1841 / 290 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Widerstandes vorbehalten. Die, welche wie 189 mein vene; lauben, daß der status quo des Orients durch die letzten Maß⸗ 8 keinesweges garantirt sey, mußten in diesem Zustande eine 8. eee e saden Wenn eine neue Verwickelung im gewisse vnfkand, so konnte der Juli⸗Traktat, wenn er nicht fuͤr erfüll erklaͤrt worden waͤre, wieder in Kraft treten. Jetzt Seves dies in Folge der Erklaͤrung, gegen die Sie protestiren, nicht mehr geschehen. Frankreich wuͤrde in dem Rathe Europas seine Stimme erheben, und um seine Ideen geltend zu machen, besaͤße es die Autoritaͤt, welche ihm die neuen Verwickelungen verliehen, die durch das fruͤher gegen seinen Rath von den vier Maͤchten ange⸗ nommenen Verfahren herbeigefuͤhrt werden wuͤrden. „Diese Aufhebung des Traktats ist daher von Wichtigkeit. Aber, sagen wir, hat man nicht in dem Traktat eine Coalition gegen Frankreich gesehen? Nun gut! Der Traktat ist aufgehoben, folglich die Coalition aufgelböst. Das ist der wahre Sinn jener Erklaͤrung. Kann man leugnen, daß eine solche Handlung eine unermeßliche Wichtigkeit hat? Ist der eiserne Ring, von dem Herr von Lamartine sprach, nicht zerbrochen? Wenn man ihn nicht durch Kanonen⸗Schuͤsse zerbrechen will, wie will man ein wuͤrdigeres Mittel erfinden? Denn wir haben ja gesagt, welche Haltung Frankreich bei den Unterhandlungen annahm, es be⸗ willigte nichts und verlangte eine Bedingung. Wenn das nicht heißt, mit fliegenden Fahnen in den Rath Europa's zuruͤck⸗ kehren, welches ist dann der Sinn der Worte? Wenn Sie darin nicht jenes bedeutende Zugestaͤndniß sehen wollen, von dem Sie immer sprechen, ohne es jemals zu definiren, so gestehen Sie ein, daß dies ein auffallender Mißbrauch des Bortheils, keine Idee zu haben, so wie der Leichtigkeit ist, sich vielverlangend zu zeigen, wenn man nicht weiß, was man verlangt. „So sind also, was auch der Parteigeist sagen mag, vom 29. Oktober bis zum 12. Juli durch das Ministerium zwei große Thatsachen realisirt worden: im Interesse Aegyptens die Ausfuͤh⸗

rung der Note vom 8. Oktober, d. h. eine gruͤndliche Modifica⸗ tion des Traktats der vier Kabinette, d. h. die erbliche Macht des Vasallen⸗Fuͤrsten ist fest begruͤndet; im Interesse Frankreichs, das von den vier Maͤchten unterzeichnete Protokoll vom 12. Juli, d. h. die Aufhebung des Traktats, was so viel ist wie die Auflo⸗ sung der Coalition. Diese beiden bedeutenden Konzessionen, bemerken Sie wohl, sind erlangt worden, ehe Frankreich einen einzigen Schritt zum Eintritt in den Europaͤischen Rath gethan. Nunmehr kann es mit freier Stirn und fliegenden Fahnen dahin zuruͤckkehren. Es wird ihm erlaubt seyn, sich in Bezug auf den Europaͤischen Werth der Convention, die es am naͤchsten Tage unterzeichnen wird, nicht gerade schwierig zu zeigen; denn es hat Garagntieen empfangen und keine gegeben; denn es weiß, was man im Orient nicht thun wird, und man weiß nicht, was es bei sich thun wird; denn man hat diplomatisch entwaffnet, und es hat sich nicht verpflichtet, militairisch zu entwaffnen. Je weniger Wichtig⸗ keit die Convention vom 13. Juli haben moͤchte, desto mehr wird es sich zeigen, nicht wie sehr Frankreich daran lag, den Maͤchten seine Mitwirkung zu Theil werden zu lassen, sondern im Gegen⸗ theil, wie sehr den Maͤchten darum zu thun war, diese Mitwir⸗ kung zu erlangen. Man wird nicht mehr sagen duͤrfen, wie Sie es thun, daß wir um jeden Preis unsere Unterschrift neben die ihrige setzen wollten, sondern daß sie, nicht um jeden Preis, aber um einen ansehnlichen (notable) Preis, die ihrige neben die unsrige setzen wollten. 1 „Wir wollen indeß zusehen, welchen Werth diese Convention vom 13. Juli an sich hat. Sie greifen dieselbe heftig an, aber auf so sich widersprechende Weise, daß man in Wahrheit nicht weiß, wie man sie gegen Sie vertheidigen soll. Sie sagen, daß sie zu viel und daß sie zu wenig thue; Sie sagen, daß. sie eine Garantie sey, die wir England auf edelmuͤthige Weise fuͤr seinen Abfall gewaͤhren, und Sie sagen, daß sie nichts garantire; Sie sagen, daß sie ein durch das gewandte England dem Juli⸗Traktat einverleibter Artikel sey, um den Preis seiner Allianz mit Ruß⸗ land festzusetzen, und daß wir ihm helfen, sich bezahlt CB sodann zeigen Sie, daß dieser Preis Null sey. Wenn wuͤrfe sich nicht gegenseitig vernichten, so sind sie an alle 68. i⸗ nette, weniger eines, eben so gut wie an Herrn Guizot, Wenn z. B. das Protokoll vom 13. Juli, eine Spezial⸗Conven⸗ tion, um die Unabhaͤngigkeit der Meerengen zu sichern, das allge⸗ meine Prinzip des Europaͤischen Rechts schwaͤcht, statt es zu ver⸗ staͤrken, so ist dies der Fehler aller Kabinette eben so gut wie der des Herrn Guizot. Wenn diese Convention, indem sie an die Stelle des Traktats von Unkiar⸗Skelessi tritt, die Protestationen des westlichen Europa's gegen diesen Traktat entkraͤftet, so ”5 der Fehler aller Kabinette eben so gut, wie der des Herrn Gui⸗ zet. Oh! wenn man zu gleicher Zeit so viele ausgezeichnete Staats⸗ maͤnner, die das Schicksal dieser Welt leiten, angreift, so verletzt man Niemand, auch wenn man Ihr Talent besitzt. men, Herr Guizot haͤtte sich geirrt, so werden Sie doch zugeben, daß es in guter Gesellschaft geschehen ist. M“ „Und endlich, um einen anderen Einwurf derselben Art gegen das letzte Protokoll zu beantworten, wenn das ausschließliche Pro⸗ tektorat Rußlands uͤber das Tuͤrkische Reich von seiner Naͤhe bei Konstantinopel, von seiner Lage am Schwarzen Meere wenn weder in einem Traktat von Unkiar⸗Skelessi eine Garantie, noch in der Convention vom 13. Juli ein Hinderniß hinzugefuͤgt worden ist, so ist dies weit mehr der Fehler der Natur, als des Herrn Guizot, weit mehr als irgend Jemandes.

„Ich will nichts verhehlen. Sie bemerken mit Recht, daß, um die Unabhaͤngigkeit der Tuͤrkei zu beschuͤtzen, es weit wirksamer gewesen waͤre, die Meerengen zu oͤffnen, als sie zu verschließen. Konstantinopel waͤre dann unter die unmittelbare Aufsicht aller Seemaͤchte gestellt worden. Dies war die Politik des 12, Mai; aber zur Zeit des engen Buͤndnisses mit England welches, merken Sie wohl auf, ein groͤßeres Interesse an der Wirksamkeit dieser Aufsicht hnt als wir. Wenn die Convention vom 13. Juli dies ge⸗ than haͤtte, dann wuͤrden Sie das Kabinet beschuldigt haben, daß es England seinen Abfall theuer bezahlt haͤtte. Die Convention vom 13. Juli thut nicht so viel; nichtsdestoweniger thut sie etwas, das nicht ohne Wichtigkeit ist. Sie ist, wenn man ihren wahren Charakter bezeichnen soll, eine moralische Garantie fuͤr die Auf⸗ rechthaltung der Unabhaͤngigkeit der Tuͤrkei und des Friedens im Orient. Sie werden ausrufen, daß dann das Ministerium den Status quo erhalten wolle. Warum wuͤrde es dies nicht einge⸗ stehen? Dies Bekenntniß, verstehen Sie wohl, wüͤrde nicht bedeuten, daß es die von den vier Maͤchten zur Regulirung der Angelegenheiten des Orients angewendeten Mittel billige. Diese Mittel sind ohne Frankreich und, wenn Sie wollen, gegen dasselbe beschlossen wor⸗ den; aber Frankreich ist bald eingeschritten,

sie fuͤr die Zukunft darauf verzichten.

erichtet.

Frankreich stimmt daher freiwillig fuͤr die Fortdauer des Status quo. Sie beklagen sich daruͤber, daß Frankreich verpflichtet sey, gegen Jeden Partei zu nehmen, der den Status quo stoͤren wuͤrde. Glauben Sie nur, diese Kollektiv⸗Verpflichtung wird lange Zeit eine praͤventive Kraft haben und das Kabinet vom 29. Oktober ist loyal und aufrichtig in der Politik des Friedens.

„Hiernach zu untersuchen, welche besondere Allianzen zwischen Frankreich und diesen oder jenen Kabinetten aus dem neuen Zu⸗ staͤnde hervorgehen koͤnnten, das hieße prophezeien wollen. Ich werde Ihnen in diese Hypothesen nicht folgen. Waͤhrend nun gewisse Kabinette neue Allianzen schließen, giebt es eine, die sie gern aufloͤsen wollten, naͤmlich die Allianz,] welche sie gegen uns geschlossen hatten. Dessenungeachtet glauben Sie, daß alle jene Maͤchte stets bereit seyn werden, eine neue Coalition zu bil⸗ den. Dies ist Ihre Ueberzeugung, ich weiß es wohl, aber in dem Augenblick, wo sie sich so beeilten, die Coalition aufzulbsen, koͤmmt die Konjektur wenigstens nicht zu rechter Zeit; denn, noch einmal sey es gesagt, Frankreich war es, dem man Antraͤge und Zuge⸗ staͤndnisse gemacht hat; und diese nicht anzunehmen, waͤre waͤhr⸗ lich eine Thorheit gewesen.

„Dies Verfahren, welches das Kabinet befolgte und nicht umhin konnte, zu befolgen, betruͤbt Sie. Sie sehen darin das Aufgeben der Isolirungs⸗Politik, wie Sie in dieser letzteren das Aufgeben der Aegyptischen Politik gesehen haben; und Sie bekla⸗ gen diese aufeinander folgenden Dementis, die Frankreich sich selbst vor der ganzen Welt gegeben hat. Welches unerklaͤrliche Vorur⸗

theil in einem Geiste wie der Ihrige! Troͤsten Sie sich daher, mein Herr! Frankreich hat nichts widerrufen, nichts verleugnet; es hat weder die Aegyptische⸗, noch die Isolirungs⸗Politik aufge⸗ geben; es hat das logische Fortschreiten der von ihm eingenom— menen Stellungen benutzt; es hat die natuͤrliche Frucht seiner guten Entscheidungen geaͤrndtet. Da, wo Sie Widerspruͤche sehen sind nur Konsequenzen. So, ich erklaͤre es zur Ehre der Mini⸗ ster vom 1. Maͤrz, war die Note vom 8. Oktober voͤllig im Geiste der Aegyptischen Politik. Wenn diese Note die bewaffnete Erwartung, die Isolirung, statt des Handelns herbeigefuͤhrt hat, woran lag dies? Daran, daß das Wort Frankreichs genuͤgte, und daß es keiner Handlungen bedurfte. Ebenso die Isolirungs⸗ Politik: man kann nicht sagen, datz die Politik des Europaͤischen Raths damit einbegriffen war. Die Worte schließen sich aus; aber diese war die logische Folge jener: die eine fuͤhrte nothge⸗ drungen zu der andern. Wie kann man sich daher beklagen, daß der Weg verlassen worden sey, weil man am Ziele angekommen ist. Verzeihung, mein Herr, aber ich stelle mir einen Menschen vor, zu dem man sagt, er moͤge diesen oder jenen Weg nicht verlassen, der ihn dahin fuͤhre, wohin er gehen solle. Er verlaͤßt den Weg nicht, und kommt an; einmal angekommen, verlaͤßt er natuͤrlich den Weg und er macht sich Vorwuͤrfe daruͤber, ihn verlassen zu haben. 8 „Wahrlich, die Isolirung war gut an sich, so gut, daß sie ihren Zweck erreicht hat. Aber die Isolirung war ein Mittel. Man durfte sich fuͤr dies Mittel nicht bis zu einem solchen Grade leidenschaftlich einnehmen lassen, daß man das Resultat daruͤber vergaß. Ist dies nicht dasselbe, was Sie zu thun schienen? Die Isolirung erscheint Ihnen als ein so schoͤner Zustand, daß Sie ihn gewissermaßen dauernd und desinitiv machen möchten. Sie ersinden eine Art gemischter Isolirung, wo man zu⸗ gleich abwesend und anwesend, mit Allem und mit nichts be⸗ schaͤftigt, und unzufrieden seyn wuͤrde, ohne es zu sehr zu scheinen. Diese Phantasie⸗Politik koͤnnte man mit diesen Worten definiren: gesellige Isolirung, beschaͤftigte Unthaͤtigkeit und die Unzufrieden⸗ heit mit freundlicher Miene. Ich vergesse nicht die Wichtigkeit des Gegenstandes, sondern ich süche das Unbestimmte des Gedan⸗ kens durch den Widerspruch des Ausdrucks fuͤhlbar zu machen. „Was mich betrifft, so bin ich fuͤr die gut durchgefuͤhrte u nd gut ausgebeutete Isolixrung, wie Herr Jouffroy sagte. Die Isolirung, wie das gegenwaͤrtige Kabinet sie ausgefuͤhrt hat, trug diesen Charakter. Daher ihr Erfolg. Es versteht sich von selbst, daß Sie diesen Erfolg bekaͤmpfen, wie jeden anderen. Nach Ih⸗ rer Ansicht hat das Ministerium sich in seiner Stellung gefuͤrch— tet und sie verlassen. Sie erzaͤhlen sogar, wie die Maͤchte zu Werke gegangen sind, um Frankreich in die Falle zu locken oder es einzuschuͤchtern. Leider widersprechen sich ihre diplomatischen Romane. Bald sind es Preußen und Oestreich, welche Frankreich, indem sie es durch falsche freundschaftliche Demonstrationen taͤu⸗ schen, durch truͤgerische Vorspiegelungen einer innigen Allianz in den Europaͤischen Rath zuruͤckfuͤhren, und es bewirken, daß es eine Mystification fuͤr einen Erfolg haͤlt. Bald schuͤchtern dagegen dieselben Maͤchte in Verbindung mit den uͤbrigen, die Regieruug durch die Androhung einer Defensiv⸗Allianz ein. Man wuͤrde waͤhlen muͤssen: ist man durch Schmeicheleien oder durch Drohun⸗ gen zu Werke gegangen? Ich will nur bemerken, daß die Idee, das isolirte Frankreich durch eine Defensiv⸗Allianz zu schrecken, sehr sonderbar ist. Eine große Neuigkeit, die man da der Regie⸗ rung meldet! Ist die Defensiv⸗Allianz nicht stets ein integriren⸗ der Theil jeder Coalition?

„Es genuͤgt Ihnen uͤbrigens nicht, den gegenwaͤrtigen Zustand in seinen Ursachen anzugreifen, Sie greifen ihn auch in seinen Wirkun⸗ gen an. Dieser Zustand, sagen Sie ist vielleicht nur eine an die Stelle der Isolirung nach außen getretene Isolirung im Innern. Dies koͤnnte wohl einmal unter Kabinetten nach Ihrem Geschmack geschehen, d. h. unter Kabinetten, die begierig sind, Spaltungen in Europa zu erregen. Nun wohl! die Isolirung im Innern ist fuͤr dies Manover wohl der anderen werth. Herr von Talley— rand war im Innern isolirt, als er zu seinem Vortheil den gan⸗ zen Wiener Kongreß entzweite. Man braucht sich nur zu bemuͤ⸗ hen, gewandt zu seyn. Aber das gegenwaͤrtige Kabinet will nicht die ganze Welt entzweien. Es ist nicht fuͤr die abenteuerliche Po⸗ litik der Genugthuungen; es glaubt nicht, daß Frankreich dieselbe ergreifen muͤsse. Es hat das Vertrauen, daß Frankreich in dem Rathe nicht isolirt seyn wird, in den es zuruͤckzurufen man sich viele Muͤhe gegeben hat. Der ganze Vortheil der Ruͤckkehr Frankreichs in den Europaͤischen Rath bleibt folglich ungeschmaͤlert. .

„Ich bin alle Ihre Beschwerden gegen das vom 29. Oktober archgsgangen 1b ich aus dieser Eroͤrterung

jegreich folgende Schluͤsse ziehen zu koͤnnen: hat keine dreilfache Polltik gegeben: eine Aegyptische, eine Isolirungs⸗Politik und eine dritte, die des Europaͤischen Raths. 8 „Das Kabinet vom 29. Oktober hat uns daher nicht al maͤ⸗ lig von der einen zu der anderen uͤbergehen oder herabsteigen lassen.

geschritten, um die Ausfuͤhrung derselben zu hintertreiben, und die Ausfuͤhrung ist öunterblieben; und indem es jetzt durch das neue Protokoll die fruͤhere Anwen⸗ dung derselben keinesweges ratifizirt, erklaͤren die vier Maͤchte, daß Was den Status quo be⸗ s ist derselbe nicht, wie Sie behaupten, gegen Frankreich eveg Es 8 hierbei auf edle Art die Hand geboten, und GbG Kabinet vom 1. Maͤrz gebuͤhrt die Ehre der Initiative;

„Es giebt nur eine Politik, welche die Ehre und die Inter⸗ essen Frankreichs zum Zweck hat und die nach Verhaͤltniß desse⸗ nigen, was sie erlangte, sich modifizirte; die ihre Macht vermin— derte, wenn der Widerstand sich verminderte.

„Die Note vom 8. Oktober ist von dem Kabinet angenom⸗ men und vollstaͤndig ausgefuͤhrt worden.

„Der Pascha von Aegypten ist das geworden, was er nach der Note seyn sollte: und er ist dies durch den Einfluß der Fran⸗ zoͤsischen Regierung.

.

„Das Kabinet hat zwei Konzesstonen statt einer erhalten: dle erste fuͤr Aegypten durch den Hattischerif vom 1. Juni; die zweite fuͤr Frankreich durch das Protokoll, welches den Juli⸗Traktat aufhebt.

Kabinet ist, um aus seiner Isolirung herauszutreten, Europa nicht entgegengekommen, sondern Europa ist ihm entge⸗ gengekommen.

„Es hat durch seine Unterschrift die von den vier Maͤchten im Orient angewendeten Maßregeln gebilligt.

„Die vier Maͤchte haben auf diese Mittel fuͤr die Zukunft verzichtet. .

„Um in den Eurovaͤischen Rath zuruͤckzukehren, hat es Be⸗ dingungen gestellt, und man hat sie angenommen; es wollte keine Bedingungen annehmen und man hat ihm keine gestellt.

„Die Convention vom 13. Juli ist wenigstens eine moralische Garantie fuͤr die Unabhaͤngigkeit des Tuͤrkischen Reiches und fůr die Erhaltung des Friedens im Orient.

„Durch die Ruͤckkehr der Regierung in den Europaͤischen Rath ist nicht die Isolirung im Innern an die Stelle der Isolirung nach außen getreten, und man kann daraus alle Vortheile ziehen, die sie darbietet.

„Der Pascha von Aegypten weiß, was er Frankreich schuldig ist, und unser Einfluß in Alexandrien nimmt immer mehr zu.

„Der Sultan hat aus den Resultaten die Weisheit der Fran⸗ zoͤsischen Regierung und ihre wahrhafte Sympathie fuͤr sein Reich erkannt; und unser Botschafter in Konstantinopel hat wieder eine thaͤtige und maͤchtige Rolle angenommen.

„Dies sind die Handlungen, dies sind die Resultate, die durch eine ruhige und feste Politik, ohne außerordentliche Mittel und ohne Verlust der Ehre erlangt worden sind.“

Metrorologische Beobachtungen.

Abends 10 Uhr.

Nachmittags 2 Uhr

1841. 17. Oktober.

Morgens Nach einmaliger

6 Uhr.

Beobachtung.

Luftdruck. 330,74 Par. 332,12 2 Par. 332,24 Par. Quellwärme 8,00 R. Luftwärme ... 1 5,8° 1 + S,79H. + 77,60 . Thaupunkt ... + 5,0°9 R. + H- R. + 6,9° 118 Dunstsättigung 91 pCt. 89 pCt. 90 pCt. Wetter regnig. trübe. Regen. Wind W. 8188 W. Wolkenzug... W.

Flusswärme 9,1 ° R. Bodenwärme 9,90 K. Ausdünstung 0,039 Rh. Niederschlag 0,09 8 Rh. Wärmewechsel + 8,8°. + 5,909. 331,79“Par. +† 7,40 R. + 5,50° R. 90 pCt. W.

Tagesmittel:

11hxbb 1841.

1b6 111 Den 18. Oktober

8 Pr. Cour. Fonds. . 8 Geld.

S e.

Pr. Cour.

Aectien.] Brief.]Geld.

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St. Schuld-Sch. 4

Pr. Eugl. Obl. 30. Präm. Sch. der Sechandlung. 80 Kurm. Schuldv. 102 ½ Brl. Anh. Eisenb. Berl. Stadt-Obl. 4 103 do. do. Prior. Act. Elbinger do. * 2 2 Düss Elb. Eisenb. Danz. do. in Th. do. do. Prior. Act. Westp. Pfandbr. 3 ¼ Rhein. Eisenb. Grossh. Pos. do. * Ostpr. Pfandbr.

Pomm. do.

120 119½ 102 110½ 109 ½ 102 ¼ 103 ½ 102 ¾ 93 1032

2⁷ 93 ¾

104 102

103

Brl. Pots. Eisenb.

do. do. Prior. Act.

Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Aect

Gold al marco 211 Friedrichsd'or Andere Goldmün-

zen à 5 Th.

Disconto

Kur- n. Neum. Jo. *.

100

Schlesische do.

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 14. 0Okt. Niederl. wirkl. Schuld 51 ℳ7%. 5 % 4o. 99 ⁴½. Kanz. Rill. 25 %. 5 ½ Span. 17 27. Passive. —. Ausg. —. LZinal. —. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 105.

AntGEen 13. Oke Zin.. 16 ½ Br.

Frankfurt a. M., 15. Okt. Oesterr. 5 % Met. 107 %. 106 ⅞. 4 99 . 2 ½ 55 % Br. 19 24 ½ Br. Bank-Act. 1886. 1884. Partial -Obl. —. Loose zu 500 Fl. 137 ½. 137 ½. Loose u 100 . pgr Präm. Sch. 80 ½¼ G do. 4 ½ Anl. 102 G. Poln. Loose 74 G. 5G Span. Anl. 18 ½. 18 ½. .

5 Preuss.

Holl. 50 ½. 50.

Eisenbahn -Actien. Sst. do. linkes —. München-Augsburg —. Dresden 100 ¼ G. Köln -Aachen 97 ½ Br.

Hamburg, 16. Okt. Bank-Actien 1570 Br. Engl. Russ. 107 ¼.

Paris, 13. Okt. 5 ½ Rente fin scour. 115. 3 ½ Rente fin cour. 79. 50. 5 Neapl. fin cour. 104. 80. 5 ½ Span. Rente 21 ¼. PE 8

Wien, 13. 0kt. 5 % Met. 105 ½. 4 98 ½. 3 9 741 ¼. 2 ¾ 9, —. Bank-Actien 1542 ½. Aul. de 1834 684 ½. de 1839 18 8

0

Versailles rechtes Ufer —. Strassburg -Basel 245 Br. Leipzig-

Germain —.

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Königliche Schauspiele.

Dienstag, 19. Okt. Im Opernhause: Zum erstenmale wie⸗ derholt: Der Guitarrespieler, Oper in .3 Abth., nach dem Fran⸗ zoͤsischen des Scribe, bearbeitet von Gruͤnbaum. Musik von Ha⸗ levy. (Dlle. Tuczek: Sara de Villareal.)

Im Schauspielhause: La première représentation qde: Ar- gentine, vaudeville nouveau en 2actes. (MIle. Edelin remplira se röle T'Argentine.) Le spectacle commencera par: Une po- sition délicate, vaudeville en 1 acte.

Mittwoch, 20. Okt. Im Schauspielhause: Die beiden Aerzte, Lustspiel in 3 Abth., von Baumann. Hierauf: Die Wiener in Berlin, Posse mit Gesang in 1 Akt, von Holtei. (Dlle. Gruͤn⸗ baum: Louise von Schlingen.) 8

Donnerstag, 21. Okt. Im Schauspielhause: von der Else, Schauspiel in 5 Abth., von C. Blum.

Freitag, 22. Okt. Im Opernhause: Robert der Teufel, Oper in 5 Abth., mit Ballet. Musik von J. Meyerbeer. (Dlle. Tuczek: Isabelle.)

Im Schauspielhause: Fränzoͤsische Vorstellung.

Die Herrin

* Königsstädtisches Theater.

Dienstag, 19. Okt. Zum erstenmale: Ein Glas Weißbier, oder: Ursachen und Wirkungen. (Parodie des Lustspiels: „Ein Glas Wasser“.) Lustspiel in 2 Akten von Hallenstein. Hierauf: Rataplan, der kleine Tambour. Vaudeville in 1 Akt.

Mittwoch, 20. Okt. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Au Hoͤchsten Befehl: Lucia di Lammermoor. Opera in 3 Atti, Poesia del Sgr. Salvatore Cammarano. Musica del Maestro Gaetauno Donizetti. (Signora Laura Assandri: Lucia, als Debuͤt.)

Donnerstag, 21. Okt. Der Talisman. Posse mit Gesang in 3 Akten, von J. Nestroy.

edacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Verantwortlicher R

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Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

v1

gen, ohne sich mit dem wahren Vortheile teressen sie vertreten sollen, zu beschaͤftigen. ben aus Straßburg hat der Minister der oͤffentlichen Angelegen⸗ heiten, Herr Teste, bei seiner Anwesenheit dem dortigen Munizi⸗ pal⸗Rath erklaͤrt, daß man an eine Eisenbahn Straßburg noch nicht denken koͤnne. werde zunaͤchst eine von Paris nach Dijon angelegt werden,

aaller Zweifel, ob das Reisen

verstorbenen Johann Christian Foͤlkers ist Wittwe und schaftliche Liquidations⸗Prozeß dato eroͤffnet worden. Alle diejenigen, welche Anspruͤche an die Nachlaß⸗ Masse haben, werden daher aufgefordert, diese ihre Forderungen in dem dazu 1b Se;ta e.; Vormitta g98 9 Uhr, vor dem ernann⸗ Stadtgericht zu Berlin, den 25.

W1 1 Das in der Brunnenstraße Nr. e . 1 Nachlaß des Zimmergesellen Rabe ge Geun ständiger nlich oder durch einen zulaͤssigen mit voll⸗ stuͤck, gerichtlich abgeschaͤtzt zu 5071 Thlr. 28 Sgr., soll ihnen der ligten, wozu ihnen be⸗

ben Deputirten vem Stadtgericht hierselbst

der Hoffiskal Dehmel die Justiz⸗Kommissarien geschlagen

belegene Garten nebst Stall, zur

Beilage zur

Frankreich. Metz, 11. Okt. Die Aufmersamkeit des hiesigen Publi⸗ kums wird jetzt sehr von der projektirten Eisenbahn nach Saar⸗ bruͤck in Anspruch genommen. Die Untersuchungen des Terrains durch zwei besonders dazu bestimmte Ingenieurs haben bereits begonnen, und es waͤre wahrlich zu wuͤnschen, daß der Plan zur Ausfuͤhrung kaͤme, denn wie im ganzen uͤbrigen Frankreich, so wird auch in unserem Departement der Mangel an raschen und wohlfeilen Communications⸗Mitteln taͤglich fuͤhlbarer. Die Eisen— werke vorzuͤglich stocken aus Mangel an Brennmaterialien. Die auf der Graͤnze gelegenen finden Aushuͤlfe in den Forsten und Kohlenwerken der Nachbarlaͤnder, die unbedeutende Entfernung macht dort den Preis der Holz⸗ und Steinkohlen ertraͤglich; diese Ressourcen fehlen aber den Eisenwerken und Huͤtten in der Cham— pagne, in Isle de France und uͤberhaupt im Innern des Landes; sie sind auf ihre Waldungen beschraͤnkt, und diese lichten sich im⸗ mer mehr durch fortwaͤhrende Holzschlaͤge und uͤbertriebene Kon⸗ zessionen zu Urbarmachungen. Das einzige Mittel, dem wachsen⸗ den Uebel abzuhelfen, sind rasche und wenig kostspielige Transport⸗ mittel, wodurch die Kohlen aus den Nachbarlaͤndern zu einem Preise benutzt werden koͤnnen, der die Konkurrenz mit dem Auslande moͤglich macht, denn der merkantilische Wohl⸗ stand eines Volkes laͤßt sich nur auf fremden Maͤrkten beurtheilen. Aber die Frage, die Eisenbahnen in Frankreich betreffend, ist noch nicht entschieden, und unsere Kanaͤle bieten nur ungenuͤgende Vor— theile. Der Staat besoldet mit großen Kosten ein Ingenieur— Lorps unter dem Namen der Verwaltung des Bruͤcken⸗ und Wegebaues. Dieses Corps aber denkt nur daran, sich einen wissenschaftlichen Namen zu machen, ohne sich besonders darum e. . 7f . : g* zu bekuͤmmern, ob seine Arbeiten von durchgreifendem Nutzen fuͤr das Land sind. In der That, unsere Kanaͤle sind nach einem großartigen Plan tracirt, sie sollen gewisse Fluͤsse, gewisse Meere verbinden, aber man beruͤcksichtigte dabei nicht, ob ihr Lauf auch die Entwickelung dieses oder jenes Industrie⸗Zweiges beguͤnstigen duͤrfte, und anstatt einen Kanal auf mehreren passenden Punkten gleichzeitig zu beginnen, um ihn so theilweise und in moͤglichst kurzer Zeit dem Handel zu uͤberliefern, hat man enorme Linien konstruirt, die, auf beiden Endpunkten angefangen, eben so großen Kosten⸗ als Zeitaufwand erheischen, ohne bis jetzt von Nutzen fuͤr die Schifffahrt gewesen zu seyn. Was die Anlegung von Eisen⸗ bahnen betrifft, so hat diese sich noch keiner besonderen Aufmerk⸗ samkeit von Seiten der Regierung zu erfreuen gehabt. An Geld fehlt es nicht, denn unser Budget fuͤr die oͤffentlichen Arbei⸗ ten uͤbertrifft das eines jeden anderen Staates; aber lei⸗ der wird der groͤßte Theil der Summen auf Triumph⸗ bogen, Verschoͤnerungen ꝛc. verwendet. Zur Anlegung von Eisen⸗ bahnen zwischen Punkten, die, von nur partiellem Nutzen, nicht vom Gouvernement selbst unternommen werden, giebt es nur Ein

Mittel, naͤmlich dieses, daß die betreffenden Staͤdte den Actionai⸗

ren ein Minimum der Interessen garantiren; nur in diesem Falle

werden die Kapitglisten geneigt seyn, ihre Fonds herzugeben. Dies

gilt namentlich fuͤr die Bahn von hier nach Saarbruͤck, aber lei⸗ der ist es bei uns nicht besser als in den uͤbrigen groͤßeren Staͤdten Frankreichs. Die Munizipal⸗Versammlungen sind in politische Kampfplaͤtze ausgeartet, auf denen die Parteien mit einander rin⸗ der Buͤrger, deren In⸗ 9 ,à, 7 1 dach einem Schrei⸗

von Paris nach Aus strategischen Gruͤnden hier⸗ auf eine von Marseille nach Lyon und dann erst die von Straß— burg nach Paris. öI

Belgien. Ein Bruͤsseler Blatt, l' Eclair, bringt zur Beschwichtigung auf Eisenbahnen gefaͤhrlicher sey, als auf den Landstraßen, einen Uebersichts⸗Artikel uͤber alle Unfaͤlle auf den⸗Belgischen Bahnen, und Jeder wird sich uͤberzeugen, daß deren Anzahl in diesem Lande fast Null ist. Die Englaͤnder und vorzugsweise die Amerikaner sind an den bei ihnen haͤufiger vor⸗ kommenden Unfaͤllen selber Schuld. Im Eclair heißt es unter Anderem: „Die erste Section der Eisenbahn (von Bruͤssel nach Mecheln) wurde am 1. Mai 1835 eroͤffnet; seitdem verzweigte sie sich weiter und weiter bis auf ungefaͤhr 75Lieues. Nun gut, auf die vie⸗ len Millionen von Reisenden in diesen sechs Jahren, wie viel Menschen kamen zu Tode? Erst einmal abgesehen von dem Eisenbahn⸗Perso⸗ nale, welches speziellere Gefahren als die Passagiere zu bestehen hat, und abgesehen von den Individuen, welche notorisch durch

eigene Unvorsichtigkeit Gefahr litten wie viele Passagiere ka⸗ men um? Ein einziger! Und zwar ein alter Mann, Lefort. Ein Zusammenstoß der Wagen beim Zuge warf ihn um; er fiel sei— nen Mitreisenden in die Arme und starb sogleich; ihm war wahr⸗ scheinlich ein Gefaͤß in der Brust gesprungen. Und er ist nicht bloß der einzige Passagier, der ohne seine Schuld unterweges umkam, sondern es kam vor⸗ und nachher auch nur ein einziges Individuum, der Buͤr⸗ germeister Vandernoot de Vredem aus Alost, ohne Schuld in Lebensge⸗ fahr; er wurde an der Brust verwundet, ist aber laͤngst wieder gesund. Ein Convoi Soldaten stuͤrzte bei Tirlemont um, sieben oder acht fielen auf den Bahndamm und bekamen einige leichte Quetschungen; das war Alles: ein Reisender fiel von der Einstei⸗ getreppe, auf der er absolut stehen bleiben wollte, und kam um; ein Anderer brach beide Beine und starb, weil er, waͤhrend der Zug schon in Bewegung war, noch einsteigen wollte; ein Ande⸗ rer starb, weil er auf die Warnung nicht fruͤh genug zur Seite sprang; ein Fußgaͤnger kam um, weil er unerlaubter Weise an einer verbotenen Stelle uͤber die Bahn ging. Doch keiner dieser Unfaͤlle darf der Verwaltung zur Last gelegt wer⸗ den; alle waren Folgen der Unvorsichtigkeit seitens der Passagiere oder Fußgaͤnger! Mit diesem einen ohne seine Schuld umgekommenen und dem anderen ebenfalls ohne sein Versehen schwer verwundeten Passagier vergleiche man einmal die Masse von Ungluͤcksfaͤllen, welche in sechs Jahren bei solcher Menge von Reisenden auf den Landstraßen durch Wagen und Pferde vorge— fallen seyn wuͤrden, ganz davon abgesehen, daß die Eisenbahn⸗ Conducteure u. s. w. trotz allem Anscheine des Gegentheils bei weitem keinen so gefaͤhrlichen Dienst haben, wie die Postillone und dergleichen. Wir schlagen nicht zu hoch an, wenn wir z. B. die Reise aller Einzelnen auf den Belgischen Eisenbahnen seit 6 Jahren zu 1 Millionen Mal zehn Lieues berechnen. Jetzt nehmen wir einmal einen Messagerieen⸗Dienst zwischen Bruͤssel und Gent an, welcher taͤglich dreimal und jedesmal sechzehn Reisende hin- und zuruͤck— faͤhrt, also 96 Reisende taͤglich, also etwa eine Million in dreißig Jahren: welche Unternehmung solcher Art hat im Verlust fast eines Drittel-Saͤkulums nur einen einzigen Todten aufzuweisen, dessen Leben sie zu verantworten hat? Doch muͤssen wir hinzu⸗ setzen, daß bei der Eisenbahn sowohl von Seiten der Verwaltung, wie der Passagiere, auch deshalb um so mehr Vorsicht noͤthig ist, weil fast jeder lebensgefaͤhrliche Sturz zugleich toͤdtlich wird. Denn unter Allen, welche auf den Belgischen Eisenbahnen ein oder beide Beine verloren, hat nur ein Einziger die Amputation uͤberlebt!“ 8

Oesterreich.

Pesth, 7. Okt. (A. Z.) Gestern Abends zwischen 6 und 7 Uhr ward unsere Stadt von einem furchtbaren Orkan heimge⸗ sucht, der besonders in der Gegend der Schiffbruͤcke große Ver⸗ heerungen anrichtete. Die Schiffbruͤcke selbst ward an zwei Sei⸗ ten gesprengt und ist bis auf diesen Augenblick noch nicht gang⸗ bar. Ein Theil der Kupfer⸗Bedachung des Deutschen Theaters und das ganze Kupferdach des einen Bruͤcken⸗Mauthhauses wur⸗ den abgerissen und andere Daͤcher, auch jenes des Ungarischen National⸗Theaters, stark beschaͤdigt. Man erinnert sich hier keines aͤhnlichen Elementar⸗Ereignisses, das von einigen fuͤr eine Wind⸗ Hose gehalten wird. Der Barometer war an diesem Tage tief gefallen.

—..—

1u

Erfurt, 13. Okt. In dem erst jetzt veröffentlichten Jah⸗ res⸗Bericht des hiesigen Gewerb⸗Vereines fuͤr das Jahr 1840 findet sich ein in der General⸗Versammlung am 2. Februar d. J. gehaltener Vortrag, in dem einer bemerkenswerthen litho⸗ graphischen Erfindung Erwaͤhnung geschieht. Es heißt daruͤber: „Ein beachtenswerther Dienst ist der Wissenschaft durch ein Mit⸗ glied unseres Vereins, den Buchdrucker Herrn J. J. Uckermann, geleistet worden. In dem erfolgreichen Streben unserer Zeit, das

Gebiet des Wissens durch neue Entdeckungen und durch hoͤheren Aufschwung des Geistes zu erweitern, ist es von einleuchtender Wichtigkeit, auch den Schaͤtzen der Weisheit immer tiefer nach⸗ zugraben, welche das Alterthum uns hinterlassen hat. Aber es ist schwierig, zu den Quellen zu gelangen. So manche alte Hand⸗ schrift ruht in den Bibliotheken, ohne daß ihr Inhalt bekannt ist, und ohne daß diejenigen, welche Kraft und Beruf haben, ihn zu erforschen und gemeinnuͤtzig zu machen, sich Einsicht davon ver— schaffen koͤnnen. Unserem Mitgliede war es vorbehalten, hierzu das Mittel darzubieten, und er hat seine Erfindung be⸗ reits auf die gelungenste Weise ins Werk gesetzt. Dieselbe lehrt, von einer alten Handschrift, einem Buche, einer Zeich⸗

Allgemeiner Anzeiger für die †2.

Bekanntmachungen.

1111A“ Ueber den Nachlaß des am 25. November a. pr. 1

hiesigen Kaufmanns

rermeisters Ludwig

auf den Antrag seiner

auf den 25. Novem⸗

Herrn Gerichts-Rath Paschke auf

angesetzten Termin ent⸗

zu versehenden Bevollmaͤch⸗

n Sattig und Schiemann vor⸗

. Diejenigen, welche ungehorsam ausbleiben, wer Beka öö ungen nur an dasienige gung der sich Glogau, den 10. Juli 1841. Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht. artmann.

Nothwendiger Verkau 1

f Sohn des Baͤckermeisters Joͤachim Andreas Broͤ

Land⸗ und Staͤdtgericht zu Brandenburg, sigke, hier am 1

„dden 7. Oktober 1841. Der allhier vor dem Rathenower Thore sub No. 70 erbschaftlichen Li⸗

quidations-Prozeß⸗Masse des veestorbenen Tuchschee⸗,

des Hypothekenbuchs, abgeschaͤtzt auf 250 Thlr. 20 S gr. 1 1 Pf., zufolge der nebst Hypothekenschein und Be⸗ und Gastwirths dingungen in der Registratur einzusehenden Taxe, soll 1 3 am 10. Februar 1842, Vorm. 11 Uhr, Erbin Louise gebornen Floͤder der erb⸗ vor dem Herrn Assessor Siemon an ordentliche richtsstelle subhastirt werden.

Nothwendiger Verkauf.

am 27. Mai 1842, ermangelnder Bekanntschaft an der Gerichtsstelle Justiz⸗Rath Ziekursch und Hypothekenschein sind 1 werden 3 Die unbekannten Realpraͤtendenten ren Richtigkeit nachzumehrend anzumelden und de⸗ der Verwarnung der Praͤkluston vorgeladen in d Termine den aller ihrer Vorrechte 1 4 b erklaͤrt und mit ihren Förbee die Masse fuͤr verlustig verwiesen werden, was nach Iefrinh

Fzn, s nach Befried meldenden Glaͤubiger etwa übrig bleio

Folgende verschollene Personen: b 1) Der Weber Johann Heinrich Goͤhl, 38 Jahr

welchen 12 Thlr. num vorhanden sind. 3) Der Kutscher Christian Friedrich Wilhelm Nit⸗

r Ge

J“ ser Personen, werden auf

September 1841. 33 belegene zum geladen

und haben sich Vormittags 11 Uhr, subhastirt werden. Tare und melden, widrigenfalls ihre nd in der Registratur einzusehen. gen 3 werden und verabfolgt werden wird.

nntmachung.

lgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung No 290.

(nung vollkommen getreue Abdruͤcke zu liefern.

vor 25 Jahren nach Amerika begeben haben soll, bedienen, wird durch vortheilhaft und dessen Vermoͤgen im Betrage von 67 9 Sgr. 8 Pf. bei uns deponirt ist.

4) Der Unteroffizier Christian Meinicke vom vor maligen Regimente de la Motte Fouqus, 1 1770 abwesend, dessen Vermoͤgen 162 Thlr. be⸗ muͤht seyn. traͤgt und ad depositum geliefert ist, 1

so wie die unbekannten Erben und Erbnehmer die⸗

den 6. August 1842, Vormittags 10 Uhr, vor den Herrn Kammergerichts⸗Assessor Wolff vor⸗ be. entweder persoͤnlich oder ]* gehoͤrige Grund durch einen gehoͤrig legitimirten Mandatarius, wozu Justizrath Tollin und der missarius Sello in Vorschlag gebracht werden, II161 Lodes⸗Erklarung erfol⸗ 1 und ihr Vermoͤgen den bekannten Erben, in unter deren Ermangelung aber dem Fiskus zugesprochen Potsdam, den 28. September 1841. Koͤnigliches Stadtgericht hiesiger Residenz.

Dem Originale werden, ohne daß es selbst im Geringsten dabei leidet, die Schrift⸗ zuͤge und Figuren (durch chemische Huͤlfsmittel) entnommen und auf eine dazu besonders vorbereitete Steinplatte uͤbertragen. Eine von dem gewoͤhnlichen Verfahren abweichende Behandlung macht sie dann zum Abdruck faͤhig, dergleichen Abdruͤcke koͤnnen 2 3000, unter Umstaͤnden noch mehr, entnommen werden, und waͤhlt man dazu ein dem Originale gleiches Papier oder Pergament, so wird die Aehnlichkeit der Abdruͤcke mit dem Urbilde so groß, daß man jene von diesem kaum unterscheiden kann. Es liegen hier einige im Oktober v. J. fuͤr den Philologen⸗Verein abgedruckte Blaͤtter alter Handschriften vor und ein Abdruck des von Dr. Moͤller in Gotha herausgegebenen Liber climatum auctore Aba ishac el faresi vulgo El Issthachri, welcher den im Jahre 1173 geschrie⸗ benen Gothaer Kodex der Arabischen Geographie Issthachri's mit seinen großen runden Schriftzuͤgen und kolorirten Titeln und Charten in taͤuschender Uebereinstimmung wiedergiebt und diese nur in Einem Exemplar noch vorhandene und ungeachtet sorgfaͤl⸗ tigster Verwahrung ihrer Aufloͤsung entgegengehende alte Hand⸗ schrift der Zukunft sichert und allen Gelehrten zugaͤnglich macht.“ —— revege Wicsenschakt, unct und Literatur. * 8

Koͤnigstaädtisches Theater. Auf dieser Buͤhne wurde das Geburtsfest Sr. Majestaͤt des Koͤnigs durch eine Kantate von Sperati gefeiert, welche die Mitglieder der Italienischen Oper ausfuͤhrten. Daran schloß sich die Darstellung des Meisterwerkes der neueren Tonkunst Italiens, des Othello“ von Rosstni, welche vorgestern wiederholt wurde. So oft man auch diese Oper von unseren Deutschen Saͤngern hier schon gehoͤrt, sie wird durch den Verein der schoͤnsten Melodieen mit einer Tiefe der Empfindung und mit einem Aufschwung zu tragischer Erhabenheit, wie wir beides letztere selten und kaum noch einmal in diesem Maße bei Rossini finden, stets ein willkommener Genuß auch fuͤr diejenigen bleiben, welche dem leichtfertigen Charakter der modernen Italienischen Musik ab⸗ hold sind. Koͤmmt nun noch das Interesse hinzu, welches die Anschauung eines solchen Werks in dem ihm eigenthuͤmlichen natio⸗ nalen Kolorit, von Saͤngern seiner Heimath und in ihrer Sprache ausgefuͤhrt, darbieten muß, so ist zu erwarten, daß sich auch an ge⸗ woͤhnlichen Theater⸗Abenden oͤfters ein zahlreiches Auditorium dazu einfinden wird, wie denn gleich die vorgestrige zweite Vorstellung der⸗ selben Oper wiederum recht besucht war. Die Ausfuͤhrung der bei⸗ den Hauptrollen darin, des Othello und der Desdemona, hatte sich besonders sehr lebhaften und verdienten Beifalls zu erfreuen, doch trug auch das uͤbrige Personal, wenigstens von Seiten des Gesan ges, zu der guͤnstigen Aufnahme der Vorstellung bei. Den Othello lang Herr Vitali mit suͤdlicher Gluth und energischer Wahrheit des Ausdrucks; Mimik und Action entsprachen ebenfalls dem aus rit⸗ terlichem Sinn, edlem Stolz und wilder Wuth gemischten Cha⸗ rakter der Rolle. In der Partie der Desdemona debuͤtirte hier zum erstenmale Signora Assandri, welche uns als Prima⸗ donna der Italienischen Oper zu Paris angekuͤndigt war. Wenn sie nun auch dort nicht gerade erste Partieen gesungen, denn uͤber ihr standen die Perstani, und die Grist, so daß sie bei der Ver⸗ theilung der Rollen die dritte in der Reihe war, zeigte sie sich doch durch ihre hiesige Leistung als Desdemona zur Primadonna sehr wohl befaͤhigt, und wie wir hoͤren, ist sie auch als solche schon bei der Italienischen Oper zu Barcelona engagirt gewesen. Signora Assandri ist im Besitz schoͤner physischer Mittel und hat ihre Ge⸗ sangsbildung offenbar der besten Schule zu verdanken. Musik⸗ freunde, welche die Grisi in Paris gehoͤrt haben, versichern, daß deren Vorbild aus Gesang und Spiel der Sra. Assandrt un⸗ verkennbar hervorleuchte. Ihre Stimme hat den vollen Sopran⸗ Umfang und ist sonor, rein und kraͤftig. Obgleich sie an zwei Abenden hinter einander die anstrengende Partie der Desdemona aus⸗ zufuͤhren hatte, war doch bei der Wiederholung nur in der Romanze und dem Gebete des letzten Aktes, welche lange anhaltendes Portament erfor⸗ dern, ein Anflug von Ermattung des Organs zu spuͤren; dagegen sang Sra. Assandri die leidenschaftlichen Scenen ohne merkbare Anstrengung, und ihre Stimme behielt auch bei vollem Gebrauch derselben in den hoͤch sten Toͤnen immer noch ihren Wohlklang. Was also den materiel⸗ len Theil des Gesanges betrifft, so haͤtte Sra. Assandri nur an die Passagen und Koloraturen, die mitunter, beson ders die chromatischen Laͤufe, nicht ganz glatt und rund herauskommen, noch die letzte Folie anzu⸗ legen. In geistiger Hinsicht ist der Vortrag der Saͤngerin im Ganzen ge⸗ schmackvoll und edel, aber er wuͤrde durch mannigfaltigere Nuͤanzirung noch gewinnen; ihr Ausdruck ist lebhaft und beredt, doch wuͤnschten wir mehr innere Waͤrme als Grundlage der äußeren Leidenschaftlichkeit; ihr Spiel endlich wuͤrde noch wirkungsreicher seyn, wenn Ruhe und Bewegung in der Action mehr abwechselten. Die guͤnstigen Anlagen aber, mit denen Sra. Assandri von der Natur fuͤr die dramatische Darstellung ausgestattet ist, sind indeß ohne Zweifel noch einer wei⸗ teren Entwickelung faͤhig, und auch auf ihrer jetzigen Kunststufe wird sie eine Hauptzierde der Ftalienischen Gesellschaft des Koͤnigstaͤdtischen Theaters seyn und vermoͤge des Umfangs und der Staͤrke ihrer Mit⸗ tel die Auffuͤhrung mancher heroischen und tragischen Oper moͤglich machen, die wir sonst haͤtten entbehren muͤssen. 10.

Staaten.

sche, am 9. Maͤrz 1774 geboren, welcher sich und den billigsten Offerten anderer Haͤuser gemaͤß zu

¹

aft gelegene Lokalitaͤten Thlr. im Magdeburger Bahnhofe hierselbst bestens unter⸗ stuͤtzt, und indem ich Sie um recht haͤufige Zuwen⸗ dung Ihrer werthen Befehle bitte, werde ich Ihr mir seit zu schenkendes Vertrauen stets zu rechtfertigen be⸗

Leipzig, im Oktober 1841. 8 Joh. Friedr. Oehlschlaeger.

Die Dampfschiffe der Hanseatischen Dampfschiff- fahrts-Gesellschaft

Ihn G Capt. Bridge, EET11

b Capt. Bohn, 8 jedes grols ca. 500 Tons und mit eleganten Kajüten versehen, haben am 28. August ihre regelmälsigen Fahrten begonnen und werden von nun an jeden Freitag Abend von Ham b urg und Hull ihre Fahr- ten fortsetzen.

Da bei der Erbauung dieser Schiffe, der ersten

Justiz⸗Kom⸗

hiesiges werth Kommissions⸗ und in Verbindung des mir

—2.

20 Sgr. riges Bestreben,

Bei Eroͤffnung der regelmaͤßigen Eisenbahn⸗Guͤter⸗ alt, dessen Vermoͤgen in 57 Thlr. 29 Sgr. 5 Pf. zuͤge zwischen hier und Berlin beehre ich mich, mein und der Haͤlfte des Grundstuͤcks an der Naue⸗ ner Communication hierselbst No. 22,

550 Thlr., besteht. 2 . kon

2) Der Baͤckergeselle Carl Ludwig Broͤsigke, ein Direction de r Magdeburg⸗Leipziger Eisen⸗dass die Mitglieder de

Oktober 1761 geboren Fe vebis⸗Fessh asch 2* 81ene Tghnr dies vaterländische L

22. Oktober⸗ eboren, fuͤ rts⸗Ge fts der auf genannter Bahn Hies vaterländische U es

11 Pf. nm Deposito⸗ ankommenden und a0 zern nden Guͤter Ih⸗ Zuwendung ihrer Gater g-. rem geneigten Wohlwollen zu empfehlen. f. beitragen werden, die LI1“

Sie jeder Zeit auf das Prompteste Handels auch auf diese eise .

Dampfschiffe unter Deutscher Flagge für eigentliche Seefahrten, hauptsächlich auf Erleichterung des 98 kehrs und Unterdrückung der bestehenden wee 222 Rücksicht genommen ist, auch Alles dabei angewandt

Speditions⸗Geschaͤft worden, was zur Schnelligkeit und 11 von der Wohlloͤblichen beitragen konnte, so darf gewils erwar 2.

r Hamburger Börse sowohl, wie das Handel treibende Deutsche Publikum überhaupt, 3 Internehmen vorzugsweise durch

Mein ei