religibse und politische Fragen von einander geschieden worden sind, herbeifuͤhren.“
Ein hiesiges Blatt sagt: „Man versichert, daß Herr Gui⸗ zot schon seit einiger Zeit eine sehr fleißige Korrespondenz mit Sir Robert Peel unterhaͤlt; er haͤtte demselben sogar ein Exem⸗ plar seiner Rede in Lisieur zugeschickt, noch ehe dieselbe gehalten
worden waͤre. Es scheint, daß Herr Guizot versprochen hat, gleich
nach der Bildung des Tory⸗Kabinets die Entwaffnung in Frank⸗ reich zu beschleunigen von St. Aulaire auf seinen Posten nach London zu schicken.
1 Seit e 4 traͤgt man sich mit dem Geruͤcht, daß das Ministerium nach dem Schluß der General⸗Conseils den Mu⸗ nizipal⸗Rath von Parge. wegen Füwer Beschluͤsse gegen die Regi⸗
rir Maßregel, aufloͤsen werde.
Se 1 889 Paris ist auf seiner Reise nach den Baͤdern einer drohenden Lebensgefahr entgangen. Dicht bei Lakalm schlug der Blitz in seinen Wagen ein, riß ihm seine Muͤtze vom Kopf und verwundete einen seiner Kaplane, der ne⸗ ben ihm saß, leicht am Kopfe. Der Erzbischof befindet sich voll⸗ kommen wohl, und hat seine Reise fortsetzen koͤnnen.
Boͤrse vom 2. Sept. Die Course der Franzöͤsischen Ren⸗ ten hielten sich an der heutigen Boͤrse ziemlich fest, obgleich die Geruͤchte von dem nahe bevorstehenden Abschluß der Anleihe im Umlauf blieben.
½ ½ Paris, 2. Sept. Da sich die Regierung genöoͤthigt sieht, fuͤr das naͤchste Jahr auf die praktische Anwendung wenig⸗ stens eines Theiles der Resultate des Census zu verzichten, so tritt, in Ermangelung einer nahen Aussicht auf eine genuͤgende Ver⸗ mehrung des oͤffentlichen Einkommens, die Nothwendigkeit einer Verminderung der Staatsausgaben immer deutlicher und unmit⸗ telbarer hervor. Natuͤrlich kann eine wesentliche Ersparniß nur durch die Beschraͤnkung des Kriegsbudgets erzielt werden, und es
findet sich also, daß die Opposition gegen die Steuer⸗Revision,
ohne es zu wissen, und noch mehr, ohne es zu wollen, fuͤr die Idee der Entwaffnung gearbeitet hat. Bei dieser Wendung der Finanz⸗Frage wird es minder zweifelhaft, ob Herr Humann die ihm bewilligte Anleihe umgehen koͤnne, ja, ob die ihm zu Gebote stehenden Huͤlfsmittel ihm auch nur erlauben, dieselben, wie dies seine bestimmte Absicht war, bis zur Eroͤffnung der bevorstehenden Kammer⸗Session zu verschieben. Man glaubt, daß der Finanz⸗ Minister sich genothigt sehen werde, spaͤtestens im November we⸗ nigstens einen Theil der Anleihe zu negoziren.
Die an der Stelle der Zaͤhlungen uͤberall, wo die Steuer⸗ Beamten auf Widerstand stoßen, vor sich gehenden amtlichen An⸗ schläge werden aus Grundsatz weit uͤber den vermuthlichen Werth der zu taxirenden Gebaͤude u. s. w. gestellt, indem die Steuer⸗ Verwaltung hofft, die Widerspenstigen, durch die Aussicht auf eine V schwere Ueberlastung zur Nachgiebigkeit, zur nachtraͤglichen Unter⸗ werfung unter den Census zu bringen. Die einstimmigen Erklaͤ⸗ rungen der Departemental⸗Raͤthe zu Gunsten der Regierungs⸗ Maßregeln werden ohne Zweifel wirksam dazu beitragen, die mo⸗ V ralische Kraft jenes Widerstandes zu brechen, und man darf da⸗ her wohl hoffen, daß die Regierung durch das fragliche Mittel ihren Zweck erreichen wird, statt dadurch die ihr entgegenstehen⸗ den Schwierigkeiten zu vermehren, wie dies bei standhafter Durch⸗ fuͤhrung der passiven Opposition der Steuerpflichtigen allerdings der Fall seyn wuͤrde.
Von dem Franzoͤsisch⸗Belgischen Zoll⸗Vereine ist keine Rede mehr. Eine Deputation der Elboeufer Tuchfabrikanten, die sich nach Eu begaben, um die Interessen ihrer Industrie gegen jenes Projekt gettend zu machen, hat von Louis Philipp die beruhigend⸗ sten Versicherungen erhalten. Inzwischen find die zur Unterhand⸗ lung eines Handelsvertrages mit Frankreich bevollmaͤchtigten Bel⸗ gischen Commissaire hier angekommen, und es hat auch bereits eine erste Konferenz derselben mit mehreren Mitgliedern des hie⸗ sigen Kabinets stattgefunden; allein es wird vielfach bezweifelt, daß diese Negociationen zu einem bedeutenden Ergebnisse fuͤhren werden. Darf man gewissen Andeutungen trauen, so sind auch gegen den Plan einer engeren Handels⸗Verbindung zwischen Frank⸗ reich und Belgien diplomatische Schwierigkeiten erhoben worden, welche im Verein mit der gewerblichen Eifersucht der Franzöͤsischen Fabrikanten, Grubenbesitzer, Rheder u. s. w. maͤchtig genug seyn buͤrften, um eine merkliche Ermaͤßigung der gegenseitigen Zoll⸗Ta⸗ rife zu verhindern.
Die beiden Eisenbahn⸗Gesellschaften des rechten und des linken Seine⸗Ufers haben sich bekanntlich uͤber eine Vereinigung verstaͤndigt, deren Koͤsten der Staat zahlen soll, indem man ihm zumuthet, zunaͤchst auf die Zinsen des der Compagnie des linken Ufers vorgestreckten Kapi⸗ tals von 5 Millisnen zu verzichten, ein Nachlaß, der leicht voraus⸗ sichtlicher Weise die Schenkung des ganzen Kapitals fruͤher oder spaͤter zur unfehlbaren Folge haben wuͤrde. Aber es scheint, daß dieser leckere Bissen noch nicht groß genug ist, um den Finanz⸗ Appetit der Herren von den Eisenbahnen zu befriedigen. Ihrem ersten Projekte ist bereits ein zweites gefolgt, dahin lautend, die beiden Bahnen von Versailles aus, zu einer einzigen verschmolzen, bis nach Chartres fortzufuͤhren, vorausgesetzt, daß ihnen erstens
der Staat zu diesem Unternehmen 8 Millionen auf funfzehn Jahre unverzinslich vorstrecke, daß ihnen zweitens das Departement der Seine und Dise, und das Departement der Eure und Loire jedes 800,000 Franken zu demselben Zwecke schenke, daß ihnen endlich drittens die Gemeinden, durch deren Gebiet die Bahn ge⸗ hen soll, den dazu erforderlichen Boden — abtreten. Haͤlt man mit diesen Forderungen die Zahl von 20 Millionen zusammen, welche der Bau der ganzen Bahn kosten soll, so zeigt sich dieser neue An⸗ schlag auf das bffentliche Vermoͤgen in einer Naivetaͤt, die beinahe großartig zu nennen ist. Wenn das die „Ermuthigung“ ist, welche die Eisenbahn⸗Unternehmer in einer neulich an mehrere Blaͤtter gerichteten Reclamation so bitter vermissen, und die sie zum Ge⸗ deihen ihrer Werke verlangen, alsdann kann man ihnen wahrhaf⸗ tig keine uͤbertriebene Kuͤhnheit zum Vorwurf machen. In der That, eine oͤffentliche Unternehmung dieser Art, zu der man sich mehr als die Haͤlfte der Kosten schenken laͤßt, verdient wohl kaum den Namen einer Speculation, oder kann doch nur allenfallg eine Speculation auf die öffentliche Gutmuͤthigkeit genannt werden. Das unbescheidene Ansinnen der beiden Gesellschaften koͤnnte blos unter der Voraussetzung entschuldigt werden, daß die beabsichtigte Bahn höchstens halb so viel werth seyn, als sie kosten werde. Allein in diesem Falle waͤre, nach gewoͤhnlichem Menschenverstande, wohl das Rathsamste, sie uͤberhäaupt nicht zu bauen.
sachen diesem Geruͤchte irgend Gewicht geben. Der aͤußere Anschein spricht vielmehr fortwaͤhrend fuͤr eine ungewoͤhnlich lange Dauer des Ministeriums Soult⸗Guizot. — Die Spannung, welche zwischen der Roͤmischen Kurie und der durch die Gazette de France vertretenen Fraction der legitimistischen Partei ob⸗ waltet, droht zu einem foͤrmlichen Bruche zu werden. Die Ga⸗ zette de France beobachtet so wenig Maͤßigung in ihren Aeuße⸗ rungen uͤber das Verbot, welches sie in den Paͤpstlichen Staaten
V Man hoͤrt seit ein paar Tagen wieder von einer bevorstehen⸗ den Modification des Kabinets reden, ohne daß indessen That⸗
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getroffen hat, daß heute selbst die Presse einen warnenden Zu⸗ ruf, eine freilich etwas zweideutige Mahnung, an den dem heiligen Stuhle gebuͤhrenden Respekt an sie richten zu duͤrfen glaubt. Man
versichert, daß der Abbé Genoude bei der Nachricht von jenem
Verbote alle Fassung verloren habe, und daß die gexeizte Stim⸗ mung, in welcher er sich seitdem befinde, sich in den heftigen Dia⸗ triben der Gazette de France nur sehr gemildert kund gebe.
Großbritanien und Irland.
London, 3. Sept. Die Kabinets⸗Mitglieder und mehrere andere Beamte der neuen Verwaltung sind nun ernannt. In ei⸗ ner zweiten Audienz, welche Sir R. Peel vorgestern bei der Kö⸗ nigin hatte, ertheilte Ihre Majestaͤt der ihr von dem Premier⸗ Minister vorgelegten Liste ihre Genehmigung; die darauf stehen⸗ den Namen sollen die unbedingte Billigung der Koͤnigin erhalten haben. Das Kabinet besteht nun aus folgenden Mitgliedern:
Premier⸗Minister oder erster Lord
des Schatzes Sir Robert Peel. Lord⸗Kanzler ..Lord Lyndhurst. 1 Fuͤhrer des Oberhauses ohne be⸗ 1t 18 *
sonderes Amt Herzog von Wellington. Praͤsident des Geheimen Raths .. Graf Wharncliffe. Großsiegelbewahrer 8 Herzog von Buckingham. Erster Lord der Admiralitaͤt Graf von Haddington. Staats⸗Secretair des Innern... Sir James Graham. Staats⸗Secretair der auswaͤrtigen
Angelegenheiten Staats⸗Secretair der Kolonieen .. Lord Stanley. Praͤsident der Handelskammer Graf von Ripon. 1 Praͤsident der Ostindischen Kontrolle Lord Ellenborough. Kanzler der Schatzkammer Herr Goulburn. Kriegs⸗Seecretair Sir Henry Hardinge.
Außerdem sind bis jetzt folgende Ernennungen von Mitglie⸗ dern der Verwaltung bekannt, die nicht zum Kabinet gehoͤren:
General⸗Zahlmeister der Armee und Marine
her.
1“
Sir Edward Knatchbull. Generalfeldzeugmeister Sir George Murray. Admiralitaͤts⸗Secretair Sir George Clerk. Oberster Schatzamts⸗Secretair... Sir Thomas Fremantle. Vice⸗Praͤsident der Handelskammer Herr W. E. Gladstone. Lord⸗Lieutenant von Irland Graf de Grey.
Secretair fuͤr Irland. . .. Lord Eliot.
Heute gegen Mittag begaben sich die neuen Minister nach Clavemont, wo die Königin eine Geheimeraths⸗Versammlung hal⸗ ten wollte, in welcher ihnen die Siegel werden uͤberliefert werden. Was die uͤbrigen noch nicht definitiv besetzten Aemter betrifft, so berichtet die Morning Post heute Folgendes uͤber einige der⸗ selben: „Lord Lowther ist nun General⸗Postmeister und wird vermuthlich, als solcher, unverzuͤglich ins Oberhaus berufen wer⸗ den. Das Amt eines Kanzlers des Herzogthums Lancaster ist einem hochverdienten Staatsdiener, dem Lord Granville Somer⸗ set, verliehen; Se. Herrlichkeit wird aber nicht Mitglied des Kabinets seyn. Lord Lincoln ist zum ersten Kommissar der Land⸗Revenuen ernannt. Das Amt des Muͤnzmeisters wird Herr W. E. Gladstone neben dem des Vice⸗Praͤsidenten der Han⸗ dels⸗Kammer bekleiden. Man glaubt allgemein, daß Lord Claude Hamilton Unter⸗Staats⸗Secretair der auswaͤrtigen Angelegenhei⸗ ten und Herr Henry Hope Unter⸗Staats⸗Secretair der Kolonieen werden sollen. Das Amt des Lord⸗Kanzlers fuͤr Irland ist, dem Vernehmen nach, dem Sir Edward Sugden angeboten worden. Herr Blackburne wird, wie man glaubt, General⸗Prokuxrator und Herr Jackson, wie man vermuthet, General⸗Fiskal fuͤr Irland werden. Auch sagt man, daß dann Herr Litton als Koͤniglicher Sergeant an des Letzteren Stelle treten werde.“ Der Times zufolge wuͤrde auch der General⸗Zahlmeister der Armee, Sir E. Knakchbull, wirklicher Kabinets⸗Minister werden. Von anderen Blaͤttern werden noch Sir George Cockburn und Lord Asfhley als Lords der Admiralitaͤt und Sir F. Pollock als General⸗Prokura⸗ tor, Sir W. Follett als General⸗Fiskal fuͤr England bezeichnet. Diese beiden letzten Ernennungen scheinen jedoch noch insuspenso zu seyn, weil es heißt, daß Lord Abinger, der Praͤsident des Schatzkammer⸗Gerichts, sein Amt bald niederlegen und man denselben daher bewegen wolle, dies lieber gleich zu thun, um nicht Sir F. Pollock, der
darauf Anspruch haben wuͤrde, sein Nachfolger zu werden, und Sir. W. Follett, der dann in den Posten des General⸗Prokurators einruͤcken wuͤrde, in die Nothwendigkeit zu versetzen, sich kurz hin⸗ ter einander wiederholentlich einer neuen Wahl zu unter⸗ werfen. Ueber die Zusammensetzung des Hofstaats der Koͤnigin ist noch nichts definitiv bestimmt. „In diesem Departement“, sagt die Morning Post, „wird man die persoͤnlichen Wuͤnsche Ihrer Majestaͤt, wie es seyn muß, jeder anderen Ruͤcksicht vor⸗ angehen lassen.“ Indeß erwaͤhnt dieses Blatt folgendes Geruͤcht: „Das Amt des Ober⸗Kammerherrn sey dem Herzoge von Rut⸗ land angeboten, von diesem aber abgelehnt worden und werde wahrscheinlich vom Marquis von Exeter, bekleidet werz den; Graf Liverpool werde vermuthlich ster, Graf von Jersey Ober.⸗Jaͤgermeister werden, fuͤr die uͤbrigen Hofaͤmter wuͤrden Graf Chesterfield, Vis⸗ count Sydney, Viscount Poverscourt, Lord Ashley und Lord Ernest Bruce genannt. Ferner gehe das Geruͤcht, daß die Herzogin von Buccleugh die Stelle als Ober⸗Gar⸗ derobenmeisterin oder oberste Hofdame der Köoͤnigin erhalten werde. Lord Hill behaͤlt seinen Posten als Ober⸗Befehlshaber der Armee, den er bekleidet, seitdem der Herzog von Wellington denselben niederlegte. 3
In Kanada hat Lord Sydenham fortwaͤhrend mit großen Schwierigkeiten zu kaͤmpfen; alle seine Maßregeln fallen durch. Das dortige Parlament scheint das Tory⸗Ministerium abwarten zu wollen. Unter den Kanadischen Patrioten bereitet sich eine Demonstration zu Gunsten Mac Leod's vor. Das neulich ver⸗ breitete Geruͤcht von einem bereits gemachten gewaltsamen Ver⸗ such zur Befreiung Mac Leod's hat sich nicht bestaͤtigt. In Ka⸗ nada sind in den ersten 7 Monaten d. J. gegen 24,000 Personen eingewandert.
und
Aus Depeschen zwischen Lord J. Russell und Lord Sydenham, welche jetzt, von den hiesigen Blaͤttern mitgetheilt werden, erfaͤhrt man uͤbrigens, daß Letzterer bereits unterm 21. Juli d. J., wegen fortwaͤhrender Kraͤnklichkeit, nachdem er vorher schon einen halbjaͤhrigen Urlaub erhalten hatte, seine Ent⸗ lassung eingereicht, und daß dieselbe, wie ihm Lord J. Russell un⸗ term 18. August angezeigt hat, von der Königin angenommen worden ist. Als sein muthmaßlicher Nachfolger unter der nun⸗ mehrigen Tory⸗Verwaltung wird jetzt Sir Howard Douglas, bis⸗ heriger Lord⸗Ober⸗Commissair der Jonischen Inseln, genannt.
. Nach dem Tourt⸗Journal ist der Gesundheitszustand der Koͤnigin wenig befriedigend, so daß sie sehr der Ruhe bedarf. Dies Blatt befuͤrchtet, daß die ihr jetzt aufgedrungene politische
haͤtigkeit auf ihr Befinden nachtheilig einwirken werde.
Gestern Abend hat Sir R. Peel in Whitehall⸗Gardens schon erstes Kabinets⸗Diner gegeben.
“ “
Graf von Aberdeen.
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ũLondon, 3. Sept. Das neue Ministerium wird heute installirt; das Parlament aber wird sich ohne Zweifel naͤchsten Montag wieder auf so lange vertagen, bis die jetzigen Mitglieder des Unterhauses, welche Stellen erhalten haben, aufs neue ge⸗ waͤhlt werden koͤnnen. Denn das Gesetz verlangt, daß wer eine Stelle von der Krone annimmt, genöͤthigt ist, sein Vertreteramt niederzulegen; kann aber von demselben Bezirk, den er vorher vertreten, oder irgend einem andern aufs neue gewaͤhlt werden. Man glaubt, daß die Vertagung bis zum 2östen stattfinden werde; welches dann auch fuͤr die neuen Minister die Bequem⸗ lichkeit hat, sich in ihren Departements zu orientiren, und sich unter einander uͤber gemeinschaftliche Maßregeln berathen zu können; was ihnen zum Theil darum um so leichter werden wird, da die Mehrzahl aus Mitgliedern des Oberhauses besteht, mehrere zu den Aemtern zuruͤckkehren, die sie in fruͤheren Zeiten verwaltet, und wahrscheinlich keiner von ihnen, bei seiner Wieder⸗ erwaͤhlung etwas zu befuͤrchten hat.
Die, welche zu ihren alten Aemtern zuruͤckkehren, sind Lord Lyndhurst ans Amt des Großkanzlers; Lord Stanley ans Mini⸗ sterium der Kolonien; Herr Goulburn ans Ministerium der Fi⸗ nanzen; Lord Aberdeen an das der auswaͤrtigen Angelegenheiten; Graf Ripon zur’ Praͤsidentschaft uͤber das Handelswesen; Lord Ellenborough zu der uͤber die Ostindischen Angelegenheiten; Sir Henry Hardinge zum militairischen Sekretariat; Sir Eduard Knatsch⸗ bull zum Amte des Kriegs⸗Zahlmeisters. Nur Sir James Graham ist neu in der Stelle des Ministers des Innern; Lord Haddington in dem ehemals von Graham bekleideten Amte als erster Lord der Admiralitaͤt (Minister der Marine); Sir George Murray (ehemaliger Colonial⸗Minister) in dem des General⸗Feldzeugmei⸗ sters; der Herzog von Buckingham in dem des Lord Siegelbe⸗ waͤhrers. Der Herzog von Wellington hielt es nicht fuͤr rath⸗ sam in seinen alten Tagen ein Amt auf sich zu nehmen, welches anhaltende Aufmerksamkeit erforderte; er begnuͤgt sich also, um nur seiner Partei den Einfluß seines Ansehens zu gewaͤhren, mit der Stelle eines Kabinets-Ministers ohne Amt und ohne Besoldung. Aber auch Peel, wohl theils um das Ganze besser uͤbersehen zu koͤnnen, theils um noch fuͤr einen anderen im Mi⸗ nisterium Raum zu haben, bekleidet kein eigentliches Verwaltungs⸗ Amt, sondern ist mit dem Titel des ersten Lords der Schatzkam⸗ mer, erster Minister.
Was nun das Verhaͤltniß zwischen dem Ober⸗ und Unter⸗ hause betrifft, so finden wir in dem Kabinette 8 Mitglieder vom ersteren, und nur 5 vom letzteren. Von diesen ist noch dazu Lord Stanley eines Pairs Sohn und sein Vater so alt und kraͤnklich, daß er erwarten darf ins Oberhaus uͤbertreten zu muͤssen. Der Herzog von Buckingham, welcher sich waͤhrend seiner
ganzen politischen Laufbahn durch nichts bemerklich gemacht hat, als durch seine fast schwaͤrmerische Anhaͤnglichkeit an das Ackerbau⸗Interesse, dem man den bekannten Zusatz zur Parla⸗ mentsakte verdankt, welche auch den Bauern, die keinen Pacht⸗ brief haben, das Wahlrecht giebt, und wodurch den Gutsherrn ein so großes Uebergewicht in den Grafschafts⸗Wahlen zugefallen
ist, welcher die jetzigen Getraidegesetze immer als das Werk der
hoͤchsten Weisheit gepriesen, und den fuͤr einen Feind der Guts⸗ herren und Paͤchter erklaͤrt hat, welcher das geringste daran zu aͤndern vorschlage, dieser ist wirklich im Ministerium. Der Her⸗ zog von Richmond zwar nicht, (ein Mann, den man sonst gern darin gesehen haͤtte) dagegen aber der Graf Ripon, ein Mann zwar aus der Schule Huskisson's hervorgegan⸗ gen, und hierdurch vorbereitet von den Tories mit Palmerston, Richmond und Grant an dem Greyschen Ministerium Theil zu nehmen, aber der in den letzten Zeiten sich fast eben so stark fuͤr die Fortdauer der jetzigen Getraidegesetze ausgesprochen, als Rich⸗ moͤnd. Ferner ist unter den fuͤnf Nicht⸗Adeligen im Kabinette Knatchbullebenfalls ein ausschließlicher Freund des Ackerbaues. Dieses Interesse ist also auf jeden Fall jetzt in sichern Haͤnden, und wenn auch Peel ohne Zweisel von allen seinen Kollegen das Versprechen erlangt
hat, daß sie sich einer Milderung des Tarifs nicht widersetzen wollen,
so ist doch kaum zu erwarten, daß er sich in den wenigen Stunden welche hinreichend waren sich unter einander zu verstaͤndigen, mit ihnen uͤber die Einzelpunkte einig werden konnte, worauf doch am Ende alles ankoͤmmt; denn wenn die konsumirenden Klassen ja
befriedigt werden sollen, so muß eine regelmaͤßigere Einfuhr moͤglich
gemacht, und die Brodt⸗Preise muͤssen merklich herabgebracht wer⸗ den. Solches aber muß den Grundzins vermindern, und dieses
ist es ja doch, wogegen die Gutsherren eigentlich ankaͤmpfen.
Ober⸗ Haushofmei⸗s
Wahrscheinlich wird Peel vor dem Fruͤhjahr keinen Vorschlag deshalb vors Parlament bringen wollen, und seine Absicht sst ohne Zweifel, gleichviel was die momentanen politischen Umstaͤnde seyn möͤgen, etwas Erkleckliches zu gewaͤhren, und hierbei kann er gewiß auf den Beistand der Mehrheit des Kabinettes rechnen. Ob Peel aber eben so viel bei den Buckinghamiten vermoͤgen wird, wird wohl vorzuͤglich auf aͤußere Umstaͤnde ankommen, d. h. die Brodtpreise und das Benehmen der Nation. Erstere ge⸗ ben Hoͤffnung zu fallen, indem das Wetter fortwaͤhrend schoͤn, und eine große Quantitaͤt auswaͤrtigen Getraides dieser Tage den Zoll gezahlt hat, welches selbst schon die Wahrscheinlichkeit giebt, daß die Spekulanten auf kein weiteres Aufschlagen rechnen. Die Nation verhaͤlt sich ruhig, ja gleichguͤltig. Selbst viele von denen, welche am eifrigsten fuͤr die Whigs gekaͤmpft, sind es nun zufrieden, daß diese haben austreten muͤssen, da sie doch keine bedeutende Maß⸗
regel durchzusetzen vermocht haͤtten und man uͤberzeugt ist, daß die Konservativen doch Mehreres zum Vortheile der materiellen Interessen des Buͤrgers thun muͤssen, um die Verdraͤngung der Whigs selbst gegen die Neigung der Monarchin zu rechtfertigen.
Da also durch Handeln jetzt nichts zu foͤrdern ist, so hat man be⸗ schlossen, in aller Stille zu warten. Es koͤmmt also darauf an, ob die aͤußerste Rechte der Gutsbesitzer diese scheinbare Gleichguͤl⸗ igkeit wird eben so richtig zu erklaͤren wissen, als gewiß Sir Ro⸗ bert Peel sie sich und ihnen erklaͤrt. Inzwischen will doch die Anti⸗Corn⸗law⸗league auch dafuͤr sorgen, daß dieser Punkt nicht einmal scheinbar ganz vergessen werde.
Der Beschluß, welcher von den zu Manchester versammelten Predigern gefaßt worden, den 6ten d. als einen allgemeinen Buß⸗ und Bettag zu begehen, wo der Himmel angefleht werden solle, das Parlament zu erleuchten, damit es durch die Hinwegraͤumung der Getraidesperre die Noth des Volkes entfernen helfe, ist nicht zu Boden gefallen. Man erfaͤhrt vielmehr von Manchester, daß 1500 Prediger ihre Bereitwilligkeit angekuͤndigt haben, in ihren Kapellen diese politisch⸗religisse Feier zu begehen ein Treiben, welches, so sehr jeder Billige es tadeln muß, doch gewiß der Feindseligkeit gegen die Aristokratie einen neuen Anstoß geben wird. Auch wird Noel's Flugschrift: „a Plea for the Poor,“ uUnd eine zweite, welche aus der Konferenz zu Manchester hervor⸗ gegangen ist, zu vielen Tausenden unter dem Volke verkauft. Die League tritt aber noch entschiedener auf.
Bei einer so eben zu Manchester stattgefundenen vorlaͤufigen Versammlung von Fabrikanten wurde beschlossen, denjenigen Kauf⸗ leuten zu Liverpool, welche bei der letzten Parlaments⸗Wahl die Vertheidiger der Getraidegesetze unterstuͤtzt haͤtten, keine Waaren⸗
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Im zweiten
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Speditionen mehr zu uͤbergeben, indem sie nicht gesonnen seyen, diejenigen ferner zu bereichern, welche beschlossen haͤtten, sie selbst arm zu machen. Und heute soll eine Versammlung statt⸗ finden, um diesem Beschlusse Wirksamkeit zu geben. Dieses ist ein anderer verzweifelter Schritt, welcher als von so reichen und einflußreichen Maͤnnern gethan, die Beachtung des Staatsmannes verdient. Auch werden die Radikalen nicht lange Pthcgablebhen⸗ Da Lord John Russel sich in Bezug auf ihr eigenthuͤmliches Streben nach Grund⸗Reformen von ihnen losgesagt hat, und nicht die geringste Hoffnung vorhanden ist, daß in kurzem sich wieder ein Whig⸗Kabinet bilde, so werden dieselben wohl alles Maß, das sie bis jetzt gehalten haben, uͤberschreiten. Sle werden sich den Chartisten naͤhern, und wahrscheinlich das Bindungs⸗ Mittel zwischen diesen in der League abgeben. O Connell’s und seines Anhanges sind sie gewiß, wenn sie auch ihn bei seinem besonderen Streben nach der Aufloͤsung der Union nicht unterstuͤtzen moͤgen. Somit duͤrfte, wenn auch nicht der Zahl nach, eine weit furchtbarere Opposition entstehen, . wenn die Whigs die Leitung derselben haͤtten. Wenn nun auch solches den Konservatismus betraͤchtlich verstaͤrken fr Viele sich an Peel anschließen wuͤrden, die jetzt noch gleichguͤltig oder selbst feindselig gegen ihn gesinnt seyn moͤgen; 8 xgir mit immer noch nicht die Nothwendigkeit beseitigt, een shwlert⸗ gen Klassen in wenigsten materiellen Beziehungen große ““ sionen zu machen. Und zwar haͤngt Alles davon ab, daß solche zeitig und ungezwungen gemacht werden; sonst erleben wir gewiß eine zweite viel umfassendere, wirklich revolutionaire Parlaments⸗ Rofo r-m. Refo, Irland betrifft, so ist es weise von Peel, daß er in den Lords Grey und Elliot zwei Maͤnner fuͤr die hoͤchsten Aemter erwaͤhlt hat, welche sich durch ihr fruͤheres Benehmen der Masse der Nation nicht verdaͤchtig oder gar verhaßt gemacht hatten. O'Con⸗ nell und Konsorten finden bei ihrer Heftigkeit nur deswegen so vielen An⸗ klang, weil bei den meisten seiner Landsleute Peel's Name nur als der des Beschuͤtzers und Lieblings ihrer ehemaligen Bedruͤcker der gisten im Andenken stehet. Sie fuͤrchten daher mit seinen Ruͤ 2 kehr zum Amte, einen Versuch wenigstens I. Ruͤckkehr zam alten Druck; und viele Orangisten und deren Organe da nlle⸗ Muͤhe gegeben, sie in dieser falschen Meinung zu bestaͤr ken. ing es der neuen Verwaltung also, diese Taͤuschung durch ein kluges und billiges Verfahren zu zerstreuen, so stege zu hoffen, dels we⸗ sich auch hier allmaͤlig beruhigen werde. Die 88gS. — 8* regeln gegen O'Connell, welche die Times 1 an “ so dringend empfehlen, wuͤrden aber sewwih Al, verder en. Die Irlaͤnder sind zwar aufbrausend, aber b sind empfaͤnglich fuͤr Bernunft und uͤberaus dankbar fuͤr gute Behandlung.
Deutsche Bundesstaaten. eee Dresden, 1. Sept. Eine neue Rafsination ruͤcksichtlich des Selbstmordes lernten wir gestern im hiesigen Theater kennen. J Akte des Houwaldschen Stuͤckes: „Fluch und Se⸗ der Amtmann zur Auspfaͤndung schreiten will, Mann auf der Nobelgalerie. Der Schuß war vorsichtig und gut; so nämlich, daß die Kugel im Koͤrper sitzen blieb und kein anderer Zuschauer verwundet wurde, auch sofort und ohne allen Blutverlust (die Kugel durchbohrte das Herz) toͤdtete.
gen“, als eben erschoß sich ein junger
(Leipz. Z.) Der am 9. August statt- gefundene Hagelschlag hat in einem ziemlich breiten Striche von Freiburg an der Unstrut an, uͤber die Gegend von Leipzig bis nahe an Torgau eine Verwuͤstung an den Feldfruͤchten angerichtet, die ohne Uebertreibung an 4 bis 500,000 Thaler geschaͤtzt werden darf. Da ein so harter Unfall die Umgegend von Leipzig seit Menschen⸗ gedenken nicht betroffen hat, so war es nicht zu E1“ daß gerade hier und im Verhaͤltniß zu anderen Gegenden sehr wenig Land⸗ wirthe ihre Fruͤchte versichert hatten; bei alledem aber hatten sich in den naͤchsten Tagen nach erlittenem Unfalle bei hiesiger Hagelschaͤ⸗ den⸗Versicherungs⸗Anstalt 58 Ritterguͤter und die einzelnen Versi⸗ cherten aus 134 Doͤrfern als beschaͤdigt angemeldet und wegen der Reife der Fruͤchte um schleunige Taxe gebeten. Die nun been⸗ digten Abschaͤtzungen der Schaͤden von diesem Tage allein betra⸗ gen, dem Vernehmen nach, circa 73,000 Rthlr. — saͤmmtliche in diesem Jahre und bis jetzt zu
Leipzig, 3. Sept.
leistenden Verguͤtungen aber circaͤ 140,000 Rthlr. Versichert sind, wie wir hoͤren, circa 10 ½ Millio⸗ nen Rthlr.
Leipzig, 6. Sept. Herr Thiers ist am Zten d. M. von Ems kommend durch Wuͤrzburg nach Wien gereist. —
Der geographische Schriftsteller Dr. Vollraͤth Hofsmann in Stuttgart ist vor einigen Tagen mit Tode abgegangen.. (Magd. Z.) Wir sind vor⸗ gestern von einer großen Gefahr bedroht gewesen, welche jedoch, nur einen geringfuͤgigen Schaden verursachend, noch ziemlich gluͤcklich fuͤr die Stadt voruͤberging. In einem, dicht neben dem Wachthause des Fallerslebener Thores gelegenen Gebaͤude, in wel⸗ chem ein Artillerie⸗Laboratorium befindlich ist, war ein Feuerwer⸗ ker mit Anfertigung von Zuͤndroͤhren, fuͤr Perkussions⸗Kanonen beschaͤftigt und bog eben eine solche Zuͤndroͤhre, als die Mischung explodirte uad der Funke sich sogleich dem, im ganzen Gebaͤude verbreiteten Pulverstaube mittheilte. Einen Augenblick ver⸗ suchte der Feuerwerker, mit seinen Haͤnden den fortlau⸗ fenden Feuerfaden zu ersticken; als dieser sich jedoch der Thuͤre eines anderen Gemaches, in welchem ein Vorrath von etwa 60 Pfd. Pulver in 2
Braunschweig, 4. Sept.
öoffenen Gefaͤßen befindlich war, mit großer Schnelle naͤherte, warf sich der Beaͤngstigte instinktge⸗ maͤß zu Boden und entging so der Gefahr. Durch die sofort in kurzem Zwischenraume erfolgenden beiden starken Exploͤsionen wurde das ganze Dach in die Hoͤhe gesprengt und eine Seiten⸗ wand niedergestuͤrzt. Das Schreckenvollste dieses Moments lag aber darin, daß in einem anderen, nur sehr wenige Schritte da⸗ von entfernten Gebaͤude sich noch ein anderer Vorrath Pulver von etwa 6— 8 Centnern befand und eine Explosion auch dieser großen Pulvermasse zu befuͤrchten stand.
Stuttgart, 3. Sept. (Schwaͤb. M.) Dem Vernehmen nach, versprechen die seit laͤngerex Zeit zwischen den Regierungen von Wuͤrttemberg und Baden uͤber eine Eisenbahn⸗Verbindung gepflogenen Verhandlungen einen fuͤr die Interessen Suͤddeutsech⸗ lands erwuͤnschten Erfolg. Durch eine, von Technikern beider Staaten gemeinschaftlich vorgenommene, vorlaͤufige Untersuchung soll eine den strengeren Anforderungen genuͤgende Eisenbahn⸗ Linie zwischen Pforzheim unud Karlsruhe ermittelt worden seyn, welche es moͤglich macht, die bedeutende Stadt Pforz⸗ heim in die Eisenbahn⸗Verbindung zwischen Stuttgart und Karls⸗ ruhe einzuschließen. Man zweifelt nicht, in kurzer Zeit den An sang, mit einem Werk gemacht zu sehen, das Wuͤrttemberg in Verbindung mit der großen Eisenbahn des Rhein⸗Thales setzen soll, und das in seiner weiteren Entwickelung fuͤr den westoͤstlichen
Verkehr die gleiche
Aufwartung.
Kaͤmpfen sich gestalten werde.
gu i i ihe
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† 9 - EANEEN“ Bedeutung zu gewinnen verspricht, welche der
. — is Sr Mor 2 Verkehr zwischen Suͤd und Nord zu⸗
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Rhein⸗Thal⸗Bahn fuͤr den
kommt. r ZnnUatt. m. ae. 3 4 „p „ 11a163] auu
— — Frankfurt a, M. 1. Sept. Se. Hoheit der
Herzog Beruhard von Sachsen⸗Weimar N in unserer Stadt an⸗
gekommen, wo auch noch Se. Koͤnigl. Hoheit der Kurfuͤrst von
Hessen verweilt.
Die Barone Salomon und Ihbiea vof Ischechlch sind von Wien und Paris hier angekommen und machen heute mit dem veückenmsecpe⸗ dem Baron A. M. von Rothschild, Sr. Durch⸗ laucht dem Fuͤrsten von Metternich auf dem Johannisherg ihre
Baron A. M. von Rothschild beabsichtigt, Sr. bei seinem demnaͤchstigen Besuche in unserer Stadt eine Festlichkeit zu veranstalten. Der Herr Fuͤrst wird aber, siche⸗ ren Rachrichten zufolge, schon gleich anfangs der zweiten Haͤlfte d. M. den Johannisbexg verlassen, vor der Ruͤckkehr nach Wien indessen einige Hoͤfe besuchen. Es treffen taͤglich viele ausgezeich⸗ nete Gäste auf dem Johannisberg ein, die auf dem Schlosse nicht alle Raum finden koͤnnen, sondern im nahen Orte untergebracht werden muͤssen. In den ersten Tagen erwartet man dort auch den Kaiserl. Oesterreichischen Botschafter zu Paris, Grafen Apony.
Der Bundes⸗Präͤsidial⸗Gesandte, Herr Graf von Muͤnch⸗ Bellinghausen, ist hierher zuruͤckgekehrt; gestern reiste der Koͤnigl. Preußische Bundestags⸗Gesandte, Herr Baron von Buͤlow, von hier nach Berlin ab und kehrt erst in einiger Zeit hierher zuruͤck.
Was man auch in den öͤffentlichen Blaͤttern sagen mag, unsere Herbstmesse ist bis jetzt noch sehr still, und man gibt auf ein guͤnstiges Resultat derselben alle. Hoffnung auf. Die Boͤrsen⸗Geschaͤfte sind ziemlich lebhaft und die Fonds fest. Der Koͤnigl. Preußische Hofschauspieler Herr Rott hat sich von hier nach Mannheim zum Gastspiel begehen. Er aͤrntete hier in seinen letzteren Gastrollen, als Richard III. namentlich, viel Beisall und man gewann durch diese Rolle die Ueberzeugung, daß er aller⸗ dings den ersten dramatischen Kuͤnstlern beizuzaͤhlen ist.
Durchlaucht
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Zürich, 30. Aug. In unserem Kanton hat am gestrigen Sonntage bei dem Dorfe Schwamendingen eine Volksversamm⸗ lung staltgefunden, bei welcher sich an 20,000 Menschen (nach anderen Berichten jedoch nur an 10,000) befunden haben sollen. Die Redner, der im Jahre 1839 gestuͤrzten Partei angehoͤrend, sprachen in der Freude, sich wieder vor einer solchen Volksmenge zu sehen, unter jubelndem Zuruf auch von Vergessen der kanto⸗ nalen Zwietracht. Jedoch wurden nur folgende, sich auf die Klo⸗ sterfrage beziehende Antraͤge vorgelegt und angenommen. „Die Versammlung beschließt: 1) Eine Adresse an den großen Rath des Kantons Zuͤrich zu richten und in derselben das ausdruͤckliche Gesuch auszusprechen, daß der große Rath des Standes Zuͤrich seine Gesandtschaft dahin instrurren moͤge, sich mit dem von dem großen Rath des Kantons Aargau unterm 19. Juli gefaßten Beschluß, betreffend die
Aargauschen Kloster, zu begnuͤgen und jede Intervention in dieinnern Angelegenheiten des Kantons Aargau abzuweisen, vielmehr Aargau
in seinem Recht zu unterstuͤtzen. 2) Eine Adresse an den großen Rath des Kantons Aargau zu erlassen, in welcher die lebendige Theilnahme des Zuͤricher Volkes ausgedruͤckt wird. 3) Eine Adresse in dem in Art. 1 bezeichneten Sinn an die Tagsatzung zu richten. 4) Die Unterzeichner des Zuͤricher Zurufes seyen mit der Vollzie⸗ hung dieser Beschluͤsse beauftragt, und werden eingeladen, die Aar⸗ gausche Angelegenheit auch als Angelegenheit des Zuͤricher Volkes stets im Auge zu behalten und die erforderlichen Schritte zu be⸗ friedigender Loͤsung derselben vorzunehmen.“ In der naͤchsten Zeit
haben wir nun die Versuche der Gegenpartei zu erwarten, den
Eindruck dieser Versammlung auszulbschen. Ungewiß ist noch, ob der große Rath dieser gewaltigen Demonstration weichen, und ob dieselbe namentlich zu einem Wendepunkt in unseren kantonalen Gewisser wird das Ereigniß auf die Entschluͤsse mehrerer anderen Kantone seinen Einfluß ausuͤben.
Bern, 31. Aug. Schweizer⸗Bl.) Tagsatzung vom Von Herrn Landammann Baumgartner wird der
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30. Aug.
Hauptbericht der Kommission in der Aargauischen Kloster⸗Ange⸗
legenheit verlesen. Dieser Verlesung folgt die des Minderheits⸗ Gutachtens des Herrn Schultheiß Ferlsdaacs der darauf antraͤgt: sich befriedigt zu erklaͤren und die Sache aus dem Abschied fallen zu lassen; die des Minderheits⸗Gutachtens der Hrn. Schmid und Ruͤttimann auf Wiederherstellung aller Kloͤster; die des Minderheits⸗Gutachtens der Hrn. Baumgartner und v. Maillar⸗ doz, unter sich wegen des Klosters Hermetschwyl uneinig, bean⸗ tragend die Herstellung von Muri, Fahr, Mariatronung und des Kapuzinerklosters von Baden; endlich die der Hrn. v. Mu⸗ ralt und Druey, welche Muri und Wettingen opfern, hingegen Hermetschwyl und das Kapuzinerkloster von Baden hergestellt wissen wollen. Die Discussion wird Donnerstag oder Freitag stattfinden. vot v“
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RNom, 23. Aug. Der Papst wird am 30sten d. M. Rom verlassen und eine Reise nach Ancona antreten. Auf dem Wege nach dieser Stadt wird Se. Heiligkeit bis zum 13. September in dem Wallfahrts⸗Orte Loretto verweilen. Die Stadt Ancona bereitet große Feste vor, und hat sich zu diesem Behufe unter An⸗ deren von der Stadt Venedig den vergoldeten „Bucentaur“ aus⸗ gebeten.
Spanien.
Madrid, 26. Aug. Die Herren Altecoa und Santa⸗Anna, Commissaire der Baskischen Provinzen fuͤr die Regulirung der Fueros⸗Frage, sind in Madrid eingetroffen. Niemand jedoch glaubt an eine baldige Loͤsung dieser Frage.
Die Unterhandlungen wegen des Anlehens von 60 Millionen Realen sind noch nicht zum Schlusse gekommen.
Herr Olozaga trifft Anstalten, um auf seinen Posten als Ge⸗ sandter am Franzoͤsischen Hofe zuruͤckzukehren.
Briefe aus Valladolid melden die Empoͤrung einer Bri⸗ gade Galeeren⸗Straͤflinge, die bei den Straßenbauten von Ol⸗ medo verwendet wurden. Vierzig Galeeren⸗Straͤflinge bemaͤch⸗ tigten sich der Waffen und Pferde der sie eskortirenden Truppen, und nachdem sie ihre Kameraden ihrer Fesseln entledigt hatten, fluͤchteten sie saͤmmtlich, etwa 200 an der Zahl, nach den Gebir⸗ gen, ohne daß man ihnen irgend Widerstand leisten konnte.
Smyrna, 14. Aug. Das Journal de Smyrne giebt nachstehende Uebersicht vön den abgebrannten Gebaͤuden, deren Zahl sich auf 7284 belaͤuft; naͤmlich: 88
Tuͤrkische Haͤufer Moscheen. 42
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Das genannte Blatt bemerkt ferner; „Der gesammte Verlust wird zu 125,850,000 Piastern (ungefaͤhr 10 Millionen Thaler) angegeben. Wir glauben jedoch, daß diese Summe viel zu hoch ist, da es auch bei dem groͤßten Eifer und der groͤßten Umsicht, doch bisher durchaus an Zeit gefehlt hat, um die so schwierigen Berechnungen mit der erforderlichen Genguigkeit an⸗ zustellen. Wie dem aber auch sey, der Verlust, den Smyrna er⸗ litten, ist darum nicht weniger unermeßlich und unersetzlich und
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wir werden nicht ermuͤden, die Aufmerksamkeit der Regierung und
der theilnehmenden Menschen aller Laͤnder, aller Religionen darauf zu lenken. — Die Kommission laͤßt in ihrem menschenfreundlichen Eifer nicht nach und beschaͤftigt sich fortwaͤhrend auf die lobenswertheste Weise mit den zweckmaͤßigsten Mitteln zur Unterstuͤtzung der großen Anzahl Ungluͤcklicher, deren Elend sie zu erleichtern uͤbernommen hat. Ihre Vorsorge erstreckt sich uͤber den gegenwaͤrtigen Augen⸗ blick hinaus, und sie hat weislich daran gedacht, den Ungluͤcklichen auch Schutz gegen die strenge Jahreszeit zu verschaffen. Zu die⸗ sem Zwecke sollen die Summen, die von den in Smyrng und Konstantinopel gesammelten Beitraͤgen uͤbrig bleiben, so wie das, was spaͤter von außerhalb noch eingeht, verwendet werden. Die bisher taͤglich ausgetheilten 6780 Brot⸗Rationen sind daher auf diejenige Zahl reduzirt worden, die fuͤr den Unterhalt der Kran⸗ ken, Wittwen und Waisen unumgaͤnglich nothwendig ist.“
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 15. August. Der Mac Leodsche Prozeß soll bekanntlich am 19. September vor sich gehen und der Staatsse⸗ cretair Webster scheint die weiteren Verhandlungen mit England wegen des Dampfboots „Caroline“ bis zur Ersetzung des Herrn For durch einen anderen Gesandten verschieben zu wollen. Herr Everett ist statt des Herrn Stevenson nach London, Herr Jeni⸗ ser nach Wien bestimmt. Der Russische Gesandte, Herr Bo⸗ disco, ist aus Washington abberufen, der Oestexrreichische, Freiherr von Marschall, kehrt nach seiner Heimath zuruͤck.
Der Prinz von Joinville wird mit der „Belle⸗Poule“ zu dew⸗York erwartet.
pier wird ohne Schwiexigkeit diskontirt.
nannt seyn.
Verdient die Zehntheilung des Groschens wirklich
den Vorzug vor der Zwölftheilung.
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seit einer langen Reihefolge von Generationen die Einheit, wonach es rechnet, den Gulden, in sechzig Kreuzer. einen zu kleinen Werth, als daß ein Beduͤrfniß vorhanden seyn koͤnnte, ihn weiter noch anders als in halbe zu theilen. Im noͤrd⸗ lichen Deutschlande herrscht keine gleich allgemeine Uebereinkunft in der Eintheilung der Muͤnzeinheit: die gebraͤuchlichste ist zwar der Thaler, aber er wurde schon seit Jahrhunderten theils in vier und zwanzig, theils in dreißig Groschen getheilt. Kuͤsten der Nord⸗ und theils auch der Ost⸗See rechnete man ge⸗ woͤhnlicher nach Marken zu sechzehn Schillingen; an der Nieder⸗
laͤndischen Grenze nach Gulden zu zwanzig Stuͤvern: insofern dort drei Marken, hier drei Gulden einem Thaler gleich kamen, eine Verdoppelung der Vierundzwanzig⸗
waren die Schillinge theilung, nnd die Stuͤver eine Verdoppelung der Dreißigtheilung,
indem von jenen 48, von diesen 60 auf den Thaler gingen. Reben
diesen bestanden noch Eintheilungen des Thalers in 35 Marien⸗
groschen und in 72 Groot; erstere in Niedersachsen, letztere an
der unteren Weser: jene war das anderthalbfache, diese das drei⸗
Rechnung nach Groschen geschehen war, insofern naͤmlich in Laͤn⸗
Groschen galt.
Der Groschen bedurfte noch einer Unterabthei⸗ lung, und diese war sehr allgemein zwolftheilig.
Dreißigtheilung in 360 Pfennige getheilt. Außerdem bestanden, besonders westwaͤrts der Weser, noch mannigfaltige Muͤnzeinthei⸗ lungen, welche Landstrichen zum Theil sogar nur von geringem Umfange eigenthuͤmlich, und meist nur im Marktverkehr des Volkes uͤblich waren.
Je mehr Gewerbsamkeit und mit ihr Verkehr
Die Handels⸗Nachrichten lauten ziemlich guͤnstig; gutes Pa⸗ Herr Jauͤdon soll wie⸗ der zum Agenten der Vereinigten Staaten⸗Bank in London er⸗
Das suͤdliche Deutschland theilt in großer Allgemeinheit, und
Der Kreuzer bezeichnet
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An den
fache der Vierundzwanzigtheilung. Kurhessen theilte den Thaler in 32 Albus;: die Vierundzwanzigtheilung ging hier in eine Zwei⸗ unddreißigtheilung uͤber, wie dies gewissermaaßen auch bei der
dern, worin der Konventionsfuß neben der Rechnung in Thalern zu 21 Groschen bestand, dieser Thaler nur eine Rechnungsmuͤnze war, das wirklich ausgepraͤgte Spezies⸗Thalerstuͤck aber 32 solche
; b Der Thaler wurde hierdurch bei der Vierundzwanzigtheilung in 288, ben der
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und Wohlstand sich verbreiteten, desto fuͤhlbarer ward die Unbe⸗
quemlichkeit dieser mannigfaltigen Muͤnzeintheilungen. Indessen
ward doch erst in dem langen Frieden, welcher dem Revolutions⸗ Kriege fölgte, das Gefuͤhl dieser Unbequemlichkeit maͤchtig genug,
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um die vieljaͤhrigen Gewohnheiten zu besiegen, und Einheit der
Muͤnzeintheilungen in dem bei weitem groͤßten Theile des nördli⸗
chen Deutschlands hervorzubringen. Durch das Muͤnzgesetz vom 30. September 1821 füͤhrte die Preußische Regierung im ganzen Umfange des Staats die Theilung des Thalers in dreißig Gro⸗
schen zu zwoͤlf Pfennigen ein. ben Hanodver, Braunschweig, Kurhessen und Sachsen, der Groß⸗
herzog von Sachsen⸗Weimar, die Saͤchsischen Herzoge Ernestini⸗
scher Linie, und die Regierungen der zwischen den genannten Staa⸗ ten eingeschlossenen Gebiete deutscher Bundesmitglieder mit dem
Fast zwei Jahrzehende spaͤter ha⸗
Preußischen Thaler auch dessen Eintheilung in dreißig Groschen
angenommen. Insoweit besteht keine Verschiedenheit der Ansich⸗ ten mehr daruͤber, daß die Dreißigtheilung der Vierundzwanzig⸗ theilung vorzuziehen sey; dagegen scheint die Meinung noch immer zwischen der Theilung des Groschens in zehn oder zwoͤlf Pfen⸗ nige zu schwanken: namentlich haben die Staͤnde des Koͤnigreichs Sachsen sich fuͤr die Zehntheilung entschieden, und auf dem neue⸗ sten Landtage der Preng gehe Rrbelagrovim ist deren Annahme att der Zwolftheilung empfohlen worden. 1 S 8 Auch die Jähr ngihe Regierung gab im Nohre 1811 88 Ein⸗ theilung des Groschens in zehn Pfennige entschieden den Faxaug. Bis dahin war in den Provinzen, worin der Thaler vierundzwan⸗ i vos⸗ enthie ieser 8. chen weiter in 12 Pfennige ge⸗ zig Groschen enthielt, dieser Grosche vhechnung Tös⸗ theilt worden. In Schlesien wuͤrde Buch und Rechnung in Tha⸗
lern zu 30 Silbergroschen von 12 Denar gefuͤhrt; fuͤr den Markt⸗