—
. . 6 6 . Dure mit republikanischen Institutionen. solche eben so unkluge 88 E Besonnenenen unter ihnen
isten ihre Sache vollends verdor en; ie Be en
2 ein, sie werden einlenken, und man darf dreis schem 8 neche zut e Geschichte der Englischen Jakobiter sich an voreeagbstschen Karlisten wiederholen werde. — 855 1., d nach dem Hause Hannover anschlossen und die n Werfechter der Kron⸗Praͤrogative wurden, die sie eine Zeit lang se 2 bekämpft hatten, so werden auch diese sich endlich darin fuͤgen, sich um den neuen Thron, 8 das natuͤrliche Centrum ih⸗ - itischen Tendenzen, zu sammeln. 3 b vchnshen. Fepublikaner haben einen falschen Weg eingeschla⸗ en. Daß diese Partei nach 1830 üͤberhaupt entstand, und sich Gegensatze zu der bisherigen Verfassung des Staats geltend zu machen suchte, war sehr natuͤrlich, war vielleicht sogar recht⸗ maͤßig, denn das Problem der besten Regierungsform ist noch immer nicht geloͤst; als aber die constitutionelle Monarchie ein⸗ mal festgestellt und durch die Stimme der Nation bestaͤtigt war, da konnte die republikanische Partei nicht ohne ihren eigenen Grundsaͤtzen Hohn zu sprechen gegen diese Verfassung konspi⸗ riren, und sie mit gewaffneter Hand umstoßen wollen. Gleich⸗ wohl verirrte sie sich am tiefsten in diese Bahn der Gewaltthaͤ⸗ tigkeiten. Da sie nur eine kleine Minoritaͤt bildete und gleichwohl nur auf ihre materiellen Kraͤfte rechnete, so war sie nicht schwie⸗ rig in der Wahl ihrer Bundesgenossen, sie raffte dieselben viel⸗ mehr in allen Winkeln und selbst aus dem Bodensatze des Vol⸗ kes auf. Dadurch brachte sich die republikanische Partei, welcher schon die Erinnerungen an 1793 die öffentliche Theilnahme entfrem⸗ deten, auch um die Achtung des Publikums, und die verwegenen Un⸗ ternehmungen, in welche sie sich, trotz ihrer Ohnmacht, einließ, richteten sie vollends moralisch und numerisch zu Grunde. Dieser selbst ver⸗ schuldete Verfall hat die Republikaner zum Nachdenken uͤber ihr bis her eingehaltenes Verfahren gebracht, und es ist fuͤr jeden auf⸗ merksamen Beobachter einleuchtend, daß ihr Geist in einer großen Umwandlung begriffen ist. Die republikanische Partei scheint ernstlich darauf verzichten zu wollen, Gewehr und Saͤbel als Ar— gumente fuͤr ihr System zu gebrauchen, und mehrere ihrer bedeu— tendsten Chefs haben bereits ihre unerschuͤtterliche Ueberzeugung dahin ausgesprochen, daß eine friedliche, eine rein intellektuelle Propaganda das einzige Mittel zur endlichen Verwirklichung der republikanischen Ideen sey.“
Die rechte, die ehemalige Partei des Ministeriums vom 15. April, hat, der Meinung des Verf. zufolge, zu wenig Einheit in ihren Ansichten, und sie besteht großentheils aus Maͤnnern von zu verschiedenen Antecedentien, um eine Partei im vollen Sinne des Wortes bilden zu koͤnnen. Herr Duvergier de Hauranne ur⸗ theilt uͤber diesen Theil der Kammer mit augenscheinlicher Un⸗ gunst, wahrscheinlich weil er von ihrer Seite Schwierigkeiten fuͤr
die Idee eines Vergleichs erwartet, auf welche alle seine Betrach⸗
tungen und Darstellungen konvergiren. . Die Doctrinairs dagegen, welche Herrn Duvergier de Hau⸗ ranne fruͤher zu ihren feurigsten Mitgliedern und zu ihren ruͤstig⸗ sten Streitern zaͤhlten, die Doctrinairs, waren lange Zeit die gleichartigste und kompakteste Partei in der ganzen Kammer. Ursachen, deren Schilderung zu weit fuͤhren wuͤrde, haben diese Einheit gesprengt. Die Mehrzahl der Doctrinairs haͤlt allerdings noch immer aͤußerlich zusammen, um ihren ehemaligen Chef im Ministerium zu unterstuͤtzen, aber viele dieser Maͤnner dienen der Guizot'’schen Politik ohne Ueberzeugung und seufzen im Stillen uͤber die Stimmen, welche sie zu Gunsten derselben, aus einer Art Pietaͤt gegen den Meister ihrer alten Schule, abgeben. Was das linke Centrum, den Anhang des Herrn Thiers be⸗ trifft, so war dasselbe waͤhrend einer gewissen Zeit aͤußerst popu⸗. lair in Frankreich. Herr Duvergier erinnert an das Wort des Hirr Hurin: „ La France est centre gauche“, welches noch heute, wenn auch in heschraͤnkterem Sinne als vor vier oder fuͤnf Jahren, wahr seyn duͤrfte. Das linke Centrum hat indessen seit der großen Coalition gegen das Ministerium Molé in der Kammer schwere Verluste erlitten und sich endlich in zwei Theile gespalten,
von denen der groͤßere Herrn Thiers als Chef anerkennt, waͤhrend
der andere sich um die Herren Passy und Dufaure gruppirt. Das positive Band, welches ehemals das linke Centrum zusam⸗
menhielt, ist zerrissen, und auch diese Partei kann sich nur auf
einer neuen Grundlage rekonstituiren.
Noch bleibt von der constitutionellen Linken zu reden uͤbrig. Diese hat sich seit der Zeit Casimir Pérrier's als die standhafte Gegnerin der Regierungs⸗Politik gezeigt, bis es Herrn Thiers ge⸗ lang, sie waͤhrend seines letzten Ministeriums fuͤr sich zu gewin⸗ nen, weshalb ihr denn Herr Duvergier de Hauranne, bekanntlich ein Bewunderer der Politik des 1. Maͤrz, sein Compliment machen zu duͤrfen glaubt. Gleichwohl hat auch die Linke keine der Eigen- schaften, welche eine wahrhaft politische Partei charakterisiren. Es fehlt ihr an Einheit der Grundsaͤtze; ein Theil von ihr ist kaum von dem linken Centrum zu unterscheiden, waͤhrend der an— dere sich fast in den Reihen der Republikaner verliert.
Herr Duvergier de Hauranne faßt die Totalansicht, welche aus diesen einzelnen Schilderungen hervorgehen soll, in folgende Worte zusammen: „Wenn meine Darstellung richtig ist, so ist der gegen⸗ waͤrtige Zustand der Parteien in der Kammer der folgende: Faßt man die Kammer in ihren beiden großen Abtheilungen, der mini⸗ steriellen Partei und der Opposition, auf, so sieht man nichts als eine verworrene Mischung, ein buntes Durcheinander von Perso⸗ nen und Meinungen. Pruͤft man sie dagegen in ihren bedeutend⸗ sten Fractionen, in denen, welchen die oͤffentliche Meinung einen Namen giebt, so findet man alle Symptome, alle Zeichen einer schon ziem⸗
lich vorgeruͤckten Aufloͤsung und eines nahen Todes. Eine gleich⸗ artige Majoritaͤt ist unmoͤglich, weil keine Fraction zahlreich ge⸗ nug ist, um dieselbe zu bilden, und weil keine Fraction auch nur die Elemente zu einer Majoritaͤt in sich besitzt.“
Aus diesen Säaͤtzen folgert der Verfasser, daß, um die consti⸗ tutionelle Maschine im regelmäaͤßigen Gange zu erhalten, ein Ver—
gleich unter den Parteien in der Kammer unumgaͤnglich noͤthig ist, und er zweifelt auch nicht, daß bei der heutigen Stimmung der Gemuͤther, die zur Herstellung einer soliden Majoöritaͤt erfor⸗ derliche Transaction unter den parlamentarischen Meinungen zu erzielen sey. Herr Duvergier de Hauranne will „eine aufrichtige und ernstlich gemeinte Allianz des freisinnigen Theiles der Rechten, und des konservativen Theiles der Linken.“ Nur in einer solchen Allianz, sagt er, finden sich die Elemente einer Majoritaͤt, welche in keinem Falle servil oder aufruͤhrerisch seyn oder auch nur schei⸗ nen kann, einer Majoritaͤt, die zahlreich und maͤchtig genug ist, um den Nationalwillen unter allen Umstaͤnden und gegen jeden Wider⸗ stand durchzusetzen. Zur Rechtfertigung der Idee eines Vergleichs uͤber Ansichten und Grundsaͤtze beruft sich Herr Duvergser de Hauranne auf die dringenden Forderungen des Augenblicks. „Wenn man die Repraͤsentativ⸗Verfassung nur einigermaßen begreift, sagt er, so sieht man ein, daß es zuweilen noͤthig ist, einen Theil seiner Meinung aufzugeben, um den anderen durchzusetzen, den Reben⸗ punkt der Hauptsache aufzuopfern. Wenn es erforderlich waͤre, inige Opfer in diesem Sinne zu bringen, um der Anarchie ein
eine
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Ende zu machen, die uns aufreibt, so wuͤrde ich fuͤr meine Person nicht zoͤgern, und ich hoffe, daß Andere eben so gesinnt sind. Aber ist ein solcher Entschluß auch nur noͤthig? Bei den schon seit einer gewissen Zeit bestehenden Parteien sind zwei Dinge wohl zu unterscheiden: das, was sie fordern, und das, was sie wirklich wuͤnschen. Lassen wir uns nicht durch den Schein stoͤren, und gehen wir auf den Grund der Herzen. Was finden wir dort? Vielen Groll und eine Menge Vorurtheile, die aus den alten Kaͤmpfen hervorgegangen, aber zugleich Ansichten, die viel naͤher mit einander verwandt sind, und Absichten, die weit mehr Gemein⸗ schaftliches haben, als man anfangs glaubt. — — Mitten unter allen jenen Verschiedenheiten giebt es gewisse Ideen, die in der Kammer und in dem Volke eine wahrhafte Majoritaͤt fuͤr sich haben, eine Majoritaͤt, die nur durch Partei-⸗Intriguen und Ma⸗ noͤvers verhindert wird, hervorzutreten. Jene Ideen muͤssen wir aussondern und ins Licht stellen, um diese Majoritaͤt zu kon— stituiren.“
Herr Duvergier de Hauranne stellt nun die einzelnen Ansich⸗ ten dar, welche, seinem Dafuͤrhalten nach, die der Mehrheit der Deputirten und der Staatsbuͤrger uͤberhaupt sind. Was zuerst die auswaͤrtige Politik betrifft, so glaubt der Verf., daß fast alle Welt daruͤber einig ist, der 1830 „leider versaͤumte“ Augen⸗ blick, die Traktate von 1815 zu zerreißen und Frankreich seine „natuͤrlichen Graͤnzen“ zuruͤckzuerobern, sey jetzt voruͤber. Dagegen will Herr Duvergier de Hauranne im Namen der Mehrheit des Volkes und der Kammer, daß die auswaͤrtige Politik Frankreichs wenigstens einen Charakter annehme, der geeignet sey, den frem⸗ den Maͤchten wieder „die heilsame Furcht“ einzufloͤßen, die sie in den ersten Jahren nach der Juli-Revolution empfunden. Hier ist nun sehr viel die Rede von den Anforderungen der Wuͤrde Frankreichs, von dem Range, der ihm unter den Europaͤischen Staaten gebuͤhrt, von den angeblichen Beeintraͤchtigungen der Franzoͤsischen Ehre und der Franzosischen Interessen, kuͤrz von allen den Anforderungen und Beschwerden, welche Herr Duvergier in seiner vorletzten Schrift gegen die Politik des Friedens, der Billigkeit und der Versoͤhnung erhoben hat, die den Geschicken Frankreichs seit 1830 vorsteht.
Neben dieser Frage der Politik nach außen treten, der Mei— nung des Verfassers nach, die einheimischen Gesetzgebungs⸗ und Verfassungs⸗Fragen in den Hintergrund: gleichwohl giebt er zu, daß eine Verstaͤndigung uͤber mehrere derselben stattfinden muͤsse, um der zu errichtenden Majoritaͤt die erforderliche Festigkeit zu geben. Der Fragen, um welche es sich hier handelt, sind haupt— saͤchlich drei: die Parlaments⸗Reform, die Wahl⸗Reform und die Modification der September⸗Gesetze.
In Bezug auf die Parlaments⸗Reform ist Herr Duvergier de Hauranne entschiedener Anhaͤnger der Idee, daß die Staats⸗ Beamten so viel als moͤglich aus der Kammer entfernt werden muͤssen, und er behauptet, vielleicht nicht mit Unrecht, daß die oͤf⸗ fentliche Meinung diese seine Ansicht theile, und daß dieselbe auf legislativem Wege ohne Schwierigkeit durchzusetzen sey.
Von der Wahl⸗Reform will der Verfasser nur insofern reden hoͤren, als er das Wahlrecht gewisser Kathegorieen von sogenann⸗ ten Kapazitaͤten zugestanden sehen moͤchte, und er versichert, daß er auch in diesem Punkte mit der Mehrzahl einverstanden sey.
Hinsichtlich der September-Gesetze raͤumt Herr Duvergier de Hauranne nur die Zulaͤssigkeit einer Modification des Artikels derselben ein, in welchem das Attentat gegen den Staat definirt wird, und er zweifelt nicht, daß dieses Zugestaͤndniß die meisten gegen jene Gesetze gerichteten Feindseligkeiten beschwichtigen werde.
„Also“, mit diesen Worten resumirt Herr Duvergier de Hau⸗ ranne seinen Artikel, „nach außen eine kluge und ruhige, aber feste und wuͤrdevolle Politik, welche die Verluste aller Art, die Frank— reich erlitten hat, nicht aus den Augen laͤßt und entschlossen ist, dieselben bei der ersten Gelegenheit wieder gut zu machen; im In— nern eine gemaͤßigte Parlaments-Reform zur Verminderung der Zahl der Beamten in der Kammer, Verbindung des Wahlrechts mit gewissen liberalen Gewerben, welche Unabhaͤngigkeit und Faͤ— higkeit voraussetzen und endlich eine neue Definition des Atten⸗ tats, um endlich die Kompetenz des Pairshofes in Preßsachen festzustellen. Dies sind die Bedingungen, auf welche hin ich einen Vergleich fuͤr moͤglich halte, das ist die Fahne, die ich in der Kam— mer vor den Maͤnnern aufgesteckt sehen moͤchte, denen ihre Ante— cedentien einen Platz an der Spitze der neuen Majoritaͤt anweisen.“
Willenschaft, Kuntt und Literatur.
Berlin. Von verschiedenen Seiten her werden dem musiklie⸗ benden Publikum mit dem herannahenden Winter in gewohnter Weise die mannigfaltigsten Kunstgenuͤsse dargeboten. Kirchen⸗ und Kammermusik eroͤffnen den Reigen, und Konzerte von Gesangs⸗ und Instrumental-⸗Virtuosen werden bald folgen. Lißt wird erwartet, und ein paar andere Kuͤnstler, der Viöolinist Sivori und der Pia⸗ nist und Violinist Herrmann aus Luͤbeck, sind schon hier angekom⸗ men, mit der Absicht, ihre Talente oͤffentlich zu proͤduziren. Des Beginns der Abonnements⸗Konzerte des Schneiderschen Gesangs⸗ Instituts ist bereits erwaͤhnt worden; die von demselben Institut zu einem wohlthaͤtigen Zweck veranstaltete Kirchenmusik, in der Gar nison⸗Kirche, die Auffuͤhrung der Kantate „Deutschlands Befreiung“ von J. Schneider, mußte eingetretener Hindernisse wegen von Montag auf morgen, Mittwoch, verschoben werden. Eine an⸗ dere geistliche Musik wird, zur Feier des hohen Geburtsfestes Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin, mit Bestimmung der Einnahme fuͤr die Klein kinder⸗Bewahranstalten, welche sich des besonderen Schutzes Ihrer Majestaͤt erfreuen, am Sonnabend, ebenfalls in der Garnison⸗Kirche, stattfinden, beide Konzerte bei Erleuchtung in den Nachmittagsstun⸗ den von 5 bis 7 Uhr. In letzterem, welches aus einer Fest⸗Kan⸗ tate von Zeune und Rungenhagen und verschiedenen anderen geistlichen Compositionen alter und neuer Zeit, von Palestrina, Du⸗ rante, Leonardo Leo, Seb. Bach, Mozart, A. W. Bach, Grell, Gaͤhrig, Wieprecht und Tiehsen, zusammengestellt ist, wer⸗ den die Solo⸗ und Chor⸗Partieen von Mitgliedern der Sing⸗Akademie, unter der Direction der Musik⸗Direktoren Rungenhagen und Grell, die Instrumental⸗Partieen von Militair Musik unter der Direction des Musik⸗Direktors Wieprecht und auf der Orgel von C. A. Haupt und Fr. R. Matton ausgefuͤhrt. Im Laufe dieses Mongts, am 25sten, eroͤffnet auch die Singakademie wieder ihren gewoͤhnlichen Winter⸗Cyklus von vier Abonnements Konzerten; es kommen zur Ausfuͤhrung: 1) am 25sten d. M. Joseph, Oratorium von Haͤndel; 2) am 16. Dezember Johann Huß, Oratorium von Loͤwe, welches hier noch nicht aufgefuͤhrt worden; 3) am 20. Januar k. J. Cherubini's große Messe in D-moll, nebst Haͤndel's Psalm, „Herr mach' dich auf, und 4) am 17. Februar das Oratorium Paulus von Fe⸗ lix Mendelssohn⸗Bartholdy. Endlich nehmen in der naͤchsten Woche, am 15ten d., auch die alliaͤhrlich vom Musik⸗Direktor Moͤser veranstalteten musikalischen Abonnements⸗Verfammlungen ihren Anfang, in denen, wie fruͤher, die saͤmmtlichen Symphonieen Beethoven'’s und die bedeu tendsten von Mozart und Haydn, abwechselnd mit Instrumental⸗ Quartetten und Quintetten dieser drei Meister, den Fonds bilden, und außerdem noch einige der schoͤnsten Instrumental⸗Compositionen anderer ausgezeichneter aͤlteren Tondichter, so wie ein und das andere eue Werk, meist von hier lebenden Komponisten, ewen.
Berlin-Potsdamer Eisenbahn.
In der Woche vom 2. bis incl. 8. November c. si fd Berlin⸗Potsdamer Eisenbahn gefahren: aül 1) Zwischen Berlin und Potsdam 2) Zwischen Berlin und Steglitz Zusammen 8739 Personen. Im Monat Oktober c. fuhren auf der Berlin .neue. Eisen bahn 44,228 Personen und betrug die Einnahme 14,009 Rthlr. 10 Sgr. 9 Pf. 8
Meteorologische Beobachtungen.
Morgens
6 Uhr.
8607 Personen 132 .
1841.
Abends 8. Nov.
Nachmittags 10 Uhr.
2 Uhr
Nach einmaliger Beobachtung.
Luftdreuck.. Luftwärme ...
311,07 Par. 3 10,3230 Par. 339,64 Par. Quellwärme 8,8°0 k. + 5,10 n. †+ 7,40 R. + 4,6°n. Thaupunkt — 4,40 R. + 5,0 b. + 4,1 An. Dunstsättigung 94 pCt. P pCt. 96 pCt. Wetter Nebelregen. halbheiter. neblig. Niederschlag 0. Wind 1 8. V 8. 5 Wäͤrmewechsel 4+. 7,7⁰ Wolkenzug. . S. 1 — — 3,59. Tagesmittel: 340,539 Par. + 5,70 R.. +† 4,30 R. 91 pct. S.
Flusswürme 6,000 h. Bodenwärme 7,3 ° R. Ausdünstung 0,030 RHh.
11 ee2²“ Den 9. November 1841.
Pr. Cour.
Brief. — Geld.
Pr. Cour. Brief.]†Geld.
Fonds. Actien.
122 ½ — 102 ½ 102 110 ½ 1092 102 ½ 1022
St. Schuld-Sch. 4 Pr. Engl. 0 bl. 30.
Prüm.
103 ⁄72 Brl. Pots. Eisenb.
10412 — 101
do. do. Prior. Aet. Mgd. L.pz. Eisenb. do. do. Prior. Aet. * Brl. Anh. Eisenb. - 1042 do. do. Prior. Act. 102 ½1 — Düss Elb. Eisenb. 5 92 ½ 91 2 do. do. Prior. Act. 5 — I 101* Rhein. Eisenb. 5 95 94 do. do. Prior. Act. 101 —
Sch. der 102¹ 1012 103 —
Seehandlung. Kurm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Elbinger do. — Danz. do. in Th. 48 Westp. Pfandbr. 3 ½ 102 Grossh. Pos. do. 105 * Ostpr. Pfandhr. 102 8 Pomm. do. 102 8
101“
Schlesische do. 3 —
Gold al marco — — Kur- u. Neum. do. 3½ Friedrichsd'or 13 ½ 13 Andere Goldmün
zeu à 5 Th. — 8 ¼
Disconto 3 Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr. Briek. Geld. 138 V —
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8 — Amsterdam 2 . Fl. Kurz 8 do. 250 PFl. 2 Mt. 1377 b4“ 8 Mk. do. „ .. 8 Mk. London LSt. hHh11A“ 2 Fr. Wien in 20 Xr. 50 Fl. Augsburg 5 Fl. Thle. Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. Thlr. EIIIII“ Fl. Petersburg 1 SRbl.
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Mt. —
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148*, 1148 6 18 ⅔ 71788 — 102 ½ Mt. 101 1018⅔ ööö1ö’8 99 ½ Tage — 99 . t. — 101½ Woch. 1 285 1 1 4
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—
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Auswärtige Börsen.
Prouss.
Amsterdam, 5. Nov. Kanz. Bill. 25 ¼. 5½ Span. 20 402. Passive —. Prüm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 105 ¼.
Antwerpen, 4. Nov. Zinsl. —.
Frankfurt a. M., 6. Nov. 2 ½ TEIö zu 500 Fl. 137 ⅞. 137 ⅞. do. 49 Anl. 102 ¼ Br. Hell. 50. 4942⁄.
Eisenbahn-Actien. St. do. linkes —. Dresden 100 ½ G.
Paris, 4. 3 80 55. Anl. de 1841 fin cour. 81. 45. 22 ½. Passive 5.
Wien, 4.
1° —., Hank-Actien —.
Niederl. wirkl. Schald 51 20h. 5 8% do. Ausg. —. Zinal. —.
Neue Aul. 20 ½ G. Met. 1062 0. Partial-Obl. —.
Oesterr. 5 ½ Bank--Act. 1870 G. Loose zu 100 Fl. —.
Poln. Loose 74 3. G. 5 ½
4⁰ 99 g.
I.00s e
cc) 1 . 6 Spau. Aul. 22 ⅓. 22. 2 ⅔ 20
Germain —. Verzailles rechtes Ufer —.
München-Augsburg —. Strassburg -Basel —. Leipzig- Köln -Aachen ℳ 7 ½¼ G. Nov. 5 % Rente fiu cour.
116. 35. 3 ½ Rente fin cour. 5 Neapl. 106. 5 ½ Span. Rente Nov. 5 9% Met. 105 72.
Aul. de 1834 —.
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Königliche Schauspiele.
Mittwoch, 10. Nov. Im Schauspielhause: Die Lebensmuͤde Lustspiel in 5 Abth., von E. Raupach.
Donnerstag, 11. Nov. Im Opernhause: Czaar und Zimmer⸗ mann, komische Oper in 3 Abth., Musik von Lortzing.
Im Schauspielhause: Pour le premier début de Mr. Delvil: 1) La reprise de: Le dépit amoureux, comédie en 2 actes, par Moligre. 2) La reprise de: L'hotel garni, comédie en 1 acte, par Mr. Desaugiers, 3) La reprise de: péchés, vaudeville en 1 acte, par Mélesville. bigce Mr. Delvil remplira de ròôle de seconde celui de Mr. Gaillard.
Freitag, 12. Nov. Im Schauspielhause: Ein Herr und eine Dame, Lustspiel in 1 Akt, von C. Blum. Hierauf: Der reisende Student, musikalisches Quodlibet in 2 Abth. (Dlle. Gruͤnbaum: Hannchen.) “
Sonnabend, 13. Nov. Im Opernhause. Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburtsfestes Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin: Ouver⸗ ture von L. van Beethoven. Hierauf: Rede, gedichtet von Fr. Foͤrster, gesprochen von Mad. Crelinger. Und: Orpheus und Euridice, Oper in 3 Abth., von Moline, aus dem Franzöͤsischen uͤbersetzt von Sander. Musik von Gluck. Ballet von Hoguet. Neu einstudirt. 8 92 Im Edaethpielhauß⸗ Rede, gedichtet von Fr. Foͤrster, gespro⸗ chen von Frl. Ch. v. Hagn. Hierauf, zum erstenmale: Treue Liebe, Schauspiel in 5 Abth., von E. Devrient.
2
Les viens Dans la première Grosrené et dans la
Königstädtisches Theater. Mittwoch, 10. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung). Zum erstenmale wiederholt: Parisina. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Donizetti. (Signorg Laura Assandri: Parisina.) Donnerstag, 11. Nov. Der Talismann, Posse mit Gesang 3 Akten, von J. Nestroy. 8
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober
103 ⁄¼½
Preuss. Präm. Seh. 80 ¼ G.
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Berlin,
Amtliche Nachrichten. 1 1 büctü Frankreich. Paris. Ministerielle Aufklaͤrung uͤber Mußagorri s
Paß. — Beunruhigende Geruͤchte uͤber republikanische Umtriebe in Opposition noch ferner uͤber die Brief aus Paris. (Die Ent⸗ die Beamten in der
der Pyrenaͤischen I — Die Entwaffnung. — Vermischtes. — Br. u waffnung in den Augen der Republikaner; Kammer.) “ Großbritanien und Irland. London. Befinden der beiden Roͤniginnen. — Juwelen⸗Fund. — Tower⸗Inspection. — Erlaͤute⸗ rungen uͤber die Schatzkammerscheine und den damit veruͤbten Be⸗ trug. — S'Connell bleibt Repcealer als Lord⸗Mayor. — Vermisch tes. — Schreiben aus London. (O'Connell als Lord⸗Mayor von Dublin.) Niederlande. Departements. 11“ Belgien. Bruͤssel. Unfug mit Petarden, waͤhrend sich der Koͤ⸗ nig im Theater befindet. — Fuͤrst von Chimay zum Gouverneur des Belgischen Luxemburg ernannt. 8 u“ “ Kopenhagen. Verbindungen der Handwerksgesellen. Dentsche Bundesstaaten. Muüͤnchen. — C11u. Ab geordneten⸗Kammer. — Fortsetzung der Berathung der traf Prozeß⸗Ordnung. — Hannover. Ernennung einer General⸗ Zrdens⸗Kommission und Stiftung eines neuen Ehrenzeichens. — Braunschweig. Staͤnde. 8 Oee en Lliest Die Koͤnigin von Griechenland in Dalma tien gelandet. ““ Spantene Aufloͤsung der Junten. — Strafsumme der Baskischen Provinzen; weitere Verhaftungen. 8 “ Ostindien. Ankunft der Chinesischen Ranzion. — in Afghanistan und an der Chinesischen Graͤnze. — Vermischtes. Ehina. Pottinger's Anzeige uͤber seine Functionen, und Warnung vor den Chinesen. — Instructionen fuͤr Pottinger. — Abgang der Britischen Flotte nach dem Norden. — Verhandlungen mit den Behoͤrden von Canton. — Kaiserliche Antwort auf den Bericht uͤber den Angriff gegen Canton. — Handels⸗Zustand. — Loskau⸗ fung Elliot's und Bremer's aus Chinesischer Gefangenschaft. — Kischin’s Strafe. ““ Inland. Koblenz. Ankunft des Ober⸗Praͤsidenten. 1 Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die Leipziger Kunst⸗Aus⸗ stellung. (Schluß.)
Haag. Generalstaaten. Budget des auswaͤrtigen
Amtliche Uachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Baron Desnoyers zu Paris, Mitglied des Instituts von Frankreich, den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse; so wie dem emeritirten Dekan und Pfarrer Tyblewski zu Loͤbau den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse Allergnaͤdigst zu verleihen geruht.
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Der Justiz⸗Kommissarius Mehring zu Neu⸗Stettin ist zugleich zum Notarius in dem Departement des Ober⸗Landesge⸗ rlchts zu Koͤslin bestellt worden.
Bei der am 8ten und 9ten d. M. fortgesetzten Ziehung der 5ten Klasse Süster Köͤnigl. Klassen⸗Lotterie siel 1 Haupt⸗Gewinn von 50,000 Rthlr. auf Nr. 89,036 nach Duͤsseldorf bei Spatz; 1 Haupt⸗Gewinn von 10,000 Rthlr. auf 103,289 nach Halle bei Lehmann; 3 Gewinne zu 5000 Rthr. sielen auf Nr. 34,004. 52,312 und 106,882 in Berlin bei Aron jun., Breslau bei Ger⸗ stenberg und nach Frankfurt bei Salzmann; 10 Gewinne zu 2000 Rthlr. auf Nr. 2318. 4955. 8998. 21,855. 42,334. 64,948. 69,062. 77,463. 86,340 und 105,652 in Berlin bei Seeger, Aachen bei Levy, Bielefeld bei Honrich, Breslau 2mal bei Bethke, bei Holschau und bei Schreiber, Danzig bei Rotzoll, Koͤnigsberg in Pr. bei Heygster und nach Weißenfels bei Hommel; 48 Gewinne zu 1000 Rthlr. auf Nr. 18. 2433. 4760. 5545. 7773. 9895. 13,750. 16,690. 19,468. 19,589. 23,688. 26,068. 28,019. 29,042. 30,923. 34,878, 31,597. 383,944. 36,418 37,648. 37 ,829. 89,567. 39,708. 45,650. 51,843. 52,804. 53,591. 55,746. 59,199. 60,816. 64,681. 64,932. 75,434. 79,175. 82,111. 83,111. 84,852. 90,194. 92,882. 95,815. 99,283. 99,413. 103,342. 106,937. 107,592. 108,092. 108,276 und 109,359 in Berlin bei Aron jun., 2mal bei Bor⸗ chard, bei Burg, bei Mestag, bei Securius und 7mal bei Seeger, Aachen 2mal bei Levy, Breslau 2mal bei Holschau und 2mal bei Schreiber, Brieg bei Boͤhm, Coͤln 2mal bei Reimbold, Crefeld bei Meyer, Danzig bei Reinhardt und bei Rotzoll, Driesen bei Abraham, Duͤsseldorf 4mal bei Spatz, Eilenburg bei Kiesewetter, Elberfeld bei Heymer, Frankfurt bei Salzmann, Halberstadt bei Sußmann, Halle bei Lehmann, Hirschberg bei Raupbach, Iserlohn bei Hellmann, Koͤnigsberg in d. N. bei Jacoby, Koͤnigsberg in Pr. 2mal bei Friedmann und bei Heygster, Liegnitz bei Leitgebel, Neisse
bei Jaͤckel, Posen bei Bielefeld, Reichenbach bei Parrisien, Saganzt bei Wiesenthal, Stettin bei Wilsnach und nach Zeitz bei Zuͤrn; ner es wird ihm schwerer gelingen, sein Ansehen gegen die Exaltados
3118. 4200. 22,340. 30,077. 2,450. 42,745. 44,309. 45,400. 54,124. 55,234. 55,834. 56,656. 56,793. 58,459. 59,140. 59,651. 61,561. 70,234. 70,269. 72,923. 73,064. 73,147. 74,712. 74,949. 77,919. 79,796. 84,531. 92,981. 98,019. 104,684. 105,245. 106,503 und 108,727 in Berlin bei Alevin, bei Burg, 2mal bei Matzdorff, bei Meyer, bei Securius und Zmal bei Seeger, Breslau bmal bei Schreiber, Coͤln bei Krauß, Danzig 2mal bei Rotzoll, Elbing bei Silber, Erfurt bei Troͤster, Frankfurt bei Salzmann, Halle Zmal bei Lehmann, Koͤnigsberg in Pr. 2mal bei Heygster, Lieg⸗ nitz 2mal bei Leitgebel, Lippstadt bei Bacharach, Magdeburg bei Brauns und 2mal bei Roch, Merseburg bei Kieselbach, Minden bei Wolfers, Muͤnster bei Windmuͤller, Neisse 2mal bei Jaͤckel, Nordhausen bei Schlichteweg, Posen bei Bielefeld, Potsdam 2mal bei Hiller, Reichenbach bei Parrisien, Sagan 2mal bei Wiesenthal und nach Siegen bei Hees; 105 Gewinne zu 200 Rthlr. auf Nr. 374. 1040. 5844. 6992. 8589. 9651. 10,617. 11,035. 11,744. 2,241. 13,740. 14,518. 14,644. 16,567. 17,830. 19,831. 20,137.
15 Gewinne zu 500 Rthlr. auf Nr. 2355. 5985. 10,778. 114,558. 16,058. 19,573. 20,367. 31,975. 36,860. 38,908. 42,347. 4 745
den ILten
Donnerstag
26,052. 36,681. 47,008. 58,914. 68,285. 76,001.
22,351. 22,403. 22,610. 22,788. 23,110. 27,032. 27,371. 28,750. 30,627. 32,867. 38,509. 41,743. 42,027. 42,175. 42,959. 47,543. 49,178. 49,608. 51,641. 55,191. 59,808. 60,830. 64,637. 65,410. 65,516. 69,552. 69,565. 70,016. 71,168. 73,662. 76,633. 77,236. 77,797. 79,699. 80,090. 80,570. 80,603. 81,455. 82,200. 83,038. 83,048. 83,292. 85,932. 86,121. 89,305. 90,255. 90,728. 91,671. 92,988. 96,840. 98,251. 99,751. 100,559. 100,678. 103,174. 103,587. 104,414. 105,546. 105,592. 105,934. 106,535. 106,577. 106,842. 107,432. 108,015. 108,227. 108,914. 109,256. 109,715. und 111,632. “ Die Ziehung wird fortgesetzt. Berlin, den 10. November 1841. Koͤnigl. Preußische General⸗-Lotterie⸗Direction.
56,789. 66,601.
5222 ö”924 73,83 9. 75,984.
67,601.
Das dem Mechanikus A. F. Neukrantz zu Berlin unterm
18. August 1840 ertheilte Patent auf die Anordnung einer fuͤr neu und eigenthuͤmlich er— achteten Pumpe, um vermittelst derselben bei Dampf⸗ maschinen- oder sonstigen Dampfkesseln das Wasser der kondensirten Daͤmpfe zur Kesselspeisung zu benutzen, in⸗ gleichen eines fuͤr neu und eigenthuͤmlich erachteten Re⸗ gulators, um den durch Dampfentweichung verursachten Wasserverlust durch Einspritzwasser zu ersetzen,
ist, da die Ausfuͤhrung nicht nachgewiesen, wieder aufgehoben
worden.
Das dem Fabrikbesitzer S. Dobbs zu Aachen unterm 28. August 1840 ertheilte Einfuͤhrungs⸗Patent auf einen an dem Reactions⸗Rade angebrachten, als neu und eigenthuͤmlich erkannten selbstthaͤtigen Regulator zur Verengung und Erweiterung der Ausfluß⸗Oeffnung ist, da die Ausfuͤhrung nicht nachgewiesen, wi worden.
8 8
An gekomme n: Se. Excellenz der Wirkliche Geheime Rath und Ober-Praͤsident der Provinz Sachsen, Flottwell, von Magdeburg.
Abgereist: Se. Excellenz der General⸗Lieutenant, General⸗ Adjutant Sr. Majestaͤt des Koͤnigs und General⸗Inspecteur des Militair⸗Unterrichts⸗ und Bildungswesens der Armee, von Luck, nach Magdeburg.
Ausland.
Frankreich.
Paris, 5. Nov. Ueber den vielbesprochenen Paß, den man bei Musagorri nach seinem Tode gefunden hat, aͤußert sich heute der Messager in folgender Weise: „Die Regierung hielt es nicht fuͤr zweckmaͤßig, sich mit den Oppositions⸗Journalen in eine Polemik uͤber den bei Mustagorri gefundenen Paß einzulassen. Sie hat von Seiten der Spanischen Regierung weder eine Reclamation, noch eine Klage erhalten und war auch uͤber dieses Stillschweigen nicht verwun⸗ dert, da sie wußte, daß das von den Oppositions⸗Journalen so sehr angegriffene Visa dem Spanischen Konsul in Bayonne be⸗ kannt war und zu keiner Einwendung von seiner Seite Anlaß ge⸗ geben hatte. Mehrere Journale haben uͤber diese Angelegenheit ein Schreiben des Unter⸗Praͤfekten von Bayonne publizirt. Die⸗ ses Schreiben wurde weder in dem Messager, noch in dem Moniteur aufgenommen, da die Regierung es den wahren Ad⸗ ministrations⸗Prinzipien nicht fuͤr angemessen hielt, daß ein Beam⸗ ter, ohne vorher die Erlaubniß seines Ministers erhalten zu haben, sich in seinem eigenen Namen mittelst der oͤffentlichen Blaͤtter vertheidigte.“
Seit gestern Abend hat sich hier das Geruͤcht ver— breitet, daß Unruhen ernster Art in Barcelona ausgebro— chen waͤren, daß es zu einem blutigen Handgemenge in den Straßen gekommen sey, und daß die dortigen Exaltados den Bi— schof jener Stadt verhaftet haͤtten. Die von der Regierung pu— blizirte telegraphische Depesche, welche, wie fast alle auf diesem Wege ankommenden wichtigen Nachrichten, durch die eingetretene Dunkelheit unterbrochen worden ist, laͤßt allerdings vermuthen, daß eine Maßregel so wichtiger Art, wie die Aufloͤsung der Jun⸗ ten, durch außerordentliche Ereignisse veranlaßt seyn muß. „Wir haben immer geglaubt“, sagt ein hiesiges Blatt, „daß die Partei der Christinos an sich weniger zu fuͤrchten sey, als durch die Aufregung, welche sie durch ihre Schilderhebung bei der exaltirten Partei hervorrufen werde. Espartero hat die con— stitutionellen Christinos mit großer Energie zuruͤckgewiesen, aber
zu behaupten, die schon lange an den Umsturz der Regentschaft denken. Einigen Korrespondenten zufolge, die gewoͤhnlich gut un⸗ terrichtet sind, scheint nicht allein in Spanien, sondern auch in Portugal eine umfassende Verschwoͤrung zu existiren, die dem Re⸗ genten ernste Besorgnisse einfloͤßen soll, und der es gelingen wird, ihn zu stuͤrzen, wenn er nicht die groͤßte Kraft entwickelt. Es hat
sich in jenen beiden Laͤndern eine geheime Gesellschaft gebildet, de⸗ ren Zweck es ist, eine republikanische Regierungsform einzufuͤhren. Aus einigen aufgefangenen Papieren soll hervorgehen, daß die Verschwoͤrung den Plan habe, Portugal und Spanien in einer
gemeinsamen Republik zu vereinigen und dieser den Namen „Neu⸗Iberien“ zu geben.“ 1
Der Constitutionnel, unterwirft heute die beiden Maß⸗ regeln, welche als die Vorlaͤufer einer Entwaffnung betrachtet werden, naͤmlich die Dislozirung der Flotte und die Beurlaubung derjenigen Matrosen, welche 48 Monate lang gedient haben, einer naͤheren Pruͤfung. „Wenn man die Dinge in ihrem Zusammen⸗ hange uͤberblickt“, sagt das genannte Blatt, „so ist der Augenblick,
aufgehoben
wo man unsere Seemacht schwaͤcht, ziemlich seltsam gewaͤhlt. Waͤhrend die Englaͤnder von uns die Verminderung des Effek⸗ tiv⸗Bestandes unserer Flotte verlangen, fahren sie fort, die ihrige zu vermehren; sie haben kuͤrzlich 10 Linienschiffe und 8 Schiffe geringeren Ranges ausgeruͤstet; 3 neue Linienschiffe von 80 Kanonen sind vom Stapel gelassen worden, und man arbeitet an ihrer Ausruͤstung mit jener Thaͤtigkeit, die unsere Nachbarn bei allen ihren Unternehmungen zeigen. Angesichts solcher That⸗ sachen waͤre es vielleicht weise, an den starken Ruͤstungen, die der 2 8 veranlaßt hat, und die fuͤr England ein Gegenstand der * rgniß sind, nichts zu aͤndern. Eine Politik, die sich dazu verstaͤnde, diesseits des Kanales entwaffnen, waͤhrend man sich jenseits desselben ruͤstet, wuͤrde Frankreichs unwuͤrdig seyn, und wir glauben nicht, daß irgend ein Kabinet dieselbe befolgen wird. Man muß daher glauben, daß Sir Robert Peel sich auch zu ei⸗ nigen Zugestaͤndnissen verstehen wird; aber bis jetzt haben wir keine Thatsachen, die dafuͤr sprechen. Durch die Dislozirung un⸗ serer Flotte wird schon ein Theil unserer Staͤrke aufgegeben; die Engländer wissen dies sehr wohl. An unseren blutigsten Nieder⸗ lagen zur See war die Entfernung schuld, die unsere beiden großen Militair-Haͤfen von einander trennt. Bevor ein Ge⸗ schwader von Toulon sich mit einem Geschwader von Brest vereinigen kann, hat man Zeit, sie einzeln anzugreifen und duxch Uebermacht zu vernichten. Der Hauptwerth unserer Ruͤstungen besteht in ihrer Vereinigung; wir sind nicht reich ge⸗ nug an Schiffen und an Matrosen, um unsere Macht theilen zu koͤnnen. Ueberdies haben wir keinen Angriff von der Seite des Kanals zu fuͤrchten, wohl aber koͤnnen wir im Mittellaͤndischen Meer angegriffen werden, und deshalb mußten wir uns hier vor allen Dingen konzentriren. Mit einer kompakten Streitkraft von 20 Linienschiffen werden wir England immer in Schach er⸗ halten koͤnnen; und dies ist ein Grund, warum wir dasjenige nicht zersplittern muͤssen, was seinen ganzen Werth nur in der Vereinigung hat. Die Aufloͤsung eines Theils der jetzigen Schiffs⸗ Mannschaften ist ebenfalls eine wirkliche Schwaͤchung. Die Zahl ist auf dem Meere allerdings etwas, aber die Qualitaͤt ist noch mehr. Durch die Urlaubs-Ertheilungen verlieren wir die brauchbarsten Subjekte, Mannschaften, welche durch vierjaͤhrigen Dienst mit ihren Schiffen vertraut geworden sind und den hoͤchsten Grad der Kenntniß des Dienstes erlangt haben. Die langen Kreuz⸗ fahrten im Mittellaͤndischen Meer, die großen Geschwader⸗Mand⸗ ver, welche seit 25 Jahren beinahe vergessen waren, eine muͤhsame und beharrliche Praxis, zahlreiche und verschiedene Uebungen, dies Alles verlieh dem Zustande unserer Flotte noch mehr Werth und machte es rathsam, sie als Macht und als Muster beizubehalten. Alle Welt war noch vor kurzem dieser Meinung, selbst die Organe der Regierung; woher kommt jetzt jene Veraͤnderung in der Po— litik? Wir wissen Alles, was man sagen kann, um die Aufloͤsung der Mannschaften zu rechtfertigen. Vier Jahre thaͤtiger Cam⸗- pagne sind ein so harter Dienst, daß man ihn nicht fuͤglich ver⸗ laͤngern kann. Es ist schon viel, daß die Regierung im Nothfall das Recht hat, die entlassenen Mannschaften wieder einzu⸗ berufen; man muß in Bezug auf jene tapferen Seeleute die strengen Gesetze, denen sie unterworfen sind, nicht mißbrau⸗ chen. Wohl!, dies Alles ist richtig; aber man brauchte die Vete⸗ ranen erst zu verabschieden, nachdem man sie durch neue Leute ersetzt hatte, und diese Veraͤnderungen in einem solchen Maße vorzunehmen, daß unsere Ruͤstungen dadurch nicht geschwaͤcht wur⸗ den. Die jetzige Entlassung in Masse ist eine Kalamitaͤt, selbst fuͤr die Leute, denen man angeblich eine Wohlthat erzeigen wollte. Die meisten derselben werden in der jetzigen Jahreszeit schwer einen Brod⸗ erwerb finden; und wie wird es erst werden, wenn man nach und nach, wie es die Absicht zu seyn scheint, die Leute verabschiedet, welche 42 und 36 Monate lang dienen? Man geht bei diesem Allen unseres Erachtens mit großer Sorglosigkeit zu Werke, und Herr Guizot zeigt sich ein wenig zu eifersuͤchtig darauf, die Lobspruͤche zu verdienen, welche Sir Robert Peel seiner Maͤßigung zollte. Jener unmaͤßigen Sucht nach Lob zu Liebe; rauben wir einer langsam gebildeten Bewaffnung mindestens die Haͤlfte ihres Wer⸗ thes und zwingen die aufgeloͤsten Mannschaften, in unseren See— haͤfen zu betteln. Die Englische Allianz ist niemals theurer er⸗ kauft worden, und es ist traurig, einen solchen Preis fuͤr die Ach⸗ tung des Englischen Kabinets bezahlen zu muͤssen.“
Die Instruction des Quenissetschen Prozesses naht sich ihrem Ende. Der groͤßte Theil des Manuskriptes der Anklage⸗Akte be⸗ findet sich bereits in der Koͤniglichen Druckerei.
Der Finanz⸗Minister hat den Zinsfuß der Schatzbons von 1 auf 3 pCt. herabgesetzt.
†1 Paris, 5. Nov. Dem Geschwader des Admirals Casy werden in den naͤchsten Tagen noch die beiden Linienschiffe „Nep⸗ tun“ und „Jena“ von Toulon nach Brest folgen, wo man sie vermuthlich abtakeln wird. Mit dieser Maßregel steht die bevor⸗ stehende Entlassung eines Theiles der Franzoͤsischen Seeleute — der Toulonnais spricht von 6000 Mann — im Zusammen⸗ hange, wodurch denn allerdings ein großer Schritt in der Ent⸗ waffnung zur See gemacht seyn wird. Das Publikum interessirt sich wenig fuͤr oder wider diese weitere thatsaͤchliche Gewaͤhrlei⸗ stung der Europaͤischen Ruhe; der Journalismus aber eifert zum Theil sehr heftig dagegen. Besonders der National weiß seiner Entruͤstung kein Maß. „Das ist zu viel, das ist zu viel!“ ruft er aus, „und Frankreich wird vielleicht endlich finden, daß es zu viel sey! Wenn aber Frankreich, trotz aller Mahnungen, alle die Dinge hingehen laͤßt, welche man gegen seine Ehre und gegen seine Macht begeht, wenn es willig alle die Schmach auf sich nimmt, mit der man es ohne Unterlaß uͤberhaͤuft: dann muͤssen sich diejenigen, welche den Geist der Natio⸗ nalitaͤt rein und lebendig in ihrem Herzen bewahrt ha⸗ ben, wohl fuͤgen und ihre hinfort uͤberfluͤssig gewordene Feder wegwerfen.“ Der National wird sich indessen schwerlich beim Worte nehmen lassen, er wird vielmehr morgen gewiß wieder frischen Muth schoͤpfen und neuen Hoffnungen Raum gebeg, auf einen Umschwung, der den so unertraͤglich lange gefessetten 8 1eas nal⸗Leidenschaften, dem Verlangen nach Waffenglanz, Kriegsruhm