habe das giftige Gewuͤrm aus Irland verbannt, ich aber behaupte, daß es immer noch im Lande ist, so lange es Personen giebt, die gegen die wahren Interessen ihres Landes handeln koͤnnen, welche diejenigen nicht aufmuntern wollen, die, geboren auf derselben theuren Insel, auf sie als Bruͤder blicken. Ich meinerseits er⸗ warte von der immer weiteren Verbreitung des Geluͤbdes die Abhuͤlfe dieses Uebels. Doch ehe die Versammlung auseinan⸗ dergeht, will ich beantragen, daß sich jedes Mitglied anhei⸗ schig mache, das Geluͤbde, wo es nur kann, zu verbreiten. Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind soll das thun, auch will ich eine Medaille schlagen lassen, welche auf der einen Seite die Jrische Harfe, neu besaitet, mit der Krone daruͤber zu Ehren Ihrer Ma⸗ jestaͤt, und auf der anderen Seite die Worte des Geluͤbdes ent⸗ halten soll, so daß Jeder sehen kann, daß es seine einzige Obliegen⸗ heit ist, die große Sache zu befoͤrdern, fuͤr welche die Gesellschaft zusammengetreten. Wie ich bereits angekuͤndigt, habe ich eine Ein⸗ ladung aͤngenommen, die mir selbst sehr unbequem ist. Am Sonn⸗ abend werde ich nach Roscrea gehen, und Sonntags wird sich eine Versammlung von 70,000 Personen von den braven Bewoh⸗ nern Tipperary's vereinigen, wo ich Jedermann, Maͤnner, Frauen und Kinder, zur Annahme des Geluͤbdes vermoͤgen will. Das Gefuͤhl zu Gunsten dieser Bewegung wird mit Blitzesschnelle durch das Land gehen, und diejenigen, welche sonst vielleicht sich zuruͤck⸗ zoͤgen, werden sich schaͤmen, es nicht zu theilen. Ich wenigstens wuͤrde mit einer Person, die das Geluͤbde verweigert haͤtte, nicht sprechen koͤnnen, und wenn ich muͤßte, so wuͤrde ich so wenig und so bitter als möglich sprechen.”“ 8
In einer Versammlung, die das Comité der Britischen und auswaͤrtigen Gesellschaft gegen die Sklaverei am 15. September gehalten hat, wurde beschlossen, fuͤr Monat Juni 1843 eine große Versammlung saͤmmtlicher Mitglieder festzusetzen, wenn nicht be⸗ sondere Ursachen es wuͤnschenswerth machen sollten, sie noch fruͤ⸗ her einzuberufen. Es war dies auf besonderen Antrag des großen Konvents gegen die Sklaverei geschehen, der in seiner letzten Sitzung im Jahre 1840 dem Comité dringend ans Herz gelegt hatte, wieder eine allgemeine Versammlung aller Freunde der Hu⸗ manitaͤt zu veranstalten, um durch vereinten Rath und That die Sklaverei und den Sklavenhandel voͤllig auszurotten.
Das Regierungs⸗Unternehmen einer direkten Dampfschiff⸗ Verbindung mit West⸗Indien wird am 25. Oktober ins Leben treten. Die meisten der dazu bestimmten schoͤnen Dampfboote sind im Cliyde zu Greenock gebaut. 4
Die Londoner Abend⸗Blaͤtter haben im zweiten Quartal fol⸗ genden Absatz gehabt: der Courier im April 12,000, Mai 19,000, Juni 17,000, im Vierteljahr 48,000 Exemplare; der Globe im April 80,000, im Mai 80,000, in Juni 100,000, im Vierteljahr 260,000; der Standard im April 70,000, im Mai 80,000, im Juni 100,000, im Vierteljahr 250,0000; der Sun
(Abend⸗ und Morgenblatt) im April 100,000, im Mai 100,000, im Juni 114,000, im Vierteljahr 314,000. “ 3 Im Jahre 1840 und 1841 haben Englische Schiffe fuͤr 18,097,985 Pfd. St. Thee transportirt. Eine der letzten Regierungs⸗Handlungen Lord Melbhourne’'s war, daß er der Miß Clapperton, Schwester des ungluͤcklichen Reisenden dieses Namens, eine Pension von 50 Pfd. St. verlieh.
Deutsche Bundesstaaten. München, 10. Okt. Am vergangenen Donnerstag. hat in Possenhofen die feierliche Taufe der neugeborenen Prinzessin statt⸗ gefunden, wobei Ihre Kaiserl. Hoheit die Erzherzogin 18 ophie von Oesterreich und Ihre Koͤnlgl. Hoheit die Prinzessin Johann von Sachsen Pathenstelle vertraten. Die letztere war deshalb von Tegernsee nach Possenhofen gekommen.
Gestern wurde die kirchliche Weihe der an die drei hier gar⸗
nisonirenden Infanterie⸗Regimenter verliehenen neuen Fahnen voll⸗ zogen. Der feierliche Akt, welcher eine Menge von Zuschauer n herbeigezogen hatte, fand bei ziemlich guͤnstigem Wetter 889 demn Marsfelde statt, wo zum Empfange Ihrer Hörh gl. Hoheiten der Prinzen Luitpold und Karl, so wie der hohen Geistlichkeit, ein auf der einen Seite offenes Zelt errichtet worden war. Die Weihe selbst wurde durch den Erzbischof von Muͤnchen⸗Freising, Baron von Gebsattel, vollzogen. Hüosee Nachnitsag findet auf der Theresienwiese das Nach⸗ rennen statt, welches zugleich den Schluß des ganzen Oktoberfestes bildet. Zwar duͤrfen wir hoffen, daß es nicht regnen werde, gleich⸗ wohl ist es zu kalt und unfreundlich, jals daß sich ein zahlreicher Besuch der Festwiese auf laͤnger als die Dauer des Rennens selbst voraussetzen ließe.
Leipzig, 13. Okt. (L. A. Z.) Der diesmalige Michaelis⸗ Meßkatalog bringt abermals eine nicht geringe Anzahl seit der Ostermesse dieses Jahres in den Handel gekommener oder fertig gewordener literarischer Produkte zur Publizitaͤt. Die bisherige Finrichtung, wonach die Romane und dramatischen Werke abgeson⸗ dert waren, ist verlassen worden, wogegen jetzt die Zeitschriften und dann die einzelnen Predigten und S chriften unter 5 Sgr. in besondere Abtheilungen gebracht sind. Die Gesammtzahl der als fertig aufgefuͤhrten Werke betraͤgt 3977, und diese Zerfallen in folgende Abschnitte: Neue und neu aufgelegte Buͤcher 3107, Zeitschriften 181, deren Zahl darum so klein ist, weil die meisten in dem Oster⸗Meßkataloge fuͤr das ganze Jahr aufgefuͤhrt und daher diesmal nicht wiederholt sind; einzelne Predigten und Schrif⸗ ten unter 5 Sgr. 292; Erd⸗ und Himmelskarten 107; kalligraphi⸗ sche, Zeichen?; ꝛc. Blaͤtter 38; im Auslande in fremder S prache erschienene Schriften 252; in dieser Abtheilung ist wieder jede Sprache besonders zusammengestellt; wir zaͤhlen 4 Werke in Boͤh⸗ mischer, 68 in Daͤnischer, 3 in Englischer, 97 in Franzoöͤsischer, 19 in Hollaͤndischer. 16 in Italienischer, 30 in Polnischer, 5 in Schwe⸗ discher und 10 in Ungarischer Sprache. Dann folgt ein Verzeich⸗ niß von 457 kuͤnftig erscheinenden Werken. Die fertigen Schrif⸗ ten sind von 592 Handlungen angezeigt, worunter Leipzig den ersten und Berlin den zweiten Rang einnimmt. Leipzig lieferte mittelst 69. Handlungen 552 Werke und außerdem das Koͤnigreich Sachsen 99 in 23 Handlungen; die Herzog⸗ thuͤmer Saͤchsen mit Einschluß der kleinen Fuͤrstenthuͤmer 171 in 25 Handlungen; Preußen uͤberhaupt mittelst 200 Handlungen 12360 Werke, davon kommen auf Berlin in 65 Handlungen 483, außer⸗ dem auf den jenseit der Elbe gelegenen Landestheil in 49 Hand⸗ lungen 230, auf die Gebietstheile zwischen Elbe und Weser in 33 Handlungen 222, auf Westphalen und Rheinland in 58 Handlungen 301 Werke. Bayern lieferte in 52 Handlungen ₰h9 Werke, wovon auf Augsburg 58 in 6 Handlungen, Muͤn⸗ chen 56 in 7 Handlungen, Nuͤrnberg 41 8” Handhüngeg, Re⸗ gensburg 84 in 2 Handlungen kommen. Wuͤrttem erg Uftg in 41 Handlungen 289 Werke, darunter Stuttgart Feee, Fehse lungen und 156 Werken. Auf Baden kommen 41. Werke in 17 Handlungen, auf die Schweiz 167 in 25 Handlungen. Die ge⸗ an b ichischen Staaten lieferten 285 Werke in 41 Hand⸗ sammten Oesterreichischen Staaten liefercs 2 it 42 Wer⸗ lungen, worunter Wien mit 163 in 18 und Prag sc. 42 Wer⸗ ken in 7 Handlungen. Die uͤbrigen kleinen Deutschen Staaten
lieferten zusammen 528 Werke in 83 Handlungen, und zwar: Mecklenburg 39 in 8, Braunschweig 64 in 8, Hannover 93 in 11, Kurhessen 50 in 9, Großherzogthum Hessen 44 in 11, Schles⸗ wig und Holstein 47 in 7, Oldenburg 11 in 2, Nassau 2 in 1, Hamburg 115 in 12, Frankfurt 33 in 8, Bremen 27 in 4 und Luͤbeck 3 Werke in 2 Handlungen. Außerdem trugen noch dazu bei: 1 Amsterdamer Handlung 15 Werke, 1 Bruͤsseler 8, 3 Ko⸗ penhagener 75, 2 Groͤninger 8, 1 Harlemer 1, 1 Leydener 9, 2 Mi⸗ tauer 4, 1 Revaler 2, 1 Pariser 30, 1 Stockholmer 5, 1 Utrech⸗ ter 6 und 1 Warschauer Handlung 7 Wereke.
Deßau, 12. Okt. Vor kurzem ist hier von Seiten der Herzoglichen Kammer eine Cirkular⸗Verfuͤgung an saͤmmtliche Feuerversicherungs⸗Agenten erlassen, worin sie bei Verlust ihrer Konzessionen auf die pflichtmaͤßige Verwaltung ihrer Geschaͤfte verwiesen werden. Zugleich ist woͤrtlich bemerkt, daß sie dabei: „1) sich behufs der Erlangung der Anmeldungen zu Versicherun⸗ gen alles Anbietens, Zuredens oder Aufdringens der Antragbogen, der auch des Abziehens und Abwendigmachens von anderen Agenten und Anstalten strenge zu enthalten, vielmehr diese Anmel⸗ dungen ohne alles Zuthun von ihrer Seite ruhig abzuwarten und daͤher einem Jeden die freie Wahl eines Agenten und der Versicherungs⸗Anstalt zu uͤberlassen; 2) bei Annahme der Versi⸗ cherungen mit der gehoͤrigen Vorsicht und Auswahl, auch Pruͤ⸗ sung aller dabei in Betracht zu ziehenden Umstaͤnde zu verfahren, und 3) da ihnen die Konzessionen nur fuͤr ihre Person ertheilt sind, darauf keine Unter⸗Agenten weder im Orte selbst noch in anderen Staͤdten zu halten haben. Uebertretungen der gegebenen Vorschriften werden außer der gesetzlich verwirkten Strafe, wie bemerkt, ohne Nachsicht mit Abnahme der Konzessionen geahndet werden.“
Sigmaringen, 7. Okt. Ihre Hoheit die Frau Erbprin⸗ zessin wurde heute fruͤh von einem Prinzen entbunden. — Die Prinzessin Wasa befindet sich schon seit einigen Wochen auf Be⸗ such bei ihrer Schwester.
Luxemburg, 6. Okt. Der Koͤnig⸗Groͤßherzog hat durch einen Beschluß vom 1. Oktober die Errichtung einer Handels⸗ Kammer in Luxemburg genehmigt, deren Praͤsident und Vice⸗ Praͤsidenten vom Koͤnig ernannt werden.
Oesterreich. Wien, 10. Okt. (L. A. Z.) Die eben in Presburg abge⸗ haltene General-Versammlung der ersten Ungarischen (Tyrnauer) Eisenbahn hat ihre Beschluͤsse dahin gefaßt, daß vorerst ein Dar⸗ lehen von 100,000 Fl. C.⸗M. auf die Bahn, zum Behuf ihrer Zollendung, aufzunehmen sey, welches dann durch die im besten Gange sich befindende Subscription auf neu zu emittirende Actien gedeckt werden soll. Da nahe an 300 Actien nicht mehr einge⸗ zahlt worden sind, und die vorletzte General⸗Versammlung die Saͤumigen derselben und des bereits eingezahlten Kapitals verlustig erklaͤrte, so ließ man in so weit Gnade fuͤr Recht ergehen, daß diese Actionaire noch nachtraͤglich fuͤr die verschollenen Papiere Einzahlungen leisten koͤnnen, in so weit sie fuͤr jede dieser Actien
auf eine neu zu emittirende subscribiren.
Schweiz.
Zürich, 7. Okt. (A. Z.) Gestern hat (wie bereits er⸗ waͤhnt) der hiesige große Rath in zwei langen Sitzungen eine Instruction zur Beendigung des Klosterstreites berathen. Des ersten Zuͤricher Gesandten Gutachten an der Tagsatzung, das sich gegen Muri, als eine der Staatsgewalt gefaͤhrliche Macht, und gegen Wettingen, wegen dessen moralischer Verdorbenheit, erklaͤrt hatte, und die den Kloͤstern uͤberhaupt feindselige Stimmung des Kantons, hatten schon den Behoͤrden den Weg gewiesen. Der Regierungsrath schlug nun vor, von Aargau zur Suͤhne seines Benehmens noch das Kloster Hermetschwyl, uͤber die schon ange⸗ botenen drei uͤbrigen Frauenkloͤster hinaus, zu verlangen. So gering diese Forderung ist, sollte doch unter keinen Umstaͤnden da⸗ von abgegangen werden, theils um die radikale Partei keinen Sieg feiern zu lassen, theils damit Zuͤrichs Stellung noch eine vermittelnde bleibe. Vielmehr sollte die Gesandschaft noch das Kapuziner⸗Kloster zu Baden verlangen duͤrfen, wenn sie dadurch die Bildung einer Majoritaͤt an der Tagsatzung erleichtern koͤnnte. Es gab zwar eine Minoritaͤt im Regierungs⸗Rathe, die mit so großer Nachgie⸗ bigkeit gegen Aargau nicht zufrieden war. Sie wollte indessen, vermuthlich aus den oben angefuͤhrten zwei Gruͤnden, den ersten Gesandten, Herrn von Muralt, nicht hindern, sich mit diesen Vorschlaͤgen an der Tagsatzung zu versuchen, ihr Auftreten ver— sparend auf den Fall des Mißlingens. Kaum wird aber bei der Stimmung des Kantons ein Ruͤckwaͤrtsgehen von dem, was ein⸗ mal die Regierung zugestanden, moͤglich seyn. Denn schon jetzt strich der große Raͤth in dem Antrage der Regierung, um die Gefuͤhle des Volks nicht zu verletzen, die Vollmacht, auch Ka⸗ puziner zu begehren. Mit dieser Ausnahme ist jener Antrag zur Instruction geworden. Die Verhandlung im Zuͤricher großen Rathe war uͤbrigens weniger ein Kampf als eine Un⸗ tersuchung der Mittel, die Frage zu loͤsen. Man kann bei jeder Gelegenheit bemerken, daß der Schweizer, so hitzig er oft im politischen Kampfe wird, doch immer wieder froh ist, wenn eine solche Verhandlung einen Ton der Verstaͤndigung annimmt, wenn auch die Gegner einander Gerechtigkeit widerfahren lassen, oder wenn sich gar ein neutrales Gebiet zu gemeinschaftlichem Wirken fuͤrs Land findet. Das letztere bot vorige Woche die Versamm⸗ lung der Schweizer gemeinnuͤtzigen Gesellschaft zu Basel, wo Leute der verschiedensten Parteien auf einem politisch so scharf bezeich— neten Boden, in einem so duͤsteren Augenblicke, 3 Tage lang ohne einen einzigen Mißton Schweizer soziale Verhaͤltnisse besprachen und Schweizer Gesundheiten tranken. Eben diese Gesinnung ist mit Kraft und Innigkeit in einigen Abschieds⸗Worten des ver⸗ ewigten Mayer von Knonau den Buͤrgern des Kantons Zuͤrich empfohlen worden, die wenige Tage nach dessen Tode erschie⸗ Spanien.
Madrid, 4. Okt. liche Geruͤchte. Man behauptet, ein Theil der in Navarra be⸗ findlichen Truppen habe sich zu Gunsten der Koͤnigin Marie Chri⸗ stine erhoben. Man besorgt, daß die oͤbrigen Truppen in Na⸗ varra diesem Beispiel folgen werden. Vorgestern Abend, nach der Ankunft eines Deputirten der Provinz Navarra, aus Pampelona, versammelte sich sofort der Minister⸗Rath unter dem Vorsitze des Regenten. Die Berathung waͤhrte lange. Jener Deputirte, wel⸗ cher zugegen war, soll erklaͤrt haben, die Stimmung in der Pro⸗ vinz Navarra sey der Art, daß sie ernste Besorgnisse einfloͤße; die Truppen seyen nicht blos unzufrieden, sondern auch ohne alle Dis⸗ ziplin; man spreche offen von einer Reaction und, wenn die Re⸗ gierung nicht sofort energische Maßregeln treffe, sey zu besorgen, daß eine allgemeine Erhebung in Navarra ausbreche. Unmittelbar
“
u 1. . Seit zwei Tagen zirkuliren hier besorg⸗
nach dieser Sitzung des Minister⸗Raths beschied der Regent saͤmmt⸗ liche Inspecteure der verschiedenen Waffengattungen zu sich. Er hatte eine lange Konferenz mit denselben. Es wurde beschlossen, die Garnison Pampelona's und uͤberhaupt die Truppen in ganz Navarra durch andere Corps zu ersetzen und energische Maßregeln zu treffen, um neuem Unheile vorzubeugen.
Das Hotel Espartero's gleicht jetzt einer wahren Feste; es ist von nicht weniger als zwanzig Schildwachen umgeben.
Paris, 10. Okt. Dem Moniteur parisien wird aus Bayonne berichtet: „Jaureguy (El Pastor), der sich zu Villa⸗ franca befand, und Munagorri, der bei Aston war, haben sich fuͤr die insurrectionelle Bewegung erklaͤrt. Es macht diese Bewegung Fortschritte in Biscaya und der Provinz Alava. Das Regiment von Segoviag, das sich zu Santona befand, hat sich ebenfalls fuͤr die Partei O'Donnell's entschieden. Am 5ten war man in Pam⸗ pelona handgemein geworden. Bilbao hat sich am Morgen des 5ten zu Gunsten der Koͤnigin Christine erklaͤrt; der Marquis d'Alameda, General⸗Deputirter der Provinz Alava, hat sich an die Spitze eines Theils der aufgestandenen Bevoͤlkerung gestellt. Die Kavallerie, die aus St. Sebastian ausgeruͤckt war, um sich der Bewegung zu widersetzen, hat sich der Partei O'Don⸗ nell's angeschlossen. Unter den Generalen, welche sich zu Gunsten der Bewegung erklaͤrt haben, nennt man Espinosa, Urbistando und Iturbe. Die von dem General O'Donnell erlassenen zwei Pro⸗ clamationen werden im ganzen Lande, wo die Bewegung ausge⸗ brochen ist, in Massen verbreitet. Es wird als gewiß mitgetheilt, daß demnaͤchst eine Proclamation des Don Carlos erscheinen solle, worin derselbe seine ehemaligen Parteigaͤnger auffordere, ruhig zu bleiben, da das, was in Spanien eben sich zutrage, sie durchaus nichts angehe. Man weiß nicht, ob diese Proclamation Eindruck auf die Offiziere machen werde, die sich seit der Convention von Bergara unterworfen haben, und von denen bereits eine große Anzahl der Fahne O'Donnell's folgt.“
Dasselbe Blatt meldet aus Bordeaux: „Es heißt hier, daß der General Leon die Regentschaft der Koͤnigin Christine in Nadrid und der General Piquero in Vitoria proklamiren wuͤrde. Ein Courier war in der Naͤhe der Hauptstadt einer von dem Ge⸗ neral O'Donnell an den General Leon abgeschickten Estafette be— gegnet. Am 4ten Morgens war in Madrid noch Alles ruhig. Dem Vernehmen nach, hat der Infant Don Francisco de Paula, als er bei seiner Ankunft in Bayonne die Nachricht von den ern⸗ sten Vorfaͤllen in Spanien erhielt, seine Reise dorthin aufge— schoben.“
Das Mémorial Bordelais sagt in Bezug auf den Auf⸗ stand in Spanien: „Wir glauben, daß Espartero zu grausamen und durchgreifenden Maßregeln schreiten wird, denn, obwohl faͤr gewoöͤhnlich von ruhigem Charakter, laͤßt er sich doch unter schwie⸗ rigen Umstaͤnden zu gewaltsamen Schritten hinreißen. Die Auf⸗ loͤsung der Koͤniglichen Garde, die Antwort auf die Allocution des Papstes, die Verfolgung der Geistlichen, die Sequestrirung der Kirchenguͤter zum Besten des Staats, das vor kur zem angenommene Gesetz zur Reformirung der Geistlich⸗ keit, das Gesetz uͤber die Majorate und die Absetzung der Beamten in Masse, haben der aus der Revolution im Sep— tember 1840 hervorgegangenen Gewalt zahlreiche Feinde gemacht. Wir glauben jedoch, daß die revolutionaire Partei, besonders da sie am Ruder ist, noch leichtes Spiel gegen die gemaͤßigte Partei haben wird, die zwar ausgezeichnete Namen und Talente in ihren Reihen zaͤhlt, der es aber im Allgemeinen an jener Thaͤtigkeit und jener Kuͤhnheit fehlt, die bei großen politischen Unternehmungen fuͤr das Gelingen unerlaͤßlich sind. Diese Eigenschaften besitzen auf der Halbinsel ausschließlich die Karlisten und die Radikalen.“
Türkei.
Deutsche Blaͤtter enthalten nachstehenden Bericht uͤber die gegenwaͤrtigen Zustaͤnde von Albanien, Macedonien, Bulgarien, Rumelien und Thessalien: „Auch in diesen Provinzen stoͤßt man uͤberall auf Unordnung und Verwirrung. Die muselmaͤnnische Bevoͤlkerung Albaniens vorzugsweise lebt in einem Zustande gaͤnzlicher Willkuͤr und Gesetzlosigkeit; der Einfluß der Pforte, von jeher nur gering, ist kaum noch bemerk⸗ bar. Nur insofern der hier fraͤftige Menschenschlag tuͤchtige Sol⸗ daten liefert, die, durch ihre Rohheit beruͤchtigt, von der Pforte gegen guten Sold meist zur Unterdruͤckung von Aufstaͤnden be⸗ nutzt werden, scheint diese Provinz fuͤr sie von tigkeit. Indeß schalten die Einwohner und Behoͤrden ganz nach ihrem Belieben, ohne sich um die Pforte oder den Sultan viel zu kuͤmmern; von Sympathie fuͤr die Regie⸗ rung ist keine Spur. Eher kann man sagen, daß besonders die islamitischen Albanesen sich von den uͤbrigen Tuͤrken scharf ab⸗ sondern, und daß sie der Regierung meist feindlich gegenuͤber ste⸗ hen. Wenigstens ist soviel gewiß, daß sie heute fuͤr jede Macht Europas, die sie besser bezahlt, als der Sultan, die Waffen gegen die Pforte ergreifen wuͤrden. Waͤhrend des Krieges in Syrien war die allgemeinste Theilnahme in Albanien fuͤr Mehmed Ali; und wenn es dessen Emissaire besser verstanden und mehr Ener⸗ gie entwickelt haͤtten, andererseits aber England an den Kuͤ⸗ sten weniger wachsam gewesen waͤre, so wuͤrde ein Aufstand in Albanien kaum zu verhuͤten gewesen seyn, und wel⸗ che Wirkung dies auf die Gestalt der Dinge haͤtte haben koͤnnen, ist kaum zu ermessen. Ein Gesetz kennt der rohe Alba⸗ nese nicht; daher sind Raub und Mord an der Tages⸗Ordnung und die groͤßten Verbrechen bleiben meist ungestraft. Da jeder Albanese seine geladenen Pistolen, so wie sein Messer im Guͤrtel traͤgt, so hat oft der geringfuͤgigste Anlaß die blutigsten Folgen. So kam es kuͤrzlich in Valona, einem Hafen in Mittel⸗Albansen, auf dem Markte deshalb zu einem blutigen Streite, weil mehrere Taͤrken, jeder zuerst seine Frucht gemessen haben wollte. Man griff gegenseitig zu den Waffen, und zwei Personen blieben todt anf dem Platze; die Moͤrder, welche wohl bekannt waren, gingen nach der That ungenirt in der Stadt umher, ohne daß die Behöͤrden es wagten, ihnen etwas anzuhaben. Diese sind aber auch ganz ohne physische Kraft, und wo ihre moralische nicht ausreicht, bleibt ihnen kaum etwas anders zu thun uͤbrig. Darum geschieht es wohl manchmal, daß ein Verklagter vor den Richter geladen wird, allein wenn er antwortet, daß er aus diesem oder jenem Grunde nicht kommen werde, so ist die Sache in der Regel ab⸗ gethan. Ganz anders aber ist das Loos der Rajas in dieser Pro⸗ vinz, sie leiden unter dem Drucke ihrer Tuͤrkischen Zwingherren, die sich gleichsam als hoͤhere Wesen uͤber den Christen weit erhaͤ— haben glauben, außerordentlich, und der Hattischerif von Guͤlhane hat fuͤr sie noch wenig Fruͤchte getragen. Die Tuͤrken befolgen ihn nicht, und die Christen, vielleicht zum Gluͤck, kennen ihn nicht. Der Fanatismus der Moslims ist hier noch derselbe, wie vor 20 Jahren, und was von fortschreitender Civilisation und Gesittung dieser Provinz gesagt wird, ist eitel Gewaͤsch. Nicht nur die Be⸗ hoͤrden allein, sondern jeder private Moslim erlaubt sich Gewaltthaͤtig⸗ keiten an den Christen. In manchen Orten, wo die Tuͤrken praͤ⸗ dominiren, geschieht es haͤufig, daß sich die Christen durch Ge⸗
Wich⸗
Mehrzahl der Todesstrafe uͤberhaupt entgegen ist,
aufgeregten
schenke von Mißhandlungen gleichsam loskaufen muͤssen. Der Tuͤrke setzt, wenn es ihm einfaͤllt, dem naͤchsten besten Christen sein Pistol auf die Brust und verlangt unter Todesdrohung so und so viel Geld, das dieser, wenn er sich nicht der augenschein⸗ lichsten Lebensgefahr aussetzen will, zu zahlen genothiget ist, und hoͤchstens nur durch Bitten die Summe ermaͤßigt sieht. Oder es geht der Tuͤrke zum naͤchsten christlichen Kaufmann und sucht sich dort eine Waare aus; der Raja darf sich nicht weigern, selbst wenn er weiß, daß er nie eine Bezahlung erhaͤlt. Hat ein Christ ein schoͤnes Reitpferd, und beliebt es einem Tuͤrken, davon Gebrauch zu machen, so ist es ja nicht rathsam, dies zu verweigern, und so ist es in jeder Hinsicht. Natuͤrlich sind der Art Faͤlle nicht Regel, indessen kommen sie als Ausnahmen doch viel zu haͤufig vor. Besonders zeichnet sich in dieser Beziehung Scutari in Ober⸗ Albanien aus. Dort ist keinem Christen zu rathen, selbst nicht einmal den Konsuln, nach eingetretener Daͤmmerung sich auf die Straße zu wagen, ohne Gefahr ausgepluͤndert, oder gar ermordet zu werden. Der Pascha daselbst besitzt nur wenig Macht, er steht unter dem Einflusse der dortigen 12 Orts⸗Aeltesten, die ihm bei⸗ geordnet sind, und gleichsam seinen Rath bilden. So ist z. B. vor kurzem erst der Dragoman des Oesterreichischen Konsuls von 2 Tuͤrken ermordet worden, ohne daß letztere hiefuͤr bestraft wor⸗ den wären. — Die geringe Kraft, welche die Pforte in Albanien besitzt, hat sich neulich auch die Etablirung von Quarantainen kund gegeben. Die Tuͤrkische Regierung hatte sich naͤmlich in diesem Fruͤhjahr entschlossen, auch die Albanesische Kuͤste mit Qua⸗ rantainen zu versehen, und zu diesem Ende 4 Aerzte dahin abge⸗ sandt. Allein die Einwohner der betreffenden Orte widersetzten sich gerade zu der Errichtung dieser wohlthaͤtigen Anstalten, indem sie erklaͤrten: daß sie die Kosten dafuͤr nicht aufzutreiben vermo⸗ gen (unkluger- und ungerechterweise besiehlt naͤmlich ein Groß⸗ herrlicher Ferman, daß die Orte, wo die Quarantainen etablirt werden, die Kosten zu tragen haben), wenn darum der Sultan Quarantainen haben wolle, so selle er auch die Kosten dafuͤr zah⸗ len. Auf diese Weise sind heute an 3 Orten, naͤmlich zu Durazzo, Valona und Janina, die Quarantaine-⸗Institute noch nicht zu Stande gekommen, obgleich die Aerzte und Inspektoren schon seit Monaten auf den bezeichneten Posten eingetroffen sind. Nur in Prevesa, wo die Mehrzahl der Bevoͤlkerung Chri⸗ sten sind, faͤngt man gegenwaͤrtig vorzugsweise durch Unter⸗ stuͤtzung des Englischen Konsuls daselbst an, eine Quarantaine⸗ Anstalt einzurichten. — Wenig besser als der Zustand Albaniens ist der Macedoniens, wo ebenfalls Unordnungen und Gewalt⸗ thaͤtigkeiten, jedoch seltener, vorkamen. In der Gegend von Bi⸗ toglia waͤre es indessen vor kurzem doch beinahe zu ernsten Er⸗ eignissen gekommen. Ein Haufe Tuͤrken war in einige Griechische Kloͤster unfern Bitoglia eingedrungen, pluͤnderte dieselben, uͤbte jede Art von Gewalt und Rohheit aus, und schnitt, um nur Ein Beispiel zu erwaͤhnen, den einen Kloster⸗Geistlichen in demselben in kleine Stuͤcke. Als die christliche Bevoͤlkerung hiervon Kunde erhielt, leitete sie sogleich eine Klage bei dem Wesir von Bitoglia, dem durch seinen Verrath Var⸗ na's bekannten Jussusf Pascha, ein. Allein dieser, fruͤ⸗ het ein roher Tuͤrke, scheint durch seinen laͤngeren Aufenthalt in Rußland nichts gelernt zu haben, wie er dies schon fruͤher durch mehrere Gewaltthaten beurkundete, und zeigte dies auch im vor⸗ liegenden Falle. Er ließ die Klaͤger hart an, fragte sie, ob sie einen Tuͤrkischen Zeugen haben und schimpfte sie auf ihre vernei⸗ nende Antwort tuͤchtig aus, mit dem Beisatze, daß Alles, was sie vorgebracht, nur Luͤgen seyen. Dies ist Tuͤrkische Justiz und zu⸗ gleich ein sprechender Beweis der mit so viel Pomp angekuͤndig— ten segensreichen Wirksamkeit des schon zum Gespoͤtte geworde⸗ nen Hattischerifs von Guͤlhane. — Nicht viel besser lauten die Berichte aus Rumelien und Bulgarien, in welchen bei⸗ den Provinzen der Hattischerif von Guͤlhane ebenfalls ein todter Buchstabe ist. Des Beispiels wegen will ich von vie⸗ len Faͤllen nur den neuesten anfuͤhren. Zwei der angesehensten Griechischen Kaufleute in Philippopel, Namens Schiguni und H. Michail, hatten sich erlaubt, gegen uͤbermaͤßige Erpressungen bescheidene Vorstellungen zu machen, woruͤber nach Adrianopel berichtet ward, so daß von dort der Befehl kam, die beiden Maͤn⸗ ner in Ketten zu legen und abzufuͤhren; man ist nun aͤber ihr Schicksal in groͤßter Sorge. In Bulgarien haben einige Tuͤr⸗ kische Ayans geradezu erklaͤrt, daß sie ihre Stellen niederlegen muͤßten, wenn dem Hattischerif von Guͤlhane Gesetzeskraft gege⸗ ben wuͤrde, und leider scheint man hoͤchsten Orts schwach genug gewesen zu seyn, sie unter Versicherungen, daß es beim Alten bleiben solle, zu ersuchen, ihre Aemter zu behalten. Von den ungluͤcklichen Bulgaren, welche in Folge der Amnestie in ihre Heimath zuruͤckgekehrt sind, werden manche vermißt, und man glaubt nicht ohne Grund, daß sie im Geheimen als Opfer des Hasses der Arnautischen Miliz ermordet wurden. — Nur in Thessalien herrscht, seitdem der verstaͤndige und rechtliche, durch
seine Sendungen nach Wien, Paris und London bekannte Namik
Pascha dort die Statthalterwuͤrde bekleidet, Ruhe und einigerma⸗ ßen auch Zufriedenheit; allein wer weiß, wie lange dieser im Stande seyn wird, seinen Posten zu behalten; die bisherigen Erfahrungen geben leider auch hier nur geringe Buͤrgschaft fuͤr die Zukunft.“
* 4 2 £☛4 2 Vereinigte Staaten New⸗VYVork, 25. (B. H.) Es ist jetzt bestimmt, daß die Assisen zu Utica, vor denen der Prozeß Mac Leod's ver⸗
9297
von Nord⸗Amerika. st jel
Sepr.
handelt werden soll, am 27sten d. M. zusammentreten; indeß ist
es möoͤglich, daß seine Sache erst einige Tage spaͤter vorkommt, da mehrere andere Sachen vorher verhandelt werden sollen. Den Vorsitz in den Assisen fuͤhrt der Richter Gridley, da der Ober⸗ richter durch Krankheit verhindert wird. In die Liste der 48 Ge⸗ schwornen, aus denen die aus 12 Mitgliedern bestehende Jury
ausgewaͤhlt werden soll, sind die achtbarsten, friedlichst gesinnten Einwohner des ganzen Distrikts aufgenommen worden; es soll eine
bedeutende Zahl von Quaͤkern darunter seyn; man weiß, daß die 2 aͤhl k, und der Um; siand dieser Wahl hat schon an sich große Unzufriedenheit in dem gesegssn Graͤnz⸗Distrikte hervorgebracht, in welchem der Pro⸗ 8 8 werden wird. Der in Rochester herauskommende Ffn- 1s bh olunteer gilt als Repraͤsentant dieser Stim⸗ ö9 4 8 — 8. 7 ar
e 8 läͤrt denn auch geradezu, daß er wo moͤglich den An⸗ geslagten seines Verbrechens uͤberfuͤhrt und verurtheilt zu sehen wuͤnsche. Unter den New⸗Yorker Blzeter FrANrANE ald sehr besorgt uͤber uh⸗ orker Blaͤttern spricht sich der He— beveG t. üͤber die Aufregung aus, welche an der Graͤnze verrscht und nach seiner Ansicht dergestalt verbreitet ist 5 Entscheidüg in den Pe en dergestalt verbreitet ist, daß, mag die vit Sichenggiemneene e eese ausfallen, wie sie will, ernste Unruͤhen mit Sicherheit zu erwarten sind; dieses Blatt berichtet unter Anderem daß aus einem Pulvermagazine bei Lockport 65 Faͤsser Pulver gestoh⸗ len worden seyen, die man ohne Zweifel zu Patronen; gesre beabstehelde . . atronen zu verarbeiten eg ssic tige. Was das 248 edenkliche des gegenwaͤrtigen Zustandes der Dinge noch vermehrt, ist der Umstand, daß Genetal Scott den die Regierung zur Beaufsichtigung der Graͤnze abgeschickt hat, nicht im besten Einvernehmen steht mit dem Gouverneur der
York, Herrn
Seward, der sich selbst sehr fuͤr die Verurtheilung Mac Leod's interessiren soll. Die Vertheidigung Mac Leod's be⸗ ruht ausschließlich auf dem Beweise des asibi, und fuͤr diesen Beweis scheint man bis jetzt nur zwei Zeugen aufgefunden zu haben, naͤmlich die Frau und Tochter eines Britischen Offiziers in Kanada.
In Rew⸗Orleans ist das gelbe Fieber im Zunehmen; am 10. und 11. September waren am ersten Tage 35, am zweiten 25 Personen an dieser Krankheit gestorben.
Die neuesten Berichte aus Kanada bringen außer der Nach⸗ richt von dem Tode Lord Sydenham's die Rede, mit welcher der von demselben bevollmaͤchtigte General⸗Major Clitherow die erste Session des vereinigten Kanadischen Parlaments am 18. Septem⸗ ber geschlossen hat. Die kurze, unbedeutende Rede empsiehlt Ver⸗ gessenheit des Vergangenen und zuversichtliche Hoffnung auf eine bessere Zukunft des Landes. Die Versammlung ist auf den 25. Oktober vertagt worden. Die Zahl der Gesetze, welche die Versammlung im Verlauf der ersten Session angenommen hat, betraͤgt nicht weniger als 102, von denen 15 noch der Sanction der Koͤnigin harren.
Den neuesten Nachrichten aus Montevideo zufolge, die bis zum 25. Juli reichen, lag die Flotte von Buenos⸗Ayres unter Commodore Brown innerhalb Kanonenschußweite von der Flotte von Montevideo unter Commodore Con. Es hieß, der Englische Gesandte habe seine Vermittelung angeboten, und dieselbe sey von dem Praͤsidenten von Montevideo angenommen worden. Wenn Rosas sie nicht annimmt, ist ein Gefecht zwischen den beiden Flotten unvermeidlich. 8
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Philadelphia, 15. Sept. (Morn. Chron.) Die politische
Aufregung in den Bereinigten Staaten ist gegenwaͤrtig bis zur Fieberhitze gestiegen. Ueberall wird nur von Politik gesprochen. Der Praͤsident, das Veto, die Bankbill, die Abdankung des Ka⸗ binets bilden das allgemeine Thema der Unterhaltung. Die Ultra⸗ Demokraten jubeln, die Whigs sind traurig und klagen bitter, daß Praͤsident Tyler die Partei, welche ihn zur Gewalt erhob, verlassen habe. Als Probe der Stimmung, welche uͤber das Bank⸗Veto im Westen herrscht, mag folgende Stelle aus dem Louisville Journal dienen: „Noch nie wurde ein Mensch in diesem Lande bitterer verwuͤnscht, als Herr Tyler. Wenn all der Athem, welcher in Fluͤchen uͤber ihn ausstroͤmt, zu einem Wirbelwind zusammengeballt werden koͤnnte, so wuͤrde dieser stark genug seyn, ihm den Palast uͤber seinem Haupte zusammenzu⸗ schmettern.“ Dies ist natuͤrlich uͤbertrieben; solcher heftigen Stellen sinden sich aber in einflußreichen Blaͤttern sehr viele. Man darf uͤbrigens nicht vergessen, daß Herr Tyler stets gegen die Errich⸗ tung einer solchen Nationalbank war, wie sie in den beiden Bills beantragt wurde. Großes Aufsehen macht insbesondere das Schreiben des bisherigen Schatz⸗Secretairs Ewing zur Rechtfer⸗ tigung seiner Amtsniederlegung. Er wirft darin dem Praͤsiden⸗ ten vor, daß er die letzte der zwei Bankbills vor ihrer Einbrin⸗ gung gutgeheißen, nachher sie durch sein Veto verworfen und letz⸗ teres auf die fruͤher von ihm entschieden gebilligten Klauseln ge⸗ stuͤtzt habe. Unter den in der jetzt beendigten Extra⸗Session an⸗ genommenen Bills ist auch eine, welche die Anlegung von Regie⸗ rungsgeldern in Stocks der einzelnen Staaten verbietet, was sehr lobenswerth ist. Zu den wenigen Artikeln, welche in der Ein⸗ kommensbill von dem Zolle von 20 pCt. ausgenommen sind, ge⸗ hoͤren Thee, Zucker und Kaffee. Man erwartet, daß in Folge dieser Bill die Einfuhr Franzoͤsischer Seide und Weine sehr ab⸗
Bräͤnz⸗Staaten, besonders nicht mit dem Gouverneur von New⸗
nehmen wird.
SEn d.
Berlin, 15. Okt. Zum erstenmale sahen den schoͤnen Tag zuruͤckkehren, an welchem im vorigen Jahre Preußens Bevoͤlkerung durch ihre Staͤnde und Vertreter dem geliebten Koͤ⸗ nige mit einem unverbruͤchlichen Worte huldigte. Es war ein gluͤcklicher Gedanke, den Tag der Huldigung mit dem Geburts⸗ tage des Königlichen Herrn zu verbinden, denn mit der jaͤhrlich wiederkehrenden Feier desselben wird sich stets auch die Erinne⸗ rung an einen der großartigsten Momente unserer Monarchie ver⸗ binden. Der Ausdruck der Liebe, der sonst am dritten August so lebhaft hervortrat, ist jetzt auf den funfzehnten Oktober uͤbertragen, und war heute in der Hauptstadt, wie gewiß in der ganzen Mo⸗ narchie, der herzlichste. In Koͤniglichen und in staͤdtischen Insti⸗ tuten, in Privatkreisen wie in oͤffentlichen Versammlungen, fand die Feier mit gleicher Theilnahme statt, doch hatten Sich Se. Majestaͤt der Koͤnig jeder persoͤnlichen Huldigung entzogen, indem Allerhoͤchstdieselben in stiller Zuruͤckgezogenheit auf dem Schlosse Paretz und nur im Kreise der hier anwesenden Mitglieder der Koͤnigl. Familie den Tag zubrachten. G „Die feierliche Sitzung, womit die Koͤnigl. Akademie der Kuͤnste das Geburtsfest Sr. Majestaͤt des Koͤnigs beging, wurde Vormittags nm 40 Uhr mit einer, von dem Musikdirektor Run⸗ gehagen komponirten Kantate eroͤffnet. Der Geheime Regie⸗ rungsrath Toͤlken, Serretair der Akademie, entwickelte dann die nationale Bedeutung des heutigen Festes und den Zweck der aka⸗ demischen Preisbewerbungen, und sprach uͤber die antiken Darstellun⸗ gen der Geschichte der Merope, des Gegenstandes der diesjaͤhrigen Preisaufgabe. Hieran schloß sich die Beurtheilung der im Saale ausgestellten Konkurrenz⸗Arbeiten, unter denen der mit Nr. zeichneten im Namen der Akademie der Preis zuerkannt wurde. Die Eroͤffnung des Namenzettels ergab als Sieger:
den Bildhauer Friedrich Anton Hermann Schievelbein
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aus Berlin, 23
L. Wichmann; welchem somit die Reise⸗Pension von jaͤhrlich fuͤnfhundert Thalern zu einer dreijaͤhrigen Studien⸗Reise nach Italien zugesprochen wurde. „Zwei ven den abgehenden Eleven der akademischen Schule fuͤr musikalische Composition, Julius Stern aus Breslau, der fruͤher die akademische Medaille und mehrere Anerkenntnisse er⸗ hielt, komponirte Musikstuͤcke, ein Instrumental⸗Satz und eine Scene nebst Chor aus der Oper „Armida“ machten den Beschluß; worauf die sehr zahlreiche Versammlung die in den anstoßenden Saͤlen aufgestellten Preis⸗Arbeiten in Augenschein nahm. Die des Siegers wurde mit einem Lorbeer⸗Kranz geschmuͤckt.
Ueber die gleichzeitig in der Aula der Koͤni 18. Friedrich⸗ Wilhelms⸗Universitaͤt stattgefundene akademische Feler ist uns in diesem Augenblicke der Bericht noch nicht zugegangen; wir muͤssen uns daher die Mittheilung daruͤber noch vorbehalten.
Gleiche kuͤnstlerische und wissenschaftliche Fest⸗Akte fanden V auch in den Gymnasien, so wie in mehreren andereu Anstalten V unserer Residenz statt. Doch wie gewoͤhnlich blieben auch die Institute der Wohlthaͤtigkeit und der Menschenliebe nicht hinter jenen Anstalten zuruͤck. Das Buͤrger⸗Rettungs⸗Institut vertheilte heute 1290 Rthir, an zehn durch unperschuldetes Ungluͤck in ih:
Jahr alt, Schuͤler des Professors
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rem Gewerbe zuruͤckgekommene Buͤrger und erfreute außerdem dreißig Buͤrger⸗Jubelgreise aus dem „von Kircheisenschen Stiftungs⸗Fonds“ mit einem außerordentlichen Geschenk. Die Hospitaliten in den von der Armen⸗Direction abhangenden großen und kleinen Anstalten, so wie die Waisenkinder im großen Friedrichs⸗Waisenhause, wurden auf Kosten der Stadt festlich gespeist. Eben so konnten sich die Zoͤglinge des Louisenstiftes und der Wadzecks⸗Anstalt durch den Wohlthaͤtigkeitssinn derjenigen Goͤnner, die sich um diese Institute schon seit vielen Jahren verdient gemacht, des heutigen Tages in festlicher Weise erfreuen. An keinem Orte fehlte es an frommen, zum Himmel gerichteten Worten, und wenn auch die kirchliche Erinnerung an den Koͤniglichen Festtag immer erst mit der naͤch⸗ sten Sonntagsfeier verbunden wird, so hat sich doch auch heute schon manches religibse Gemuͤth an den Worten christlicher Weihe erbaut. Namentlich ist uns auch Kunde davon zugekommen, daß der Verein zur Foͤrderung der Enthaltsamkeit von gebrannten geistigen Getraͤnken heute zur Feier des Tages eine besondere Ver⸗ sammlung gehalten.
In den Theatern wird der Geburtstag Sr. Majestaͤt durch eine Rede gefeiert, dieim Opernhause von Mad. Crelinger und im Schau⸗ spielhause von Frl. von Hagn gesprochen wird, worauf in dem letzteren die neu einstudirte Darstellung von Kleist's Schauspiel, „Prinz Frie⸗ drich von Hessen⸗Homburg“, und im Opernhause die erste Vorstellungder Oper: „Der Guitarrespieler“ von Halevy folgt. Im Koͤnigsstaͤdtischen Theater wird durch die hier anwesende Italienische Opern⸗Gesell⸗ schaft eine eigends fuͤr diesen Tag komponirte allegorische Fest⸗Kantate
Rand des großen Kraters war
aufgefuͤhrt. Auch im Freien sind, so weit es die Witterung er⸗ laubte, zahlreiche Lustbarkeiten veranstaltet. Namentlich werden auf Kosten der staͤdtischen Kommunal⸗Behoͤrden mehrere Feuer⸗ werke in Treptow, auf dem Gesundbrunnen, in Lichtenberg und auf dem Exerzierplatz vor dem Hallischen Thor abgebrannt werden.
Breslau, 10. Okt. (Bresl. Ztg.) Am 4. Oktober wurde auf der, dem Grund- und Bergherrn Franz von Winkler auf Miechowitz gehoͤrigen, zwischen Koͤnigshuͤtte und Beuthen gelege⸗ nen Steinkohlengrube „Florentine“ in der Tiefe von 46 bis 47 Lachter ein 84 Zolle maͤchtiges Lager ausgezeichnet reiner und fester Steinkohlen vermittelst der verbesserten, von Herrn W. Stoz seit zwei Jahren in Ober⸗Schlesien eingefuͤhrten Bohrmethode, entdeckt. — So gewoͤhnlich eine solche Entdeckung in dem stein⸗ kohlreichen suͤdoͤstlichen Theile von Ober⸗Schlesien ist, so verdient der oben angefuͤhrte Fund einer besonderen ehrenvollen Er⸗ waͤhnung, indem dadurch bewiesen ist, „daß außer den bis jetzt bekannten reichen Steinkohlen⸗Lagern in groͤßerer Tiefe ein noch unentdeckter Schatz aufgehaͤuft ist und eine unversiegbare Quelle Ober⸗Schlesischen National⸗Reichthums eroͤffnet werden kann.“ — Mit dieser gluͤcklichen Entdeckung beginnt eine zweite Epoche des Steinkohlen⸗Bergbaues in Ober⸗Schlesien; arme Gruben steigen bis zum hoͤchsten Werthe, wenn ein tieferer Bau ihren ungekann⸗ ten Reichthum ans Licht gebracht; manche Gegend, sorglos schlum⸗ mernd und nicht daran denkend, im Besitze von Steinkohlen zu seyn, wird sich einer Quelle ungekannter Wohlhabenheit erfreuen.
— — Stettin, 12. Okt. Wenngleich einige Ortschaften des hiesigen Regierungs⸗Bezirks wenig Winterkorn geaͤrndtet und den Roggen nicht gut eingebracht haben, so ist doch die Aerndte im Ganzen nicht so schlecht ausgefallen, als befuͤrchtet wurde, und kann fuͤglich als eine mittelmaͤßige bezeichnet werden. Gegen die vorjaͤhrige Aerndte steht sie indeß sowohl an Korn, als an Stroh um etwa ein Drittheil zuruͤck. Der Ertrag Hafers und der Gerste war reichlich, auch sind diese Fruͤchte gut eingebracht wor⸗ den. Dagegen ist die Hopfen⸗Aerndte nicht befriedigend ausgefal⸗ len, indem die Hopfenpflanzen zur Zeit der Bluͤthe durch den be⸗ staͤndigen Regen und damit gefallenen Mehlthau sehr gelitten ha⸗ ben. Die Kartoffel⸗Aerndte ist noch nicht beendet, scheint aber den bisherigen Ergebnissen nach, namentlich in der Quantitaͤt, voll⸗ kommen befriedigend ausfallen zu wollen.
Die Getraidepreise, welche vor der Aerndte im Steigen wa⸗ ren, sind wieder auf den fruͤheren Stand, zum Theil auch unter denselben, zuruͤckgegangen. Die Viehpreise, welche im Weichen begriffen waren, erhalten sich, seitdem die Besokgniß vor Futter⸗ mangel gehoben ist, auf einer angemessenen Hohe. t
Die Preise des Weizens waren hier im Anfange des vorigen Monats theils durch flauere Berichte aus England, theils dur endliche Ankunft der lange erwarteten, durch den seichten Stand der Oder zuruͤckgehaltenen Partieen aus Schlesien heruntergegan⸗ gen und erreichten eine Erniedrigung bis zu 12 — 13 Rthlr. pro Wispel gegen den fruͤheren hoͤchsten Standpunkt, darauf erhoben sie sich zwar etwas in Folge eingegangener Auftraͤge, sanken aber gegen den Schluß des Monats bei der Aussicht auf baldige Wie⸗ dererhoͤhung der Englischen Zoͤlle noch mehr. Roggen und Erbsen erhielten sich in ihren gesteigerten Preisen, ebenso Gerste, wogegen Hafer wegen der ergiebigen Aerndte sank. Im Waarenhandel war wenig Belebung, nur Ruͤboͤl wurde mit verschiedenen Fluc⸗ tugtionen und mehr Steigung zu einer Preis⸗Ermaͤßigung, so wie
Th fertigenden raffinirten Sun
des
Suͤdsee⸗Thran wegen des daraus zu röogats fuͤr das Ruͤboͤl viel umgesetzt. 8
MNeuester Besuch des Bulkans von Kirauea, auf den Sandwich⸗Inseln. Von dem an den Westkuͤsten von Amerika stationirten Engli⸗
2 be⸗ schen Geschwader wird jaͤhrlich ein Schiff abgesendet, um die be⸗
deutendsten Inseln von Polinesia zu besuchen. Im Jahr 1839 war der Sparrow⸗hawk fuͤr diesen interessanten Dienst bestimmt worden, segelte im Monat Juli von Valparaiso nach den Sand⸗ wich⸗Inseln und warf nach 6 woͤchentlicher Fahrt die Anker in Byrons Bay an der Kuͤste von Hawaii. Sofort nach der An kunft trat eine Gesellschaft von fuͤnf Offizieren die Reise nach dem merkwuͤrdigen, in der. Mitte der Insel gelegenen Vulkan Kirauea an. Der Weg fuͤhrte fast 7 Meilen weit durch eine waldige Gegend, der die mannigfachen Formen der riesenhaften Farrenkraͤuter, die schoͤnen Gruppen des Citronen⸗ und Brodt⸗ Baums Anmuth verliehen; spaͤter wurde sie freier und nahm einen mehr bergigen Charakter an. Der Boden war zuerst weich und torfaͤhnlich, dann wurde er zu einer sproͤden Rinde, welche nur unvollstaͤndig die Lager von Lava, welche die ganze Insel bilden, bedeckte. Vier Meilen von dem Vulkan begann der Weg sich zu senken, und ein Strom von Rauch, der sich, ihn kreuzend, dar⸗ uͤber hinzog, kuͤndigte unsern Eintritt in die Regionen des Feuers an. Ueber abschuͤssige Felslager vorwaͤrtsschreitend, betraten wir endlich die Ebene aus der der Vulkan sich erhebt; er stand ploͤtzlich vor uns. Maͤchtige Rauchwolken zogen dunkel und schwer von der Windseite des Berges her, und der duͤstere nur noch eine Meile entfernt.
Jetzt loͤste sich unsere Gesellschaft auf, und Jeder suchte aufgeregt
seinen eigenen Weg nach dem Rande noch Alle zu gleicher Zeit ankamen, wunderbare Schauspiel unter uns auffassend.
des Kraters, wo wir den⸗ in stummen Erstaunen das