1841 / 333 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Khnigliche Schauspiele. 2₰ 1 n 8 Do⸗ Dienstag, 30. Nov. Im Opernhause: Der schwarze de o, komische Oper in 3 Abth., von Scribe. 92 Fret Jet les Im Schauspielhause: Le verre d'eau, .8 * 1 causes, comédie en 5 actes et en prose, Dar s 11u““ Mittwoch, ¹. Dez. Im Schauspielhause: Ein Herr * W“ Lustspiel 8 1 Akt, von C.⸗ S Zeitgeist, Possenspiel in 4 Abth⸗ von ES⸗ 1— 11616“ 5 Im Schauspielhause: Egmont, Trauer⸗

D ag, 2. 8

60. svpiel in 5 Abth., von Goͤthe. spiel ez Im Schauspielhause: Abonnement suspendu. Freitag, 3. Des.

KReprésentation extraordinaire au bẽnésice de Mad. Sens. Aubin. spectacle se composera de: 1) La première reprẽse ntation se: Tiridate, ou: Tragédie et comédie, vaudeville nouveau en 1 acte, par M. Fournier. 2) La première représentation des 2d et 3me actes de Kean, ou: Désordre et génie, comẽédie par Mr. A. Dumas. 3) La première représentation de: Cicily, bu: Le lon amoureus, vaudeville nouveau en 2 actes, par Scribe.

91 ez.

Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.

Schiller's leicht ersehen und ihre Stelle schnell auf⸗ Breites durch Kuͤrzeres ersetzt worden.

Bekanntmachungen.

1111313“““ “.

Alle diejenigen, welche an den auf den Gutsbe⸗ sitzer Fr. Homeyer, auf Duwendieck vererbten Nach⸗ laß seines Adoptiv⸗Vaters, des unlaͤngst verstorbe⸗ Tages der

nen Johann Christian von Homeyer, in specie an das tionaire zu versehen, beme

dazu gehoͤrende, gegenwaͤrtig verkaufte Voigtsdorffer Fabrik sich in

werden auf den Antrag des Ersteren zu deren An⸗ meldung und Beglaubigung in einem der auf den 14. Dezbr. d. Js., den 11. oder den 25. Januar k. Js., Morgens 10 Uhr, vor dem Koͤnigl. Hofgericht an stehenden Liquidations⸗Termine, bei Vermeidung

der am 15. Februar k. Js. zu erkennenden Praͤ⸗ zweckmaͤßig und entsprechen . gnuͤgen bereit, auf frankirte Anfragen näͤhere Be⸗

klusion und mit Hinweisung auf die den Stralsun

dischen Zeitungen vollstaͤndig inserirten Proklamen, schreibung zu ertheilen. 8 8 Pirna, den 24. November 1841. 8. Die Pirnaer Zucker⸗Raffinerie⸗Gesellschaft.

hierdurch aufgefordert. Datum Greifswald, den 13. November 1841. Koͤnigl. Preuß. Hofgericht von Pommern und Ruͤgen.

Montag, am 17. Januar 1842, abgehalten werden. he . ergebenst einladen, bis zu gedachtem Tage, Mittags 12 Uhr, ihre Gebote auf unserem Comtoir gefaͤlligst zu eroͤffnen und sich am Nachmittage des gedachten darauf zu fassenden Entschließung der Ac

Billets zu dieser Vorstellung sind taͤglich, von 9 bis 2 Uhr Vormittags, in der Wohnung der Mad. Saint⸗Aubin, Französi⸗ sche Straße Nr. 60, zu haben. Die Abonnements⸗Billets blei⸗ ben bis Donnerstag den 2ten d. M., Mittags 2 Uhr, reservirt.

Anzeige.

Mittwoch, 1. Dez. Im Opernhause. Mit Allerhoͤchster Ge⸗ nehmigung: Große militairische Musik⸗Auffuͤhrung, zum Besten der in Unruhstadt (Karge) durch Brand verungluͤckten Einwoh⸗ ner, veranstaltet und dirigirt von W. Wieprecht, Koͤnigl. Kam⸗ mermusikus und Direktor der gesammten Musik⸗Choͤre des Koͤnigl. Garde⸗Corps. Saͤmmtliche Infanterie⸗ und Kavallerie⸗Musik⸗ Choͤre der hiesigen Garnison, so wie ein sehr zahlreicher Maͤnner⸗ Chor verehrter Dilettanten, werden mit der Koͤnigl. Schauspielerin Fraͤulein Ch. v. Hagn, der Dlle. Tuczek und dem Koͤnigl. Saͤn⸗ ger Herrn Bader mitwirken.

Anfang dieser Vorstellung 7 Uhr.

nicht guͤltig.

Indem wir daher Kauflustige

rken wir, daß die betreffende einem nach den neuesten und zweck⸗ lerx)

Reinecke Fuchs. 12 Bogen. Satori, J. (Neumann),

echend, und wir sind mit Ver Maͤhrchen hoͤren?

(L. 8. gez. Dr. Odebrecht.

Nothwendiger Verkauf. Behufs Aufloͤsung der Gemeinschaft. Stadtgericht zu Berlin, den 19. Mai 1841.

Das in der Mohrenstraße Nr. 36 belegene Grund stuͤck der Erben der Wittwe von Reichenbach, Friede rike Susanne gebornen von Schmettau, tarirt zu 15,730 Rthlr. 27 sgr. 2 pf., soll

am 7. Januar 1842, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Tare und Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen. [b

Etwanige unbekannte Realpraͤtendenten werden hier⸗u durch oͤffentlich vorgeladen.

Ir P Die Berliner polytechn. Zeitung 8 .. Preußische Renten-Versicherungs-Anstalt. Hell's Blatter für Literatur, Avriiw 18411 en an b 8 1ö“ 8 schw. Archiv 1841. 4. u. a. m. spenden der Wichtig⸗

2 nnt der Jaoreg⸗ IGA“X“ fuͤr bie 8 keit des Gegenstandes, wie dem Werthe sarer Be der Einlagen sich uͤber 41,000 gehaͤuft hat, die Auf⸗handlung, große Anerkennung. Der Kuͤrze halber ersch nahme⸗Deelarationen aber groͤßtentheils erst gegen 1an9 0 9 Zait und in allen Buchhandlungen zu haben, Berlin bei den Schluß der Sammelperioden C(resp. 2. Septem⸗ sagt: „Bald wird der Dampf seine große Rolle aus⸗ ber und 2. November) abgegeben worden sind, so ist gespielt haben, und eine Kraft wird an dessen Stelle es uns bei der groͤßten Anstrengung und bei dem treten, welche uͤberall schon vorhanden und fast ko beschraͤnkten Raum in unserem gegenwaͤrtigen Ge⸗ stenfrei zu haben ist. Wie? ist in obiger Schrift schaͤfts-Lokal nicht moͤglich, die Aufnahme-Doku⸗ durch hoͤchst anziehende Versuche dargethan und ihre

Bekanntmachung.

Literarische Anzeigen. Ueber die komprimirte Luft als univer⸗ ss(IeTehbktaft und unentgeltliches

Ersatzmittel der Dampfkraft in ihrer Anwendung auf feststehende Maschinen, auf Locomotion, sowohl bei Eisenbahnen als gewoͤhnli chen Landstraßen, auf Schifffahrt, Luftschifffahrt, Landwirthschaft, Vertheidigung der Festungen, auf Bergbau, Bohrversuche, pneumatischen Bahnen zur blitzschnellen Befoͤrderung der Briefe u. s. w., oder ber die unentgeltliche Ansammlung und Aufspei cherung natuͤrlicher Kraͤfte von Andraud und Tesste du Motay. Deutsch von Dr. Ch. H. Schmidt. Mit

zu haben:

4 lith, Taf. gr. 8. 8

eitschrift Helios 1841, Nr. 15, daruͤber 1 eitscheitt SHr w W. Besser, Behrenstr. 44:

oder

die

mente (Renten⸗Verschreibungen und Interims⸗- Anwendbarkeit im Großen um so weniger zu bezwei- Krankheiten der Scheine) in der im §. 13. der Statuten bestimmten ffeln, als sie saͤmmtlich auf dem sicheren Grunde ma mit

Frist von 8 Wochen beschafen und an die Interes⸗ themat. Berechnung beruhen. Darum verdient die⸗ ser hochwichtige Gegenstand die allgemeinste Beach⸗

senten ausreichen zu lassen; jedoch sind die Einrich tungen so getroffen worden, daß wir hoffen duͤrfen, tung.“ bis zur Mitte Januar k. J. mit der Anfertigung,

an die Agenturen fertig zu werden. Die Interes henwegstr. 1. senten wollen daher, dieser Verzoͤgerung wegen, sich nicht beunruhigen, indeß bleibt es Jedem uͤberlassen, sich an uns zu wenden, und werden wir gern die noͤthige Auskunft ertheilen.

die auswaͤrtigen Interessenten, die Aufnahme⸗Do⸗lin bei E. S.

kumente von den Agenturen abzufordern, indem mehrere Anfragen und Beschwerden an uns gerich tet wurden, waͤhrend die Dokumente schon laͤngst

1 ] 3 Vorraͤthig zu haben in der Stuhrschen Buch resp. Versendung der letzten Aufnahme⸗Dokumente handlung, Berlin, Schloßplatz 2 und Potsdam, Ho

8 1 1 In Unterzeichnetem sind so eben erschienen und in Zugleich ersuchen wir allen Buchhandlungen vorraͤthig zu finden, in Ber P

zu Schillers Werken. Aus seinem Nachlaß

8. brosch. Preis:

WIö111“

in die

Mittler (Stechbahn 3): Supplemente

(IWEamdl

ei der betreffenden Agentur zur Aushaͤndigung be⸗ 94 1 Füg 1’ im Einverstaͤndniß und unter Mitwirkung der Familie der

reit lagen. Die Agenten der Anstalt sind naͤmlich nicht verpflichtet, die Dokumente den Interessenten zuzusenden, es sey denn, daß solches besonders ver⸗

nur auf Kosten der Interessenten geschehen kann. Berlin, den 25. November 1811.

Anstalt.

Preußische Renten-Versicherungs-Anstalt. „Die verschiedenen Nachtraͤge zu den Werken Schil ler's, welche in der juͤngsten Zeit erschienen sind, und das ungemeine Interesse, welches Deutschland fuͤr Alles an den Tag legt, was Schiller's geistiges Wir ken und seine Person betrifft, machen es der Familie 8 des zu fruͤh Dahingeschiedenen zur Pflicht, in der staändigen Einlagen der Jahres⸗Gesellschaften 1839 rechtmaͤßigen Verlags⸗Buchhandlung der Schillerschen und 1840, sowohl hier bei der Directions⸗Kasse, als Werke Supplemente zu denselben herauszugeben, bei saͤmmtlichen Agenturen, nach Bestimmung des welche des National⸗Dichters wuͤrdig seyn und so §. 26. der Statuten, stattfinden wird. Die faͤlligen viel als moͤglich in seinem eigenen Geiste veranstaltet Renten⸗Coupons sind mit dem im §. 27. der Statu⸗ werden sollen.“ . 1 Durch vorstehende Worte kuͤndigte der nun verstor

wird in letzterer Beziehung aber noch bemerkt, daß, bene Herr Appellationsgerichtsrath Ernst von Schil wer mehrere Coupons fuͤr Eine Person zu glei ler in Koͤln im Namen der von Schillerschen Familie

cher Zeit abhebt, auch nur Ein Lebens⸗Attest bei- das Werk an, dessen vierten Band wir hiermit dem 1

zubringen noͤthig hat, und daß dergleichen Atteste von Publikum anbieten. E61u Aün 3 b Diese Sammlung enthaͤlt nicht nur Gedichte, Auf— ter Beidruͤckung desselben und dem Vermerk des Amts⸗sätze und Varianteg, die den bisher erschienenen Nach

1 I“ Die unterzeichnete Direction bringt hiermit zur ͤffentlichen Kenntniß, daß in den Monaten Januar und Februar k. J. die Zahlung der fuͤr das Fahr 1841 faͤlligen Renten von den voll

v.

ten vorgeschriebenen Lebens⸗Atteste zu versehen; es

Jedem, der ein qoͤffentliches Siegel fuͤhrt, un⸗

8.

5 Erste Abtheilung vierter Band: 0 e elchem Falle die Zusendun Erste Abt g * u“ langt worden waͤre, in welchem Fall Zuse g Machlese und Varianten Sammlung zu Schiller's

chillers herausgegeben von Karl Hoffmeister.

Preis 2 Sar Preis 20 Sgr. So eben ist erschienen:

uͤblichen Rabatt. erbeten von bei Danzig.

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Eine

Die Abonnements und freien Entreen sind ohne Ausnahme

d Tuͤbingen, Oktober 1841. J. G. Cottascher Verlag.

In der Enslinsche Buchhandlung (Ferd. Muͤl⸗ in Berlin, Breite Str. 23, in derselben in iasten int zgefuͤhrten Betriebs Kuͤstri d in Ferd. Muͤller's Buchhandlung be 6 e Inventar echtsbegruͤndete zigsten Prinzipie zgefuͤhrten Betriebszustande Kuͤstrin und in F le. lebendige und toͤdte Inventarium rechtsbegruͤndete maͤßigsten Prinzipien ausgeft. hrte in Stargard sind so eben erschienen und in allen

F . spruͤche . ermeine efinde die Verarbeitung von 20 bis 30 tausend Forderuͤngen und Anspruͤche zu haben vermeinen, befindet, auf die Verar g vo 1b 1 B 7s 1 Zentner Rohzucker p. anno eingerichtet und mit Buchhandlungen zu haben:

Dampf ⸗Apparaten neuester Erfindung versehen ist. Was die Gebaͤude anlangt, sind solche von I Sandstein neu erbaut und sowohl zu dem jetzigen 1 Bogen. ber kan Zwecke, als auch fuͤr irgend ein anderes Fabrik⸗Ge⸗ Mit illum. Holzschnitten 18 Thlr. schaͤft, namentlich Kammgarn⸗Spinnerei, vollkommen

1 Fuͤr die Jugend bearbeitet. Mit schwarz oder braun gedruckten Holzschnit Sauber karton. Thlr.

Willst Du ein VIII anmuthige Erzaͤh lungen, der lieben Jugend dargebracht. Mit 8. illuminirten Steinzeichnungen von Hosemann. 13 Bogen, sauber karton. Thlr.

Diese beiden Kinderschriften empfehlen sich von selbst durch ihren Inhalt und ihre Ausstattung, und bitten wir daher, dieselben einer Ansicht zu wuͤrdigen.

Bei C. G. Hendeß in Koͤslin ist erschienen 5 bei L. Hold in Berlin, Koͤnigsstr. 62 neben der Post, 2. 119 5 1 bei L. Holt Verlert, Fhrt gssit. 62 ne Post, allen Buchhandlungen des In⸗ und Auslandes, zu

Die Bierbrauerei wie solche in Brauereien, großen und kleinen Haus haltungen mit wenig Umstäaͤnden und Kosten auf das der Kunst vortheilhafteste zu betreiben ist; und die Kunst sich einen gesunden kraͤftigen Haustrunk felbst zu bereiten. Nebst einer Anweisung zur Verfertigung des Malzes und zum Hopfenbau. Mit Abbildungen. In Umschlag geheftet. 15 Sgr.

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In der Buchhandlung des Unterzeichneten sind folgende so eben erschienene Werke zu haben: E (Mithin komplet 6 Thlr.)

1 bb durch die Lehre Platonss vermittelt, von August zu brennen, ist abermals eine neue Auflage noͤthig

Arnold, Direktor des Gymnastums zu Koͤnigs geworden und die Bearbeitung derselben in die Haͤnde berg i. d. Reum. Geh. 1 Thlr. 10 Sgr.

CIIIn 8 Hed bheren Wiirnngss1l fuͤr die Gegenwart durch die Geschichte und See

A. Eyssenhardt, Linden 43.

Ueber die Zustaͤnde der Schafzucht und des Woll 2 handels im Jahre 1840 bis Ende Oktober 1841. nung finden. Mit mehreren Abhandlungen, unter anderen uͤber die Verhandlungen in Potsdam. 12 ½ B. gr. 8. Preis 20 Sgr. Bei mehreren Exemplaren gegen

Deutscher

Von A. von Haller bis auf die neueste Zeit.

Der Billet⸗Verkauf findet im Billet⸗Verkaufs⸗Buͤreau des Koͤnigl. Schauspielhauses statt.

Königstädtisches Theater.

Dienstag, 30. Nov. Zum erstenmale: Der große Verbre⸗ cher. Posse in 2 Akten, nach Varin, von B. A. Herrmann. Vor⸗ her: Die Launen des Zufalls. Lustspiel in 3 Akten, frei bearbeitet von C. Lebruͤn. (Neu einstudirt.) (Herr Kruse, vom Stadt⸗ Theater zu Posen: Karl von Hitzig, als Gast.)

Mittwoch, 1. Dez. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) L. Elisir d'amore. (Der Liebestrank.) Opera buffa in 2 Atli. Musica del Maestro Donizetti.

Donnerstag, 2. Dez. Der Talisman. Posse mi 3 Akten, von J. Nestroy. Posse eeas 81

esang in es

1.“

n.

Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeise

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei

Da außer⸗ dem ungeachtet der vermehrten Bogenzahl und der eleganten Ausstattung der Preis derselbe geblieben ist, so darf diese Sammlung auf den Beifall, der ihr schon in der ersten Auflage in so reichem Maße zu Theil geworden, auch fernerhin Anspruch machen.

Leipzig. Weidmannsche Buchhandlung.

Den außerhalb Berlin wohnenden Herr⸗ schaften werden auch in diesem Jahr solche Werke, die sich zu Festgeschenken besonders eignen, als: Deutsche, Englische und Franzoͤsische Kin

der und Jugendschriften, Deutsche und Eng

lische Taschenbuͤcher, Kalender, Gedichte, beliebte Romane, Memoiren, Reisen ꝛec. ꝛc. nach Wunsch zur Auswahl zugesandt werden. Die desfallsigen naͤheren Bestimmungen beliehe man dem Unterzeichneten baldigst durch die Post mitzutheilen.

Berlin, im Novbr. 1841.

Alexander Duncker, Koͤnigl. Hofbuchhaͤndler.

Bei C. F. Amelang in Berlin (Bruͤderstraße ) erschien so eben und ist daselbst, so wie in

haben: 1 Hebhst ts8 Chemische Grundsaͤtze

1111““ nebst einer Zusammenstellung der wichtigsten Destillir⸗Apparate des In⸗ und Auslandes. Mit Beruͤcksichtigung der neuesten Entdeckungen und Verbesserungen in diesem Fache nach den jetzigen Anforderungen der Wissenschaft umgearbeitet und mit gruͤndlichen Anweisungen zur Bereitung der Preßhefe, der wirksamsten Kunsthefen, des Filz⸗- oder

W. 8— 6 .* .02 E 8 .NSg 18 4 4 6 . 8 C23, Wichtige S 11“n]n und keden Pelzmalzes, des Branntweins aus Staͤrke und aus Im Verlage von L. Fort in Leipzig ist erschienen

eigenthuͤmlich bereitetem Kartoffelmehl versehen von Friedrich Schwarze.

Dritte gänzlich neu umgearbeitete, vermehrte und ver

besserte Auflage.

Erster Theil. XVI und 4906 Seiten in gr. 8vo.

auf feinem Maschinen-Velinpapier. Mit 3 Ku

pfertafeln in Quer Folio, 23 ausgefuͤhrte Figu

ren enthaltend. Geheftet 2 Thlr. 22 ½ Sgr.

Hausthier e Dessen Zweiter und letzter Theil. VIII und

314 Seiten in gr. 8vo. auf feinem Maschinen⸗Ver linpapier. Mit 25 Kupfertafeln in Quer-⸗Folio,

auf welchen 153, nach richtigem Maßstabe sauber ausgefuͤhrte Figuren die in Deutschland, Frank reich, Rußland, England und Schweden erfun denen Brenn⸗ und Destillir-⸗Apparate darstellen. Geheftet 3 Thlr. 7 ½ Sgr.

Von des verstorbenen Geh. Raths Hermbstaͤdt weit verbreiteten Werke, uͤber die Kunst Branntwein

eines Mannes gekommen, der seine Befaͤhigung dazu e n auf jeder Seite in einem hohen Grade an den Tag

trag ist.

uͤber den beruͤhrten Gegenstand gerechte Anerken⸗

E. duard Heinel’s .6.6.6“

Bei uns ist erschienen und bei Ferd. Duͤmmler Preußischen Staates und Volk in Berlin, Linden 19, zu haben: Preußische

FoönGucher gr. 8. geh. z b Ausg. in Heften. 8te (letzte) Lief. des 3. Bds. Thlr. 11111X““ Ausg. in Bäͤnden. Band 3.

fuͤr alle Staͤnde bearbeitet.

2 ½ Thlr. (Alle 3 Baͤnde geh. Subscr.⸗Preis 6 ½ Thlr.)

legt und so dieses Werk nun gewiß auf die hoͤchste Stufe seiner Vollkommenheit gebracht hat, wozu be⸗ sonders auch die sinnreiche Zusammenstellung der wichtigsten Destillir- Apparate, In⸗ als Direction der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗ nebst einer chronologischen Inhalts-Anzeige sämmt- ves —)

licher Gedichte und prosaischen Schriften S chiller 8. Taschenformat. Velinpavier. broch. 38 Bogen.

Der innere Gehalt dieses Werkes wird durch die vielen beigegebenen sorgfaͤltig ausgefuͤhr⸗ ten Kupfer sehr erhoht, und es wird dasselbe ohne Zweifel als eines der umfassendsten und gediegensten

1 Im Verlage von Duncker &. Humblot ist so Bestellungen werden portofreieben erschienen und durch alle Buchhandlungen zu Joh. Phil. Wagner in Neustadt beziehen:

Jeder der bis jetzt erschienenen drei Theile ist nun⸗

1.“

8 J n h d 1 t. 8 ““

Amtliche Nachrichten.

Rußland und Polen. Warschau. Ankunft des Bailli v. Ta⸗ tischtscheff. Ableben eines Kammerherrn Stanislaus Augustes.

Frankreich. Paris. Prozeß des Herrn Ledruͤ⸗Rollin. Ver mischtes. Brief aus Paris. (Plan eines ausgedehnteren Eisen⸗ bahnnetzes.)

Großbritanien und Irland. London. Englands Verhaͤltniß zu Spanien. Unterscheidung der Thronerben. Lord Strang ford's Erklaͤrung hinsichts der falschen Schatzkammerscheine. Be⸗ sitzer solcher Scheine. Vermischtes.

Niederlande. Mastricht. Der Minister des Innern und der Finanzen.

Deutsche Bundesstaaten. Dresden. Hof⸗Trauer. Schrei⸗ ben aus Frankfurt. (Boͤrse; Vermischtes.) 1 Oesterreich. Wien. Befinden des Herzogs von Bordeaux.

Abreise des Herrn v. Tatischtscheff.

Schweiz. Genf. Stellung der Katholiken im Kanton. Wahr⸗ scheinliche Folgen einer Verfassungs⸗Aenderung.

Spanien. Madrid.

Moldan und Wallachei. Verordnung des Fuͤrsten der Wallachei gegen grundherrliche Bedruͤckungen.

Türkei. Konstantinopel. Chosrew Pascha's neuer Einfluß. Angeblicher Vorschlag Frankreichs wegen Abtretung Thessaliens an Briechenland und Antwort des Reis Efendi. Smyrna. Naͤ heres uͤber den blutigen Kampf der Drusen und der Maroniten.

Inland. Bromberg. Praͤsident Wißmann †.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Berlin. Ehrenbezeiqung. Rom. Kunst⸗Bericht.

ergr,eegeegene

Amtliche Nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:

„Dem Land⸗ und Stadtrichter, Justizrath Wilde zu Uecker⸗ muͤnde, so wie dem Ober⸗Post⸗Kommissarius und Hof⸗Post⸗Secre⸗ tair Voigt den Rothen Adler-Orden vierter Klasse; desgleichen dem Ansager Bootz zu Strasburg das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen;

Den Regierungs⸗Rath Gossow zu Breslau zum Geheimen Regierungs⸗Rath; den Rendanten der Regierungs⸗Instituten⸗ Haupt⸗Kasse, Neugebauer zu Breslau, den Haupt⸗Kassirer Trautvetter bei der Regierungs⸗Haupt⸗Kasse in Liegnitz und die Regierungs⸗Secretaire L'Hiver in Breslau und Zschock in Oppeln zu Rechnungs⸗Raͤthen; ferner den Regierungs⸗Secretair und Ober⸗Praͤsidial⸗Buͤreau⸗Vorsteher Gleis in Breslau und den Regierungs⸗Secretair Krause in Oppeln zu Kanzlei⸗Raͤthen zu ernennen;

Den beiden Landschafts⸗Syndiken Schulze zu Angerburg und Ungerbuͤhler zu Mohrungen den Charakter von Justiz⸗ Raͤthen; 3

Dem Prinzlichen Hofarzte Dr. Klaproth hierselbst den Ti⸗ tel als Hofrath; und

Dem Ober⸗Thierarzte Dieterichs hierselbst den Titel als Professor beizulegen; so wie ferner

Die anderweite Wahl des bisherigen Provinzial⸗Landschafts⸗ und Feuer⸗Societaͤts⸗Direktors, Gutsbesitzer von Gralath auf Sulmin, zum Provinzial⸗Landschafts⸗ und Feuer⸗Societaͤts⸗Direk⸗ tor des Danziger Landschafts⸗Departements fuͤr den sechsjaͤhrigen Zeitraum von Weihnachten 1840 bis dahin 1846 zu bestaͤtigen.

Berlin, den 29. November. „Ihre Majestaͤt die Koͤnigin ist von der Reise nach Muͤnchen zuruͤckgekehrt.

Der bisherige Privat⸗Docent Dr. F. Schulze in Greifs⸗ wald ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultaͤt der dortigen Universitaͤt ernannt worden. 1

Die Koͤnigl. Akademie der Kuͤnste hat den Zeichner und Li⸗ thographen Julius Bruͤckner in Magdeburg, Inhaber des li⸗ thographischen Instituts Bernhard Kehse und Sohn, nach vorge⸗ legten Proben seiner Geschicklichkeit, zu ihrem akademischen Kuͤnst⸗ ler ernannt und dessen Patent unter heutigem Datum ausge⸗ fertigt.

Berlin, den 27. November 1841.

Direktorium und Senat der Koͤnigl. Akademie der Kuͤnst (gez.) Dr. G. Schadow.

Angekommen: Der Kaiserl. Russische Geheime Rath und Kammerherr, außerordentliche Gesandte und bevollmaͤchtigte Mi⸗ nister am hiesigen Hofe, Freiherr von Meyendorff, von Schwe⸗ rin in Mecklenburg.

Abgereist: Der Erb⸗Land⸗Mundschenk des Herzogthums Pommern, von Heyden⸗Linden, nach Stettin.

1 Zeitungs-Uachrichten. Ausland. .

Rußland und Polen.

lüen Dezember

hat eine so große Anzahl von Zuhoͤrern herbeigelockt, daß man sich eines aͤhnlichen Andranges zu dem Gerichts⸗Lokale in Angers nicht erinnert. Als Vertheidiger des Herrn Ledruͤ⸗Rollin hatten sich die Herren Berryer, Odilon Barrot, Marie und Arago eingefunden. Herr Haureau, verantwortlicher Herausgeber des mitangeklagten Courrier de la Sarthe, ward von Herrn Marrast, Haupt⸗ Redacteur des National, vertheidigt. Nach Beseitigung der uͤblichen Formalitaͤten ward die Anklage⸗Akte vorgelesen, in wel— cher die von Herrn Ledruͤ-Rollin vor seinen Waͤhlern gehaltene Rede die Grundlage bildet. In dieser Rede ist es zuvoͤrderst merkwuͤrdig, wie Herr Ledruͤ die Parteien behandelt, an deren Spitze theilweise dieselben Maͤnner stehen, die als seine Verthei⸗ diger vor Gericht erschienen sind. Er entwirft naͤmlich eine Schil⸗ derung der Parteien in der Kammer, um zu zeigen, daß die de⸗ mokratische Partei sich von allen anderen aus der Juli⸗Revolu⸗ tion hervorgegangenen Parteien durch eine aufrichtige Liebe zum Volke auszeichne, und sagt bei dieser Gelegenheit unter Anderem:

„Welches sind die Grundsaͤtze der Partei Thiers? Ihr Ober⸗ haupt hat es gesagt und geschrieben. Er erblickt in der Juli Re⸗ volution nur eine kontrahirte Charte an die Stelle einer oktroyirten;

theidigen, der die Freiheiten des Landes seit 50 Jahren beschuͤtze, und ohne welchen die constitutionelle Ordnung nicht bestehen koͤnne. „Man will“, fuhr Herr Odilon Barrot fort, „in dieser Sache offenbar einem Kandidaten das Recht bestreiten, seinen Waͤh lern aufrichtige Rechenschaft von dem zu geben, was er will und was er denkt. Das liefe darauf hinaus, daß der Waͤhler dem Kan⸗ didaten seine Stimme geben solle, ohne eine vollstaäͤndige Kenntniß

von den politischen Grundsaͤtzen desselben zu haben. Dies wuͤrde zu

einer voͤlligen Unwahrheit des Repraͤsentativ⸗Systems fuͤhren. Nur dadurch, daß der Kandidat ein aufrichtiges, politisches Glaubens⸗ Bekenntniß ablege, koͤnnen die Waͤhler in den Stand gesetzt werden, eine ihrer Ansicht nach gewissenhafte Wahl vorzunehmen. Wenn Herr Ledruͤ⸗Rollin nicht gewaͤhlt worden waͤre, so wuͤrde dieser Pro⸗ zeß schwerlich eingeleitet worden seyn; da man ihn aber vor Gericht gestellt hat, nachdem er gewaͤhlt worden ist, so trifft die Anklage nicht allein ihn, sondern auch, und im vermehrten Grade die Wuͤhler, die einen Mann von solcher Gesinnung zu ihrem Deputirten ge⸗ macht haben, und es steht hier gewissermaßen und recht eigentlich ein Wahlkoͤrper vor Gericht. Dies ist, m. H., eine sehr ernste That⸗ sache, und bedenken Sie, was, wenn der Grundsatz von Ihnen ge⸗ billigt wuͤrde, bei den allgemeinen Wahlen daraus werden koͤnnte. Erwaͤgen Sie, meine Herren Geschwornen, diesen Gedanken ruhig

eine Pairie ohne Erblichkeit an die Stelle einer erblichen Pairie. Er betrachtet Frankreich als unwiderruflich gebunden durch die schimpflichen Vertraͤge von 1815, das Buͤndniß mit dem Englaänder als eine nothwendige Stuͤtze; und seiner Ansicht nach durfte der große Sieg der drei Tage nur einen Dynastie⸗Wechsel zum Resul⸗ tate haben. Was das Volk betrifft, welches jenen Sieg davonge⸗ tragen hat, so betrachtet man es als eine Leiter, die zertruͤmmert wird, wenn man sich ihrer zum Hinaufsteigen bedient hat Sollen wir von der Fraction Barrot's sprechen, die nur noch eine Ruance der Partei Thiers ist? Wenn sie auch weniger verderbt, als diese, und einem gewissen nebelhaften Liberalismus mehr ergeben ist, be

schäftigt sie sich deshalb mehr mit der Zukunft des Volkes, deren laute Stimme ihr Furcht einfloͤßt und die sie durch Zulassung der Kapazitaͤten zu ersticken versuchen will? Und die legitimistische Partei, die sich jetzt den Anschein giebt, als ob sie im Namen des Volkes auftrate, kann sie wohl aufrichtig an die Interessen und an die Rechte jenes Volkes denken, welche sie so lange Zeit unterdruͤckt hat? Es ist al⸗ lerdings wahr, daß sie, um in die politische Realitaͤt einzutreten, unsere Prinzipien und unsere Sprache nachahmt. Aber die Worte sprechen dem Gedanken Hohn; jene Partei gleicht dem Fuchse, den die Noth dazu treibt, sich in die Haut des Loͤwen einzuhuͤllen. Fuͤr jene veralteten und bastardartigen Parteien ist das Volk also nur ein Wort, nur der Komparse des theatralischen Pomps, gleichsam der Sklave des Alterthums, der den Wagen des Triumphators be⸗ gleitet. Fuͤr uns, m. H., ist das Volk Alles. Sein Elend und seine Schmerzen mildern, das ist unser Zweck. Durch die politische Frage hindurch gehen, um zur sozialen Verbesserung zu gelangen, das ist

und reiflich, und ich zweifle nicht, daß Sie durch Ihr Verdikt die gefaͤhrdete Wahlfreiheit retten werden. 9 446NA

Herr Arago, der hierauf das Wort nahm, gab seiner Rede folgenden pomphaften Eingang:

Meine Herren, wenn ich mich ohne Bedenken den Beschaͤfti⸗ gungen entrissen habe, die mein Leben ausfuͤllen, wenn ich gestern nicht vor meinen beruͤhmten Kollegen der Akademie eine interessante Korrespondenz analysirt, wenn heute das statistische Buͤreau ohne Fuͤhrer ist, wenn morgen eine administrative Kommission feiern muß, so geschieht es, weil ich glaubte, mich dahin begeben zu muͤssen, wo die Fretheit gefaͤhrdet schien. Man hat behauptet, daß sich in dieser Sache entgegengesetzte Fahnen koalisirt hätten; dies ist aber nicht der Fall; denn Niemand von uns hat eine Fahne aufgesteckt. Unter der Minderjaͤhrigkeit Karl's IX. gelang es Hospital, zwei Armeen, die katholische und die protestantische, die bereit waren, sich zu be⸗ kämpfen, gemeinschaftlich gegen die Englaͤnder zu fuͤhren. Es han⸗ delt sich hier nicht um die Eroberung einer Stadt, sondern um die Aufrechthaltung eines constitutionellen Grundsatzes, dessen Sieg wich⸗ tiger ist, als die Einnahme einer Stadt.“ 8b Der Redner suchte nun zuvoͤrderst seinen Klienten von dem ihm fruͤher gemachten Vorwurfe zu reinigen, daß er einer der Maͤnner sey, die den Umstaͤnden gemaͤß ihre Politik aͤnderten.

Meinung bekannt habe.

der Gang, der die demokratische Partei, allen anderen Parteien ge⸗ genuͤber, auszeichnet.“

In dem uͤbrigen Theile seiner Rede suchte Herr Ledruͤ⸗Rollin besonders darzuthuͤn, daß man, um das Elend des Volkes wirklich zu mildern und um ihm diejenige Souverainetaͤt zu verschaffen, die man ihm jetzt fast spottweise beilege, mit partiellen Reformen nichts mehr gethan werden koͤnne, sondern daß man es auf eine tief eingreifende soziale Veraͤnderung und, mit einem Worte, auf Abschaffung der sogenannten Repraͤsentativ⸗Regierung absehen muͤsse. 82 spricht das Wort Republik nicht aus, aber seine ganze Rede ist ein Plaidoyer zu Gunsten einer republikanischen Staats⸗ form. Das von dem Praͤsidenten angestellte kurze Zeugen⸗

Verhoͤr beschraͤnkte sich darauf, zu ermitteln, ob Herr Ledruͤ in Mans bei offenen Thuͤren oder nur Angesichts seiner Waͤhler gespro⸗ chen habe. Es ergab sich, daß sich unter den Zuhoͤrern auch Per⸗ sonen befunden hatten, die nicht zu dem Wahl⸗Kollegium gehoͤr⸗ ten. Dieser Umstand ergiebt sich aber als unerheblich. Der General⸗ Prokurator wies in einem kurzen Requisitorium auf die Strafbarkeit der inkriminirten Rede hin und suchte dar⸗ zuthun, daß sie die offenbarste Aufreizung zum Haß und zur Ver⸗ achtung der Regierung, so wie zum Umsturz der bestehenden In⸗ stitutionen, enthalte. Er sagte am Schlusse, sich zu den Ge— schworenen wendend: „Wir verlangen von Ihnen, im Namen der Justiz, eine große Genugthuung. Ihr Verdikt wird eine uner⸗ meßliche Bedeutung haben; die Parteien haben ihre Blicke auf Sie gerichtet; sie erwarten Ihr Urtheil als ein Signal, und sollten Sie sich dahin entscheiden, daß den Kandidaten bei Gelegenheit sey, so wuͤrde sich ein Siegesgeschrei

der Wahlen Alles erlaubt erheben, und bei den naͤchsten Wahlen wuͤrden sich die Fruͤchte Ihrer Entscheidung offenbaren. Ich kann ohne Uebertreibung sa⸗ gen, daß die Jury des Maine⸗ und Loire⸗Departements die Macht in Haͤnden hat, die Sicherheit des Staates zu gefaͤhrden. Moͤge unsere Stimme, die der Ausdruck einer innigen Ueberzeugung ist von Ihnen vernommen werden, oder aber der Himmel schuͤte uns, unsere Institutionen und unser Land.“ Der Praͤsident ertheilte hierauf dem Vertheidiger des Angeklagten das Wort, aber Herr Ledruͤ-Rollin verlangte vorher selbst noch einige Worte zu sprechen, um sich uͤber seine Grundsaͤtze zu erklaͤren. Er habe nicht, sagte er, wie der General-Prokurator ihm vorwerfe, zu einer Revolution anreizen, sondern vielmehr durch Befoͤrderung einer Radikal-Reform eine Revolution verhindern wollen. Es gaͤbe in Frankreich 12 Millionen Menschen, die im tiefsten Elende schmachteten. Diesen Ungluͤcklichen muͤßte gehol⸗ fen werden, und er habe sich nur damit beschaͤftigt, die geeignet— sten Mittel zu einer solchen Abhuͤlfe aufzufinden; die Kammer thue nichts, um dieses Ziel zu erreichen, und er habe geglaubt, daß irgend etwas geschehen muͤsse; aber er habe immer nur von einer friedlichen Reform gesprochen und allerdings hinzugefuͤgt, daß, wenn man eine solche friedliche Reform verweigere, jene 12 Mil⸗ lionen Ungluͤcklicher eine Revolution machen wuͤrden. Er vertheidigte

uͤber gewisse Dinge auszusprechen ere mi ImM.Hweige

2. g zusprechen, und andere mit Stületyweigen „'Wollen Sie einen Beweis“, fuͤgte der Redner hinzu, „daß bei einer Wahlversammlung alle Fragen gesteut ö 6 bten Wahlkollegium von Paris, wo ich als Waͤhler auftrat, forderte mich einer der Anwesenden auf, zu erklaͤren, ob ich Republikaner waͤre

oder nicht. Diese Interpellation war dem Waͤhler von der Regie⸗ rung angerathen worden; ich erwiederte ihm, daß Aristoteles ein Buch uͤber die 32 Arten moͤglicher Republiken geschrieben habe, und fragte ihn, welche er meine. Der Waͤhler, der wahrscheinlich niemals von Aristoteles hatte sprechen hoͤren, schwieg und verschwand.“

Herr Arago fuͤhrte hierauf Stellen aus Reden an, die er selbst in der Deputirten⸗Kammer gehalten habe, um zu beweisen

daß er dort weit aͤrgere Dinge gesagt haͤtte, als Herr Ledruͤ vor seinen Waͤhlern. Nun verlange aber die Rede vor den Waͤhlern

noch eine weit umfassendere Aufrichtigkeit, als eine Rede vor den Deputirten, und wenn man das Glaubens⸗Bekenntniß eines Kan⸗

didaten vor Gericht stelle, so bliebe, wenn man logisch zu Werke

gehen wolle, nichts Anderes uͤbrig, als gegen die Deputirten auf L“ zu verfahren. Es gaͤbe keine aͤrgere Verletzung der

Rede⸗Freiheit, als den gegenwaͤrtigen Prozeß. Er raͤume uͤbrigens

ein, daß diese gerichtliche Verfolgung nicht durch das Ministerium

hervorgerufen worden sey; vielmehr sey das Kabinet unwillig uͤber

eine solche Unbesonnenheit gewesen, und es waͤre ohne Zweifel

versucht, zu den General⸗Prokuratoren zu sagen, was Herr von

Talleyrand zu einem angehenden Diplomaten gesagt habe: Vor

allen Dingen keinen Eifer, mein Herr, keinen Eifer!“ Herr

Berryer, der das Wort fuͤr Herrn Haureau nahm, begann in

folgender Weise:

„M. H. Es giebt unter denen, die sich mi itik beschaͤfti haben, keinen Mann von Muth, der nicht die der hechezsschssgt nommen haͤtte, hier zur Vertheidigung der Wahlfreiheit aufzutreten Niemals habe ich vor meinen Waͤhlern meine Meinungen und meine Hoffnungen verheimlicht. Der Moniteur ist gerecht in Bezug auf mich, wenn er meinem Namen die Qualisication „legitimistischer Deputirter“ beisetzt, und den Waͤhlern, die mich mit ihren Stim men beehrt haben, ist dies nie unbekannt gewesen; eben so weni duͤrfen ihnen die Meinungen und Wuͤnsche der Kandidaten unbekanmnt bleiben, die sich zu politischen Gesinnungen bekennen, welche den meinigen entgegengesetzt sind. Ich habe von meinem Oppositions⸗ Standpunkte aus eingesehen, daß eine unumschraͤnkte Wahlfreiheit noth⸗ wendig sey, und ich behaupte besonders, daß die Preßfreiheit nicht minder nothwendig ist. Welches Verbrechen wird denn nun dem Herrn Haureau zur Last gelegt? Daß er das Glaubensbekenntniß eines Kandidaten aufgenommen und zur Kenntniß des Publikums ge bracht hat. Unter der Restauration, m. H., ist niemals der Fall vor⸗ gekommen, daß ein in einem Wahl⸗Kollegium abgelegtes Glaubens⸗ bekenntniß gerichtlich verfolgt worden waͤre, und seitdem hat sich eine ungeheure Thatsache ereignet. Die Juli⸗Revolution hat ohne Zweifel nicht blos eine Dynastie an die Stelle der anderen, sondern einen Grund⸗ satz an die Stelle des anderen setzen wollen. An die Stelle des vormali⸗

Er fuͤhrte einige Zuͤge aus dem fruͤheren Leben des Herrn Ledrüů an, um zu beweisen, daß er sich immer zu derselben politichen Meinung Auf die von Herrn Ledruͤ gehgstere Rede uͤbergehend, machte ern darauf aufmerksam, daß der andi⸗

dat, wenn er vor seinen Waͤhlern stehe, gar nicht frei Srelc nur 1

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gen Prinzips der Monarchie ist das Prinzip der National Souverainetaͤt getreten. Was will man jetzt thun? Man will sich den Folgen ienes Prin⸗ jips entziehen, welches verlangt, daß das Volk souverain sey. Das ver⸗ sammelte Wahlkollegium beruft einen Kandidaten; die Pflicht dessel ben ist es, sich offen und vollstaͤndig auszusprechen. Ihr fuͤrchtet sagt Ihr, Unordnungen. Ihr habt also große Furcht vor der Freit⸗ heit, wenn Ihr die Waͤhler nicht als die einzigen kompetenten Rich ter uͤber das betrachtet, was vor ihnen gesagt wird. Wenn man das Gegentheil entschiede, so hieße dies allen rechtlichen Maͤnnern, die ei nem der vielen Systeme, durch welche wir seit 50 Jahren hindurch gegangen, treu geblieben sind, die Kandidatur untersagen. Es gieht fuͤr die schlechten Doktrinen, die Angesichts eines Wahlkollegiums ent⸗

8—

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halbiger Bietungs⸗Termin da

MPL1““ Warschau, 20. Nov. Der Ober⸗Kammerherr des Kaiserl Kussischen Hofes und Wirkliche Geheime Rath, Ballli von Ta⸗ tischtscheff, ist von Wien hier angekommen. 10

Vor einigen Tagen starb hier im 79sten Jahre seines Alters der ehemalige Kammerherr des Koͤnigs Stanislaus August, Sta⸗

sich dagegen, daß er, wie der General-Advokat insinuirt habe, der Sekte der Kommunisten angehoͤre. Er sage es laut, daß er ein Freund des Eigenthums sey, weil er dasselbe fuͤr die Grund⸗ lage jeder Sittlichkeit halte. Er sey nicht allein kein Kommunist, sondern er hasse die Kommunisten, weil man den Demokraten nur allzu oft die abgeschmackten Meinungen derselben zur Last lege. Demnaͤchst erhoͤb sich Herr Odilon Barrot, der zu Eingang seiner Rede erklaͤrte, daß er nicht, wie man schon aus dem In⸗ halte der inkriminirten Rede abnehmen koͤnne, hier sey, um die Doktrinen des Angeklagten, sondern um einen Grundsatz zu ver⸗

Charakters ausgestellt werden koͤnnen. trägen fehlen, sondern auch eine bedeutende Berlin, den 26. November 1841. Sammlung von Briefen Schiller's und Direction der Preußischen Renten⸗Versicherungs⸗ zeichnet sich durch ihre Anordnung und durch die Anstalt. strenge Verbindung alles Einzelnen zu einem Ganzen

aus. Das in gegenwaͤrtigem Bande enthaltene ge

naue chronologische Inhalts⸗Verzeichniß aller

nislaus Nowakowski. Frankreich.

Paris, 25. Nov. Der am 23sten d. in Angers eroͤffnete Pro zeß des Herrn Ledruüͤ⸗Rollin und des Courrier de la Sarthe

theile dieser Sammlung mit den ganzen Werken Ruͤ cksicht auf die Jugend ein Tausch getroffen und