1841 / 248 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Mols geben noch keinesweges die Hoffnung auf, denselben wieder

in den Vordergrund zu schieben. Bereits fruͤher war von einer Combination Passy⸗Dufaure⸗Molé⸗Lamartine die Rede, wobei der jetzige Praͤsident des Conseils verbleiben wuͤrde, bis jetzt aber ist diese Modification des Kabinets noch nicht aus dem Bereiche der Intriguen in das Gebiet der Wahrscheinlichkeit getreten. Schließlich uͤbersende ich Ihnen die offizielle Liste der Fran⸗ zoͤsischen Marine, wie sie sich Ende August nach Dokumenten im Marine⸗Ministerium angegeben findet: Kriegsschiffe zu 120 Kanonen, von welchen nur 4 bewaffnet und 3 noch im Bau begrif⸗ fen sind; 13 Kriegsschiffe zu 100 Kanonen, von denen 2 bewaff⸗ net und 11 im Bau begriffen; 17 Kriegsschiffe von 86 96 Ka⸗ nonen, von denen 7 bewaffnet, 1 entwaffnet und 9 im Bau be⸗ griffen; 9 Kriegsschiffe zu 80 Kanonen, von denen 7 bewaffnet und 2 entwaffnet sind. Dies betraͤgt im Ganzen 46 Kriegsschiffe, von denen 20 bewaffnet, 3 disponibel und 23 im Bau begriffen sind. Unter diesen letzten sind 14 Kriegsschiffe zum Musten Theil im Bau vorgeruückt und werden vor Ende des Jahres fertig seyn. An Fregatten besitzt Frankreich: 17 zu 60 Kanonen, 5 bewaffnete, 3 disponible, 9 im Bau begriffene; 18 zu 52 Kanonen, 8 be⸗ waffnete, 3 disponible und 7 im Bau begriffene; endlich 12 Fre⸗ gatten zu 46 Kanonen, wovon 8 bewaffnete, 1 disponible und 3 im Bau begriffene, im Ganzen also 47 Fregatten, wovon 21 bewaffnete, 7 disponible und 19 im Bau begriffene. Unter den 31 Corvetten zaͤhlt man 22 bewaffnete und 9 disponible, unter den 55 Briggs zu 20 und 14 Kanonen, 37 bewaffnete, S ent⸗ waffnete und 6 im Bau begriffene, die nicht vor 1842 flott ge⸗ macht werden sollen. Außerdem zoͤhlt die Franzoͤsische Marine 81 kleinere Flotillen⸗Fahrzeuge, entweder bewassnete oder dispo⸗ nible, ferner 55 Landungs⸗Fahrzeuge, endlich 42 Dampfschiffe, wovon 8 noch im Bau begriffene, wovon vier 1841, vier andere rst 1842 flott werden sollen. Besonderem Beschlusse zufolge soll⸗ ten noch außerdem dieses Jahr gebaut werden, 3 Fregatten zu 40 Kanonen und 4 Dampfschiffe, wovon 3 zu 450 Pferde Kraf und eins zu 222 Pferde Kraft. b1““

Großbritanien und Irland.

London, 1. Sept. Der Standard meldete gestern Abend

in Bezug auf die Bildung des neuen Ministeriums: „Heute fruͤh sianden drei Staats⸗Boten zur Verfuͤgung Sir R. Peel's in Whitehall⸗Gardens. Um 9 Uhr wurde einer derselben nach Stowe Park in Buckinghamshire abgefertigt, um den Herzog von Bucking⸗ ham nach Whitehall⸗Gardens einzuladen. Folgende Edelleute und Herren hatten heute fruͤh lange Audienzen mit Sir R. Peel und werden ohne Zweifel zu der neuen Verwaltung gehoöͤren oder Stel⸗ len im Hofstaate einnehmen: Lord Ellenborough, Graf Wharn⸗ cliffe, Graf Hardwicke, Graf Liverpool, Lord Castlereagh, Lord Elliot, Lord Francis Egerton, Sir Thomas Fremantle und Herr W. Gladstone. Die Schatzamts⸗Kasten wurden heute fruͤh nach

A111““

Herrin, sondern in die Haͤnde einer egoistischen Faction gefallen. O'Connell selbst hielt bei dieser Gelegenheit wieder eine sehr lange Rede, in welcher er unter Anderem den Tories Schuld gab, daß sie die 820 Millionen betragende Englische Schuld dem Volke aufgebuͤrdet haͤtten. Die Union als einen Vertrag zu respekriren, bezeichnete er als verabscheuungswuͤrdig, ja, als das schwäͤrzeste Verbrechen. Beim Abschlusse der Union habe John Bull 446

Millionen, Irland 20 Millionen Schulden gehabt; durch die

Union habe also Irland die Haͤlfte jener 446 Millionen und England ebenfalls nur die Haͤlfte der 20 Millionen Irlaͤndischer Schuld uͤbernommen. Die Unbilligkeit dieses Vertrags sey also eben so emporend als laͤcherlich. Er werde enlweder bald in seinem Grabe liegen, oder in einem Irlaͤndischen Parlamente sitzen. Seine ganze Hoffnung setze er jetzt auf Krieg, den auch die To⸗ ries wuͤnschen wuͤrden, um alle ihre Vettern zu versorgen. Die Schwaͤche des Menschen sey fuͤr Gott eine Gelegenheit, und er bedauere, daß, der Ratur der Dinge nach, die einzige Hoffnung fuͤr Irland in dem Ungluͤcke Englands liege. Was ihn betreffe, so sey seine Bahn bezeichnet, er werde seinen Brief in einem Lon⸗ doner Blatte veröͤffentlichen. Finde eine gerichtliche Verfolgung

glaube nicht, daß es fuͤr Irland gut seyn wuͤrde, wenn er jetzt ins Gefaͤngniß ginge; wenn aber eine gerichtliche Verfolgung gegen ihn in England stattfaͤnde, so wuͤrde er der Gefahr einer solchen Untersuchung trotzen, und moͤge man immerhin auf Gefangenschaft, Zwangsarbeit oder sonst etwas antragen, wo er die Aussichten einer unpartelischen Jury fuͤr sich habe, werde er dem Resultate trotzen. (Eine Stimme: „Moͤgen sie es wagen, Sie anzuruͤhren!“) Am Schlusse seiner Rede ruͤhmte er die koͤrperliche Groͤße und Muskelkraft der Ir⸗ laͤnder, welche ein Schottischer Dr. Forbes in Edinburg uͤber die aller anderen Voͤlker gestellt habe, und pries dann auch die mo⸗ ralische Festigkeit derselben, die sich darin unter Anderem bewaͤhrt habe, daß von den 5 Millionen, denen der Pater Matthew das Versprechen, sich berauschender Getraͤnke zu enthalten, abgenom— men, kaum 20 ihr Versprechen nicht gehalten haͤtten.

Die Times will wissen, daß die Unterhandlung wegen des Zoll⸗Vereins zwischen Frankreich und Belgien von Koͤnig Leopold persoͤnlich mit der Franzoͤsischen Regierung eben so geheim als rasch betrieben werde, und daß der Abschluß nahe bevorstehe, ohne daß man weder die betreffenden zwei Nationen, noch die fremden Maͤchte, welche einst Belgien in der groͤßten Gefahr beigestanden, deshalb zu Rathe gezogen habe. Das genannte Blatt versichert, daß Koͤnig Leopold blos, um die Grundlagen des Vertrages fest⸗ zustellen, nach dem Schlosse Eu gereist sey, wo sich auch Belgische Commissaire zur Verstaͤndigung uͤber die Einzelnheiten befaͤnden.

Setzt man den Jahresschluß auf den 5. Januar, so betrug nach offiziellen Angaben die Zahl der Stempelbogen, welche die verschiedenen Journale verbrauchten:

1848.

Sir R. Peel's Wohnung gebracht. In den meisten Staats⸗ Departements herrschte uͤberhaupt heute fruͤh große Bewegung, weil die Kisten und Papiere der vorigen Minister von dort hinweg⸗ geschafft wurden. Schon um 3 Uhr Nachmittags soll das Kabi⸗ net vollstaͤndig, ohne die mindeste Schwierigkeit und zu vollkom⸗ mener Zufriedenheit aller Hauptmitglieder der konservativen Par⸗ tei, zusammengesetzt gewesen seyn. Morgen (also heute, Mittwochs) wird Sir R. Peel sich nach Windsor begeben, um die Genehmi⸗ gung der Liste zu erhalten. Wir koöͤnnen wiederholentlich versichern, daß Ihre Majestaͤt sich in all' ihren Mittheilungen an Sir Ro⸗

84 h 8 bert Peel hoͤchst huldreich und freundlich gegen denselben gezeigt

hat. Im Lauf des Nachmittags hatten Lord Lyndhurst, Graf Aberdeen, Sir George Clerk und Herr Arbuthnot Unterredungen mit Sir Robert Peel in Whitehall⸗Gardens. Der Herzog von Buckingham langte kurz vor 4 Uhr in der Stadt an. Se. Gna⸗ den begab sich unverzuͤglich nach der Wohnung Sir Robert Peel's

und hatte eine Unterredung mit dem sehr ehrenwerthen Baronet, die uͤber eine Stunde dauerte.“ Nach dem Hof⸗Cirkular ha ben außer den obengenannten Staatsmaͤnnern gestern auch noch

Graf Ripon, Sir Edward Knatchbull und Herr G. E. Anson mit Sir Robert Peel Unterredungen gehabt. Dasselbe Blatt mel⸗ det, daß der Hof sich heute von Windsor auf einige Tage nach Claremont begeben werde. Lady Peel, die Gemah⸗ Sir Robert's, ist in Begleitung ihrer Familie am Montag Abend von ihrem Landsitz in Whitehall⸗ Gar⸗ dens eingetroffen. Heute fruͤh berichtet die Times noch folgen⸗ des Naͤhere uͤber die Zusammensetzung des neuen Ministeriums: „Gestern fanden den ganzen Tag uͤber zwischen den Haupt⸗Mit⸗ gliedern der konservativen Partei und Sir R. Peel haͤusige Mit theilungen statt, aber erst spaͤt Abends war es entschieden, wen die Haupt⸗Aemter des Kabinets zu Theil werden sollten, und die Liste angefertigt, welche der Premier⸗ Minister Ihrer Majestät zurg⸗ Genehmigung vorzulegen hat. Die Liste selbst ist natuͤrlich bisher ein tiefes Geheimniß geblieben. Andere weise Motive beiseite gesetzt, welche in einer so wichtigen Sache das sirengste b Stllschweigen gebieten, waͤre es in der That im hoͤch⸗ sten Grade unschicklich, die Namen oder die vorgeschlage⸗ nen Aemter derjenigen, deren Ernennung noch von der Genehmigung Ihrer Majestaͤt ahhaͤngt, zu veroffentlichen, und es ist daher von Allen, welche zur Berathung mit Sir R. Peel her⸗ angezogen wurden, die strengste Zuruͤckhaltung beobachtet worden. Indeß, wenn wir uns auch nicht fuͤr die unbedingte Richtigkeit Unserer Angaben verbuͤrgen koͤnnen, so haben wir doch Grund, zu glauben, daß die nachfolgende Liste der Haupt⸗Aemter in dem neuen Ministerium von der, welche heute Ihrer Majestaͤt zur Genehmigzung vorgelegt und vermuthlich morgen offiziell bekannt gemacht werden wird, nicht wesentlich abweicht: Premier⸗Minister .. ... Sir Robert Peel.

Die Morn. Chron.

stuhle mit elektro⸗magnetischer Kraf C ruͤckgelegt worden sey, und daß der Erfinder taͤglich mit einem

Kanzler der Schatzkammer Herr Goulburn. Lord⸗Kanzler.... Lord Lyndhurst. Praͤsident des Geheimen Raths Herzog von Wellington. Großsiegelbewahrer Herzog von Buckingham. Staats⸗Secretair des Innern Sir James Grahan Staats⸗Secretair der Kolonieen Lord Stanley. 1 Staats⸗Secretair der auswaͤrtigen An⸗ gelegenheiien Graf Aberdeen. General⸗Prokurator . .... Sir Frederick Pollock. General⸗Fiskal..... ...Sir W. Follett. Lord⸗Lieutenant von Irland Graf de Grey. Die anderen Aemter sind auf eben so befriedigende Weise be⸗ setzt worden, und wir koͤnnen nun endlich dem Lande dazu Gluͤck

18325. —“ Die Morning Chronicle 2,075,000 Der Morning Herald. 1,925,000 1,820,000 1,956,000 Die Morning Post 875,000 1,006,000 1,125,000

Vom 5. Januar bis zum 21. Maͤrz 1841 verbrauchten an Stempelbogen:

18 405. 4,300,000 2,028,000

5,060,000 2,075,500

Maͤ bz. 425,000 156,000

Februar. 425,000 162,000

Januar. Die imnes.... bEE11116“ 4100,000 Die Morning Chronicle 120,000 Der Morning Herald 140,000 131,000 164,000 Die Morning Post..... 90,000 90,000 100,000 An Abgaben fuͤr Insertions⸗Gebuͤhren bezahlten in dem am 5. Januar endenden Jahre: 1639l. 18100. 1843. 11,238 Pf. St. 12,638 Pf. St. 13,887 Pf. St. Ibb1 4,607 *⸗ Der Morn. Herald 4,796 4,405 4,115 2 Die Morning Post 3,191 3,191 3,467

Lord Morpeth hat die Ehre eines oͤffentlichen Mittagsessens, welches die Reformer in Limerik fuͤr ihn zu veranstalten beabsich⸗ tigten, abgelehnt. Die Damen von Doncaster haben demselben, als ein Zeichen ihrer Bewunderung und ihrer Achtung, einen Dia⸗ mantring zum Geschenk gemacht, mit der Aufschrift: „An Lord Morpeth, von den Damen von Doncaster. 16. Juli 1841. Ein Zeugniß moralischen Werthes.“

Die Literary⸗Gazette berichtet, daß eine Strecke von 57 Englischen Meilen auf gewoͤhnlicher Landstraße in einem Roll⸗

ft in anderthalb Stunden zu⸗

Die mee.

Kosten⸗Aufwande von nur 6 Pence (5 Sgr.) in diesem Fuhr⸗ werke von St. Albans nach der Englischen Bank fahre. Von der Erfindung ist außer ihrem Erfolge noch wenig bekannt. Die Kraft⸗Vermehrung soll auf einer neuen Combination beruhen, welche das Geheimniß bildet, worauf ein Patent genommen wer⸗ den soll.

Dr. Arnold, einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden Engli- schen Gelehrten (Herausgeber des Thukydides, Uebersetzer der Ge⸗ schichte Niebuhrs und selbst Verfasser einer Roͤmischen Geschichte) ist an Stelle des Dr. Nares zum Professor der neueren Geschichte an der Universitaͤt Oxford ernannt worden.

11 London, 31. Aug. Die Ereignisse der letzten Woche sind von großem Interesse fuͤr das Land; die Minister haben, nachdem sie in den Debatten uͤber die Adresse zur Beantwortung der Thron⸗Rede eine Niederlage erlitten, ihre Entlassung einge⸗ reicht, und es wird gegenwaͤrtig ein neues Kabinet gebildet. Der einzige merkwuͤrdige Zug bei jenen Debatten war, daß, mit Aus⸗ nahme von Sir Robert Peel und Herrn Goulbourn, keiner von den Fuͤhrern der konservativen Partei Theil daran nahm; sie ver⸗ mieden sorgfaͤltig jede Diskussion der in der Thron⸗Rede in Be⸗ zug auf den freien Handel erwaͤhnten Punkte, und diejenigen, welche das Amendement unterstuͤtzten, beharrten dabei, die vorlie— gende Frage rein als ein Votum des Vertrauens zu den Mi⸗ nistern zu betrachten. Sir Robert Peel beobachtete eine strenge Zurͤckhaltung in Bezug auf die Korngesetze, die Bauholz⸗ und Zuckerzblle. „Vor der Aufloͤsung des vorigen Parlaments“, sagte er, „weigerte ich mich, aus einem Gefuͤhl der offentlichen Pflicht, aus einanderzusetzen, welche Plaͤne ich anzunehmen gedenke, falls ich ins Amt berufen werden sollte; bei dieser Ansicht werde ich beharren. Ich weise die Abgeschmacktheit zuruͤck, daß ein Staats⸗

wuͤnschen, daß ein Ministerium ans Ruder koͤmmt, welches stark mann sich unwiderruflich zur Ausfuͤhrung gewisser Plaͤne verpflich⸗

genug ist, um dasjenige politische System ins Werk zu setzen, dem alle Staͤnde des Staats so emphatisch ihre Billigung ertheilt ha⸗ ben, und um, beseelt, wie wir glauben, von dem aufrichtigen Wun⸗

ten muͤsse, da ihm doch, nachdem er ins Amt. gelangt, bei wieder⸗ holter Erwaͤgung die Modifizirung derselben zweckmaͤßig erscheinen kann.“ Indem er auf diese Weise sich im Allgemeinen gegen

sche, im Geiste der Verfassung zu handeln, und ohne ungeboͤhr⸗ den vorgeschlagenen festen Zoll auf das Getraide aussprach, huͤtete

liche Bevorzugung einer besonderen Klasse, die allgemeinen Inter⸗ essen der Nation zu foͤrdern. Die in Loͤndon sich aufhaltenden Freunde Irlands gaben errn O'Connell vorgestern ein Mittagsessen, bei welchem der Vorsitzende behauptete, die Koͤnigin sey nicht laͤnger ihre eigene

er sich wohl, irgend eine Verpflichtung in Betreff seines kuͤnfti⸗ gen Verfahrens auszusprechen. Den letzten Nachrichten aus den Vereinigten Staaten zu⸗ folge, herrschte daselbst große Aufregung wegen der Bank⸗Blll. Die Entscheidung des Praͤsidenten war beim Abgang des Paket⸗

gegen ihn in Irland statt, so werde er die Kosten bezaͤhlen. Er.

u boots in New⸗York noch nicht bekannt; man glaubte jedoch all⸗ gemein, daß sie das Veto, oder wenigstens ein bedingtes Veto des Praͤsidenten erhalten und somit die Errichtung einer Bank nur unter sehr veraͤnderten Bedingungen gestattet werden wuͤrde. Die New⸗Yorker Blaͤtter sind voll von Berichten uͤber die Ver⸗ bhrennung des Dampfbootes „Erie“ bei Buffalo; 470 Personen sollen theils in den Flammen, theils im Wasser umgekommen seyn. Das Unzlüͤck geschah dadurch, daß einige Gefaͤße mit brenn⸗ baren Stoffen auf den Dampfkessel gestellt wurden und als sie durch die Hitze zersprangen, stand das Faͤhrzeug sogleich in Flammen.

Das schoͤne Wetter seit den letzten vierzehn Tagen hat die

Aussichten fuͤr die Aerndte etwas geaͤndert. Die Berichte lauten

im Ganzen sehr guͤnstig und man scheint auf eine Mittel⸗Aerndte rechnen zu koͤnnen.

Das Opernhaus ist nunmehr fuͤr diese Saison geschlossen; dieselbe ist sehr eintraͤglich gewesen, wenn naͤmlich ein bestaͤndig

volles Haus als ein Zeichen von Erfolg zu betrachten ist. Das

einzige Bemerkenswerthe ist uͤbrigens, daß Rubini sich von der

Buͤhne zuruͤckzieht; es ist dies zwar schon vor mehreren Jahren angekuͤndigt worden, allein diesmal ist es Ernst.

Belgien.

Brüssel, 2. Sept. Man hat es als eine Sache von Wichtigkeit betrachtet, daß der Graf Seguier aus Paris, der bei der letzten Fran⸗ zösischen Ausstellung zum Berichterstatter in mehreren Zweigen der Industrie ernannt worden war, sich eigens hieher begeben shat, um die hiesige Ausstellung, uͤber welche die Franzoͤsischen Zeitungen aus Scheelsucht ein veraͤchtliches Stillschweigen beobachten, genau zu untersuchen; und nicht weniger ist man dadurch geschmeichelt, daß auch aus Bayern ein Commissair in einer gleichen Absicht hieher gekommen ist. Der bestaͤndige Zulauf von Fremden, die in großer Anzahl hieher stroͤmen, um die Ausstellung zu besuchen, ist nicht blos den Wirthshaͤusern und den Eisenbahnen ersprießlich, sondern auch den Fabrikanten selbst, welche Erzeugnisse fuͤr die Ausstellung geliefert haben, und viele sehr vorcheilhaft an den Mann bringen. Die Regierung hat sich dadurch veranlaßt ge⸗ sunden, den Termin zur Schließung der Ausstellung um 14 Tage bis nach den Septembertagen hinauszuschieben.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 31. Aug. Dlle. Marie Taglioni hat hier, in ihrer Vaterstadt, einen Gastrollen⸗Cyklus begonnen und ist gestern zum erstenmale auf dem Koͤniglichen Theater unter enthusiastischem Beifall des zahlreich versammelten Publikums, aufgetreten. Ihre Majestaͤt die Koͤnigin, so wie Ihre Koͤniglichen Hoheiken der Kronprinz und die Kronprinzessin beehrten die Vorstellung durch ihre Anwesenheit.

Der Oberst⸗Lieutenant Aminoff ist zum Hofmarschall ernannt worden.

Deutsche Bundesstaaten.

München, 1. Sept. Der General⸗Direktor der Koͤnigl. Museen in Berlin, Herr von Olfers, befindet sich seit einigen Ta⸗ gen in unserer Stadt. Die beruͤhmte Pasta verweilte zwei Tage hier und ist heute nach Italien abgereist.

Hannover, 3. Sept. Des Konigs Majestaͤt haben Sr. Durchlaucht dem Kaiserl. Oesterreichischen Haus⸗, Hof⸗ und Staats⸗ Kanzler Fuͤrsten von Metternich, den St. Georgs⸗Orden verliehen.

Se. Majestaͤt sind gestern Nachmittag im erfreulichsten Weohl⸗ seyn von Ems in hiesiger Residenz wieder eingetroffen.

Kiel, 30. Aug. (Hannov. Z.) Se. Durchlaucht der Her⸗ zog von Holstein⸗Gluͤcksburg wird morgen hier erwartet, um die Uebungen des Lauenburgischen Jaͤger⸗Corps, dessen Chef er ist, zu leiten. Dies Corps bildet einen Theil des Holstein⸗Lauenbur⸗ gischen Bundes⸗Kontingents, welches im naͤchsten Monate inspi⸗ zirt werden soll. Holstein hat mehr Truppen, als das Kontin⸗ gent erfordert; man wird von jedem der drei Insanterie⸗Regimen⸗ ter, welche aus Holstein rekrutirt werden, nur ein Bataillon aus— waͤhlen, um in Verbindung mit den Jaͤgern, Dragonern, Artille⸗ risten und Pionieren das Kontingent vorzustellen. In Kiel selbst werden die Inspektions⸗Offiziere des Bundes am 27. Sep⸗ tember erwartet.

Dem Vernehmen nach ist an die Stelle des Generals Gra⸗ fen von Blome, welcher seine Entlassung genommen, der bishe⸗ rige Legations⸗Secretair Graf Otto zu Rantzau zum Gesandten am Kaiserlich Russischen Hofe bestimmt.

Hamburg, 31. Aug. Ueber den wahrscheinlichen Ausgang des Prozesses, der vor dem Handelsgerichte gegen das Hambur⸗ ger Schiff „Louise“, wegen Sklaven⸗Handels an der Afrikanischen Kuͤste, schwebt, aͤußert sich ein Korrespondent der Allgem. Ztg. folgendermaßen: „Nach meinem Dafuͤrhalten muß der Capitain freigesprochen und das Schiff dem Rheder zuruͤckgegeben werden, nicht weil ich Ersteren fuͤr so unschuldig halte, daß er nichs von dem Charakter seiner Passagiere und deren Gepaͤck haͤtte vermu⸗ then koͤnnen; im Gegentheil stellt es sich durch das Eingestaͤndniß des hier noch verhafteten Supercargo heraus, daß die Befrachter in Rio Janeiro und er, der Supercargo, Sklaven⸗Haͤndler sind (dieser Handel ist dort ein erlaubter), auch waren von ihm und den hier nicht anwesenden Passagieren Gegenstaͤnde an Bord gebracht, die den Capitain, wenn er auch bis da⸗ hin nichts von der Bestimmung des Schiffes zum Trans⸗ port selcher Personen und Gegenstaͤnde gewußt, darauf heaͤt⸗ ten aufmerksam machen muͤssen. Aber er kommt meiner Mei⸗ nung nach durch eine Vernachlaͤssigung der hiesigen Behoͤrde frei, weil diese es unterließ, unsern dortigen Konsul von dem Abschluß des Traktats mit England und Frankreich in Kenntniß zu setzen, und Sklavenhandel hier erst durch diesen Traktat verboten wurde. Ein Brief des Bremer und Hamburger Konsuls in Rio an Syndikus Siveking dokumentirt dieses Versehen, auch wird in jenem Briefe bemerkt, daß Boya sich bei dem Konsul erkun⸗ digt, ob er die Ladung annehmen duͤrfe, welche Frage ihm die⸗ ser nach einigen Stunden Bedenkzeit bejahend beantwortete, weil wie gesagt, die Existenz des Traktats unbekannt war.

er öffentliche Anklaͤger will zwar den Rheder dafuͤr verant⸗ wortlich machen, weil es dessen Pflicht gewesen, seinen Capitain von einer Gesetzgebung, die ihn vermuthlich betreffen koͤnne, zu unterrichten. Ob die Richter dieser Meinung beipflichten wer⸗ den, wird sich zeigen; aber gesetzt, sie thun es, so kann selbst die Schuldigfindung des Rheders nicht den Verlust des Schiffs nach sich ziehen, einfach und allein, weil in unsern Gesetzen nichts von Confiscation steht. Koͤrperliche, persoͤnliche und Geld⸗Strua⸗ fen sind erwaͤhnt und auch Verlust des Buͤrgerrechts, aber nichts von Confiscation. Der Anklaͤger meinte zwar, dieses müuͤsse in solchem Falle verfuͤgt werden, weil wir mit Annahme des Trak⸗ tats auch die Strafen, welche von unseren Mitkontrahenten in ihren Laͤndern solche Verbrechen nach sich ziehen, darauf gestellt; dieß will mir aber deßhalb nicht einleuchten, weil zufolge des

1“ 11 11“ 8

Traktats alle Faͤlle nach den Gesetzen erjenigen Laͤnder gerichtet werden sollen, denen das Schiff angehoͤrt. Wir laden, meint derselbe Advokat, den Vorwurf der Treulosigkeit auf uns, wenn wir nicht konfisziren; dies scheint mir aber nicht der Fall: man kann uns dieserhalb mit Recht nur vorwerfen, nachlaͤssige Gesetz⸗ geber zu seyn. Verbessern muͤssen wir daher dieses unvollstaͤndige

Gesetz; aber so lange es in Kraft ist, koͤnnen wir nach keinem V Indeß kann das Gericht, wenn es uͤberhaupt . 1 . fand fuͤr gut, den Werth 1 erabzn er önne kaum behaupten, daß sie ein Eigenthum Spa⸗

anderen urtheilen. m; cht, es darauf eingeht, den Rheder fuͤr den Capitain verbindlich zu ma⸗ chen, dem Ersteren eine Geldbuße auflegen, die dem Werthe des Schiffs gleich kommt. Noch haben die Gerichte (das Handels⸗

gericht bei dieser ganzen Sache nur in erster Instanz) uͤber die Ladung, welche sich in Cuxhaven, und uͤber eben gedachten Passa⸗

ie ich hier nun schon seit fuͤnf Monaten in Haft befindet, Inder dee,— Eegk. 1oa geistlichkeit verfuͤgt.

so wie uͤber die Kosten zu entscheiden, wobei in Betracht zu zie⸗ hen, daß saͤmmtliche Interessenten Brasilianer, mithin Untertha⸗

nen einer mit uns befreundeten Macht sind, die den Sklaven⸗ V handel erlaubt, und welche nur mit uns in Beruͤhrung kommen, weil sie Waaren am Bord eines hiesigen Schiffes, welches nach

der West⸗Afrikanischen Kuͤste segelte, verladeten.“ 8 Spanien. Madrid 21. Aug. Die Session der Cortes ist geschlossen. Der Regent hat sich jedoch nicht, wie er anfangs beabsichtigt hatte, in dem Sitzungssaale eingefunden, um

krankt, und zudem halte ihn der Verdruß uͤber die Abnahme sei⸗

92 2 94 2 8 F. &△ ner Popularitaͤt in seinem Palaste von Buenavista zuruͤck. In

der letzten Sitzung der Cortes rief eine Stimme nach der Lesung der Aufloͤsungs⸗Ordonnanz: „Es leben die reformirenden Cortes! Es blieb aber diese Manifestation ganz vereinzelt; der Ruf fand rein Echo.

186 der Artillerie sollen sehr unzufrieden daruͤber seyn, daß man sie als Maurer⸗Arbeiter bei Ausbesserungen am Palaste von Buenavista verwenden will.

,

e.

Ist einem allgemeinen Geruüͤchte Glauben zu schenken, so fangen die Truppen ihre Zuneigung zu ihrem Chef zu verlieren an Oft hoͤrt man von den Soldaten, 18 eRFlgent in seiner groß iform voruͤberkommt, Be⸗

wenn der Regent in seiner großen Uniform voruͤberko merkungen uͤber de ti 1. Reichthum der Uniform Espartero's, de rten s . gungen, wie sie ihn nennen. Die Regierung selbst. lst 1” 8* Besorgniß uͤber die Stimmung in der Armee; in Catalonien, gc Baskischen Provinzen, zu Valladolid hat sich dier Unzufriedenheit

der Truppen bereits in mehr oder m Seie gegeben. So konnten die Truppen in Valladolid nur mit Muͤhe dazu gebracht werden, daß sie die Anfangsbuchstaben des Namens der Köͤnigin Regentin von ihren Tschakos entfernen ließen. Um den Eifer der Freunde der Regierung anzufeuern und eine gün⸗ kigere Stimmung unter T' hervor d eeheißt am 1. September einige Castilianische Titel an angese⸗ hene Militaire vertheilt werden. Man nennt insbesondere die 7 ö 1 3 Generale Linage, Seoane, Ferraz und den ehemaligen Minister

Ferrer.

Madrid, 24. Aug.

g „. ; e. 2. I11““ hiesige Regierung entschlossen ist, der Franzöͤsischen gegenuͤber eine feste, auf jede Herausforderung eingehende Haltung anzunehmen.

Die Raͤumung des Französischen Hospitals auf dem Islote del

Rey bei Mahon auf Minorka ist ein Ergebniß dieser gegenseitigen Verstimmung.

worden, der im naͤchsten Monate ablaͤuft.

Hospitals denken, da die Pachtzeit mit naͤchstem September zu

Ende sey. Der Bice⸗Konsul berichtete dies dem in Palma besind-

lichen Konsul, und dieser wandte sich wegen Vorschriften nach

Paͤris. Herr Guizot, so versichert mir ein wohl unterrichteter Spanier, ließ den dortigen Spanischen Geschaͤftstraͤger zu sich ein⸗ laden und machte ihm auf sehr nachdruͤckliche Weise bemerkbar, wie unuͤberlegt die Spanische Regierung handle, indem sie, jede dem Franzoͤsischen Kabinet schuldige Ruͤcksicht bei Seite setzend und ohne sich mit diesem durch eine untergeor ken und verwundeten

lasse. Herr. Guizot soll

von Mahon veranstalten

Franzosen - moͤge in

hinzugefuͤgt haben, man

Madrid wohl bedenken, daß die Franzoͤsische Regierung alle Ele⸗

mente in Haͤnden habe, um die Flamme des Buͤrger⸗Krieges in Spanien wieder anzufachen, daß sie aber, weit entfernt, von einem solchen Mittel Gebrauch zu machen, bisher allen, und selbst den unerwartesten von Seiten des Madrider Kabinets an sie gerich⸗ teten Anforderungen nachgekommen sey. 3 e. traͤger uͤber die nachdruͤckliche Sprache des Herrn Guizot etwas

bestuͤrzt, erklaͤrte seine Unwissenheit in Bezug auf jene Angelegen⸗ Von hieraus

erwiederte der Minister⸗Praͤsident, die Spanische Regierung haͤtte

heit und versprach, in Madrid deshalb anzufragen.

in Bezug auf die Erneuerung des Pacht⸗Kontraktes noch keinen bestimmten Entschluß gefaßt und werde diese Sache erst in rei⸗ fere Ueberlegung ziehen. ige sische Geschaͤftstraͤger vor vier Tagen durch einen Courier von Paris aus, die bestimmte Vorschrift, sogleich der Spanischen Re⸗ gierung anzuzeigen, daß die Franzosische fest entschlossen sey, den Pacht⸗Kontrakt nicht zu erneuern, und also die Insel raͤumen werde.

Am Tage, nachdem der Geschaͤftstraͤger diese Anzeige gemacht hatte, verkuͤndigte die Regierung in dem Blatte el Espertador,

daß sie den Kontrakt aufgekuͤndigt habe, weil sie selbst jenes Ter—

rains zum Behuf eines Hospitals beduͤrse und gestern erschien in demselben Blatte, welches als Organ des Herrn Gonzalez anerkannt ist, ein Artikel, der als eine, wenn gleich nicht gegen die Franzo⸗

sische Nation, doch gegen deren Chef gerichtete Kriegs⸗Erklaͤrung gelten kann. Dieser Artikel soll darthun, daß die Allianz mit Frankreich fuͤr Spanien hoͤchst verderblich, und es dagegen fuͤr England von hoͤchstem Interesse sey, in Spanien einen maͤchtigen Bundesgenossen gegen Frankreich zu besitzen. Ob es auch fuͤr Spanien ersprießlich sey, sich in dieses Verhaͤltniß zu England zu

versetzen, wird verschwiegen. Spanien, versichert der Artikel, ziehe

die Wechselfaͤlle eines Krieges der Schmach eines entehrenden Friedenszustandes vor, und weist auf S. Quintin, Papia, den V Dann haͤlt er der Franzbsi⸗ chen Regierung die Unruhen vor, die gegenwartig bei der Einfuͤh⸗

2. Mai, Bailen und Toulouse hin.

rung des Census im suͤdlichen Frankreich stattsinden. Die Haupt⸗

Aufgabe fuͤr ihn ist aber der Beweis, daß das zu bildende Tory⸗ Ministerium dasselbe Interesse habe, wie das abtretende Whig⸗Kabinet, die Partei der Exaltirten in Spanien zu unterstuͤtzen und dadurch Frank⸗

reich in Verlegenheit zu setzen. „Die Sicherheit des Britischen Reiches“ so sagt der ministerielle Artikel wörtlich, „erheischt fuͤr dasselbe das sine qua non maͤchtiger Verbuündeter auf dem Europaͤischen Fest⸗

lande, uUnd die beiden Halbinseln, die Italienische und die Spa⸗

nische, koͤnnen nicht jzerstuͤckelt bleiben (no pneden permanecer fraccionadas). Vielleicht ist der Tag nicht fern, an welchem das⸗

den Schluß der is Session selbst zu verkunden. Man behauptet, Espartero sey er⸗ Herrn Zea Bermudez in

den Abstich ihrer aͤrmlichen Kleidung gegen den Gefaͤhrten ihrer Anstren-

minder bedeutsamer Weise kund

den Truppen hervorzurufen, sollen, wie V

Es ist nicht zu verkennen, daß die

Dieses Terrain war den Franzosen unter dem Ministerium Perez de Castro durch einen Pachtkontrakt eingeraͤumt Vor einiger Zeit kuͤn⸗ digte die Civil⸗Behoͤrde von Port Mahon dem dortigen Franzoͤsi⸗ schen Vice⸗Konsul ohne Weiteres an, er moͤge auf Raͤumung des

vorher zu verstaͤndigen, dnete Behoͤrde die Wegweisung der kran⸗

Der Spanische Geschaͤfts⸗

Run erhielt aber der hiesige Franzo⸗

selbe Erhaltungsprinzip, welches der casus foederis zwischen Eng⸗

land und Portugal herbeifuͤhrte,

und Italien die fuͤr das Kraft zu geben.“ Unterdessen hat das

England veranlasse, Spanien Europaͤische Gleichgewicht erforderliche

Ministerium gestern im Senat er⸗

klaͤrt, daß die Regierung das Projekt, kraft dessen die Inseln

Fernando Po und Annobon sollten, zuruͤcknehme.

treten werden

klaͤrte, man k

an England verkaufsweise abge⸗ 1 Der Minister⸗Praͤsident ener Inseln sehr herabzusetzen. Er er⸗

niens seyen, indem die (vermuthlich sehr liberal gesinnten) schwar⸗ zen Einwohner die Spanische Herrschaft nicht anerkennen woll⸗

soer 8 9 5 8 & e ten. Der Senat votirte gestern I g G eseßentwuͤrfe, un⸗ ter Anderen auch den, welcher den Verkauf der Guͤter der Welt⸗

Der Französische Geschaͤftstraͤger hat von der hiesigen Regie⸗ rung die Ermaͤchtigung erhalten, die von der Koͤnigin Christine an ihre erlauchten Toͤchter gerichteten Briefe entgegenzunehmen und

diesen zu uͤberreichenz die

von Letzteren an ihre Mutter gerichteten

Schreiben zu befoͤrdern hat sich die Regierung selbst vorbehalten. Vor einigen Tagen hatte der Geschaͤftstraͤger die Ehre, einen Brief

der Koͤnigin Christine an ihre he wobei der Minister⸗Praͤsident Gonzalez und der Vormund Ar⸗

ochter Isabella zu uͤberreichen,

guelles zugegen waren. Ihre Hoheit die Infantin Marie Luise

ist leider erkrankt.

Berlin befand und bei der September⸗

Revolution hier große Dienste leistete, kam gestern von Paris hier an und speiste sogleich bei dem Englischen Gesandten, seinem gro⸗

ßen Goͤnner. we Marliani Finanz⸗Minister vorziehen wird.

oder Gesandter in Paris zu werden,

Die Sitzungen der Cortes sind heute von der Regierung ge⸗

schlossen worden.

gLgissabon, 18. Aug

Portugal. . Die Regierungs⸗Zeitung veroͤffentlicht

ein Dekret der Koͤnigin vom 6. August, welches verfuͤgt, daß alle fremden oder Nationalschiffe so betrachtet werden sollen, als ob sie mit Ballast angekommen waͤren, wenn sie Collis mit Buͤchern,

Maschinen, Modellen v—

on mathematischen, physikalischen und

Ackerbau⸗Werkzeugen an Bord haben, vorausgesetzt, daß das Ge⸗ wicht dieser Collis das Drittel der ganzen Ladung uͤbersteigt. In diesem Fall soll ihnen die freie Einfuhr gestattet seyn.

Man sagt,

Berlin und Herr Mign

nannt werden. Der V e. 28

zuruͤckkehren, und den

der Marquis von schafter fuͤr Wien, der Baron de Rendorfe als Botschafter f

Saldanha werde als Bot⸗ ge ur; eis in gleicher Eigenschaft fuͤr Rom er⸗ isconde de Carreira wird nach Paris⸗ Bruder des Rechtsgelehrten Ferreira

Borges will man nach St. Petersburg senden. 9 9

Griechenland.

Die Leipziger Al

lgemeine Zeitung gab vor einigen

Tagen den Inhalt einer, Depesche, die das Französische Ministe⸗ rium des Auswaͤrtigen uͤber die innere Lage Griechenlands an die

Europaͤischen Maͤchte geri

chtet haben soll. Das Journal des

Débats findet sich veranlaßt, diese Depesche nach der genannten

Deutschen Zeitung mitzut gen, doch scheint schon

„Paris, 11. Aug. gierung beginnt sich wiede

Sorge des Londoner Kabit

heilen, zwar ohne den Inhalt zu verbuͤr⸗ die bloße Aufnahme in das Franzosische

ministerielle Blatt fuͤr die Authentizitaͤt der Depesche zu sprechen. Wir nehmen selbige daher ebenfalls in Nachstehendem auf: Die Aufmerksamkeit der Franzoͤsischen Re⸗

r auf Griechenlands Lage zu richten, von

der dringendere Fragen sie eine Zeit lang abgelenkt hatten. Die

tets ist neulich angeregt worden, und es

ten zu berufen. Weit entfernt, von den Vortheilen Liner solchen aees uͤberzeugt zu seyn, erblickt die Franzoͤsische Regicrung weder in der fruͤheren Organisation Griechenlands, noch in den Le⸗ bens⸗Gewohnheiten (les habitudes de l'existence) der verschiedenen Klassen der Bevoͤlkerung die Bedingungen, welche gecignet wä⸗ ren, den Erfolg dafüͤr vorzubereiten; nach ihrer Meinung wůͤrde diese Neuerung Gefahr laufen, von den Unterthanen des Köͤnigs Otto nicht verstanden zu werden und in ihren Haͤnden nur ein neues Werkzeug der Unordnung und der Anarchte ahzugeben. Statt Griechenland und dessen werdende (naissante) Monarchie

dieser neuen Gefahr auszusetzen, meint die Franzoͤsische Regierung,

es sey nicht unmdglich, in den bereits bestehenden, vereits in Grie⸗ chenland anerkannten Institutionen Mittel zu finden, um der Ver⸗

waltung des Köͤnigs Stto den Stuͤtzpunkt, die Regelmaͤßigkeit und die Thaͤtigkeit zu geben, welche ihr fehlen, auf diese Weise die Miß⸗ braͤuche abzustellen, uͤber die man sich beklagt, und eine bessere Zu⸗ kunft fuͤr Griechenland vorzubereiten. Um dieses Ziel zu erreichen, wuͤrde es vielleicht genuüͤgen, den Wirkungskreis des jetzt dem Koͤnig zur Seite stehenden Stgatsraths auszudehnen und demselben eine wirksame Thaͤtigkeit zu sichern, so wie diese Institution mit Provinzial⸗ und Munizipal⸗Raͤthen zu verbinden, deren Grundlage, alten Einrich⸗ tungen entnommen, selbst zur Zeit der Tuͤrkischen Herrschaft in den Volkssitten eingewurzelt war. Eine solche Combination wurde die Aus⸗ uͤbung der Kbniglichen Gewalt kraͤftigen und regeln, dabei zugleich den Vortheil darbieten, daß sie sich an nationale Traditionen anschloͤsse und in einem verstaͤndigen Maß Versprechen erfuͤllte, die sich verschieden erklaͤ⸗ ren lassen, auf die aber gar keine Ruͤcksicht zu nehmen in mehr als

V V 1

Der bekannte Herr Marliani, der sich mit Einer Beziehung nicht ohne Ungelegenheit seyn wuͤrde; daß sie end⸗

lich keine Veranlassung zu Besorgnissen fuͤr diejenigen darboͤte, die besonders fuͤr einen schlecht gesicherten Thron das thaͤtige Einschreiten der Volkskontrolle fuͤrchten. Hiermit habe ich Ihnen fummarisch an⸗

Man weiß noch nicht mit Bestimmtheit, ob Herr gedentet, wie wir uͤber die Natur der Rathschlaͤge denken, welche die

Maͤchte der Griechischen Regierung ertheilen koͤnnten, im Fall sie, wie das Londoner Kabinet zu wuͤnschen scheint, einzuschreiten fuͤr nothwendig halten sollten, um dem Koͤnig Otto die Uebelstaͤnde zu be⸗ zeichnen, die sich in der Verwaltung seiner Staaten fühlbar machen, so wie die Gefahren, die daraus hervorgehen koͤnnten. Zugleich hebe ich die Schonung, den freundschaftlichen und vertraulichen Cha⸗ rakter hervor, welche bei diesem Einmischen in die inneren Angele⸗ genheiten eines unabhaͤngigen Staates obwalten muͤßten. Ich er⸗ suche Sie, diese Depesche dem. Kabinet mitzutheilen. Daß ich die darin ausgesprochenen Ideen nicht mehr entwickele, geschieht des⸗ wegen, weil ich weniger deren unmittelbare und vollstaͤndige An⸗ nahme zu erwirken, als die verbuͤndeten Hoͤfe einzuladen dezwecke, daß sie ihrerseits dieselben in Erwägung ziehen und uns das Ergeb⸗ niß ihrer Betrachtungen mittheilen. Ich brauche nicht hinzuzufu gen, daß es unsererseits einen Gegenstand der aufmerksamsten und der genauesten Pruͤfung bilden wuͤrde. Wir sind der Meinung, es sey eine Ehrensache der Europaͤischen Kabinette, in dem neuen Staate, den sie in Griechenland zu begruͤnden mitgewirkt haben, Uebeln vor⸗ zubeugen, die ernst genug seyn wuͤrden, das gemeinschaftliche Werk und alle Interessen, die daran geknuͤpft sind, zu gefaͤhrden.⸗ 1

geeHumt

V China.

Paris, 1. Sept. Die Regierung publizirt nachstehende te⸗

legraphische Depesche aus Malta vom 27. August: „Der „Great Liverpool“ ist gestern hier mit der Indischen Post eingetroffen; er hatte Bombay am 19. Juli verlassen. In China war am

20. Mai Alles in demselben Zustande. Der Kaiser war noch im mer zum Widerstande entschlossen und hatte befohlen, eine zahl⸗ kommandiren sollte. Der Admiral Parker und Sir Henry Pot⸗

tinger haben sich am 7. Juli auf dem Dampfschiffe „Sesostris“ von Bombay nach China eingeschifft. Der Contre⸗Admiral d la Susse ist am 20. August mit dem „Inflexible“ und dem „Santi Petri“ vor Athen erschienen.“

reiche Armee zusammen zu ziehen, welche sein Bruder in Person

hat diese selbst bei den uͤbrigen Maͤchten angeregt in Bezug auf be-⸗

klagenswerthe Thatsachen,

die dem Willen der Griechischen Regie⸗

rung zuzuschreiben durchaus ungerecht waͤre, die aber zu der Besorg⸗ niß Grund bieten, daß die Staatsgewalt in Griechenland nicht

ganz die erforderliche Ener

nen einer regelmaͤßigen, gerechten und milden Dieser Uebelstand ist um so mehr zu bedauern,

tung zu erhalten. da in anderen Beziehungen

gie befitze, um ihre Diener in den Bah⸗ humaine) Verwal⸗

der innere Zustand des Koͤnigreichs, wel⸗

V Koͤnig haben gestern in Liegnitz einer Deputation der Repraͤsen

tanten hiesiger Kommune eine Audienz Allergnaͤdigst zu bewilli⸗ gen und dem ehrfurchtsvollen Gesuche, bei Allerhoͤchstdero Anwe senheit in Breslau am 15ten d. M. ein Dejeuner anzunehmen, huldreichst zu entsprechen geruht. Das Dejeuner wird in Kroll's

ches durch das Zusammenwirken Frankreichs, Englands und Rußlands Wintergarten stattfinden, welcher zu diesem Zwecke erweitert und begruͤndet ist, zu beweisen scheint, daß diese Maͤchte nicht einer edelmuͤthi⸗ in entsprechender Weise ausgeschmuͤckt wird .

gen Illusion unteelagen, als ein Land, das, wie es ihnen

sie sich zu so großen Opfern entschlossen, um chien, alle wesentliche Elemente zur Regene⸗

ration selbst besitze, wieder zum Range der unabhaͤngigen Nationen zu er⸗ heben. Das Wachsen der Bevoͤlkerung, die Vervollkommnung der Land⸗

wirthschaft, die zunehmend

den gewoͤhnlichen Staatslasten das Gleichgewicht halten: sind lauter wenn man selbst daran Theil nimmt.

, g.

e Vermehrung der Staatseinkuͤnfte, die

Anzeichen einer natuͤrlichen inneren Lebenskraft, die durch die Un⸗ macht oder die Sorglosigkeit der Verwaltung gelaͤhmt oder Feshe

zu sehen bedauerlich seyn nig Otto zu, in Uebereinst Uebelstaͤnden und Gefahr

vwuͤrde. Allerdings steht es allein dem Koͤ⸗

immung mit dem Volke, das er regiert,

en abzuhelfen, die vielleicht mit einiger

Uebertreibung hervorgehoben sind, denen aber eine Wirklichkeit zum

Grunde liegt.

fremden Willen dem Koͤnig von

Jede Maßregel, die zu diesem Behuf durch einen

Griechenland guferlegt wuͤrde,

wuͤrde ihre Wirkung verfehlen, und sicher hegt keine der Maͤchte,

welche die neue Monarchie Weise deren Unabhaͤngigke wie diejenigen, welche, o

errichtet haben, die Absicht, auf solche it zu beeintraͤchtigen. Diese Maͤchte, so hne an dem Vertrage vom 8. Juli 1827

Theil genommen zu haben, seitdem zu dem Athener Kabinet in mehr

oder minder innige Verh

ältnisse getreten sind, betrachten es je⸗

doch ohne Zweifel als eine Pflicht gegen dieses Kabinet und gegen sich selbst, demselben Ratbschlaͤge zu ertheilen, welche geeignet sind, Katastrophen vorzubeugen, deren Folgen nicht blos die Interessen

Griechenlands allein beruͤh

ren wuͤrden. Um aber mit einiger Wahr⸗

scheinlichkeit wirklich Eindruck zu machen, muͤssen diese Rathschlaäͤge

einstimmig seyn. sirenden Einfluͤssen, deren chenland eine Veranlassun

lichen Zerrungen werden konnten.

Sie duͤrfen nicht auszugehen scheinen von rivali⸗

entgegengesetzte Bestrebungen fuͤr Grie⸗ g zu inneren Zwistigkeiten und verdert⸗ Auch muͤssen dieselben mit reif⸗

licher Ueberlegung und Vorbedacht entworfen werden, so daß sie, die gerechte Empfindlichkeit der Regierung und des Volks in Grie⸗

chenland schonend, dem Ej

lische Autoritaͤt si

werden muͤssen, nur verschlimmern wuͤrden.

nfluß der befrelndeten Maͤchte die morg⸗

chern, ohne welche dieselben die Uebel, die geheilt

Das schwerste dieser

Uebel, dasienige, von dem fast alle uͤbrigen herruͤhren, ist offenbar

die Schwaͤche und die X

hatlostgkeit (inortie) der Staatsgewalt.

Taͤglich von den rivaliftrenden Anmaßungen der Parteien oder der

Individuen bestuͤrmt; um einer Abschließung (isoleme

entfernt und außer Stand setzt, dasselbe zu kennen und 4

wird sie nuruhig, stockt, v und scheint auf dem Punkt

diesen zu entgehen, Zuflucht suchend in nt), die sie von dem eigenen Volke selbst zu leiten: Thaͤtigkeit

erschiebt jeden Entschhß, jede nen entschiedenen An⸗

e, da ffe nirgend e

trieb oder einen genuͤgenden Stuͤtzpunkt findet, in den Zustand von

Nullitaͤt zu gerathen, der laͤßt und den aͤrgsten Ge hat zuweilen gemeint, da (inertie) der Staatsgewalt Gemuͤthern wie in den Ge

die schreiendsten Mißbraͤuche fortdauern fahren die Thuͤr oͤffnen koͤnnte. Man s beste Mittel, um dieser Thatlosigkeit und dem traurigen Zustande, der in den schaͤften daraus entspringt, ein Ende zu

machen, wuͤrde darin bestehen, Grtechenland eine constituttonelle Regierungsform zu geben, in dem Sinne, den man allgemein mit diesem Ausdrucke zu verbinden vnat, d. h. dort verschtedene un⸗

abhäͤngtge Gewalten zur T

heilnahme an der vollen Ausuͤbbung der

gesetzgebenden Macht und an der Leitung der Staats⸗Angelegenhei⸗

Liegnitz, 2. Sept. (Bresl. Z.) Seit der Ankunft Sr Majestaͤt des Koͤnigs herrscht in unseren Mauern eine Lebendig keit, von welcher man sich nur dann einen Begriff machen kann, s Wie die ganze Reise der Koͤniglichen Herrschaften, von Berlin bis hier einem Festzuge glich (Gruͤneberg hatte sogar die Chaussee in der Entfernung von einer Meile illuminirt!) so war auch Liegnitz an großartigen Festlichkeiten nicht zuruͤckgeblieben. Das Glogauer Thor und die ganze Stadt war bei Ankunft des Koͤnigs und der Koͤnigin praͤchtig beleuchtet, von der protestantischen Kirche herab strahlte das Wort „Willkommen“ in kolossaler Lichtschrift weit in die Gegend hinaus und die Bewohner legten in sinnvollen Devisen bei der Illumination ihre treue Gesinnung an den Tag.

Am 2ten fruͤh begaben sich Se. Mgjestaͤt nach Domanze kehrten jedoch am Abend schon wieder zuruͤck, und beehrten den Ball mit Allerhoͤchstihrer Gegenwart, welchen die Ritterschaft des Liegnitzer Kreises im Ressourcen⸗Lokal veranstaltet hat.

Das Armee⸗Corps exerzirte heute von 8 Uhr an in Divisio⸗

nen vor dem kommandirenden Genevxalk. Die 9te Division bei Wahlstatt, die Kavallerie⸗Division bei Kniegnitz und die 40te Di⸗ vision bei Huͤhnern, nach einer von den Divisionairs entworfenen Disposition. Die Prinzen des Koͤniglichen Hauses und saͤmmtliche hier anwesende hoͤchste und hohe Herrschaften wohnten diesem Exerziren bei.

Morgen fruͤh begeben sich Ihre Majestaͤten mit dem ganzen Hofstgate nach Kapsdorf, woselbst das 6te Armee⸗Corps ein Corps⸗ Mandver mit markirtem Feind ausfuͤhren wird. Am 5ten be⸗ ginnen die gegenseitigen Feld⸗Mandver des 5ten und 6ten Armee Corps, wobei alle Verhaͤltnisse des Krieges moͤglichst beruͤcksichtigt werden sollen.

P Bunzlaun, 1. Sept. Das schon im Jahre 1814 zum Ge⸗ daͤchtniß der gaͤnzlichen Befreiung Schlesiens von den feindlichen Truppen, durch den frommen, patriotischen Sinn des nunmehr verstorbenen Kirchenvorstehers und Tuchmacher⸗Meisters Ziegler zu Lowenberg gestiftete, durch den dasigen Magistrat aufrecht erhaltene und von demselben durch zweckentsprechende Maßregeln von Jahr zu Jahr verschoͤnte Bluͤcher⸗Fest ist, wie zeither auch diesesmal am 30. August feierlich begangen worden. Dieses schoͤne Volksfest hat in diesem, so wie alle folgende Jahre einen 22 V groͤßeren Aufschwung, erhoͤhtere Bedeutsamkeit und Glanz dadur 5 erhalten, daß (wie bereits erwaͤhnt) Se. enher 88 hochverehrter Koͤnig, auf diesfallsige Verwendung 9 . e⸗ neral⸗ Lieutenants und General⸗Adjutanten, Sven 82 V fen von Nostiz, Excellenz, als Beweis Tlerhoceesee. Fün⸗ me und zur wuͤrdigen Zierde des Festes selbst, eine kolossale Buͤste des