1841 / 278 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

8 8 Traktate beständen, den positiven Beweis liefere von der Achtung, welche man zu allen Zeiten vor ihrem Eigenthume hege, so wie von dem Wunsche, die merkantilischen Verbindungen mit allen Natio⸗ nen der Erde, so viel wie moͤglich zu pflegen und auszudehnen. Carmona's Kanonenbdte hatten schon ein Britisches Kauffahrtei⸗ schiff „The little William“, weggenommen, waren aber durch das Britische Kriegsschiff „Pickle“ gezwungen worden, dasselbe wieder frei zu geben. Nach Berichten aus Jamaika vom 20. August war zum Schutz der Britischen Interessen in Cartagena das Dampfschiff „Hydra“ von Jamaika abgegangen. Man wollte auch in Jamaika wissen, daß Carmona die Blokade bereits wieder aufgeheben habe und selbst von Cartagenischen Schiffen in der Nähe von Vena eingeschlossen sey. Die Republik Neu⸗Granada hatte den Termin zur zollfreien Einfuhr von Lebensmitteln bis zum 5. Oktober verlaͤngert. Mehrere Insurgenten⸗Chefs, nament⸗ lich Vesgo, Cordova, Rebled, Galnido waren gefangen genommen und erschossen worden. .

Nach der Morning Chronicle hat der neue Minister der auswäͤrtigen Angelegenheiten, Graf Aberdeen, dem Britischen Ge⸗ sandten in Madrid den Auftrag gegeben, die Forderung des Co⸗ mité's der Inhaber Spanischer Fonds wegen Konvertirung der

kapitalisirten Coupons und Zahlung der Zinsen bei dem Spani⸗

schen Conseils⸗Praͤsidenten, Herrn Gonzalez, kraͤftig zu unterstuͤtzen,

Das Paketschiff„Swift“ bringt eine neuere Westindische Post, welche St. Thomas am 5. September verkassen und ungefaͤhr 60,000 Dollars, so wie 56,000 Pfd. in baarem Gelde, mitge⸗ bracht hat. Sas;

Lord Morpeth hat, ehe er Irland verließ, den Kommissarien fuͤr den Volks⸗Unterricht in Irland 1000 Pfd. uͤberreichen lassen.

Der neue General⸗Gouverneur des Britischen Nord⸗Amerika wird am 10ten d. M. nach seiner Bestimmung abgehen.

Aus Kanada wird gemeldet, daß dem Lord Sydenham ein ernsthafter Unfall begegnet sey und er sehr an rheumatischer Gicht leide. b 8

Die Seidenbau⸗Compagnie, die vor einiger Zeit in Kingston auf Jamaika errichtet worden war, und hinsichtlich welcher man große Erwartungen hegte, ist aufgeloͤst worden, weit viele Actien⸗ Inhaber ihre Subsecriptionen nicht eingezahlt hatten, doch beab⸗ sichtigte man, eine neue Compagnie zu stiften. b

Durch den am vorigen Freitag publizirten woͤchentlichen Durchschnitts⸗Preis von 70 Sh. 8 Pee. fuͤr Weizen hat sich der Einfuhrzoll auf 10 Sh. 8 Pee. gehoben. Der letzte wöͤchentliche Durchschnitts⸗Preis war aber nur 63 Sh. 4 Pee.; der Globe vermuthet also, daß der Zoll schon im Oktober wieder auf 20 Sh. 8 Pee, gehen, nach einigen Monaten jedoch wieder auf 1 Sh. fallen duͤrfte. Von Englischem Weizen war heute nur wenig am Markte und gute trockene Waare selten. Nach fremdem Weizen ist starke Nachfrage, und ein bedeutendes Quantum ist zu 1 bis 2 Sh. hoͤheren Preisen umgesetzt worden.

London, 2. Okt. (Bors. H.) Beide Haͤuser des Par⸗ aments hielten gestern noch kurze S itzungen, und beide vertagten sich kurz vor 8 Uhr. Im Unterhause wurde nach einigen unbe⸗ deutenden Reden die Bill uͤber die Verlaͤngerung der Armen⸗Kom⸗ mission zum drittenmal verlesen und dem Oberhause zugeschickt, wo sie die erste Verlesung erhielt. Ein Antrag des Herzogs von Portland auf Vorlegung von Dokumenten, die sich auf einen im Jahre 1839 in Mansfield stattgehabten Chartisten⸗Aufstand be⸗ ziehen, wurde zuruͤckgenommen, nach einer Debatte, die man wahr⸗ scheinlich nur deswegen verlaͤngerte, weil man mit der ersten Ver⸗ lesung der Armen-Bill noch an diesem Abend fertig werden wollte, weshalb die Prorogation des Parlaments um einen Tag fruͤher stattfinden kann. Uebermorgen halten beide Haͤuser S itzun⸗ gen, um die laufenden Geschaͤfté zu foͤrdern, und wahrscheinlich wird die Prorogation am Donnerstag vor⸗ sich gehen. Uebrigens kann man jetzt schon die Session fur⸗ geschlossen ansehen, denn nur Formsachen bleiben noch abzumachen, und es ist hoͤchst un⸗

wahrscheinlich, daß in der naͤchsten Woche etwas von Wichtigkeit

vorkommen wird.

London, 1. Okt. Im Unterhause haben die Minister ewissermaßen die Offensive ergriffen, indem sie das Resultat einer Untersuchung darlegten, wonach es sich zeigte, daß die Gegner der Getraidegesetze das Volkselend in allzu grellen Farben darzustellen pflegen. Da sie jedoch zu glei⸗ cher Zeit nicht laͤugnen konnten noch mochten, daß wirklich großes Elend unter den Fabrik⸗Arbeitern herrscht, so scheint durch diese Zurechtweisung nur wenig fuͤr sie gewonnen zu seyn. Auch mußte Graham bekennen, daß die Uebertreibung nicht auf eine Partei beschraͤnkt ist, indem mehrere Gegner des Armengesetzes auf seiner Seite in ihren Schilderungen eben so 8 Werke gehen. Er versprach daher, wenn Mitglieder ihm ihre An⸗ gaben, mit genauen Bezeichnungen von Personen und Orten schrift⸗ lich uͤbergeben wollten, so wolle er sogleich Erkundigungen einzie⸗ hen, und, wo nur immer moͤglich, Huͤlfe leisten lassen. Dieses ist sehr loͤblich und klug, und duͤrfte, nebst mehreren von ihm ange⸗ kuͤndigten mildernden Bestimmungen, welche in der Verwal⸗ tung des Armenwesens sogleich praktisch eingefuͤhrt wer⸗ werden sollten, im Laufe des Winters weohlthaͤtig wirken. Haupt⸗ sächlich jedoch koͤmmt es darauf an, ob der Preis des Brodtes nicht weiter steigt, und noch mehr, ob sich mehr Beschaͤftigung fuͤr die Arbeiter finde. 4 Auffallend ist, daß bei vielen der in diesen Tagen stattgefun⸗ denen Meetings dissidixrende Prediger aufgetreten sind und zum Theil mit fanatischem Eiser gegen die Getraidegesetze gesprochen haben. Diese Vermischung der Gehote der Religion mit dkono⸗ mischen Einrichtungen ist wohl vorzuͤglich der Rache zuzuschreiben, welche die Dissenters fuͤr die Behandlung nehmen, die sie seit einiger Zeit von dem Klerus der Staatskirche und deren Organe, besonders den Puseyiten, erfahren haben. Denn diese, weit entfernt, sie fuͤr rechtmaͤßige Prediger des Wortes gelten zu lassen, weigern sich, ihre Taufe anzunehmen, und wollen, wenn ihre Lehre auch noch so rechtglaͤubig, und ihr Lebenswandel auch noch so unbescholten ist, sie kaum fuͤr Christen gelten lassen. Selbst in Schulbuͤchern wird von manchen der heranwachsenden Jugend gelehrt, daß selbst die besten Maͤnner, wann sie es auf sich naͤhmen, ohne bischoͤfliche

Weihe, geistliche Handlungen zu verrichten, arge Suͤnder seyen, die nur mit den Rebellen Dathan und Abiheram verglichen werden koͤnnten. Und wie ein hoher Ton meistentheils imponirt, d will man bemerkt haben, daß die Kirche damit (wohl aber noch mehr durch den gröͤßeren Ernst und Eifer unter ihrer Geistlich⸗ keit) viele Personen gewinne, welche sonst die Kapellen der Sekti⸗ rer zu besuchen pflegten. Diese scheinen darthun zu wollen, daß sie das einzig bleibende, die Liebe haben, und deßwegen eher fuͤr aͤchte Juͤnger und Boten des Herrn gelten müssen, als die, welche sich einer am Ende nicht zu erweisenden historischen Succession von den Aposteln ruͤhmten. Der Plan ist gar nicht übel berechnet, da nicht zu erwarten steht, daß Letztere eben— falls die arbeitenden Klassen gegen die Grundherren in Schutz

nehmen werden. mhos.

K

1236 8 Niederlande.

Aus dem Haag, 1. Okt. Der Finanz⸗ Minister hat

heute der Central⸗Section der zweiten Kammer die Anzeige ge⸗ macht, daß die Regierung damit einverstanden sey, vom 1. Januar ab auch alle abgesonderten Staatskassen⸗Fonds der Kontrolle der allgemeinen Rechnungs⸗Kammer zu unterwerfen. Vermuthlich hat die vor einigen Tagen von der ersten Kammer der Generalstaaten geschehene Ablehnung des Instructions⸗Entwurfs fuͤr die Rechungs⸗ ammer zu dieser abaͤdernden Bestimmung beigetragen. Belgien. 18 Brüssel, 1. Okt. Oeffentlichen Blaͤttern zufolge sollen im Ministerium einige Differenzen daruͤber herrschen, welche neue In⸗ structionen den jetzt in Paris mit den Zoll⸗Verhandlungen be⸗ schaͤftigten Kommissarien zu ertheilen seyen.

Brüssel, 30. Sept. (K. Z.) Unsere Eisenbahn hat einen icht unbedeutenden Antheil an den Festlichkeiten der September⸗ age gehabt. Bekanntlich bestand bisher keine Verbindung zwischen

der nördlichen und suͤdlichen Linie, d. h., zwischen jener, die nach Antwerpen, Luͤttich und Ostende, und der, die nach der Franzöoͤsi⸗

öschen Graͤnze zufuͤhrt. Reisende z. B., die von Deutschland her durch Belgien uͤber Mons und Valenciennes nach Frankreich

reisen wollten, mußten an der Station vor dem Laekener Thore aussteigen, um auf der anderen Seite der Stadt wieder einzu⸗ steigen. Diesem wesentlichen Mangel ist jetzt abgeholfen durch eine neue Linie, die uͤber die Boulevards der Stadt von der einen Station zur anderen fuͤhrt. Eben jene Station vor dem Laekener oder Antwerpener Thor hatte auch fuͤr diejenigen, die sich nach Bruͤssel begeben, wegen ihrer großen Entfernung von dem Mittel⸗ punkte der Stadt, manche Unbequemlichkeit und war uͤberhaupt in ihrer ganzen Anlage fuͤr den gewaltigen, urspruͤnglich nicht vor⸗ gesehenen Andrang der Reisenden zu wenig entwickelt und groß⸗ artig. Seit zwei Jahren war daher eine neue Nord⸗Station

mehr nach der Mitte der Stadt zu im Werke, von welcher

die auslaufende doppelte Eisenbahn sich in der Entfernung einer kleinen Stunde von der Stadt mit der Hauptbahn vereinigt. Diese neue Station soll kuͤnftig nur zum Personen⸗ Transport dienen, waͤhrend die alte Nord⸗Station hauptsaͤchlich fuͤr den Guͤter-Transport bestehen bleiben wird. Beide Ergäͤn⸗ zungen, sowohl jene Verbindungslinie, als diese neue Station, wurden am 27. September inaugurirt, und zwar letztere in Ge⸗ genwart des Hofes. Die Stations⸗Gebaͤude, die man hier errich⸗ ten will, sollen in einem großartigen, der Hauptstadt entsprechen⸗ den Style aufgefuͤhrt werden. Unter dem Doͤnner der Kanonen legte der Koͤnig den ersten Stein dazu. Bei diesem Anlasse hielt der Minister der oͤffentlichen Bauten, Herr Desmaisieres, an Se. Majestaͤt eine Rede, worin er in wenigen Worten auf den Ur— sprung und die erste Idee des ganzen Unternehmens zuruͤckkam und darauf aufmerksam machte, wie der Krieg selbst den Haupt⸗ Impuls zur Realisirung desselben gegeben. Schon im Jahre 1830) machte der Ausschuß fuͤr Industrie und Ackerbau der Provinz Luͤttich auf die Vortheile einer direkten Verbindung zwischen Ant⸗ werpen und dem Rheine aufmerksam. Unterm 4. Dezember 1830 forderte die provisorische Regierung den General⸗Inspektor der Bruͤcken⸗ und Straßenbauten, Herrn Teichmann, auf, hieruͤber umstaͤndlich zu berichten. Eine Zeit lang trug man sich mit dem Gedanken eines Kanals von Antwerpen nach Mastricht, oder einer Eisenbahn zwischen diesen beiden Staͤdten; als man aber mehr und mehr die Hoffnung aufgeben mußte, Mastricht und den dortigen Theil von Limburg mit Belgien verbunden zu sehen, bildete sich die Idee einer Eisenbahn, wie sie seitdem angelegt worden, bestimmter aus. Gleich beim Regierungs⸗Antritte des Koͤnigs Leopold ernannte dieser den genannten General⸗Inspektor zum Minister des Innern, und schon am 26. Juli, fuͤnf Tage nach der Huldigung, reichte dieser seinen Bericht uͤber eine Eisenbahn von Antwerpen uͤber die Maas nach dem Rheine (Koͤln) ein. Der Koͤnig trug ihm auf, den Gegenstand spezieller zu ergruͤnden, und am 2. September 1831 verordnete ein Koͤnigliches Dekret, von demselben Minister kontrasignirt, die vollstaͤndige Ausarbei⸗ tung des Entwurfes. Nach einigen erfolglosen Versuchen, das Unternehmen auf dem Wege der Privat⸗Konzessionen zu begin⸗ nen, kam endlich am 1. Mai 1834, als Herr Rogier Minister des Innern war, das Gesetz zu Stande, welches das ganze Un⸗ ternehmen zur Angelegenheit der Staatskasse machte; ein Jahr nachher, am 5. Mai 1835, wurde die erste Section, von Bruͤssel bis Mecheln, eroͤffnet. Der Umstand, daß das Gesetz vom 1. Mai 1834 durch Herrn Rogier in die Kammer gebracht wurde, hat die Anhaͤnger dieses Exministers, der mit den Herren Lebeau und Devaur eine neue parlamentarische Opposition bilden zu wollen scheint, dazu veranlaßt, ihm vorzuͤglich die Ehre des ganzen Unter⸗ nehmens zuzuschreiben, ihn gar den Schoͤpfer unseres Eisenbahn⸗ Systemes zu nennen. Die Rede des Herrn Desmaisieres, die demjenigen die Ehre giebt, dem sie gebuͤhrt, ist wohl nicht ohne Beziehung auf diese Entstellung der Thatsache gemeint gewesen, daher sie auch von dem Observateur, dem Organe jener Op⸗ position, sehr getadelt wird.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 28. Sept. Eine der wichtigsten staͤatswirth— schaftlichen Fragen duͤrfte bald zur Entscheidung, soviel das Ko⸗ nigliche Conseil betrifft, kommen, naͤmlich die uͤber einen festen Zoll fuͤr die Ein- und Ausfuhr von Getraide. Bekanntlich ha⸗ den wir nach dem Vorgange Englands seit mehreren Jahren eine Zollscala. Da der Koͤnig selbst am letzten Reichstage einen festen Zoll vorgeschlagen und der Vorschlag von den Staͤnden in den Hauptzuͤgen angenommen worden, sollte man eine Schwierigkeit wohl nicht mehr fuͤr moͤglich halten, und gleichwohl will man

schwer uͤberwindliche Hindernisse von Seiten der Mitglieder, welche

vermeintliche Vorrechte vorschuͤtzen, voraussehen. Deutsche Bundesstaaten. 7

Stuttgart, 2. Okt. Unmittelbar nach dem Festzuge hatte das aus Mitgliedern beider Kammern und deren Praͤsidenten be⸗ stehende Comité, welches im Mai die ersten Einleitungen zu der Feier des Jubilaͤums getroffen und die Aufrufe zu Beitraͤgen fuͤr die Stiftung zum Andenken an dasselbe erlassen hatte, die Ehre, Sr. Majestaͤt dem Koͤnig die Subscriptionsliste zu dieser Stif⸗ tung zu uͤberreichen, mit folgender Adresse:

„Ew. Konigl. Majestaͤt haben unter dem 13. Mai d. J. es gnaͤ digst gestattet, daß wir Enleitung zu einem Denkmale treffen duͤrften, bestimmt zum bleibenden Andenken an einen Tag, der schon zum vor

aus in den Herzen aller Ihrer getreuen Wuͤrttemberger die Empfin

dungen der Freude und des Dankes hervorruft, den Tag, an welchem Ew. Konigl. Majestaͤt in wenigen Wochen eine begluͤckende und ruhm⸗ volle Regierung fuͤnfundzwanzig Jahre gefuͤhrt haben werden. Allerhochstdieselben haben genehmigt, daß jenes Denkmal zugleich im V Interesse der Landwirthschaft und der Gewerbe gestiftet werden duͤrfe, unnd daß die freiwilligen Beitraͤge, die aus allen Gegenden des Lan des und von allen Klassen seiner Bewohner eingesendet worden, in

ses Lustschlosses bei.

der Art zu verwenden seyen, „daß die Schule fuͤr Ackerbaumaͤn⸗ ner in Hohenheim, wenn sie einer Erweiterung beduͤrfe, be⸗ dacht, sodann zwei dieser aͤhnliche Schulen in den von Hohenheim entfernteren Gegenden des Landes, im Jaxrt⸗ und Do naukreise gegruͤndet, endlich Unterstuͤtzungen fuͤr wuͤrdige, aber beduͤrf tige Lehrlinge an der Gewerbeschule in Stuttgart ausgemittelt wer den sollten.“ Wir beehren uns nun, die eingekommenen Beitraͤge, deren Belauf aus dem chrerbietigst angeschlossenen Verzeichnisse gnaͤdigst zu entnehmen ist, Euer Koͤniglichen Maiestaͤt zu hoͤch ster Disposition zu uͤberreichen, und der landesvaͤterlichen Fuͤr sorge die Ausfuͤhrung des genehmigten Planes mit ehrfurchts⸗ vollem Vertrauen anheim zu stellen. Ueberzeugt, daß un⸗ sere Nachkommen mit den gleichen Gefuͤhlen dankbarer Verehrung die unermuͤdlich thaͤtigen Bestrebungen Euer Koͤniglichen Mazestaͤt fuͤr das Wohl Ihrer Unterthanen erkennen werden, welche die Zeit genossen mit der treuesten Anhaͤnglichkeit und dankbarsten Liebe bele ben, ersterben wir in der tiefsten Ehrfuürcht ꝛc.“

Worauf Se. Majestaͤt mit folgenden Worten zu antworten geruhten: 1

„Mit geruͤhrtem Herzen nehme Ich die Acußerung Meiner treuen Staͤnde entgegen uͤber Meine nun bald 25jaͤhrige Regierung; ebenso ebpfangen Sie Meinen Dank fuͤr die freiwillige Stiftung, die Sie bei dieser Veranlassung im Interesse des Landbaues und der Gewerbe errichtet haben. Meine Bemuͤhungen, Meinem Vaterlande im Krieg wie im Frieden mit Aufopferung aller Meiner Kraͤfte zu dienen, erhalten den schoͤnsten Lohn in der Anerkennung Meiner ge⸗ treuen Staͤnde, im Namen Meines Volks. Gott segne uns und das Vaterland bis in die spaͤtesten Zeiten.“

Leipzig, 5. Okt. (L. A. Z) Es stellt sich immer mehr her⸗ aus, daß unsere Herbst⸗Messe in den meisten Fabrications⸗Zwei gen der Zoll⸗Vereinsstaaten fuͤr zeitgemaͤße Erwartungen befriedi⸗ gende Resultate liefert und die Mehrzahl der Produzenten mit der troͤstlichen Aussicht in die Heimath zuruͤckkehren laͤßt, ihren Arbeitern waͤhrend des Winterg wenigstens Beschaͤftigung geben zu koͤnnen, wenngleich die gedruͤckten Verkaufs⸗Preise eine Erhd⸗— hung der Loͤhne nicht erlauben duͤrften. Gleich Tuchen haben fast alle aus Schafwolle allein fabrizirten, sowie die mit Baum wolle gemischten Stoffe guten Absatz gefunden, sowohl in Deut⸗ schen wie in auslaͤndischen Fabrikaten, und dasselbe laͤßt sich auch von gedruckten und buntgewebten Baumwollenwaaren sagen wenngleich nicht in demselben Grade und zu weniger be⸗ friedigenden Provisionen als erstere. Rur auf den Absatz einiger Haupt⸗Artikel der Ober⸗Lausitz, fuͤr deren Versilberung die Jah reszeit der Michaelis⸗Messe in der Regel nicht passend ist, hat anßerdem die Lauheit der Griechischen Kaͤufer nachtheiligen Ein⸗ fluß geaͤußert. Manufaktur⸗Waaren fanden in den geringeren und

Mittel⸗Qualitaͤten guten Abzug, und so viel auch die bezahlten

Preise den Produzenten zu wuͤnschen uͤbrig lassen moͤgen, so scheint es dennoch ein erfreuliches Zeichen, daß der Amerikanische Bedarf sich nach vnd nach wieder einstellt. Die Umsaͤtze in Seidenwaa⸗ ren haben sich in der Hauptsache auf den Bedarf der Deutschen Konsumenten beschraͤnkt, und die Juli⸗Kalamitaͤten in Wien und deren Folgen moͤgen manches Geschaͤft in die entfernteren Gegen— den verhindern. Von Leder ist viel und zu guten Preisen verkauft Ueber Pelzwaaren laͤßt sich bis jetzt noch nichts Bestimm tes sagen.

Fraukturt 8 M., 3. Okt. Der Koͤniglich Preu⸗ ßlsche außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am Kaiserlich Oesterreichischen Hofe, Herr Graf von Maltzan, traf gestern von Kreutznach hier ein und wird, wie man hoͤrt, morgen die Reise nach Berlin fortsetzen. Der Kaiserlich Russische Ge—⸗ sandte bei der hohen Pforte, Herr von Butenieff, verweilt auch seit gestern wieder in unserer Stadt.

In heutiger Effekten⸗Sozietaͤt zeigte sich in den meisten Fonds große Verkaufslust, ohne daß sie gehoͤrig motivirt gewesen zu seyn schien. .

HGesterreich.

Wien, 30. Sept. Ihre Koͤnigl. Hoheiten der Prinz von Preußen und der Prinz Johann von Sachsen sind gestern Nach— mittags aus Boͤhmen hier eingetroffen und in den zu Ihrem Empfang bereiteten Appartements in der Kaiserl. Koͤnigl. Hofburg abgestiegen.

Der Koͤniglich Hannoversche General der Infanterie von dem Busche, der, nebst den beiden obgedachten Prinzen, mit In⸗ spizirung der zum Deutschen Bundesheere gehoͤrigen Kaiserl. Konigl. Armee⸗Corps beauftragt ist, ist gleichfalls gestern Nachmittags hier angelangt. 1 h

Gestern speisten beide Koͤnigliche Prinzen mit saͤmmtlichen hier anwesenden Kaiserl. Familiengliedern bei Ihren Majestaͤten zu Schoͤnbrunn, und wahnten Abends mit den uͤbrigen Hoͤchsten Herrschaften einer theatralischen Vorstellung in dem Theater die⸗

8 Italien.

Nom, 23. Sept. (A. Z.) Diesen Morgen zog abermals ein Gewitter uͤber unsere Stadt und schlug in die Antonin-Saͤule auf Piazza Colonna ein. Der Blitzstrahl scheint von der Schwert spitze des Heiligen angezogen worden zu seyn. Personen, welche dem Schauspiele beiwohnten, sahen genau, wie der Blitz das Standbild beruͤhrte, gleich darauf verschwand und dann unten an der Basis wieder hervorbrach. Die Bildwerke, welche die Saͤule schmuͤcken, scheinen unverletzt geblieben zu seyn, kleine Schmitze abge rechnet: es muß also der Blitz von der Statue abgeglitten und in die darunter befindliche eben offene Thuͤr eingetreten seyn. Dann ist er die Wendeltreppe, welche auf die Hoͤhe der Saͤule fuͤhrt, herabgestie— gen und hat durch eine kleine Deffnung einen Ausgang nehmen wollen, aus welcher eine Brunnenroͤhre herausgeleitet worden ist, die den davor befindlichen Trog mit Wasser fuͤllt. Da er hier Wi⸗ derstand gefunden, entweder weil die Oeffnung zu klein war oder aus anderen nicht so leicht zu ermittelnden Gruͤnden, so ist er in das Treppenhaus zuruͤckgekehrt und hat sich dort einen eigenen Ausweg verschafft, indem er die Fugen der Marmor⸗Bekleidung er⸗ weiterte, mit welcher Fontana unter Sixtus V. dieses Monument ver sehen hat. Der daruͤber liegende Kranz, welcher der Saͤule das Ausse hen leiht, als sey hier ihr Sockelansatz, hat eine heftige Erschuͤtterung erlitten und hat sich um mehrere Zoll auseinander gegeben. Haͤtte der Blitz in dem maͤchtigen Felsengehaͤuse des Unterbaues groͤßeren Wider⸗ stand gefunden, so haͤtte er leicht denlmsturz des ganzen Monuments ver⸗ anlassen koͤnnen. Denn alsdann haͤtte er wahrscheinlich den einen oder den anderen jener ungeheuren Steinquader gesprengt, welche die darauf ruhende Last tragen. Die Roͤmer behaupten, der Blitz habe seine Schuldigkeit nicht gethan. Denn haͤtte er die Fontanaschen Zuthaten etwas mehr in Unordnung gebracht, so haͤtte man sich vielleicht zu der Ausfuͤhrung eines laͤngst gehegten und sehr lobenswerthen Projekts gezwungen gesehen, welches darin besteht, die Saͤule wiederum in ihrer vormaligen und ur⸗ spruͤnglichen Hoͤhe darzustellen. Dieses Monument steckt bekannt⸗ lich, wie fast alle Bauten des alten Roms, gegen 20 und mehr Fuß in der Erde begraben. Es handelt sich also darum, zu Fuͤßen der Szͤule eine Ausgrabung von der besagten Tiefe

vr

zu eroͤffnen, die urspruͤngliche Basis zu Tage zu legen und das, was heute als solche erscheint, mit allem Zubehor zu entfernen. Dabei steht kaum zu bezweifeln, daß dieses Unternehmen, welches zunaͤchst einem der Haupt⸗Monumente des alten Roms, gewidmet se uͤrde - Fvenschaftliche Ergebnisse mit sich fuͤhren und seyn wuͤrde, auch wissenschaftliche Erg vvead 4s - manche Fragen der Topographie jener Hertlichkeit aufhellen oder .a; eife üͤrde. Jetzt bleibt wenigstens das wenigstens feststellen helfen würds —. Jeht br e weegrne g eine zu hoffen, daß man beide Saͤulen mit Blitzableiter versehen werde, nachdem man in Erfahrung gebracht, von welchen Gefah⸗ ren dieselben bedroht sind. hss; ghn 18. * 1“ 888 Spanien. ö

8 Madrid, 25. Sept. Der Regent verstaͤrkt die Wachen

um seinen Palast und verdoppelt die Vorsichts⸗Maßregeln im Interesse seiner persoͤnlichen Sicherheit. Man versichert, daß die Husaren seiner Eskorte haͤufig in buͤrgerlicher Kleidung umcerge⸗ hen und daß sie den Befehl haben, die Umgebungen des Palastes zu inspiziren. Man schreibt diese Vermehrung der I Maßregeln der immer mehr zunehmenden Kuͤhnheit der republi⸗ kanischen Partei zu, deren Organ noch immer der Huzrvaca n ist. Uebrigens fuͤhrt der Herzog von Vitoria ein sehr zuruͤckgezogenes Leben, er giebt nie glaͤnzende Gesellschaften und sein ganzer Um⸗ gang beschraͤnkt sich auf zwei oder drei Sbersten. 8

Man weiß jetzt, daß Herr Hoyos den Auftrag hat, dem In⸗ fanten Don Francisco de Paula die zu seiner Ruͤckkehr nach Spanien noͤthigen Geldsummen und Papiere zu uͤberbringen. Der Infant wird Madrid nicht beruͤhren; das Schloß Alcazar in Sevilla ist zu seinem Wohnsitz bestimmt. Von einem Hei⸗ raths⸗Projekt, mit dem man die Ruͤckkehr des Infanten in Ver— bindung brachte, ist jetzt nicht mehr die Rede

Türkei.

Konstantinopel, 15. Sept. (A. Z.) Die Garnison Kon⸗ stantinopels vermehrt sich taͤglich. In Adrianopel hat man zehn⸗ tausend Mann Rumeliotische Landwehr konzentrirt, von denen bereits Tausend hier angekommen sind; die uͤbrigen, werden in wenigen Ta⸗ gen folgen. Auch ein Theil der S— yrischen Armee ist hierher beor⸗ dert, naͤmlich die Landwehr⸗Bataillone, die mit der Expeditions⸗ Armee dorthin gegangen waren; schon ist eines derselben, das von Bolo, eingetroffen. Gegen Ende Oktobers wird die Land⸗ wehr aus dem Suͤden und dem Innern Anatoliens erwartet. Fin Beweis dafuͤr, daß man eine große Truppen⸗Anzahl hier er⸗ wartet, ist, daß trotz der vielen, schoönen und großen Kasernen 82 die Konstantinopel besitzt, man wieder zur Erbauung einer neuen in St. Stefano schreitet, die alle uͤbrigen an Groͤße und Ele⸗ ganz uͤbertreffen soll. Die armenischen Sarafe (Banquiers) haben der Pforte angeboten, die Unkosten dieses Baues zu tragen, was angenommen wurde. In der Armee will man nun ein dem Preußischen System aͤhnliches einfuͤhren. Jeder Mllitair muß fuͤnf Jahre in der stehenden Armee dienen (bis jetzt le⸗ benslaͤnglich), wo er dann in seine Heimath entlassen, aber in das Landwehr⸗Regiment seines Kreises eingeschrieben wird mit seinem Grade; Offiziere koͤnnen auf ihr Verlangen in der ste— henden Armee fortdienen. Diese Landwehr⸗Regimenter nun sollen nach der Reihe nach einer gewissen Anzahl von Jahren fuͤr ei⸗ nige Monate zur Uebung nach Konstantinopel eingerufen wer⸗ den, dann aber wieder in ihre Heimath zu ihren Beschaͤftigungen zuruͤckkehren, blos im Falle eines Krieges muͤssen sie bereit seyn, zu marschiren. Um dieses System unter den jetzigen Umstaͤnden zur Ausfuͤhrung zu bringen, will man die hierher berufene Land⸗ wehr der stehenden Armee einverleiben und statt ihrer alle jene Soldaten, die schon mehr als fuͤnf Jahre gedient haben, entlassen und in die Landwehr einschreiben. Diese Plaͤne sind bis jetzt noch nicht vom Sultan bestaͤtigt, werden es aber wahrscheinlich wer⸗ den. Der Zweck der großen Truppen⸗Konzentrirung in Kon⸗ stantinopel scheint aber nicht allein, wie man sagt, die Reorgani⸗ sation und Instruction der Armee zu seyn, sondern man scheint auch bedacht zu haben, daß in einem so ungeheuren Reiche wie die Tuͤrkei eine Armee von hunderttausend bis hundertdreißigtausend Mann, in den verschiedenen Provinzen und Staͤdten zersplittert, fast gaͤnzlich verschwinde, waͤhrend ein eben so starkes, gut eingeuͤb⸗ tes, schlagfertiges Corps auf, einem Punkt konzentrirt, in jedem Augenblick bereit, dahin zu ruͤcken, wo es die Nothwendigkeit er⸗ heischt, allein durch seinen moralischen Eindruck die Voͤlker im Zaum halten koͤnne. Dieses Armee⸗Corps wurde aber gerade hier konzentrirt, theils um das Herz des Reichs, Stambul, zu schuͤtzen, theils um die verschiedenen Heer⸗Anfuͤhrer zu bewachen, endlich weil die Instruction und Verpflegung hier leichter als

irgendwo anders ist.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗YPork, 16. Sept. In den letzten Tagen sind in der Amerikanischen Union wichtige Veraͤnderungen vorgegangen. Die ehemalige Bank der Vereinigten Staaten hat ganz aufgehoͤrt. Der Praͤsident Tyler hat auch die neue Bank⸗Bill, obgleich darin die Er⸗ maͤchtigung der Hauptbank zur Errichtung von Filialen in den einzelnen Staaten ohne vorherige Genehmigung dieser letzteren, ein wesent⸗ licher Anstoß in der fruͤheren Bill, weggelassen und obgleich sie in dieser Form wiederum von beiden Haͤusern des Kongresses geneh⸗ migt worden war, durch sein Veto annüllirt. Ein Kabinets⸗Wechsel. ist die Folge hiervon gewesen. Ferner hat die Bill wegen Einfuͤhrung des neuen, erhoͤhten Zoll⸗Tarifs die Zustimmung beider Kongreß⸗Haͤu⸗ ser und die Sanction des Praͤsidenten erhalten. Endlich befindet sich Mac Leod in einer sehr bedenklichen Lage, da er, wenn auch, wie man erwartet, die Assisen ihn freisprechen, von Privat-Ge— waltthaͤtigkeit bedroht wird, wogegen zwar von den Behoͤrden be⸗ reits Vorkehrungen getroffen sind, die aber den Gefangenen, bei der gereizten Stimmung der Graͤnzbewohner gegen die Englaͤn⸗ der in Kanada, doch nicht aller Furcht uͤberheben und den Fried⸗ liebenden nicht alle Besorgniß vor einer ernstlichen Kollision zwi⸗ schen England und den Vereinigten Staaten benehmen koͤnnen.

Das in New⸗York erscheinende Journal of Commerce hatte mehrere Mittheilungen enthalten, denen zufolge der Briti⸗ sche Gesondte in Washington, Herr Fox, neuerdings wieder In⸗ structionen erhalten haben sollte, die unverzuͤgliche Freilassung Mac Leods oder seine Paͤsse zu verlangen; man fuͤrchtete daher, daß demnaͤchst Gewaltmaßregeln von Seiten Englands zu erwar⸗ ten seyen. Diese Besorgnisse sind indeß durch spaͤtere Berichte beseitigt worden, welche jene Mittheilungen als unbegruͤndete Ge— ruͤchte erscheinen lassen; andere Besorgnisse aber werden durch die Volksstimmung in dem Distrikte des Staates New⸗York erzeugt, in welchem der Prozeß Mac Leods vor den Assisen verhandelt verden wird. Der Prozeß beginnt, wie schon erwaͤhnt, am 7. September in Utica, welches in der Grafschaft Niagara liegt, die, ihrer Lage an der Graͤnze wegen, der Aufenthaltsort einer Menge unruhiger Koͤpfe ist. Allgemein ist man zwar der An⸗

Einige derselben, wie die in Seutari, in Ramisstschiflik ꝛc. sind so geraͤumig, daß sie zwischen acht⸗ bis zehntausend Mann fassen

koönnen.

sicht, daß Mac Leod von den Assisen, denen der Oberrichter Ni son praͤsidiren und vor denen der General⸗Prokurator von New⸗ York, Herr Willis H ein Distrikts⸗General Angeklagten vertheidigen wird, e versehen duͤrfe, aber die Aufregun daß selbst im Falle seiner Freisprechung sein scheint. Denn ungeachtet der von den B troffenen Vorkehrungen duͤrfte es bei der bekanntlich nur sehr ge⸗ Macht, welche die Behoͤrden an der Graͤnze auszuuͤben im nicht unmoͤglich seyn, daß der Poͤbel seinen Zweckzur und in diesem Falle hwerdt in der Scheide lassen.

Hall, die Anklage erheben, Herr Spencer aber, Prokurator der Vereinigten Staaten, den ines freisprechenden Urtheils sich g unter dem Poͤbel ist so groß, eben als bedroht er⸗ ehoͤrden hiergegen ge⸗

Stande sind, Ausfuͤhrung braͤchte, land nicht laͤnger das Sec gresse ist die Sache bei Ge⸗

ei dieser Gelegen⸗

kannten Entscheidungs von seinem Praͤsidentenstuhle aus publizirt habe, die oͤffentliche Meinung im voraus Der Ex⸗Praͤsident Adams aͤußerte,

was die Punkte der Zwistigkeit mit England In der Graͤnzfrage seyen die Vereinigten Staaten und wenn men solle, so sey es zu demselben in dieser genden, in welcher die Ve seyen, wenn man der Sa störung der „Caroline“,

Differenz gege unzweifelhaft gegen Schiff bestimmt gewesen. Verfahren des jetzigen A der Ansicht eines anderen Redners bei, Kabinet bleibe, kein Krieg mit England stattfinden Maͤßigung und versͤͤhnlichen Sinn,

eingenemmen daß er sehr gegen Alles sey, vermehren koͤnnte. vollkommen zum Kriege seiner Ansicht nach besser, die Veranlassung Angelegenheit zu suchen, als in der vorlie⸗ reinigten Staaten offenbar im Unrechte che auf den Grund gehe, denn die Zer⸗ welche die Veranlassung zu der ganzen ben habe, sey vollkommen gerechtfertigt durch den Kanada feindlichen Zweck, zu welchem das Schließlich belobte Herr Adams das rmerikanischen Staats⸗Secretairs und daß, so lange Herr Webster im werde, denn derselbe besitze verbunden mit Gerechtigkeit und Entschlossenheit. Was die von Herrn Adams oben erwaͤ

o berichtet der Bangor Whig, daß Truppen der Ver⸗ einigten Staaten neuerdings aufgebrochen seyen, an dem Aroostook und dem Fisch⸗Flusse zu besetzen selben mit allem noͤthigen Material zur Ebenung zur Erbauung von Militair diese Nachricht bestaͤtigen, so erscheint eine ls kaum vermeidlich, da jene Posten, zufolge der Braunschweigischen Gouverneux Harvey und dem Convention, vorlaͤufig von keinem

hnte Graͤnzfrage be—

um die Posten , und daß die⸗ der Wege und Sollte sich

Baracken versehen seyen. Kollision mit den Bri⸗

tischen Truppen o zwischen dem Neu General Scott abgeschlossenen der beiden Theile besetzt werden sollen.

Der Kongreß ist am 13ten v. M. at fuͤr die naͤchste ordentliche Session desselben ein allen wider die Ver⸗ Bevor indeß die

vertagt worden, und der

Praͤsident h neues Finanz⸗System angekuͤndigt, das von Maͤngeln frei seyn soll. fand ein vollstaͤndiger Minister⸗Wechsel statt, auch der zweiten von Herrn k⸗Bill seine Sanction verweigerte. & m 9. September datirten Botschaft an Grund sei—

fassung verstoßenden Vertagung erfolgte, veranlaßt dadurch, daß der Praͤsident Clay eingebrachten Ban geschah dies in einer vo

National⸗Bank, welche man einfuͤhren wolle, und die bekannt⸗ iü- ; „Fiskal⸗Corporation fuͤhren sollte, an und fuͤr sich verfassungswidrig sey, weil sie, wenn sie auch keine Filial⸗Banken in den einzelnen Staaten errichte, doch ihre Wirksamkeit uͤber die ganze Union ausuͤben wuͤrde. Am Schluß seiner Botschaft sagt er: heit benutzen, um zu erklaͤren, daß die Schlußfolgerungen, zu wel⸗ chen ich gelangt bin, die einer bestimmten Ueberzeugung sind, so wie diese auf meine Meinung von einer richtigen Ansicht der

Ich bin darin von keinem anderen angetrieben

der Vereinigten

„Ich will diese Gelegen⸗

Verfassung begruͤndet ist.

Institutionen gottaͤhnlichen Anstrengun⸗ untergehen ehrenvoller fall der Menschen durch eine Aufopferung meiner Pflicht und meines Gewissens zu erlangen.“ Die Aufregung in Wasshington, in Folge dieses Widerstandes des’ Fraͤsidenten gegen die Beschluͤsse Kongresses, hat einen sehr ernstlichen Charakter angenommen; an anderen Orten ist der Praͤsident Tyler sogar in elfigie ver⸗ 1 Dagegen hat Herr van Buren, der vorletzte Praͤsident, einen Brief veroͤffentlicht, worin er das Verfahren des jetzigen Praͤsidenten sehr belobt. Buren und sein Vorgaͤnger, General Jackson, die Haupt⸗Gegner der Unions⸗Bank, und Praͤsident Tyler, von dem man anfaͤnglich nicht recht wußte, zu welcher Partei er sich neigen wuͤrde, scheint nun ganz zu der sogenannten demokratischen gezaͤhlt werden zu muͤssen, welcher die Whig⸗Partei oder die Bank⸗ und Geld⸗Aristo⸗ kratie in den Vereinigten Staaten gegenuͤber steht. „Glleich nach obiger Erklaͤrung des Praͤsidenten Tyler nahmen saͤmmtliche Mitglieder des Kabinets, die alle dem Prinzip der Bank⸗Bill ihre Zustimmung gegeben hatten, ihre Entlassung, mit alleiniger Ausnahme des Herrn Webster, der zwar auch fuͤr die Bank⸗Bill gestimmt hatte, aber in einem den oͤffentlichen Blaͤttern zugesandten Briefe als Grund seines Verbleibens im Kabinet an⸗ giebt, daß er einerseits die Hoffnung auf eine Einigung zwischen dem Praͤsidenten und dem Kongresse uͤber ein neues Finanz⸗ System noch nicht aufgegeben habe und andererseits in Betreff der Angelegenheiten seines Departements, 1 tariats, also hinsichtlich der auswaͤrtigen Angelegenheiten, mit dem Man glaubt, der Praͤsident selbst habe ihn dringend gebeten, seinen Posten wenigstens vorlaͤufig nicht besunge örde 1“ Pc zu verlassen, da unker den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden Riemchd als shungen Fneuden 6 6 ““ geeigneter erscheint, die Unterhandlungen mit England einem fried⸗ uͤhren. Herr Webster gilt fuͤr den talentvollsten Juristen der Vereinigten Staaten. nun aus folgenden Mi Staats⸗Secretair.... Schatz⸗Secretair Marine⸗Secretair.... Kriegs⸗Secretair Herr General⸗Prokurgtor .. General⸗Postmeister ..

Bekanntlich waren Herr van

des Staats⸗Sekre⸗

Praͤsidenten uͤbereinstimme.

lichen Ende zuzuf Kabinet besteht

Webster aus Massachussetts, Forward aus Pennsylvanien, Herr Upshur aus Virginien, Herr Mac Lean aus Ohio, Legare aus Suͤd⸗Karolina, Wickliffe aus Kentucky.

Diese Ernennungen, so wie zugleich die des Herrn Edward Everett zum Gesandten in England, wurden am 13ten d. vom Warum die Bestaͤtigung des Letzteren so lange geheim gehalten worden.

Akten des Kongresses ist noch die oben schon fs oder der Bill uͤber die Ein⸗

Senate bestaͤtigt. Anstand gefunden, ist

Unter den letzten erwaͤhnte Annahme des neuen

kuͤnfte, durch welche die Zoll⸗Ansaͤtze fuͤr eine Anzahl von Man faktur⸗Waaren nicht unbedeutend erhoͤht und andere bis jetzt zoll⸗ freie Artikel besteuert werden, besonders hervorzuheben. u den Gruͤnden, welche Herr Clay fuͤr die Bill anfuͤhrte, gehoͤrte auch der, daß der Unions⸗Schatz beim Beginn des Finanzjahres 1842 von allen Fonds entblößt seyn werde. Der Betrag der Schatz⸗ scheine, die am 1. September im Umlauf waren, belief sich auf mehr als 7 Millionen Dollars. 82 Das voͤllige Erlöschen der ehemaligen Bank der Vereinigten Stgaten, die bekanntlich zuletzt nur noch vom Staate Pennsyl⸗ vanien einen Freibrief hatte und also nur noch die Bank dieses Staates war, ist auch ein Freigniß, welches in den Annaälen der

Im Kon⸗ Amerikanischen Union eine bedeutende Epoche macht, wenngleich legenheit der vor einiger Zeit erwaͤhn⸗ ken, im Senate gemachten Motion des Herrn Floyd wieder zur Sprache gebracht worden, und es haben sich b heit die meisten Redner guͤnstig fuͤr England ausgesprochen. Ein Herr Barnard fand es sehr kadelnswerth von Seiten des Ober⸗ Richters des Staates New⸗York, Herrn Cowan, daß er seine be⸗ Gruͤnde in dem Mac Leodschen Prozesse, weil dadurch worden sey. waltern zur Einloͤsung der cirkulirenden Noten der Bank uͤber⸗

dieses Institut schon seit einigen Jahren seinem Untergange ent⸗ gegeneilte. Es erstirbt mit ihm der letzte Funke der Macht, welche die Bank der Vereinigten Staaten noch vor einigen Jahren un⸗ ter der Leitung Biddle's ausuͤbte, als sie fuͤr einen Staat im Staate galt. Am 4. September wurde der Schluß⸗Status der Bank aufgemacht und deren Actien im Betrage von 12 bis 14 Millionen Dollars ihren Glaͤubigern uͤbergeben; etwa 12 Mil⸗ lionen Dollars waren schon vorher den im Juni eingesetten Ver⸗

geben worden. Die naͤchste Ursache des Unterganges der Bank war eine Klage des Mayor und der Aldermen von Philadelphia wegen Einlösung von Noten, welche, wie es scheint, wegen Man⸗ gels an liquidirten Geldern, da die Actien hauptsaͤchlich in Hypo⸗ theken bestehen, nicht beschafft werden konnte. Die Actien der Bank werden jetzt mit 6 Dollars bezahlt. Am Geldmarkt ist natuͤrlich hierdurch, so wie durch den Kabinetswechsel, eine große Storung eingetreten.

Zu Cincinnati fand am 3. September eine ernstliche Schlaͤ⸗ gerei statt. Es entstand ein Streit zwischen einer Partei Neger und Weißer, wobei sich an 3— 4000 Menschen versammelten. Zwei Reger und zwei Weiße wurden getoͤdtet und 15 bis 20 Weiße verwundet.

Nach Berichten aus Texas waren in San Antonio drei Mexikanische Commissaire angekommen, um einen Waffenstillstand zu unterhandeln.

Inland.

Löwenberg, 1. Okt. Am 25. September begaben sich, als Deputirte der Staͤdt Loͤwenberg und der benachbarten Gemeinde Plagwitz beider Antheile, Buͤrgermeister Ehrmann, Stadt⸗Kaͤmme⸗ rer Hauke, Stadtverordneten⸗Vorsteher Kaufmann Hergesell, Stadtverordneten⸗Protokollfuͤhrer Kaufmann Gebhaͤrdt, Gerichts⸗ scholz Gastwirth Dammer und Gerichtsmann Muͤllermeister Fischer nach Schloß Erdmannsdorf, um Namens der gesammten Buͤrger und Einwohnerschaft Sr. Majestaͤt unserem Allergnaͤdigsten Koͤnige und Herrn mit ehrerbietigster Ueberreichung eines Danksagungs Schreibens den allerunterthaͤnigsten innigsten Dank fuͤr das zur Feier des Andenkens an die Befreiung Schlesiens von feindlichen Truppen im Jahre 1813 und zur Zierde des alljaͤhrlich stattfindenden Festes, Aller⸗ gnaͤdigst verliehene huldreiche Geschenk die Buͤste des Siegers an der Katzbach, Fuͤrst Bluͤcher's von Wahlstatt, von kararischem Marmor durch Professor Rauch gefertigt, darzubringen. Al⸗ lerhoͤchstdieselben hatten die Gnade die Deputation zu einer Au⸗ dienz zuzulassen und das von dem Buͤrgermeister Ehrmann mit einer ehrfurchtsvollen, die Gefuͤhle des waͤrmsten Dankes aus⸗ sprechenden Anrede, allerunterthaͤnigst uͤberreichte Danksagungs⸗ Schreiben huldvollst und freundlichst entgegen zu nehmen. Se. Koͤnigl. Majestaͤt geruhten an jeden Einzelnen der Deputation einige Worte zu richten, mit der gnaͤdigsten Herablassung Sich nach mehreren staͤdtischen und laͤndlichen Verhaͤltnissen zu erkundigen, den denkwuͤrdig⸗ sten Ereignisse des Jahres 1813 in hiesiger Gegend zu erwaͤhnen und auf den vom Herrn Stadt⸗Kaͤmmerer Hauke ehrerbietigst geaͤu⸗ ßerten Wunsch: wie sehr die Buͤrgerschaft der Stadt Loͤwenberg und die Gemeinde Plagwitz sich gluͤcklich fuͤhlen wuͤrden; Se. Majestaͤt noch in diesem Herbste bel sich zu sehen, huldreichst zu erwiedern: „daß bei Hoͤchstihrer nahe bevorstehenden Abreise, sol⸗ ches nicht moͤglich sey, dagegen bei der naͤchsten Wiederkehr nach Schlesien Sie Loͤwenberg gern besuchen und das aufgestellte Bluͤcher ⸗Denkmal in Augenschein nehmen wollten.“ Se Majestaͤt sprachen hecrauf die alle Schlesier hochst begluͤckende . und in deren Brust tief wiederhallenden denkwuͤrdigen Worte „Schlesien ist ein schoͤnes, herrliches, gesegnetes Land, zu dem Ich Mich immer sehr hingezogen fuͤhle; die Bewohner desselben sind so gut, bieder und treuherzig, und wie sie sprechen, so meinen sie es auch.“ Mit den Zeichen der groͤßten Huld wurden von Sr Majfestaͤt hierauf die Deputirten entlassen, welche demnaͤchst hoch: begeistert von ihrer so gnaͤdigen, huldvollen Aufnahme mit freudi⸗ gem Herzen zuruͤckreisten und nach ihrer Ruͤckkehr ihren Kommit⸗ tenten und allen Bewohnern der Stadt Loͤwenberg und Umgegend den so gluͤcklichen und herrlichen Erfolg ihrer Sendung verkuͤndig ten, der mit allgemeinem Jubel entgegengenommen wurde. 8

Stousdorf, 1. Okt. (Schles. Ztg.) Der heutige Tag war fuͤr unseren. Ort ein schmerzlicher. Unser geliebte Grundherr, Fürst Reuß, Heinrich L.XIII., der am 27sten v. M. zum ewigen Frieden entschlummerte, wurde begraben. Nachmittags 2 Uhr begann die Begraͤbnißfeier. Bis dahin hatten sich die hoͤchsten und hohen Herrschaften im Schlosse versammelt, um die irdischen Ueberreste zur Ruhestaͤtte zu begleiten. Wie das ganze Leben des Dahingegangenen ein still frommes, keinem aͤußeren Prunke hul⸗ digendes gewesen, so trug denselben Charakter auch die Todten⸗ feter. Sarg und Leichenzug waren von der hoͤchsten Einfachheit. G e begann damit, daß im Trauerhause abwechselnd 789 Gemeinde und Chor ein paar Strophen aus dem Liede: 9 n Sarger Zi ger Geistlichen erfolgte. Nachdem nach geschlossener Rede noch eine Strophe aus dem angefuͤhrten Liede

gung des Liedes „Jesus meine Zuversicht“ auf den Kirchhof. Wie Se. Majestaͤt unser Allergnaͤdigster Koͤnig den Entschlafenen noch kurz vor dessen Ableben besucht und Sich mit ihm in feierlich

ernster Weise unterhalten, so folgte Er auch dem Sarge desselben, die trauernde verwittwete Fuͤrstin fuͤhrend. Se Koͤnigl. Hoheit der Prinz Wilhelm und viele andere hohe Trauergaͤste waren in dem Leichenzuge, der sich vom Schlosse in Oberstonsdorf bis auf den Kirchhof im Mitteldorf zu Fuß bewegte. An der Gruft an⸗ gelangt, wurden von Gemeinde und Chor wieder ein paar Stro⸗

phen gesungen, sodann ward ein Gebet gesprochen, die Leiche ein⸗

gesenkt und nach dem Segen mit einer Liederstrophe die einfache

und wuͤrdige Feier geschlossen. Das Gedaͤchtniß der Gerechten

bleibt in Segen; auch das des vollendeten Reuß wird im Her⸗

zen seiner Unterthanen in Liebe bewahrt werden.

Glogau, 2. Okt. (Bresl. Ztg.) Die Nachricht, daß

Se. Majestaͤt der Koͤnig den 4. Oktober Nachmittags hier anz