1841 / 306 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

. ezchts gezogen werden. Beachten wir aber, daß

Kr. ei s des Gy mnasial, Unters schts gezaegaͤnde meist den 8. chuͤler v on dem, die fruͤber genannnendas Naͤchste ist, abziehen und ihm etwas urspruͤng⸗ was ihm im Harbieten, so daß sie ihn in gewissem Sinne vom Leben lich Frem indem sie ihn in dasselbe einfuͤhren wollen, so dringt sich, . die Nothwendigkeit solcher Unterrichtsmittel auf, die Vigsen Widerspruch sofort auszugleichen im Stande sind. Wollen wir eine scharfe Beobachtungsgabe im Knaben erwecken und ihn aufmerksam machen auf. die ihn umgebenden Erscheinungen, so muͤssen wir ihn schon fruͤhzeitig in das Gebiet der Naturkunde und Geographie einfuͤhren; wollen wir in dem Alter, wo die Theilnahme fuͤr die Verhaͤltnisse der Gesellschaft und des Staats in dem Juͤng⸗

ling erwacht, in ihm Sympathie fuͤr sein Vaterland und Liebe zu

seinem Volke bewahren und beleben, so muß er in die Geschichte,

namentlich in die vaterlaͤndische, eingeweiht werden. Nur so wird

er sich, vom Leben umschlossen, nicht durch den Unterricht von dem⸗ selben ausgeschlossen fuͤhlen. Von diesem Gesichtspunkte aus hal⸗ ten wir alle Angriffe gegen diese Unterrichts⸗Gegenstaͤnde fuͤr hoͤchst einseitig und wahrhaft gefaͤhrlich fuͤr die Bildung der den Gymna⸗ sien anvertrauten Jugend und koͤnnen es nicht billigen, wenn selbst von denen, welche diese Objekte scheinbar vertreten, sie doch mit einer gewissen Geringschaͤtzung behandelt werden; gerade dies ist es, was so manchen Anschuldigungen gegen unsere jetzige Gymnastal⸗Bildung eine scheinbare Berechtigung gegeben hat. Es sind die sogenannten Rea⸗ lien durch das dringende Beduͤrfniß in die Stelle mehrerer theolo⸗ gischen Disziplinen, welche der Zweck der fruͤher vorzugsweise fuͤr die Geistlichen berechneten Gymnasien noͤthig machte, getreten und werden hoffentlich diese Stelle behaupten, so lange die gelehrten Schulen ihre jetzige Bestimmung bewahren. Es darf aber nicht ver⸗ schwiegen werden, daß der Umfang und das Material dieser Wissen⸗ schaften so gewaltig ist, daß man zu einer eneyklopaͤdischen Behand⸗ lung derselben durchaus gendthigt ist, daß ferner das Material der⸗ selben zum großen Theil nur aͤußerlich mit dem Gedaͤchtniß aufge⸗ faßt werden kann und diesem daher haͤufig viel zuzumuthen ist; diese Nachtheile fuͤr den Unterricht hebt aber der große Vortheil fuͤr paͤdagogische Zwecke auf, daß der Lehrer bei diesen Objekten leichtere Anknuͤpfungspunkte findet, als bei anderen, und daß die Wißbegierde der Schuͤler ihm freiwillig entgegenkommt. Da diese Gegenstaͤnde nur eine encyklopaͤdische Behandlung ihrer Natur nach erhalten koͤnnen, so liegt darin schon, daß sie weniger Zeit erfor⸗ dern, als der Unterricht in Sprachen und Literatur, ja selbst als der mathematische. Am meisten Beruͤcksichtigung fuͤr die oberen Klassen des Gymnasiums verlangt unter ihnen der historische Un⸗ terricht, der aber in der letzten Zeit, nicht ohne Naͤchtheil vielleicht fuͤr das Ganze, verkuͤrzt worden ist; auf den unteren Stufen nimmt

dagegen der naturhistorische und geographische Unterricht uͤberwie⸗

gend die Zeit in Anspruch, welche diesen Wissenschaften uͤberhaupt eingeraͤumt ist. Es waͤre noch uͤber die technischen Fertigkeiten, auf die sich auch der Gymnasial⸗Unterricht erstreckt, zu sprechen, wir uͤbergehen sie aus Mangel an Raum und weil sie auch am meisten außerhalb der Streitfragen des Tages liegen. Diese Bemerkungen machen uͤber⸗ haupt niche den Anspruch, den behandelten Gegenstand zu erschoͤpfen, sie erfuͤllen ihren Zweck, wenn sie dem Publikum zeigen, daß es den Gymnasien darauf agnkommt, eine allgemeine Bildung den Schuͤ⸗ lern zu geben, wie sie ihr dereinstiger Beruf verlangt, daß sie zu dem Zwecke ein vielseitiges Interesse in denselben anregen, und daß die Unterrichts⸗Gegenstande derselben fuͤr diesen Zweck am angemessensten gewaͤhlt sind. Freilich kommt noch sehr viel auf die Behandlung der⸗ selben an, uͤber die wir in einem folgenden Artikel sprechen und dann auch die Disziplin auf unseren Gymnasien beruͤhren werden. Mt.

Wicsenschaft, Kunsct und Literatur.

Berlin. Mit Allerhoͤchster Genehmigung wird der Musik⸗Di⸗ rektor Julius Schneider, unterstuͤtzt von den Saͤngerinnen Tuczek und Haͤhnel, den Saͤngern Mantinus und Boͤtticher, den Mitgliedern des Schneiderschen Gesang⸗Instituts und der Koͤnigli⸗ chen Kapelle, unter Leitung des Konzertmeisters Ries, die Kantate „Deutschlands Befreiung“, von Langbecker und dem Konzertgeber, am Montag, den sten d., in den Nachmittagsstunden von 5—7 Uhr, in der Garnison⸗Kirche, bei Erleuchtung, zum Besten der Deutschen Holz⸗-Gesellschaft und der ersten Klein⸗Kinder⸗Bewahranstalt auffuͤh⸗

ren. Die Neuheit dieses Musikwerks, welches erst im vorigen Jahre

komponirt und bisher nur einmal oͤffentlich aufgefuͤhrt worden, die ausgezeichnete Besetzung der Solo⸗Partieen und der wohlthaͤtige Zweck des veranstalteten Konzerts lassen eine zahlreiche Theilnahme von Seiten des Publikums erwarten. 10.

Berlin-Potsdamer Eisenbahn. In der Woche vom 26. Oktober bis incl. 1. November c. sind auf der Berlin-Potsdamer Eisenbahn gefahren: 1) Zwischen Berlin und Potsdam 8805 Personen 2) Zwischen Berlin und Steglitz 37 Zusammen 88412 Personen.

Meteorologische Beobachtungen. Nach

Beobachtung.

einmaliger

Abends 10 Uhr.

Nachmittags ' u

1841.

Morgens 6 Uhr.

Quellwärme 7,40 R. Flusswärme 6,70 R. Bodenwörme 8,00 R. Ausdünstung 0,033, Rh.

Luftdruck... 337,23“ Par. 337,66 Par. 337,93 Par. + 6,4 n. + 8,5 0 R. + 7,80° u. + 5,6 °n. + 7,50 h. + 7,2 n. 87 pct. 85 pct. 89 pet. trübe. trübe. trübe. Niederschlag 0,089 HRh 0. V 0. V 0. Wärmewechsel + 8,6⁰. Wolkenzug. .. 0. + 5,59⁰.

Tagesmittel: 337,61“ Par. 8,20 n.. 6 8L H. 87 Ct. 0. 8 / 1

Luftwärme . Thaupunkt ... Dunstsättigung

Wetter

1181668 Den 2. November 1841.

Pr. Cour.

hrief. Geld.

Fonds’s. Actien.

104 173 1 RBel. Pots. Eisenb. 8 102 dlo. do. Prior. Act. der Mgd. Lpz. Eisenb. 80 ½ 79⅔ dslo. do. Prior. Aect. 102 3 1012³ Brl. Anh. Eisenb. 103 103 ¼ do. do. Prior. Act. 8b Düss Blb. Eisenb. 48 do. do. Prior. Act 102 ½ 101 5 [Rhein. FEisenb. 105 ½ do. do. Prior. Act. 1 102½ 1012 102 ½ 101* 101

St. Schuld-Sch. Pr. Bugl. Obl. 31). Sch.

103 1⁄2

Prüm. Sechandlung.

Kurm. Schuldv. 3 2

Berl. Stadt -Obl.

Elbinger do.

Danz. do. in Tb.

Westp. Pfandbr. *

Ostpr. Pfandbr.

Tomm. do.

Kur- u. Neum. do. 3 ½

Schlesische do.

Gold al marco

Friedrichsd'or

zen à 5 Th.

95 5’712 16“ Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Brick. Geld.

250 PFl. Kurg 138 ½ 138 ½ d0. 230 lL. 2 M 137 ½ y““ 300 Mk. Kurz 148

300 Mk. 2 Mt. 147 5⅔ London 1 LSt. 8 Mt. 6 18 ““ 300 Pr. 2 Mt. 78 ½ Wien in 20 Xr. 111188 Mt.

150 FI. Mt.

100 Thle. Mt. 100 Thlr. Tage

100 Pl. Mt. 1 SnbI. 3 woch.

Andere Goldmün- V P

Disconto

Amsterdam

Augsbuarg

Breslau

Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. Frankfurt a. M. W2hh

& bo ro ben

—₰

02 1

Petersburg—g . . ..

Auswärtige Amsterdam, 29. Okt. Niederl.

Kanz. Bill. 25 6 9 Span. 17 8 Paseive. —. Oesterr. 105.

Prüm. Sch. —. Pol.

Antwerpen, 28. 0Okt. Ziusl. 5.

Frankfurt a. M., 30. 0kt. Oesterr. 5 ½ Met. 106 ½ G. 4⁰ 98 ½ 6. 2 ½ 55 ½ Br. Bank-Aet. 1856. 18541. Partial-Obl. —. zu 500 Fl. 137. 136 ¾. 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 80 G.

Börsen. wirkl. Schuld 51 28 59 do. 99 8 Preuss.

Ausg. —. Ziusl. —.

275.

Neue Anl. 17 4⅛.

Loose

Loose zu

Poln. L00s e 428½

e,9 nml. 102 G. Hoell. 49 1⁄14. 49 ⅓.

Eisenbahn-Actien. do. linkes —. München-Augsburg —. Dresden 100 G. Köln-Aachen 96 ½ Br.

London, 26. 0Okt. Cons. 3 9% 88 ¼. Passive 4 ⁄½. Ausg. Sch. 10 ⅞. 2 ½ % Holl. 51 ¼. 5 % Port. 29 ½¼. 3 ¼ Engl. Russ. —. Bras. 54. Columb. 18 ½. Mex. 23 ½. Peru —. Chili —. Paris, 28. Okt. 5 % Rente fu cour. 115. 60. 3 6 Rente fin cour. 79. 80. Anl. de 1841 80. 90. 5 G Neapl. fin cour. 105. 20. 5 G Span. Rente 21 ½⅞. Passive 5 ½.

Wien, 28. 0kt. 5 9% Met. 105 ½. 4 % 98 ½¼. 3 ½ 74. 2 ¾ ½ 54½. 12, —. Bank-Actien 1505. Aul. de 1834 136. de 1839 107 ⅞.

Ufer —. Leipzig-

St. Germain —. Versailles rechtes Strassburg-Basel —.

Belg. —. Neue Aul.

Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 3. Nov. Im Schauspielhause: Egmont, Trauer⸗ spiel in 5 Abth., von Goͤthe. Musik von L. van Beethoven. (Herr Seydelmann wird in der Rolle des Alba wieder auftreten.)

Donnerstag, 4. Nov. Im Opernhause: Mit Allerhoͤchster Genehmigung: Zur Feier der vor hundert Jahren geschehenen Grundsteinlegung des Koͤnigl. Opernhauses: Große musikalisch⸗ dramatische Akademie, bestehend in einer Anthologie der Deutschen Opern⸗-Musik, veranstaltet und ausgefuͤhrt von dem Gesammt— Personale der Koͤniglichen Schauspiele. Die Einnahme ist wohl⸗ thaͤtigen Zwecken bestimmt.

Preise der Plaͤtze. Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

Donnerstag, 4. Nov. Im Schauspielhause: Der Oheim, Lustspiel in 5 Akten. Vorher: Der Bevollmaͤchtigte, Lustspiel in 1 Akt, von Frau von Weißenthurn.

Freitag, 5. Nov. Im Opernhause: Große musikalisch- dra⸗ matische Akademie, bestehend in einer Anthologie der Deutschen Opern⸗Musik.

Preise der Plaͤtze: Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. ꝛc.

Im Schauspielhause: Spectacle demandé. 1) La seconde représentation de: Un secret, drame-vaudeville nouveau en 2) La scconde représentation de: Un monsieur et . Fdis.

Ein Platz in den Logen des ersten

3 actes. une dame, vaudeville nouveau en 1 Königstädtisches Theater.

Mittwoch, 3. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Otello, moro di Venezia. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Kossini. (Signora Assandri: Desdemona.) Donnerstag, 4. Nov. Der Talisman.

in 3 Akten, von Nestroy. Wegen eingetretener Hindernisse kann die Oper: Il Barbiera di Seviglia heute nicht gegeben werden. Die dazu bereits ver⸗ kauften Billets bleiben zur heutigen Vorstellung guͤltig, oder kann der Betrag dafuͤr bis 6 Uhr Abends in Empfang genommen werden.

Posse mit Gesang

Marktpreise vom Getraide

Berlin, den 1. Noyember 41841.

Zu Lande: Weizen 3 Rthle. 3 Sgr. 9 Pf., auch 2 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 21 Sgr. 11 Pf., auch 1 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf.; große Gerste 1 Rhlr.; kleine Gerste 1 Rthlr., auch 28 Sgr. 9 Pf.; Hafer 25 Sgr., auch 23 Sgr. 2 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf., auch 1 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; Linsen 2 Rthlr. 25 Sgr., auch 2 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf.

Zu Wasser: Weizen 3 Rthlr. 5 Sgr., auch 3 Rthlr.; Roggen 1 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf.; Hafer 22 Sgr. 6 Pf, Nlich 21 S9. P

Sonnabend, den 30. Oktober 1841.

Das Schock Stroh 9 Rthlr., auch 7 Rthlr. 15

Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr.

—— J. W. Zinkeisen.

Verantwortlicher Redacteur Dr. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

Sgr. Der

Bekanntmachungen.

14“ Der ehemalige Expeditions⸗Eleve und jetzige Pri⸗ vatschreiber Albert Carl August Hanel aus Fuͤr⸗ stenwalde ist der Unterschlagung eines hier entliehenen⸗ Pferdes dringend verdaͤchtig, soll deshalb zur Unter⸗schwanz, 8 2 suchung gezogen werden, hat aber seiner Verhaftung schon am Sonntag den 17ten v. M. durch die Flucht sich entzogen. Er ist mit dem vom Magistrat zu Fuͤrstenwalde bereits unterm 25sten v. M. wegen eines dort gegen seinen Oheim veruͤbten Diebstahls steck brieflich verfolgten Verbrecher ohne Zweifel identisch, und auch hoͤchst wahrscheinlich eine und dieselbe Per son mit dem vom Koniglichen Landraͤthlichen Amte des Ober⸗Barnimschen Kreises zu Freienwalde in der Bekanntmachung vom 23. Oktober bezeichneten Be truͤger, welcher sich faͤlschlich fuͤr einen Lieutenant von Alsleben ausgegeben und von Wriezen an der Oder, wo er auf einem Schimmel (Langschwanz) am 18ten v. M. eingetroffen und eine Nacht geblieben ist, muthmaßlich nach Kuͤstrin sich begeben hat.

Alle verehrlichen Behoͤrden des In⸗ und Auslan⸗ des werden ergebenst ersucht, auf den unten naͤher b Hanel, nicht minder auf das vielleicht noch ülieinem Besitze befindliche entliehene Pferd, zu vigiliren, im Betretungsfalle aber den Vervfolg ten nebst dem Pferde, desgleichen nebst allen bei ihm 58 eeh sich vorfindenden Geldern und Ef⸗ fekten, vreh sichere Leute hierher tranzportiren und an die Gefaͤngniß⸗Expedition der Stadtvoigtei, Mol⸗ kenmarkt Nr. 1, abliefern zu lassen.

Wir versichern die ungesaͤumte Erstattung aller Kosten und den verehrlichen Behoͤrden des Auslan⸗ 89 E114““ zur Erweisung rechtlicher

zegendienste.

Berlin, den 1. November 1841.

Koͤnigliches Kriminalgericht Fesge Residenz.

onseri. Personsbeschreibung.

Der Albert Carl August Hanel ist aus Fuͤr⸗ stenwalde gebuͤrtig, 20 Jahr alt, evangelischer Re⸗ ligion, 5 Fuß 7 Zoll groß, schlanker Statur; er hat braune Haare und Augen, eine freie Stirn, laͤng⸗ liche Nase, rundes Kinn, gewoͤhnlichen Mund, voll⸗ staͤndige Zaͤhne, keinen Bart, hageres Gesicht und blasse Gesichtsfarbe. 1 0 en zu bemerken, daß er auf dem ersten Gliede des lin⸗ ken Zeigefingers eine einen Zoll lange schiefe Narbe hat. Er hat sich bisher faͤlschlich nicht nur von Alsͤ⸗ leben, sondern auch von Eckardtstein und Graf zu Dohng genannt. Bekleidet war er am Tage seiner

Filzhute.

nowsky

und die

Allgemeiner Anzeiger

Beschreibung des von ihm unterschlagenen

Dasselbe ist ein Blauschimmel, 2„ La 8 Jahre alt, ein Altpreußisches Gestuͤtpferd, 1) auf dessen rechter Seite eine Krone eingebrannt ist. * Es hat an beiden Seiten, als Folge feuͤher geschehe⸗ ner Einreibungen, mehrere kahle Hautflecke und laͤßt sich nur mit Muͤhe vom Reiter besteigen. einen alten nicht uͤberzogenen Sattel ohne Schabracke, mit schwarzem Zaume und weißen Schnallen. im Sattel ist eine sogenannte Kammer gearbeitet, um das Pferd gegen den Satteldruck zu schuͤtzen.

IbEIbö1 Folgende Personen: A8A8 8 der Tischlergeselle Feiedrich August Karl Franz Herms, welchee, am 7. Mai 1801 geboren, ein Sohn des zu Gruͤnberg bei Zehden verstorbenen Predigers Herms ist und sich zuletzt in Koniskow bei Brody aufgehalten haben soll: der Johann George Friedrich Wilhelm von Ku⸗ oder 1824 verstorbenen pensionirten Hauptmanns Ste⸗ phan von Kunowsky oder Kinowsky ist und zuletzt in Braunschweigschen Militair⸗Diensten gestanden haben soll; so wie deren unbekannte Erben und Eebnehmer, wer den hierdurch vorgeladen, von ihrem Leben und Aufent halte binnen 9 Monaten, spaͤtestens aber in dem am 26. Februar 1842, Vormitt. 11 Uhr, vor dem Deputirten, Referendarius Lange, auf dem Kdnigl. Ober⸗Landesgericht hierselbst anberaumten Ter mine persoͤnlich oder durch einen mit Information und Vollmacht 1““ Nachricht zu geben Identitaͤt ihrer Perso chuweis⸗ dri⸗ E“ rson nachzuweisen, widri⸗ ruͤckgelassene Vermoͤgen unter ihre naͤchsten sich leafti wöö ihre naͤchsten sich legiti werden wird. Frankfurt, den Koͤnigl. Preuß. Ober Landesgericht. Land⸗ bE“ Verkauf. . I ies 4 8 6 Stadtgericht zu Nordhausen. am 5. Januar 1842, Vormittags 11 Uhr, gewaͤrtigen. vor dem Herrn Stadtgerichts⸗Rath Siecke angesetz⸗ 1b ten Termine entweder in Person oder durch zulaͤssige, gerichtlich abgeschaͤtzte mit hinlaͤnglicher Information versehene Bevollmaͤch⸗ tigte, wozu ihnen die Herren Justiz⸗Kommissarien 8 Fischbach, Eisleben und Boots in Vorschlag gebracht iise daselbst oͤffentlich werden, einzufinden oder sich schriftlich zu melden.

Als besonderes Kennzeichen ist Das zur August Fleckschen rende, vor dem Vogel No. 1082 legene und zu 12,907 Thlr. Haus nebst Zubehoͤr soll

am 4. März 1842, Vormittaägas 1 8 b 8 11 1 im Gerichtslokale im Rathha sichre.

Pferdes. Wallach, Lang⸗

Es trug Unten

ement.

14 Sgr. 5 Pf. befinden;

chen sich 14 Thlr. 29 Sar. Depositorio befinden ;

Kinasky, welcher ein Sohn des

im Gasthaus-Hospitale

6) die

fuͤr todt erklaͤrt und das zu nes Gottfried Muͤller,

oder dem Fiskus uͤberwiesen

7. April 18. 4 8 68 6 Pf. betraͤgt⸗

spaͤtestens in dem

Konkursmasse gehb

zu Nordhausen be⸗

77 2 9 die Preusischen Staate für Iusßischen n. Entweichung von hier mit einem alten braunen Tuch⸗ meistbietend verkauft und koͤnnen die Taxationsver⸗ Mit den oben ad 1, 2 u. Z genannten Verschollenen wer oberrocke, hellen Beinkleidern und einem schwarzen handlungen und der neueste Hypothekenschein in der den auch deren etwanige unbekannte Erben vorgeladen.

Gerichts-Registratur eingesehen werden.

11A1“ 8 Von dem unterzeichneten Stadtgerichte werden der abwesende Gottlieb Wilhelm Eickstedt, Sohn des hierselbst verstorbenen Schuhmachermeisters Joachim Eickstedt, geboren den 25. Mai 1788, welcher vor Kolberg geblieben seyn soll, und des⸗ sen Vermoͤgen mit 20 Thlr. 20 Sgr. 8 Pf. sich in unserem Depositorio befindet;

2) die am 4. Januar 1791 hierselbst geborne Ka roline Friederike Heitchen, Tochter des hierselbst verstorbenen Baͤckermeisters Friedrich Heitchen, welche sich 1800 von hier fortbegeben und fuͤr welche sich in unserem Depositorio 206 Thlr.

3) der ehemalige Musketier im Regimente Moͤllen⸗ dorff, Heinrich Wilhelm Muͤller, am 19. Okto ber 1777 zu Neustadt⸗Eberswalde geboren, Sohn des hier verstorbenen Wilhelm Muͤller, fuͤr wel 1 Pf. in unserem

4) die unbekannten Erben der am 18. Februar 1838 hierselbst verstorbenen, verwittweten Arbeitsmann Kolberg, Christine Sophie gebornen Butke, deren Verlassenschaft im Betrage von 22 Thlr. 4 Sgr. 9 Pf. sich in unserem Depositorio befindet;

5) die unbekannten Erben der am 28. Januar 1832

hierselbst verstorbenen unverehelichten Louise Amalie Christine Steiners⸗ dorff, deren Nachlaß mit 4 Thlr. 16 Sgr. 9 Pf. sich in unserem Depositorio befindet;

unbekannten Erben der am 8.

hierselbst verstorbenen Karoline Sophie Muͤller,

Tochter des hierselbst verstorbenen Arbeitsman

b deren Verlassenschaft 8 Thlr. 29 Sgr. 5 Pf. betraͤgt;

7) die unbekannten Erben des zu Dauer am 30. De⸗ zember 1832 verstorbenen Arbeitsmanns Samuel Zobel, dessen Verlassenschaft 19 Thlr. 27 Sgr.

hierdurch aufgefordert, sich binnen 9 Monaten und

Melden sich die Abwesenden nicht, so werden sie fuͤr todt erklaͤrt, und ihr Vermoͤgen wird ihren gesetzli chen Erben, eventuͤaliter dem Fiskus, zuerkannt werden. Melden sich zu den ad 4 bis 7 aufgefuͤhrten Nach⸗

laßmassen keine Erben, oder koͤnnen dieselben ihr Erb⸗ recht nicht gehoͤrig nachweisen, so werden sie mit ihren Erb⸗Anspruͤchen praͤkludirt und die Nachlaßmasse als herrenloses Gut dem Fiskus zugesprochen werd Prenzlau, den 1. Mäaͤrz 1841. 8 Koͤnigl. Stadtgericht.

Ediktal⸗Ladung.

in Waldenburg seine Insolvenz angezeigt und sein Vermoͤgen an seine Glaͤubiger abgetreten hat, so werden Amtswegen die bekannten und unbekannte: Glaͤubiger gedachten Graͤf's,

grunde Anspruͤche zu haben glauben, hierdurch ge⸗ aden, bei Strafe des Ausschlusses von gegenwaͤrti⸗

den 8. Februar 1842,

an hiesiger Amtsstelle zu rechter fruͤher Gerichtszeit entweder in Person oder durch genugsam legitimirte und instruirte Bevollmaͤchtigte zu erscheinen, ihr

zu liquidiren und gebuͤhrend zu bescheinigen, daruͤber mit dem Konkursvertreter und uͤber die Priorität unter sich binnen gesetzlicher Frist rechtlich zu ver fahren, zu beschließen und

den 1. Mar ;z 1842, der Publication eines Praͤklusivbescheids, sodann aber

den 22. Maͤrz 1842, der Pflegung der Guͤte und, nach Befinden, de. Abschließung eines Vergleichs, wobei dieienigen, welche gar nicht oder nicht gehoͤrig erscheinen, oder uͤber den Vergleich sich nicht erklären“, fuͤr einwil⸗ ligend geachtet werden sollen, dafern abereine Ver einigung nicht zu Stande kommen sollte,

den 29. Maͤrz 1842, der Inrotulation der Akten, und endlich

den 10. Mai 1842,

1832

Mai

Uebrigens haben auswaͤrtige Glaͤubiger zur! An nahme der kuͤnftig an sie ergehenden Ladungen Be⸗ vollmaͤchtigte am Orte des Gerichts zu bestellen.

Waldenburg, den 10. September 1841.

Fuͤrstlich Schoͤnburgsches Justigamt. Herrmann.

Nachdem der Handelsmann Herr Alexander Graͤf uͤberhaupt aber Alle,

welche an dessen Vermoͤgen aus irgend einem Rechts⸗

gem Kreditwesen, wie auch des Verlustes der Rechts⸗ wohlthat der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand,

bei gedachtem Kreditwesen habenden Forderungen

der Publication des Locations⸗Erkenntnisses sich zu

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

V

Frankreich.

Ein Blick auf Disziplin und Militairstrafen in Frankreich.

EI

fragen, wie es dem

Amtliche Nachrichten. 1 Rustland und Polen. St. Petersburg. Reise der Großfuͤrstin

Helena. 1b h. Paris. Die Ovpposition uͤber die Unvermeidlichkeit einer Minister-Krisis. Das Journal des Deébats, die Times und die Oppositions⸗Presse in den Spanischen Haͤndeln. Veraͤnderungen im diplomatischen Corps. Vermischtes. Grosbritanien und Irland. London. Befinden der Koͤnigin. Neuer Praͤsident der Ostindischen Kontrole. Revolutions⸗Plan in Portugal. Vermischtes. Briefe aus London. (Allgemeine Stimmung in Bezug auf die Spanische Insurrectton und den Pro⸗ zeß Mac Leod's; bedenklicher Zustand der Fabrik⸗Arbeiter; die Koͤ⸗ nigin; Irland. Faͤlschung von Schatzkammerscheinen; O' Con⸗ nell's Wahl zum Lord⸗Mayor von Dublin und ihre muthmaßlichen Folgen. Niederlande. Nassau. Belgien. Schreiben aus Bruͤssel. (Haltung der Presse in Bezug auf die Zoll⸗Verhandlungen mit Frankreich; Broschuͤre des Herrn Jottrand und Politik des Journal des Débats in Betreff die⸗ ses Gegenstandes.) Deutsche Bundesstaaten. Stuttgart. außerord. Mission aus Muͤnchen. Bremen. Dampfschifffahrt. Oesterreich. Triest. Ankunft des Grafen von Koͤnigsmark. Schweiz. Bern. Die Tagsatzung schiebt die Entscheidung der Aargauischen Angelegenheit noch auf. Spanien. Madrid. Vermischtes. Griechenland. Athen. Denkmal fuͤr Maurokordatos. Türkei. Konstantinopel. Reschid Pascha. Persien. Ruͤckkehr der Englischen Mission und des Handels.

Haag. Aufenthalt Sr. Majestaͤt des Grafen von

Graf Pappenheim in Transatlantische

. 8 gedruͤckter Zustand

Verhandlungen des Mae Leodschen Prozesses. Geldmarkt.

Inland. Halle. Reformationsfest. Aachen. laͤnder bei dem Feste am 15. Oktober.

Bekanntmachung des Kuratoriums fuͤr das evangelische Saͤkular⸗ Stipendium.

Worte eines Eng⸗

b Etwas zur Physiognomie der Stadt Algier. Wissen⸗ schaft, Kunst und Literatur. Guhrauer. Lessing's Erzie⸗ hung des Menschengeschlechtes u. s. w. .

Amtliche Nachrichten Kvronik des Tages. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:

Den Geheimen Medizinal⸗ und vortragenden Rath im Mini⸗ sterium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenhei⸗ ten, Professor Dr. Schoͤnlein, zu Allerhoͤchstihrem Leibarzt und gleichzeitig zum Geheimen Ober⸗Medizinal⸗Rath; so wie

Den zum Direktor des Land- und Stadtgerichts in Allen⸗ stein bestellten Land- und Stadtrichter Gisevius in Röͤssel zu⸗ gleich zum Kreis-⸗Justizrath fuͤr den Allensteiner Kreis zu ernennen.

Der Koͤnigliche Hof legt morgen, am Aten, die Trauer auf acht Tage fuͤr Ihre Kaiserl. Hoheit die Erzherzogin Marie Karoline, aͤlteste Tochter Sr. Kaiserl. Hoheit des Großherzogs von Toscana, an.

2

Berlin, den 3. November 1841.

Angekommen: Se Erlaucht der Graf Alfred zu Stol⸗

berg⸗Stolberg, von Stolberg.

Zeitungs-Uachrichten Ausland.

Rußland und Polen.

St. Petersburg, 28. Okt. Nachrichten aus Odessa zu⸗ folge ist Ihre Kaiserl. Hoheit die Großfuͤstin Helena, nach einem zweimonatlichen Aufenthalt in der Krimm, am 5ten d. M. von Simpheropol abgereist, um hierher zuruͤckzukehren.

Das Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten hat sei⸗ nen ͤltesten Rath verloren. Der Senator Paul Diwoff ist am lsten d. M. in Moskau mit Tode abgegangen. 1

Frankreich. 8

Paris, 29. Okt. Der Constitutionnel aͤußert sich heute uͤber die Lage des Ministeriums in folgender Weise: „Das Ministerium be- findet sich seit laͤngerer Zeit in einem Zustand bestaͤndiger Krisis. Es herrscht fortwaͤhrend Spaltung im Schooße des Kabinets. Es giebt in demselben eine doctrinaire Fraction und eine andere, die die nicht doctrinair ist. Die erstere mißtraut der letzteren, aber sie kann dieselbe noch nicht entbehren. Die letztere moͤchte sich von der ersteren. befreien, aber sie wagt nicht, sich auf ein sol⸗ ches Unternehmen einzulassen. Ein Portefeuille giebt es indeß welches taͤglich Jemanden angeboten wird, und zwar das des Herrn Humann. Je naͤher die Session ruͤckt, um so entschiede— ner wird die Spaltung, und um so dringender werden die Aner— bietungen. Die bevorstehende Session ist j er T xfoͤhrlich se tc Session ist in der That gefaͤhrlich fuͤr das Ministerium. Wir haben schon oft das Gemäͤlde seiner Fehler entworfen, wie es den Augen der Deputirten erscheinen wird die am meisten zur vns sind. Man wird sich M 1 elingen ko e iele 2

ordnungen und so viele Gefahren aus 1 88 fachen Maßregel der Registrirung erwachsen zu lassen Man wird sich wundern, wie es so viele Ungeschicklichkeiten anh ufen konnte, um bei Gelegenheit der dem Koͤnige angedichteten Briefe den heftigsten Feinden der Dynastie einen Triumph zu bereiten,

Krrarmmn

Man wird sich vergebens bemuͤhen, Beweggruͤnde fuͤr jene selt⸗ samen Cirkulare aufzufinden, in denen abwechselnd die Jury und die Munizipal⸗Conseils fuͤr verdaͤchtig erklaͤrt wurden. Man wird das Benehmen nicht begreifen, welches die Regierung bei den letzten Freignissen in Spanien beobachtet hat, und schließlich wird man uͤbereinstimmend zu der Ansicht gelangen, daß wir ein durchaus unfaͤhiges Ministerium besitzen. Es giebt ohne

Zweifel unter den Ministern Maͤnner, die persoͤnlich höͤchst ausgezeichnet sind; aber das allgemeine Benehmen giebt augenscheinlich in dem Kabinette die entschiedenste Unfaͤhigkeit kund. Und dennoch existirt jenes uneinige, bedrohte und verur— theilte Ministerium noch immer. Wer unterstuͤtzt es? Wer ver⸗ hindert seinen Fall? Wir muͤssen uns daruͤber aussprechen. Das Ministerium besteht nur durch die Uneinigkeit der Maͤnner, die durchdrungen von denselben Grundsaͤtzen, derselben Meinung und derselben Partei angehoͤrend, dennoch durch sehr untergeordnete Gruͤnde getrennt sind und in derselben Farbe zwanzig verschiedene Nuͤancen aufweisen. Die ganze Hoffnung des Ministeriums be⸗ steht darin, jene Uneinigkeit und jenes Mißtrauen zu unterhalten. Mittlerweile wird aber das Land nicht regiert. Alle Welt ist un⸗ ruhig, tadelt die Gegenwart und hat kein Zutrauen zu einer besseren Zukunft. Von einem Ende Frankreichs bis zum anderen wuͤnscht man das Ende dieser Verwirrungen und Spaltungen welche eine wirkliche Majoritaͤt unmoͤglich machen und die nuͤtzlich⸗ sten Kraͤfte des Landes laͤhmen.“

Das Journal des Doébats enthaͤlt heute folgenden Ar⸗ tikel: „Der Constitutionnel, um die Ansicht zu unterstuͤtzen welche er in Bezug auf die Spanischen Angelegenheiten ausge⸗ sprochen hat, beruft sich laͤcherlicher Weise auf die Meinung der Englischen Journale und auf einen Artikel der Times. Die Englischen Journale zeigen jedesmal, wenn es sich um die In- teressen ihres Landes und ihre Ehre handelt, eine Einsicht und einen Patriotismus, den wir unseren Oppositions⸗Journalen von ganzem Herzen wuͤnschten. Bevor sie Whigs oder Tories sind sind sie Englaͤnder, und sie thun wohl daran. Auch finden wir es ganz natuͤrlich, daß die Times sich bei dem Gedanken freut, daß das Werk Ludwig's XIV. in Spanien sich seinem Ende naht. Seit laͤnger als 100 Jahren arbeitet England daran, die durch die Franzoͤsischen Waffen niedergerissene Barriere zwischen den beiden Laͤndern wieder aufzurichten. Die Times wirft die ganze Verantwortlichkeit wegen der letzten Insurrection auf Frankreich; ich glaube es wohl. Wenn es als nuͤtzlich fuͤr die Englischen In⸗ teressen erschiene, so wuͤrde die Times es unternehmen, zu be⸗ weisen, daß Frankreich bei den Gewaltthaͤtigkeiten in Lagranja und bei den Unruhen, die den Sturz der Koͤnigin Christine und die Erhebung Espartero's herbeifuͤhrten, die Hand im Spiele hatte. Die Times ist, wie gesagt, in ihrer Rolle; aber die Franzoͤsischen Oppositions⸗Journale sind nicht in der ihrigen, wenn sie, wie es in der Spaͤnischen Frage der Fall ist, das Vaterland ihrer Partei aufopfern. Der Times fiel es nicht ein, im vorigen Jahre, als die Orientalische Frage so drohende Verwickelungen zwischen Frankreich und England herbeifuͤhrte, sich von der Fran⸗ zoͤsischen Gesandtschaft inspiriren zu lassen, und wir glau⸗ ben nicht, daß irgend ein Englisches Journal zu jener Zeit seinem Lande mit den Repressalien Frankreichs gedroht hat. Diese patriotische Art, gegen ein Ministerium Opposition zu machen war unseren Journalen der linken Seite, mit Ausnahme des Courrier frangais, vorbehalten. Wir haben mit der Times eine Frage, wie die Spanische, nicht zu eroͤrtern. Der Franzoͤsi⸗ schen Politik koͤmmt es zu, sich dergestalt zu benehmen, daß das Englische Journal ein wenig zu fruͤh seine Freude uͤber die angeb⸗ liche Vernichtung des Werkes Ludwig's XIV. geaͤußert habe; wir unsererseits glauben nicht, daß es zu spaͤt sey, um jene Zersiörung zu verhindern.“ 8 8

Der Presse zufolge werden im diplomatischen Corps fol⸗ gende Veraͤnderungen stattfinden: Herr von Chasseloup⸗Laubat Mitglied der Deputirten⸗Kammer, wird an die Stelle des Baron Deffaudis zum außerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Minister beim Bundestage ernannt werden; der Baron von Langs⸗ dorf wird den Baron Rouen in Rio Janeiro ersetzen; der Baron Billing, vormaliger Geschaͤftstraͤger, wird als General-Konsul nach Alexandrien gehen; Herr Eugen Perier und der Graf Ma⸗ rescalchi werden den Grafen Flahault nach Wien begleiten; Herr von Contades wird mit Herrn von Salvandy nach Madrid gehen; der Marquis von Ferrieres⸗Levayer ist zum zweiten Gesandschafts⸗ Secretair in Bruͤssel ernannt. An die Stelle des Herrn von Lutteroth, der Herrn Eugen Perier in Turin ersetzen soll, wird Herr von Montessuis nach Berlin gehen. W“

Dem Vernehmen nach, wird Herr von Barante nicht auf sei⸗ nen Posten nach St. Petersburg zuruͤckkehren, sondern auf seinen Guͤtern abwarten, bis man ihm eine andere diplomatische Bestim⸗ mung anbietet. Dieses Gerüuͤ velches sich fast jedes 8 8 ng. 8 4 8 sich fast jedesmal ver⸗

keitet, wenn ein Gesandter auf Urlaub in Paris ist, schei 3 der Bestaͤtigung zu beduͤrfen. ““

Herr von Rothschild hat gestern den ersten Termin der neuen Anleihe mit 7,500,000 Fr. im Schatze eingezahlt.

Telegraphische Depeschen melden, daß die Rhone auch zwischen Arles und Tarascon die Deiche durchbrochen habe. Tarascon stand unter Wasser. Laͤngs dem ganzen Ufer⸗Gebiete haben die Behoͤrden die noͤthigen Maßregeln getroffen. Die Truppen lei⸗ sten den Einwohnerschaften allen moͤglichen Beistand. Vorgestern hatte die Rhone schon die Hoͤhe von 1827 erreicht.

88 Es heißt, daß kuͤrzlich durch Vermittelung des Herrn von Rémusat eine Aussohnung zwischen den Herren Molé und Thiers stattgefunden habe. Wenn sich dieses Geruͤcht bestaͤtigen sollte, so wuͤrde die Stellung der Parteien in der Deputirten⸗Kammer eine ganz andere werden, wie bisher; aber die Sache ist nicht sehr wahrscheinlich.

Gestern wurden Herr und Madame Standish von dem Koͤ⸗ nige in Saint⸗Cloud empfangen. Sie sind die Erben des Herrn Standish, der dem Koͤnige der Franzosen eine kostbare Gemaͤlde⸗ Sammlung vermacht hat.

Herr von Kersausie, der in dem bekannten April⸗Prozesse durch den Pairshof verurtheilt wurde, und dem bei der spaͤter er⸗

theilten Amnestie ein Aufenthaltsort fern von Paris angewiesen u“ ist gestern in einem hiesigen Hotel verhaftet und nach der 2 oliei⸗Praͤfektur gebracht worden. Boͤrse vom 29. Oktober. Die Rente war heute zu An fang der Boͤrse gesucht und stei ; spaͤter troͤ Wi 5 ““ gesucht und steigend; spaͤter trat aber eine ruͤck⸗ Zeengige Dewegung ein, weil sich das Geruͤcht verbreitete, daß das oprr 1 1 e. 1 4 2 1“ neuerdings uneins uͤber die Entwaffnungs⸗Frage waͤre, und 8 mehrere Minister ihre Entlassung angeboten haͤften. Die Regierung, hieß es am Ende der Boͤrse, habe durch den Tele⸗ graphen von Calats die Nachricht erhalten, daß die Koͤnigin von England von einer Tochter entbunden worden seh.

Großbritanien und Irland. 1 genb 8 8 1 . 1— 8 86 1“ 6 Alle dazu noͤthigen Vorbereitungen sind dere. llle dazu noͤthigen Vorbereitungen sind bereits getroffen. Die Koͤnigin war in den letzten Tagen etwas unwohl gewesen, jedoch nicht so, daß sie sich genoͤthigt gesehen haͤtte, das Zimmer zu huͤ⸗ ten. Vor einigen Tagen wurde der Befehl gegeben, daß Einla⸗ vngaer 8 86 von Canterbury, den Lord⸗Kanzler, den G 1— und andere angesehene Personen, sich an den 0r zut verfügen, erlassen werden sollten, sobald die Aerzte erklaͤ⸗ ven wurden, daß die Entbindung Ihrer Majestaͤt nahe sey. Sir ö. Pferde stehen seit mehreren Tagen angeschirrt, da⸗ vin 8 Nachricht aus dem Palast sich sogleich dort— 88 Ein Korrespondent der Morning Chroniele spricht von Plaͤnen, welche die revolutionaire Parkei in Portugal hege, die Koͤnigin abzusetzen und eine Regentschaft im Namen ihres aͤltesten Sohnes, Dom Pedro, zu ernennen; die Spanischen Exaltados sollen diesem Plane ihre Unterstuͤtzung zugesagt haben.“ Der Morning Post zufolge, wird Herr Temple, der Bru⸗ der Lord Palmerston's, Gesandter in Neapel bleiben. 1

Lord Fitzgerald und Besey ist, wie man es erwartete, an die Stelle Lord Ellenborough's zum Praͤsidenten der Ostindischen Kontrolle ernannt worden. .

2 London, 26. Okt. Fuͤr den Auslaͤnder kann es wohl keine merkwuͤrdigere Erscheinung geben, als der Takt, womit fast jeder Englaͤnder in Bezug auf auswaͤrtige Verhaͤltnisse immer das herausfuͤhlt, was seinem Vaterlande nuͤtzlich oder schaͤdlich ist, und es danach vertheidigt oder angreift, wenn nicht gerade zufaͤllige Partei⸗Verhaͤltnisse daheim, wo nicht sein Urtheil verkehren ihm doch ein entgegengesetztes Verfahren vorschreiben. So konnte man bemerken, wie maͤn einstimmig den letzten Revolutions⸗Versuch in Sbansen verdammte und sich nun freut, daß er fehlgeschlagen ist. Die quast;⸗legitimen Anspruͤche Maria Christinen's gegen einen gluͤcklichen Krieger vermochten bei unseren Tories nichts gegen die lleberzeugung, daß es nur die Vergroͤßerung Franzoͤsischen Ein⸗ flusses galt. Eben so ist bei allen Parteien nur Fine Stimme in Bezu auf die Begebenheiten, welche sich jetzt in den Vereinigten Gee eignen: Neben dem redlichsten Wunsche, daß der Friede zwischen beiden Nationen mit Ehre erhalten werden koͤnne, der feste Entschluß, keinen Zoll von unserem guten Rechte zu weichen und jeden Versuch daf⸗ 1n Krieg, selbst auf Leben und Tod, zu ahn⸗

en. Selbst die Chartisten sind hieri it Whi Torie 11“ Chartisten sind hierin mit Whigs und Tories

Wir sind nun im Besitz der Verhandlungen im Prozesse des Mac Leod waͤhrend der drei ersten Tage, und jeder Leser scheint uͤberzeugt, daß, wenn kein triftigerer Beweis geliefert worden, daß dieser Mann irgend einen Antheil in dem Angriff auf das Dampfboot „Caroline“ gehabt, alle Zweifel beseitigt werden, daß die Amerikanische Regierung nicht einen Schatten von Recht hatte, wegen der Zerstoͤrung dieses Raubschiffes von uns Entschaͤ⸗ digung zu verlangen. Die eigenen Zeugen, welche der Staat New⸗York aufgestellt, haben bewiesen, daß zur Zeit die ganze Masse seiner Bevoͤlkerung an unserer Graͤnze gegen Kanada in feindlicher Bewegung war und der Staat durchaus nichts that. um deren Feindseligkeiten zu hemmen; im Gegentheil, daß einer seiner Beamten den Eigenthuͤmer der „Caroline“ ermunterte, den Raͤubern auf der Navy⸗Insel Zufuhr, selbst von Waffen und Munition, zu bringen, indem er ihm volle Straflosigkeit zusicherte und derselbe auch wirklich drei Tage lang, von seiner Regierung ungehindert, danach that. Dies ist die Ansicht, welche sich in unseren Blaͤttern von jeder Farbe ausspricht, und ist demnach ge⸗ wiß die Ansicht der Nation. Dabei glaubt man inzwischen auch ziemlich allgemein, daß die Central⸗Regierung der Vereinigten Staaten, wie sie schon die lleberzeugung ausgesprochen, daß Mac Leod uͤber diese Sache nicht vor irgend einen Richterstuhl in ih⸗ rem Lande gezogen werden muͤsse, auch leicht uͤberzeugt werden wuͤrde, daß unsere Beamten in Kanada bei der Zerstoͤrung der „Caroline“ nur ihr gutes Recht geuͤbt, indem sie einen Raͤuber bis in seinen Schlupfwinkel verfolgten, und daß sie die Macht haben werde, nach dieser Ansicht zu entscheiden. Die welche die Yankies genauer kennen, wollen selbst in deren ultra⸗demokratischen Blaͤttern Spuren der Ruͤckkehr zur Vernunft erblicken Auf jeden Fall ist es bedeutsam, daß der Prozeß an Ort und Stelle, naͤmlich in Utica, nicht das geringste Aufsehen machte, auch Mac Leod, statt, wie ein gemeiner Verbrecher im Kerker schmachten zu muͤssen, unter anstaͤndiger Bewachung, zum Essen, wie zum Schla fen, nach einem Gasthofe gehen durfte und man beim Hin⸗ und Hergehen fast gar nicht auf ihn achtete. 8 1 Es ist aber um so wuͤnschenswerther, daß dieser Sturm vor⸗ uͤbergehe (wenn auch der Krieg nur aufgeschoben werden sollte), da unsere inneren Verhaͤltnisse immer truͤber werden. Die An⸗ kunft der Abgeordneten von Paisley und die oͤffentliche Versamm⸗ lung, welche letzten Sonnabend hier gehalten wurde, um eine Subscription fuͤr die dortigen armen Arbeiter zu veranstalten, noͤthigt nun auch die Tory⸗Journale, den großen Verfall im Fa⸗ brikwesen des Landes anzuerkennen, wenn sie dabei auch noch et⸗

*) Die heute bei uns eingetroffenen Journale und Briefe aus

London demselben Tage enthalten daruͤber noch nichts. Vergl. 1 Anmerk. d. Red.