meinen Gesetzen und 3. Die Ayuntamientos werden den angemeinen aset finden Bestimmungen der Monarchie gemäaäß organistrf. und die Erwählten im Dezember des gegenwactigen Jahre monecn an .⸗ 8 842 ihre F der Constituti ehre e. gheasdeh des 69sten Art. der ö und der Gesetze Provinzial⸗Deputationen fuͤr alle -2 veeee. u esce ze. der General⸗Deyntationen und der General⸗ Funtas 828 treten Die erste Wahl findet statt, sobald die Regie⸗
2 223 „11 mt haben wird. 5 „„ a g kung die Zeit begerhebung, Vertheilung und Uebersendung der oͤffent⸗
UvEI oͤlligen Einrichtung der Provinzial⸗ lichen Gelder wird⸗ aus vier Mitaliedern bestehende Deputationen, in 1ede vvemern die der politische Chef ernennt zkonomische Kommission organisirt⸗ . ische A essen der zugleich Praͤsident derselben ist. D. iese Fommisston wird dieieni⸗ gen Angelegenheiten berathen, die der politische Chef ihr vorlegt. 6. Die Provinzial⸗Deputationen uͤben diejenigen Functionen aus, die bisher in den Baskischen Provinzen den Deputationen und Foral⸗Juntas uͤbertragen waren, so wie diejenigen, die ihnen nach den Bestimmungen der allgemeinen Gesetze des Landes fuͤr die Wah⸗ len der Senatoren, der Cortes und Provinzial⸗Deputirten und der Ayuntamientos zustehen. Bis zu ibrer Einsetzung werden die poli⸗ tischen Chefs ihre Functionen erfuͤllen, jedoch mit Ausnahme der Einmischung in die Wahlen der Senatoren, der Cortes⸗ und Pro⸗ vinzial⸗Deputirten. 8
27. Die richterliche Organisation wird in den drei Provinzen derjenigen in der uͤbrigen Monarchie gleich gemacht. In Alava wird die in der Ordonnanz vom 7. September dieses Jahres be⸗ stimmte Bezirks⸗Eintheilung ausgefuͤhrt. In Biscaya wird unver⸗ zuͤglich zur Begraͤnzung der Gerichts⸗Bezirke geschritten.
8. Die Gesetze, die Verordnungen der Regierung und die Ur⸗ theile der Gerichtshoͤfe werden in den Baskischen Provinzen ohne Beschraͤnkung und auf dieselbe Weise, wie in den anderen Provin zen des Kdnigreichs, ausgefuͤhrt.
9. Die Zoll⸗Linien werden vom 1. Dezember d. J. an, oder wenn es thunlich ist, noch fruͤher, an der Kuͤste und an der Graͤnze errichtet, und zwar, außer den bereits in St. Sebastian und Passa⸗ ges bestehenden, in Irun, Fuentarabia, Guetaria, Deva, Bermea, Plencia und Bilbao. 8
10. Die Minister der Justiz und der Gnaden, des Innern und der Finanzen werden die erforderlichen Maßregeln ergreifen, um dies Dekret in Ausfuͤhrung zu bringen. Sie haben sich danach zu richten.
Vitoria, den 29. Oktober 18414.
“ Der Herzog von Vitoria.“
Griechenland.
Athen, 25. Okt. (L. A. Z.) Am Namensfeste des Koͤnigs (30. September) haben viele Ordens⸗Verleihungen und Befoͤrde⸗ rungen in der Armee und in der Marine stattgefunden. Der Staatsrath und Minister des Koͤniglichen Hauses und der aus⸗
waͤrtigen Angelegenheiten, Jakovaki Rizos Neroulos, die Phalanx⸗ Obersten Makrysannis und B. Patmesas wurden zu Komthuren des Erloͤser⸗Ordens ernannt.
Sicheren aus Triest eingegangenen Nachrichten zufolge haben die Gebruͤder Zosimas 250 Actien bei der neu errichteten Grie⸗ chischen Nationalbank gezeichnet, und dieses fuͤr den aufbluͤhen⸗ den Handel und die beginnende Industrie des Landes so wohl⸗ thaͤtige Institut wird demnaͤchst, da dem Bankgesetze noch einige noͤthige Modificationen hinzugefuͤgt wurden, in volle Wirksamkeit
Durch Koͤnigliche Ordonnanz vom 4. Oktober ist dem be⸗ ruͤchtigten Raͤuber Dimos Tsalios, welcher von der am 1. Juni 1837 bekaunt gemachten Amnestie ausgeschlossen war, in letzterer Zeit jedoch freiwillig den Gerichten sich uͤberliefert hat, eine Spe⸗ zial⸗Amnestie, vorbehaltlich der von ihm zu leistenden privatrecht— lichen Entschaͤdigung, ertheilt worden.
A nsichten
uͤber RvvHerun Huvergiers de Hauranne Vorschlag zur Vereinigung der Parteien.
8
*, Paris, 5. Nov. Herr Duvergier de Hauranne be⸗ sitzt mehr Fruchtbarkeit, als Logik; er ist ein unermuͤdlicher Schrift⸗ steller, der stets mit Hieb und Stich angreift, und dessen vor zwei Monaten in der Revue des deux Mondes publizirtes Manifest nichts weniger als friedliche Gesinnungen anzeigte. Er wurde im Laufe des Jahres beauftragt, das Ministerium im Na— men des ersten Maͤrz zu beunruhigen; er war der Vorfechter der sogenanuten nationalen Pelitik gegen die vorgebliche Politik der Er⸗ niedrigung; und dennoch sagt er uns heute ploͤtzlich, und zwar abermals in der Revue des deux Mondes, daß man mit der Regie⸗ rung, die Frankreich so erniedrigt, unterhandeln muͤsse, daß man sich ihr durch Versoͤhnlichkeit naͤhern, daß man eine Verschmelzung der parlamentarischen Parteien bewirken muͤsse, um der sozialen Zerruͤttung vorzubeugen.
Es ist dies unstreitig ein sehr lobenswerther Wunsch, den Herr Duvergier de Hauranne hier ausspricht, und wir wollen auch nicht untersuchen, ob er aufrichtig gemeint ist; nur scheint es uns, daß man seit fuͤnf oder sechs Jahren mehr als einmal Unterhandlungen und Versoͤhnungen im Schooße der Kammer versucht hat, daß aber diese Versuche stets erfolglos geblieben sind. Wird der gegenwaͤrtige Augenblick geeigneter dazu seyn? Worin haben die Umstaͤnde sich geaͤndert und wie will man jetzt das bewirken, was unter fuͤnf oder sechs auf einander folgenden Ministerien unausfuͤhrbar gewesen ist? Um eine so schwierige Frage zu loͤsen, hat Herr Duvergier de Hauranne die Dinge bei
ihrer Wurzel angreifen muͤssen und geht bis zum Jahre 1830 zu⸗ ruͤck. Aus seinem Gesichtspunkte hatte die Revolution von 1830 zwei Ursachen; zuerst die der Nation verhaßten Vertraäͤge von 1815 und dann die Verletzung des Fundamental⸗Gesetzes
treten. I V
durch Karl X. Das Volk, oder vielmehr die Fuͤhrer jener
Zeit, wollten zugleich die Aufhebung jener Vertraͤge und
die strenge Befolgung der Charte. Dies sind allerdings die schein⸗
baren Ursachen der Revolution von 1830; aber Herr Duvergier
de Hauranne huͤtet sich wohl, die wahren Ursachen anzugeben.
Denn wir erinnern nur an eine bekannte Thatsache, wenn wir sagen, daß der falsche Haß der Mittelklassen gegen den Adel und die Bour⸗ bons, ihr Wunsch, an der Regierung theilzunehmen und sich der⸗ selben zu bemaͤchtigen, die Revolution hervorgerufen haben. Die Freiheit war ein Feldzeichen und weiter nichts. Wie konnten in der That Leute, die funfzehn Jahre unter dem Joche des Kai⸗ serreichs gelebt und dies Joch mit der aͤußersten Servilitaͤt ertra⸗ gen hatten, richtige Begriffe von der Freiheit haben? Auch hat⸗ ten die Liberalen an dem Tage, wo sie ihre Doktrinen haͤtten in Anwendung bringen koͤnnen, das Gedaͤchtniß verloren und ihre patriotischen Manifestationen zugleich mit den Vertraͤgen von 1815 vergessen. Die ersteren genirten sie viel mehr, als die letzteren, und einmal ans Ruder gelangt, fanden sie nicht mehr, daß jene Vertraͤge Frankreich unter das Joch des Auslandes stellten. Was die zweite Ur⸗ sache betrifft, so beruht sie auf ganz unrichtiger Beurtheilung. Karl X. waͤre auch ohne die Ordonnanzen gefallen, nur etwas spaͤter. Ganz Frankreich war mit dem Netze einer Verschwoͤrung uͤberspannt, die
3 . 3
V
1402
nichts zerstbren konnte; alle Chefs, vom ersten bis zum letzttn, hatten ihre Maßregeln genommen und den Geist der Bevoͤlkerung tuͤchtig bearbeitet. Als die Ordonanzen erschienen, war die Regie⸗ rung der Koͤnigs bereits unmoͤglich geworden; der Widerstand der Kammern und die allgemeine Gaͤhrung mußten nothwendig zu einer Katastrophe fuͤhren, selbst wenn das Ministerium nicht die Initiative ergriffen haͤtte. Die Liberalen, unterstuͤtzt von den Ueberresten des Kaiserreichs, haben die Ursachen der Revolution von 1830 in der Voraussicht und mit dem Willen geschaffen, aus ihren Wirkungen Nutzen zu ziehen. Haͤtte Herr Duvergier de Hauranne die Dinge auf diese Weise dargestellt, d. h., haͤtte er die historische Wahrheit nicht verstuͤmmelt, so wuͤrde es ihm weit leichter geworden seyn, die ungemein große Anzahl der Fractionen im Parlament, so wie die Manigfaltigkeit der Parteien, die es zerspalten, zu erklaͤren.
Um der Regierung zu opponiren, sucht man immer ein, we⸗ nigstens dem Anschein nach, ehrenvolles Motiv. Dies scheinbare Motiv ist nun bei uns stets das allgemeine Beste gewesen, daß man mit dem aͤußerst unbestimmten Ausdruck der Freiheit im Innern und der National⸗Wuͤrde nach außen bezeichnet. Die Factionen und Parteien leben davon seit fuͤnfundzwanzig Jahren. Aber die wahren Interessen der wechselnden und der permanenten Oppo⸗ sition sind das Interesse, der Haß nnd die Leidenschaften; bei sol⸗ chen Motiven kann man strenge genommen, wohl einen Vergleich und Waffenstillstand, aber niemals Vertraͤge schließen.
In allen Laͤndern und namentlich in Frankreich, ist die Re⸗ gierung auf eine gewisse Weise organisirt; es giebt gewisse For⸗ men, die durch eine unermeßliche Hierarchie, durch eine unendliche Menge Institutionen zweiter und dritter Ordnung verstaͤrkt wer— den, die man nicht antasten darf, ohne die ganze Maschine in Un⸗ ordnung zu bringen. Es liegt ferner im Interesse der Re⸗ gierung, Neuerungen zu entfernen, vornaͤmlich wegen der Ver⸗ legenheiten, die sie bereiten und wegen der Unsicherheiten, die sie erzeugen. Auch sieht man, daß die Oppositions⸗Maͤnner, wenn sie zuweilen ans Ruder gelangen, ploͤtzlich ihre Doktrinen aufge⸗ ben und sich noch ploͤtzlicher mit Allem, was sie umgiebt, mit Allem, was sie fruͤher schlecht und fehlerhaft gefunden, identisiziren. Wenn sie die Regierungs⸗Maschine aus groͤßerer Naͤhe betrachten, so sind sie ganz erstaunt uͤber das Kom— plizirte, uͤber die Zartheit derselben, uͤber die Schwierig— keit, etwas daran zu aͤndern, ohne das Ganze zu stoͤren. Daher jene ploͤtzlichen Bekehrungen oder Apostasieen, wenn man will. Was haben die Herren Passy, Dufaure, Vivien, die keinesweges der konservativen Partei angehoͤren, gethan, als sie am Ruder waren? Nichts, außer, daß sie die Vortheile der Immobilitaͤt durch neue Argumente vertheidigten. Diejenigen, welche zur Ge⸗ walt gelangen, bequemen sich daher auf wunderbare Weise dem bereits Bestehenden an, welches auch das Panir seyn mag, dem sie fruͤher folgten, und wenn alle Partei⸗Fuͤhrer zugleich am Ru⸗ der seyn koͤnnten, so wuͤrden sie saͤmmtlich einig seyn, und es gaͤbe Vertraͤge und Versoͤhnungen unter ihnen; dies wuͤrde jedoch nicht mit ihren respektiven Kohorten der Fall seyn, deren Interessen und Leidenschaften sich nicht befriedigt faͤnden.
Die Motive der Opposition haben sich seit dem Jahre 1830 nicht geaͤndert. Jede parlamentarische Fraction will die Gewalt, nicht, um ihre Prinzipien in Anwendung zu bringen, sondern ganz einfach, um zur Macht zu gelangen. Giebt man dies zu, und wir glauben, daß kein umsichtiger Mann, kein unparteiischer Beobach⸗ ter der Ereignisse es bestreiten wird, so ist es unnütz, sich auf die politische Metaphysik zu werfen, wie es Herr Duvergier de Hau⸗ ranne gethan hat, um auf kuͤnstliche und subtile Weise den Zu⸗ stand der Parteien in Frankreich zu schildern.
Herr Duvergier de Hauranne untersucht ernstlich und mit einer Bonhommie, die ihm sonst nicht eigen ist, welches die Streit⸗ punkte sind, die die Parteien trennen, worin ihre Prinzipien und ihre politische Doktrinen differiren und wie man sie einander naͤher bringen koͤnnte, um dem Beduͤrfnisse zu genuͤgen, den Ver⸗ suchen zu einer socialen Zerruͤttung alle constitutionellen Kraͤfte entgegenzustellen. Nun weiß aber Herr Duvergier de Hauranne besser als irgend Jemand, daß bei allem diesem weder von Dok⸗ trinen, noch von Prinzipien die Rede ist; er weiß vollkommen, daß die Herren Thiers, Passy, Dufaure, Molé, u. s. w. sich hierin leicht fuͤgen und daß sie Alle gleich weit davon entfernt sind, Zu⸗ gestaͤndnisse zu machen, sobald sie sich im Amte besinden, und daß sie sich sehr geneigt dazu zeigen, sobald sie nur einfache Mitglieder einer der beiden Kammern sind. Wenn wir sagen „Zugestaͤnd— nisse“, so ist dies vielleicht nicht der richtige Ausdruck, da sie dann gegen die Minister mittelst auflͤsender Mittel verfahren, indem sie sich kluger Weise die Zugestaͤndnisse vorbehalten.
Wir wollen indeß sehen, uͤber welche Punkte der Vertrag stattfinden soll. Nach außen, sagt Herr Duvergier de Hauranne, muß Frankreich stark und wuͤrdig erscheinen, es muß auf dem Abhange dessen Halt machen, was Herr Villemain die fortgesetzte Ernie⸗ drigung nennt. Im Innern beschaͤftigen drei Fragen die Gemuͤ⸗ ther: die parlamentarische Reform (die nicht kammerfaͤhigen Aem— ter), die Wahl-Reform und die Revision der September⸗Gesetze in Bezug auf die Definition des Attentats. Der Verfasser glaubt, daß man den liberalen Meinungen uͤber diese verschiedenen Punkte Genugthuung geben muͤsse. Und sieht man nicht gleich, daß Herr Guizot fuͤr das, was er nachgaͤbe, nichts erhielte, und daß er nur der Opposition den Weg zur Macht bahnen wuͤrde, da man wenigstens einen Theil von dem gegenwaͤrtigen Programm der Opposition realisiren wuͤrde. Dies ist aber eben nicht der Cha— rakter eines Vergleichs.
Aber nehmen wir an, daß der Vertrag und die Versoͤhnung zu Stande kommen, daß die Haupt⸗Fraktionen der Kammer sich verstaͤndigen und daß man endlich das haͤtte, was man ein starkes Kabinet und eine kompakte Majoritaͤt nennt. Wie lange Zeit wird dieser Zustand dauern? Wird er uͤberhaupt eine gewisse Dauer haben? Zieht man die parlamentarische Geschichte seit 1830 zu Rathe, so wird man sehen, durch welche Mittel die Ma⸗ joritaͤten sich bilden und sich aufloͤsen, und wie die Ministerien fallen. Eine Majoritaͤt ist einem Kabinet nur so lange treu, als ein Kabinet die Mitglieder dieser Majoritaͤt individuell befriedigen kann. Sind die Gunstbezeigungen erschoͤpft, wollen die Fuͤhrer der verschiedenen Nuancen ihre Rolle als Deputirte mit der Mi— nister⸗Rolle vertauschen, so hoͤrt die Uebereinstimmung auf, die Majoritaͤt loͤst sich allmaͤlig auf, und bei der ersten Gelegenheit versetzt sie demselben Ministerium, das sie fruͤher unterstuͤtzte, den Todesstreich; und das Alles geschieht, ohne daß die Tendenzen des Kabinets oder die politischen Umstaͤnde sich veraͤndert haͤtten. Was kann man mit Elementen anfangen, die so beweglich sind 3c. so ausschließlich ihrem eigenen Interesse gehorchen? Nichts Dauerndes, nichts, was dem von Herrn Duvergier de Hauranne angegebenen Zwecke entspraͤche.
Wir haben schon ein erstes Symptom von dem, was man von dem kuͤnftigen Feldzugs⸗Plan des Herrn Duvergier de Hau⸗ ranne erwarten darf; es ist dies das absolute Stillschweigen des Sidele und des Courrier frangais uͤber die Vertrags⸗ Broschuͤre. Der Constitutionnel ist geneigt, den Vertrag
anzunehmen, aber seine beiden Kollegen scheinen weniger versoͤhn⸗ liche Gesinnungen zu hegen. Da sie nun die anerkannten Organe des Herrn Thiers sind, so ist zu glauben, daß dieser Staatsmann nicht sehr zur Versoͤhnung geneigt ist.
Dauer der Fahrten auf der Berlin-Anhaltische Eisenbahn
vom 30. Oktober bis incl. 5. November c.
m
v Zwischen Berlin und Cöthen: 8 5 Güterzug. kürzeste Dauer 5 Stunden 4 Minuten. 5 Stunden 25 Minuten. lüngste 4 111“ mittlere 2 2 2 19 1 5 8 30 2) Zwischen Cöthen und Berlin: 1 Personenzug. 1 Güterzug. kürzeste Dauer 4 Stunden 42 Minuten. 5 Stunden — Minuten längste — 5 2 43 15 mittlere u 8 11 8 29
Meteorologische Beobachtungen.
1841. Nov.
A bends 10 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Nachmittags 2 Uhr
Morgens 8 I
335,64“ Par. 33 4,96 Par. 334,43 Par. Quellwärme 8,4 1ö. + 7,0“ R. + 7,50° R. + 6,1⁰ R. Flusswärme 5,50 h. — 5,5 hn. + 5,80 R. + ,6 R. Bodenwärme 6/20 R. 89 pCt. 87 pCt. 88 pCt. Ausdünstung 0,029, Rh. Wetter regnig. I regnig. Regen. Niederschlag 0,096 Rh. Wind W. W. I W. Wärmewechsel † 6,89. Wolkenzug.. — V v. — — 3,10⁰. par. † 6,90 R. + 5,3° n. 88 pct. W.
Luftdruck... Luftwärme ... Thaupunkt.
1 Dunstsättigung
1 2 22 7/ Tagesmittel: 335,01
“ Den 12. NNovember 1841.
Pr. Cour.
Brief.Geld.
Pr. Cour.
Fonds.
— —
Kctien.
Brl. Pots. Eisenb. 5 do. do. Prior. Act. 4 ½ Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Act. Brl. Anh. EBisenb. do. do. Prior. Act. Düss Elb. Eisenb.
St. Schuld-Sch. 4 104 ½¼ 103 ⅔ Pr. Engl. Obl. 30. 4 102 1 Präm. Sch. der Seehandlung. 1’1] 80½ Kurm. Schuldv. 102 2 — Berl. Stadt-Obl. 103 ½ — Elbinger do. 32 — — Danz. do. in Th. — 48 — do. do. Prior. Act. Westp. Pfandbr. 3 ½ 102 ¼ 101³ Rhein. Eisenb. Grossh. Pos. do. 105 ⅔ 105 ½¼ do. do. Prior. Act. Osthr. Pfandubr. 32 102 8 101 do. 3 ½ 102 19 2 Kur- u. Neum. do. 3 ½ 101 ½G 100¾ Schlesische do. 3 — 100 ⅔
Gold al marco
Friedrichsd'or
Andere Goldmün- zen à 5 Th.
Disconto
Auswärtige Börsen. Amsterdam, 8. 0Okt. Niederl. wirkl. Schuld 51 ℳ0%. 5 do. 99 ⁄1. Kanz. Bill. 25 ½. 658 Span. 20. Passive —. Ausg. —. Zinzl. 4 ½. Preuss Präm. Sch. 1b Oesterr. 105 ⅞.
Antw erpen, 7. Nov. Zinsl. —. Neue Anl. 20 ½.
Frankfurt a. M., 9. Nov. Oesterr. 5 % Met. 107 8 G. 8 2 ½, 55 ¼ G. 1 ⅛ 21 ½ Br. Bank-Act. 1898. 1896. Partial-Obl. —. Loose zu 500 Fl. 138 ½. 137 ⅞. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Sch. 80 ⅛ G. do. 4 ½ Anl. 102 ½¼ Br. Poln. Loose 74 G. 68G Span. Anl. 22 ½. 22 2 ½⅔ 8 Hell. 50 ½l. 50- ℳ6.
Eisenbahn-Actien. St. München-Augsburg —. Köln-Aachen 97 ¼ G.
Hamburg, 10. Nov. Bank-Aetien 1570 G. Eungl. Russ. 108 ¹1.
Petersburg, 5. Nov. Lond. 3 Met. 38 24. Hamb. 34 ½. Paris 408. Poln. à Par. 300 Fl. 68 ½. do. 500 Fl. 73. do. 200 Fl. 25 ½.
Germain —. Versailles rechtes Ufer
do. linkes —. Strassburg - Basel —.
Dresden 101 G.
Leipzig-
Königliche Schauspiele.
Sonnabend, 13. Nov. Im Opernhause. Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburtsfestes Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin: Huver— ture von Vogler. Hierauf: Rede, gedichtet von Fr. Foöͤrster gesprochen von Mad. Crelinger. Und: Orpheus und Eurydice Oper in 3 Abth., von Moline, aus dem Französischen uͤbersetzt von Sander. Musik von Gluͤck. Ballet von Hoguet. (Neu einstudirt.)
Im Schauspielhause: Ouvertuͤre, von Beethoven. Dann: Rede, gedichtet von Fr. Foͤrster, gesprochen von Frl. Ch. v. Hagn. Hierauf: Zum erstenmale: Treue Liebe, Schauspiel in 5 Abth., von Eduard Devrient.
Königstädtisches Theater.
Sonnabend, 13. Nov. Zur Feier des Allerhoͤchsten Geburts⸗ festes Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin: Zum erstenmale: Das Herz des Preußen⸗Landes. Allegorisches Festspiel, von Bernhard Goͤr⸗ witz. Hierauf (Italienische Opern⸗Vorstellung): Lucia di Lam mermoor. Opera in 3 Atti. Poesia del Sgr. Salvatore Cammarano. Musica del Maesto Gaetano Donizetti. (Signora Laura Assandri: Lucia; Signor Salvatore Natale, vom Thea⸗ ter St. Carlo zu Neapel, neu engagirtes Mitglied der Italieni— schen Opern-Gesellschaft: Lord Enrico Asthon, als Debut.) —
Wegen des vorausgehenden Festspiels ist der Anfang dieser Vorstellung um 6 Uhr. Die Kasse wird um 5 Uhr geoͤffnet.
Marktpreise vom Getraide. Berlin, den 11. November 1841.
Zu Lande: Weizen 3 Rthlr. 12 Sgr. 8 .5 1 85. 2 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 21 Sgr. 3 Pf., auch 41 Rthlr. 15 Gee 1 Gerßts 1 Rthlr. 1 Sgr., auch 1 Rthlr.; kleine Gerste 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 27 Sgr. 11 Pf. ; Hafer 26 Sgr. 3 Pf., auch 21 Sgr. 3 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 25 Sgr. 8 Pf., auch 1 Rthlr. 20 Sgr. 8 Pf.; Linsen 2 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr. 25 Sgr. Eingegangen sind 102 Wispel 12 Scheffel. 1
Zu Wasser: Weizen 3 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 25 Sgr., auch 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf.; große Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf.; Hafer 22 Sgr. 6 Pf., auch 21 Sgr. 3 Pf. Eingegangen sind 446 Wispel 13 Scheffel.
Mittwoch, den 10. November 1841.
Das Schock Stroh 8 Rthlr. 20 Sgr., auch 8 Rthlr.
6 Pf. Der Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 20 Sgr. Kartoffel⸗Preise. Der Scheffel Kartoffeln 15 Sgr., auch 8 Sgr. 9 Pf. Branntwein⸗Preise. 1
Die Preise von Kartoffel⸗Spiritus in der Zeit vom 4. bis inecl. 11. November d. J. waren: 14½ — 15 ⅛ Rthlr. pro 200 Quart 54 pCt oder: 10,800 pCt. nach Tralles. Korn⸗Spiritus ohne Geschaͤft.
Berlin, am 11. November 1841.
Die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin.
——
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.
2 Sgr.
In Sa1. Amtliche Nachrichten. Telegraphische Depesche. 1 Frankreich. Paris. Angebliche Verlegenheit der Bank von Eng land. — Zur Polemik uͤber die Spanischen Haͤndel. — Vermischtes. Großbritanien und Irland. London. Lord Cowley’s Abreise. — Truppen⸗-Absendungen nach Indien und Ching. — Explicationen zwischen Frankreich und England wegen der Spanischen Angelegen⸗ heit. — Ueber die Verhaͤltnisse zwischen England und den Vereinig ten Staaten nach der Freisprechung Mac Leod’ s. — Vermischtes. Belgien. Bruͤssel. Verbindungswege der Eisenbahnen. — Ar rangement der Stadt mit der Regierung. Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. General⸗Lieutenant von Zoller. — Hannover. Justiz⸗Beamte bei der Staͤnde Versamm⸗ lung. — Schreiben aus Karlsruhe. (Wagners elektro⸗ magne⸗ tische Versuche. Oesterreich. Schreiben aus Wien. ten; Tuͤrkische Post.) 8 1 Spanien. Madrid. Vermischtes. — Zustaͤnde von Barcelona. Türkei. Konstantinopel. Verhaftung von Armeniern. Ostindien. Ruͤstungen des Birmanen⸗Fuͤrsten. — Invasion eines Sikhs⸗Corps in Tibet. — Vermischtes. Inland. Aus dem Kreise Ziegenruͤck. Durchreise Sr. Maiestaͤt des Koͤnigs. — Koͤln. Rhein⸗Dampfschifffahrt
Ankunft des Preuß. Gesand-
Ueber die Einsetzung von Schiedsgerichten fuͤr Handwerker in Paris.
Ueber die Eingaͤnge zu dem Proscenium und der Orchestra des alten Griechischen Theaters.
Wissenschaft, Kunst und Literatur. Der Leipziger Kunst⸗Verein.
Beilage. Dentsche Bundesstaaten. Emden. Ungluͤcksfall.
Oesterreich. Schreiben aus Prag. (Gewerbliche Nachrich⸗
ten.) — Wissenschaft, Kunst und Literatur. Berlin. Auf⸗
. fuͤhrung der Kantate „Deutschlands Befreiung“. — Zur Kunst⸗ Kritik.
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages.
Se. Mafestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
Dem Schullehrer Muͤller zu Goedewitz, im Regierungs⸗
Bezirk Merseburg, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen; Den bisherigen Vice-Ober⸗Bau⸗Direktor Guͤnther zum
Ober⸗Bau⸗Direktor, so wie den bisherigen Assessor Soller zum
Ober⸗Baurath und Mitgliede der Ober⸗Bau-Deputation; und Den Lehrer bei der Akademie der Kuͤnste, Baumeister Strack,
zum Professor zu ernennen.
Der Justiz⸗Kommissarius Rudolph Valentin Zaremba zu Lublinitz ist zugleich zum Notarius im Departement des Koͤ⸗ nigl. Ober⸗Landesgerichts zu Ratibor bestellt worden.
Die bestehenden Vorschriften, nach welchen von den Studi— renden bei der Immatriculation, außer den Schul⸗Zeugnissen und Abgangs⸗Zeugnissen der fruͤher besuchten Universitaͤten und außer den Paͤssen und sonstigen obrigkeitlichen Attesten, in dem Falle, daß sie einer vaͤterlichen oder vormundschaftlichen Gewalt noch unterworfen sind, auch ein Zeugniß der Aeltern, oder derer, welche ihre Stelle vertreten, daruͤber beigebracht werden soll: daß der Studirende von ihnen auf die Universitaͤt gesandt sey, wo er aufgenommen zu werden verlangt, werden hierdurch mit der Be⸗ merkung in Erinnerung gebracht,
daß diese von den Aeltern und resp. Vormuͤndern auszu⸗ stellenden Zeugnisse obrigkeitlich beglaubigt seyn muͤssen.
Berlin, am 10. November 1841.
Der Rektor und der Richter hiesiger Koͤnigl. Friedrich⸗Wilhelms⸗
Universitaͤt. J
IEEA
kommandirende General des 3ten Armee⸗Corps, von Weyrach, von Frankfurt a. d. O. Telegraphische Depesche. Köln, 13. Nov. Privat⸗Nachrichten aus London zufolge, ist Ihre Majestaͤt die Koͤnigin von England am 9ten d. M. von einem Prinzen gluͤcklich entbunden worden.
Zeitungs-Nachrichten. Ausland.
8 Frankreich. Pearis, 8. Nov. Es scheint gewiß, daß die Bank von England sich abermals in Verlegenheit befindet und sich wegen eines Vorschusses I Millionen Fr. an die Franzoͤsische Bank gewendet hat. Der Courrier francais enthaͤlt in Bezug auf diese Angelegenheit folgenden Artikel: „Herr Guizot muß davon benachrichtigt ge⸗ wesen seyn, daß die Bank von England sich anschickte, abermals den Beistand der Franzoͤsischen Bank in Anspruch zu nehmen Vor zwei Jahren, als eine erste Forderung der Art gemacht wurde vie: then einige Gemuͤther aus instinktartigem Mißtrauen zu einer abschla 8 lichen Antwort. Wir theilten diese Meinung nicht. Frankreich war 8. Verbuͤndete Englands; nichts ließ das unwuͤrdige Benehmen sehen, welches die Britische Regierung seitdem beobachtet hat. Wir glaubten, daß Frankreich sich großmuͤthig zeigen muͤßte las Frankreich that es, indem es den Kredit unserer Nachbarn rettete Welchen Dank haben wir davon gehabt? Der Englische Stolz, jener undankbare und bis zum Laͤcherlichen unsinnige Stolz, em⸗ poͤrte sich bei dem Gedanken, uns etwas schuldig zu seyn. Lange
Zeit hindurch hoͤhnten 8 oder 10 Londoner Journale die Bank von
Beri
Sonntag den
England wegen der Demuͤthigung, die sie durch ein Darlehen von der Franzoͤsischen Bank dem Englischen Handel auferlegt haͤtte. Dann ka⸗ men die Ereignisse in Syrien, Angesichts welcher jener Handel, so stolz auf seine friedlichen Tugenden, kein Wort der Klage gegen den Mi⸗ niatuͤr⸗Machiavell fand, der den Frieden der Welt gefaͤhrdete, in⸗ dem er die Allianz mit Frankreich durch die Allianz mit Rußland ersetzte. Endlich kamen wir unsererseits selbst in Geldverlegen⸗ heit, und Herr Humann sprach von einer Anleihe. In diesem Augenblicke schrieen Whigs und Tories um die Wette, in den Journalen, an der Boͤrse, in den Buͤreaus der Bank: Knoͤpfet eure Taschen zu! Schließt eure Boͤrsen! Behaltet euer Geld fuͤr euch und lasset die Franzosen nicht daran ruͤhren! Wohlan! wir antworten durch dasselbe Geschrei; wir werden nun unsererseits auch Egoisten seyn. Ihr habt euren Kapitalisten verboten, uns ihr Geld zu bringen, wir werden den unsrigen rathen, euch das ihrige zu verweigern, und dies wird nur eine gerechte Repressalie seyn. Der Zustand des Kredits in Frankreich erlaubt uns uͤbrigens nicht, ein zweites Mal Großmuth zu uͤben. Wir haben eine Anleihe von 150 Millionen unterzu⸗
bringen, wozu noch mehrere Monate erfordert werden. Es bedar
bedeutender Kapitalien, um die projektirten Eisenbahnen auszu⸗ fuͤhren. Dies ist nicht der Augenblick, um dem Auslande unser Geld zu schicken und dafuͤr ein Papier zu nehmen, dessen Werth taͤglich zweifelhafter wird. Man kennt die Lage Englands; sie ist in zwei Worte zusammen zu fassen: Die Arbeit fehlt, und das Brod ist theuer. Der Handel hat seine Reserve durch Getraide⸗ Ankaͤufe erschoͤpft; vom auslaͤndischen Getraide sind 2 Millionen Quarters zur Consumtion zugelassen, und die Entrepots sind leer. Man berechnet, daß noch 2 bis 3 Millionen Quarters gebraucht werden, um die durch eine schlechte Aerndte entstandene Luͤcke in den Vorraͤthen auszufuͤllen. Man wird dieses Getraide gegen baares Geld kaufen muͤssen, und die Englische Bank wird um so viel an ihrem Baagrvorrathe aͤrmer werden. Die Bank von England hat fuͤr 437 Millionen Franken Scheine im Umlauf, und dagegen an baarem Gelde nur eine Reserve von 108 Millionen. In einer solchen Lage ist eine Bank nicht weit von der Zahlungs⸗Einstellung entfernt. Man wird vielleicht sagen, daß eine Anleihe von 50 Millionen die Bank von England retten wuͤrde. Wenn dem so waͤre, so wuͤrden wir, trotz der zu gegruͤn⸗ deten Beschwerden Frankreichs, in unserem Entschlusse schwanken. Aber wir glauben, daß man durch ein solches Darlehn die Agonie der Bank nur verlaͤngern wuͤrde. Ihre Einrichtung ist nicht stark genug, um den finanziellen Krisen zu widerstehen, die periodisch durch die kommerzielle Gesetzgebung des Landes hervorgerufen werden. So lange die Englische Regierung keine Reform der Ge—⸗ traidegesetze vornimmt, muß der Kredit der Bank immer schwaͤ⸗ cher werden. Wir wuͤrden die Bank von England eben so wenig retten, als die Englaͤnder die Bank der Vereinigten Staaten ge⸗ rettet haben. Lassen wir daher den Sturm voruͤbergehen und halten wir uns klugerweise bei Seite.“ 6
Daß durch die letzten Ereignisse in Spanien der Einfluß Frankreichs daselbst sehr geschwaͤcht worden ist, scheint außer Zwei⸗ fel zu seyn; und die verschiedenen Parteien, die unguͤnstige Stim⸗ mung Frankreichs gegen Spanien zugebend, suchen sich gegenseitig die Verantwortlichkeit dafuͤr zuzuwaͤlzen. Die ministeriellen Jour⸗ nale sagen, die Opposition sey daran Schuld, weil sie den Glau⸗ ben in Spanien verbreitet habe, daß die Schilderhebung der Chri⸗ stinos auf Anstiften Frankreichs geschehen sey. Die Vorwuͤrse der Opposition dagegen faßt der Constitutionnel in folgender Weise zusammen: „Wer hat neuerlichst dazu beigetragen, die Ruhe in Spanien zu stoͤren? Wer hat die Karlisten ermuntert, zu den Waffen zu greifen? Wer hat den Republikanern den Vorwand geliehen, um das Vaterland in Gefahr zu erklaͤren und um sich in einigen Staͤdten der Gewalt zu bemaͤchtigen? Wer hat die ganze Halbinsel mit Unrecht zu dem Glauben verleitet, daß die Franzoͤsische Regierung Schuld habe an jenem Kriege? Wer hat den Namen Frankreichs und den eines Prinzen der Juli-Dynastie in jener jaͤmmerlichen Sache kompro⸗ mittirt? Wer hat die angeblichen Interessen des Herzogs von Aumale mit den ohnmaͤchtigen Versuchen der Soldaten O'Don⸗ nells in Verbindung gebracht? Wer hat sich zum Lobredner der Militair⸗Insurrection und zum Herold der Revolte aufgeworfen? Es war, alle Welt weiß es, das Journal des Débats und diejenigen, welche dasselbe inspirirt oder es nachgeahmt haben. Wer hat ein Jahr lang den innern Frieden in Spanien aufrecht erhalten? Wer arbeitete daran, der nationalen und constitutionellen Einheit den Sieg zu verschaffen? Wer hatte es vor der Insur— rection unternommen, einen guͤtlichen Vergleich mit den Baski⸗ schen Provinzen abzuschließen? Wer hat jetzt durch ein Dekret die republikanischen und revolutionairen Junten auf⸗ gelost? Der Regent Espartero. Dieser Kontrast versetzt das Journal des Débats in eine wahrhafte Wuth. Alles wird ihm eine Waffe gegen den Regenten. Es uͤbertreibt absichtlich die Erzaͤhlung der strafbaren Ausschweifungen, die von allen Spa— nischen Republikanern begangen worden; es moͤchte augenscheinlich, daß die Anarchie auf die Spitze getrieben wuͤrde, und daß Espar— ters in dem Kampfe unterlaͤge. Wir sind gewiß keine Vertheidi⸗ ger der Anarchie, welche in Barcelona herrscht, und der wahnsin— nigen Diatriben einiger Journale. Aber man vergesse nicht, daß ihre Fehler zum Theil das Werk derjenigen sind, die inmitten des ausgebrochenen Kampfes Espartero mit Cromwell, Arguölles mit dem Schuster Simon, dem Kerkermeister der Waisen des Tempels, verglichen haben. Espartero bleibt indeß der Koͤnigin und der Constitution getreu; er kaͤmpft gegen die Unordnung. Wie unwuͤrdig waͤre es, der Anarchie, der er ein Ende machen will, von hier aus neue Kraͤfte zu leihen.“
Der Moniteur parisien widerspricht der gestern von der Presse gegebenen Nachricht in folgender Weise: „Unser Korrespondent sagt, daß kein Franzose in Barcelona miß⸗ handelt worden sey. Die Geruͤchte von der Ermordung zweier Franzosen wuͤrden dadurch widerlegt.“ — Die Presse er— wiedert darauf: „Wir wuͤnschen lebhaft, daß der Moniteur parisien besser unterrichtet seyn moͤge, als wir. Indeß muͤssen wir sagen, daß der Weg, auf dem uns die in Rede stehende Nach⸗
zugegangen ist, nicht weniger Authentizitaͤt hat, a s die Quelle, aus der der Moniteur parisien in der Regel schoͤpft.“
In der Presse liest man: „Der Temps hat gemeldet, daß das Minister⸗Conseil sich vor einigen Tagen mit den Wahl⸗ Gesetzen beschaͤftigt und die Zulassung der zweiten Liste der Jury angenommen habe. Aus den von uns eingezogenen Erkundigun⸗ gen geht hervor, daß die von dem Temps gegebene Nachricht ungegruͤndet ist, und daß die Minister sich keinesweges mit jener Frage beschaͤftigt haben.“
ν * — — . . . ¹ „JIlules Janin, nachdem er sich in seinem heutigen Feuilleton uͤber ein neues Stuͤck des Herrn Alexandre Dumas, welches in der Port Saint Martin gegeben worden ist, weidlich geaͤrgert hat, geht ploͤtzlich zu der Erzaͤhlung von der Auffuͤhrung der „An⸗ tigone“ in Potsdam uͤber, und nachdem er den Inhalt des Stuͤckes seinen Lesern vorgefuͤhrt und die Schlußworte des Chors zitirt hat, ruft er aus: „Und das, gerechter Himmel! das wird im Potsdamer Schlosse gespielt, in Anwesenheit des Koͤnigs und der Koͤnigin von Preußen, begleitet von den suͤßen und religibsen Melodieen des jungen Großmeisters Mendelssohn! O Ihr, die Ihr im Stande seyd, das Theater Athens mit dem Theater der Port Saint Martin, Sophokles mit den großen Genies dieses Jahr⸗ hunderts, die Musik unserer Boulevard⸗Meyerbeers mit der Musik Mendelssohns zu vergleichen, saget und urtheilt, ob irgend ein Schmerz unserem Schmerze vergleichbar ist.“
. rse vom 8. Novem ber. Heute erklaͤrte sich abermals ein Wechsel⸗Agent fuͤr zahlungsunfaͤhig, und diese Nachricht wirkte unguͤnstig auf die Course der Renten. Nur die Französischen Bank⸗Actien waren gesucht und werden noch mehr steigen, wenn v. . von England das nachgesuchte Darlehn bewilligt wer⸗ en sollte.
Großbritanien und Irland.
London, 6. Nov. Lord Cowley, der Britische Botschafter am Pariser Hofe, traf gestern Abend von London in Dover ein und wollte sich heute daselbst nach Calais einschiffen.
Folgende Truppen⸗Detaschements sollen baldmöglichst nach Indien eingeschifft werden: 25 Mann und ein Offizier des 5ten Regiments; 46 Mann und 2 Offiziere des 7ten Fuͤsilier⸗Regi⸗ ments; 40 Mann und 2 Offiziere des 46sten, 40 Mann und 2 Offiziere des 48sten und 40 Mann des 4sten Bataillons des 1sten Infanterie⸗Regiments. Außerdem sollen im naͤchsten Monate fol⸗ gende Truppen nach China abgehen: das 98ste Regiment, das Depot des 20sten Regiments, 600 Mann; 200 Mann vom 55sten Regiment, 200 vom 49sten, 150 vom 18ten Koͤniglich Irlaͤndi⸗ schen Regiment. Auch Capitain Greenwood's Artillerie⸗Compagnie soll nach derselben Bestimmung abgehen. In den Kasernen von Woolwich treffen taͤglich Rekruten aus allen Theilen des Landes ein; im letzten Monat langten 463 dort an, in den vier ersten Tagen dieses Monats schon 103.
Die Oppositions⸗Journale tadeln den Grafen Aberdeen, weil dieser, nach ihrer Behauptung, den Versicherungen des Franzöͤsi⸗ schen Ministeriums, daß es den Aufstand in Spanien nicht be⸗ guͤnstigt habe, zu leicht Glauben geschenkt. Die ministeriellen Blaͤt⸗ ter erwiedern dagegen mit besonderer Schaͤrfe, wenn auch Ludwig Philipp noch so sehr bei jenem Aufstande betheiligt gewesen, so habe Lord Aberdeen doch nur mit dem Französischen Ministerium zu thun und muͤsse den bestimmten Versicherungen, welche Herr Guizot gegeben habe, Glauben schenken.
Nach dem Globe waͤren mit der Freisprechung Mac Leod's und der Freilassung Grogan's doch noch nicht alle Ursachen zu ernsteren Reibungen zwischen England und den Vereinigten Staa— ten beseitigt. „Der Praͤsident der Union“, sagt dieses Blatt, „soll, nach der Behauptung einiger Amerikanischer Blaͤtter, zwar beab⸗ sichtigen, dem Herrn Mac Leod fuͤr seine unverschuldete Gefangen⸗ haltung und Anklage eine Entschaͤdigung zu bewilligen, sodann aber entschlossen seyn, die folgenden vier Forderungen an England zu stellen: 1) Entschaͤdigungen fuͤr den Eigenthuͤmer des Dampf⸗ schiffs „TCaroline“, fuͤr die Familie des ermordeten Durfee und fuͤr den auf dem Gebiete der Union ungesetzlicher Weise ergriffenen Obersten Grogan; 2) Entschaͤdigung fuͤr die ungesetzliche Wegnahme Amerikanischer Kauffahrer durch Britische Kriegsschiffe an der Afrika⸗ nischen Kuͤste; 3) Raͤumung des streitigen, nach dem Traktate vom Jahre 1780 dem Staate Maine zugehoͤrenden Gebietes bis zum naͤch⸗ sten 4. Juli; 4) Anerkennung der Graͤnzlinie von den Felsengebirgen bis an den Stillen Ocean. Dies, behaupten jene Blaͤtter, seyen die Fragen, von deren Loͤsung Krieg und Frieden zwischen zwei großen Nationen abhingen. England muͤsse Entschaͤdigung und Herausgabe des Verlangten bewilligen, sonst wuͤrde die Amerika⸗ nische Regierung sich der Repressalien bedienen muͤssen. Man werde sich zuerst Ober⸗Kanada's bemaͤchtigen und sodann die Eng⸗ laͤnder zu Lande und zu Wasser bekriegen.“ Der Ton der Eng⸗ lischen Presse gegen die Vereinigten Staaten hat sich aber dessen⸗ ungeachtet, auf die letzten Nachrichten aus Amerika, sehr zur Milde und Versoͤhnlichkeit geaͤndert.
Der Globe sagt unter Anderem in dieser Beziehung:
„Es ist nicht minder wuͤnschenswerth fuͤr die National⸗Ehre, als nothwendig fuͤr die Befoͤrderung der Handels⸗Wohlfahrt beider Laͤnder, daß die noch schwebenden Differenzen zwischen England und Amerika recht bald ausgeglichen werden. Es vertraͤgt sich nicht mit der National⸗Ehre, daß die gegenseitigen Anspruͤche beider Natio⸗ nen so lange unerledigt bleiben, daß sie, auf der einen Seite be⸗ hauptet, auf der anderen zuruͤckgewiesen, bald angeregt werden, bal ruhen bleiben, je nachdem die Stimmung der beiden Regierungen abwechselnd bald bitter, bald freundschaftlich ist, waͤhrend die Presse der respektiven Laͤnder von diesen Anforderungen Anlaß zu aͤrgerli chen Eroͤrterungen nimmt und sie zur Quelle von Partei⸗Streitig⸗ keiten macht. Auch kann der wechselseitige Handels⸗Verkehr nicht mit dem fuͤr beider Interesse so nothwendigen Vertrauen stattfin⸗ den, so lange man fuͤhlt, daß ieden Augenblick die Strcitfragen wie⸗ der aufleben und zur Kriegs⸗Veranlassung zwischen den jwei Regie⸗ rungen werden koͤnnen. Wir sind weit entfernt, zu verlangen, . gerechte Anspruͤche bis zu ihrem aͤußersten Gipfel E“ sollen; denn auch dabei kann man die Graͤnzen der Billigkeit üͤber schreiten; aber wir halten die Forderungen der Britischen en rung fuͤr gerecht und billig, und wir moͤgen nicht glauben, aß di,