1841 / 330 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Muͤbhe ebt, erxe Fabriken zu besuchen, so findet man, daß al⸗ Muͤhe giebt, unsere Fabriken 3 8 Rensch fabig in, von unseren

ler Muth, alle Ausdauer, deren vn . vollen⸗Fabrikanten angewende . 2 Baugmtellen Fäneitandir Fabeikanten zu Gzent über zwei Minzonen allein fuͤr Maschinen ausgegeben; ist dies Erschlaffung? Vor kurzer 28 KIEEI11u“ rvoßen Fortschritt an, daß die An⸗ Zeit noch sab man es als einen großen Fortschritt an, daß die An⸗ der eeeble in der Elsafsischen Fabrikstadt Muͤhlhausen sich ver zahl der Stuͤhle in der Elsasfftich 4½* 1“ Arra doppelt dar; in Gent ist dieselbe mehr als vervierfacht worden; 1832 betrug sie 700, heut beläuft sie sich auf 3000. . In Betreff der gedruckten Stoffe bat man nach und nach bedeutende Fortschritte gemacht. Woher schreiht sich daher der Verfall dieses so wichtigen Gewerbszweiges? Aus dem Mangel an Absatz im Auslande und aus der Konkurrenz der fremden Waaren im Inlande. 8 Unsere Verhaͤltnisse sind nicht so guͤnstig wie die Englischen. In England haben die Fabrikanten den Vortheil, daß sie das Ma⸗ frerial zu Liverpool in kleinen Particen hoͤchst billig kaufen koͤnnen und dabei noch die Auswahl haben. Unsere Fabrikanten muͤssen es in großen Partieen kaufen und koͤnnen nicht waͤhlen. In England ind die Steinkohlen bei weitem billiger als in Belgien; 1000 Ki logramme kosten in Manchester 7 Fr., in Gent 21 Fr.; dieser Un erschied ist ungeheuer, wenn man bedenkt, daß auf die Bereitung von einem Kilogramm Garn 4 bis 5 Kilogramme Kohlen gerechnet werden. Man hat oft behauptet, daß das Belgische Baumwollen garn weniger gut ist, als das Englische. Dies mag gegenwaͤrtig wabr seyn, denn man spinnt kein feineres, als das von Nummer 60; doch beweist dies unser Unvermoͤgen? In den Jahren 1807 bis 1814 spvannen wir Nr. 90 und 100, und Nr. 60 war die gewoͤhnlichste Svrte, doch damals war uns die Ausfuhr nicht durch fremde Zoll⸗ gesetze verboten und der Handel im Inlande nicht durch fremde Konkurrenz geschmaͤlert. Unsere Spinnereien wuͤrden noch ietzt das feinste Garn liefern, wenn sie eine Buͤrgschaft fuͤr den Absatz haͤt⸗ ten. Die Fabrikanten von St. Nicolas hatten beantragt, daß es ih⸗ nen gestattet werde, einige tausend Kilogramme des feinsten Garnes ohne Zoll einzufuͤhren, damit sie einen Versuch mit ganz feinen Baumwollenzeugen machen koͤnnten; weshalb spinnt man demnach nicht feineres Garn, da ein Beduͤrfniß danach vorhanden ist? Weil⸗ jeder Fabrikant die Ausgabe von 25— 30,000 Fr., welche zu einer Spinnmaschine fuͤr das feinste Garn erforderlich ist, scheut, so lange er nicht, wenn nicht die Gewißheit, doch die Moͤglichkeit vor sich nieht, seine Maschine das ganze Jahr hindurch beschaͤftigen zu koͤn nen; die 40,000 Kilogramme, welche die Fabrik von St. Nicolas bedarf, sind in hoͤchstens drei Monaten gewebt. Die Belgischen Baumwollenzeuge nun koͤnnen allerdings mit den fremden nicht wett eifern; der Handel in entfernte Laͤnder bietet daher keine guͤnstige Aussicht; allein waͤre uns der Verkehr im Inlande unbenommen, so roͤnnten unsere Fabrikanten sich langsam kraͤftigen und sie genuͤgten fuͤr das Beduͤrfniß des Landes. Doch der Schleichhandel aus Frank reich und England benimmt uns den letzten Rettungsweg. Wenn unsere Fabriken Waaren von gleicher Guͤte auf den Markt schicken und sie billiger verkaufen wollen, so hilft dies doch nicht, weil die Fremden dann ihre Waaren mit Schaden verkaufen, um nur die Kundschaft zu behalten; so kommt ein Stuͤck, welches urspruͤnglich 28 Fr. galt, auf 16 herab, weil unsere Fabrikanten 22 oder 24 Fr. dafuͤr gefordert hatten. Dadurch wird das Lohn unserer Hand⸗Ar beiter sehr herabgedruͤckt, und es reicht kaum noch hin, ihr kuͤmmerli ches Leben zu fristen. Seit 1830 hat sich dieser Verfall immer deut licher herausgestellt. Den Verlust des Marktes zu Java fuͤhlen un sere Fabrikanten sehr; sie setzten daselbst jaͤhrlich Waaren fuͤr unge ähr neun Millionen ab, welche jetzt den Hollaͤndischen Fabriken zu Theil werden. . Man sichere den Belgischen Fabriken demnach wenigstens den Handel im Inlande; man ergreife kraͤftige Maßregeln gegen den Schleichhandel, und wir hoffen, daß das genuͤgen wird, sie zu neuer Bluͤthe zu bringen. 8 XI. Maschinenwesen. Die Maschinen⸗ Baukunst ist auf der diesjaͤhrigen Ausstellung wuͤrdig repraͤsentirt. Wir wenden uns zuerst an die beiden Loko mortiven, von denen die eine aus der Werkstatt der Gesellschaft von St. Lronhard aus Luͤttich, die andere aus der der Gesellschaft du Renard von Bruͤssel stammt. Es ist, wenn man im Maschinen bau nicht vollkommen erfahren ist, hoͤchst schwierig, bei diesen beiden Lokomotiven in der Construction oder der Arbeit selbst einen Unter⸗ schied zu ünden; beide scheinen tadellos, und wir haben uns auf inseren verschiedenn Eisenbahnen von der Guͤte der Arbeiten beider Gesellschaften uͤberzeugt; wir ertheilen dieses Lob ihnen mit um so groͤßerer Freude, als diese Art Maschinenbau in Belgien fast noch neu ist; bei dem ersten Versuch der Gruͤndung von Eisen hahnen war die Regierung genoͤthigt, zu Englischen Lokomotiven ihre Zuflucht zu nehmen und selbst Englische Heizer und Conduc teure anzustellen. Heut findet die Verwaltung der Eisenbahnen Al⸗ as sie bedarf, im Lande selbst. Dampfmaschinen, welche seren beiden Gesellschaften gebaut werden, stehen denen in Weise nach, die aus den Werkstaͤtten des Herrn Stephenson Dies ist ein ungemeiner Fortschritt; dadurch erhalten en zu thun, unsere Hand⸗Arbeiter zu essen, und das er unsere Nachbarn bereicherte, bleibt im Lande. Phoͤnixr zu Gent nimmt einen bedeutenden Blatz der Ausstellung ein. Diese Gesellschaft, die im Jahre 835 die goldene Medaille erhalten hat, ist seit jener Zeit sehr ge⸗ wachsen. i die Eisengießerei enthaͤlt

Die Werkstaͤtten sind ansehnlich, 3 CTCubilots

y Die

mfere

üünlfeee

welche 20,000 Kilogramme Eisen taͤglich schmelzen koͤn roßc Krahne, einen Ventilator u. s. w.; die Werkftaͤtten enthalten 37 Schmieden mit dem besten Handwerks

. roßen Magazine umfassen einen Vorrath un von 300,000 Fr. Das Ganze wird durch drei Bewegung gesetzt, zwei mit mittlerem, die ruck. Die Gesellschaft des Phnir liefert im 2 bis Millionen Fr. und setzt davon fuͤr de ab. Sie schickt Maschinen nach „Rußland, Oesterreich, Frankreich und

8 8

Institut des Phoͤnit fuͤr den Bau don Lokomoti⸗

schinen eingerichtet ist, hat es sich bis⸗

Construction von Maschinen zum Weben

1 3 der Wolle und der Baumwolle beschraͤnkt;

h man wird selten Maschinen finden, die schoͤner und sorgfaͤltiger beitet sind und beim Gebrauch cinen regelmaͤßigeren Gang zei⸗ gen. Wir heben hier noch die Maschine zur Baumwollenspinnerei nit 61 Svindeln, die zur Flachsspinnerei mit 26 Spindeln, eine Maschine zum Filzen von Wollenstoffen, einen Webestubl, eine Ma⸗ schine zum Falten und eine zum Einschneiden der Zaͤhne eines in cinander greifenden Raͤderwerks hervor. Alle diese Maschinen aͤend⸗ ten allgemeines Lob.

XI. Metall⸗Arbeiten.

Metallurgische Arbeiten sind auf dieser Ausstellung schon und in reicher Auswahl vorhanden; wenn man ihre Guͤte und dabei den ge ringen Preis erwaͤgt, so wird man schwerlich glauben, mit welcher

Gefahr dieser Industriezweig noch vor kurzer Zeit zu kaͤmpfen gchabt;

man bedurfte Mnuth und Ausdauer, um in dieser Krise nicht zu un⸗

terliegen. Wir haben die Befriedigung, zu sehen, daß, wenn auch in

Folge des zu vielen Produzirens, welches diesen Stillstand und Ver

fall herbeifuͤhrte, einige Hochdfen eingegangen sind und andere sich in

ihrer Thaͤtigkeit eingeschraͤnkt haben, das Gewerbe selbst doch siegreich aus diesem Kampfe hervorgegangen ist und das Haupt nun mit neuem

Stolze erhebt. 8 4 .

8 Es sind jetzt zehn Jahre, seit man den ersten Versuch machte, Eisen mit Steintohlen⸗Coaks zu fabriziren. Man sah große Erspar⸗ lisse hierbei, doch die ersten Versuche gelangen nicht eben schr. Jetzt

hat man sich in der Fabrication vielfach vervollkommnet, und das mit

Cvaks ist fuͤr viele Faͤlle eben so gut, wie das mit Holzfeuerung an gefertigte Eisen. Fuͤr einzelne Beduͤrfnisse freilich verdient das Letz⸗ tere immer noch den Vorzug, z. B. fuͤr den Wagenbau, fuͤr die Waf

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fenschmiedung, doch fuͤr den gewoͤhnlichen Gebrauch, z. B. fuͤr die Nagelschmiede, leistet das erstere dieselben Dienste.

Bisher war uns England in dieser Kunst uͤberlegen; doch die Produkte, die wir auf der Ausstellung gesehen, zeigen die erfreulich sten Fortschritte, und wir haben in Zukunft bei der Konkurrenz mit England nichts mehr zu fuͤrchten. Auch hier, wie uͤberall in unserer Industrie, ist die Hauptfrage, wie sich Wege fuͤr den Absatz eroͤffnen lassen; Frankreich schneidet uns durch hohe Besteuerung die Einfuhr ab, auch die Deutschen Zoͤlle sind zu hoch; doch man suche auf Herab⸗ setzung der Tarife zu wirken, und unsere metallurgischen Erzeugnisse werden bei unseren Nachbarn gesucht seyn.

Wir haben eiserne Ankerkabeln fuͤr die Seeschifffahrt bemerkt und heben vorzuͤglich die des Herrn Grens von Termonde hervor. Er besteht aus einer Verbindung von sechs bis acht Stricken, die aus Eisendraht sorgfaͤltig gedreht sind; Grens hat innerhalb des Eisen drahtes noch einen scharfbetheerten Strick angebracht, der mit einer fetten Masse uͤberzogen ist, welche die Oxidatien abhaͤlt. Die Kraft dieses Kabels ist ungemein groß, und der duͤnne Stab, auf welchen er gerollt ist, beweist seine Biegsamkeit hinlaͤnglich, in Betreff deren es den gewoͤhnlichen Tauen durchaus nichts nachgiebt. Schon seit laͤngerer Zeit hat man die eisernen Kabel⸗Taue in Anwendung gebracht, doch man warf ihnen stets vor, sie verrosteten zu leicht? wenn demnach Herr Grens ein Mittel gefunden hat, dem Rost vorzubeugen, so waͤre hiermit ein wichtiger Fortschritt gethan. 1

Die Nagelschmiederei laͤßt in Betreff der Arbeit, der Guͤte des

Eisens und des Preises nichts zu wuͤnschen uͤbrig; sie brauchte sich vor keiner Konkurrenz zu scheuen, wenn ihr die Ausfuhr durch die hohe Besteuerung der Nachbarlaͤnder nicht unmoͤglich gemacht waͤre. In Preußen zahlen die kleinen Naͤgel einen Zoll von 45 Fr. fuͤr 88 Kilogramme; dies ist uͤbermaͤßig viel und fast einem Verbote gleich. Das Klempnerhandwerk ist noch ein eintraͤglicher Zweig unserer Industriec, doch leider ist ihm der Handel nach Frankreich durch eine Besteuerung von 25 bis 50 pCt. unmoͤglich gemacht. Die Klempner waaren zahlen beim Eintritt in Belgien nur einezSteuer von 6 pCt., welche durch die falschen Angaben, die man den Zoll⸗Beamten macht, sich auf 8 reduzirt. Gleichwohl hat dies Gewerbe seit 5 Jahren ent⸗ schiedene Fortschritte gemacht.

Wir verweilen einen Augenblick beim Zink. Vieille Montagne zu Luͤttich hat schone Erzeugnisse ausgestellt. . Naͤgel, Schrauͤben, Haken und Zierrathen sind sorgfaͤltig gearbeitet. Die Zinkblaͤtter gut geplaͤttet. Wir machen vorzuͤglich auf die Me daillen und die Buͤsten des Koͤnigs, Gretry's, Napoleon's und auf andere kleine Statuen aufmerksam, die mit vieler Sorgfalt gegossen sind.

IIIIA1

Wir haben jetzt von einem Industriezweige zu sprechen, der sei⸗ einiger Zeit bei uns ungemeine Fortschritte gemacht hat und deren noch groͤßere verspricht; die Bearbeitung der Bronze zu Statuen, Stutzühren u. dgl. Dieselbe verlangt von Seiten des Schmelzers große praktische Kenntnisse; denn es kommt Alles auf das Verhaͤltniß der Mischung an. Die Bronze, welche vergoldet werden soll, muß vollkommen füuͤssig seyn und genau die Form ausfuͤllen, in die sie gegossen wird. Hat die Mischung nicht das richtige Verhaͤltniß, so zeigen die gegossenen Stuͤcke Unebenheiten, Borsten und Risse. Die Verbindung von Kupfer, Zinn, Blei und Zink scheint die zu seyn, welche man zu Statuen und Zierrathen am liebsten verwendet, weil sie am besten die braͤunlich gruͤne Farbe annimmt, die sonst nur die Zeit zu geben vermag, und welche die Roͤmer Aeruge nannten; auch haftet an dieser Mischung die Vergoldung am besten.

Alle Bronze⸗Arbeiten, welche die Herren Trossaert, Reelants von Gent ausgestellt haben, zeichnen sich durch die Schoͤnheit des Metalles, die Richtigkeit der Formen und die Sorgfalt des Abputzens aus. Fuͤhrte es uns nicht zu weit, so wollten wir alle die wahrhaft bewun derungswuͤrdigen Stuͤcke aufzaͤhlen, welche aus der Fabrik dieser Mei ster hervorgegangen sind. Wir schweigen uͤber die Modelle, welche den Parisern nachgeahmt sind, obgleich sie alle sehr nett und in Be⸗ treff der Arbeit hoͤchst gelungen sind; wir erwaͤhnen nur die, welche auf heimischem Boden entstanden; die Monumente von Gretry. Ru⸗ bens, van Dyck, die Statue Gottfried’'s von Bouillon; diese Stuͤcke sind nach Modellen der Herren Wilhelm und Joseph Grefs mit vie lem Talente und großer Sorgfalt gearbeitet. Noch sind die Statuen des Grafen Horn, des Grafen Egmont und Viktor Emmanuel's gleich lobend zu erwaͤhnen.

F

Ein Industriezweig, der fuͤr Belgien von großer Wichtigkeit ist, ist die Waffenschmiedung. Man kennt den verdienten Ruf, in wel chem die Waffen von Luͤttich stehen. Doch dieses Gewerbe, welches auf der hoͤchsten Stufe der Vollendung sich befindet und jaͤhrlich 200,000 Kriegs⸗Gewehre liefern konnte, sah ploͤtzlich seinen Glanz schwinden. Die Fabrikanten geben als Grund dieses Verfalls die Gruͤndung einer Fabrik fuͤr Kriegs-Waffen an, die auf Kosten des Staates angelegt ist. Wir sind nicht gesonnen, zu untersuchen, in⸗ wieweit dieser Vorwurf, begruͤndet ist, doch wir weisen auf eine zweite Ursache hin, die gewiß ebenfalls einen sehr unguͤnstigen Ein fluß geuͤbt hat, die Schwierigkeit der Ausfuhr. Um die Waaren durch Frankreich fuͤhren zu duͤrfen, muß man die Erlaubniß des Ministers nachsuchen, welche oft sehr lange auf sich warten laͤßt, und dabei immer noch einen hohen Durchfuhrzoll entrichten. Der Handel uͤber das Atlantische Meer ist gefahrvoll und hoͤchst beschwer⸗ lich. Die Steuer abgerechnet, welche unsere Fabrikanten beim Transit durch Frankreich zahlen muͤssen, sind sie beim Handel in so entlegene Reichen genoͤthigt, ihre Wagren von Havpre aus ab zusenden, die Abfahrten von Havre aber finden an bestimmten Ta gen statt, welche nur kurze Zeit zuvor angegeben werden, so daß sie nicht einmal die Frachwagen zum Transvport benutzen koͤnnen, son⸗ dern zu den Eilwagen ihre Zuflucht nehmen muͤssen, wodurch die Kosten bedeutend gesteigert werden. Wir hoffen, daß bei den Un terhandlungen, die mit Frankreich angesponnen sind, die Frage in Betreff der Durchfuhr unserer Waffen nicht wird vergessen werden.

Gleichwohl hat die Fabrication der Waffen sichtliche Fortschritte gemacht. Hiervon kann man sich uͤberzeugen, wenn man die Waffen genau betrachtet, die von Herrn Malherbe aus Luͤttich ausgestellt sind. Seine einfachen und doppelten Jagdflinten, so wie seine Ka⸗ nonen sind vortrefflich gearbeitet. Neben ihm erwaͤhnen wir Herrn van Malderen aus Luͤttich, dessen Arbeiten an Festigkeit so wie an Sorgfalt ebenfalls nichts zu wuͤnschen lassen.

;

Das Messerschmiede⸗Handwerk genießt bei uns seit langer Zeit eines hohen Rufes, den es stets gerechtfertigt hat, gleichwohl ge⸗ langt es zu keiner wahren Bluͤthe. Die Waaren der Deutschen Messerschmiede koͤnnen fuͤr den geringen Einfuhrzoll von 6 pECt. auf unsere Maͤrkte kommen, und sie verderben uns so den Verkehr. Die Steuer muͤßte nach der Meinung unserer Fabrikanten minde⸗ stens auf 12 vCt. erhoͤht werden. Die besten Messerschmiedewaaren kommen von Namur, das Haus Arnold Raymond daselbst ist die bedeutendste Fabrik des Landes. 8 . 8

Die Arbeiten unserer Messerschmiede koͤnnen sich mit den besten der Englischen und Franzoͤsischen messen; die der Deutschen stehen sicher hinter den unseren zuruͤck. In Betreff des Preises liefert we der Frankreich noch England Wacaren von der Guͤte so billig.

Die Societaͤt von Die

wiccenschalt, Kunst und Literatur.

2 111* . 510. pho * 77 Die „militairischen Briefe eines Verstorbenen.

Es sind mir mit einem sehr liebenswuͤrdigen Schreiben von un bekannter Hand die so eben in Adorf erschtenenen „militairischen Briefe eines Verstorbenen”“ (des verewigten General Karl von Klausewit) aus dem Olymy an seine noch lebende Freunde zum

gegangen.

Bieser General hat seine ihm vorangegangenen Freunde

Scharnhorst und Gneisenau dort bei Jupiter in geachteten Stellungen wiedergefunden, und ist zunaͤchst den Feldherrn vorgestellt worden, uͤber die er sich in seinen hinterlassenen Werken uͤber Krieg und Krieg Fuͤhrung guͤnstig oder unguͤnstig ausgesprochen hat. An diese persoͤnliche Bekanntschaft und naͤheren Umgang knuͤpften sich Gespraͤche und Betrachtungen, die zum Theil die bekannten An⸗ sichten von Clausewitz wiedergeben, zum Theil in seinem Sinne wei⸗ ter durchgefuͤhrt werden, in der Absicht, das militairische Publikum fuͤr die Lehren des Verstorbenen empfaͤnglicher zu machen und ne⸗ benbei einige Angriffe zuruͤckzuweisen, welche dessen Schriften in neuester Zeit von einer Seite erfahren haben, wo dies nicht erwar⸗ tet wurde.

Die verschiedenen Feldherrn werden meist redend eingefuͤhrt, und es zeigt ihre Charakteristik nicht allein von einem bedeutenden psychologischen Talent, sondern auch von ernster Geschichtsforschung jedenfalls bewaͤhrt sich dieser Doppelgaͤnger von Klausewitz als talent voll und in echt Preußisch⸗Deutscher Gesinnung. Ist er noch ein junger Mann, der den wirklichen Krieg nicht sah, was nicht unwahr scheinlich ist, so erscheint sein Talent um so bedeutender, und er ver spricht dereinst Ausgezeichnetes zu leisten. Ist er aber ein alter ge⸗ dienter Offizier, so bleibt ihm immer, das leider seltene Verdienst, den Nerv der Kriegskunst nicht bloß in abstrakten Linien und Win. keln, sondern in der richtigen Wuͤrdigung lebendigerer Verhaͤltnisse er kannt zu haben, wobei die Form allerdings auch nicht gleichguͤltig ist.

Die humoristische Einkleidung des Gegenstandes c oft nicht ohne Reiz, wenngleich die Laune ihre Schranken zuweilen wohl mag ect was uͤberschritten haben.

Da mir kein besserer Weg offen steht, so sage ich dem liebens⸗ wuͤrdigen Unbekannten hiermit offentlich meinen verbindlichsten Dank fuͤr seine freundliche Sendung und wuͤrde mit meines Namens Un terschrift meine juͤngeren Kameraden gern auffordern, diesen mili tairischen Briefen ihre Aufmerksamkeit zu widmen, wenn ich diesem Namen diese Wirkung nur einigermaßen zutrauen duͤrfte.

D. a. R., am 20. November 1841.

Meteorologische Bwcobachtungen.

1811.

Abends 10 Uhr.

Nachmittags Nach einmaliger

Morgens 2 Uhr

6 Uhr. heobachtung.

334,43 Par. Quellwärme 8,20 R. + 2,0° n.

33 4,89 Par. + 3,90 R. + 1,20 K.

80 Ct.

Luftdruck.... 335,66 Par. Lustwüärme.. + 3,00 . Thaupunkt. . —+ 1,52 R. 88 pCt.

Flusswärme 3,70 M. + 0,0 °R. Bodenwärme 4,1 84 pCt. Ausdünstung 0,029 Rh. Wetter halbheiter. halbbeiter. halbheiter. Niederschlag 0,011 Kb. Wind Sgeae WNW. WNW. Würmewechsel + 1,0°, Wolkenzug . .. WNW. 18

Tagesmittel: 334,99 Tar.. + 3/00 n. 0,90° R. 83 pct. WMw

Dunstsättigung

1m 6 58 1841.

8 Pr. Cour.

8 8 Brief.

Ber

Den 26. November

Pr. Cour.

Fon ds. Kectien. Geld. Geld

121½ 1 102¹ 110 109 102½¼ 105 104 102 ¼% 91¹ 90 ¼ 102 ¼ 94 93

22

Brl. Pots. Bisenb. do. do. Prior. Act.

103 10¹½

St. Schuld-Sch. 4 122 ½ Pr. Eugl. Obl. 30. 4 Präüm. Sch. der Mgd. Lpz. Bisenb. —- Seebandlung. 80 ¼ do. do. Prior. Act. Kurm. Schuldv. 3 ½ 101 3 Brl. Anh. Eisenb. Berl. Stadt -Obl. 4 do. do. Prior. Act. Elbinger do-. 3 ½ Düss Elb. Eisenb. DS do. do. Prior. Act Westp. Pfandbr. 3 Rhein. Eisenb. Grossh. Pos. do. 4 105 do. do. Prior. Act.

Ostpr. Pfaundbr. 3 Pomm. do. 3 2 1013

38 101* 100¼

8

Gold al marco

[SmSmme

8 8 Friedrichsd'or vI16“ Andere Goldmün- zen à 5 Th.

Disconto

Schlesische do. 3 ½

Börsen. Schuld 51 16. 5 ¼ do. 99 ⁷¼.

ZLinsl. —.

Auswärtige

Amsterdam, 22. Nov. Niederl. Kanz. Bill. 25 ¼. 5 % Span. 22. Passive 5 8½. Ausg. —. Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 105 ⅛.

Antwerpen, 21. Nov. Zinsl. —. Neue

Frankfurt a. M., 23. Nov. Oesterr. 5 % Met. 2 ½ 55 ½ G. 1 24 Br. BHank-Act. 1916. 191 18 zu 500 Fl. 139. 138 ¾¼. Loose zu 100 Fl. —. do. 4 ¼ Aul. 102 ¼ Br. Poln. Loose 75 G. 5 ¼ Holl. 50 475%. 50 7.

Eisenbahn -Actien. St. München-Augsburg —. Köln -Aachen 98 ½ G. Bank-Actien

wirkl.

Preuss.

Aunl. 21. 107 ½ 6. 4 99 6. Partial-Obl. —. IL. 008 e Preuss. Präm. Sch. 80² 6. rechtes

Germain —. Versailles

49. Ünkes —. Strassburg - Basel —.

Dresden 101 ½ G. Hamburg, 24. Nov.

Leipzig

1608 G. Engl. Russ 108 ½.

Königliche Schauspiele.

Sonnabend, 27. Nov. Im Schauspielhause: Treue Schauspiel in 5 Abth., von Eduard Devrient.

Sonntag, 28. Nov. Im Opernhause. Auf Begehren: Der Feensee, große Oper in 5 Abth., Musik von Auber. Ballet von Hoguet. (Dlle. Gruͤnbaum: Margarethe.)

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. 10 Sgr. u. s. w.

Im Schauspielhause: Das Glas Wasser, Lustspiel in 5 Abth., nach Scribe, von A. Cosmar.

Montag, 29. Nov. Im Schauspielhause: der Else, Lustspiel in 5 Abth., von C. Blum.

Königstädtisches Theater.

Sonnabend, 27. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Otello, il Moro di Venezia. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Rossini. (Signora Laura Assandri: Desdemona. Signor Francesco Ciaffei: Rodrigo. Signor Salvatore Natale: Jago.)

Sonntag, 28. Nov. Die Muͤllermeisterin, oder: Die Folgen einer Erbschaft. Gemaͤlde aus dem Leben, mit Gesang, in 3 Ak⸗ ten, von J. Schickh. Musik von Hebenstreit.

Montag, 29. Nov. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Llta liana in Algeri. Opera buffa in 2 Alti. Musica del Maestro Nossini.

Dienstag, 30. Nov. Zum Lerstenmale: Der verwuͤnschte Brief. Lustspiel in 4 Akten, von F. Schoͤdler. Hierauf, zum er⸗ stenmale: Der große Verbrecher. Posse in 2 Ak Varin von B. A. Herrmann.

Die Herrin von

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Inhalt.

Amtliche Nachrichten.

Frankreich. Paris. Die juͤngsten Truppen Bewegungen. Mi nisterielle Erlaͤuterung uͤber das Durchsuchungs⸗Recht zur Sec. Der Prozeß des Herrn Ledruͤ⸗Rollin. Vermischtes.

Großbritanien und Irland. London. Prinz; Albrecht. Ab setzung eines Verwandten O⸗Connell’s. Erfolg der Bestrafung des Selbstmordversuchs. Entlassung aller Auslaͤnder aus Tuͤr kischem Militairdienst. Vermischtes.

Niederlande. Haag. Der Koͤnig nach Nord⸗Brabant, nanz⸗Minister nach dem Loo und nach Belgien abgereist. nitaͤts- Polizei. Die Luxemburgische Kommission aufgeldst.

Belgien. Bruͤssel. Repraäsentanten⸗Kammer. 1

Deutsche Bundesstaaten. Muͤnchen. Abreise Ihrer Majestäͤten des Koͤnigs und der Koͤnigin von Preußen. Augsburg. Pro jektirte Deutsche Gewerbe Ausstellung. Schreiben aus Leip zig. (Eisenbahn⸗Angelegenheiten; Meßblatt; der Praͤtendent.

Karlsruhe. Großherzogliche Verordnung, die Erhebung der

Steuern pro 1842 betreffend. Weimar. Eroͤffnung des Land tages. Hamburg. Merkwuͤrdige Diebeshehlerei.

Spanien. Madrid. Narvacz. 3 1

Niederländisches Indien. Schreiben aus Bataviag. (Allmä⸗ lige Verbreitung der Hollaäͤndischen Herrschaft nach den westlich von Sumatra gelegenen Insen; die Heirathen der Waisenmäaäͤdchen in Samarang.) 8

Inland. Koͤnigsberg. Chaussee⸗ und Molen⸗Bau. Ko⸗ blenz. Fest der Englaͤnder. Koͤln. Dombau.

Frankreichs Handel mit dem Auslande im Jahre 1810

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Salzburg. Der Rd mische Mosaik⸗Boden erweist sich als ein dreifaches Kunstwerk. Beilage. Deutsche Bundesstaaten. Stuttgart. Abgeord⸗ jeten Kammer. Strafprozeß⸗Ordnung. Wissenschaft, Kunst ind Literatur. Die juͤngsten Sitzungen des Vereins fuͤr Ge⸗

chichte der Mark Brandenburg. Rosenfelder's neuestes Bild.

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages. 8

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:

Den Gutsbesitzer Himmel zu Krzanowitz, den General— Paͤchter der Domaine Czarnowanz, Herrmann Benedikt Beyer, und den General⸗Paͤchter der Domaine Herrnstadt, Wil⸗ helm Oswald Emil Ludwig Sander, zu Amtsraͤthen zu ernennen, und 1

Dem Prinzlichen Hof⸗Juwelier Joseph Ferdinand Reiß das Praͤdikat eines Köͤniglichen Hof⸗Juweliers zu ertheilen.

Zu Notarien in den nachstehenden Landgerichts⸗Bezirken sind be⸗ stellt worden:

Der Notar Anton Thelen zu Wald fuͤr den Friedensge— richts⸗Bezirk Duͤren, im Landgerichts⸗Bezirke Aachen, mit Anwei⸗ sung seines Wohnsitzes in Duͤren,

Die Notarien Eduard Jakob Zell zu Bitburg und Jo⸗ seph Harperath zu Neumagen fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Koͤln, mit Anweisung ihres Wohnsitzes in Köͤln,

Der Notar Johann Conzen zu Eitorf fuͤr den Friedens⸗ gerichts⸗Bezirk Lindlar, im Landgerichts⸗Bezirke Koͤln, mit Anwei⸗ sung seines Wohnsitzes in Lindlar,

Der Notar Karl Otto zu Luͤtzerath fuͤr den Friedensgerichts⸗ Bezirk Duͤsseldorf, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Duͤsseldorf,

Der Notar Heinrich Joseph Landwehr zu Velbert zum Notar fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Solingen, im Land⸗ gerichts⸗Bezirke Elberfeld, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Wald.

Ferner sind zu Notarien in den nachstehenden Landgerichts⸗ Bezirken ernannt worden die Notariats⸗Kandidaten:

Bernhard Blum fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Luͤtze⸗ rath, im Landgerichts⸗Bezirke Koblenz, mit Anweisung seines Wohn⸗ sitzes in Luͤtzerath,

Friedrich Wilhelm Reiner Rieth fuͤr den Friedens⸗ gerichts⸗Bezirk Gladbach, im Landgerichts⸗Bezirke Duͤsseldorf, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Gladbach,

Johann Kirsch fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Bitburg, im Landgerichts⸗Bezirke Trier, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Bitburg,

Friedrich Nellinger fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Neu⸗ magen im Landgerichts⸗Bezirke Trier, mit Anweisung seines Wohn⸗ sitzes in Neumagen,

Maximilian Bresgen fuͤr den Friedensgerichts⸗Bezirk Velbert im Landgerichts⸗Bezirke Elberfeld, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Velbert.

„Dem Karl Zink zu Elberfeld ist unterm 24. November 1841 ein Patent

auf eine durch Zeichnung und Beschreibung nachgewie⸗

sene, in ihrer ganzen Zusammensetzung fuͤr neu und ei⸗

genthuͤmlich erachtete Zwirnmuͤhle fuͤr zwei⸗, drei⸗ und

mehrfaches Garn vW auf fuͤnf Jahre, von dem gedachten Termine ab fuͤr den Umfang des Staats ertheilt worden.

8 21. November 1841 ein Einfuͤhrungs⸗Patent auf eine mechanische Vorrichtung zur Anfertigung von Stecknadeln und Tapezier⸗Pinnen, in der nungen und Beschreibung nachgewiesenen Zusammen⸗ setzung, n fuͤr den Zeitraum von fuͤnf Jahren, von jenem Tage an gerechnet und den Umfang der Monarchie ertheilt worden.

Dem Kaufmann E. W. Ulmann in Berlin ist unter dem

verweigert habe.

stark angeboten wurden.

Sonntag den 28ttn

Angekommen: Der Resident bei der freien Stadt Frank⸗ furt, Geheime Legations⸗Rath von Sydow, von Stettin.

Zeitungs-Nachrichten. Ausland. Frankreich. 1

Nov. Man versichert heute auf das

Paris, 22. bestimm—

teste, daß der Kriegs-Minister mehreren Regimentern, die auf

dem Marsche nach den Pyrenaͤen begriffen waren, Gegenbefehle zugesandt habe. Es soll beschlossen seyn, statt der urspruͤnglich beabsichtigten Observations⸗Armee von 36 40,000 Mann nur ein Corps von 15 20,000 Mann an der Spanischen Graͤnze zusammenzuziehen. Die Vorstellungen der Englischen Regierung sollen diesen Entschluß hervorgerufen haben.

Die an der Belgischen Graͤnze stattgehabten Truppen-Bewe⸗ gungen, welche einige Tage darauf wieder contremandirt wurden, haben, wie man versichert, eine Ausgabe von mehr als 1,200,000 Fr. veranlaßt. Waͤre diese Angabe wirklich der Wahrheit gemaͤß, so koͤnnte sie sich nur aus den besonderen Schwierigkeiten und Uebel⸗ staͤnden erklaͤren, womit in Frankreich uͤberhaupt die Mobilisirung eines bedeutenderen Armee-Corps verknuͤpft zu seyn scheint.

Auf den gestrigen Artikel der Presse erwiedert heute der Moniteur parisien Folgendes: „Der Englische Globe hatte eines Umstandes erwaͤhnt, auf den er einige Wichtigkeit legte, und die Presse, durch denselben irre geleitet, fragt, ob es wahr sey, daß der Franzoͤsische See-Minister den Englischen Kreuzern an der Afrikanischen Kuͤste das Recht ertheilt habe, Franzoöͤsische Handelsschiffe, unter dem Vorwande der Unterdruͤckung des Skla⸗ venhandels, zu durchsuchen, und fuͤgt die Bemerkung hinzu, daß Frankreich allein den Englaͤndern stets jenes demuͤthigende Recht Dies ist Alles irrig und wird durch Folgendes berichtigt werden. Das Durchsuchungs⸗Recht ist gegenseitig. Es resultirt aus dem Traktate von 1833, welchen England, Frankreich, Schweden, Daͤnemark und die Niederlande zur Abschaffung des Sklavenhandels mit einander abgeschlossen haben. Seit jenem Traktate haben die Französischen Kreuzer die See-Polizei eben sowohl auf Englische und andere Schiffe ausgeuͤbt, als die Fran⸗ zoͤsischen Schiffe ihr unterworfen gewesen sind, und unser See⸗ Minister ertheilt unseren Kreuzern an der Afrikanischen Kuͤste 1,g. Instructionen, die die Englische Admiralitaͤt den ihrigen ertheilt.“

Im Courrier français liest man: „Herr Odilon Barrot

ist gestern nach Angers abgereist, um daselbst, gemeinschaftlich mit

den Herren Berryer und Arago, die Vertheidigung des Herrn Ledruͤ-Rollin zu leiten. Es versteht sich von selbst, daß Maͤnner von so verschiedenen, ja von so entgegengesetzten Meinungen, nicht daran gedacht haben koͤnnen, die mehr oder weniger exzentrischen Ansichten, die Herr Ledruͤ-Rollin vor seinen Waͤhlern ausgespro⸗ chen hat, rechtfertigen oder auch nur interpretiren zu wollen. Herr Odilon-Barrot seinerseits wird einen Grundsatz vertheidigen, der alle Meinungen beherrscht; naͤmlich das Recht, welches die Waͤhler haben, ihren Kandidaten zu befragen, und die Pflicht des Letzteren, jene Fragen aufrichtig zu beantworten. Die constitutio— nelle Opposition ist in der Rede des Herrn Ledru-Rollin nicht geschont worden; man sieht, wie sie sich raͤcht! Herr Barrot wird be⸗ weisen, daß er auf die Personen keine Ruͤcksicht nimmt, wenn die Grundsaͤtze bedroht werden. Die ministerielle Presse will nicht einraͤumen, daß die Wahl-Souverainetaͤt bei jenem Preozesse in Frage stehe, und behauptet, daß der Assisenhof von Angers nicht aufgefordert worden sey, uͤber die Wahl des Herrn Ledruͤ⸗Rollin zu entscheiden. Allerdings wird man den Geschworenen nicht foͤrmlich die Frage stellen, ob die Waͤhler das Recht gehabt ha⸗ ben, eine solche Wahl zu treffen. Aber indem man sie auffordert, zu ent⸗ scheiden, ob Herr Ledruͤ⸗Rollin habe sagen duͤrfen, was er gesagt habe, und ob die Waͤhler haͤtten anhoͤren duͤrfen, was sie angehoͤrt haben, ge⸗ steht man ihnen eine wahrhafte Gerichtsbarkeit uͤber den Wahl— koͤrper zu. Glaubt man im Ernst, daß Herr Ledruͤ⸗Rollin, wenn ihn die Jury verurtheilte, im Stande seyn wuͤrde, den ihm von seinen Waͤhlern verliehenen Titel zu behalten? Muͤßte er nicht, nachdem man uͤber seine Erwaͤhlung durch eine Jury haͤtte rich⸗ ten lassen, das Urtheil der Jury wieder durch seine Waͤhler rich— ten lassen? Waͤre er nicht zur Ehre des Mandats und seines per— soͤnlichen Charakters gezwungen, seine Entlassung als Deputirter einzureichen und sich neuerdings vor das Wahl⸗Kollegium zu stellen? Das ist der Konflikt, den die Weisheit der Jury uns noch ersparen kann.“

Der Courrier du Havre will aus sicherer Quelle wissen, daß der Handels⸗Minister, mit Zustimmung seiner Kollegen, den Gesetzentwurf vorbereitet, demzufolge der Staat alle Runkelruͤben— Zucker⸗Fabriken an sich kaufen und den Eigenthuͤmern derselben eine Entschaͤdigung bewilligen werde, um auf diese Weise die mit den Kolonieen rivalisirende Industrie aus dem Wege zu raͤumen.

Es heißt, Herr Nicais Gaillard, General⸗Prokurator von Toulouse, sey nach Paris berufen worden, um dem Ministerium uͤber die Behandlung der politischen Angeklagten Rechenschaft zu geben. Herr Gaillard hat Toulouse am 18ten d. verlassen.

Der Baron von Bourqueney, der neu ernannte Französische Gesandte in Konstantinopel, hatte gestern seine Abschieds⸗Audienz beim Koͤnige und wird heute seine Reise nach Marseille antreten, um sich dort auf dem Dampfschiffe „Kamaͤleon“, welches zu seiner Verfuͤgung gestellt worden ist, einzuschiffen. Gleichzeitig mit ihm wird der neu ernannte General⸗Konsul in Alexandrien, Baron Billing, die Reise nach seinem Bestimmungsorte antreten.

Sir Robert Gordon, Englischer Botschafter in Wien, ist heute in Paris eingetroffen.

Boͤrse vom 22. November. Die Franzoͤsischen Renten waren heute waͤhrend der ganzen Dauer der Boͤrse sehr gefragt, mit Ausnahme der letzten fuͤnf Minuten, wo sie ploͤtzlich wieder Der heutige Aufschwung der Renten ist

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durch das Geruͤcht veranlaßt worden, daß der Herzog von Bor⸗ deaux wieder gefaͤhrlich erkrankt sey und seine Aerzté ernste Be sorgnisse hegen. Auch wirkte es guͤnstig ein, daß die sinanziellen Nachrichten aus London wieder guͤnstiger zu lauten anfangen. Es war neuerdings die Rede von dem Anlehen, welches die Bank von England bei der von Frankreich zu machen im Begriff staͤnde

Grostbritanien und Irland.

London, 20. Nov. Bei Gelegenheit der Geburt des Kron prinzen wird in den hiesigen Blaͤttern auch wieder viel uͤber dessern erlauchten Vater, den Prinzen Albrecht, gesprochen und demselben von allen Seiten das glaͤnzendste Lob gespendet. So sagt die Times unter Anderem: „Je mehr man den Prinzen Albrech lernt, desto einstimmiger und waͤrmer lobt die Britisch die Wahl ihrer Koͤnigin. Hohe Geistes⸗ und Geschmacks Bildung, das feinste Schicklichkeits⸗Gefuͤhl in Bezug auf seine ei genthuͤmliche Stellung, eine musterhafte Sittenreinheit, ein edel muͤthiges und wohlwollendes Herz, Liebe zum haͤuglichen Leben alle diese trefflichen Eigenschaften werden an dem fuͤrstlichen Ge mahl von seinem Adoptiv⸗Vaterlande allgemein anerkannt.“ b

Die Liverpool Times bemerkt, daß noch keines Prinzen Geburt in alter oder neuer Zeit an so vielen und so weit von ein ander entlegenen Punkten der Erde festlich begangen worden, wie dies jetzt bei der Geburt des Thronerben von Großbritanien de Fall seyn werde. Ihm zu Ehren wuͤrden Freuden⸗Salven i Europa auf den Britischen Inseln, auf Gibraltar, auf Malta un den Jonischen Inseln abgefeuert; in Afrika auf der Kuͤste vo Guinca, auf St. Helena und Ascension, vom Kap bis zum Orange Fluß; in Asten zu Aden in Arabien, zu Karrack im Persischer Meerbusen, von der Britischen Armee in Afghanistan, laͤngs de Himalaya⸗Urgebirge, des Indus und des Ganges bis zum Suͤd punkte von Indien, auf der Insel Ceylon, auf der Prinz von Wales⸗Insel, zu Singapore und an den Kuͤsten von China, zu Hong⸗Kong und Tschusan; endlich in Australien in den Kolonieen auf allen Seiten des Australischen Festlandes und auf den In⸗ seln, wie in der Straße, welche diese Inseln von den Neu⸗See⸗ laͤndern trennt.

Ein Verwandter O'Connell's, Herr Charles O'Connell, bis⸗ heriger Staats-Anwalt fuͤr die Irlaͤndische Grafschaft Clare, ist vom Lord⸗Lieutenant seiner Stelle enthoben worden, weil er sich geweigert, einen Repealer, der ein Mord⸗Attentat begangen, in Anklagestand zu versetzen.

Der Polizei-Richter Sir Peter Laurie erklaͤrte in diesen Ta⸗ gen vor dem Gerichtshofe der Guildhall, daß die Verbrechen des listigen Betruges sich mehrten, er glaube aber, daß dem Uebel durch strenge Bestrafung gesteuert werden koͤnne. Vor einiger Zeit waͤre es eine Sucht gewesen, sich von der Blackfriars⸗Bruͤcke in der Themse zu ertraͤnken; und nach amtlichen Berichten waͤren in den Monaten September und Oktober 23 Personen, welche sich dort zu ertraͤnken beabsichtigten, verhaftet worden. Seitdem aber er und ein anderer Alderman im November entschieden haͤtten daß diese Leute, wegen ihres Versuchs zum Selbstmorde, in Old Bailey vor Gericht gestellt werden muͤßten, seit der Zeit habe sich die Sucht, sich von der Blackfriars⸗Bruͤcke in die Themse zu stuͤr⸗ zen, sehr gemindert, und es sey seit dem 1. November nur noch ein einziger Fall vorgekommen.

Die Morning Chronicle theilt ein Schreiben aus Kon⸗ stantinopel mit, worin es heißt: „Mehrere Personen hier in Konstantinopel haben von ihren Freunden Briefe erhalten, worin sie den Wunsch ausdruͤcken oder die Absicht aussprechen, nach Kon⸗ stantinopel zu kommen und dort Militairdienste zu suchen. Sie werden diese Herren sehr verpflichten und ihnen viele Muͤhe und Ausgaben ersparen, wenn Sie an einer hervortretenden Stelle Ihres Blattes die Thatsache mittheilen wollen, daß die Pforte nicht allein entschlossen ist, allen Auslaͤndern den Eintritt in ihre Armee zu versagen, sondern daß der Seraskier Alle, welche bisher in derselben einen voruͤbergehenden Rang erhalten hatten, entlasse, und doch waren Einige dieser Letzteren sowohl durch ihre Kennt⸗ niß der Sprache als durch ihre fruͤhere militairische Laufbahn fuͤr den Rang, den sie einnahmen, wohl geeignet.“

Die Nachricht, welche neulich mehrere oͤffentliche Blaͤtter ent⸗ hielten, als ob in der Schatzkammer eine Menge werthvoller Ju⸗ welen aufgefunden worden sey, war sehr uͤbertrieben und entstellt. Im Jahre 1797 wurde ein kleines Kaͤstchen mit Juwelen von der Schatzkammer der Bank von England zur Aufbewahrung uͤbergeben. Dies wurde in diesen Tagen eroͤffnet und enthielt nur ein Paar diamantene Ohrringe und eine Granat⸗Brosche, zusammen im Werth von 40 Pfd. St.

Der Morning Chroniele zufolge, laͤßt sich in allen Thei⸗ len der Hauptstadt das Geschrei der Noth und aͤußersten Duͤrftig⸗ keit vernehmen. Die verschiedenen Kirchspiele sind mit einer Un⸗ zahl von Armen belastet, und die mannigfachen Vereine, welche die Unterstuͤtzung derjenigen bezwecken, die auf die Kirchspiels⸗ huͤlfe keinen Anspruch haben, wissen sich vor dem Andrange der Nothleidenden nicht mehr zu helfen. Ein Aufruf des bedeutend⸗ sten dieser Vereine erklaͤrt, daß die Zahl der Unterstuͤtzungsgesuche dreimal so groß sey, als sie während der jetzigen Jahreszeit in den letzten Jahren war. 8 8

Die Times hatte neulich behau des Koͤnigreichs Polen sey Warschau nach Petersburg versetzt worden; jetzt erklaͤrt sie diese Nachricht fuͤr ungegrunder und fuͤgt hinzu, fuͤhle sich verpflichtet, diese Berichtigung eines von ihr begangenen Irrthums zu geben, damit man nicht aus ihrer unrichtigen Angabe etwa Folgerungen ziehe, die zum Nach theil des guten Vernehmens gereichen konnten, welches jest üͤck licherweise zwischen England und Rußland destehe. 1

Die oͤffentlichen Blaͤtter enthalten ]

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