13. Okt. Gestern um 3 Uhr Nachmittags fand das feierliche eichenbegaͤngniß des Ober⸗Landes⸗Bau⸗Direktors Herrn Schinkel statt. Die irdischen Ueberreste des verehrten Mannes, den wir freilich schon seit beinahe einem Jahr als einen Dahingeschiedenen zu betrachten gewohnt waren, sollten der Gruft uͤbergeben werden; so wenig nun dieser Tod uͤberraschend seyn konnke, so erschuͤtternd blieb er dennoch, weil Alle, die sich hier zur Kunst bekennen, von dem Gefuͤhl durchdrungen sind, den Mann verloren zu haben, der der Mittelpunkt und die Seele der hiesigen Kunst war und der zugleich durch den Adel seiner Ge⸗ sinnung, durch das Harmlose und Liebreiche seines Wesens ihre Herzen an sich fesselte und sie mit unsichtbarer Macht zu einem Ganzen verband. Solche Gefuͤhle fuͤr den wahrhaft unvergeßli⸗ chen und unersetzlichen Mann hatten die große Zahl seiner Ver⸗ ehrer zu dem letzten Geleit versammelt, und wo Liebe und Ver⸗ ehrung sich in solcher Allgemeinheit aussprechen, muß auch auf die entfernter stehenden der Eindruck maͤchtig und erhebend seyn.
Der Zug setzte sich von dem Trauerhause, der Koͤniglichen Bauschule, aus in Bewegung. Er wurde eroͤffnet durch ein Musik⸗Chor und es gingen vor dem Garge, gefuͤhrt von ihren Lehrern und Marschaͤllen, die Schuͤler des Koͤniglichen Gewerbe⸗Instituts und die Schuͤler der Akademie der Kuͤnste. Ihnen schlossen sich die Meister der Baugewerke von Berlin und Deputationen von denen zu Potsdam an, gleichfalls mit Mar⸗ schaͤllen und unter Vortragung ihrer Insignien, welche mit schwar⸗ zem Flor uͤberzogen waren. Ihre Ordnung war folgende: Die Maurer, die Zimmrer, die Tischler, die Schlosser, die Glaser, die Maler, die Vergolder, die Stuccateure, die Tapezierer, die Toͤpfer, die Klempner, die Kupferschmiede, die Brunnenmacher, die Stein⸗ setzer. Alle diese Gewerke haben den belebenden, Alles ins Schoͤne bil⸗ denden Einfluß des Mannes, der das Handwerk der Kunst annaͤ⸗ herte und mit ihr auf das innigste verschmolz, erfahren, und es darf gesagt werden, daß ihnen Allen das Verdienst bekannt und anschäaͤulich war, zu dessen letzter Ehre sie sich hier vereinigt hat— ten. Den Gewerken folgte ein zweites Musik⸗Chor; nach dem⸗ selben gingen die Beamten der Koͤniglichen Museen, die Subalter⸗ nen voran; darauf die Kuͤnstler-Vereine, dann die Schuͤler der Bau⸗Akademie, gefuͤhrt von ihren Lehrern; darauf der sehr zahl⸗ reiche Architekten⸗Verein, dem sich Bau⸗Beamte von hier und Potsdam angeschlossen hatten. Dem Leichenwagen selbst voran gingen die Subaltern⸗Beamten der Ober⸗Bau⸗Deputation; die Drden des Verewigten wurden von einem Architekten getragen, begleitet von Marschaͤllen. Der. Leichenwagen, zu dieser Feier besonders erhoͤht, trug den unverhuͤllten, mit Blumen und Lorbeer⸗ kraͤnzen geschmuͤckten Sarg; er war von 12 Architekten als Mar⸗ schaͤllen umgeben, die Zipfel des Leichentuches trugen der Geheime Ober⸗Baurath Guͤnther und Prof. Wach, als Repraͤsen⸗ tanten der Architektur und Malerei. Dem Sarge folg⸗ ten zunaͤchst die Angehbrigen, darauf die Behoͤrden. Unter letzteren sah man die Ober⸗ Bau⸗Deputation, den Senat
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Herrn Professor, Geheimen Medizinalrath Dr. Sachs; in der philosophischen Fakultaͤt auf den Herrn Professor Dr. Drumann uͤber. Am S8ten d. M. starb hier der Grheime Justiz⸗ und Ober⸗ Landesgerichtsrath Wilhelm Theodor Herbig, Ritter des Rothen Adler⸗Ordens dritter Klasse mit der Schleife, nachdem derselbe siebenunddreißig Jahre im hiesigen Ober⸗Landesgerichts⸗Kollegium und als Direktor des hiesigen Inquisitoriats amtlich gewirkt hat.
— — Breslau, 11. Okt. Es ist in oͤffentlichen Blaͤttern schon mehrfach der Verschoͤnerungen gedacht worden, welche un⸗ sere Stadt durch eine Menge großer und geschmackvoller Neu⸗ bauten erhaͤlt. Vor Allem erfreut sich der Paradeplatz hinter dem Koͤniglichen Palais dieser Gunst. Die Ruinen des sogenann⸗ ten Kreussofes sind niedergerissen, um einem im naͤchsten Jahre aufzufuͤhrenden Gebaͤude fuͤr das General⸗Kommando des sechsten Armee⸗Corps Platz zu machen. Das baufaͤllige Inquisitoriats⸗ Gebaͤude wird gleichfalls niedergerissen werden, und hoffentlich se⸗ hen wir bald an dessen Stelle das neue Stadtgerichts⸗Gebaͤude erstehen. Fuͤr das Inquisitoriat wird ein neues Gebaͤude an der Suͤdseite des Paradeplatzes, jenseits des Stadtgrabens und un⸗ fern der neuen Kavallerie⸗Kaserne, des Selenkeschen Instituts und des Dianabades errichtet werden. Das neue Inquisitoriat wird die Stadt ausschließlich der Gaade Sr. Majestaͤt des re⸗ gierenden Koͤnigs zu verdanken haben, so wie sie das in der Voll⸗ endung begriffene neue Theatergebaͤude, welches die Ostseite des Paradeplatzes begraͤnzt, der Munifizenz des hochseligen Koͤnigs zum großen Theil verdankt. Dieses wird, wie nunmehr unabaͤn⸗ derlich bestimmt ist, am 13. November d. J., an dem Geburts⸗ tage Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin, feierlich eroͤffnet werden. Das⸗ selbe ist von dem Baurath Langhans in einfach edlem Style er⸗ baut und mißt in der Breite 127 ½ Fuß, in der Laͤnge 174 Fuß, in der Hoͤhe 87 Fuß. Es vereinigt nicht gewoͤhnliche Vorzuͤge in sich, uͤber welche wir nach der Eroͤffnung, deren Andenken an das Geburtsfest unserer erhabenen Koͤnigin geknuͤpft wird, naͤher berichten werden. 8
Trier, 8. Okt. Nachstehendes ist eine genauere Berechnung des Schadens, den der in der Nacht vom 26. zum 27. Juni stattgehabte Orkan und Hagelschlag in den Kreisen Saarburg, Trier, Wittlich und Berncastel angerichtet:
1) an Weinbergen 331,458 Rthlr. 20 Sgr. — Pf.
2 Feldfruͤchten 533,679 ““ 8
3) „ Wiesen ꝛc. 38,250 1u „
4) Gemuͤsen 69,800 u“
5) Hanf und Flachs 23,107 — „
6) Wohnhaͤusern, Daͤchern,
Fenstern ꝛc.
7 Obst und Obstbaͤumen. 58,116
8) Waldungen... 5,092 uͤberhaupt 1,075,089 Rthlr. 8 Sgr. 6 Pf.
Zur Unterstuͤtzung der Beschaͤdigten hat das Koͤnigl. hohe Mini⸗
sterium des Innern eine allgemeine Haus⸗Kollekte in der ganzen
Monarchie mittelst Verfuͤgung vom 9. September bewilligt.
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15,584
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und die Professoren der Akademie der Kuͤnste, den Rektor und Professoren der Universitäaͤt, Mitglieder der Akademie der Wissen⸗ schaften und noch eine große Zahl von Leidtragenden „ saͤmmtlich zu Fuß. Den unabsehbaren Zug der nachfahrenden Wagen eroͤff⸗ neten der Staatswagen Sr. Majestaͤt des Koͤnigs, so wie die der Koͤniglichen Prinzen. Am Grabe sprach der Architekt Prof. Stier im Namen seiner Kunstgenossen eine Gedaͤchtniß⸗Rede und der Bischof Dr. Roß sprach Gebet und Segen. Der Letztere hatte bereits im Trauerhause die Leichen⸗ Rede ge⸗ halten, woselbst auch die musikalische Abtheilung der Akademie der Kuͤnste, unterstuͤtzt von Mitgliedern der Sing⸗Akademie, einen Gesang angestimmt. Das Leichenbegaͤngniß wurde von mildem, wenn auch nicht freundlichem Wetter beguͤnstigt; die Einwohner Berlins, das in allen Straßen Zeugniß giebt von dem Geist die- ses Meisters, bewiesen auf dem Zuge uͤber den Opernplatz, die Linden und die Friedrichsstraße hinauf nach dem Kirchhofe vor dem Oranienburger Thore eine ernste Theilnahme. So ruht denn der edle Mann von seiner rastlosen Thaͤtigkeit jetzt an derselben Staͤtte aus, wo auch Fichte und Hegel begraben liegen; sein Geist aber wird frisch und lebendig unter uns fortleben und fortwirken.
Königsberg, 10. Okt. Das Prorektorat der hiesigen Koͤniglichen Universitaͤt ging heute auf den Herrn Geheimen Me⸗ dizinalrath, Professor ic. Dr. Burdach; das Dekanat in der theo⸗ logischen Fakultaͤt auf den Herrn Professor Dr. von Lengerke; in der juristischen Fakultaͤt auf den Herrn Professor, Tribunals⸗ rath Dr. Schweikart; in der Medizinischen Fakultaͤt auf den
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Alle diejenigen, welche an die Verlassenschaft des in Pritzwalk wohnhaft gewesenen, im Januar d. J. zu Berlin verstorbenen Justiz⸗Kommissarius Her⸗ mann Julius Karl Adolph von Baerenfels aus irgend einem Grunde Rechtens Forderungen und Anspruͤche
Koͤnigl. Preuß.
Morgens 10 Uhr, vor dem Koͤnigl. Hofgericht an⸗ stehenden Liquidations-Termine, bei Vermeidung der am 21. Dezember cr. zu erkennenden Praͤklusion, hiermit aufgefordert.
Datum Greifswald, den 28. September 1841.
Köln, 8. Okt. Vorgestern gegen Abend brachten uns die Wellen des Rheins eine freundliche Beisteuer zum Dombau. Vom lang andauernden Bollerdonner unserer Koͤlnischen Dampf⸗ schiffe begruͤßt, langte die, uns vor einigen Monaten angekuͤndigte, gewaltige Ladung von Bausteinen, welche die Bemuͤhungen der Stuttgarter Freunde unserer herrlichen Kathedrale aus allen Theilen Wuͤrttembergs und Schwabens in Heilbronn zusammen⸗ gebracht hatten, in einem großen Rheinschiffe hier an, auf welches man sie in Mannheim uͤbergesiedelt hatte. Heute fand die feierliche Uebergabe derselben statt. Das provisorische Comité des Koͤlner Dombau⸗Vereins hatte auf einem Dampfschiffe ein Festmahl bereitet, bei welchem die beiden Abgeordneten des Stuttgarter Vereins, die Herren Stadtbaumeister de Milas aus Heilbronn und Albert Schott aus Stuttgart, erschienen und ein Schreiben ihrer Kommittenten, so wie ein von Gustav Pfizer auf diesen Anlaß verfaßtes schoͤnes Gedicht uͤberreichten. Bei dem Mahle selbst, an welchem die er— sten Militair⸗ und Civil⸗Beamten von Koͤln Theil nahmen, wurde zunaͤchst ein Toast auf das Wohl des erhabenen Beschuͤtzers des Koͤlner Dombaues, Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Preußen, als⸗ dann das Wohl Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Wuͤrttemberg und endlich das aller Foͤrderer des großen Deutschen Unternehmens ausgebracht, dem die gegenwaͤrtige Feier galt.
Der hiesigen Zeitung zufolge, fuhren auf der Eisenbahn zwischen hier und Aachen in den Tagen vom 20. September bis zum 3. Oktober 23,249 Personen. In den 14 Tagen vom 6. bis
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nahme in diesen vier Wochen hat 29,678 Rthlr. 3 ½ Sgr. be⸗
tragen.
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Meteorologische Beobachtungen.
Nach eiumaliger Beobachtung.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr 331,92 Par. + 13,80 R. + 8,20 R. 77 pCt. bezogen. SW.
Wolkenzug... SW. Tagesmittel: 334,94 Par. +† 10,2° h..
Morgens
1598. V 6 Uhr.
12. Oktober. 335,11 Par. + 8,80°n. + 7,9 K.
87 pCt. regnig.
334,79 Par. Quellwärme 8/10 R. + 8,0 ° R. Flusswärme 10,5 °09 R. + 7,1 °R. Bodenwärme 11,02 R. 88 pct. Ausdünstung 0,041, Kh. bezogen. Niederschlag 0,070 Rh. SW. Wäarmewechsel+† 13,9⁰. + 6,50. R. 84 pqCt. Sw.
Luftdruck.... Luftwärme ... Thaupunkt ... Dunstsättigung Aeö“
·† 7,7⁰
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 9. 0kt. Niederl. wirkl. Schuld 518. Kanz. Bill. 25 56. 5 % Span. 18. Passive. —. Ausg. —. Zinal. Präm. Sch. —. Pol. Oesterr. —.
Antwerpen, 8. 0kt. Zinsl. 5. Neue Aul. 18.
Hamburg, II. Okt. Bank-Actien 1600 Br. Engl. Russ. 108 ⅛. 8
London, 8. 0Okt. Cons. 3 ½ 89 ⅛. Belg. 102 ½. Neue Aul. 21 ½¼. Passive 5½. Ausg. Sch. 10 ½. 2 ½ 9, Holl. 8 5 9% Port. 30 ½. 3 ½ 18 ½. Engl. Russ. 112 ¼. Bras. 59. Columb. 20 ½. Mex. 25. Peru 15. Chili 65.
Paris, 8. Okt. 5 ½ Rente fin ecour. 115. 10. 3 % Rente fin cour. 79. 758 5 9½ Noapl. fin cour. 105. 15. 5 ½ Span. Reute 21½⅔. Passive 5 ½.
Petersb urg, 5. Okt. Lond. 3 Met. 39 ½. Hamb. 35. Paris 412. Poln. à Par. 300 Fl. —. do. 500 FPl. —.
do. 200 Fl. 25 ½. Wieh, 8. 0Okt. 5 % Met. 106 ⅛. 4 98 ½ 3 2 ½2 —. Bank-Actien 1551. Anl. de 1834 137. de 1839 109 ½.
5 % a0. 100 92. Preuss,
(12
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 14. Okt. Im Schauspielhause: Werner, Schau⸗ spiel in 5 Abth., von C. Gutzkow.
Zu dieser Vorstellung sind Schauspielhaus⸗Billets, mit Mitt⸗ woch bezeichnet, guͤltig.
Freitag, 15. Okt. Im Opernhause: Zur Feier des Aller⸗ hoͤchsten Geburtsfestes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs: Ouvertuͤre von Gluck. Hierauf: Rede, gesprochen von Mad. Crelinger. Und, zum erstenmale: Der Guitarrespieler, Oper in 3 Abthl., nach dem Fran⸗ zoͤsischen des Scribe, bearbeitet von J. C. Gruͤnbaum. Musik von F. Halevy. (Dlle. Tuczek, vom K. K. Hof⸗Opern⸗Theater zu Wien: Sara de Villareal.)
Im Schauspielhause: Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburts⸗ festes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs: Rede, gesprochen von Fraͤul. Ch. von Hagn. Hierauf: I Friedrich von Homburg, Schau⸗ spiel in 5 Abthl., von H. von Kleist. [Neu einstudirt.]
Kbönigestädtisches Theater.
Donnerstag, 14. Okt. Zum erstenmale: Die Vorleserin. Schauspiel in 2 Akten, nach Bayard. Hierauf auf Begehren:
Mitten in der Nacht. Posse in 1 Akt, nach dem Französischen.
Freitag, 15. Okt. Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburtsfestes Sr. Majestaͤt des Koͤnigs: Si eseguira una Cantata allegorica dalli Primarj Artisti della Compagnia Italiana con Cori. Composta espressamente per tale festa. Parole del- Signor Zanetti. Musica del Maestro Sperati. (Fest⸗Kantate von Zanetti. Musik von Sperati. Ausgefuͤhrt von der Ita⸗ lienischen Opern-Gesellschaft.) Hierauf, zum erstenmale: Otello, il Moro di Venezia. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Rossini. (Signora Laura Assandri, Primadonna der Italieni⸗ schen Oper zu Paris, neu engagirtes Mitglied: Desdemona, als Debuͤt.) (Die neue Decoration des ersten Aktes ist von dem Decorations⸗Maler Herrn Buocher aus Mailand.)
Der Anfang dieser Vorstellung ist um 6 Uhr. wird um 5 Uhr geöffnet.
Sonnabend, 16. Okt. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale wiederholt: Otello, il Moro di Venezia. b
Der Anfang dieser Opern-Vorstellung ist um halb 7 Uhr. Die Kasse wird um halb 6 Uhr geoͤffnet. 8
Die Kasse
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
23,2 zum 19. September waren 23,132 Personen gefahren.
Hofgericht von Pommern u. Ruͤgen. Dr. Odebrecht.
haben und geltend machen zu koͤnnen glauben, wer⸗
den auf den Antrag des fuͤr die nachgebliebenen, mit Preußische Renten „Versicherungs⸗ Anstalt.
925ieeeee Mit dem 2. September ist der erste Abschnitt der Sammelperiode dieses den 12. u. 30. Oktober, den 19. Novemberer., und wenngleich noch
der Witwe des Verstorbenen in hiesige Provinz ver⸗ zogenen, minorennen Kinder des denati vom Koͤnigl. Hofgericht verordneten Vormundes zu deren Anmel⸗ dung und Beglaubigung in einem der auf
11
Morgens 10 Uhr, vor dem Koͤnigl. Hofgericht anbe- Agenturen eingehen k
raumten Liquidations⸗Termine, bei Vermeidung der Buͤchern der Anstalt folgende
III.
10,635 4,525 1,902 1,134 530 194 1t mit 476,688 Thlr. Einlage⸗Kapital.
Noch nicht eingetragen, aber bereits hier einge⸗ troffen sind die Declarationen von 11,238 Einla daß die ganze Summe fuͤr das Jahr 1841 b zur Zeit betraͤgt Passagiere zu ermaͤßigten Preisen n.
Bei dem gebesserten Wasserstande ist uͤbrigens auf prompte Guͤterbefoͤrderung sicher zu 1“
Auskunft und Fahrbillets ertheilen in Berlin die
Herren Herrmann & Meyer, Werderschen Markt Ferd. Sernau,
am 10. Dezember cr. zu erkennenden Praͤklusion, Kl. I. II. hierdurch aufgefordert. Die vollstaͤndigen Proklamen sind in den Stralsundischen Zeitungen, worauf hier Bezug genommen wird, inserirt. Datum Greifswald, den 11. September 1841. Koͤnigl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Ruͤgen. (L. S.) v. Mdller, Praeses.
vE1ö6 Miit Hinweisung auf die den tungen v
T1 wer 3 T Kreise und Wusterhuser Kirchspiele belegenen, ur Verlassenschaft des hier verstorbenen Kommerzien⸗ Naths Balzer Peter von Vahl gehoͤrenden, von des⸗ sen Erben an den Johann Gustav Melms verkauften Alsdial⸗Guͤter Sitelow und Bruͤnzow vc. p. Forde⸗ rungen und Anspruͤche zu haben glauben, zu deren Anmeldung und Verification in einem der auf
dem 28. Sktober, den 11. November oder den
30 November cer “ ““ 8 “
gen, so
30,158 Einlagen und 1 726,808 Thlr. Einlage⸗Kapital. — 11“ (ZIm Jahre 1839 war zur selben Zeit die Zahl der Stralsundischen Zei⸗Einlagen nur etwas über 14,000, und bekanntlich ollstaͤndig inserirten Ladungen vom heutigen belief sich die Anzahl der Einlagen pro 1839 üuͤber den alle und jede, welche an die im Greifs⸗ haupt auf 26,214. Im Jahre 1840 kamen die Einlagen, mit der Auf⸗ geldsperiode zusammen, auf 33,735. Es zeigt sich mithin ein fortwaͤhrendes Steigen der Theilnahme, so wie sich ein immer guͤnstigeres Verhaͤltniß der Betheiligung in den Klassen heraus⸗ stellt, ein Umstand, der wesentlich zur Kraͤftigung der Anstalt beitraͤgt. 8* Wir bemerken zugleich, daß der starke Andrang in der letzten Zeit es uns wieder, wie in den vorigen
sellschaft ganz geschlossen wird.
2 Anstalt. Jahres geschlossen worden, nicht alle Abrechnungen der onnten, sind bereits in den Einlagen eingetragen: IIAE1 Summa.
= 18,920 Einlagen, Guͤtern, und fallen die Fahrten
Nr. 4, und in Leipzig Herr
Die Ein⸗
Jahren, ganz unmoͤglich macht, die Aufnahme⸗Do⸗ kumente in der durch §. 13. der Statuten vorgeschrie⸗ benen Zeit von 2 Monaten nach der Einzahlung aus⸗ zureichen, und wir daher die Interessenten ersuchen, der Verzoͤgerung wegen nicht beunruhigt zu seyn; doch steht es Jedem frei, sich an uns zu wenden, und werden wir gern Auskunft ertheilen, wo man sie wuͤnscht. Schließlich machen wir noch darauf aufmerksam, sdaß mit dem 2. November c. die diesjaͤhrige Ge⸗
Berlin, den 23. September 1841. 6 Direction der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗
Dampfschifffahrt
zwischen Magdeburg und 1 . Waͤhrend des Monats Oktober fahren unsere Dampf⸗ schiffe nur fuͤnfmal woͤchentlich mit Passagieren und
am Montag und Freitag ,
so wohl hier als in Hamburg aus. Dagegen wird jeden Freitag ein Dampfschiff mit angehaͤngtem Schleppkahn von Hamburg abgehen, welches auch
Grimmaische Straße Nr. 24/758. Magdeburg, am 1. Oktober 1841. Die Direction der vereinigten Hamburg⸗Magdebur⸗ ger Dampfschifffahrts⸗Compagnie.
Capt. Bohn,
M
verschen, haben am 28. August ihre regelmälsigen Fahrten begonnen und werden von nun an jeden Freitag Abend von Hamburg und Hull ihre Fahr- ten fortsetzen. Da bei der Erbauung dieser Schiffe, der ersten Dampsschiffe unter Deutscher Flagge für eigentliche Seefahrten, hauptsächlich auf Erleichterung des Ver- kehrs und Unterdrückung der bestehenden Monopole Rücksicht genommen ist, auch Alles dabei angewandt worden, was zur Schnelligkeit und Stärke der Schiffe beitragen konnte, so darf gewifs erwartet werden, dals die Mitglieder der Hamburger Börse sowohl, wie- das Handel treibende Deutsche Publikum überhaupt. dies vaterländische Unternehmen vorzugsweise durch Zuwendung ihrer Güter unterstützen und gern dazu beitragen werden, die Unabhängigkeit des Deutschen TIandels auch auf diese Weise zu fördern.
Zur Wahrnahme der Geschäfte sind von der Di- rection ernannb:
in Hamburg Herr Rob. M. Sloman jr., in Hull IHIerr Joseph Sanderson,
mit denen wir die Frachten und Passage zu regulirem
Hamburg.
eisen mitnimmt.
Hamburg, den 1. September 1841. D i6 Deoiignm. Die Fracht von Hull nach Hamburg ist bis auf Weiteres auf Ein Penny Sterling und fünf und zwan zig pro Cent p. Cub. Fuls für Twist und Manufak- tur- Waaren sestgesetzt, und ist ferner in Hull die Einrichtung getroffen worden, dafs im Fall sich mehr Waaren vorfinden sollten, als mit diesen Damps-
Gesellschaft
HA M B U
Die Dampfschiffe der Hanseatischen Dampfschiff-
G. Capt. Bridge
schiffen befördert werden können, und daher das Engagiren von Segelschiffen nothwendig würde, sol- che abseiten der Hanseatischen Dampfschifffahrts-Ge- sellschaft zur laufenden Fracht angeschafft werden können. Rob. M. Sloman jr. “ I a
jedes gross ca. 500 Tons und mit eleganten Kasäten
ersuchen.
8 8
geltend, die heute von dem Moniteur Weise besprochen wird:
C111 .
Amtliche Nachrichten. 8
Rußland und Polen. Warschau. Einfuͤhrung des Russischen Muͤnzfußes im Koͤnigreich Polen⸗ 78
Frankreich. Paris. Der Amerikanische Zoll⸗Tarif. — Erklaͤrung des Journal des Débats uͤber die Bewegung zu Gunsten der Koͤnigin Christine. — Vermischtes. — Briefe aus Paris. (Einige Aufklärungen uͤber die Ereignisse in Spanien.)
Großbritanien und Irland. London. Hof⸗Nachricht. — An⸗ gebliche Ernennung des neuen Gesandten fuͤr St. Petersburg. — Entscheidung gegen das Mitstimmen von Pairs bei Unterhaus⸗ Wahlen. — Disposition uͤber die Chinesische Entschaͤdigungs-Zah⸗ lung. — Theepreise. — Getraide⸗Zoll. — Vermischtes.
Niederlande. Generalstaaten⸗Budget.
Deutsche Bundesstaaten. Stuttgart. Neue Oper von Bene⸗ dict. — Luremburg. Bittschrift der Fabrikanten ꝛc., den An⸗ schluß an den Zoll⸗Verband betreffend.
Oesterreich. Wien. Die Gemahlin des Herzogs Alexander von Wuͤrttemberg †. — Oesterreichische Nationalbank. .
Italien. Neapel. Des Koͤnigs Reise nach Sicilien. — Dampf⸗ schiff Verbindungen. 8 “
Spanien. Fortgang der Insurrection in Navarra. — O Donnell's Proclamattonen an das Heer und die Einwohner von Pampelona.
Türkei. Von der Tuͤrkischen Graͤnze. Urtheil gegen die Ver⸗ schworenen in Bucharest. 1 8 1
Nord⸗Amerika. Das Kabinet noch nicht organisirt. — Vorberei⸗ tung zur neuen Praͤsidenten⸗Wahl. — Prinz von Joinville. — Mac Leod’s Angelegenheit.
Mexiko. Finanz⸗Zustand und Besorgniß vor einer Umwaͤlzung.
Niederländisches Indien. Schreiben aus Muͤntok. (Aufstand der Chinesischen Bergleute in Banka⸗Kotta. Einiges uͤber die Schwierigkeiten des Verkehrs mit Europa.)
Inland. Muͤnster. Professor Schluͤter †. — Denkmuͤnze auf Niebuhr.
Assi kegtsen
Koͤln.
Frankreich und der neue Amerikanische Zoll⸗Tarif.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
Dem Ober⸗-⸗Buchhalter bei der Regierungs⸗Haupt⸗Kasse zu Oppeln, Kriegsraͤth Storch, den Rothen Adler-Orden vierter Klasse zu verleihen; und 1
Dem Professor in der medizinischen Fakultaͤt der Universitaͤt Bonn, Dr. Weber, zu gestatten, das vom Großherzoge von Ba⸗ den Koͤnigl. Hoheit ihm verliehene Ritterkreuz des Ordens vom Zaͤhringer Loͤwen anzulegen. 1
Koͤnigliche Bibliothek. 1
Wegen der laͤngeren Dauer der baulichen Einrichtungen im Innern der Koͤniglichen Bibliothek kann dieselbe erst am 1. No⸗ vember d. J. fuͤr das Publikum wieder geoͤffnet und es koͤnnen
bis dahin nur in dringenden Faͤllen Buͤcher aus derselben verab⸗ folgt werden.
Berlin, den 12. Oktober 1841.
Angekommen: Der Ober⸗Jaͤgermeister und Chef des Hof⸗
Jagd⸗Amts, General⸗Major Fuͤrst zu Carolath⸗Beuthen, von
Carolath.
Zeitungs-Uachrichten. Ausland.
Rußland und Polen.
Warschau, 10. Okt. Die hiesigen Blaͤtter publiziren zwei Kaiserliche Verordnungen vom 15ten v. M. in Bezug auf das Muͤnzwesen und die Geld-⸗Valuta des Koͤnigreichs Polen. Durch die eine derselben wird festgesetzt, daß fortan das Russische Pfund die Normal⸗Einheit des Muͤnzgewichts und der Silber⸗Rubel die Normal⸗Muͤnzeinheit fuͤr alle im Koͤnigreich zirkulirende Muͤnzen seyn soll; durch die andere, daß alle Regierungs⸗Rechnungen und alle Rechnungen von Instituten, die unter dem Schutz der Regie— rung stehen, in Silber⸗Rubeln und Kopeken gefuͤhrt und daß auch alle gerichtliche Kontrakte in diesen Geldsorten abgeschlossen wer—
Frankreich. Paris, 9. Okt. Auf die bisherige Windstille in der Poli⸗ tik folgt jetzt ploͤtzlich eine Bewegung, die neue Verwickelungen hervorzurufen droht. Außer den Spanischen Angelegenheiten macht sich auch eine Frage zwischen Frankreich und Nord⸗Amerika parisien in folgender „Der Praͤsident der Vereinigten Staa⸗ ten hat den neuen Zoll⸗Tarif sanctionirt, durch welchen auf alle Waaren, die bisher frei eingefuͤhrt werden durften, oder die ge⸗ ringere Abgaben bezahlten, ein Zoll von 20 pECt. gelegt wird. Unter diesen Umstaͤnden hat die Regierung Maßre⸗ geln zu ergreifen. Jene Maßregeln sind in diesem Augen⸗ blicke Gegenstand ihrer lebhaftesten Sorgfalt; es handelt sich dar⸗ um, eine Combination zu finden, welche geeignet F nische Regierung ihre kommerzielle Strenge bereuen zu lassen, ohne das Uebel zu vermehren, welches durch jene Strenge meh⸗ reren unserer vorzuͤglichsten Industrieen verursacht wird. Man versichert, daß zuvoͤrderst der Amerikanischen Regierung der Trak⸗ tat von 1831 aufgekuͤndigt werden wird. Nach Erfuͤllung dieser Praͤliminarien wird Frankreich seine Wuͤrde und seine Interessen
Die heute auf telegraphischem Wege eingetroffenen Nachrich⸗ ten (siehe Spanien) sind von der aͤußersten Wichtigkeit, indem sier zeigen, daß der Aufstand in Pampelona keine vereinzelt dastehende Insurrection, sondern nur der Anfang zur Ausfuͤhrung eines um⸗ fassenden Revolutions⸗Planes war. Das Journal des De⸗ bats, welches sich bisher vorsichtig uͤber diese Angelegenheit geaͤu⸗ ßert hat, tritt auch waͤhrscheinlich deshalb jetzt offener mit seinen Sympathieen fuͤr die Sache der Koͤnigin Christine hervor. Es sagt heute: „Der National beschuldigt die Franzoͤfische Regie⸗ rung, die Plaͤne O'Donnell's beguͤnstigt zu haben, und nimmt keinen Anstand, zu erklaͤren, daß ein solches Benehmen zu allen Arten von Repressalien von Seiten der Spanischen Regierung ermaͤchtige. Diese Sprache ist mindestens seltsam fuͤr ein Jour⸗ nal, welches sich National nennt, und sie rechtfertigt, was wir immer gesagt haben, daß der National, ein so guter Franzose er auch seyn mag, doch noch ein besserer Republikaner ist. Was die Vermuthung betrifft, die den Zorn des radikalen Blattes so lebhaft erregt, so halten wir sie fuͤr durchaus ungegruͤndet. Die Regierung hat, mit Recht oder Un⸗ recht, den Beschluß gefaßt, sich nicht in die inneren Angelegenheiten Spaniens zu mischen; sie bleibt ihrem Systeme getreu, und da sie nicht eingeschritten ist, um den Fall Marie Christine's zu ver⸗ hindern, so ist es nicht wahrscheinlich, daß sie jetzt interveniren werde, um sie wieder auf den Thron zu setzen. Abgesehen davon aber, hat die Franzöoͤsische Regierung stets viel Achtung und Theil⸗ nahme fuͤr die Koͤnigin an den Tag gelegt, und es ist sehr wahr⸗ scheinlich, daß sie dieselbe mit Vergnuͤgen an die Spitze der öffent⸗ lichen Angelegenheiten in Spanien zuruͤckkehren sehen wuͤrde. Die Sympathieen sind frei, und die Franzöͤsische Regierung kann eben so gut ihre Neigungen haben, als der National die seinigen hat.“
Der Graf von Toreno begab sich gestern auf erhaltene Ein— ladung nach St. Cloud, wo er eine anderthalbstuͤndige Audienz beim Koͤnige hatte. Nach Paris zuruͤckgekehrt, verfuͤgte er sich zu der Koͤnigin Marie Christine und blieb nebst Herrn Martinez de la Rosa bis gegen Abend in dem Hotel der Koͤnigin. — Auch Herr von Salvandy ward gestern in St. Cloud vom Koͤnige empfangen. 8
Die Regierung publizirt nachstehende telegraphische Depesche aus Toulon vom 7ten d.: „Der General Lamoricière ist am 30sten d. von Maskara, dessen Verproviantirung er gluͤcklich be⸗ werkstelligt hat, nach Mostaganem zuruͤckgekehrt. Der General⸗ Gouverneur ist am 3ten d. wieder in Mostaganem eingetroffen. Er hat von seiner Expedition nach dem Schelif uͤber 300 Gefan⸗ gene und eine betraͤchtliche Beute mitgebracht. Diese Details uͤberbringt der Capitain des „Fulton“.
Boͤrse vom 9. Oktober. Der Artikel des Moniteur parisien in Betreff des neuen Amerikanischen Zoll-Tarifs gab heute an der Boͤrse zu vielen Kommentaren Anlaß, und es fan— den in Folge derselben ziemlich bedeutende Verkaͤufe von Renten statt, wodurch die Course derselben um 25— 30 Centimen herab⸗ gedruͤckt wurden. Die Spanische aktive Schuld ward zu 20 „ ausgeboten. Es hieß, die Koͤnigin Christine habe Paris verlas⸗ sen. — Nachschrift 4 ½ Uhr. In diesem Augenblicke verbreitet sich das Geruͤcht, daß die Regierung Nachrichten so ernster Art von der Spanischen Graͤnze erhalten habe, daß es nothwendig werden duͤrfte, binnen kuͤrzester Frist Truppen an die Pyrenaͤen zu senden.
„†† Paris, 9. Okt. Die Theilnahme der ministeriellen Blaͤtter an der Soldaten-Empörung zu Gunsten der Koͤnigin Christine giebt sich in der auffallendsten Weise kund. Das Jour⸗ nal des Débats behandelt Espartero schon wie eine gefallene Macht, die Presse sucht seinen Sturz durch die wunderlichsten Raisonnements als unvermeidlich darzustellen, die halb offiziellen Abendblaͤtter endlich wissen ihren Nachrichten von der Spanischen Graͤnze eine Wendung zu geben, welche die Christinische Bewe⸗ gung als etwas Großes, Populaires, als eine Sache von unfehl⸗
barem Erfolge zeigen soll. Diese Blaͤtter nehmen zuweilen den Mund so voll, daß sie, statt Eindruck hervorzubringen, nur laͤcher⸗ lich werden. So behauptete gestern eines derselben, daß allein die Bezwingung O'Donnell's in der Citaͤdelle von Pampelona we⸗ nigstens sechs Monate und eine Armee von dreißigtau— send Mann erfordern wuͤrde, daß die National-Garde, mit welcher der General Ribero die Stadt gegen die Ci⸗ tadelle behaupte, nur sechzig Mann zaͤhle, daß O'Donnell seinen Gegner in zehn Minuten erdruͤcken koͤnne, sobald er nur wolle, u. s. w. Dergleichen Uebertreibungen, die man ins Blaue hinein macht, sind jeder, ich will nicht sagen rechtmaͤßigen, sondern uͤberhaupt jeder ernstlichen Sache unwuͤrdig, und das Publikum wird dadurch zu der Annahme berechtigt, daß sich hinter jenen Phrasen eine sehr armselige Wirklichkeit zu verbergen suche.
Ueber den Ausgang dieses neuen Revolutions-Versuches wird die Zukunft entscheiden; das Unternehmen selbst ist in den Augen aller Unbefangenen gerichtet, von allen unparteiischen Stimmen verurtheilt. Man sieht darin nur eine Personen⸗Frage.
Ob die Regierung von Spanien Christine oder Espartero heiße, die moralische und materielle Lage des Landes wird darum nicht verbessert werden, die oͤffentlichen Kassen werden nach wie
vor leer bleiben, der Ungehorsam gegen die Staatsgewalt wird sich
nach wie vor von Zeit zu Zeit in den Provinzen regen, die Cor⸗ ruption der Verwaltung, die Schlaffheit der Justiz u. s. w. werden die alten bleiben, und die Factionen werden in herköoͤmmlicher Weise fortfahren, den Staat zu bedrohen und zu erschuͤttern. Das erste Beduͤrfniß Spaniens, die erste Bedingung seiner Wiedergeburt,
zu Rathe ziehen.“
der Verminderung der Garden und
ist jetzt Ordnung und öffentliche Sicherheit. Die Regierung Espartero's versprach in dieser Hinsicht wenigstens etwas, weil sie sich auf die Armee stuͤtzt. Unter solchen Umstaͤnden laͤßt sich nur wenig zur Rechtfertigung oder auch nur zur Entschuldigung eines Aufruhrs sagen, der das bereits gewonnene, wenn auch unbedeu⸗ tende Resultat gegen neue blutige Verwickelungen einsetzt.
Paris, 9. Okt. Die neuesten Spanischen Militair⸗Auf⸗ staͤnde verlangen einige Erlaͤuterungen. Bekanntlich herrscht seit ngmentlich seit der Vera
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schiedung oder der Herabsetzung mehrerer Ober⸗Offiziere auf hal⸗ ben Sold ein gewisses Mißvergnuͤgen in der Spanischen Armee, die sich ohnedies mit dem System der Exaltados wenig befreun⸗ det hat. In den Baͤskischen Provinzen zeigt sich die Bevoͤlke⸗ rung gegen den Regenten Espartero und die Central⸗Regierung der gewuͤnschten Fueros wegen feindlich, in Catalonien und in anderen Fabrikorten ist sie der Englischen Contrebande uͤberdruͤsfsig. 1 Alle diese Symptome faßten die Anhaͤnger der Koͤnigin Christine auf. Sie bildeten also in der Naͤhe dieser Fuͤrstin zu Paris ein leitendes Comité, deren faͤhigster Kopf unstreitig Herr Zea Bermudez war. Dieses Comité sammelte Geld, bildete eine Kasse, rief einflußreiche Maͤnner zu sich, besprach sich mit den mißvergnuͤgten Generalen, gab denselben Instructionen und bil⸗ dete also ein Insurrections⸗Projekt, dessen Ausbruch jetzt ganz so rfolgt ist, wie es vorher in Paris ausgearbeitet worden war. Dieser Plan soll nun auch zugleich mit den Provinzen in Madrid einen Versuch wagen, Espartero zu stuͤrzen. Die Massen des Komplotts sind Soldaten der ehemaligen Garde, Kavalleristen oder gewonnene Truppen. Einige Spanische Große, mißvergnuͤgt, durch
Arguöülles und dessen Partei verdraͤngt worden zu seyn, schuͤren das Feuer mit an. Sich des Regenten zu entledigen, ist der erste Zweck, sich dann der zwei Infantinnen zu bemaͤchtigen und diese aus der Gefangenschaft befreit zu erklaͤren, der zweite Punkt, den man zu erreichen sucht. Sobald die Insur⸗ hengen GB der Koͤnigin Isabella II. und ihrer Schwester ind, soll die Koͤnigin Mutter und Regentin Christine nach Spa⸗ nien zuruͤckkehren. 1
Bereits dieser Tage wollte die Koͤnigin Christine von Paris abreisen, jedoch ist dieser gewagte Schritt noch verzoͤgert worden. Auf den General Ribero hatten die Insurgenten auch gezaͤhlt oder geglaubt, zaͤhlen zu koͤnnen, bis jetzt bietet dieser aber in Pampe⸗ lonag dem General O'Donnell noch die Spitze. Mehrere der Karlistischen Offiziere, die einst bei Bergara mit Maroto von der Sache des Don Carlos abfielen, haben sich jetzt füͤr die Regentin Christine erklaͤrt. Es leidet keinen Zweifel, daß von Paris aus bedeutende Summen nach Spanien gesandt werden. Wahrscheinlich wird Espartero in Madrid die Cortes bern⸗ sen, wenn er nicht von den Ereignissen uͤberrumpelt wird. Fuͤr einen langen Buͤrgerkrieg und Guerillas⸗ Streifzuͤge ist Spanien zu ermuͤdet. Man erwartet also mit Ungeduld Nachrichten. Auch kreuzen sich die uͤbertriebensten Angaben.
Man berechnet, daß die Bewegung am Sten oder 9ten in Madrid begonnen haben soll. Die Englischen Quellen sprechen nach Briefen aus Bayvonne von einem Anruͤcken der Liberalen,
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um dem General O'Donnell in der Citadelle von Pampelona jede Zufuhr abzuschneiden und ihn so zur Capitulation zu zwingen. Die hiesige Spanische Gesandtschaft glaubt Ursache zu haben, gegen das Ministerium Guizot zu klagen, und wendet sich mit ihren Anschuldigungen an die hiesigen ₰ aupt⸗Oppositions⸗Journale, de⸗ nen sie taͤglich Mittheilungen macht, aus denen eine Unterstuͤtzung der Christinos von Seiten der Französischen Regierung Se gehen scheine. — Der Englische Geschaͤftstraͤger ad interim ist der Spanischen Morfaͤlle 3 C 7 ,9 ini Vorfaͤlle wegen nach London abgereist, um sich einige Instructio⸗ nen persoͤnlich zu erbitten. Auf die Eintracht zwischen Frankreich und England werden die letzten Ereignisse in Spanien keinen 8 stigen Einfluß haben, da die Bewegungen der Christinos offenbar gegen das Englische Element in Spanien gerichtet sind 8 Die Vorfaͤlle in Spanien bieten also wieder ein weites Feld zu politischen Verwickelungen. Im Fall die Koͤnigin Christine ihre Plaͤne durchsetzt, wird England dieses mit Unzufriedenh it sehen, im Fall Espartero siegt, wird seine Regierung dem jezigen Systeme in Frankreich einen toͤdtlichen Haß schwoͤren. In beider Faͤllen sind Spannungen unvermeidlich. 8
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Großbritanien und Irland.
London, 9. Okt. Ihre Majestaͤt und der Hof wollen ih⸗ ren Aufenthalt in Schloß Windsor noch um einige Tage verlaͤn gern und werden erst naͤchsten Mittwoch oder Donnerstag im Buckingham⸗Palast erwartet. “ 8 Lord Stuart de Rothesay soll nun zum Botschafter in St. Petersburg ernannt seyn und im Begriff stehen, sich auf seinen Posten zu begeben. 1
Daß die Britische Pairie, trotz aller Parlaments⸗Reform großen mittelbaren Einfluß auf die Unterhaus⸗Wahlen uͤbt, ist be⸗ kannt. Streitig im Englischen Recht ist die Frage, ob ein Pair unmittelbaren Einfluß dabei uͤben, d. h. als Waͤhler stimmen duͤrfe Bei der letzten Wahl fuͤr Westminster hatte Lord Dinorben mit⸗ gestimmt, sein Votum ward angefochten, und der Wahl⸗Revisor, Herr Arnold, hat nun entschieden wie folgt: Das vertritt den buͤrgerlichen Theil des Volkes allein. Nur die 8— meinen sind befugt, bei der Wahl von Mitgliedern dieses Hauses zu stimmen. Da ein Pair kein Mitglied der Gemeinen ist, so ist 8 er nicht zum Stimmen berechtigt. Sr. Herrlichkeit Name wird von der Waͤhlerliste gestrichen.“ In dem gleichen Falle Lord “ eines Irlaͤndischen Pairs, ist dieselbe Entscheidung
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1 einerselts berichtet wird, das von den Chinesischen DBehoͤrden in CTanton an den Capitain Elliot ausgezahlte Geld werde nach England geschickt werden, behaupten andere Berichte der Capitain Elliot habe bereits auf seine eigene Hand mit einem Theil desselben das Englische Handelshaus Dent in⸗ China fuͤr das ihm weggenommene Opium entschaͤdigt, und zwar mit 500 Dollars fuͤr die Kiste, waͤhrend er in einem Schreiben an Lord Auckland, den General⸗Gouverneur von Ostindien, vorschlage, die uͤbrigen Inhaber von Opium-Scheinen mit 300 Dollars fuͤr die Kiste zu entschaͤdigen. Nun wird ihm aber das Recht ganz bestritten, jenes Geld zu diesem Zwecke zu verwenden, und man sagt, es haͤtte durchaus nach England gesandt werden muͤssen, um hier als Pri⸗ sengeld vertheilt zu werden. Auch wird daruͤber Beschwerde ge⸗ fuͤhrt, daß Capitain Elliot eine Millon von der Entschaͤdigungs⸗ Summe in Anweisungen auf fremde Handelshaͤuser und selbst in Hong⸗Kaufleuten angenommen hab
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