpartei sich auf keine Erklaͤrungen uͤber die Regierung fest entschlossen sey, keine anderen Gefaͤngnisse mehr zu von ihr in Bezug auf die in der Thron⸗Rede auempfohlenen Maß⸗ erbauen, als solche, die nach dem Zellular⸗System eingerichtet regeln einlassen wolle, und kam dann auf die gegen die Whigs er waͤren, da sie zu der Ueberzeugung gelangt sey, daß es von allen hobene Beschuldigung, daß sie. ihre Versprechungen hinsichtlich Auf⸗ . ini 8 8— F, 9 77 L higste sey. Der Minister geht sodann zu den einzelnen Punkten Stanley und Sir Fames Graham an dieser Wortbruͤchigkeit Theil. uͤber, welche in den fruͤher uͤber diesen Gegenstand ertheilten Re⸗ Mit welchem Recht duͤrfen diese daher jetzt unsere Stellen einneh⸗ glements noch ausgelassen oder nicht deutlich genug angegeben men wollen?“ Der Minister suchte dann die Finanz⸗Verwaltung worden waͤren. Er bestimmte, daß jedes Gefaͤngniß gegen die der Whigs zu rechtfertigen und machte namentlich auf die von ih⸗ Entweichungs⸗Versuche der Gefangenen und gegen das Eindrin⸗ nen bewirkte Reduction der Staagtsschuld aufmerksam. Er verthei⸗ gen der Personen von außen durch einen Rundengang, oder durch digte 68 auch, daß das Meateeim ofe Feerakbeftage als eine Fi eine Mauer von wenigstens 5 Metres Hoͤhe geschuͤtzt werden 111515252“ auf 6 behan⸗ muͤsse. Bei Einrichtung der Zellen soll man daran denken, daß in nS deedeert es ein Gefaͤngniß sey, in welchem der Verurtheilte die ganze 8— e 1u“ nehr, da das landwirthschaft 8aa. 9 82 J. 1 JS 8 S2 Interesse in dem jetzigen Parlamente so stark vertreten sey. Zeit seiner Gefangenschaft zubringen. muͤsse; diese Zellen muͤßten Herr Goulburn wundecte sich daruͤber, daß der Kanzler der daher hinlaͤnglich Licht, Luft und Waͤrme genug haben, damit der Schatzkammer der großen Veemehrung, die seit drei Monaten in der Aufenthalt in denselben kein geradezu ungesunder sey. Jede Zelle Zucker Consumtion eingetreten, nicht erwaͤhnt habe. Diese Comsum⸗- muͤsse daher mindestens 4 Metres lang, 2“ Metres breit und kion, sagte er, sey so bedeutend, daß, wenn es so bis ans Ende des 3 Metres hoch seyn. Der Minister des Innern spricht bei die⸗ Jahres fortginge, die Einnahme aus den Zuckerzoͤllen einen hoͤheren ser Gelegenheit den Grundsatz aus, daß die Zelle vor allen Din: Betrag erreichen wuͤcde, als in irgend einem fruͤheren Jahrc. An⸗ gen fuͤr den Angeklagten als ein Mittel allein und in einem Zu⸗ üris ne ICE 2 sie 91SI. des stande morglischer Freiheit zu leben betrachtet werden muͤsse. Das Kanadische Lepiskatnr, Bs ea dicsen dih egan eiie vlovitcht Veran⸗ ssolirte Gefaͤngniß sey eine Maßregel des Schutzes und nicht ein derung in den Zoͤllen aussorgch. Here Goulburn warf den Whigs mi . . jo iszipli Gef der e; EEE 8 8 qgesc 9 141 % es. 8 98 Zwangsmittel; nur die Disziplin gaͤbe dem Zellen⸗Gefaͤngniß den nicht sowohl vor, daß sie die Ausgaben vermehrt haͤtten, als vielmehr, Charakter der Strafe. Er hebe diesen Unterschied besonders des⸗ daß sie niemals Maßregeln getroffen, um das Desizit zu decken. Die halb hervor, weil man lange Zeit hindurch vermuthet habe, daß Verdienste der Minister um die Reduction der Staatsschuld schilderte es die Absicht der Regiärung sen⸗ die ö. nach dem lo⸗ denh lehr Heriae 889 die von ihnen getilgten Annuitaͤten wuͤrden runas⸗Spsteme von Philadelphia zu ehandeln, eine Idee elbst erlosch eyn. gerg Sostene aenn 1 6” hf die Verurtheilten Rhab; Endlich sprach an diesem Abend einer der bedeutendsten Radi⸗ 1 , E111“ 9 kkalen, Herr Wakley. Er versicherte, die Minister haͤtten sein dabr. Die Zellen muͤßten so eingerichtet werden, Saß zerteauen nie öI11“” 11““ habr. 9 - b Vertrauen nicht verloren, denn sie haͤtten es niemats besessen. Die die Gefangenen sich nicht sehen und nicht mit einander fonstitutionell⸗radikale Partei sey eben so wohlgesinnt, wie die kon⸗ kommuniziren koͤnnen. Um Letzteres zu erreichen, beduͤrfe servative, nur mit dem Unterschiede, daß letztere die Mehrzahl durch es vor allen Dingen einer beharrlichen Aufmerksamkeit der Auf⸗ die Minderzahl, die erstere dagegen die Minderzahl durch die Mehr⸗ seher. Da die Departemental⸗ Gefäaͤngnisse ausschließlich fuͤr zahl regieren lassen wolle. „So weuig ich,“ sagte der Redner un⸗ Verdaͤchtige und fuͤr Angeklagte und fuͤr solche Verurtheilte be⸗ ker Anderem, das Benehmen der DOpposition billigen kann, so immt sind, deren Gefaͤngnißzeit nicht laͤnger als ein Jahr dauert, glaube ich doch, daß die. Minister sich selbst die Schuld zuzuschrei 6 wuͤrde es, bei Beobachtung der fuͤr die Einrichtung der Zellen 1 veheg T 5 fruͤher kin Resrht a . Honorar; vorgeschriebenen Bedingungen, in der Regel nicht nothwendig seyn, 3ode letere Piten ööö“ 22 89 daß die Gefangenen sich noch Bewegung außerhalb der Zelle ma⸗ die dann auch bei der Abstimmung uͤber die Adresse gerabe die Wrazorita! chen; indeß theilt der Minister dem Praͤfekten verschiedene Plaͤne bildete) zu verschlucken haben. Wenn Sir R. Peel, dessen Faͤhigkeiten ich mit, wonach die Gefaͤngnisse so eingerichtet werden sollen, daß sehr hoch gchte, die Interessen des Landes gehoͤrig wahrnehmen will, jeder Zelle ein bedeckter und selbst ein offener Gang beigefuͤgt wer⸗ so werde ich gewiß fuͤr ihn stimmen; sollte derselbe aber den alten den kann, in welchem die Gefangenen sich isolirt Bewegung ver⸗ Tory⸗Pfad betreten, dann werde ich mich der großen National Parlei schaffen sollen. gegen ihn anschließen Herr Wakley versprach sich indeß wenig Ei⸗ MAuf der Fregatte „Venus“, die von Brest ausgelaufen war, nigkeit und Plunmaßigkeit von einer Forh⸗Megtetung⸗ denn unmdg⸗ hers. hehs voerziren, ist durch das Springen eines Geschuͤtzes lich koͤnne Sir Robert Peel mit Sir James Graham wegen des um im Feuer zu exerziren, ist 9 ““ Geldwesens und mit Lord Stanley hinsichtlich Irlands uͤbereinstim großes Ungluͤck angerichtet worden. Es sind 21 Kanoniere ver⸗ men. Nach mehreren Betrachtungen uͤber Irland und die Maͤngel wundet worden; 3 davon blieben auf der Stelle todt, 3 andere des Armen⸗Gesetzes schloß er mit der Bemerkung, daß jede Verwal⸗ starben eine halbe Stunde darauf und von den Anderen haben tung fallen muͤsse, die diesem empdrenden Gesetze das Wort rede. 11 lebensgefaͤhrliche Verletzungen erhalten. Man wollte heute wissen, daß eine telegraphische Depesche aus Calais angekommen sey, welche die Nachricht von dem er— folgten Abtreten des Whig⸗Ministeriums uͤberbringe.

Unterhaus. Sitzung vom 28. August. Unter den heutigen ministeriellen Rednern war besonders Herr Hawes ein sehr eifriger Vertheidiger der jetzigen Verwaltung. Er wies nach, daß die Vorwuͤrfe, welche von Seiten der Tories den Ministern in Bezug auf ihre Finanz⸗Wirthschaft gemacht worden, wenigstens insofern unbegruͤndet seyen, als die Letzteren keinesweges, wie man

behaupten wolle, die fundirte Schuld vermehrt, sondern dieselbe

Paris, 28. Aug. Wie leicht vorauszusehen war, er— scheint die freundschaftliche Erwaͤhnung Frankreichs in der Engli⸗ schen Thron⸗Rede der Opposition nur als eine Ironie und als eine Beschimpfung des Kabinets der Tuilerieen, welches durch seine maßlose Nachgiebigkeit gegen die Anmaßungen und Anspruͤche der Britischen Politik das Lob des Erbfeindes von Frankreich verdient habe. Wenn es noch etwas Schlimmeres geben kann, als dieses Lob, fuͤgt man hinzu, so ist es die Dreistigkeit, mit wel⸗ cher sich die Regferung desselben durch ihre Organe ruͤhmen laͤßt. nigsten einen Tadel gegen die Minister herleiten. Gluͤcklicher Weise hat sich die noch vor sechs Monaten im Volke fuhr dann fort: 1 herrschende Aufregung gegen England so weit gelegt, daß diese „Ausfaͤlle in der Einnahme sind zu allen Zeiten moͤglich und kei aufreizenden Reden auf der Oberflaͤche der oͤffentlichen Stimmung nesweges ein untruͤgliches Zeichen von schlechter Finanz Verwaltung. abgleiten koöͤnnen, so daß sie das muͤhsam angefangene Werk der Ho. verursachte unter einem Tory⸗Ministerium im Jahre 1825 die Wiederherstellung der Bolker⸗Eintracht nicht eben stoͤren werden. Absendung einer Britischen Erpedition nach Portugal ebenfalls ein & 8 ebu SJ. b säb bedeutendes Defizit; damals aber schrieben die Tories dieses Defizit

in den Umgebungen der Regierung scheinen sich uͤbrigens die ich fsRechnung ihrer schlechten Finanz⸗Verwal c8.hesas Sympathieen immer offener der Partei zuzuwenden, welche im A““ e e Begriff ist, an die Spitze der Britischen Geschaͤfte zu treten. vollem Rechte, durch eine Ermaͤßigung der Handels⸗Beschränkungen Man muß gestehen, daß da Verfahren des Whig⸗Ministeriums die Einnahmen des Stgaates zu vermehren, und der Erfolg uͤbertraf gegen das Kabinet der Tuilerieen in neuester Zeit im Allgemeinen ihre Erwartung so sehr, daß sie im Stande waren, nicht nur einen Charakter gehabt hat, der es sehr erklaͤrlich macht, wenn das Desizit zu decken, sondern bedeutende Steuer-Verminderungen man von hier aus den Stern der Tories mit Theilnaͤhme und eintreten zu lassen. Dieses Beispiel haͤtte man jetzt vor Augen behal⸗ voll Hoffnung wiederaufgehen 8e. ten * Verhs9, 8S Ie ter Säcben Ermaßigungen 98 een mit außerordentlicher Gewa e . ax,. Betreff des Zucker⸗, Baubolt⸗ und Geiraepe⸗Nane 8 tretet as⸗ des 2e. Journal Pe et hc at erein⸗ sen, mit einem Antrage beantworten sollen⸗ der bestimmt ist, dem Mi⸗ Sieges der großen Coalition gegen das Melälstertaa Molé den fahren ver ordes schon v rechtfertigen sey, weil sie, der Na⸗ Doctrinairs zurief: „wir werden Euch vielleicht einst wieder un⸗ tue der Sache nach, gendthigt seyn wuͤrden, ganz dieselben oder we⸗ sern Beistand geben, aber unsere Achtung nie.“ Diese allerdings nigstens äͤhnliche Maßregeln in Vorschlag zu bringen, wie die Whigs; etwas gewagte Phrase ist dem Journal des Débats seit dem der Unterschied werde nue darin liegen, daß diese Maßnahmen erst im Alntritte des jetzigen Ministeriums wiederholt mit Bitterkeit und Fruͤhling des naͤchsten Jahres zur Berathung tommen wuͤrden, stalt mit Hohn vorgehalten worden, und sein heutiger Artikel hat den vesr; eene wohl als unzweifelhaft eng. da Sana. Zweck, dieselbe zu entkraͤften. Die dialektische Kunst, mit der das 5, sobald sie die Zuͤgel der Regierung ergriffen 8* d45 arla⸗ Sb ⸗sa des Débats diese delikate Aufgabe behandelt, ist der und es eest ee IS 8 gläͤnzendsten Periode dieses Blattes wuͤrdig, und wenn seine Be⸗ von jeber he neen Benrene wesaeh es im Interesse des Vol⸗ edsamkeit auch nicht entschieden siegreich uͤber die Schwierigkei⸗ kes gelegen, ihre Unterstuͤtzung den Maßnahmen dee Tories niemals

eer ingr enes

815,957,000 Pfd., also im Ganzen um 22,592,000 Pfd. vermin⸗ dert haͤtten, wobei zwar die zur Emanzipirung der Sklaven auf⸗ genommene Anleihe von 20 Millionen Pfd. nicht mit in Betracht gezogen sey, aber aus dieser Anleihe koͤnnten die Tories am we⸗ Der Redner

vielmehr in den letzten zehn Jahren von 838,549,000 auf

eine Aenderung derselben eintreten, sondern sie suchten, und zwar mit

vorenthalten haͤtten, so insbesondere im Jahre 1825 bei den Vor⸗ schlaͤgen Huskisson's und im Jahre 1829 bei der Emancipation der Katholiken. Daß uͤbrigens die Fuͤhrer der Gegenpartei nicht mit der Sprache hervortreten, sey einzig und allein daraus zu erkläͤren, daß das Ministerium, welches aus jener Partei hervorgehen werde, ein Coalitions⸗Ministerium seyn werde, welches befuͤrchten muͤsse, im Keime erstickt zu werden, wenn die den Extremen desselben nicht zu sagende Ansicht des Fuͤhrers zu fruͤh ans Licht komme.

Herr Villiers, der besonders die jetzt im ganzen Lande herr⸗ schende Noth unter der arbeitenden Klassen schilderte, von der er schreckliche Folgen befuͤrchtete, wenn die Tories bei ihrer bisherigen Politik beharren wollten, da man den Handels⸗Beschraͤnkungen allein jenes Elend beizumessen habe, legte dabei einen Bericht der kuͤrzlich in Manchester zur Berathung uͤber die Korngesetze versam⸗ melt gewesenen dissentirenden Geistlichen vor, in welchem unter Anderem in Bezug auf den Fabrikort Preston angefuͤhrt wird, daß derselbe, bei einer Bevoͤlkerung von 51,072 Seelen, 8974 bewohnte und 1017 unbewohnte Haͤuser enthalte, daß die Armensteuer, in ste⸗ tem Zunehmen begriffen, seit 1830 von 4725 auf 7299 Pfd. gestie⸗ gen sey, und daß die Todesfaͤle im vorigen Jahre 402 mehr betra⸗ gen haͤtten als im Jahre 1839, veranlaßt durch den Mangel an kraͤftigen Lebensmitteln, der so weit gehe, daß eine große Anzahl der in Preston wohnenden Weber von nichts als Wasser⸗ suppen das Leben friste. Daß die Korngesetze die Haupt⸗ guelle des Uebels seyen, hielt Hern. Villiers fuͤr unzweifel⸗ haft, denn es sey die Bevoͤlkerung Englands waͤhrend der letzten 25 Jahre so bedeutend gestiegen, daß eine genuͤgende Masse von Ge⸗ traide im Lande selbst nicht mehr produzirt werden koͤnne und eine regelmaͤßige Einfuhr vom Auslande allein im Stande sey, die Quan⸗ titäͤt des (Getraides auf das gehoͤrige Maaß zu steigern und den Preis desselben auf einem fuͤr die geringere Klasse erschwinglichen Fuße zu halten. „Sehr zu bedauern ist es daher“, fuhr der Red ner fort, „daß Sir Nobert Peel sich in seiner neuesten Rede in Tamworth so große Muͤhe gegeben hat, darzuthun, daß nicht den Korngesetzen in ihrer jetzigen Gestalt, sondern anderen voruͤberge⸗ henden Ursachen das im Lande herrschende Elend, seinem wesent⸗ lichen Bestandtheile nach, zugeschrieben werden müͤsse, und daß er es ganz vergessen zu wollen scheint, wie viel baares Geld im vori⸗ gen Jahre aus der Bank fuͤr Getraide ins Ausland ging, und wie nothwendigerweise daraus die Verlegenheiten der Bank, die Beschraͤnkung des Kredits im Allgemeinen, die Benachtheili⸗ gung der Fabrication des Landes und die Beschraͤnkung des Ver⸗ brauchs der Fabrikate bei verminderten Subsistenzmitteln folgen muß⸗ ten.“ Mit sehr scharfen Worten erklaͤrte sich dann Herr Villiers uͤber die von Lord Stanley bei seiner Wahl in Lancastershire gehal tene Rede, in welcher derselbe darzuthun gesucht hatte, daß die Korn gesetze ein Vortheil fuͤr die aͤrmere Klasse seyhen, weil die Reichen, denen sie zunaͤchst Vortheil bräͤchten, dadurch in den Stand gesetzt wuͤrden, eine um so groͤßere Menge von Tageldhnern aguf ihren Guͤ⸗ tern zu beschaͤftigen. „So“, sagte Herr Villiers, „erklaͤcte seiner Zeit ein Kanzler der Schatzkammer unter einem dee fruͤheren Tory⸗Mini sterien, Here Vansittart, die Steuern seyen als erfrischende Regen⸗ schauer fuͤr das Volk zu betrachten, denn je mehr Steuern die Re gierung echebe, um desto mehr weede sie in den Stand gesetzt, die einzelnen Individuen im Volke nuͤtzlich zu beschaͤftigen.“

In Sir R. Peel's Rede waren die Aeußerungen uͤber Frankreichs Wiedereintritt in den Rath der fuͤnf Europaͤischen Großmächte und uͤber den Zustand Europa's im Allgemeinen von besonderem Interesse, „Lassen Sie mich, sagte er in dieser Beziehung, zueest auf zwei oder drei Punkte in der Adresse kurz hinweisen, hinsichtlich deren keine große Meinungs⸗Verschiedenheit besteht. Der erste ist der, wie wir unsere Freude daruͤber aussprechen, daß die voruͤbergehende Tren⸗ nung, welche die in Verfolg des Traktats vom 15. Juli 1840 ergrif⸗ fenen Maßregeln zwischen den kontrahirenden Theilen und Frankreich erzeugten, jetzt aufgehoͤrt hat. Niemand kann mit groͤßerer Freude als ich erfahren, daß diese Trennung voruͤber ist. Niemand kann mit herzlicherem Vergnuͤgen hoͤren, daß Frankreich, wie es seiner Ehre ziemte, gehandelt und sich dem großen Europaͤischen Rathe wieder angeschlos⸗ sen hat. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ich hoffe indeß, daß diese Wiedervereinigung keine blos foͤrmliche seyn, sondern daß die Ruͤckkehr jener freundschafrtlichen Ge⸗ fuͤhle und jenes herzlichen Vernehmens zwischen England und Frank⸗ reich, welche fuͤr die Sicherheit und Ruhe Europa's so wesentlich ist, sie begleiten wird. (Hoͤrt! von beiden Seiten des Hauses.) Mit Empfindungen der groͤßten Freude habe ich daher die neulich von einem großen Staatsmanne geaͤußerten Gesinnungen ge⸗ lesen, ich meine nicht in der Versammlung der Franzost schen Deputirten⸗Kammer, sondern in einer öffentlichen Ver⸗ sammlung ausgesprochene Gesinnungen, und Alles, was in ir⸗ gend einer Versammlung von einem so ausgezeichneten Manne ge⸗ sprochen wird, von einem Manne, der sich des Ramens eines gro⸗ ßen Staatsmannes so wahrhaft wuͤrdig erwiesen hat, wie Herr Guizot, der jetzige Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten in Frankreich, muß Aufmerksamkeit gebieten; ich habe, sage ich, mit dem groͤßten Vergnuͤgen diese offene Erklaͤrung von ihm gelesen, daß er sich uͤber die Aussicht freue, ein gutes Vernehmen zwischen Frankreich und den anderen Maͤchten Europa's hergestellt zu sehen. (Hoͤrt, hoͤrt!) Der naͤchste Paragraph der Thron ⸗Rede lautet: „„Ihre Majestaͤt hofft zuversichtlich, daß die Einigkeit der Haupt⸗ maͤchte uͤber alle Angelegenheiten, welche die großen Interessen Euro pa's betreffen, eine sichere Gewaͤhr fuͤr die Erhaltung des Friedens darbieten wird.““ Ich suͤr mein Theil theile diese Hoffnung auch mit dem uͤbrigen Hause, und ich hoffe, daß das erste große Interesse Europa's, fuͤr welches man sorgen wird, eben das des Friedens seyn moͤge. (Hoͤrt, hoͤrt!) Ist die Zeit nicht gekommen, wo jene maͤchti⸗ gen Laͤnder ihre militairischen Anstalten reduziren, wo sie zu einandee sagen koͤnnen: Diese vechaͤltnißmaͤßige Erhoͤhung unserer⸗ militairischen Setaͤrke nuͤtzt uns zu nichts? (Hoͤrt, hoͤrt!) Und was koͤnnte es auch der einen Macht nuͤtzen, wenn sie ihre Marine oder ihre Armee bedeu⸗ tend veestaͤrkt? Sieht diese Macht nicht ein, daß zum Schutz und zur Selbstvertheidigung andere Maͤchte ihrem Beispiel folgen werden? Und weiß sie nicht auch, daß keine verhaͤltnißmäßige Ver⸗ staͤrkung der Militairkraͤfte moͤglich ist, ohne eine entsprechend Schwaͤche nach anderer Richtung hin zu erzeugen? (Hoͤrt, hoͤrt!) Auf solche Weise raubt man dem Frieden seinen hal⸗ ben Werth, waͤhrend man die Kriegskräfte fuͤr den moͤglichen Fall einer Kriegs⸗Nothwendigkeit vorwegnimmt. Es ist keine Trau merei, daß, wenn eine Nation ihre Sicherheit von ibren Ruͤstungen abhaͤngig macht, die Vergeudung ihrer Huͤlfsquellen ihre Macht, sich zu schuͤtzen, schwaͤchen muß. Wenn jedes Land mit sich selbst zu Rathe geht, wenn sfedes Land sich fragt, in welchem Zustande sich seine Finanzen und die jedes anderen Landes in Europa be⸗ finden, wenn jedes Land sich fragt, welche Gefahr jetzt von frem den Angriffen zu besorgen ist, im Vergleich mit der Gefahr, durch üͤbertriebene Besteuerung die Behaglichkeiten des Volkes zu vermin⸗

dern und Unzufriedenheit unter demselben zu erwecken, so muß es Angriffs

sich die Antwort geben, daß die Gefahr eines unendlich geringer ist, als die Gefahr der Vorbereitung darauf. (Hoͤrt, Hoͤrt!) Dies ist eine mit Europa's Interessen zu⸗ sammenhaͤngende Frage, welche man hoffentlich zu allererst beachten wird. Es handelt sich nicht davon, welches Land auf diesen oder jenen Hof den groͤßten Einfluß ausuͤben soll, sondern ob es nicht das wahre Interesse der Laͤnder Europa's ist, zu einem gemeinsamen Einverstaͤndniß zu kommen, welches sie in den Stand zu setzen ge⸗ eignet waͤre, jene militairischen Ruͤstungen zu reduziren, die mehr fuͤr einen Kriegs, als fuͤr einen Friedens⸗Zustand passen. (Hoͤrt, hdet!) Ich wuͤnsche, daß die Raͤthe jedes dieser Laͤnder, und wenn ihre Raͤthe es nicht wollen, so wird sie hoffentlich die oͤffentliche Mei⸗ nung dazu bewegen, ihre Anfmecksamkeit auf die große Umwaͤl zung lenken moͤgen, welche die letzten Jahre in der Stimmung Euro va's zu Wege gebracht haben. Ein fuͤnfundzwanzigjaͤhriger Frieden, ein gesteigerter Handelsverkehr, neue Verbindungen und neue Inter⸗ essen haben eine große Veräaͤnderung in den oͤffentlichen Angelegenheiten bewirkt. Man nehme z. B. die Verhaͤltnisse von Frankreich. Kein

Land in Europa, wenn gesunder Menschenverstand in seinen Raͤ⸗ erhr 8678 1688 i ni vrhmdheliun9

then vorwaltet, kann jetzt darauf ausgehen, eine solche E in dem ihr gebuͤhrenden Antheil an Autorität in dem Gesammt Nqih Europa's zu verkuͤrzen. Der fruͤhere Nationalhaß Englands gegen Fron reich, was man auch in Frankreich selbst mitunter davon halten m ge, i verstummt. (Hort, hoͤrt!) Wollte man die bffentliche Pene, in England befragen, so wuͤrden neunundneunzig unter hundett 7 men erklaͤren, daß man nichts Anderes wuͤnsche, als daß es Frank⸗ reich gelingen moͤge, die freien Institutionen zu befeighn, welchn imn Lande bestehen; man wuͤrde kein anderes Rivalitaͤts Gefuͤhl üinden. als das, welches auf den erfolgreichen Wetteifer in Wissenschaft⸗ Kunf und Literatur, in Industrie und Handel gerichtet ist. Kdet!) Waͤre Frankreich in Gefahr, ungerecht angegriffen zu werden, so püͤrge :5⸗ wie ich fest glaube, seine Sicherheit nicht in den Regimentern finden⸗ die es auf die eme engen eonnte, ndernin deröͤom chemne Ein R. und in dem oͤffentlichen Beistande seiner Bevolkerung, die sich wie Ein Mann erheben und die Gefahr zersprengen wuͤrde. In gleichem Ver haͤltnisse steht Deutschland; in diesem Augenblicke herrscht in diesem herrlichen obgleich es in einzelne Stgaten getheilt ist, von Hamburg bis Tyrol, von Berlin bis an die suͤdliche Gräͤnze ein gemeinsamer Geist und eine Kraft, die jeden Eroberer einschuͤchtern und besiegen wuͤrden. Es würde ebenfalls, wenn ein Angriff es bedroht, in all seiner Fuͤlle und Majestaͤt sich erheben und die Eindringlinge vernichten. (Hoͤrt, hoͤrt!) Auf den Ruf der Vaterlandsliebe wuͤrden Frankreich und Deutschland beide sich erheben, wie Frankreich sich im Jahre 1793 erhob. So wie Bonaparte den Krieg fuͤhrte, läͤßt sich jetzt der Krieg nicht mehr fuͤhren; es ist nicht mehr mdg⸗ lich zu machen, daß das eroberte Land auch die Kosten der Erobe⸗ rung trage, daher wird man sich wohl bedenken, ehe man das eigene (GGeld in Eroberungs⸗Kriegen wagt. Dessenungeachtet, werde ich indeß Niemand der Ehre des Landes zu nahe treten lassen."“ Was die Fragen uͤber die Handels⸗Reformen betrifft, so erklaͤrte Sir R. Peel, in Uebereinstimmung mit seinen fruͤheren Aeußerun gen, er muͤsse dagegen protestiren, daß man aus seinem Widerspruch gegen die von den Ministern vorgeschlagenen Maßregeln folgere, er sey uͤberhaupt jeder Beseitigung von Handels⸗Beschraͤnkungen ent gegen oder den Prinzipien eines freien Handels feindlich gesinnt. „Hiervon“, sagte er, „habe ich uͤbrigens das Gegentheil bereits im Jahre 1825 bewiesen, als Herr Huskisson seine bekannten Anträge machte, zu einer Zeit, wo ich Minister des Innern war, also mit demselben einverstanden seyn mußte.“ Was die ministeriellen Maß⸗ regeln im Einzelnen betrifft, so wiederholte Sir Robert Peckin Bezug auf die Holzzoͤlle, was er schon vor der Aufloͤsung des Parlaments gesagt, daß man erst die naͤheren Berichte des General⸗Gouverneurs von Kanada abwarten muͤsse, um zu ersehen, inwiefern eine Modifizirung oder Aufhebung dieser Zoͤlle den besonderen Interessen Kanadas nicht ent gegen sey, zumal jetzt, wo die Verhaͤltnisse zu den Vereinigten Stag ren so bedrohlich erschienen, daß Lord Sydenham ein Projekt wegen Anlegung eines Festungswerks, welches 100,000 Pfd. kosten solle, nicht, wie im gewoͤhnlichen Wege der Geschaͤfte haͤtte geschehen

muͤssen, an den General⸗Feld⸗Zeugmeister, sonderen an den Herzog

von Wellington zur Begutachtung verwiesen habe. Dann auf die Zuckerzoͤlle uͤbergehend, erklaͤrle Sir R. Peel wiederholen zu muͤssen, was er in Betreff derselben fruͤher gesagt, und benutzte die Gelegen⸗ heit, um, sich an die Minister wendend, Folgendes zu aͤußern: „Sie sollen keine Ursache haben, mir vorzuwerfen, daß ich durch Bekaͤmpfung gewisser bestimmter Maßregeln, welche von Ihnen in Vorschlag gebracht worden sind, dazu beigetragen, Sie von⸗ Ihren Aemtern zu entfernen und daß ich demnach darauf ausginge, mir den Machtbesitz durch Beantragung von Maßregeln derselben Art zu sichern. Ich sage Ihnen geradezu, daß ich eine solche Absicht nicht hege.“ Endlich auf die Korngesetze kommend, wiederholte er, wie schon erwaͤhnt, ebenfalls seine fruͤhre Erklaͤrung. „Der feste Zoll von 8 Sh.“, fuͤgte erx unter Anderem hinzu, „den die Whigs vorschlagen, wuͤrde bei hohen Getraide Preisen von 90 bis 100. Sh. die Noth nur vergroͤßern; schon deshalb also scheint ein wechzelnder Zoll vorzuziehen. Wenn ich uͤbrigens uͤberzeugt waͤre, daß die im Lande herrschende Noth nur in den Korngesetzen seinen Ursprung habe, so wuͤrde ich selbst einer gaͤnzlichen Aufhebung derselben nicht entgegen seyn; aber ich halte dafuͤr, daß auch andere Ursachen zu dieser Noth beigetragen haben. Man hat behaupten wollen, daß ich von Seiten des Agrikultur⸗Interesse’s der Unterstuͤtzung nur dann gewiß sey, wenn ich mich verpflichtete, die bestehenden Ge⸗ setze in allen ihren Details aufrecht zu erhalten; unter dieser Be⸗

dinaung aber weise ich die Unterstuͤtzung des Agrikultur⸗Interesse’s zurüuͤck.“

Lord John Russell, der die Debatte schloß⸗ beschwerte sich nicht daruͤber, daß ein Votum wegen mangelnden Vertrauens zu dem jetzigen Ministerium provozirt werden solle, denn dazu sey der Beginn der Sitzung ganz geeignet, sondern nur uͤber die Gruͤnde,

auf welche jenes Votum gestuͤtzt werde; er suchte demnach die so⸗ wohl im Innern als nach Außen guͤnstigen Resultate der Politik der Minister nachzuweisen. In Irland wollte auch er den Stein des Anstoßes fuͤr Sir Robert Peel erblicken, da derselbe gendthigt seyn werde, dort einer den Gefuͤhlen der Majoritaͤt des Volkes wi⸗ derstrebenden Minoritaͤt die Zuͤgel der Macht zu uͤberlassen. In Betreff der Aeußerungen Sir Robert’'s uͤber die Korngesehe gab der Minister zu, daß bei einem Preise von 90 bis 100 Sh.

kein Zoll mehr erhoben werden koͤnne, aber er fuͤgte hinzu, daß ein maͤßiger fester Zoll eben dazu beitragen solle, solche hohe Preise un möglich oder selten zu machen, und wenn sie dann in einzelnen Zeiten dennoch eintraͤten, so koͤnne ja die Handels⸗Kammer fuͤr folche Faͤlle zu einer momentanen weiteren Herabsetzung jenes festen zolls ermaͤchtigt werden. „Die Prinzipien des freien Handels“, sagte der Minister, „greifen immer mehr um sich, und wenn Sir Robert Peel ihnen sich anschließen will, so wird er die Drohungen derjenigen beim Ackerbau vorzugsweise interessirten Individuen eder Herzoge von Richmond und Buckingham) verachten koͤnnen, welche erklaͤrt haben sollen, jedes Ministerium stuͤrzen zu wollen, daß die Korngesetze antaste.“

Lord John Russell schloß mit der Aufforderung an die Par⸗ tei, welche zum Machtbesitze designirt sey, daß sie ihre Gewalt im Interesse der Freiheit und des Wohles des Volkes verwenden moͤge.

1 Niederlande. Aus dem Haag, 29. Aug. Am 25sten d. M. hat in Vließingen die feierliche Enthuͤllung des Standbildes de Ruyters⸗ des beruͤhmten Hollaͤndischen Seehelden, der in Vließingen gebo⸗ ren war, stattgefunden. Der Koͤnig, so wie der Prinz von Ora⸗ nien und die Prinzen Alexander und Heinrich waren bei dieser Feierlichkeit zugegen. Auch zwei Nachkemmen de Ruyters waren von der Stadt eingeladen und als Ehrengaͤste anwesend. Meh⸗ rere Tage dauerten die Feste, die bei dieser Gelegenheit veranstal⸗ tet waren.

Deutsche Bundesstaaten.

„Stuttgart, 28. Aug. Se. Koͤnigliche Majestaͤt haben, auf Hoͤchstihrer Ruͤckreise von Livorno, Venedig nach Besichtiqung der dortigen Merkwuͤrdigkeiten am 16ten d. M. Abends verlassen und sind, nach einer stuͤrmischen Ueberfahrt von da nach Triest, uͤber Graͤtz, Salzburg und Muͤnchen heute in erwuͤnschtem Wohlseyn wieder in Stuttgart eingetroffen. 3 88

Leipzig, 31. Aug. (Leipz. Z.) Nur eine fluͤchtige Er⸗ scheinung ist uns bis jetzt Herr Thiers in der zweiten Haͤlfte des August gewesen. Nachdem er von Berlin mit seiner Gemahlin die schon dort in fieberhaftem Zustande sich befunden, nach Dres⸗ den sich gewendet hatte, ist er auch hier nur kurze Zeit geblieben und schnell von dort nach dem Rheine zuruͤckgekchrt. Nach dem⸗ jenigen, was fruͤher uͤber die Absicht, die Herr Thiers bei seiner Reise nach und durch Deutschland habe, in oͤffentlichen Blaͤttern

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gesagt worden, hat dieses ploͤtzliche Aufgeben seines Planes um so

mehr uͤberraschen und zu manchen unbegruͤndeten und sonderba⸗ ren, wohl gar boͤswilligen Vermuthungen Anlaß geben muͤssen. Die einzige Veranlassung zu dieser schnellen Ruͤckreise des Herrn Thiers ist indeß nur der leidende Zustand seiner auch sonst kraͤnk⸗ lichen Gemahlin gewesen, welche am sechsten Tage ihres Aufent⸗ haltes in Dresden plöͤtzlich von einer solchen Sehnsucht nach ih⸗ rer in Bad Ems weilenden Mutter und zugleich von einem so gewaltigen Heimweh nach ihrem Vaterlande ergriffen wurde, daß der Arzt ihr den Rath gab, so schnell als moͤglich nach Ems zu b reisen, um dort in der befriedigten Sehnsucht Heil und Gesund⸗

heit zu finden, und dann moͤglichst bald nach Frankreich zuruͤck⸗

zukehren. Herr Thiers selbst wird, wenn es der Zustand seiner

Gemahlin gestattet und ihn nicht gewisse innere Franzoͤsische Ver⸗

haͤltnisse zuruͤckrufen sollten, in kurzer Zeit wieder nach Dresden V

kommen, um seine weitere Reise nach Wien fortzusetzen.

Detmold, 29. Aug. (Hannov. 3.) Unser Regierungs⸗ blatt verkuͤndigt folgende von den Bewohnern unseres Landes dankbar aufgenommene Verordnung:

„Von (GGottes Gnaden Wir Paul Alerander Leopold, regierender Fuͤrst zur Lippe, Edler Herr und Graf zu Schwalenderg und Stern berg ꝛc. ꝛc. Durch die der Landes⸗Kasse zugewiesenen außerordent⸗ lichen Einnahmen ist es moͤglich geworden, dem Antrage der Staͤnde auf dem letzten Landtage gemaäß, auch fuͤr das gegenwaͤrxtige Jahr Unseren getreuen Unterthanen das elfte Kontributions⸗Simplum zu erlassen. Wir verordnen daher, daß, eben so wie in den Jahren 1840, auch im gegenwaͤrtigen Jahre im Monat November keine Grund⸗Steuer von Unseren getreuen Unterthanen erhoben werden soll. Es ist diese Verordnung durch das Intelligenzblatt zur allge⸗ meinen Kenntniß zu bringen. Detmold, 27. August 1811. Leopold, Fuͤrst zur Lippe. Petri.“

Unter den Einlagen fuͤr den Grundstein des Hermans⸗ Denkmals befinden sich mehrere Porzellan⸗Tafeln, worauf die Inschriften in Farben eingebrannt sind. Auf solche Weise finden ich unter den Einlagen eine Votivtafel der Buͤrgerschaft und des Magistrats der Stadt Detmold, eine kolorirte Chaäͤrte von Deutsch⸗ land nach der jetzigen Gemarkung, eine Spezial⸗Charte des Lippe⸗ schen Landes, eine Stammtafel unseres Regentenhauses, eine Ta⸗ fel mit den Namen aller jetzt regierenden Deutschen Bundesfuͤr⸗ sten, nebst statistischer Nachweisung der Groͤße ihrer Laͤnder, der Einkuͤnfte, der Einwohnerzahl der Hauptstaͤdte, so wie des ganzen Landes, des zu stellenden Bundes-Kontingents u. s. w. eine Ta— fel mit den Namen der Deutschen Fuͤrsten, welche jetzt auf fremden Thronen herrschen, eine Tafel mit dem voll⸗ staͤndig ausgefuͤhrten Risse und Plane des Hermans⸗Denk⸗ mals in seiner ganzen Vollendung mit der bekannten Inschrift aus dem Tacitus: Arminius, haud dubie Liberator Germapiae etc. eteé., ele. Daß unter den Einlagen fuͤr den Grundstein eine Sammlung der jetzigen Deutschen Muͤnzen, so wie die Kriegs⸗ Denkmuͤnzen aus den Freiheits⸗Kriegen und andere Erinnerun⸗ gen an die glorreiche Zeit von Deutschlands Wiedergeburt nicht fehlen, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Von einzelnen Frei⸗ Corps, dem Schillschen, der Braunschweigschen schwarzen Schaar unter Herzog Wilhelm, dem Lätzowschen Corps, der Hanseatischen Legion u. s. w. werden noch Einlagen erwartet.

Die von dem ehrwuͤrdigen Veteran, Arndt in Bonn, erbete⸗ nen, auf das Hermans⸗Denkmal sich beziehenden neuen Stro⸗ phen zu seinem unvergleichlichen Liede: „Was ist des Deutschen Vaterland?“ sind angekommen, und von den Liedertafeln mit freu⸗ diger Begeisterung begruͤßt.

Se. Durchlaucht, der regierende Herzog zu Nassau, haben einen abermaligen Beitrag von 120 Gulden fuͤr das Hermans⸗ Denkmal einsenden lassen.

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Hamburg, 1. Sept. Die hiesige Kommerz⸗Deputation sieht sich veranlaßt, folgenden Auszug aus einem Berichte des Hanseatischen Koͤnsuls, d. d. Gibraltar den 4. August 1841, be⸗ kannt zu machen:

„Der Kaiser von Marokko beabsichtigt, naͤchstens zwei bewaffnete Kreuzer auszusenden, welche jetzt in dem Hafen von Larache ausge ruͤstet werden; der eine ist die Brigg „Rasteh el Chain“ mit 12 Ka⸗ nen und 40 Mann Besatzung unter dem Kommando des Admirals Abderachman Beittel, der andere die Schooner⸗Brigg „Mehdia Mes⸗ sauda, mit 4 Kanonen und 20 Mann, befehligt durch Capitain Hadi Hemed Ulhadi. Ich habe daruͤber mit dem Verweser des Britischen General⸗Konsulafes in Tanger korrespondirt, und dieser benach ichtigt mich, daß der Marokkanische Admiral in einer Privat Unterredung ihm mitgetheilt habe, daß ausdruͤcklicher Befehl gegeben sey, ketn Schiff anzuhalten oder zu molestiren, welches die Britische oder die Hanseatische Flagge fuͤhrt welche zufriedenstellende Mittheilung mir gleichfalls duech den Marokkanischen Konsul in Algier gemacht worden ist.“

Oesterreich.

Teplitz, 25. Aug. (A. Z.) Seit dem 18ten .verweilt die Frau Graͤfin von Marne (Herzogin von Angouleme) hier. In ihrer Begleitung befinden sich die verwittwete Herzogin von Bla⸗ cas und der Graf Stanislaus von Blacas, der fruͤher in der Ar— mee des Don Carlos gedient hat. Die Elite der hier anwesenden Badegaͤste und Fremden beeilt sich, der hohen Frau aufzuwarten. Die Anwesenheit dieser hohen Dame ist ein Beweis der Gene⸗ sung des Herzogs von Bordeaux. In der That stimmen auch alle Nachrichten aus Wien und Kirchberg darin uͤberein, daß mit etwas Ruhe der junge Prinz in wenigen Wochen ohne alle Fol⸗ gen seines Unfalles hergestellt seyn wird. Der beruͤhmte Wund⸗ arzt De. Watmann, der das Appareil angelegt hat, verbuͤrgt die vollkommene Heilung und erklaͤrt, daß keine Spur von Lahmheit zuruͤckbleiben wird.

Schweiz. V Aaraun. Mittelst Estafette ist gestern hier die Nachricht eingetroffen, daß die Bundes⸗Versammlung in Bern der Klo— ster⸗Angelegenheiten wegen sich bis zum 1. Oktober d. J. ver⸗ tagt habe. Gewiß ist ebenfalls, daß auch in dem Kanton Lu⸗

zern starke Sympathieen fuͤr den Aargau rege geworden sind und

diese namentlich an der Graͤnze von Zofingen sich laut vernehmen lasen. 11“ 88

Paris, 29. Aug. In der gestern von der Regierung publi⸗ zirten telegraphischen Depesche hat sich ein arger Irrthum einge⸗ schlichen. Nicht der Infant Don Franciscus de Paula, sondern Herr Insante Facundo ist zum

Aegbyten.

Alerandrien, 9. Aug. (A. Z.) Seit laͤnger denn zehn Tagen befinden sich auf hiesiger Rhede zwei Englische Linienschiffe, „Calcutta“ und „Rodney“, das eine von 90, das andere von 94 Kanonen. Die plötzliche Erscheinung derselben, die man mit der eludirten Frage wegen Entlassung der Syrischen Soldaten in Ver⸗ bindung bringt, hat, wo nicht Bestuͤrzung, doch große Bewegung

veranlaßt. Ibrahim Pascha glaubt darin einen Anfang von Be⸗

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gebenheiten zu sehen, die vielleicht einen Anhang zu denen vorigen Jahres bilden koͤnnten, denn auch vor einem ⸗Jahr erschienen zu Beyrut erst zwei Englische Linienschiffe, kommandirt von Napier, die sich mit demselben Anschein von Sorglosigkeit auf der dorti⸗ gen Rhede vor Anker legten, um, wie Napier damals sagte, den Ausgang der Insurrection im Libanon ruhig mit anzusehen. „Da, wie man das ziemlich genau hier weiß, in kurzer Zeit eine groͤßere Anzahl Englischer Linienschiffe, oder vielmehr eine foͤrmliche Flotte hierher kommen wird, so sind alle Batterien bis Abukir aufs schleunigste mit Kugeln und Munition versehen worden. Ibra⸗ him sagte: das ist keine bloße Promenade der Englaͤnder, die wol⸗ len hier etwas mehr als Luftveraͤnderung, wir muͤssen auf alle Moͤglichkeiten gefaßt seyn.

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Inland.

Koblenz, 30. Aug. (Rh. und Mosel⸗Z.) Se. Durch⸗ laucht, der Fuͤrst Metternich, ist in Begleitung seiner Gemahlin, des Bundes⸗Praͤsidial⸗Gesandten, Herrn Grafen von Muͤnch⸗Bel⸗ linghausen und des Ritters Bailli von Tatitscheff, gestern Abend gegen 10 Uhr mit dem festlich beflaggten Dampfschiffe der Köl⸗ nischen Gesellschaft „Ludwig II.“ unter dem Donner der Schiffs⸗ boͤller hier angekommen und im „Trierschen Hofe“ abgestiegen. Heute Vormittag besuchten dieselben unter anderen die St. Ka⸗ storkirche, das Geburtshaus des Herrn Fuͤrsten, so wie die hiesige Blechfabrik und fuhren gegen Mittag nach Ems zum Besuch bei Sr. Majestaͤt dem Koͤnig von Hannover, von wo sie heute Abend

zuruͤckerwartet werden. E1

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Noch Einiges über die vorgeschlagene Veränderung der Englischen Korngesetze. V

V Nicht blos der zwischen den Vereinsstaaten und England ab⸗ geschlossene Schifffahrts⸗ und Handels⸗Vertrag mußte ein Gegen⸗ stand der heftigsten Anfechtung in den öffentlichen Blättern wer⸗

†.D 4 2 7 den, auch gegen den von Lord J. Russell im Parlament angekuͤn⸗

digten Gesetz⸗Entwurf, die Veraͤnderung des bestehenden Getrgide⸗

gesetzes betreffend, hat ein Londoner Korrespondent der Allge⸗ meinen Zeitung aus allen Kraͤften die Kriegs⸗Trompete er⸗ schallen lassen und denselben als ein Unheil und Ungluüͤck drohen⸗ des Ereigniß fuͤr Deutschland darzustellen sich bemͤht. War

aber, wie wir einigermaßen bewiesen zu haben glauben, die furcht⸗

bare Feder dieses Korrespondenten in ihren heftigen, noch immer fortgesetzten Angriffen gegen den erwaͤhnten Vertrag nicht allzu gluͤcklich, so scheint uns dieses auch in keinem geringen Grade ruͤcksichtlich der Argumente, mit welchen der in Rede stehende Ge⸗ setz⸗Entwurf angefochten wird, der Fall zu seyn. Eine Eroͤrterung des Gegenstandes wird dieses wohl in das nothige Licht setzen.

Die vom Minister angekuͤndigte Maßregel, durch welche die gegenwaͤrtig in England bestehenden Gradations⸗Zblle von Getraide aufgehoben und durch feste Einfuhr⸗Zoölle, naͤmlich 8 Sh. vom

AQuarter Weizen, 5 Sh. vom Roggen, 4 ½ Eh. ven Gerste und 3 Sh. vom Hafer, ergaͤnzt werden sollen, wird als eine grobe Taͤuschung, sowohl des Inlandes als Auslandes, geschildert. In⸗ dem der Verfasser diese Ansicht ganz unumwunden ausspricht, hac g. : 8 II1LH ; . 29; e. . er sich vielleicht unwillkuͤrlich in fruͤhere Zeiten zuruͤckgesetzt, wo im praktischen Staats⸗Haushalt der Glauben gar vorherrschend war, daß der Vortheil, den man einem anderen Volke genießen lasse, nothwendig dem Inlande zum Schaden gereichen muͤsse. Schon die Natux des Auskausches, auf dem jeder Handel beruht, spricht aber ein Verdammungs⸗Urtheil uͤber diese schroffe Ansicht aus; denn beim Austausche im gewoͤhnlichen Leben beabsichtigt jeder Theil Vortheil, und der Austausch zwischen Voͤlkern beruhe auf der naͤmlichen Grundlage, wie der zwischen Individuen. 8

Ganz richtig ist, daß Großbritanien und Irland bis jetzt in feßn Jahren hinreichend Getraide fuͤr ihren Bedarf erzeugt ha en, und daß in solchen Jahren der Weizen in diesen Landern durch die inlaͤndische Konkurrenz immer weit unter dem Stand⸗ punkte von 50 60 Sh. per QAuarter gefallen ist, welchen der neue Gesetz⸗Entwurf dem inlaͤndischen Produzenten zuzusichern beab⸗ fichtigt. Diese Erniedrigung der Getraidepreise war aber, so weit wir nach allen Thatsachen zu urtheilen vermoͤgen, nicht ganz allein die Folge ergiebiger Aerndten, sondern zum Theil auch des Um⸗ standes, daß der Englische Landmann, theils durch die vorangegan⸗ genen hohen Preise, theils durch den Schutz, den ihm die bishe rige Ausfchließung des fremden Getraides bis zu einem Punkte wirklicher Theuerung gewaͤhrte, gereizt, so viel von seinen Feldern, als ihm nur moͤglich war, mit Getraide bestellt hatte. Seo lesen wir in den Englischen öͤffentlichen Blaͤttern, daß dieses Jahr ein zuvor nie gekannte Menge Getraide ausgesaͤet worden ist, was nicht wohl einem anderen Grunde, als den einige Jahre lang bestandenen hohen Preisen, zugeschrieben werden kann. Diefer Reiz zur moͤglichsten Ausdehnung des Getraldebaues muß aber, wenn der beabsichtigte Gesetz⸗Entwurf durchgeht, namentlich voar⸗ mindert werden, da der inlaͤndische Landmann bei nur einigzcma 1 ßen hohen Preisen die Konkurrenz des Auslandes zu b Fürchten hat. Es fragt sich daher, ob die Getraidepreise nach ergiebigen Aerndten in England wieder eben so tief sinken werden, als es bisher der Fall war. Wir halten es indessen fuͤr sehr wahrschein⸗ lich, daß England bei ergiebigen Aerndten, wenigstens in den ersten Jahren, genug Getraide fuͤr seinen Bedarf erzeuge, und daß in dessen Folge das Ausland zu einem Zollsatze von 8 Sh. per Auar-⸗ ter Weizen auf den Englischen Maͤrkten nicht konkurriren kann. Und wenn dieses eintritt, so bleibt fuͤr beide Theile Alles auf dem bisherigen Fuße. Sehr ergiebige Aerndten, welche bisher die vom Verfasser angefuͤhrten niedrigen Getraidepreise zur Folge hatten, sind aber nach dem Gange der Natur nicht vorherrschend, sondern mittlere und schlechte wohl eben so haͤufig. Bei dem Ueberschusse, den ergiebige Aerndten zuruͤckließen, vermochte England bis jetzt nach mittleren Aerndten die Huͤlfe des Auslandes zu entbehren; sehr zweifelhaft scheint es uns aber, ob dieses auch in Zukunft der Fall seyn werde, wenn auf der einen Seite der Ackerbau einige Einschraͤnkung erfaͤhrt, und auf der anderen Handel und Industrie, und damit die Wohlfahrt des Volkes, anhaltende Fortschritte machen. Auf diese Weise kann es nicht ausbleiben, daß das Aus⸗ land, und namentlich Deutschland, weit haͤufiger, als bisher, Ab⸗ satz fuͤr sein uͤberfluͤssiges Getraide in England finden werde. Und sollte man dieses, im Ganzen genommen, nicht als einen wesentli⸗ chen Vortheil betrachten koͤnnen!

Der Verfasser sucht aber zu beweisen, daß Deutschland spe⸗ ziell bei der beabsichtigten neuen Maßregel nur verlieren koͤnne. und zwar mit folgenden Worten: „Hatte nun, statt des seitheri⸗

gen Systems wechselnder Zoͤlle, eine feste Einfuhr⸗Abgabe von acht Sh. stattgefunden, was wäare der Erfolg gewesen?

2 Deutschland hatte einestheils nicht mehr, sondern weniger Geetraide nach Eng

land abgesetzt; denn bei dem bisherigen Sosteme ich die Speculation der Britischen Kornhaͤndler immer an die naͤchstgele⸗