1841 / 277 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

4 3 8 aus, welche Frankreich nicht inne hat; sie hatten eine ausgezeichnete Kavallerie, wie sehr Frankreich darin sich selbst zuruͤck⸗ gestellt hat, beweisen seine letzten allgemeinen Remonten, und doch waͤre Algerien fuͤr Frankreich zugleich die Schule einer tuͤchtigen Reiterei. Der juͤngere Scipio, zuerst als Le⸗ gions⸗Tribun Befehlshaber der Reiterei in dem Lager der mit der Zerstorung Karthago's beauftragten Konsuln, war so ge⸗ fuͤrchtet durch seine Kavallerie⸗Chargen, selbst von den siegenden Schaaxen der Karthager, wie ihrer Reiter, daß sie vor seinem Ungestüͤm uͤberall zuruͤckwichen, und Himilko, der Reiter⸗General der Karthager, ihn niemals angriff. In anderen Faͤllen kam den Roͤmern zu Statten und war den Numidischen Schaaren hoͤchst laͤstig, daß die Roͤmische Reiterei zu Pferde und zu Fuß zu streiten geuͤbt war. Unter Caͤsar, als er in Afrika gegen die Truppen der Pompejaner focht, denen sich der Numidische Koͤnig Juba mit großen Reiterschaaren anschloß, war es besonders die Gallische Reiterei, die Caͤsarn folgte, welche Wunder der Tapferkeit verrich⸗ tete; so warfen vor Adrumet auf Caͤsar's Befehl kaum dreißig Gallische Reiter zwei Tausend Maurisch⸗Numidische Reiter in die Stadt zuruͤck, welche auf die Schaaren desselben einen Angriff machten, und doch waren es Roͤmische Feldherrn, die jene geleitet. So waren es auch große Manoͤver im Sinne der Numidier selbst, wobei mithin die kuͤhnsten und schnellsten Bewegungen der Reiterei ihren entschiedensten Antheil hatten, welche den Numidi⸗ schen Tacfarinas aus seiner Landschaft vertrieben, und wodurch er, trotz der Beweglichkeit seines Entweichens, selbstefangener der Roͤmer ward. Mit wenigen Truppen suchte ihn Dolabella auf, unterstuͤtzt von dem Koͤ⸗ nig von Mauretanien, Ptolemaͤus, und nach Art des Tacfarinas selbst heilte er sie in mehrere abgesonderte Corps, machte, wie alle gro⸗ ben Feldherrn der Roͤmer, in diesen Gegenden blitzschnelle, reißende Maͤrsche, und die gewandte Combination seiner Bewegungen fuͤhrte die Erfolge herbei. So war es auch eine eigenthuͤmliche Art zu mandvriren, die bei den Roͤmern als große Tradition durch alle ihre Afrikanischen Kriege hindurchgeht; waren sie auf ihr Fußvolk beschraͤnkt, so operirten sie duͤrch die bergigen Gegenden des Landes, stand ihnen aber ihre Reiterei zu Gebote, so wur⸗ den sogleich die freien Ebenen gesucht, und ihre stets verschanz— ten Lager kamen ihnen daselbst trefflich zu Statten, auch die Ebene zu dominiren.

Man hat sich nicht selten gewundert, wie bei der Roͤmischen Kriegfuͤhrung in jedem Klima und unter jedem Himmel so wenig von Krankheiten der Krieger die Rede ist. Jener strenge Dienst des Lagers, der dem Roͤmischen Soldaten gebot, außer seinem Gepaͤck und seiner schweren Armatur noch das Schanzgeräͤthe mit sich zu fuͤh⸗ ren, die steten, blos auf Abhaͤrtung zielenden Uebungsmaäͤrsche, uͤberhaupt die unablaͤssige Leibesbewegung, welche nicht steife Dres⸗ sur sondern die Entfaltung aller Koͤrperkräaͤfte bezweckte, verbun⸗ den mit dem gewohnten Gebrauch des Salbens seines Koͤrpers welches mit dem Baden und Abwaschen Hand in Hand ging, alles dies hat gewiß Vieles dazu beigetragen, seine Gesundheit zu schuͤtzen. Auch in dieser Hinsicht sind die Legionen der „Romer nicht mit den Truppen der Franzosen zu ver— gleichen, weil dort mehr fuͤr das im Vorausabwenden gesorgt war, hier bis jetzt nicht einmal die Nachsorge genuͤgt hat. Unter allen Generalen Frankreichs, welche nach einander das Kommando in jenen Gegenden gefuͤhrt, ist vielleicht Clausel der einzige, der sich durch Charakter und Kriegsart am meisten der Alt⸗Roͤmischen Fuͤhrung der Legionen naͤhert, aber auch er mußte ohne Veteranen operiren, seine administrativen Maßregeln waren modern Franzoͤ⸗ sisch, und in das Lazarethwesen hat er keine neue nuͤtzliche Einrich⸗

einzufuͤhren vermocht. G

8— Soll man nun wuͤnschen, daß Frankreich sein Algerien wieder ausgaͤbe? Gewiß nicht. Denn es wuͤrde die mord- und beu⸗ tegierige Herrschaft des Beduinen bald wieder reichen bis an den Rand des Meeres. Hat aber der heilige Krieg Abd el Kaders erwas Bedrohlicheres fuͤr Frankreichs Herrschaft als jeder profane? Wie sollte er das: die Arabischen Staͤmme haben jetzt keine Heiligen, wie sie der Koran fordert, und besonders die Mauri⸗ schen Staͤmme haben in ihren alten und neuen Dynastieen eine stete Eifersuüucht gegen einander gehegt und sind zugleich sittlich flef entartet.

Napoleon ließ einst in Aegypten einen Beduinenstamm ver⸗ folgen, ber garme ⸗Fellahs als Sklaven geraubt hatte. 2 sammelten Arabischen Scheiks laͤchelten uͤber diesen Befehl und fragten: ob denn die Gefangenen seine Anverwandten waͤren Heftig erwiderte er: „sie sind mehr als das, sie sind meine Kin

888 Iie ver⸗

Bekanntmachungen.

glssttaktion Auf den Antrag des Vormundes des minorennen

Franz Gustav Fabian Krause hierselbst weeden dessen geschatzt zu .“ 26; 1 842, an der Gerichtsstelle subhastirt werden.

Vater, der vormalige hiesige Kaufmann Franz Michael am 2 1. Mai Krause, welcher sich im Jahre 1827 von hier entfernt, sich dann kurze Zeit in Berlin und demnaͤchst in Ham vuürg aufgehalten, von dort aus aber einen unbekann ien Aufenthaltsort in oder außerhalb Europa genom men haben soll, seitdem auch keine weitece Nachricht von sich gegeben hat, so wie die von demselben etwa 2 zuruͤckgelassenen unbekannten Erben und Erbnehmer, - vorgeladen, vor oder in dem auf 3) die

C1118 Ponge,

GHaultier,

vor dem Herrn Land⸗ und Stadtgerichts Assessor Fischer werden hierdurch dffentlich vorgeladen.

hierselbst anberaumten Termine bei dem unterzeichne ten Gericht oder in dessen Registratur sich schriftlich oder persbnlich zu melden und weitere Anweisung zu gewartigen, widrigenfalls der Kaufmann Franz Mi⸗ chael Krause fuͤr todt erklaͤrt, seine unbekannten Er ven und Erbeserben an dessen Nachlaß werden praͤ⸗ kludirt werden und dieser an die sich legitimirenden Erben verabfolgt werden wird Glogau, den 4. Mai 1841. Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht. Hartmann.

G ges Stillschweige

EqEEFitariyn Der jetzt 52 Jahr alte, hier geborene Georg Wil⸗ helm Berg hat sich vor 18 Jahren von hier ent fernt und seit dieser Zeit von seinem Leben und Auf enthalt keine Nachricht gegeben. Es ist auf seine Todegerklaͤrung angetragen und wird daher der Georg Wilhelm Berg oder dessen unbekannte Erben oder Erbnehmer aufgefordert, sich in dem auf den 18. Fuli 1842, Vormittags 11 Uhr, sahrts angesetzten Termine oder vor demselben hier zu mela; 1 den, widrigenfalls Ersterer fuͤr todt erklaͤrt und die rbfolge in sein Vermoͤgen eröffnet, Letztere aber 118 zit ihren Anspruͤchen praͤkludirt werden sollen. Reetz, den 28. Juli 1841. Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht. 5

vorschen

Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 11. September 1811. Freitas Sbend von HIamburg und IHIull ihre Fahr- ist jetzt erschienen und an alle Buchbandlungen 3 Das in der Dresdner- und neu anzulegenden Ufer⸗ten fortsetzen. straße belegene Bollertsche Grundstüͤck, gerichtlich ab: Da bei der Damplschiffe unter Deutscher Flagge für eigentliche Seelahrtern, hauptsächlich auf Erleichterung des Ver- Taxe und kehrs und Umerdrückung der bestehenden Monopole! Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen. Rüecksiecht senommen ist, auch AIles dabei angewand! Die dem Aufenthalte nach unbekannten Gläubiger: orden, was zur Schneiligkeit und Stürke der Schiffe 1) das Fraͤulein Julie Charlotte Christiane von heitragen Komte, so darf

rene Domnich Frau S

SSWIEEEE116 ber den Nachlaß des storbenen Gastwirth Kunisch junioer der Erben der Konkurs eroͤffnet worden, und werden saͤmmtliche Glaͤubiger zur Anmeldung und Nachwei imsung der Richtigkeit ihrer Anspruͤche zum Termine den 6. Dezember der Warnung vorgeladen, daß die Ausbleibenden mit allen ihren Forderungen an die Masse praͤkludirt und 2 pro Cent p. Cub. EFnls für Twist und Manulal- verweisen wir uns erlauben. ihnen deshalb gegen die uͤbrigen Glaͤubiger ein ewi⸗ 8. n guferlegt werden soll. gen werden die Herren Juüstiz⸗Kommissarien v. Bae Naare renfels zu Schweidnitz und Sturm hier als Manda⸗ vh aalen tarien in Vorschlag gebracht. Freiburg in Schlesten, den 24. August 1841. Kdnigl. Preuß. Stadtgericht.

Die Damplschiffe der IIanseatischen Dampfschiff- Gesellschaft 5 .

NIIIIN]

jedes grols 88 500 Tons und mit eleganten Rajüten Ecke der Oberwallstr. haben am 28.

der!“ Da antworteten sie mit unwillkuͤrlicher Bewunderung: „Sultan des Feuers, Du redest groß wie der Prophet!“ Waͤre es moͤglich, daß Frankreich diese Aufgabe in Algier als die sei⸗ nige erkennen und zu loͤsen wissen moͤchte, dann aber schwer⸗ lich eher moͤchten sich ihm dort die Eisenpforten des Ostens, wie durch Zauberschlag im Maͤhrchen, eroͤffnen.

wWillenschaft, Kuntt und Literatur. Bonn, 30. Sept. Elberf. 3 Gestern wurde fruͤh Mor⸗ gens 8 Uhr die vierte Versammlung Deutscher Philologen und Schulmanner, in Abwesenheit des Präases Herrn Ober⸗Bibliothekar und Professor Welcker, der vor Kurzem eine Reise nach Italien und Griechenland angetreten hat, von dem Vice⸗Praͤses Herrn Professor Ritschl durch eine der Wuͤrde der Sache und den besonderen Um ständen dieser Versammlung entsprechende Rede eroͤffnet. In dieser vorbereitenden Sitzung wurden die Statuten verlesen, die angemel⸗ deten Vortraͤge bekannt gemacht und auf die verschiedenen Tage ver⸗ theilt, mehrere Antraͤge zur Unterstuͤtzung literarischer Unterneh⸗ mungen dem Vereine vorgelegt, uͤber die auf Beschluß des Ver eins gepraͤgten Medaillen mit den wohlgelungenen Bildnissen von Friedrich August Wolf und Karl Ottfried Muͤller berichtet, eben so die Praͤgung einer aͤhnlichen mit dem Bildnisse Niebuhrs des unvergeßlichen Lehrers dieser Hochschule, in Antrag gebracht, zugleich der Beschluß gefaßt, einem Veteranen der Wisfenschaft, einem in mehreren Welttheilen gefeierten Manne, Herrn August Wilhelm von Schlegel, von Seiten des Vereins eine Bewillkom mungs Adresse zu uͤberreichen und Herrn Ober⸗Studienrath Friede⸗ mann mit der Entwerfung derselben beauftragt. In der heutigen Sitzung soll der Entwurf dem Praͤsidium und den am Anfange der gestrigen Sitzung zu Secretairen erwaͤhlten Herrn Professor Fiedler, Professor Wilberg und Dr. Lersch zur Begutachtung vorgelegt wer⸗ den. Zu den angemeldeten Vortraͤgen wurden durch Herrn Hofrath Thiersch noch zwei andere in Antrag gebracht, naͤmlich daß ein Mit glied aus der Versammlung uͤber ein eben erschienenes Werk des Englaͤnders Lernow, Sammlung von Inschriften, Lyzien betreffend⸗ berichten moͤchte, und fiel dieser Auftrag mit Recht dem Herrn Direktor Grotefend aus Hannover zu, und wird hoffentlich auch Herr Professor Lassen von hier zusaͤtzlich daruͤber berichten. Der zweite Antrag ging dahin, daß das Andenken des verdienten C. F. Heinrich durch einen Bericht seines Sohnes, Herrn Dr. phil. et med. Karl Heinrich, uͤber den Nachlaß seines seligen Vaters, mit angemessenen biographischen Notizen gefeiert wer den moͤchte, und Herr Dr. Hetnrich war so gefaͤllig, dieses fuͤr die letzte Sitzung zuzusagen. Am Schlusse der gestrigen Sitzung wurde das Verzeichniß der Anwesenden verlesen und auf Befehl Sr. Maie staͤt des Koͤnigs die Einladung zu dem in Koͤnigswinter zu haltenden Fest Diner erlassen. Um 11 Uhr wurde unter Geschuͤtzes Donner die Rheinfahrt dahin angetreten, von dem freundlichsten Weiter beguͤn⸗ stigt. Bei Koͤnigswinter war das Rhein⸗Ufer, so wie das fuͤr das Diner eingerichtete Zelt aufs festlichste geschmuͤckt, aber die Heerlich keiten der Natur erfreuten mehr als jener kuͤnstliche Schmuck die ganze Gesellschaft, die noch vor dem Diner den Drachenfels bestieg. Bei Tische herrschte die groͤßte Heiterkeit, die durch Gesang immer mehe erhoͤht wurde. Zuerst wurde eine Ode von Pindar, die erste pythische, im Griechischen Terte und nach der Versicherung des Herrn Dirigen⸗ ten in der urspruͤnglichen Melodie vorgetragen; darauf die Horazische Ode Inteéegêèr vitac, dann das hohe Lied von E. M. Arndt, „Was ist des Deutschen Vaterland”’. Schoͤne und erheiternde Toaste wurden ausgebracht.

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2) die Wittwe Boͤhn, Friedricke Charlotte gebo⸗ das IHandel treibende Deutsche Publikum überhaupt, dies vaterländische Umnternehmen vorzugsweise durch

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häfte sind von der Di

üusanne Catharine Raidt geb

11 beittragen werden,

Zur Wahrnalume dqder Gse IIEEööII rection ernannt hier am 14. Mai G-. ver ist auf Antrag

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in HHamburg Ilerr Rob. M. Sloman jr., in IlIul! IHlerrn Joseph Sanderson, mit denen wir die Frachten und Passage zu reg

den f. Septembher 1841 Iq1 IIamburg ist bis auf eiteres auf Ein Penny Sterling und fünf und 2z wan

ferner in Ilull die Einrichtung getroffen worden, dals im Fall sich mehm 8 2 vorlinden sollten, als mit diesen Dampf- wir dasselbe in Lieferungen erscheinen, deren 20 25 können, 1 Engagiren von Segelschiffen nothwendig würde, sol che abseiten der Planseatischen Dampfschifflahrts-Ge- geben un HPracht angeschafft werden zester Frist in die Haͤnde der Abnehmer kommen Rob. M. Sloman jr.

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Dauer der

1) Zwischen Berlin und Cöthen kürzeste Dauer 4 Stunden 40 Minuten lüngste 6 20 mittlere 5 30

2) Zwischen Cöthen und Berlin kürzeste Dauer 4 Stunden 34 Minnten lüngste 5 17 mittlere

Netecorologische Brobachtungen.

1841. 3. Oktober.

Nachmittags Abends

2 Uhr

Morgen Ssn⸗ Nach eiumaliger

Hrobachtung.

+ 1-4,3 ° R.

+ 9,1° k. Dunstsättigung 71 pet.

Wetter.. bezogen. trühe. Wind 21 8 N0. N. Wolkenzug.. .. N.

Luftdruck

Luft wüäürme . ..

Auellwärme 8,2 ° K.

Flasswärme ] 3

Bodenwärme 12, Smn Ansdünstung 0,040 M Xiederschlas 0 102 M Wärmewechsel†+ ö + 8,⁰°.

Par. + 12/40 n. 4†. 8,80 n. 82 pcCt. No.

Fhaupunkt .. .

Fagesmittel: 335,59

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 5. Okt. Im Opernhause: Die Hirtin von Piemont komische Oper in 1 Akt, von Genée. Musik von Schaͤffer. Hierauf:! Don Quirote, komisches Ballet in 2 Abth., von P. Taglioni. Mittwoch, 6. Okt. Im Schauspielhause: Werner, oder: Herz und Welt, Schauspiel in 3. Abth., von C. Gutzkow.

Donnerstag, 7. Okt. Im Opernhause. Auf Begehren: Wu⸗ helm Tell, Schauspiel in 5 Abth., von Schiller.

Im Schauspielhause: Pour Pouverture du théalre francals et la premiere représentation de Fabonnement. 1) Henri IHia- melin, comédie en 3 actes, du théatre du Gvymase, par M. 2) 1.0 tyran Pune femme. vaude ville 1 acte, par M. Bayard.

Freitag, 8. Okt. Im Opernhause: Die Nachtwandlerin

in 3 Abth., mit Solotanz. Musik von Bellini. (Dlle.

, vom K. K. Hof⸗Operntheater zu Wien: Amine.) .

ie eingegangenen Meldungen um bestimmte Plaͤtze in den Französischen Vorstellungen sind moöglichst beruͤcksichtigt wornde und wird ersucht die Billets von Dienstag den Zten bis Mitiwo 8 den böten d. M. abholen zu lassen.

Königsstädtisches Theater. Okt. Der Talisman. Posse mit Gesang in 3 ten, vo 1 (Dlle. Fischer, neu engagirtes Mitglie dieser Buͤhne: Salome, als Debuͤt.) Mittwoch, 4. Okt. (Italienische Oper n⸗ Vorstellung.) To¹ Opera in 3 Atti. Musica del Waestro Hont. elti

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Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen

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Amtliche Nachrichten. Frankxeich. Paris. Noch 68 E“ ünde. Vermischtes. Großbritanten 28 Irland. 1115’“ gen. Oberhaus. Getraide⸗Einfuhr. 8— 2 ezeichnung der Par⸗ teien. Wahl⸗Umtriebe. U nterhaus. Kriegs⸗Maschine. Madden’'s Afrikanische Mission. Verzierung der neuen Parla⸗ mentshaͤuser. Fabriknoth. Mac Leod'’s Schutzlosigkeit. L on⸗ don. Aufschub der diplomatischen Veraͤnderungen. Vorstellung des neuen Franzoͤsischen Botschafters. Lord⸗Mayors⸗Wahl. Schwe⸗ fel⸗Lager in Tripolis. Neuere Nachrichten aus New⸗York uͤber die Lage Mac Leod's. Noth in Manchester. Laporte †. Schreiben aus London. (Die Times und das Armengesetz; die Chartisten zu Leeds.) Niederlande. Amsterdam. Nassau. 1 Belgien. Bruͤssel. Berichtigung der Notiz uͤber die Ruͤckkehr des Herrn von Muelengere. 1 8 Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Abreise des Herrn von Mieg nach Frankfurt a. M. Stuttgart. Nachtraͤgliches zu dem Bericht uͤber die Wuͤrttembergische Jubelfeier. Hannover. Handelsschule. Dresden. Musterung des Bundes⸗Kontingents. Weimar.

Einiges uͤber das Mißlingen der Bel⸗ Naͤheres uͤber die Tunesischen Zu⸗

Koͤnig Wilhelm Friedrich, Graf von

Anwesenheit Ihrer Koͤnigl. Hoheit der Frau Prin⸗ zessin von Preußen. Paßpolizei. Schreiben aus Frankfurt. (Personalien; Boͤrse; Eisenbahn.)

Schweiz. Tessin. Amnestie⸗Dekret.

Italien. Rom und Neapel. Die Unruhen in Aauila.

Türkei. Rhodus. Anarchie auf den Inseln.

Inland. Brieg. Herbst⸗Wollmarkt. Aachen. Abreise des Wirklichen Geheimen Ober⸗Regierungsraths von Reiman.

Blicke auf den Zustand der Franzoͤsischen Marine bei Gelegenheit der Entwaffnungs⸗Frage.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ohnesorge. Geschichte des Entwickelungsganges der Brandenburgisch⸗Preußischen Mo⸗ narchie.

Amtliche Rachrichten. Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem katholischen Pfarrer Kubaczek zu Goldmannsdorf, im Regierungs⸗Bezirk Oppeln, den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse, und dem katholischen Schullehrer und Organisten Thiel zu Brosewitz, im Kreise Oh⸗ lau, das Allgemeine Ehrenzeichen Allergnaͤdigst zu verleihen geruht.

Heute wird das 18te Stuͤck der Gesetz⸗Sammlung ausgege⸗ ben, welches enthaͤlt: unter Nr. 2195. das Gesetz uͤber die Versicherungs⸗Gesellschaften der Provinz Schlesien zur Verguͤtung der durch die Rind⸗ viehseuche veranlaßten Verluste, vom 30. Juni d. J.; „2196. die Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre vom 26. Juli c., die Belegung der Sparkassen⸗Bestaͤnde betreffend; 2197. die Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre vom 18. August l. J., betreffend die Sportel- und Stempelfreiheit der Guts— herrschaften, so wie der Stadt- und Land-Gemeinden in Armen⸗Angelegenheiten, und 2198. die Allerhoͤchste Kabinets⸗-Ordre vom 8. September a. c., wegen des durch die Regierung zu Koblenz zu erlassenden oͤffentlichen Aufgebots saͤmmtlicher Interes⸗ senten, welche auf die in den Besitz des diesseitigen Domainen⸗Fiskus uͤbergegangenen Polcher Dingtags⸗ Besitzungen und die davon aufgekommenen Revenuͤen einen Anspruch zu haben vermeinen. Berlin, den 6. Oktober 1841. Gesetz⸗Sammlungs⸗Debits⸗Comtoir. Angekommen: Der General⸗Major und Commandeur der 2ten Garde⸗Landwehr⸗Brigade, von Below II., von Stral⸗ sund. Der Bischof der evangelischen Kirche und General⸗Superin⸗ tendent der Provinz Westphalen und der Rhein⸗Provinz, Dr. Roß, von Magdeburg. 1 Der Koͤnigl. Bayerische Wirkliche Geheime Rath und Praͤ— sident der Akademie der Wissenschaften Dr. von Schelling von Muͤnchen. Abgereist: Der Koͤnigl. Großbritanische General⸗Major Bethune nach Hamburg.

Zeitungs-Uachrichten. Ausland.

Frankreich.

Paris, 30. Sept. Ueber die Unterhandlungen zwischen Bel⸗ gien und Frankreich enthaͤlt heute der Constitutionnel Folgen⸗ des: „Die Unterhandlungen in Betreff eines Handels⸗Traktates mit Velgien sind suspendirt, vielleicht ganz aufgegeben. Der Ver⸗ lauf der Eroͤrterun hat dem Anfange nicht entsprochen; eine Menge von Interessen sind erwacht und haben die Fragen, auf deren Losung es hauptsaͤchlich ankam, verwickelt. Mehrere In⸗ dustrieen haben ihren Beitrag von Bemerkungen geliefert, die michts Anderes sind, als eine Art von Veto gegen die Herab⸗ setzung der Zoͤlle auf solche auslaͤndische Waaren, die denen, welche sie selbst fabriziren, aͤhnlich sind. Die Elsen⸗Pro⸗ duzenten sind es besonders, die die veralteten Argumente des merkantilischen Systems wieder aufwaͤrmen und ver⸗ langen, daß die Nation dem Auslande keinen Tribut zahlen, daß sie sich im Falle eines Krieges selbst genuͤgen solle, u. s. w. Jene Eigennuͤtzigen sehen immer den Casus belli voraus, um das

Land zu verhindern, die Vortheile des Friedens zu genießen, und um ihre fuͤr alle Konsumenten laͤstigen Monopole beizubehaiten. Welcher Grundsatz waltet bei dem Abschluß von Handels⸗Trakta⸗ ten vor? die Zoll⸗Barrieren hinwegzuraͤumen und den Austausch zu erleichtern. Es ist dies ein Ziel, welches seit dem allgemeinen Frieden fast alle Regierungen im Auge haben, und England selbst, welches seit 2 Jahrhunderten nur von Verboten lebte, ist gegen⸗ waͤrtig genoͤthigt, Zugestaͤndnisse zu machen. Um was handelt es sich bei der speziellen Lage, in der sich Frankreich, Belgien gegen⸗ uͤber, befindet? fuͤr beide Laͤnder einen groͤßeren Markt fuͤr gewisse Waaren zu finden. Belgien wird mehrere unserer Artikel unter ge⸗ maͤßigteren Zoͤllen zulassen, und wir bieten ihm die Gegenseitigkeit fuͤr ge⸗ wisse andere Artikel. Unter diesen befinden sich die Steinkohlen und das Eisen. Was die Steinkohlen betrifft, so werden sie, trotz des Zolles, bei uns eingefuͤhrt. Dieser Zoll faͤllt unseren Industriellen zur Last, denen es an Brennmaterial fehlt, und der Konsument muß ihn zuletzt bezahlen. Dies Alles geschieht, um etwa ein Dutzend Besitzern von Kohlen-Bergwerken zu beschuͤtzen. Mit dem Eisen ist es noch schlimmer; um dem Auslande, welches uns dieses Produkt billig liefern wuͤrde, keinen Tribut zu zahlen, sind wir etwa 150 Huͤttenbesitzern, die das Monopol unseres Marktes haben, tributpflichtig. Man sieht leicht ein, daß, so lange zwei oder drei speziellen Interessen ein uͤbertriebenes Recht eingeraͤuutt wird, der Abschluß von Handels⸗Vertraͤgen immer auf unuͤbersteig— liche Hindernisse stoßen muß, und dies um so mehr, da jene In— teressen im Allgemeinen von maͤchtigen und einflußreichen Maͤn⸗ nern repraͤsentirt werden.“

Ueber die Tunesischen Angelegenheiten laͤßt sich heute das Sidele in folgende Details ein: „Das Linienschiff „Diadème“ ist von Toulon abgegangen, um die Division Leray vor Tunis zu verstaͤrken, und es verbreitet sich neuerdings das Geruͤcht, daß die Flotte des Vice-Admirals Hugon sich bereit haͤlt, auf das erste Zeichen nach jener Richtung hin unter Segel zu gehen. Dennoch hat die Pforte, wie man sagt, fuͤr jetzt auf eine Expedition gegen Tunis verzichtet, und das Geschwader, welches unter den Befeh— len des Kapudan Pascha vor Kandia lag, muß gegenwaͤrtig nach Konstantinopel zuruͤckgekehrt seyn. Was geht denn aber in Tu⸗ nis vor? Was daselbst immer vorgegangen ist, seit Frankreich Algier erobert hat: England sucht immer, bald unter diesem, bald unter jenem Vorwande, auf den Truͤmmern von Karthago festen Fuß zu fassen. Das eine Mal wirft es sich zum Beschuͤtzer der Rechte des Sultans auf, den Niemand verhindern koͤnne, einen ungehorsamen Vasallen zu zuͤch— tigen; das andere Mal hat die Englische Flagge eine Beleidigung erfahren, wofuͤr es einer schleunigen Genugthuung bedarf. Wenn die Grundlage zu dergleichen Angaben fehlt, so behauptet England, daß die Monopole auf eine Weise angewendet wuͤrden, die die Interessen Britischer Unterthanen beeintraͤchtige. Gegenwaͤrtig hat der Englische Vice⸗Konsul in Sfax einen ernsten Streit mit dem Gouverneur jener Stadt gehabt. Wenn die Erzaͤhlung, welche uns zugeht, richtig ist, so ist der Konsul vollkommen in seinem Rechte; ein Englischer Kaufmann ist von den Zoll-Agenten uͤber⸗ vortheilt worden, und als er reklamirte, hat man ihm durch Stock— schlaͤge geantwortet. Unter einer Regierung, wie der des Bey, sind dergleichen Brutalitaͤten fast unvermeidlich. Wenn wir nicht bestaͤndig ein Geschwader bei der Goulette haͤtten, so wuͤrde sich die Gelegenheit, welche die Englaͤnder mit solcher Beharrlichkeit aufsuchen, gewiß darbieten, und Großbritanien wuͤrde sich auf der Afrikanischen Kuͤste niederlassen, um allen unseren Feinden die Hand zu reichen. Es ist daher unumgaͤnglich noth⸗ wendig, einen kraͤftigen und entscheidenden Weg einzuschla⸗ gen. Der Bey von Tunis existirt durch den Schutz Frank⸗ reichs; ohne diesen Schutz wuͤrde er laͤngst unterlegen seyn. Warum sollten wir nun nicht einer Macht, die uns nicht ent— behren kann, unsere Bedingungen vorschreiben? Die Pforte er— langte einen Tribut, man muß es durchsetzen, daß er auf eine maͤßige Hoͤhe festgesetzt wird, und dann den Bey zwingen, ihn re⸗ gelmaͤßig zu bezahlen. Die Tuͤrkische Regierung wird alsdann nicht mehr daran denken, ihren Vasallen zu stuͤrzen. Und man sage nicht, daß dies Alles unmoͤglich sey. Wenn Frankreich mit Festigkeit handelt, so kann der Einsetzungs⸗ Ferman, der dem Mehmed Ali gegeben wurde, auch dem Bey von Tunis bewilligt werden, mit dem Unterschiede, daß der Ferman fuͤr diesen eine Wohlthat seyn wird, waͤhrend er fuͤr jenen eine Hemmniß und eine Kraͤnkung war. Der Bey wird, wenn seine Stellung gesicherter ist, leichter Gehorsam von seinen Agenten erlangen; die Auslaͤnder werden geachtet werden und die Anlaͤsse zu Kollisionen fuͤr immer verschwinden. Es ist ohne Zwei⸗ fel gut, die regierende Familie in Tunis zu beschuͤtzen; man wende dazu, wenn es seyn muß, unsere ganze Flotte an; aber, wir wie— derholen es, diese laͤstige Art des Schutzes kann nicht ewig dauern, und um derselben ein Ende zu machen, sehen wir kein anderes Mittel, als das eben angedeutete.“

Dem Toulonnais wird aus Algier vom L20sten d. ge⸗ schrieben: „Der General-Gouverneur, der sich nach Mostaga— nem eingeschifft hat, ist von dem General von Berthois, Com— mandeur des Geniewesens und von dem General Liautey, Com⸗ mandeur der Artillerie, so wie von seinem ganzen Generalstabe begleitet. Die Expedition von Algier nach Medeah wird bestimmt am 24sten d. abgehen. Die Soldaten werden fuͤr 8 Tage Le⸗ bensmittel mitnehmen und sind uͤberhaupt sorgfaͤltiger als fruͤher gegen die schaͤdlichen Einwirkungen des Klima's gesichert worden. Zwei fremde Offiziere, die die Erlaubniß erhalten haben, die Herbst-Campagne mitzumachen, sind von Algier nach Oran abge⸗ gangen. Es sind dies Herr Coll, Lieutenant in der Hollaͤndischen Armee, und der Graf von Luͤttichau, Preußischer Major.“

Bei dem gaͤnzlichen Mangel an politischen Neuigkeiten holt man zur Abwechselung wieder das Geruͤcht von einer Ministerial⸗ Veraͤnderung hervor. Graf Molsé, heißt es, habe den Koͤnig be⸗ wogen, das Ministerium zu aͤndern, da dasselbe sich zu unpopulair gemacht habe, um fernerhin mit Erfolg die oͤffentlichen Angelegen⸗ heiten leiten zu koͤnnen. Die Anwesenheit des Herrn Molé im Lager von Compidègne hat offenbar allein zu diesem Geruͤchte An⸗ laß gegeben, aber ernstlich glaubt Niemand daran, daß vor Eroͤff⸗

nung der Kammern gedacht wird.

Der Graf Bastard, Vice⸗Praͤsident der Pairs⸗Kammer, ist von der mit der Instruction in Betreff des Attentats vom 13. Sep⸗ tember beauftragten Kommission zum Berichterstatter ernannt worden.

Der Temps enthaͤlt Folgendes: „Man erzaͤhlt, daß drei In⸗ dividuen, die vor einigen Tagen, in Folge der Aussagen des Que⸗ nisset, als seine Mitschuldigen verhaftet wurden, mit ihm kon⸗ frontirt worden sind. Er beharrt dabei, sie anzuklagen, und giebt die Rolle an, welche Jeder von ihnen bei dem Attentate gespielt habe; die Angeklagten ihrerseits leugnen jede Art von Mitwissen⸗ schaft.“

Der Tuͤrkische Botschafter am Efendi, ist gestern in Paris angekommen. aus nach Konstantinopel begeben.

Ein neues Stuͤck von Scribe, dem Eingeweihte einen aͤhn⸗ lichen Erfolg wie dem „Glas Wasser“ prophezeien, wird bei dem Theaͤtre français zur Auffuͤhrung vorbereitet. Es fuͤhrt den Ti⸗ tel: „Un rupture“.

Boͤrse vom 30. September. Heute war das Geschaͤft in Folge der Praͤmien⸗Erklaͤrungen sehr lebhaft. Anfaͤnglich waren die Course steigend, aber spaͤter wirkte die Insolvenz-Erklaͤrung eines Spekulanten, der mit einem Wechsel-⸗Agenten associirt ist, nachtheilig auf die Course. Die Zproc. Rente war bi f 79. 40 gestiegen und schloß zu 79. 10. 8

1 Großbritanien und Irland.

Parlaments-⸗Verhandlungen. Oberhaus. Sitzung vom 30. September. Lord Brougham uͤberreichte einige Petitionen, in denen um Untersuchung der Korngesetze gebeten wird. „Ich selbst“, sagte er dabei, „bin, wie Sie wissen, eben so wohl gegen den vorgeschlagenen festen Zoll, wie gegen die fluktui— rende Skala, aber ich will doch die Vertheidiger der jetzigen Korn gesetze wenigstens auf die Thatsache aufmerksam machen, daß bei ihrer veraͤnderlichen Skala nicht weniger als anderthalb bis zwei Millionen Quarter Weizen, die auf fuͤnf Wochen fuͤr die Con- sumtion hinreichen, in kurzem Zeitraum zu einem Zoll von 1 Sh. fuͤr den Quarter in England eingefuͤhrt worden sind.“ Der Her zog von Wellington bemerkte darauf nur, es koͤnne also doch wohl ein Mangel an Lebensbeduͤrfnissen nicht so nahe bevorstehen, als man von vielen Seiten es besorgen hoͤre.

Viscount Strangford uͤberreichte eine von 9000 Personen unterzeichnete Petition aus Quebek gegen eine Veraͤnderung der Bauholz⸗Zöolle.

Ehe das Haus sich wieder vertagte, lenkte Ldord Brougham die Aufmerksamkeit desselben noch auf die vielen Bestechungen, Einschuͤchterungen und sonstigen Umtriebe, die bei den letzten Wah⸗ len wieder vorgekommen. „Ew. Herrlichkeiten“, sagte er, „koͤnnen dem Lande keinen besseren Dienst thun, als einen Ausschuß zur Untersuchung dieser Mißbraͤuche zu ernennen, damit legislative Maßregeln dagegen getroffen werden koͤnnen.“ Als nun Lord Brougham einige spezielle Faͤlle von solchen Umtrie⸗ ben aufzaͤhlen wollte und sich dabei des Ausdrucks „Op- position“ von der fruͤheren ministeriellen Partei bediente, erhob sich Lord Melbourne und protestirte gegen den Gebrauch dieses Wortes im Parlamente. „Im anderen Hause“, sagte er, „sind die Mitglieder, die von einer „Opposition“ sprachen, stets zur Ordnung gerufen und erinnert worden, daß dies hoͤchst un⸗ parlamentarisch sey, weil man nicht voraussetzen duͤrfe, daß Maͤn⸗ ner in das Parlament gekommen, um eine Opposition zu bilden.“ Lord Brougham bezeichnete darauf unter allgemeinem Gelaͤchter des Hauses die jetzige Oppositions⸗Partei als diejenige Partei, die von dem edlen Lord repraͤsentirt werde, vor dem er jetzt stehe, die ministerielle als diejenige, der er gegenuͤberstehe, und eine dritte Partei als eine solche, die zu keiner von jenen beiden gehöre. Ge— gen alle drei brachte er Beschwerden uͤber Wahl⸗Umtriebe vor.

„Diejenige Partei“, so schloß er seine Bemerkungen, „welche an einem Orte uͤber die meisten Geldmittel zu verfuͤgen hat, uͤbt die mei⸗ sten Bestechungen daselbst aus. Ein großer Jrrthum aber ist es, die⸗ sen beklagenswerthen Zustand der Dinge der Refoembill vor 1832 zur Last zu legen, wie es mein edler und gelehrter Lord auf dem Wollsack (Lord Lyndhurst) und Andere gethan haben. Diese Akte hat vielmehr gerade die entgegengesetzte Tendenz, wenn nur das Parlament die noͤ⸗ thigen Mittel dazu bieten will, solche Verbrechen zu hemmen und zu bestrafen. Unter dem alten System waren die Wahl⸗Ausgaben von der Art, daß ein Kandidat fuͤglich von seinen Agenten um Tausende von Pfunden angegangen werden konnte, ohne daß man einen Grund hatte, eine andere als gesetzliche Verwendung dieses Geldes voraus⸗ zusetzen; jetzt aber, wo durch die Reform⸗Akte die gesetzlichen Wahlkosten fast auf Null reduzirt sind, handelt ein Kandidat, der seinen Agenten Tausende einhaͤndigt, mit dem voͤlligen Bewußtseyn, daß dies Geld zu Bestechungen dienen soll. Wenn man dies also fortdauern laͤßt, so liegt die Schuld nicht an der Reform⸗Bill, sondern am Parla⸗ mente selbst. Mehrere Mitglieder des anderen Hauses haben versichert, daß dasselbe nichts dagegen einzuwenden haben wuͤrde, wenn das Oberhaus in dieser Sache die Initiative ergriffe; da indeß dem Un⸗ terhause jetzt uͤber 80 Petitionen gegen Wahlen vorliegen, die erst in der naͤchsten Session werden erledigt werden koͤnnen, und da es Un⸗ annehmlichkeiten zur Folge haben koͤnnte, wenn das Oberhaus voe der Entscheidung uͤber jene Petitionen etwas in der Sache thun wollte, weil dies die Meinung veranlassen wuͤrde, als wolle es Einfluß auf jene Entscheidung ausuͤben, so will ich auch einen bestimmten Antrag hieruͤber erst in der naͤchsten Session stellen.“

Unterhaus. Sitzung vom 29. September. Herr Wakley fragte wiederum an, ob das Feldzeug Amt die von Herrn Warner gewuͤnschte Untersuchung der von demselben erfundenen Kriegs⸗Maschine vornehmen werde, worauf Capitain Boldero, der Secretair dieses Departements, antwortete, das Feldzeug⸗Amt halte sich nicht dazu berechtigt, die Verantwortlichkeit der Ernen⸗ nung einer Pruͤfungs⸗Kommission zu diesem Zweck uͤber sich zu nehmen, ohne vorher von den Ministern dazu autorisirt worden u seyn. Herr Brotherton protestirte dagegen, daß man die kegierung auffordere, Maͤnner zu belohnen, die ihr Talent und ihren Scharfsinn auf die Erfindung von Hoͤllenmaschinen zur Ber⸗ nichtung von Menschenleben verwendeten; nüur' der muͤffe 82 empfangen, der die Wohlfahrt der Menschen zu foͤrdern suche,

rgend eine Modification des Ministeriums

Londoner Hofe, Schekib⸗ Er wird sich von hier

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