die Stadt geruͤckt war, stieg die Aufregung noch Patrioten beschwerten sich, daß man Mißtrauen in gute Geist setze, der sie beseele. Sogleich befahl — Truppen, die Stadt schleunigst zu raͤumen. 2B man Tag und Nacht hindurch an der Schleifung g; C. 8 2 und Abends verkuͤndigte das Ayuntamiento, die von dem 8 0b verlangten Amtsentsetzungen seyen von dem Gefe politico genehmigt worden, und der emeral⸗Gahitain habe befohlen, den Ex⸗Gou⸗ 4 Morella zu erschießen. 8 vernam aen suchte man die National⸗Milizen zu bewegen, sich nach e.
V
Hause zu verfuͤgen, allein diese setztten compagniewerse neue 8 tionen auf und erklaͤrten, nicht auseinander gehen zu wo en, is auch diese genehmigt waͤren. Um zwei Uhr hatte 8. Junta alle genehmigt. Nun aber drangen die Iö “ das Stadthaus, und verlangten schleunige Vollziehung aller Verspre⸗ chungen, und vor allem die Hinrichtung des erwaͤhnten Ex⸗Gou⸗ verneurs. Der General⸗Capitain gab sogleich seine Einwilligung, der zum Tode Bestimmte wurde aus dem Gefaͤngnisse geholt, und Abends 8 Uhr erschossen. Die ganze National⸗Miliz defilirte vor dem Leichnam und vor dem Palaste des General⸗Capitains, die⸗ sem ihren lauten Beifall zurufend, und ging darauf endlich aus- einander. Am 5ten dauerten die Sitzungen der Huͤlfskommission, so wie die Schleifung der Citadelle fort. Abends verlangte eine Compagnie der National⸗Miliz die Freilassung eines ihrer Offi⸗
ziere, der sich wegen begangenen Meuchelmordes im Gefaͤng⸗ niß befand. Die uͤbrigen Compagnieen widersetzten sich jedoch diesem Vorhaben. Am 6ten dauerte dieser Zustand fort, und nach Privatbriefen, die ich gesehen habe, waren die dortigen wohlhabenden Progressisten in der allergroͤßten Besorgniß fuͤx ihr Vermoͤgen und selbst fuͤr ihr Leben; denn die, welche bisher fuͤr Progressisten gal⸗ ten, werden nunmehr schon von dem Volke als Retrograde und Verraͤther bezeichnet. Unterdessen hat sich der Gefe politico von Valencia nach Abejuela gefluͤchtet, und er, der selbst an der Spitze der Junta stand, erklaͤrt diese von dort aus fuͤr rebellisch und alle ihre Handlungen fuͤr nichtig.
Ein solcher Zustand der Dinge setzt natuͤrlich alle Leute, die auch nur etwas zu verlieren haben, in Schrecken, und den besten Maßstaab von dem Umfange dieses Schreckens giebt die Adresse ab, welche die National⸗Miliz von Madrid vermittelst ihrer Chefs gestern an den Regenten gerichtet hat. Darin werden die von den Junten begangenen Erzesse hoͤchlichst gemißbilligt. „Dergleichen Schandthaten“, heißt es, „die uns vor den Augen Europa's als der Freiheit unwuͤrdig erscheinen lassen wuͤrden, koͤnnen und duͤrfen auf keine Weise geduldet werden. Wenn es eine Regierung ge⸗ ben, wenn es mit Recht heißen soll, daß wir politische Institutio⸗ nen haben, wenn wir als deren wuͤrdig erscheinen sollen, so muß die Regierung sich gegen diese neuen Feinde eben so kraͤftig beneh⸗ men, als sie es gegen die gewesen ist, die eine Bewegung in ent⸗ gegengesetztem Sinne unternahmen.“ Das Organ der Regierung, der Espectador, von heute meint, die National⸗Miliz haͤtte sich durch diese Erklaͤrung der Unsterblichkeit wuͤrdig gemacht!
Gestern wurden hier zwei Lieutenants vom Regimente la Princesa, die an den Ereignissen der Nacht des 7ten v. M. Theil genommen hatten, erschossen. Da beide nur den Befehlen ihres Regiments⸗Chefs gehorcht hatten, so war von dem Fiskal nur auf Gefaͤngnißstrafe gegen sie erkannt worden. Der Regent aber ließ den Fiskal bestrafen und verfuͤgte das Todes⸗Urtheil gegen die Of⸗ fiziere. Beide gingen wie Helden in den Tod. Der Eine, Na⸗ mens Boria, hatte den letzten Krieg als Freiwilliger mitgemacht und drei Schußwunden erhalten. Er befehligte das Piquet, wel⸗ ches ihn erschießen sollte, wie auf der Parade, knoͤpfte seine Uni— form auf, rief aus: „ich sterbe unschuldig, richtet euch, legt an, Feuer!“ und siel getoͤdtet. Auf den Anderen, Namens Gober⸗ nado, mußte dreimal gefeuert werden, ehe er verschied.
In den Nord⸗Provinzen werden 40 Bataillone, 12 Eskadrone und 2 Batterieen Feld⸗Artillerie bleiben. Espartero begiebt sich nach Saragossa, um die Ereignisse von Barcelona abzuwarten. In Tudela wird eine Reserve⸗Armee von 7 Bataillonen und 11 Schwadronen aufgestellt. Das Haupt⸗Quartier des Regenten wird von dem Husaren⸗Regiment la Princesa und dem Infante⸗ tie⸗Regiment Bluchana begleitet. Die 10 Kanonen, die von Va⸗ lencia nach dem Norden abgingen, sind zuruͤckbeordert worden.
Nachschrift. Der Regent ist vorgestern in Saragossa an⸗ gekommen. „Die Einwohner“, sagt ein hiesiges Blatt, „sind vor Freude, ihn zu sehen, naͤrrisch geworden.“ Die Junta erklaͤrt am 5ten, die Waffen nicht niederlegen zu wollen, bevor sie die Ci⸗ tadelle niedergerissen habe, um einen Platz zu gewinnen, der groß genug sey, um eine Reiter⸗Statue des Regenten aufzunehmen. Die Junta demolirt die Citadelle, waͤhrend der Monjuich, von dem aus man die Stadt binnen einer Stunde in einen Schutt⸗ haufen verwandeln kann, von den Truppen Espartero's besetzt ist. Die Junta errichtet ein Bataillon elfjaͤhriger Knaben, jedoch un— ter der Bedingung, daß sie keine Dienste leisten.
Der Oberst⸗Lieutenant, Don Damaso Fulgosio, wird morgen hier erschossen werden. Die ungluͤckliche Mutter hat ihre Reise in das Hauptquartier des Regenten vergeblich gemacht.
Aegypten. 8
Alexandrien, 26. Okt. (A. Z.) Nachdem ein guter Theil
der Syrer in ihre Heimath zuruͤckgeschickt ist, werden neue Re⸗ ductionen in der Armee vorgenommen, die hauptsaͤchlich die Of⸗ fiziere betreffen. Die Maßregeln, die man in dem Divan des Kriegs vor Monaten debattirte, kommen nun zur Ausfuͤhrung, der groͤßte Theil der Tuͤrkischen Offiziere wird entlassen und den Bleibenden werden vom Ende des Ramadan an bedeutende Ab⸗ zuͤge am Solde gemacht. Araber und Mameluken werden kuͤnf⸗ tig das Offizier⸗Corps der Aegyptischen Armee bilden. Achmed Pascha, fruͤher Gouverneur von Arabien, reist im Lande umher, um die Invaliden auszustoßen und die Regimenter vollzaͤhlig zu machen. Zu diesem Ende werden drei aufgeldst und in andere vertheilt, dagegen bleiben die Cadres dieser drei Regimenter, um spaͤter durch Rekruten wieder organisirt zu werden. Mit Kovnstantinopel giebt sich der Pascha das Ansehen gut siehen zu wollen; vor sechs Tagen ist der „Nil“ mit 5 Millionen Piastern wieder dorthin abgegangen. Mit den Aegyptischen Finanzen d. h denen des Pascha geht es gut; die Maßregeln, die er trifft seine assen zu fuͤllen und seine Verluste zu decken, sind in Erfindun und Ausfuͤhrung bewundernswuͤrdig und graͤnzen in der That
1456
men. — Ibrahim ist vorlaͤufig General⸗Gouverneur Unter⸗Aegyp⸗ tens; man sagt, Said werde der Ober⸗Aegyptens werden. Erste⸗ rer hat sich nach Mansura begeben, um die Provinz Scherkie in Ordnung zu bringen und die Schifliks (Domainen) zu vermehren. In Kahira sind alle Schulen aufgeloͤst und die Schuͤler wie Leh⸗ rer entlassen worden. Clot⸗Bey jedoch hat es dahin gebracht, daß ein Theil der faͤhigsten Schuͤler wieder zusammengetreten ist und von neuem eine medizinische Schule bildet.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 1. Nov. Die gewissermaßen neutrale Stel⸗ lung, welche der Praͤsident Tyler zwischen den beiden Parteien der Whigs und der Demokraten eingenommen hat und zu be⸗ haupten sucht, hat vorlaͤufig dem politischen Thun und Treiben in den Vereinigten Staaten den Stempel der Apathie aufgedruͤckt, welcher, wie es scheint, auch durch die bevorstehenden Kongreß⸗ wahlen nicht verwischt werden duͤrfte. Die Whigs sind durch das ihnen unerwartete zweite Veto des Praͤsidenten gegen die von ih⸗ nen beantragte Bankbill in Unsicherheit uͤber die von ihnen dem⸗ naͤchst zu fassenden Beschluͤsse versetzt, und die Demokraten, von denen dieses Veto gebilligt wird, sehen sich eben dadurch verhin⸗ dert, ihre bisherige Opposition gegen die Regierung, gleichsam ein Erbtheil dieser letzteren aus dem Nachlasse der kurzen Praͤsidentur des Generals Harrisson, weiter fortzusetzen. Im Kabinette des Praͤsidenten Tyler scheint mittlerweile große Einigkeit zu herrschen, und selbst der Austritt des in Betreff der Bankbill mit dem Praͤ⸗ sidenten nicht uͤbereinstimmenden Herrn Webster aus demselben gilt jetzt fuͤr aufgegeben, da, wie wenigstens die Regierungsblaͤtter behaupten, in allen uͤbrigen Fragen die groͤßte Harmonie zwischen dem Praͤsidenten und dem Staats⸗Secretair stattfindet.
Die oͤffentlichen Schulen in New⸗York werden jetzt auf Ko⸗ sten der Stadt unterhalten; jedes Kind ist zu dem unentgeltlichen Besuch derseben berechtigt und erhaͤlt die nothwendigen Schul⸗ buͤcher ebenfalls umsonst. Damit der Unterricht den Kindern ohne allen Unterschied der Religion zugaͤnglich sey, wird kein be⸗ sonderer Religions⸗Unterricht ertheilt, dagegen aber alltaͤglich ein Kapitel aus der Bibel gelesen. Dieses System nun hat neuer⸗ dings bei der katholischen Geistlichkeit lebhaften Widerstand ge⸗ funden, und sie will, wie schon erwaͤhnt, auf Bewilligung von Geldern aus der Staatskasse zur Errichtung ausschließlich katho⸗ lischer Schulen dringen.
Ueber die Grogansche Angelegenheit erfaͤhrt man nichts Neues; indeß ist aus einem Schreiben des interimistischen General⸗Gou⸗ verneurs von Kanada, Sir Robert Jackson, an den Gouverneur von Vermont zu ersehen, daß Ersterer die Untersuchung gegen die bei Grogan's Aufhebung betheiligten Individuen fortsetzt und ver— sprochen hat, strenge Bestrafung eintreten zu lassen, falls Offiziere oder Soldaten von den regulairen Britischen Truppen dabei be⸗ theiligt gewesen seyn sollten.
Lord Morpeth bereist jetzt die Vereinigten Staaten und hat bereits Boston und New⸗-York besucht; von letzterem Orte will er sich uͤber Niagara nach Kanada begeben.
Zu Macon im Staat Georgien sind 20 Haͤuser abgebrannt, und es mußte eine Bank in die Luft gesprengt werden, um die Verbreitung des Feuers zu verhindern; zu Georgetown in Suͤd⸗ Karolina ist der ganze Theil der Stadt, wo die handel⸗ und ge⸗ werbtreibende Bevoͤlkerung wohnt, abgebrannt, und der Schade wird auf 500,000 bis 800,000 Dollars berechnet. Auch zu Kingston im Staat New⸗York und anderen Orten haben Feuersbruͤnste stattgehabt.
Fanny Elsler ist von den gereist.
Vereinigten Staaten nach Kanada
v111X.“
EFlbing, 17. Nov. Das in England fuͤr Rechnung der Eigenthuͤmer der „Schwalbe“ neuerbaute eiserne Dampfboot „Falke“ ist den 15ten d. hier eingetroffen. In diesem Jahre wird der „Falke“ nicht mehr fahren; im kuͤnftigen Fruͤhjahre aber wird er seine regelmaͤßigen Reisen zwischen hier und Koͤnigsberg beginnen, so daß alsdann mittelst beider Dampfboͤte eine taͤgliche Commu⸗ nication zwischen den am Frischen Haff belegenen Ortschaften statt⸗ finden wird.
Koblenz, 20. Nov. Die Rhein⸗ und Mosel⸗Zeitung berichtet aus Mayen vom 15. November. Der hiesige Land⸗ wehr⸗Verein, welcher aus Einwohnern von Mayen besteht, die unter Preußens Fahnen gedient haben, welcher kameradschaftliches Anschließen im buͤrgerlichen Leben, so wie die Unterstuͤtzung huͤlfs⸗ beduͤrftiger Vereins⸗Mitglieder und deren hinterbliebener Familien zum Zweck hat, erhielt auf seinen unterm 5ten v. M. an des Koͤnigs Majestaͤt erstatteten Bericht, mit welchem die Statuten des Vereins eingereicht wurden, folgenden huldvollen Bescheid:
„Aus dem Bericht des Vorstandes des Landwehr⸗Vereins von Mayen und den eingesandten Statuten des Letzteren habe Ich mit Beifall ersehen, welcher Veranlassung der Verein seine Entstehung verdankt und welche patriotischen Zwecke derselbe verfolgt. Ich danke dem Vorstande fuͤr die Einsendung der Statuͤten und will gestatten, daß Mein Name in das Register des Vereins, dessen Protection ich gern uͤbernehme, aufgefuͤhrt werden darf.
Sanssouci, den 30. Oktober 1841.
(gez.) Friedrich Wilhelm. An den Vorstand des Landwehr⸗Vereins von Mayen.“
Der Vorstand hatte den Geburtstag unserer vielgeliebten Köͤ⸗ nigin Majestaͤt zur Publication dieser Allerhoͤchsten Kabinets⸗Ordre an die zu einer General⸗Versammlung berufenen Vereins⸗Mit⸗ glieder gewaͤhlt, unter denen dieselbe den freudigsten Enthusiasmus erregte, der sich in lauten und herzlichen Wuͤnschen fuͤr das Wohl des Koͤniglichen Schutzherrn und dessen hoher Gemahlin aus⸗ sprach.
an das Unglaubliche. Kein Mensch in der Welt wird errathen koͤnnen, wie er es anfaͤngt, um die ungeheuern Verluste in Syrien
an Provision und Munition, Kanonen und Gewehren wieder gut
zu machen und anderen in die Schuhe zu schieben. von der geschlagenen und aufgeloͤsten Armee bezahlen!
Er laͤßt sie Man hat
eine spezifizirte Rechnung gemacht und diese dann den Regi⸗
mentern, we uͤbergeben.
nen noch lange Jahre dienen, ehe sie ihren Gehalt wieder bezie⸗ vcn ” wird eingestehen, daß aͤhnliche Maßregeln wohl schwer⸗ lich in der Geschichte irgend eines Volkes oder Regenten vorkom⸗
lche die Ehre hatten, die Syrische Armee zu bilden, Die Abzuͤge, die Soldaten und Offizieren gemacht werden, sind ungeheuer, die meisten erhalten gar nichts und koͤn⸗
Berlin ⸗-Potsdamer Eisenbahn. uö1“ In der Woche vom 16. bis incl. 22. November c. sind auf der Berlin⸗Potsdamer Eisenbahn gefahren: 2 1) Zwischen Berlin und Potsdam 7704 Personen 2) Zwischen Berlin und Steglitz 23 2 J Zusammen. . 7727 Personen.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 19. Nov. Schuld 51. 5 % do. 90 ⁄%.
Kaa⸗. miI. 25 ½. 5 Span. 20 %2. Ausg. —. Zinsl. —. Preuss, Präm. Sch. —. Pol. —.
Niederl. wirkl.
Passive —. Oesterr. 105 ½.
Schlesische do. 3 .
Antwerpen, 18. Nov. Zinal. —. Neue Anl. 20 ½ c.ß
Fra nkfurt a. M., 20. Nov. Oesterr. 5 ½ Met. 107 G. 4 99 ⅔ g. 2 ½½ 55 ½¼ G6. 19½ 24 ½ Br. Bank-Act. 1897. 1895. Partial-Obl. —. Loose „u 500 Fl. 138 ⅛½ 138 ½. Loose zu 100 Fl. —. Preuss. Präm. Seh. 80 ¾¼ G. 40. 4¼ Aul. 102 ¾ Br. Poln. Loose 74 ⅞ 6G. 5 ¼ Span. Anl. 22 ½. 22 ⅛. 2 ½9 Holl. 49 ⅛. 491⁄.
Eisenbahn -Actien. St. de. linkes —.
Dresden 101 ¼ G.
D —. Leipzig-
Germain —. Versailles rechtes München-Augsburg —. Strassburg -Basel —.
Köln-Aachen 98 ½ G.
18. Nov. 5 % Rente fin cour. 116. 20. Aul. de 1841 fin cour. 80, 90,
Passive —.
Wien, 18. Nov.
1. —.
Paris, 80. 15.
225
228.
3 % Rente fin cour. 5 Neapl. 106. 60. 5 Span. Reute
5 % Met. 105 ½r. 4½ —. 1ox52 Bank-Actien 1584. Anl. de 1834 137 ½. de 1839 108⅔.
1II 1841.
Ber
S8 e. “ Den 23. November
Pr. Cour. Brief. Geld.
Pr. Cour. Brief.†Geld.
Fonds.
Actien. ☛
103 101 ½
Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Act. Mgd. Lpz. Eisenb. do. do. Prior. Act, Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Aet. Düss Elb. Eisenb. 48 n do. do. Prior. Act. 102 ¼ Rhein. Eisenb. 105 ½ do. do. Prior. Aect. 102 ⅔ 101 ⅔ 102 101 ½ 101½⅔ 100 ½⅔ 100 ¼
St. Schuld-Sch. 104 2 Pr. Engl. Obl. 30. 102 Sch. der Seehandlung. Kurm. Schuldv. 32
122 ¼ — 102 ½
110 109 — 102 ½
105 ¼
102 ¾
Prüm. 803 80 ¼
102 ½ Be
103* een
EEE
Grossh. Pos. do. 4 Ostpr. Pfandbr. 3 ½ Pomm. do. 3 ⅔ Kur- u. Neum. do. 3 ½
Gold al marco
Friedrichsd'or
Andere Goldmün- zen à 5 Th.
Disconto
-. Cour. zu 30 Sgr. Seld.
8 2 7 d5 u
Amsterdamm.. G““ 2 250 Fl. do. 1 250 Fl. 2 Mt. Hamburg 9 Kurz do. 300 Mb. Mt. London . 1 18St 3 Mt. ob6611616161616“] 300 Fr. 2 Mt. EEnnD”–”0o Mt. Augsburg.. . vX““ .. . 150 FI Mt. Breslau 100 Thlr. 2 Mt. Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss.. 100 Thlr. Tage Frankfurt a. IM 0 Mt. 1 SRbl. 3 Woch.
Kurz
Petersburg ....
Meteorologische Beobachtungen.
1841. 22. Nov.
Nach einmaliger Beobachtung.
Nachmittags 2 Uhr
Morgens
6 Uhr.
Abends 10 Uhr.
989,11 Par. 332,67 Par. 332,395 Par. Quellwürme 8,20 R. + 7,3 R. + 9, 40 R. + 8,20°. ’ Flusswärme 2,7⁰0 R. + 4,20 RK. + 7,0°R. + 7,790 R. Bodenwärme 3,7⁰ R.
Dunstsättigung 79 pcCt. 83 pet. 83 pet. Ausdünstung 0,029 Rh.
Wetter.. trübe. trübe. trübe. Niederschlag 0,031 Kb.
Wind.. W. W. W. V Wärmewechsel + 9,9°
Wolkenzug... — Ev. — — 7,1. 332,71 Par. + 8,30⁰0 R. P+ 6,3⁰° R. 82 pcet. w.
Luftdrnck... Luftwärme .. Thaupunkt...
Tagesmittel:
Königliche Schauspiele.
Mittwoch, 24. Nov. Im Schauspielhause: Schauspiel in 5 Abth., von Eduard Devrient.
Donnerstag, 25. Nov. Im Schauspielhause: Koͤnig Lear, Trauerspiel in 5 Abth., nach Shakespeare, von Kaufmann.
Freitag, 25. Nov. Im Opernhause: Der schwarze Domino, komische Oper in 3 Abth., Musik von Auber. (Dlle. Tuczek: Angela. Dlle. Gruͤnbaum: Brigitte. Mad. Pohlmann⸗Kreßner: Ursula.)
Im Schauspielhause: actes, par Mr. Souvestre. ville nouveau en 41 acte.
Sonntag, 28. Nov. Im Opernhause. Feensee, große Oper in 5 Abth., Musik von Auber. Hoguet. 1
Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. u, s. w.
Im Schauspielhause: Das Glas Wasser, Lustspiel in 5 Abth
Scribe, von A. Cosmar.
Treue Liebe,
1) Henri Hamelin, comédie en 3 2) Un monsieur et une dame, vaude-
Auf Begehren: Der Ballet von
Königstädtisches Theater. 8 Mittwoch, 24. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale wiederholt: Lltaliana in Algeri. Opera buffa in 2 Atti. Musica del Maestro Rossini. Donnerstag, 25. Nov. Der Talisman. in 3 Akten, von J. Nestroy.
Posse mit Gesang
8 Marktpreise vom Getraide.
Berlin, den 22. November 1841. Zu Lande: Weizen 3 Rthlr. 17 Sgr. 6 Pf., auch 2 Rthlr. 10 Sgr.; Roggen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf.⸗ auch 1 Rthlr. 18 Sgr.; kleine Gerste 1 Rthlr. 2 Sgr. 6 Pf., auch 1 Rthlr.; Hafer 27 Sgr. 6 Pf., auch ℳ Sgr.; Erbsen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6 Pf. Zu Wasser: Weizen 3 Rthlr. 12 Sgr. 6 Pf., auch 3 Rthlr. 11 Sgr. 3 Pf.; Roggen 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf., auch 1 Rthlr. 25 Sgr.; große Gerste 1 Rthir. 2 Sgr. 6 Pf.; Hafer 23 Sgr. 9 Pf., auch 22 Sgr. 6 Pf.; Erbsen 1 Rthlr. 25 Sgr. 1u““
Sonnabend, den 20. November 1841. 8. Das Schock Stroh 9 Rthlr. 15 Sgr., guch 8 Athlr. 15 Sgr. Der Centner Heu 1 Rthlr. 5 Sgr., auch 21 Sgr. 3 Pf.
8 18
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen
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d 8h d83 u 8,171k.. ..“ 8 Nergua 8 5
1
vh89 8 —
Amtliche Nachrichten. 1 8 Rußland. St. Petersburg. Versetzung des ehemaligen Bischofs von Riga. 8 8 8 . Fraukreich. Paris. Prozeß Quenisset. — Disharmonie des Mi⸗ nisteriums. — Das Observations⸗Corps an der Belgischen Graͤnze. — Resultate des juͤngsten Feldzugs in Afrika. — Vermischtes. — Briefe aus Paris. (Englands Ruͤstungen und die Emancipation der Sklaven in den Franzosischen Kolonieen. — Das Ministeritum und die Entwaffnungs⸗Frage; geringe Resultate des Berichts uͤber
das Quenissetsche Attentat.) 8 Grosbritanien und Irland. London. Befinden der beiden Kodniginnen und Ankunft des Herzogs von Sachsen⸗Meiningen und der Herzogin von Sachsen⸗Weimar. — Vollendung des Tun nel. — Verminderung der Armensteuer. — Bazar zur Foͤrderung der Aufhebung der Korngesetze. — Vermischtes. — Brief aus Lon⸗ don. (O'Connell und seine Finanzen; Chartisten⸗Unfug.)
Belgien. Bruͤssel. Hochverraths⸗Prozeß. — Katholische Uni⸗
versitaͤt. 1 Dänemark. Kopenbagen. Reise des Kronprinzen nach Stralsund. Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Naͤheres uͤber die Bei⸗
setzung der Koͤnigin Karoline. — Wuͤrzburg. — Karlsruhe.
Die Großherzogin von Baden in Nizza.
Schweiz. Bern. Politische Krisis in Genf.
Spanien. Van Halen in Barcelona.
Türkei. Konstantinopel. Beschwerden der Pforte gegen Grie⸗ chenland.
Ueber Gymnasial⸗Erziehung. (Zweiter Artikel.)
Tabelle der Getraide⸗Preise fuͤr Monat Oktober.
Beilage. Die Insel St. Vincent. — Wissenschaft, Kunst
und Literatur. Zur vaterlaͤndischen Kunstgeschichte: Stillfried
Denkmale des Hauses Hohenzollern. —
Alterthuͤmer und Kunst nzollern. Koͤnigstaͤdtisches
Die Gesellschaft naturforschender Freunde. — Theater.
Amtliche Uachrichten.
Kronik des Tages. ““
Se. Koͤnigl. Hoheit der Prinz August ist von Rheinsberg hier wieder eingetroffen.
Der bisherige Ober-Landesgerichts⸗-Assessor Franz ist zum Justiz⸗Kommissarius bei dem Ober⸗Landesgerichte zu Naumburg und zugleich zum Notar in dem Departement dieses Kollegiums bestellt worden. 1
Dem Koͤniglichen Wuͤrttembergischen Rittmeister a. D. von Zieten zu Berlin ist unterm 21. November 1841 ein Patent auf eine durch Zeichnung nachgewiesene, fuͤr neu und eigenthuͤmlich erachtete Wasserhebe⸗Maschine,
auf sechs Jahre, von jenem Termine an gerechnet, und fuͤr den
Umfang des Staats ertheilt worden.
Dem Fabrik⸗Besitzer Samuel Dobbs zu Hoerde bei Dort⸗
mund ist unter dem 21. November 1841 ein 1
auf eine durch Elementarkraͤfte zu betreibende Strumpf⸗
maschine nebst dazu gehoͤrigen Vorrichtungen, so weit
die ganze Zusammensetzung dieser Maschine nach den
vorgelegten Zeichnungen und Beschreibung fuͤr neu und eigenthuͤmlich erachtet worden, 8
auf fuͤnf Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und fuͤr den Um⸗
fang der Monarchie ertheilt worden.
Angekommen: Der Großherzogl. Mecklenburg⸗Schwerin⸗ sche Wirkliche Geheime Rath und Gesandte am hiesigen Hofe, Graf von Hessenstein, von Neu⸗Strelitz. b
Abgereist: Der Kaiserl. Russische Geheime Rath und Kam⸗ merherr, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Minister am hiesigen Hofe, Freiherr von Meyendorff, nach Schwerin.
Zeitungs-Nachrichten. Ausland.
Rußland und Polen.
St. Petersburg, 18. Nov. Se. Majestaͤt der Kaiser haben den bisherigen Griechisch⸗Russischen Bischof von Riga, Irinarch, zum Bischof von Ostrogojsk und zum Vikar der Didzese von Woronesch ernannt.
Frankreich. 8
Paris, 19. Nov. Der Pairshof hat sich gestern nach zweitaͤgiger Berathung fuͤr kompetent erklaͤrt und dem Requtsito⸗ rium des General⸗Prokurators zufolge, saͤmmtliche Angeklagte, die Einen wegen der Mitschuld an dem Attentate, die Anderen der Theilnahme an einem Komplotte gegen die bestehende Regie⸗ rung beschuldigt, vor Gericht gestellt. — Man wundert sich all⸗ gemein, daß Herr Dupoty, der Redacteur des „Journal du Peuple“, nun definitiv in den Prozeß mit verwickelt worden ist da das gegen ihn Vorgebrachte selbst dem Grafen Bastard nicht hinreichend schien, um eine bestimmte Anklage gegen ihn zu be⸗ gruͤnden. Die oͤffentlichen Debatten werden wahescheinlich “ D ezemqben einnen. b er Constitutionnel enthaͤlt Folgendes: „Es war gester lgemein das Geruͤcht von einer Deserganifatlen eär zestern riums verbreitet. Es hieß sogar, Herr Humann habe seine Entlassung eingereicht. Wir wissen nicht, Nachricht gegruͤndet ist; aber in dem Zustande, in dem sich das Kabinet befindet, werden wir nicht eher an die Entlassung eines
inwieweit diese
Ministers glauben, bis wir die Ordonnanz, welche seinen Nach⸗ folger ernennt, in dem „Moniteur“ erblicken. Gewiß scheint es indeß, daß in einem kuͤrzlich gehaltenen Minister⸗Conseil die Entwaffnungs⸗Frage zu lebhaften Debatten Anlaß gaben, und daß, trotz der hartnaͤckigen Weigerung des Marschall Soult, Herr Humann die Majoritaͤt seiner Kollegen bewogen hat, den Grundsatz einer Reduction der Ausgaben fuͤr die Armee anzunehmen. Das Geruͤcht von der Entlassung des Herrn Hu⸗
mann ist neuer als jene Kabinets⸗Sitzung, und wenn der Finanz⸗
Minister also in der That die Absicht zu erkennen gegeben hat, sich zuruͤckzuziehen, so muͤßte man glauben, daß der Minister⸗Rath sei⸗ nen ersten Entschluß bereut und den Forderungen des Marschalls nachgegeben habe. Uebrigens werden die Verlegenheiten des Mi⸗ nisteriums und die Spaltungen in demselben immer mehr zuneh⸗ men, je naͤher wir der Eroͤffnung der Session kommen.“
Ueber den gestrigen Artikel der Presse aͤußert sich heute das Sidele in folgender Weise: „Wenn das Publikum noch nicht von den Zwistigkeiten unterrichtet gewesen waͤre, die im Schooße des Ministeriums herrschen, so wuͤrde ein an der Spitze des gestri⸗ gen Blattes der Presse besindlicher Artikel, der absichtlich in verletzenden Ausdruͤcken fuͤr die Eigenliebe des Marschalls Soult abgefaßt worden ist, es davon in Kenntniß gesetzt haben, Es ist leicht einzusehen, daß, wenn ein Blatt, welches notorisch das Ver— trauen des einflußreichsten Ministers besitzt, auf eine so auffallende und unerhoͤrte Weise das Geheimniß der Conseils⸗Berathungen verlaͤßt, um den Sieg eines Ministers uͤber den Conseils⸗Praͤsi⸗ denten zu feiern, eine Intrigue im Spiel ist, die durch eine solche Veroͤffentlichung gefoͤrdert werden soll. Welcher Art diese In⸗ trigue ist, wissen wir nicht; aber sie kann unmoͤglich lange ein Geheimniß bleiben.“ 8 1
Ueber die Zusammenziehung eines Observations⸗Corps an der Belgischen Graͤnze bemerkt der Constitutionnel: „Die Aufstellung eines Observations⸗Corps an der Nordgraͤnze verur⸗ sacht in Paris sowohl als in Bruͤssel lebhaftes Erstaunen. Die Belgischen ministeriellen Journale koͤnnen es um so weniger be⸗ greifen, da die vollkommenste Ruhe im Lande herrsche, und da die Verschwoͤrung nur laͤcherlich genannt werden koͤnne. In Paris fuͤhren die Vertrauten der Minister eine ganz andere Sprache; sie behaupten, daß eine große Anzahl von Offizieren der Belgischen Armee mehr oder weniger in die Verschwoͤrung verwickelt, daß die geheimen und demagogischen Ge⸗ sellschaften Frankreichs bei derselben betheiligt waͤren, und daß beide Laͤnder in großer Gefahr geschwebt haͤtten. Auffallender aber ist es noch, daß in dem Augenblicke, wo die Belgischen mi— nisterxiellen Blaͤtter sich uͤber die Bildung des Observations⸗Corps beklagen, man hier versichert, daß die Regierung des Koͤnigs Leo— pold um die Aufstellung desselben dringend gebeten habe. Wir wissen nicht, wann die Aufloͤsung jenes politischen Raͤthsels ge⸗ geben werden wird; wahrscheinlich werden nur die Kammern die— selbe erlangen koͤnnen; man schiebt deshalb auch die Zusammen⸗ berufung derselben so weit als moͤglich hinaus.“
Nachrichten aus Algier vom 10ten d. zufolge, war der Ge⸗ neral Bugeaud mit seinem Generalstabe wieder in jener Stadt eingetroffen. Ueber die Expedition nach Maskara werden jetzt aus⸗ fuͤhrlichere Details mitgetheilt, die aber im Wesentlichen nichts Neues enthalten. Ueber die Resultate der Herbst-Campagne in der Provinz Oran aͤußert sich der General Bugeaud am Schlusse seines Berichtes in folgender Weise: „Wenn wir auch nicht alle die Unterwerfungen erlangt haben, auf die wir nach den uns von den Staͤmmen gemachten Eroͤffnungen rechnen durften, so haben wir doch unseren Gegnern einen empfindlichen Streich versetzt, indem wir den Stamm der Hachem vernichtet, Saida zerstoͤrt und an der Graͤnze der Wuͤste ein Buͤndniß von Staͤm⸗ men gegen ihn errichtet haben. Das Häauptresultat ist aber, daß Maskara so verproviantirt worden ist, daß eine Di⸗ vision den Winter uͤber daselbst zubringen und den Stamm der Hachem verhindern kann, Aerndten auszusaͤen. Dieser Stamm ist derjenige, nach dem sich alle anderen richten, und mit ihm wuͤrden sich fast alle uͤbrigen unterwerfen. Seine Besiegung muß daher der Gegenstand kuͤnftiger Bemuͤhungen werden.“ — Vor seiner Abreise aus Mostaganem hat der Gene— ral⸗Gouverneur dem Hadschi⸗Mustapha⸗Oulid⸗Osman⸗Bey das Patent uͤberreicht, welches ihm die Wuͤrde eines Bey's von Mosta— ganem und Maskara, der Koͤniglichen Ordonnanz vom 5. Sep⸗ tember gemaͤß, verleiht. Der Bey hat, mit der Hand auf dem Koran, dem Koͤnige der Franzosen den Eid der Treue geleistet.
Der Constitutionnel bestreitet die Angabe der Presse, daß ein Handels⸗Vertrag zwischen England und Spanien abge⸗ schlossen worden sey. Dem 48sten Artikel der Spanischen Con⸗ stitution gemaͤß, koͤnne ein solcher Vertrag gar nicht ohne Ein⸗ willigung der Cortes abgeschlossen werden.
Sir Stratford Canning ist gestern von hier auf seinen Botschafter⸗Posten nach Konstantinopel abgegangen.
Die Gazette des Tribunaux meldet, daß Befehle nach Montpellier abgegangen wäaͤren, denen zufolge Marie Capelle ihre Strafe ganz so erleiden solle, wie die Gesetze es vorschrieben.
Boͤrse vom 19. November. An der Boͤrse war heute kaum von etwas Anderem die Rede, als von einer angeblich nahe bevorstehenden Aenderung des Ministeriums, so daß die Franzb⸗ sischen Renten wieder sehr angeboten wurden. Es hieß, daß die Herren Molé, Dufaure und Passy heute in den Tuilerieen em— pfangen worden seyen, und daß der Koͤnig die von Herrn Hu⸗ mann eingereichte Entlassung angenommen habe. Die Spanische aktive Rente hat sich wieder etwas gehoben, in Folge der Nach⸗ richten aus Barcelona, welche von sehr energischen Maßregeln, die Espartero ergriffen, Nachricht geben. Zudem war aus Ma— drid vom 12ten eine hoͤhere Notirung eingetroffen.
*.α Paris, 18. Nov. Es ist bekannt, daß bei uns die Maͤn⸗ ner, welche Fuͤhrer der verschiedenen politischen Parteien oder Ver⸗ treter gewisser Prinzipien und Theorieen sind, die im Auslande vor⸗ kommenden Ereignisse nach den jedesmaligen Interessen ihrer Partei beurtheilen und demgemaͤß in ihren Blaͤttern besprechen. Dasselbe findet seine Anwendung in einem heutigen Artikel, welchen das
Journal le Globe enthaͤlt, und der ohne Zweifel aus der Feder des Herrn Granier de Cassagnac, des hartnaͤckigen Vertheidigers des Sklaven⸗Systems in den Französischen Kolonieen, geflossen ist. Dieser Artikel ist um so bedeutsamer, als das genannte Blatt selten den Interessen des Kabinets zuwider ist und auf die in dem Journal la Presse seit einigen Tagen so offen hervortre⸗ tenden Anti⸗Englischen Tendenzen hinzuweisen scheint.
Herr von Cassagnac sieht in der fortgesetzten Bewaffnung der Englischen Marine die Ruͤstung Englands zu einem Kriege mit Spanien, im Falle es sich weigern sollte, die mit ihm ge⸗ schlossenen Vertraͤge zur Abschaffung der Sklaverei zu erfuͤllen. Das Journal des Dobats hat zwar noch unlaͤngst, bei Be⸗ sprechung der vom Ministerium der Marine publizirten Werke, welche die Frage der Emancipation der Sklaven in den Kolonieen behandelten, die zu Gunsten der Emancipation sich herausgestellten Resultate hervorgehoben und demnach die Theorie des Herrn von Cassagnac, im Gegensatz zu dem philanthropischen Prinzipe der Englaͤnder, besprochen. Aber dieser sieht in den philanthropischen Ideen derselben nur eine berechnete Politik, die zur Absicht hat, die Kolonieen zu Grunde zu richten, die, nach seiner Ansicht, einzig und allein durch die Beibehaltung der unfreien Afrikanischen Arbeiter bestehen koͤnnen. Er sieht demnach in der Verstaͤrkung der Eng⸗ lischen Flotte nicht die Ruͤstung zu einer Expedition nach China, sondern nach Cuba, Porto⸗Rico, Brasilien und Neu⸗Orleans. Da nun die Vereinigten Staaten eben so wie Frankreich dabei interessirt sind, so wuͤrden erstere nothwendig zu Gunsten Spa⸗ niens interveniren u. s. w.
Die Franzöͤsischen Kolonieen haben sich in ihrem letzten an das Ministerium gerichteten Bericht bekanntlich entschieden, ja mit einer gewissen Bitterkeit, gegen die Emancipation der Sklaven ausgesprochen, (Vergl. Staats⸗Ztg. Nr. 282) und Herr von Cas⸗ sagnac laͤßt, wie wir sehen, keine Gelegenheit voruͤbergehen, die Nicht⸗Emancipation zu vertheidigen; aber dessenungeachtet wer⸗ den die gesammelten Dokumente, die, wie gesagt, zu Gunsten der Freilassung der Sklaven zeugen, als Grundlage bei der der Kam⸗ mer vorzulegenden wichtigen Frage dienen und duͤrften dann, un⸗ terstuͤtzt durch die Macht der Ideen unseres Jahrhunderts, bei⸗ tragen, die Theorie des energischen Vertheidigers der materiellen Interessen der Kolonieen zu stuͤrzen. See
. Paris, 19. Nov. Wir hatten Recht, wenn wir vor kurzem sagten, daß die Einigkeit im ministeriellen Lager nicht lange herrschen werde, und daß der eingetretene Waffenstillstand nuͤr scheinbar sey. Heut ist es die Entwaffnungs⸗Frage, welche das Kabinet entzweit. Marschall Soult will nicht davon sprechen hoͤ⸗ ren; man muß indeß sagen, daß die Triebfeder, welche ihn be⸗ wegt, nicht allein in ihm selbst zu suchen ist. Daß Herr Humann die Entwaffnung verlangt, ist begreiflich. Er befaßt sich wenig mit der Politik, und namentlich interessirt ihn die auswaͤrtige nicht im Entferntesten; er will Ersparungen machen, und bei seinen Berech⸗ nungen geht sein Blick nicht uͤber das Budget oder, genauer ge⸗ sagt, nicht uͤber das Normal⸗Budget hinaus, welches er fuͤr das & 43 Jahr 1843 vorbereitet. Die Mehrzahl der Kollegen des Herrn Humann sind seiner Meinung; allein ungeachtet der Niederlagen die Marschall Soult in den Berathungen der Minister erleidet, giebt er nicht nach und stuͤtzt sich dabei hauptsaͤchlich auf die neue⸗ ren Ereignisse in Spanien und Belgien. Wenn Marschall Soult auch als Conseils⸗Praͤsident Herrn Guizot bedeutenden Einfluß ge⸗ stattet, so besitzt er dafuͤr die persoͤnliche Zuneigung des Koͤnigs in besonderem Grade.
1— Marschall Soult hat uͤbrigens seit dem Jahre 1830 stets dieselbe Rolle gespielt; seine Praͤsidentschaft war fast immer einem ein⸗ fachen oder doppelten Einflusse unterworfen. Es ist bekannt, daß die schwierigsten Gegenstaͤnde der auswaͤrtigen Angelegenheiten von dem Koͤnige selbst erledigt werden. Dem Minister der auswaͤrti⸗ gen Angelegenheiten verbleiben die kurrenten Angelegenheiten, die in dem Bereiche der Journale und des Publikums liegen, und die er dann so viel wie moͤglich ohne die Theilnahme des Mar⸗ schalls Soult abzumachen sucht. Dieser Umstand macht es be⸗ greiflich, daß in dem Kabinet die Uebereinstimmung in Gesinnun⸗ gen und Handlungen uͤberhaupt schwer zu erhalten ist.
GS giebt wenig Personen, die den geheimen Gedanken des Koͤnigs kennen und in den Gang seiner persoͤnlichen Politik ein⸗ geweiht sind. Unter denen, die sein volles Vertrauen besitzen, nennen wir die Marschaͤlle Sebastiani und Gérard; auch der Marschall Mortier gehoͤrte zu dieser Zahl. Seine Freundschaft und Zuneigung gegen die meisten anderen Personen ist mehr voruͤbergehend; Beweise davon sind die Herren Lafitte, von Broglie, Thiers u. A. Ein Umstand, worauf man nicht genug geachtet, ist, daß die Entlassungen der Minister sehr haͤufig ihren Grund nicht im Schoße des Kabinets selbst haben. So ist Herr Thiers gefallen, weil er eine Armee geschaffen hatte, die man ver⸗ langte, und die man jetzt von gewissen Seiten beizubehalten wuͤnscht. Man wußte im voraus, daß jene Schoͤpfung des Herrn Thiers seinen Sturz herbeifuͤhren werde, und dennoch ließ man ihn bis zum Abfeuern der Kanonen gewaͤhren. Das Ministerium des Herrn Thiers war nicht stark, aber es war sehr homogen; es ist durch eine Anklage gestuͤrzt worden, die man in gewisser Hinsicht auch gegen das gegenwaͤrtige Kabinet, welches nicht ent⸗ waffnet, geltend machen koͤnnte, und gleichwohl hat das Mini⸗ sterium den Beifall der Kammern gehabt. Das liegt in der Eigenthuͤmlichkeit der constitutionellen Regierung.
Der Bericht des Herrn von Bastard uͤber das Quenissetsche Attentat hat nicht alle diejenigen Aufschluͤsse gegeben, die man er⸗ wartete. Man weiß um nichts mehr uͤber die Organisation der geheimen Gesellschaften, und ungeachtet der vollstaͤndigen Aus sagen des Haupt⸗Angeklagten beschraͤnken sich die Aufschluͤsse gäͤnz⸗ lich auf die untere Abtheilung der Verschworenen; die Haͤnde, welche das Komplott geleitet haben, bleiben unsichtbar. Was Herr von Bastard uͤber die Zahl und den historischen Zusammenhang der geheimen Gesellschaften sagt, war laͤngst bekannt, und der Pro⸗ zeß Blanqui's hatte bereits aͤhnliche Andeutungen geliefert. Die Gesellschaften der Menschenrechte und der Jahreszeiten wollten, eben wie die der Egalitairs und der Kommunisten, die Abschaf