immer weiter uͤber Australien auszudehnen, Frankreich sich wohl
Nos⸗Be und Nos⸗Dumba ganz Madagaskar hinzuzufuͤgen.“
katholischen Familien in Großbritanien, namentlich die Talbot’'s
tiven an.
ruͤck gestellt wuͤrden.
Miinister seit 1822 nicht weniger als 137,333 Pfd. 8 Sh. 6 Pee. an Pensionen bezogen haben sollen.
Bericht, eine Verminderung der Baarschaften um 262,000 und
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oothfall in die fuͤdlichen Staaten geworfen werden wuͤrden, um
Willens zu seyn, ihre Herrschaft im Suͤd⸗Osten eben so wie Im Norden von Afrika auszudehnen. Sie haben zwei kleine, bstlich von Madagaskar gelegene Insel zu Bourbön geschlagen und schei⸗ nen damit andeuten zu wollen, daß, so wie England es fuͤr zweck⸗ maͤßig gefunden hat, von Botany⸗Bai aus, sein Netz allmaͤlig
mit der Zeit veranlaßt sinden duͤrfte, seiner neuen Besitzung von
Der neue Lord⸗Lieutenant von Irland, Graf de Grey, scheint mit O' Connell und seinen Anhaͤngern schon gaͤnzlich zerfallen zu seyn, da er mehrere Katholiken von angesehenen Gerichtsposten entlassen hat. Man sieht daher wieder einer erbitterten Opposi⸗ tion in Irland entgegen. Dagegen schließen sich die vornehmen
und Howard's immer mehr der neuen Verwaltung der Konserva⸗
Von der Ostindischen Compagnie sind wiederholte Beschwer⸗ den und Vorstellungen wegen Aufhebung des Handels mit China eingegangen; den Gewinn, welchen die Compagnie aus dem Han⸗ del mit Thina zog, schaͤtzte man seither auf 1 Million Pfd. jaͤhr⸗ lich. Der Verlust durch den Handel der Compagnie mit Europa betrug dagegen in den letzten Jahren 200,000 Pfd. In den oben angedeuteten Vorstellungen ist die Furcht ausgesprochen, daß England, selbst in dem gluͤcklichsten Falle die Erlangung eines vortheilhaften Friedensvertrages, dem Handelseinflusse Rußlands in China immer mehr Staͤrke gewaͤhre, wenn die Angelegenhei⸗ ten nicht sofort auf die fruͤheren Verhaͤltnisse vor dem Kriege zu⸗
Der Globe ruͤgt und berichtigt eine Angabe des Brigh⸗ ton Guardian, nach welcher die abgegangenen Whig⸗Minister zusammen 29,0060 Pfd. an Pensionen bezdgen, und giebt dagegen eine Liste von Tory⸗Pensionen, nach welcher fuͤnf ehemalige Tory⸗
Der am Freitag bekannt gemachte Vierteljahsbericht der Bank von England ergiebt, im Vergleich zu dem vorhergehenden der Depositen um 523,000 Pfd. St. Die Circulation hat um 110,000 Pfd. St. zugenommen.
Das General⸗Post⸗Amt hat bekannt machen lassen, daß vom 11. Oktober d. J. an Briefe nach Bremen, wenn sie von Ham⸗ burger Paketboͤten oder Privatschiffen mitgenommen werden, ein ermaͤßigtes gleichmaͤßiges Porto von 6 Pce. bei ½ Unze Gewicht, von 1 Sh. fuͤr die Unze und so in progressivem Verhaͤltniß, be⸗ zahlen. Doch gilt dies nur fuͤr Briefe nach Hamburg und Bre⸗ men; fuͤr Briefe auf anderen Routen bleibt es bei der bisherigen Einrichtung, d. h. Briefe, die uͤber Frankreich geschickt werden, zahlen 1 Sh. 10 Pee. fuͤr den einfachen Brief, uͤber Holland oder Belgien 1 Sh. 6 Pcec. 1
Hiesigen Blaͤttern zufolge soll der Herzog von Wellington nach dem Attentat auf die Franzoͤsischen Prinzen einen sehr herz⸗ Uchen Brief an Ludwig Philipp gerichtet haben.
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unsere große Flotte auf einmal ihre Haͤfen sperren, wo nicht Al⸗ les in denselben zerstoͤren, und somit den Kaperkrieg verhindern, womit die Amerikaner bei fruͤheren Gelegenheiten unserem Han⸗ del so nachtheilig gewesen. Sollten sie dabei aber noch immer allzustark gegen unsere nordischen Besitzungen andraͤngen, so ste⸗ hen uns alle rothen Maͤnner innerhalb und außerhalb ihrer Graͤn⸗ zen zu Gebot, welche so viele Uebel an ihnen zu raͤchen haben; und die Mexikaner duͤrften wohl auch geneigt seyn, die Gelegenheit zu benutzen, um den Raͤubern des Texas ihre Beute abzujagen. Nicht nur der neue Gouverneur, Sir Charles Bagot, sondern selbst das die Post besorgende Dampfschiff „Britania“, ist zuruͤckge⸗ halten worden, damit die Regierung zuerst genau von dem Aus⸗ gange des Prozesses und den letzten Begebenheiten unterrichtet, zu gleicher Zeit ihren darauf zu gruͤndenden Beschluß mit hin⸗ uͤber schicken koͤnne.
Alles dieses erhaͤlt inzwischen die Boͤrse in einem bestaͤndigen Schwanken und wirkt besonders auf die Baumwollen⸗Fabriken, welche in so genauen Verhaͤltnissen zu Amerika stehen, hoͤchst nach⸗ theilig, und erleichtert der Anti⸗corn⸗law⸗league ihre Operationen unter den Fabrik-Arbeitern, um sie zur Mitwirkung an sich zu locken.
2 MNia⸗dotlambe... Alus dem Haag, 19. Okt. Der Herzog Bernhard von Sachsen⸗Weimar ist vorgestern aus Manheim hier eingetroffen, sein erlauchter Neffe, der Erbgroßherzog, befindet sich schon seit mehreren Tagen hier.
Herr Stift ist von seiner Reise nach Deutschland hier wie⸗ der angekommen und hat die Leitung der Kanzlei fuͤr die Luxem⸗ burgischen Angelegenheiten, die interimistisch dem Herrn Fabricius anvertraut war, wieder uͤbernommen.
Die zweite Kammer der Generalstaaten hat das bekannte Oppositions⸗Mitglied, Herrn van Dam van Assilt, als ersten Kan⸗ didaten auf die Praͤsidenten⸗Wahlliste gebracht. Die anderen bei⸗ den Kandidaten sind die Herren Snouck Hurgronje und Becker, welcher Letztere in der vorigen Session Praͤsident der Kam⸗ mer war.
Dem Journal de la Haye wird aus Graͤtz geschrieben: „Der Vicomte d'Arlincourt ist hier angekommen. Er befand sich im vorigen Monat in Kirchberg, wo er die Leiden des Herzogs von Bordeagur dadurch linderte, daß er ihm jeden Morgen einige der merkwuͤrdigen Legenden vorlas, die er auf seiner Reise durch Holland und Deutschland gesammelt hatte. Von Kirchberg begab er sich nach Wien, wo er von der vornehmen Welt eingeladen wurde, die ihn zu denselben Vorlesungen aufforderte. Er kommt in diesem Augenblicke von Brunsee zuruͤck, wo seine Kroniken in den Soireen der Herzogin von Berry eben so große Unterhaltung gewaͤhrten, wie fruͤher in denen der Erzherzogin Marie Louise in Ischl. Der beruͤhmte Verfasser des „Solitaire“ und der „Ida“ reist nach Art der Troubadours des Mittelalters; er wandert von Hof zu Hof, von Palast zu Palast, liest Maͤhrchen in Versen fabliaux) und Kroniken vor, singt Balladen und Legenden, spricht
5 London, 19. Okt. Mit fast schmerzlicher Begierde sieht man der Ankunft des Dampfschiffes „Caledonia“ entgegen, welches die Nachricht vom Ausgange von Mac Leod's Prozeß bringen soll. Die Angst ist um so groͤßer in Folge der Nachricht, welche wir letzten Sonnabend erhalten, naͤmlich, daß die Anstalten unter den Graͤnzbewohnern der Vereinigten Staaten zu feindfeligen Ein⸗ faͤllen in Kanada so ernstlich geworden, daß der Praͤsident sich be⸗ wogen gesehen, eine Proclamatson gegen dieselben zu erlassen; noch mehr aber die, daß ein Britischer Hauptmann, Jones, mit 12 bis 15 Soldaten uͤber die Graͤnze gekommen sey und mit außer⸗ ordentlicher Gewaltthaͤtigkeit einen gewissen Capitain oder Oberst Grocan verhaftet und gefangen nach Montreal gebracht habe. Letztere beruhete zwar nur auf der Mittheilung Amerikanischer Graͤnzblaͤtter, bei denen Uebertreibung und sogar grobe Luͤgen gar nichts Ungewoͤhnliches sind. Bei aller offenbaren Uebertreibung jedoch, konnte die so umstaͤndlich und von so vielen Seiten her⸗ kommende Nachricht kaum ersunden seyn. Doch vermuthen die, welche Kanada genauer kennen, daß dieser Jones kein Anderer ist, als ein patriotischer Zimmermann, welcher wegen der Dienste, die er bei vorigen Amerikanischen Einfaͤllen geleistet, zum Miliz⸗ Hauptmann erhoben worden und nun diesen kuͤhnen Streich
von Ruhm und Liebe und wird uͤberall gut aufgenommen, wie die Barden der alten Zeit. Er begiebt sich von hier b1 Muͤn⸗ chen, wo man ihn mit Ungeduld erwartet.“
Belgien.
Brüssel, 20. Okt. Der Herzog von Osuma, Grande von Spanien, der in Folge der letzten Ereignisse in Madrid diese Hauptstadt verlassen hatte, ist hier eingetroffen. Er glaubte hier
6 e“ 1“
seinen Vater zu sinden, der mit ihm zu gleicher Zeit, aber auf
einem anderen Wege aus S panien sich entfernte, und ist nun sehr unruhig daruͤber, ihn nicht getroffen zu haben.
Zwei Schiffe, die mit Leinsaamen von Riga nach Antwerpen unterweges waren, der „Delphin“ und der ‚Frederick“, sind unter⸗ gegangen. Man fuͤrchtet noch mehrere Ungluͤcksfaͤlle von dieser Seite zu vernehmen.
**¼ Brüssel, 19. Okt. Sie werden aus den Tagesblaͤttern tersehen haben, daß die Belgischen Kommissare saͤmmtlich von Pa⸗ Fris zuruͤckgekehrt sind. Kurz nach unserem letzten Berichte be— haupteten einige halb offizielle Franzoͤsische, so wie auch mehrere hhiesige Journale, daß die Verhandlungen keinesweges suspendirt seyen, daß die Belgischen Bevollmaͤchtigten nur einige neue Mit⸗
wahrscheinlich auf seine eigene Verantwortung unternommen hat. Denn so ernstlich nicht nur den beiderseitigen Regierungen; son⸗ dern auch allen wohlgesinnten und nuͤchtern denkenden Buͤrgern in beiden Staaten daran gelegen ist, den Frieden zu erhalten, so ernstlich arbeiten uͤbelmeinende oder blindeifernde Menschen eben⸗ salls auf beiden Seiten darauf los, es zum Kampfe zu bringen. Die heutige Morning Chroniele enthaͤlt den Anfang einer Mittheilung uͤber die große republikanische Verbruͤderung gegen alles Königthum, aber besonders gegen die Britische Herr⸗ 8 schaft auf Amerikanischem Boden, welche sich unter dem Namer Hunter's Lodges (Jaͤger⸗Logen) an der Graͤnze gebildet hat und . sich durch die ganze Union, die Britischen Besitzungen und selbst nach Europa verzweigen soll, deren Mitglieder auf 120,000 an⸗ gegeben werden, worunter 80,000 als waffenfaͤhig beschrieben wer⸗ den. Wenn auch die republikanische Idee nur ein Vorwand ist⸗ und Haͤupter und Glieder vorzuͤglich durch Liebe zu Abenteuern oder Pluͤnderungssucht angeregk werden, so ist doch die Gefahr fuͤr beide Laͤnder nicht geringer. Ja, es ist gar nicht denkbar, wie dabei suͤr die Dauer der Friede erhalten werden kann. Denn, wenn unsere Regierung sich auch entschloͤsse, immer gegen die heim⸗ lichen und oͤffentlichen Angriffe eines solchen laͤngs der langen Graͤnze hin verbreiteten feindlichen Heeres nur vertheidigungsweise zu verfahren, so werden die Verschworenen doch dafuͤr sorgen, daß ihre Verbuͤndeten, von dem Britischen Gebiete aus, die Yankies so lange necken und reizen, bis diese den Frieden brechen. Aber selbst schon die guten Britischen Buͤrger wuͤrden ihnen diesen Dienst leisten, indem gar nicht zu erwarten steht, daß ein rohes Volk, wie die Graͤnzbewohner, auch auf der Britischen Seite sich werden lange abhalten lassen, gegen die Yankies das Vergel⸗ tungsrecht zu uͤben. Wahrscheinlich wird sichs zeigen, daß der erwäͤhnte Vorfall von dieser Art war und hat vielleicht bei der Aufgeregtheit, worin die Nankies sich besinden, schon den Wunsch der Verschworenen erfuͤllt und den furchtbaren Krieg angefan⸗ gen, dessen Ende und Folgen nicht abzusehen sind.
Unsere Regierung ist, nach ihren Vorkehrungen zu schließen, aufs schlimmste gefaßt. Zu Portsmouth allein liegen nicht weni⸗ ger als 19 große und kleine Fahrzeuge, groͤßtentheils Dampf⸗ schiffe, zum Segeln bereitz und suchen nur ihr? Mannschaft zu kompletiren, um sogleich in See zu stechen. In Kanada selbst stehen zum wenigsten 20,000 regelmaßige, wohlgeuͤbte Truppen
schlagfertig; und auf den Westindischen Inseln sind, bei dem guten Geist, welcher unter den Negern herrscht, alle Truppen disponibel, und es werden, wie ich aus guter Auelle weiß, allenthalben schwarze Regimenter gebildet, welche im
ttheilungen und Instructionen erwarteten, um in den Operationen ffortzufahren. Es geschah dies aber blos, um allmaͤlig den Ruͤck⸗ zug vorzubereiten und nicht sogleich alle Hoffnung niederzuschlagen. Auch jetzt versichert man, daß die Verhandlungen auf diplomati⸗ schem Wege fortgesetzt werden; allein es verspricht sich Keiner mehr davon ein guͤnstiges Resultat. Diejenigen, welche diese Verhandlungen etwas naͤher haben verfolgen koͤnnen, kennen die großen Schwierigkeiten, die sich dabei in Frankreich herausgestellt haben, und wissen auch, daß dieselben bei dem Konflikte der Interessen und der Parteien nicht so bald zu heben sind. Einige Erleichterungen der Einfuhr in Frankreich, welche durch bloße administrative Reglements⸗In⸗ terpretationen zu bewerkstelligen sind, werden wohl, besonders in Bezug auf die sogenannten Blondinen unter den Leinwands⸗ Fabrikanten, angeordnet; allein es wird keine entschiedene Maß⸗ regel ergriffen werden. Man hatte von Belgischer Seite gehofft, daß Frankreich wenigstens die absoluten Verbote in Bezug auf mehrere Artikel (es sind deren gegen 20 mehr oder minder wichtige) aufheben, und statt deren sogenannte Schutzrechte (droits protecteurs) einfuͤhren wuͤrde; allein auch diese Hoffnung ist fehlgeschlagen. Man hatte dagegen Französischerseits eingewandt, daß, wenn einmal der Ein⸗ gang erlaubt sey, diese Rechte durch den Schmuggelhandel illu⸗ sorisch gemacht wuͤrden und die Artikel, die schon heute der Schmuggler um geringe Kostenerhoͤhung den Privat⸗Personen liefert, alsdann auch offen im Laͤden preisgeboten wuͤrden. Es ist dieser Punkt wohl nicht in Abrede zu stellen, wenn die Schutz⸗ rechte zu hoch sind; allein was soll man von einem Industrie⸗ System denken, welches heute noch wirkliche Verbote noͤthig hat, oder sie wenigstens aufrecht erhaͤlt? In Beigien wenden sich jetzt natuͤrlich die Blicke nach Deutschland und ein großer Theil des Industrie⸗ und Handels⸗ standes hat auch nur von dieser Seite wirklich erreichbare Vor theile unter der Bedingung der Gegenseitigkeit erwartet. Es mußte aber die jetzige, freilich ziemlich harte Enttaͤuschung in Be⸗ zug auf Frankreich eintreten, damit nach der anderen Seite auf mehr Freiheit und Entschiedenheit gewirkt werden konnte. Es ist nur zu bedauern, daß die Verhaͤltnisse der Deutschen Industrie zur Belgischen bisher noch nicht der Gegenstand einer tiefer ein⸗ gehenden Untersuchung geworden sind. Die Regierung wird jetzt aber jedenfalls die noͤthigen Mittel ergreifen, um sich von diesen Verhaͤltnissen noch genauere Kenntniß zu verschaffen. Deutschland hat in der letzten Zeit sein Interesse an der Belgischen Industrie hinreichend zu erkennen gegeben. Von allen Seiten, von Preußen, Bayern, Baden u. s. w., sind Kommis⸗ sare abgeschickt worden, um theils von der Industrie⸗Ausstellung, theils von dem Zustande der Industrie im Lande uͤberhaupt,
auf einmal ein Ende zu machen.
dort der Sklave Dabei wuͤrde
durch das Besuchen der Fabriken, genauere Kenntniß zu nehmen,
statt daß wir von Frankreich keinen von der Regierung abge⸗ sandten Kommissar hier gesehen haben. Außer dem haben sich seit einigen Jahren mehrfache Verhaͤltnisse des Wohlwollens und uneigennuͤtziger nachbarlicher Freundschaft zwischen Belgien und Deutschland angeknuͤpft, und die Neigung zu Deutschland muß in Belgien in demselben Grade zunehmen, in welchem die Hoff⸗ nung auf eine dauernde Verbindung mit Frankreich zu Gunsten der industriellen Interessen des Landes schwindet.
Der Minister des Innern hat bedingungsweise die Statu⸗ ten der Gesellschaft autorisirt, welche sich fuͤr die Gruͤndung einer Belgischen Kolonie in einem Landestheile von Guatemala (Cen⸗ tral⸗Amerika) gebildet hat. Wir werden sie im folgenden Be⸗ richte naͤher besprechen. Die Untersuchungs⸗Kommission schifft sich in diesen Tagen auf einem Staatsschiffe ein. 2
Eine große Zahl in Bruͤssel lebender Deutschen und Preußen hat bei Gelegenheit des Geburtstages Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Preußen bei dem Preußischen Gesandten, Baron von Ar⸗ nim, eine Gluͤckwunsch⸗Adresse eingereicht. Die Militairmusik des Regiment des Guides ließ sich bei dieser Abend⸗Feierlichkeit ver⸗ nehmen.
Deutsche Bundesstaaten.
München, 16. Okt. (A. Z.) Das kolossale Standbild Jean Paul's, bekanntlich die vereinigte Arbeit von Schwanthaler und Stiglmaier, das Koͤnig Ludwig von Bayern dem edlen Dichter in seinem Wohnort Bayreuth, wo er von 1804 bis 1825 gelebt, errichtet, ist seit einigen Tagen, nach der Vollendung in Guß und Ciselirung, in der Koͤniglichen Erzgießerei ausgestellt und wird noch im Laufe dieses Monats nach dem Ort seiner Be⸗ stimmung abgehen, um daselbst aufgestellt und am 14. November, als dem Todestag des Gefeierten, unter besonderer Festlichkeit enthüͤllt zu werden. Und so wird Bayreuth den Mann, der lange See hindurch eine hohe Zierde der Stadt war, als solche in andrer Weise zu einem bleibenden und stets lebendigen Andenken zuruͤckerhalten aus der Hand des Fuͤrsten, der das Große, was die Zeit hervorgebracht, mit den Schriftzuͤgen der Kunst zu ver⸗ ewigen weiß. Auf die Werkstaͤtte Stiglmaiers wirft es aber auch fuͤr ferne Zukunft gewiß ein glaͤnzendes Licht, daß darin die Ehrenstatuen der groͤßten Genieen der Gegenwart und unse⸗ res Volkes gegossen worden. So ist, um nur die Dichter zu nennen, Schiller von da ausgegangen; so wird nach Jean Paul⸗ Goͤthe, dessen kolossales Thon⸗Modell unter Schwanthalers Haͤnden rasch der Vollendung entgegengeht, von derselben Stelle ausgehen. Und moͤge der Vierte in diesem hohen Bunde fuͤr den Ruhm und die geistige Erhebung Deutscher Nationen ihnen fol⸗ gen — Herder! — Von den vergoldeten Erz⸗Statuen, die den neuen Thronsaal schmuͤcken werden, ist die achte, Kaiser Ludwig der Bayer im Kroͤnungs⸗Ornat vollendet und in der Koͤniglichen Erz⸗Gießerei aufgestellt. — In der naͤchsten Woche wird die Glyp⸗ tothek den letzten Schmuck erhalten, der zur gaͤnzlichen Vollen⸗ dung des Gebaͤndes bisher noch uͤbrig war: die sechs Marmor⸗ Statuen naͤmlich in den sechs Nischen an der Vorderseite.
Dresden, 21. Okt. Se. Durchlaucht der regierende Her⸗ zog von Braunschweig ist gestern Vormittags von Leipzig hier 8 8 „ . 8* “ 2 4A. 2. 2
angekommen, und hat heute fruͤh die Reise nach Schlesi
Sigmaringen, 17. Okt. Heute verschied hier im 82sten Lebensjahre die Fuͤrstin Amalie Zephyrine von Hohenzollern⸗Sig⸗ maringen, geborne Fuͤrstin von Salm⸗Kyrburg, geboren den 6. Maͤrz 1760, vermaͤhlt den 12. August 1782 mit dem damaligen Erbprinzen und nachherigen regierenden Fuͤrsten Anton Alois von Hohenzollern-Sigmaringen, welche Ehe der gerade vor 10 Jah⸗ ren, am 17. Oktober 1831, erfolgte Tod des Fuͤrsten trennte.
Bückeburg, 16. Okt. Am heutigen Tage ist die Vermaͤh⸗ lung Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Adelheide Christine Ju⸗ liane Charlotte zu Schaumburg⸗Lippe, zweiter Tochter des regie⸗ renden Fuͤrsten zu Schaumburg⸗Lippe, mit Sr. Durchlaucht dem Prinzen Friedrich zu Schleswig⸗Holstein⸗ Gluͤcksburg hier durch priesterliche Einsegnung feierlich vollzogen worden. 1
Luxemburg, 16. Okt. Vierzig Einwohner der Stadt Grevenmacher, saͤmmtlich aus der Klasse der Handwerker und kleinen Ackerbauer, haben bei Gelegenheit der Nichtratification des Vertrages vom 8. August an den Koͤnig Großherzog ihre Weh⸗ klagen gerichtet. Wir theilen nachstehend diese Bittschrift mit, welche mit den Gluͤckwuͤnschen des Gemeinde-Rathes der naͤmli— chen Stadt gaͤnzlich im Widerspruch steht: „Grevenmacher, 14. Oktober 1841. Sire! Wehmuͤthig empfingen die Mosel⸗Bewoh⸗ ner die Nachricht der Graͤnzsperre gegen Preußen, welche unsere Gegend seit 25 Jahren in Kummer versetzte Sollte Wirklichkeit in diesem Geruͤchte liegen, o dann haben wir vergebens das Wiederaufleben des Handels und der Gewerbe erwartet, und wir werden nach wie vor uns in Elend versetzt sehen. Aber Oraniens Wort ist uns theuer und werth, und wird uns in seinen Versprechungen nicht taͤuschen. Withelm II. hat uns die suͤße, die schon so lange erwuͤnschte Hoffnung gegeben, als wir das hohe Gluͤck hatten, Ihn bei uns sehen, daß wir diesem Elende entgehen und uns bald wieder mit unsern alten Nachbarn vereinigt sehen wuͤrden. Wir Mosel⸗Bewohner nehmen daher von neuem die Zuflucht zu Ihrer Koͤniglichen Majestaͤt und flehen zum Throne um Trost ind Rettung, welche einzig und allein in jenem Handels⸗Ver⸗ trag liegt.“
Oesterreich.
% Wien, 19. Okt. Den neuesten Berichten aus Kon— stantinopel vom 6ten d. M. zufolge, war das Aegyptische Dampf⸗ boot „Nil“ mit dem Sohne Mehmed Ali's, Sad Pascha, und dem Ferik Sami Pascha am Bord, am 2ten d. M. nach Alexan⸗ drien abgegangen. Mit derselben Gelegenheit ist der Großherr⸗ liche Kabinets-Secretair Tewfik Bey, welcher den Auftrag hat, dem Aegyptischen Statthalter von Seiten des Sultans einen reich mit Diamanten verzierten Ehrensaͤbel zu uͤberreichen, nach Alexan⸗ drien abgereistt.
Der ehemalige Fuͤrst der Drusen, Emir Beschir, ist mit sei⸗ ner Familie und Gefolge auf dem Englischen Kriegs⸗Dampfboote „Cycloeps“ von Malta in Konstantinopel eingetroffen.
Der Koͤnigl. Preußische Gesandte bei der hohen Pforte, Graf von Koͤnigsmarck, hatte vor seiner Urlaubsreise nach Berlin, am 5ten d. M. seine Abschieds⸗Audienz beim Sultan.
In der Nacht vom 5ten auf den 6ten d. M. wurden zu Konstantinopel mehrere sehr heftige Erdstoͤße verspuͤrt, welche an verschiedenen Orten betraͤchtlichen Schaden angerichtet haben.
Wien, 19. Okt. Ueber eine Feuersbrunst, von welcher das am Futße des Graͤfenbergs (in Oest. Schlesien) liegende Staͤdt⸗ chen Freiwaldau heimgesucht worden, enthaͤlt ein hiesiges Blatt in einem Schreiben aus diesem Orte vom 10ten folgende Details;
E11u“ iümmn 18 992 99a—19 ½
„Gestern in der siebenten Abendstunde brach in Freiwaldau, dem
Staͤdtchen am Fuße des Graͤfenbergs, Feuer, und zwar in einer, der nah dem Ringe befindlichen Scheuern, aus. Ungeachtet aller Rettungsanstalten von Seite des Magistrats, der Einwohner der Stadt selbst, so wie der der umliegenden Ortschaften, griff das Feuer, unterstuͤtzt von einem heftigen, anhaltenden Winde, rasch um sich, und 30 Scheuern, meist voll Getreide, so wie die ganze eine Seite der Vorstadt Freiheit, wurde in wenigen Stunden ein Raub der Flammen. Tief ergriffen von dem bedrohlichen Zustande der ganzen Stadt, erschien kaum nach dem Ausbruche des Feuers Bincenz Priesnitz, begleitet von vielen seiner zahlreichen Kurgaͤste, um zu helfen und zu retten. Schon fingen zwei Haͤuser am Ringe zu brennen an, als er sich in das ihnen zunaͤchst liegende, dem Buͤrger Joseph Stephan gehoͤrige Haus begab, und hier war es, wo er durch die trefflichste mit Lebensgefahr verbundene Huͤlfe, wobei ihm mehrere Kurgaͤste wuͤrdig zur Seite standen, die Stadt vor dem entsetzlichen Schicksal des gaͤnzlichen Unter⸗ gangs rettete. Das Haus war naͤmlich schon von mehreren Sei⸗ ten vom Feuer ergriffen, wurde aber durch seine umsichtige und energische Huͤlfe vom Giebel des Daches geleitet, nicht nur unter⸗ druͤckt, sondern auch das weitere Verbreiten desselben verhindert. Nach Aussage aller Anwesenden wurde dadurch die Stadt vor dem weiteren Vordringen des Feuers, da alle Haͤuser mit Schin⸗ deln gedeckt und der Wind sich immer noch mehr vergroͤßerte, ver⸗ schonkt. Im Ganzen verbrannten 26 Haͤuser und 52 Scheunen, gerettet konnte aus ersteren sehr wenig und aus letzteren gar
“
Bern, 15. Okt. Die meisten neuen — in Zweifel gestan⸗ denen — Kloster⸗Instructionen fuͤr die naͤchste Tagsaͤtzung sind nunmehr bekannt. Es werden stimmen: 1) fuͤr Wiederherstellung saͤmmtlicher Kloͤster: Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus, Freiburg, Graubuͤndten, Neuchatel, Appenzell J. R., Basel (10 Stimmen); 2) daß blos die ausgehobenen vier Frauen⸗ Kloͤster wiederhergestellt werden sollen: Zuͤrich, Genf und wahy⸗ scheinlich auch Wallis und Schaffhausen (4 Stimmen); 3) füͤr den Neuhaußschen Antrag, sich mit den Aargauischen Kon⸗ zessionen zu begnuͤgen: Bern, Waadt, Solothurn, Appen⸗ zell A. R., Tessin, Baselland, Thurgau, St. Gallen und Aargau selbst (8 Stimmen). Wuͤrden Wallis und Schaff⸗ hausen wiederum auf die Seite der Ur-Kantone treten, so wuͤrden sie doch dadurch keinen Ausschlag bewirken, weil 12 ½ Stim⸗ men fuͤr einen guͤltigen Bundes⸗Beschluß erforderlich sind. Eine ebenfalls nicht hinlaͤngliche Stimmenzahl wuͤrde aber auch dann wieder herauskommen, wollte sich die zweite Minderheit mit 4, der dritten mit 8 Stimmen (durch Verzicht auf die Nonnen von Her⸗ metschwyl) anschließen, wenn nicht etwa Baselstadt fuͤr gut faͤnde, umzukehren, und die fehlende ½ Stimme darauf anzulegen.
— . Spanien.
1 Der Messager publizirt nachstehende telegraphische De⸗
peschen:
I. Perpignan, 15. Okt. Der General⸗Komman⸗ dant der 21sten Militair⸗Division an den Kriegs⸗ Minister. „In Cadix sind Unruhen ausgebrochen. Der Poͤbel hat die Druckerei des Globe verwuͤstet und die Nummer auf dem oͤffentlichen Platze verbrannt. — Der General⸗Capitain Seoane hatte am 10ten das Kommando von Valencia uͤbernommen⸗ Es herrschte daselbst große Besorgniß. — In Barcelona sind 200 Moderados verhaftet worden. Am 12ten war dort materielle Ruhe, aber Aufregung in den Gemuͤthern. Fortwaͤhrend wird die Ausfertigung von Paͤssen nach Frankreich verweigert. Der Con⸗ stitucional vom 13ten zeigt Besorgniß uͤber die Stimmung der Soldaten, die jedoch, sagt er, in allzu geringer Zahl sind, um zwoͤlf Bataillonen National⸗Gardisten zu widerstehen.“
II. Perpignan, 16. Okt. Der General⸗Comman⸗ deur der 21sten Militair⸗Division an den Kriegs⸗ Minister: „Nach dem Constitucional vom 14ten hat die Ueberwachungs⸗Junta ihren Entschluß, ein (Zwangs⸗) Anlehen zu erheben, ausgesprochen. Dieses Journal will, daß diese Auflagen auf die Kapitalisten gelegt werden; es ist billig, sagt es, daß die Anstifter des Krieges auch dessen Kosten bezahlen. Die Ueber⸗ wachungs⸗Junta hat die Wiedereinsetzung der von der Regierungs⸗ Junta von 1840 ernannten Beamten, welche seitdem ihre Stellen wieder verloren hatten, befohlen. Es herrschte zu Barcelona am 13ten Aufregung ohne materielle Unruhe, und am 14ten wurde zu Girona ebenfalls eine Ueberwachungs⸗Junta ernannt, um die Provinz zu verwalten.“
III. Bayonne, 16. Okt. Der General⸗Commandeur der 20sten Militair⸗Division an den Kriegs⸗Minister. Muhagorri ist zu Goyzneta von El Loria, einem Esparteristischen Banden⸗Chef, getödtet worden. Der General Zurbano hat 7 Mi⸗ quelets gefangen genommen und erschießen lassen. Die Behoͤrde
on Vitoria (die provisorische Regierung) hat als Repressalie einen Preis auf seinen Kopf gesetzt.“
IV. Bayonne, 17. Okt. Der Unter⸗Praͤfekt an den Minister des Innern. „Madrid war am 14ten ruhig. Seit dem Sten hatte daselbst ununterbrochen Ruhe geherrscht. Diego Leon ist gefangen genommen und zum Tode verurtheilt worden. Er sollte, wie es heißt, am 15ten erschossen werden. Die Ver⸗ haftungen sind nicht so zahlreich, als es geheißen hatte. Es haben keine Hinrichtungen stattgehabt. — General Rodil marschirt mit 7000 Mann nach den (noͤrdlichen) Provinzen. Am 15ten war er zu Castilleso. — Die Christinische Bewegung greift um sich in Guipuzcoa.“ 8
V. Perpignan, 17. Okt. Der General⸗Comman⸗ deur der 2lsten Militair⸗Division an den Kriegs⸗Mi⸗ nister. „Die Ueberwachungs⸗Junta hat am 13ten Verhaftung und Guͤter⸗Confiscation gegen alle diejenigen Einwohner Barcelona's, welche nicht auf der Stelle zuruͤckkehren wuͤrden, und dann auch die Aufhebung des Eingangszolls fuͤr Mehl dekretirt. Sie hat den Einnehmer ihres Zwangsanlehens ernannt. Die Natio⸗ nal⸗Garde von Sarria ist entwaͤffnet worden, weil sie nicht zur Genüͤge patriotisch gesinnt erscheint.“
VI. Perpignan, 18. Okt. Der General⸗Comman⸗ deur der 21sten Militair⸗Division an den Kriegs⸗Mi⸗ nister. „General Seoane ist am 11ten mit drei Bataillonen von Valencia nach Aragonien abgegangen. Am 13ten war Aufregung in Balencia. Die National⸗Garde verhinderte die Moderados, die Stadt zu verlassen. — Die Ueberwachungs⸗Junta von Bar⸗ celong hat die Bildung zweier Frei⸗Bataillons und einer Sicher⸗ heits⸗Compagnie (Pane compagnie de salut puͤblic) und die Be⸗ waffnung der Bevölkerungen, welche Vertrauen verdienen, besoh⸗ len. Sie hat 10,000 Flinten vom General⸗Capitain requirirt Sie hat die Bildung einer Ueberwachungs⸗Junta von fuͤnf Mit⸗ gliedern an jedem Hauptorte dekretirt. Sie hat dem Klerus, den Konsuln und den Fremden verboten, sich in die oͤffentlichen Ange⸗
E1——
222
1317
aenaa,, 217 LTEEETeq131 glieder der Ueberwachungs⸗Junta, sind mit der Ausfertigung der Paͤsse beauftragt. — Die Lage Barcelona's war vorgestern fruͤh noch immer die naͤmliche.“
VII. Bayonne, 18. Okt. Der Unter⸗Praͤfekt an den Minister des Innern. „General Alkala war gestern Abend mit seinen Truppen, da er besorgte, durch die Insurgenten Gui⸗ puzcoa's abgeschnitten zu werden, nach St. Sebastian zuruͤckzu⸗ kehren im Begriff. Es heißt, die National⸗Garde beabsichtige, ihm die Thore der Stadt zu verschließen und selbst den Platz zu vertheidigen.“ 28
VIII. Bayonne, 18. Okt. Der Unterpraͤfekt an den Minister des Innern. „Die Brief⸗Couriere von Madrid bis zum 12ten sind uns uͤber Jaca zugekommen. Der Regent hat Rodil zum General⸗Capitain der Heere und Lorenzo zum Gene⸗ ral⸗Lieutenant ernannt. Ein permanentes Kriegsgericht ist in Madrid niedergesetzt worden. Der Stadt⸗Rath verfuͤgte sich am 11ten zu dem Regenten und forderte ihn auf, energische und Ausnahms⸗Maßregeln zu ergreifen. — General O'Donnell hat am 14ten Puente de la Reyna genommen.“
Man liest im Mémorial Bordelais: „Die Gattin Espartero's, die sich in diesem Augenblicke auf einer Reise in An⸗ dalusien befindet, ist in Folge einer Einladung der Britischen Be⸗ hoͤrden von Gibraltar nach diesem Orte abgegangen. Der Gou⸗ verneur dieser Stadt hat große Vorbereitungen getroffen, um die Gemahlin des Regenten von Spanien in seinem Palaste wuͤrdig zu empfangen. Er hat ihr ein Dampfboot und eine Brigg der Englischen Marine entgegengesendet; es heißt, daß nichts verab⸗ saͤumt worden sey, um der Gattin des jetzigen Chefs von Spa⸗ nien zu beweisen, wie sehr England seine Freundschaft zu schaͤtzen wisse. Man fuͤgt hinzu, daß die Veranlassung hierzu von dem Kabinette zu St. James ausgegangen sey.
„Man will wissen, daß die Unruhen in Madrid nach dem 9ten wieder ausgebrochen waͤren; man fuͤgt sogar hinzu, daß das Hotel des Franzoͤsischen Botschafters bei dieser Gelegenheit nicht verschont geblieben waͤre. Gestern verbreitete sich das Geruͤcht, unter den in Madrid Verhafteten befaͤnden sich die Herzoge von Castroterreno, von San Carlos und von Frias, der Ex⸗Minister Isturitz, die Generale Concha und Quiroga und andere Notabili⸗ taͤten. Man versichert auch, daß der Englische Minister in Ma⸗ drid, so wie das uͤbrige diplomatische Corps sich bei der Regie⸗ rung Espartero's dahin verwandt haͤtten, daß man bei diesen Er⸗ eignissen wo moͤglich kein Blut vergießen moͤge. Der Regent hat Herrn Aston am 8ten in einer Privat⸗Audienz empfangen.“
Man schreibt aus Saragossa vom 12ten d.: „Der Gene⸗ ral Vorso di Carminati ist um 10 Uhr Abends vor ein Kriegs⸗ gericht gestellt und verurtheilt worden. Er sollte am folgenden Tage erschossen werden. Borso di Carminati ist Piemonteser von Geburt und trat in vaterlaͤndische Dienste, unter dem Ober⸗ sten Pacchierotti, welcher in Turin die Proclamation von 1812 proklamirte. Er floh nach Spanien, stand im Jahre 1823 bei der Fremden⸗Legion und schloß sich den Liberalen seines Landes an. In dem letzten Kriege zeichnete er sich durch wichtige Dienst⸗ leistungen und seine Bravour aus. General Oran, der lange Zeit Chef des Generalstabes Cordova's und Espartero's war, gab ihm seine Nichte zur Frau. Borso, der mit den Parteigaͤngern
der Constitution von 1812 eng verbunden, und Mitglied eines Karbonari⸗Klubbs war, galt in der Armee fuͤr einen Exal⸗ tirten. Im Jahre 1838 trennte er sich unter Umstaͤnden, die ihm die groͤßte Ehre machen, von seiner Partei. Es hatten sich ihm nach einem Gefechte in Valencia 200 Karlisten auf Discretion er⸗
geben, und er hatte gemeinschaftlich mit dem Obersten Pezuela,
ihnen das Leben geschenkt, aber General van Halen, der zum Ge⸗ neral⸗-Capitain von Aragonien ernannt worden war, ließ sie nie⸗ derschießen. Dies bestimmte Borso und Pezuela, ihre Entlassung einzureichen; als sie diese nicht erhielten, fuhren sie fort zu dienen, schlugen sich aber zu der Partei der Gemaͤßigten, der sie bis da— hin eifrig anhingen.“
Man schreibt aus Bayonne vom 14. Oktober: „Eine De⸗ pesche des General Alcala, datirt aus Tolosa den 12ten Abends, enthaͤlt Folgendes: „Der General Pedro Chacon schreibt mir gestern aus Tafalla, daß fuͤr Pampelona nur wenig Hoffnung bleibt; der General Ayerbe befindet sich nur 2 Meilen davon in Caparroso. Der General Aleson marschirte auf Vitoria, um es in Belagerungs⸗Zustand zu versetzen; ihm folgt der Brigadier
legenheiten einzumischen. Sie hat die National⸗Garde der Mlli⸗ tair⸗Disziplin unterworfen. Die Herren Ros und Torrens, Mit⸗
Zurbano. Alle Spanischen Truppen halten gute Mannszucht und bleiben der Regierung treu; die Provinzen im Innern sind bereit, die Rebellion aus allen Kraͤften zuruͤckzustoßen; uͤberall herrscht die vollkommenste Ruhe. Bei der Abreise des General Chacon hatte sich der Regent entschlossen, mit 15 Bataillonen und 8 Eskadronen nach den Provinzen zu marschiren. Pampelona hat gestern das von der Citadelle auf die Stadt gerichtete Bom⸗ bardement heldenmuͤthig bestanden. Heute hat das Feuer um 10 ½ Uhr wieder begonnen.“
Man liest heute Abend im Moniteur parisien: „Ein Augenzeuge, der gestern in Paris angekommen ist, giebt folgende Details uͤber die Lage, worin sich Pampelona und dessen Umge⸗ gend am 13ten befand: Der neue Verlust, den die Partei der Bewegung in Madrid erlitten, hatte diejenigen keinesweges ent⸗ muthigt, die den ersten Impuls zum Aufstande in den Provinzen gegeben und ihr Banner auf der Citadelle von Pampelona aufge⸗ pflanzt hatten; ihr Muth ist durch diese Hindernisse nur gewach⸗ sen, und sie haͤngen der Sache, der sie sich weihten, nur um so waͤrmer an. Als der General O'Donnell ausmarschirte, um sich mit dem General Ortigoza zu vereinigen, hatte er 2500 Mann Infanterie und 350 Pferde. Er fuͤhrte uͤberdies 3000 Flinten bei sich, um alle diejenigen zu bewaffnen, die sich fuͤr die Partei der Koͤnigin erklaͤren wuͤrden. Ueberall sind O'Donnell und Or⸗ tigoza auf ihrem Wege mit den lebhaftesten Beifalls⸗Bezeugungen empfangen worden, und eine große Anzahl von Land⸗Bewohnern hat sich ihnen angeschlossen.“
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗YPork, 27. Sept. Die bereits erwaͤhnte Proclama⸗ tion des Praͤsidenten der Vereinigten Staaten in Betreff der Wirren und Ruhestoͤrungen an der Graͤnze von Kanada lautet vollstaͤndig folgendermaßen:
„Es ist der Regierung der Vereinigten Staaten die Kunde zu- gegangen, daß an der noͤrdlichen Graͤnze geheime Logen, Klubs oder Vereine bestehen, daß die Mitglieder dieser Logen durch geheime Eide verbunden sind, daß sie Feuerwaffen und Munition gesammelt und verborgen haben und endlich, daß sie den Plan haben, durch Einfaͤlle in das Gebiet einer Macht, mit welcher die Vereinigten Staaten im Frie⸗ den sind, die Gesetze ihres Landes zu verletzen. Da es nun bekannt ist, daß Intrigants, die von beiden Seiten der Graͤnze kommen, diese Klubs besuchen, die Mitglieder in geheimen Versammlungen haranguiren und sie zu gesetzwidrigen Handlungen aufreizen; in Erwaͤgung, daß diese Leute in ihrem Interesse Beisteuern von unwissenden und leichtgläubigen Leuten erheben und so durch die unrechtlichsten Mittel sich berei⸗ chern; in Erwaͤgung ferner, daß die gesetzwidrigen Absichten der Mitglieder dieser Vereine sich durch einen Versuch kundgegeben ha⸗ ben, der zum Zweck hatte, das Leben und Eigenthum der Einwoh⸗
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V
1 JZf öö“ 1* 81 AIA: 3 ner von Tschippewa in Kanada und das offentliche Eigenthum der Britischen Regierung zu zerstoren: thue ich, John Tyler, Prasident der Vereinigten Staaten, allen Individuen, welche Schlimmes beabsichtigen, hiermit kund, daß sie die verdiente Strafe empfan⸗ gen werden. Die Gesetze der Vereinigten Staateg werden mit Strenge gegen sie in Anwendung gebracht werden, und, wenn sie ei nen Einfall in Kanada machen und durch die Britischen Behoͤrden verhaftet werden, so wird die Regierung nicht zu ihren Gunsten ein⸗ schreiten und sie nicht als Amerikanische Buͤrger reklamiren. Ich er⸗ mahne glle gutgestunten, aber irre geleiteten Personen, welche in jene Klubs eingetreten sind, dieselben, um schwere Folgen zu verhuͤten, un⸗ verzuͤglich zu verlassen und an ihren geheimen Versammlungen oder — gesetzwidrigen Eiden nicht laͤnger Theil zu nehmen. Ich hoffe, das die verstaͤndigen und loyalen Einwohner diese gesetzwidrigen Vereine und diese unerlaubten Handlungen bekaͤmpfen und der Regievung bei⸗ stehen werden, den Frieden des Landes gegen die trauxigen Resultate der Handlungen von Uebertretern der Gesetze aufrecht zu erhalten. Gegeben zu Washington am 25. September 1841 und im bösten Fahre der Unabhaͤngigkeit. John Tyler.“
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Inland.
Berlin, 15. Okt. (Verspaͤtet.) Am 1. Oktober c. beging der Regiments⸗Arzt Hartmann vom 2ten Garde⸗Ulanen⸗ (Land⸗ wehr⸗) Regiment seine 50 jaͤhrige Dienst⸗Jubelfeier. Dieses sel⸗ tene Fest wurde durch die oͤffentliche Anerkennung seiner vielfachen Verdienste, die er sich durch ein langes, thaͤtiges, der Menschheit heil⸗ und segenbringendes Wirken als Arzt und Menschenfreund, im Kriege und im Frieden erwarb, auf eine sehr ehrenvolle Weise verherrlicht. — Der Commandeur der Garde⸗Kavallerie, General⸗ Lieutenant von Brauchitsch Excellenz, uͤberreichte ihm, mit der Versicherung der huldvollen Zufriedenheit Sr. Majestaͤt mit sei⸗ nen dem Staate geleisteten Diensten, die Insignien des Rothen Adler⸗Ordens dritter Klasse mit der Schleife. Der Commandeur des 2ten Garde⸗Ulanen⸗ (Landwehr⸗) Regiments, Oberst⸗Lieutenant von Ostau, in Begleitung Sr. Excellenz und an der Spitze des ganzen Offizier⸗Corps, verehrte ihm im Namen des letzteren einen reich verzierten, mit mehreren auf diesen Tag bezuͤglichen Inschrif⸗ ten versehenen silbernen werthvollen Pokal. Dann erschienen, um ihre persoͤnlichen Gluͤckwuͤnsche darzubringen, seine militairischen Vorgesetzten, seine Kollegen, Deputationen der militair⸗aͤrztlichen Bildungs⸗Anstalten, und außerdem uͤberreichten drei der Herren Stadtraͤthe ein Gratulations⸗Schreiben von dem Verein des In⸗ stituts fuͤr sittlich verwahrloste Knaben, worin der Jubilar feit 16 Jahren als Arzt fungirt, welches Schreiben von dem Staats⸗ Minister Rother Excellenz und den Mitgliedern des Vereins un⸗ terzeichnet war. Auch eine Deputation des Fuͤsilier⸗Bataillons des 2ten Garde⸗Infanterie⸗Regiments (fruͤher das von Schillsche
Infanterie⸗Corps) brachte dem Jubilar, unter Vortritt des Ma⸗ jors von Renouard, ihre Gluͤckwuͤnsche und erinnerte ihn dadurch lebhaft an die Affaire bei Kolberg, wo er diesem Corps vor, waäh⸗ rend und nach der Belagerung, so wie auch noch spaͤterhin, ange hoͤrte. Hierauf beehrten ihn noch mehrere Stabs⸗Offiziere der verschiedenen Regimenter hiesiger Garnison mit Wuͤnschen fuͤr sein ferneres Wohl. Nicht minder uͤberrascht und geruͤhrt ward der Jubilar durch den Besuch des zeitigen Dekans der medizini⸗ schen Fakultaͤt der hiesigen Universttaͤt, Geheimen Medizinal⸗Rath Dr. Osann, der ihm Namens derselben das Ehren⸗Diplom als Doktor der Medizin und Chirurgie uͤberreichte.
Um 3 Uhr Nachmittags verfuͤgten sich viele hohe Militair⸗ und Civil⸗Personen, Militair⸗ und Civil⸗Aerzte, gemeinschaftlich mit dem Offizier⸗Corps des 2ten Garde⸗Ulanen⸗ (Landwehr⸗) Re⸗ giments, nach dem Jagorschen Saale und nahmen dort, unter Musik und Gesang, ein festliches Mahl ein, das durch allgemeine V Heiterkeit und Frohsinn sehr belebt wurde.
Waͤhrend der Tafel uͤbergab der General⸗-Stabsarzt und Geheime Ober⸗Medizinal⸗Rath Dr. Buͤttner, in Begleitung meh⸗ rerer Regiments⸗Aerzte, dem Gefeierten einen mit Sinnbildern in Beziehung auf sein fruͤheres sehr bewegtes Leben reich verzierten, ebenfalls sehr werthvollen Pokal, welchen die General⸗Stabsaͤrzte, General⸗Aerzte und Ober⸗Militair⸗Aerzte der Berliner Garnison ihm zu diesem Tage der Weihe mit innigster Achtung und Liebe verehrten.
Moͤge der Himmel den Jubilar, der in seinem 70sten Jahre noch mit voller Kraft und mit gewohnter Ruͤstigkeit seinen Ge⸗ schaͤften vorsteht, noch lange bei froher Laune und guter Gesund⸗ heit erhalten!
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Die neue Französtsche Anleihe von 150 Mil⸗ lionen. 8
„„ Paris, 19. Okt. Die durch eine Koͤnigliche Ordonnanz vom 18. September autorisirte Anleihe von 150 Millionen Fran⸗ ken ist gestern einer Gesellschaft von Kapitalisten, an deren Spitze Herr von Rothschild steht, zugeschlagen worden. Die Mittheil⸗ nehmer sind die Herren Hottinguer, Aguado und die beiden Ge⸗ neral⸗Einnehmer Baudon und Amédé de St. Didier. Der Cours des Zuschlags ist 78 Fr. 52 ½ Cent. In dem Augenblicke, als dies Geschaͤft im Finanz⸗Ministerium unter dem Vorsitze des Herrn Humann abgeschlossen wurde, stand die 3 proc. Rente an der Boͤrse auf 81 Franken. Es fand daher zwischen dem Betrage des Zuschlags und dem Stande an der Boͤrse eine Differenz von etwa 2 ½ Franken zu Gunsten der Soumissionaire statt, ein Ge⸗ Gewinn, der sich nur noch vergroͤßern wird. Die seit langer Zeit durch die Spekulanten à la Baisse herabgedruͤckte 3 proc. Rente wird nunmehr ihren fruͤheren Stand wieder annehmen und sich in ein natuͤrliches Verhaͤltniß zu der Z proc. stellen, d. h. sie wird in kurzer Zeit noch um 2—3 Fr. steigen. Die Kontrahenten, welche bis zum Augenblicke des Zuschlags durch alle nur denkba⸗ ren Mittel ein Sinken zu bewirken suͤchten, werden jetzt Alles aufbieten, um ein Steigen zu erhalten.
Zu diesem Gewinne, der ungeheuer seyn wird, und den man
auf 3 bis 3 ½ pCt. schaͤtzen kann, kommen noch die Zinsen, die fuͤr
die ganze Summe von 150 Millionen vom 22. Juni an gezahlt werden, obgleich die erste Einzahlung von 7 ½ Millionen Franken erst am 28sten d. M. stattfindet und die uͤbrigen Zahlungen so
bestimmt sind, daß die letzte von 15 Millionen erst am 7. Okto⸗
ber 1842 geschieht.
Diese Operation ist unstreitig in einem unguͤnstigen Augen⸗ blicke ausgefuͤhrt worden. Die Huͤlfsmittel des Schatzes waren noch bedeutend und aus dem letzten Rechenschafts⸗Bericht der Bank von Frankreich ergiebt sich, daß die Regjerung noch ganz vor kurzem die Summe von 120 Millionen Franken in der 1 liegen hatte, die keine Zinsen tragen und nur der Bank zu Gufe kommen. Auf der anderen Seite ist die Anleihe ohne Konkur⸗ renz abgeschlossen worden, denn nur eine einzige Anmeldung war geschehen; die Herren Gebruͤder von Rothschild, Aguado und Hottin guer hatten sich mit den Herren Baudon und St. Didier, welche