1841 / 339 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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denden zu seyn. Das genannte Blatt citirt einen Brief mingham, worin daruͤber geklagt wird, daß man 8 2— währende Nothgeschrei nur den Kredit der Gewer v nichte, indeß giebt dieser Hen⸗ doch 8 . Handels⸗Verhaͤlt⸗ isse in je eikstadt schlecht gen VI he ö o sozufalge⸗ ist es wahrscheinch, daß der Graf von Home von den Schottischen Pairs gewaͤhlt werden wird, um sie an der Stelle des verstorbenen Grafen von Elgin im Parlamente zu repraͤsentiren. Zur Besetzung der durch dessen Tod entstandenen Vakanz in der Repraͤsentation von Southamp⸗ ton ruͤsten sich sowohl Tories als Whigs. ö“ Nach dem Manchester Guardian haben sich in Man⸗ chester Vereine gebildet, von deren Mitgliedern die Berpflichtung

sammlung, Pastor Uelzen; dritte Wahl⸗Versammlung, Pastor prim. Nolte. Universitaͤt Goͤttingen: Kanzleirath Hop⸗ penstedt. Evangelische Konsistorien: Zu Hannover, Schatz⸗ rath Eichhorn; zu Osnabruͤck, Ober⸗Justizrath Jacobi. Dom⸗ kapitel zu Hildesheim: Domdechant Merz. Deputirte der Staͤdte: Residenzstadt Hannover, Hof⸗Fabrikant Hausmann; Stadt Goͤttingen, Magistrats⸗Direktor Ebell; Stadt Northeim, Senator Friese; Stadt Hameln, (nach dem HIBIhjm. Ehristiani); Stadt Einbeck, Regierungsrath Hei nichen; Stadt Osterode, Buͤrgermeister Brehl; Stadt Duderstadt, Ober⸗Amt⸗ mann Hauß; Staͤdte Moringen, Uslar, Hardegsen, Dransfeld und Hedemuͤnden, Amtmann Blumenhagen; Stadt Muͤnden, uͤbernommen worden, sich gaͤnzlich des Genusses von Getraͤnken gpen (nach dem „H. K.“ Buͤrgermeister Bodungen); Staͤdte Muͤn⸗ zu enthalten, die von der Regierung besteuert werden. I1a“ Pattensen, Neustadt a. R., Springe, Wunstorff, Eldagsen,

Hiesige Blaͤtter enthalten nachstehende Vergleichung der Offi⸗ Bodenwerder und Rehburg, Kammerrath Ba r; Staͤdte Klausthal zierzahl der Englischen und der Franzdsischen Marine: England und Zellerfeld, Ober⸗Bergrath Jugler; die uͤbrigen fuͤnf Bergstaͤdte hat 38 Admirale, 51 Vice⸗Admirale, 64 Contre⸗Admirale; Frank⸗ mit Herzberg, Elbingerode und Lauterberg, Hofrath H uͤpeden; Stadt reich 2 Admirale, 10 Vice⸗Admirale, 20 Contre⸗Admirale; Eng⸗ Luͤneburg, (nach dem „H. K.“ Senator Dr. Meyer); Stadt Uelzen, land 687 Capitaine, 809 Commandeurs, 2822 Lieutenants; Frank⸗ Prokurator Schultz; Stadt Celle, Kaufmann Schultz; Stadt reich 100 Schiffs⸗Capitaine, 200 Korvetten⸗Capitaine, 1100 Lieu⸗ Harburg, Faͤrber Bornemann; Stadt Luͤchow, Brauer Bruͤn⸗ tenants und Faͤhnriche. Die Gesammtzahl der Englischen Marine⸗ ger; Staͤdte Soltau, Walsrode, Burgdorf und Gifhorn, —; Offiziere betraͤgt also 4471, die der Franzoͤsischen 1432. Außerdem S S Stadt Buyx⸗

Stadt Stade, Kanzlei⸗Prokurator Holtermann; zaͤhlt die Englische Marine noch 456 Masters, welche Offiziere tehude, Kaufmann Richterz Stadt Verden, Zoll⸗Direktor Nie⸗ sind, aber nicht zu Ober⸗Offizieren befördert werden koͤnnen; dieser meyer; Stadt Nienburg, Senator Quaet⸗Faslem; Hoyasche Grad besteht in der Franzoͤsischen Flotte nicht. Flecken, Dr. jur. Messerschmidt; Diepholzsche Flecken, Gene⸗

Die Brighton Gazette erwaͤhnt in einem Berichte uͤber ral-Auditeur Reinicke; Stadt Osnabruͤck Dr. jur. Droop, die jetzigen großartigen Ruͤstungen zu Portsmouth unter Anderem (nach dem „H. K.“ ist Buͤrgermeister Dr. Stuͤve gewaͤhlt, Dr. auch, daß alle Kriegsschiffe ihre Mannschaften vollzaͤhlig haben Droop nur Ersatzmann); Stadt Quackenbruͤck, Kaufmann Breu⸗ sollen, um fuͤr den Fall ploͤtzlicher Feindseligkeiten bereit zu seyn. sing; Stadt Haseluͤnne, Kaufmann Heye; Stadt Goslar —;

Der Kaiser von Rußland hat der Universitaͤt Cambridge, die Stadt Hildesheim, (nach dem „H. K.“ Advokat Westrum); ihm schon im Jahre 1817 das Doktor⸗Diplom uͤberreichte, durch Stadt Alfeld, Buͤrgermeister Eggers; Staͤdte Elze, Gro⸗ ihren Kanzler ein Exemplar des Werkes der Professoren Postels nau, Sarstedt, Dassel, Buͤrgermeister Sostmann in Elze; und Rupprecht „Ueber die Meerpflanzen der noͤrdlichen Kuͤsten Stadt Emden, (nach dem „H. K.“ Senator Sarx); des Stillen Oceans“ uͤberreichen lassen; dasselbe besteht in einem Stadt Aurich, Lieutenant von Suckow; Stadt Norden, prachtvollen Bande trefflich und treu nach den Original⸗-Pflanzen (nach dem „H. K.“ Dr. med. Pauli);, Stadt 1 Leer, kolorirter Tafeln mit beschreibendem Text in Russischer und La— Stadtgerichts⸗Secretair Dr. Siemens; Staͤdte Schuͤttorf, teinischer Sprache. Nordhorn und Neuenhaus nebst dem Flecken Bentheim, (nach

Aus Neu⸗Granada erfaͤhrt man, daß Carthagena noch dem „H. K.“ Buͤrgermeister Nordbeck). Deputirte der nicht belagert und blokirt war. Es war indessen dem Regierungs⸗Ge⸗ zur Ritterschaft gehoͤrenden Gru⸗ ndbesitzer: Der Ka— schwader gelungen, Proviant fuͤr vier Monate in die Stadt und

lenbergschen: Amtmaͤnn Reinecke, Bauermeister Niemeyer, in das Fort Bocca Chica zu werfen. Die Englischen Kriegsschiffe Lieutenant a. D. Lauenstein; der Goͤttingenschen: hatten den Handelsschiffen ihrer Flagge bei der Landung ihrer Commissair Lueder; der Grubenhagenschen Dr. jur. Beitzen; Proviant⸗Ladungen Huͤlfe geleistet. Rio de la Hacha hatte sich der Grafschaft Hohenstein: Kanzleirath Wilhelmi; der Luͤ⸗ zu Gunsten der bestehenden Regierung erklaͤrt. Man hatte einen neburgschen: erster Wahl⸗Bezirk, Oekonom S chmidt; drit⸗ Versuch gemacht, den General Carrera, das eigentliche Haupt der ter Wahl⸗Bezirk, Vollhoͤfner Riek;, vierter Wahl⸗ Be⸗ Angelegenheiten in Central⸗Amerika, zu ermorden. Der Thaͤter zirk, Rittmeister Hofbesitzer Jaͤger; fuͤnfter Wahl⸗Bezirk, war ein Marimba⸗Spieler, Namens Chepillo Andrade. Carrera Schulze Lodders; der Bremen Marschen: Alteland, Hausmann wurde bei dem Angriffe leicht verwundet, was ihn jedoch nicht Joh. Schacht; Land Kehdingen, Osten, Neuhaus, —; Hagen verhinderte, seinen Saͤbel zu ziehen und den Angreifer auf der Lehe, Hausmann Reiners; Land Wursten, Hof besitzer Adickes; Stelle niederzuhauen. fuͤr die Bremensche Geest und Verden: Kaufmann Chlermann, Die Nachrichten aus Lima reichen bis zum 10. Juli. Ge⸗ Commissair Assistent Caulier, Grundbesitzer Holst; des Landes neral Santa Cruz war von dem Volke und der Armee zum Hadeln: Schultheiß Hincke, Schultheiß Mohrz fuͤr Hoya und Diep⸗ Praͤsidenten von Bolivien proklamirt worden, und eine Deputa⸗ tion war nach Guayaquil abgegangen, um ihn zur Ruͤckkehr in 2 fuͤr G m : sein Vaterland und zur Annahme des Ober⸗Befehls aufzufordern. Hofbesitzer Sieling; zweiter Wahlbezirk, Amtsvogt Meyer; Ein Krieg zwischen Peru und Aequator schien unvermeidlich, und des Fuͤrstenthums Osnabruͤck: Colon Moͤllmann, Colon Uhr⸗ man glaubte, daß Bolivien unter der Anfuͤhrung von Santa Cruz berg; fuͤr Arenberg⸗Meppen und Lingen: Hofrath Dr. Sermes, daran Theil nehmen wuͤrde. In diesem Falle wuͤrde Peru im Oekonom Menger; des Fuͤrstenthums Hildesheim: Konsistorial⸗

Doͤrbecker; fuͤr die uͤbrigen Grundbesitzer:

Suͤden und im Norden angegriffen werden, und man haͤlt dann Rath Werner, Gutsbesitzer Meyer, Amts⸗Assessor Wippern; V Landschaftlicher Administrator

von C era fuͤr unvermeidlich. des Fuͤrstenthums Ostfriesland: CCEEö 88 . 8 8 Kriegsmann, Oekonom Groͤneveld, Niederlande. Ordinair⸗Deputirter Cankena, Administrator Be seke; der Graf⸗ Amsterdam, 30. Nov. (L. A. Z.) Es bildet sich hier, wenn schaft Bentheim: Schulze zu Neerlage. man einem allgemein verbreiteten Geruͤchte Glauben schenken darf, eine Art Gesellschaft, die mit der Handels⸗Maatschappy in Kon⸗ , 1 1 - 8 kurrenz zu treten bestimmt ist. Die vorbereitenden Arbeiten ge⸗ heute Morgen zwischen dem Geheimen Rath Grafen von Stol⸗ schehen ganz insgeheim. Die Gesellschaft wird anonym seyn, und berg⸗Soͤder und unserem Dom⸗Kapitel stattgehabten Konferenz, das Gesellschafts⸗Kapital 7— 8 Millionen Fl. betragen. Ihr worin zuvor ein Paͤpstliches Breve eroͤffnet ist, laut dessen Se. Zweck ist vornehmlich, die Rhedereien und den Privat⸗Handel nach Heiligkeit dem Kapitel gestattet, nochmal zu einer neuen Bischofs⸗ Ost⸗ und West⸗Indien zu befoͤrdern. Um ihre Ruͤckfrachten um wahl schreiten zu duͤrfen, hat sich dasselbe hierauf heute Nachmit⸗ so besser decken zu koͤnnen, wuͤrde ihr die Regierung in Indien tag wiederum zu einer gemeinsamen Sitzung versammelt, und nach eine gewisse Quantitaͤt Tropischer Waaren ablassen, deren Tota⸗ gefaßtem Beschluß ist nun die Wahl auf den 9ten d. M. anbe⸗ litaäͤt man jetzt an die Handels⸗Maatschappy abgiebt. Die Ge⸗ raumt worden. sellschaft wuͤrde auch in Java und Sumatra Laͤndereien ankaufen, um dieselben fuͤr eigne Rechnung zu bebauen. Sie wuͤrde Summen auslei⸗

Hildesheim, 1. Dez.

Karlsruhe, 1. Dez. (Oberd. Z.) Se. Hoheit der Prinz

delsleute, die Waarensendungen nach Indien machen wollten, koͤnnten, liegt, befindet sich nunmehr entschieden auf dem Wege der Besse⸗

wenn sie dieselben der Gesellschaft anvertrauten, zwei Drittel bis rug. Bei Sr. Hoheit dem Erb⸗Großherzog, den die Krankheit drei Viertel des Werths im Voraus beziehen. Mittels eines Del⸗ credere wuͤrde die Gesellschaft fuͤr Bezahlung einstehen, was in teher h Indien so schwierig ist, da man dort die soliden Häͤuser von de⸗ und die uͤbrigen Zufaͤlle gemaͤßigt. nen, die es nicht sind, kaum unterscheiden kann, und da selbst in 1 1 1 soliden Haͤusern schon durch den Tod des Chefs die Geschaͤfte in Hamburg, 4. Dez. Heute fand der feierliche zug der solche Verwirrung gerathen, daß in Ermangelung eines Nachfol⸗ Kaufmannschaft aus dem alten in das neue Boͤrsen⸗Lokal statt. gers, der jene Geschaͤfte wohl kennt, oft Jahre vergehen, ehe das Die alte Boͤrse war schon von fruͤh Morgens an mit ö

Haus seinen Gleaͤubigern Rechnung ablegen kann ic. Dies ver⸗ Flaggen aller Nationen verziert. Zur Zeit der gewoͤhnlichen Boͤr⸗

hen, um zu Rhedereien aufzumuntern, und die Fabrikanten und Han⸗ Friedrich, welcher seit etwa vierzehn Tagen an den Masern krank

lautet uͤber die Natur und das Streben einer Gesellschaft, die, sen⸗Versammlung bereitete das von Blase⸗Instrumenten begleitete,

wenn das Projekt realisirt wird, einen groͤßen Einfluß auf unse⸗: von allen Anwesenden gesungene Lied: „Nun danket Alle Gott!“

ren Kolonial⸗Handel ausuͤben duͤrfte.

Deutsche Bundesstaaten. bens verknuͤpft sind. n dem Boͦ⸗ München, 1. Dez. Die Leichenseier fuͤr Ihre Majestaͤt von der Schaͤfferschen Liedertafel ein fuͤr diese Gelegenheit ge⸗ die hoͤchstselige Konigin Karoline, welche gestern Nachmittag in der V dichtetes und komponirtes Lied gesungen worden war, setzten sich Metropolitan⸗ und in der St. Peters-Pfarrkirche stattfand, be⸗ die anwesenden Kaufleute, Arm in Arm, in Prozession unter, feier⸗ wies aufs neue wie die Verehrung fuͤr die edle unvergeßliche Fuͤr⸗ licher Musik von den Thuͤrmern der naheliegenden Kirchen in stin, so auch die tiefe Trauer, von welcher alle Klassen der hiesi- Bewegung. gen Einwohner uͤber ihren Hintritt ergriffen sind. Beide Kirchen die neue Boͤrse erreichte, hatte der Enthusiasmus der denselben (die Kathedrale mag uͤber 3000 Menschen fassen) waren in allen begleitenden Volksmenge die Ordnung zerrissen und in engem Raͤumen gefuͤllt. Vereine ein Bild der innigen Verbindung, welche unter den Dem Vernehmen nach sind in den dermaligen Satzungen der Interessen aller Klassen der Bewohner unserer Stadt ob⸗ Königlichen Akademie der Wissenschaften einige Abaͤnderungen ein- waltet, stroͤmte die Schaar in das neue Boͤrsen⸗Ge⸗ getreten, denen zufolge der Vorstand der Akademie kuͤnftig aus der baͤude, welches ebenfalls, so wie auch mehrere umstehende Haͤu— Mitte der. ordentlichen Mitglieder derselben je fuͤr den Zeitraum ser, mit Flaggen geschmuͤckt war. Die Ankommenden wurden von drei Jahren nicht mehr von der Akademie gewaͤhlt, sondern von einem im Innern der Boͤrse aufgestellten Musikcorps mit von Sr. Majestaͤt dem Koͤnig ernannt wird. Desgleichen behal⸗ dem Liede: „Auf Hamburgs Wohlergeh'n“ empfangen, in welches ten sich Se. Majestaͤt vor, außer den von der Akademie unter Alle einstimmten und die kaum uͤbersehbare Menge trennte sich Vorbehalt Koͤniglicher Bestaͤtigung gewaͤhlten zwoͤlf Mitgliedern darauf unter lautem Hurrah-Rufe, nachdem das Wohl des Han⸗ jeder der drei Klassen, noch weiter sechs ordentliche Mitglieder fuͤr dels, der Verfassung ꝛc. ausgebracht worden war. jede Klasse zu ernennen. Wie wir hoͤren ist diese Allerhoͤchste Ent⸗ Frankfurt a. M., 3. Dez. Der von den Hol⸗

schließung der Akademie bereits mitgetheilt worden, und man sieht ihrer Bekanntmachung durch das Regierungsblatt entgegen. laͤndischen Blaͤttern mit so vieler Bestimmtheit ausgesprochenen Behauptung, daß die Hollaͤndisch⸗Belgischen finanziellen Differen.

zen auf dem Punkte stehen, ausgeglichen zu werden, schenkte⸗ b hier wenig Vertrauen, wie man auch der Angabe, die Nastricht schen Minister des Innern und der Finanzen seyen voßß obgleich nach Bruͤssel abgereist, gestern keinen Glauben u

mit den bedeutsamsten Erinnerungen ihres Le⸗

der Anwesenden k ungẽ Nachdem darauf von dem Boͤrsensaale herab

Hannover, 3. Dez. Die zweite Kammer ist nach Angabe der Hannoverschen Zeitung also zusammengesetzt:

Mitglieder des Schatz⸗Kollegiums: Schatzrath Dr. Lang; Amts⸗Assessor Schatzrath Krimping. Deputirte 88, von wegen des allgemeinen Kloster⸗Fonds: Geheime erst heute die Widerlegung der Hollaͤndischen 8.2. eem. Kanzleirath Wedemeyer; Ober⸗Steuerrath Dr. Klenze; Major Nach glaubhaften Mittheilungen stehen die finanzte F 28 Punfte Lindemann. Deputirte der Mannsstifter: Erste Wahl⸗ lungen zwischen Holland und Belgien noch nicht a

Versammlung, Konsistorial⸗Rath Dr. Bauer; zweite Wahl⸗Ver⸗

Ober⸗

holz und zwar fuͤr die Freien: Amtmann Friedrichs, Gutsbesitzer erster Wahlbezirk,

(Hildesh. Ztg.) In Folge einer V

um etwas spaͤter heimgesucht hat, ist der Verlauf noch weniger weit gediehen; doch sind, nach dem heutigen Buͤlletin, das Fieber

auf den Abschied von den alten Raͤumen vor, welche fuͤr so viele

Aber schon lange bevor der Zug seine Bestimmung,

ihre Beendigung zu sinden, und der fortdauernd schwankende Stand der Amsterdamer Boͤrse zeugt auch dafuͤr, daß man selbst in Holland kein großes Vertrauen auf eine baldige Besserung der Hollaͤndischen Verhaͤltnisse setzt. Dessenungeachtet fachte die kleine Besserung, welche die Hollaͤndischen Integralen am 30. Novem⸗ ber zu Amsterdam erfahren, heute die Kauflust in Integralen sehr an und um so mehr, da sich der Amsterdamer Wechsel⸗Cours auf 136 hob. Naͤchst den Hollaͤndischen Integralen herrschte heute große Kauflust in Ardoins, da uͤber Antwerpen aus London eine höhere Notirung derselben eingetroffen war. Die Besitzer der Spanischen Papiere uͤberlassen sich in Bezug der Wiederherste lung des Kredites Spaniens den sanguinischsten Hoffnungen und vergessen, daß Spanien nur scheinbar innere Ruhe wieder erlangt hat, und nicht im Stande ist, auch nur das Geringste fuͤr seine Glaͤubiger zu thun. 1 teren Tagen in den Oesterreichischen Fonds zeigte, war zwar heut nicht zu verspuͤren, doch erfuhren Anlehen eine Besserung. Dagegen trat heute in dem Course der Taunus⸗Eisenbahn⸗Actien eine Reaction ein, sie erfuhren durch viel⸗ fache Verkaͤufe einen fuͤhlbaren Ruͤckgang, und auch die Dividende war stark zu 117 angeboten, waͤhrend sie gestern pCt. hoͤher gesucht war. Man kennt nicht die Ursache dieser Reaction. Der Geld⸗ stand unseres Platzes laͤßt wenig zu wuͤnschen uͤbrig und der Dis⸗ konto steht kaum 3„ 3 ½ pCt. Im Waarenhandel ist es fort— waͤhrend stille, und auch die herannahenden Festtage uͤben auf den Detailhandel noch keinen bemerkbaren Einfluß.

Die Bundesversammlung wird im Januar unter dem Praͤ⸗ sidio des Koͤniglichen Preußischen Bundestags⸗Gesandten, Herrn Baron von Buüͤlow, ihre Sitzungen wieder aufnehmen, der Herr Graf von Muͤnch⸗Bellinghausen aber schwerlich vor dem Fruͤh⸗ jahre hier zuruͤck seyn. Der Koͤniglich Preußische Resident, Herr von Sydow ist von seiner nach Pommern unternommenen Reise noch nicht zuruͤckgekehrt.

Der Koͤniglich Großbritanische Gesandte dahier, Herr W. Th. For⸗Strangways, gab gestern Abend in dem Muͤlhensschen Hause aus Veranlassung der Geburt eines Englischen Thron-Er⸗ ben ein sehr glaͤnzendes Bankett, zu welchem die Einladungen uͤberaus zahlreich ergangen waren.

Bei der am verflossenen Sonntag im Kaisersaale der Roͤmer stattgehabten 25jaͤhrigen Jubilaͤumsfeier unserer Gesellschaft zur Befoͤrderung nuͤtzlicher Kuͤnste und deren Huͤlfswissenschaften, konnte man mit Vergnuͤgen bemerken, daß die Zahl der neuen Kaiser⸗ bilder sich immer mehr mehrt und somit bald dieser beruͤhmte Saal seinen neuen Schmuck vollkommen erhalten wird.

Schon morgen Abend veranstaltet unser Theater eine Fest⸗ vorstellung von „Figaro's Hochzeit“ wegen des Tags darauf ein⸗ tretenden 50jaͤhrigen Todestages Mozart's, waͤhrend am Sonn⸗ tag selbst eine große durch die Liedertafel veranstaltete Saͤnger⸗ Vereinigung stattfinden wird, wozu wenigstens Deputationen der Saͤnger⸗Vereine aus den nahen Staͤdten erwartet werden.

Hesterreich.

Wien, 30. Nov. (L. A. Z.) Freiherr Salomon von Rothschild

ist hier eingetroffen, ersehnt von den Direktoren der Nordbahn, und ihren Actionairen ein Hoffnungs⸗Anker fuͤr den Fortbau der⸗ selben von Leipnik bis Bochina oder auch des Fluͤgels nach Prag. Das Steigen der Actien hat seine Ankunft auf guͤnstige Weise prognostizirt; aber es nicht wahrscheinlich, daß dieser wahrhafte Patron des genannten nationalen Unternehmens, der dafuͤr schon so viele Opfer gebracht, der Sache die Entscheidung wird geben wollen und koͤnnen. Es ist leider nur zu gewiß, daß die Gesell⸗ schaft vorerst, bis nicht weit guͤnstigere finanzielle Zeiten eintreten, bei dem Zielpunkte von Leipnik stehen bleiben muß, weil ihre Fonds mit den paar noch ruͤckstaͤndigen Einzahlungen nicht weiter aus⸗ reichen werden. Aller Augen sind daher auf die Entscheidung der Staats⸗Verwaltung gerichtet, inwiefern diese die Bitte um eine Garantie der Zinsen fuͤr den ferneren Bau der Bahn beruͤcksich⸗ tigen und gewaͤhren kann. Nur im bejahenden Falle scheint es fuͤr die naͤchste Zukunft moͤglich, ein Kapital zusammenzubringen und selbst eine Garantie von 4 pCt. Zinsen wird die Kapitalisten kaum sehr zur Subscription der Actien reizen.

2 Schweiz.

Genf, 30. Nov. Der Semeur (ein in Paris erschei⸗ nendes protestantisches Blatt) enthaͤlt Folgendes: „Die politische Bewegung, welche in Genf stattgefunden und mit einer konstitui⸗ renden Versammlung geendigt hat, regt eine religiöse Frage auf, die fruͤher oder spaͤter geloͤst werden muß. Genf ist kein pro⸗ testantischer, sondern ein gemischter Kanton; wie soll man also und der Courrier Suisse hat dies bereits vor uns gefragt wie soll man die protestantische Akademie und die eigenthuͤmliche Stellung der Geistlichkeit oder der ehrwuͤrdigen Gesellschaft, so wie sie sind, dem Staate gegenuͤber behaupten? Es herrscht in dieser Beziehung eine große Ideen⸗Verwirrung unter der Bewe⸗ gungs⸗Partei und man scheint bis jetzt nicht an die gegenseitige Unabhaͤngigkeit der Kirchen und des Staats, als das einzige Mittel, sich aus der Verlegenheit zu ziehen, gedacht zu haben. Dies wuͤrde die einzige Weise seyn, um allen Interessen zu ge⸗ nuͤgen und Genf wuͤrde dadurch vielleicht auch einen Theil jenes alten Ruhmes wiedererlangen, den es der Religion verdankte und der seit langer Zeit aus seinen Mauern verschwunden ist.“

Spanien.

Madrid, 241. Nov. Der Regent besuchte gestern Abend das Theater de la Cruz. Er befand sich in der Loge des Ayun⸗ tamiento, und wurde mit stuͤrmischen Bravos „Es lebe 12 Re⸗ gent! es lebe Espartero!“ empfangen. Nicht eine WW“ rief: „Es lebe Isabella II.“ Das Orchester fuͤhrte die Riego⸗Hymne und die Espartero⸗Hymne aue⸗ R.. v“ Kraͤnze regneten von allen Seiten in die 1 8

Der Regent hat, bevor er nach Ma 8. zurückkehrte, von allen Seiten Petitionen fuͤr Amnestie und erhalten. Auf jeder Station, die er passirte, draͤngte sich das Volk hinzu,

. „2ec Am Geburtstage der Koͤnigin hielt er zu um ihn zu begruͤßen. Am Sund seine Salons ware s Saragossa großen Empfange b ““ E

Die Emnwohner von ilbao uͤberreichten ihm eine Adresse, die Gerechtigkeit fuͤr den wahrhaft Schuldigen forderte, zu gleicher Zei 88 r ihm die Helden in Erinnerung brachte, mit denen er im SZe und in der Stunde der Gefahr vereinigt war, und die mit den Worten endigte: „Gnade, Gnade fuͤr Bilbao!“ mit General Alcala hat bei seiner Ankunft in Bilbao den General Zurbano, welcher sich so grausam benommen, abgesetzt, und den von ihm entsetzten Stadt⸗Kommandanten seinen Functionen zu⸗ ruͤckgegeben.

O Madrid, 24. Nov. Der Regent ist von seinem „Triumph⸗ zuge“ durch die noͤrdlichen Provinzen in unsere Mitte zuruͤckgekehrt. Gestern Mittag war die saͤmmtliche National⸗Miliz Madrids von der Puerta de Alcala an uͤber die Puerta del Sol bis zu dem Koͤniglichen Palast aufgestellt, und ein Bataillon war bis auf eine

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Die starke Kauflust, welche sich in den letz⸗

abermals die beiden Lotterie⸗

halbe Stunde weit dem Regenten entgegenmarschiert. Das Ayun⸗

tamiento schickte ihm eine Koͤnigliche Staatskarosse, welche von

acht in alterthuͤmlicher Tracht gekleideten Lakeien zu Fuß begleitet war, entgegen und fuhr selbst in zwoͤlf Miethkutschen aus dem Thore, um den Regenten einzuholen. Um zwei Uhr hielt dieser, in der erwaͤhnten Karosse sitzend und mit seiner von Gold und Sternen blitzenden Uniform geschmuͤckt, von funfzig Garde⸗Gre⸗ nadieren zu Pferde eskortirt, seinen Einzug. Als er bei dem Hotel der Englischen Gesandtschaft voruͤberfuhr, stand er in seinem Wagen auf, um die lebhafte Begruͤßung des auf dem Balkon

befindlichen Gesandtschafts⸗Personals zu erwiedern. Der Gesandte

schwenkte seinen Hut, und rief mit lauter Stimme aus: „Viva el ilustre Regente!“ waͤhrend die anwesenden Damen ihre Tuͤ⸗ cher flattern ließen. Das unten befindliche Volk stimmte in die⸗ ses Geschrei ein, waͤhrend sich, vermuthlich wegen der aͤußerst un⸗ guͤnstigen Witterung, kaum eine wohlgekleidete Person in den Straßen sehen ließ. So begab sich der Regent nach dem Koͤnig⸗ lichen Palaste, wo ihn die junge Koͤnigin oben an der Treppe empfing. Der Regent versicherte ihr, sie habe von jetzt an nichts mehr zu befuͤrchten, indem er alle Feinde des constitutionellen Thrones zu Paaren getrieben habe. Die Koͤnigin erwiederte ihm darauf, wie Augenzeugen versichern, sie sey ihm fuͤr seine Dienst⸗ leistungen aͤußerst verpflichtet, und uͤberzeugt, daß auch ihre Mut⸗ ter ihm sehr dankbar seyn werde. Der Regent erschien dann, Ihre Majestaͤt an der Hand fuͤhrend, auf dem Balkon, fand aber, der aͤußerst rauhen Witterung wegen, fuͤr gut, sich als bald wiederzuruͤckzu⸗ ziehen, und sich in seine Wohnung zu begeben. In der Mitte der S traße Alcala, wo diese einen hohen Bogen bildet, war ein Triumphbogen errichtet, und Abends waren alle Balkone auf Befehl erleuchtet. Ein hiesiges Blatt sagt in Bezug darauf: „Das Ayuntamiento streut mit vollen Haͤnden das Geld seiner Glaͤubiger aus, um dem, der einen Spaziergang durch die Provinzen, ohne auf einen Feind zu stoßen, gemacht, Festlichkeiten und Triumphboͤgen zu bereiten.“

Die Gaceta von heute enthaͤlt ein Dekret, kraft dessen die Häaͤfen von Orotava, Ciudad Real de las Palmas und Santa Cruz de la Palma auf den Canarischen Inseln auf denselben Fuß wie der von Santa Eruz de Tenerife gestellt, naͤmlich zur Ein⸗ und Ausfuhr mit dem Auslande, Amerika und der Halbinsel er⸗ maͤchtigt werden.

Das halboffizielle Blatt el Espectador preist gestern die unberechenbaren Vortheile an, welche Spanien aus den mit den Freistaaten Ecuador, Chili und Urugay angeknuͤpften politischen Verbindungenziehen werde, ohne jedoch anzugeben, ob diese Verhaͤltnisse auch auf die neuen Staaten, in welche jene Republiken zerfallen duͤrften, zu uͤbertragen seyen. Dagegen beschwert sich die Regierung bitterlich uͤber die Undankbarkeik, welche ihr Mexiko widerfahren lasse. Diese Republik hat naͤmlich die Einfuhr Spanischer Produkte mit so hohen Zoͤllen belegt, daß sie einem gaͤnzlichen Verbote gleich— kommen. Zu bemerken ist, daß der mit dem Mexikanischen Frei⸗ staat abgeschlossene Handels⸗Vertrag von einem der bewaͤhrtesten Spanischen Patrioten, naͤmlich von Herrn Calatrava, unterzeich⸗ net wurde.

Nichts kann den Geist, von welchem die Regierung geleitet wird, deutlicher ins Licht stellen, als die Haltung, welche sie den Aufruͤhrern von Barcelona gegenuͤber angenommen hat. Von ge⸗ wissen Seiten gerieth man in Besorgniß, daß die Ereignisse von Barcelona von dem erstaunten Europa auf eine Weise ausgelegt werden moͤchten, die den Wahn, als ob der Regent und seine Mi⸗ nister nicht unter, sondern aͤber den Parteien staͤnden, erschuͤttern duͤrften. Es wurde daher der Regierung der vertrauliche Rath ertheilt, gegen die Aufruͤhrer von Barcelona eine drohende Miene zu machen, um so wenigstens einigermaßen die ruͤcksichtslose Strenge, mit der die Baskischen Provinzen behandelt werden, zu beschoͤnigen. Daher die Proclamation des Regenten vom 9ten, welche nicht nur die Junta von Barcelona fuͤr hochverraͤtherisch erklaͤrt, sondern auch die Beamten der Regierung, welche an den Excessen der Junta Theil genommen haben, mit den haͤrtesten Strafen bedroht. Nun enthaͤlt aber die Gaceta ein Dekret, in welchem dem Praͤfiden- ten der Junta, der zugleich Gefe, politico war, die hoͤchste Zu⸗ friedenheit der Regierung ausgedruͤckt wird, und der General van Halen erklaͤrte zwar die Stadt, sobald er sie besetzt hatte, fuͤr be⸗ lagert, versicherte aber der Muntzipalitaͤt, es werde alsbald uͤber alles Vorgefallene ein Schleier geworfen werden, und er selbst sey nur der Vollstrecker hoͤherer ihm ertheilter Befehle. Den Mitgliedern der rebellischen Junta war der Rath ertheilt, und die Zeit gelassen worden, sich mit den erpreßten Schaͤtzen ruhig ins Ausland zu begeben, waͤhrend Jeder, der nur verdaͤchtig ist, an der gegen die Regentschaft Espartero's gerichteten Bewegung Theil genommen zu haben, außer dem Gesetz erklaͤrt ist. Van Halen löͤst drei Bataillone der National⸗Miliz von Barcelona auf und laͤßt die Uebrigen, aus Proletariern zusammengesetzten, bestehen. Er loͤst das Ayuntamiento auf und setzt das von 1840 ein, wel⸗ ches sich gegen die Koͤnigin Regentin auflehnte, und dieselbe Mi⸗ lizen, auf welche sich die letzte Junta stuͤtzte, organisirte. Er droht denen mit dem Tode, welche seine Maßregeln tadeln wuͤrden, und erlaubt den Journalen von Barcelona, ihn selbst fuͤr einen Ver— raͤther und Espartero fuͤr einen Tyrannen zu erklaͤren. Wenn

Sie mich fragen, wen ein solches Benehmen der Regierung zu⸗ friedenstelle, so muß ich, ohne zu zoͤgern, antworten: Niemanden, selbst die Urheber dieser Maßregeln nicht.

Der Englische Gesandte hatte diesen Vormittag eine lange Audienz bei dem Regenten, und darauf eine noch laͤngere bei dem General Linage.

Die heute aus Barcelona eingegangenen Nachrichten floͤßen neue Besorgnisse ein.

Aegypten.

Kahira, 1. Nov. (A. Z.) Die Eisenbahn nach Suez ist von neuem auf dem Tapet. Ein Englaͤnder ist hierzu in Dienst genommen, wir haben aber die Ansicht, daß diesmal ebenso wenig etwas daraus werde wie vor drei Jahren, wo man nicht nur schon die noͤthigen Eisenschienen, sondern auch einen Dampfwagen aus England kommen ließ. Zwar hat sich die Indische Kom⸗ pagnie erboten die Kosten allein zu tragen, und dem Pascha 5 pCt. des Gewinns zu entrichten, allein weder die die Kosten noch der Gewinn waren die Ursache, warum Mehmed Ali fruͤher nicht darauf einging. Das Mißtrauen gegen Englische Vergroͤßerungs⸗ sucht war damals allein der Grund, und der ist jetzt mehr vor— handen denn jemals.

Aus Arabien haben wir keine Nachrichten; wir erwarten hier bald die Abyssinische Mission, die vor einigen Monaten nach Rom ging, von dort nach Alexandrien zuruͤckkehrte und sich daselbst nach Syrien einschiffte, um dort das heilige Grab zu besuchen. Der Priester, oder wie man ihn jetzt betitelt Alaka (Gelehrter) Habe⸗ tu⸗Selasse, wird vielleicht in Habesch noch eine Rolle spielen. Man spricht von einer protestantischen Mission, die neuerdings wieder in dem Reich Tigre sich niederzulassen gedenke. Wir wuͤn⸗ schen ihr vor allen Dingen Klugheit, Geschicklichkeit und Men⸗

1515 schenkenntniß, worin die dortigen katholischen Missionaire sie weit uͤbertroffen haben. ebebeee EEEE11“

Düsseldorf, 2. Dez. Die Frequenz auf der Duͤsseldorf⸗ Elberfelder Eisenbahn im Monat November betrug im Ganzen 23,142 Personen. Der Guͤter⸗Transport ist jetzt ebenfalls, jedoch vorlaͤufig nur auf den beiden Hauptstationen, eroͤffnet worden.

Berichtigung. Der im gestrigen Blatte der St. Ztg., S. 1508, unter der Ueberschrift „Schweiz“ gegebene Artikel Frei⸗ burg gehoͤrt unter die Rubrik Deutsche Bundesstaaten, da hier Freiburg im Breisgau gemeint ist. 8

Die Berlin⸗Stettiner Eisenbahn.

2 Stettin, 1. Dez. Am 3. August 1840 geschah auf die⸗ fer Eisenbahn der erste Spatenstich zur Ausfuͤhrung des Planums bei Neustadt⸗Eberswalde, und auch an einigen anderen Punkten der Bahn konnten noch im Jahre 1840 die Arbeiten angefangen werden; allein die in Beziehung auf den Grunderwerb eintreten⸗ den Verzoöͤgerungen, so wie sonstige Verhaͤltnisse, veranlaßten, daß das kraͤftige Beginnen der Arbeiten erst vom Fruͤhlinge 1841 an zu rechnen ist. Die Bestaͤtigung der Statuten ist vom 12. Okto⸗

ber 1840 datirt, die Genehmigung des Bauplans und der Bahn⸗

linie erfolgte Ende Maͤrz des laufenden Jahres.

Nachdem die urspruͤnglich gewaͤhlte Bahnlinie einige Abkuͤr⸗ zungen erfahren hat, ist deren Gesammtlaͤnge 35,290 Preuß. Ruthen, oder etwa 17,65 Meile; der Gesammtbedarf an Grund und Bo⸗ den betraͤgt etwa 1305 Morgen. Ihre Stationsplaͤtze mit Bahn⸗ hoͤfen zu Berlin, Bernau, Neustadt⸗Eberswalde, Angermuͤnde, Passow, Tantow und Steettin, sind saͤmmtlich etwa 3 Meilen von einander entfernt; zwischen denselben sind noch einige Anhalteplaͤtze projektirt. Hinsichtlich des Oberbaus ist zu bemerken, daß eine Schiene 18 Fuß lang, von 17 bis 17 Pfd. pro Fuß, in Form der so g. Vignolleschen T Schiene, angewendet wird; daß dieselbe in Entfernung von 2 Fuß 6 , Zoll von Mitte zur Mitte, durch kienene Querschwellen unterstuͤtzt wird, welche, rechtwinklich beschla⸗ gen, eine Laͤnge von 7 ½ Fuß, eine Breite von 10 Zoll und eine Staͤrke von 6 ½ Zoll erhalten; daß an den Stoͤßen der Schienen Auerschwellen von 94 Fuß Laͤnge und 12 Zoll Breite, Behufs besse⸗ rer Unterstuͤtzung derselben, verwendet worden; daß die Befestigung der Schienen auf den Querschwellen durch Hakennaͤgel von 6 Zoll Laͤnge geschieht, welche an den Stellen, wo 2 Schienen zusammen⸗ stoßen Verbindungsplatten zur Unterlage erhalten und an diesen Stellen 5 Zoll laͤnger sind; daß eine Verschiebung der Schiene in ihrer Laͤngenrichtung durch 4 Zoll tiefe Einschnitte, welche der Fuß der Schiene in der Mitte an beiden Seiten hat und in welche die Naͤgel kommen, verhuͤtet wird; daß die Querschwellen einen Einschnitt erhalten, in welchen der Fuß der Schiene und resp. die Verbindungsplatte paßt, indem dadurch zugleich den Schienen eine geringe Neigung nach der Mitte der Bahn zu gegeben wird, welche der konischen Form der Raͤder entspricht; daß das Pla⸗ num in der Breite der Querschwellen ausgehoben und (nach Be⸗ schaffenheit des Untergrundes) mit einer 6 12 Zoll starken Schicht Kies (noͤthigenfalls mit Lehm gemischt) wieder ausgefuͤllt wird, worauf man dann die Schwellen bettet. In den Kurven werden, Behufs besserer Abrundung derselben, Schienen von nur 13 Fuß Laͤnge verwendet, auch die Schwellen durch Pfaͤhle an ihren Hirnenden vor dem Verschieben nach außen gesichert. Das Planum und auch die Kiesbettung werden festgewalzt.

Das Planum zur Eisenbahn wird in der Krone 14 Fuß breit hergestellt, es wird in der Regel vorlaͤufig nur in dieser Breite, also fuͤr ein Geleise, angefertigt, doch haben saͤmmtliche Bruͤcken Ueberbruͤckungen und Durchlaͤsse die doppelte Breite, und auch das Terrain fuͤr ein zweites Geleise ist jetzt schon erworben.

Die staͤrksten Steigungen der Eisenbahn sind:

auf 2850 Ruthen Laͤnge,

Z auf 9O0 auf resp. 854 und 300 Ruthen Laͤnge. Noch einige vorkommende Steigungen sind von „0 niger.

Die bedeutendsten Kruͤmmungen sind:

130 Ruthen Laͤnge mit einem Radius von 240 Ruthen, 140 5 2 2

80 2 2

Diese Kruͤmmungen liegen in der Naͤhe von Bahnhoͤfen, alle sonst vorkommenden sind unbedeutend.

Die Schwierigkeiten, welche die Beschaffenheit des Terrains dem Baue in den Weg legt, sind verhaͤltnißmaͤßig von groͤßerer Erheblichkeit als auf den benachbarten Eisenbahnen. Auftraͤge und Abtraͤge von mehr als 40 Fuß kommen auf bedeutenden Laͤngen nicht selten vor; der haͤufig sich findende Moorboden, so wie die Uebergaͤnge uͤber mehrere Flußthaͤler, (z. B. die Finow und Randow) sind wesentliche Erschwerungen. Mehr als 30 groͤ⸗ ßere Bruͤcken, uͤber 200 kleinere Bruͤcken und Durchlaͤsse, etwa ein Dutzend Ueberbruͤckungen werden erforderlich. Die Eisenbahn durchschneidet die Berlin⸗Stettiner Chaussee, zwischen Chorin und Serwest, vor Angermuͤnde und bei Schuͤne; die Berlin⸗Prenzlower Straße bei Pankow; die Chaussee, welche von Aegermuͤnde nach Prenzlow fuͤhrt, bei Kerkow.

Einige speziellere Mittheilungen aus dem Quartal⸗Berichte vom 2ten d. M., werden den Betheiligten und auch dem groͤße⸗ ren Publikum, welches jetzt reges Interesse am Fortschreiten des Eisenbahnwesens nimmt, nicht unwillkommen seyn.

I. Abweichungen von dem urspruͤnglichen Bauplane.

1) Schon in dem Berichte an die General⸗Versammlung vom 13. Mai d. J. ist die Absicht einer Abkuͤrzung der Bahn⸗ Linie zwischen Stettin und Tantow um 1130 Ruthen und zwischen Bruchhagen und Angermuͤnde um 345 Ruthen er⸗ waͤhnt. Bei der dadurch zu erreichenden erheblichen Erspa⸗ rung an den demnäͤchstigen Betriebs⸗Kosten, hat die Mehr⸗ ausgabe von etwa 50,000 Rthlr., welche diese Veraͤnderung ungeachtet der Abkuͤrzung der Bahn verursacht, nicht ab⸗ schrecken duͤrfen.

2) Durch den Beschluß des Verwaltungs⸗Raths vom 16. Juni d. J., ist die Verlegung des Bahnhofes bei Stettin in die Festungs⸗Werke und an das Ufer der Oder genehmigt. Die noͤthigen Schritte zur Ausfuͤhrung dieses Beschlusses sind geschehen; gehaltener Nachfrage zufolge, ist auch von allen dabei betheiligten Behoͤrden das neue Projekt gebilligt, doch liegt dieser Gegenstand gegenwaͤrtig noch Sr. Majestaͤt dem Koͤnige zur Entscheidung vor, die ebenfalls zu hoffen steht,

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aber abgewartet werden muß, bevor mit der Bau⸗Ausfuͤh⸗ rung vorgeschritten werden kann. Der hiesige Magistrat hat zu einer Beihuͤlfe von 30,000 Rthlr. aus staͤdtischen Mitteln, unter einigen nicht hinderlichen Bedingungen, sich bereit erklaͤrt. .

3) Durch die Veraͤnderung der Richtungs⸗Linie zwischen Stettin und Tantow, welche eine Abkuͤrzung der Bahn von 1130 Ruthen zur Folge hat, ist auch die Verlegung des urspruͤng⸗ lich bei Radekow angenommenen Bahnhofes noͤthig gewor⸗ den. Das Direktorium hat sich fuͤr die Anlage des Bahn⸗ hofes bei Tantow entschieden, theils weil diese Lage fuͤr den kuͤnftigen technischen Betrieb der Bahn die vortheilhafteste ist, theils weil dieselbe den Zugang von den Staͤdten Garz und Greifenhagen in gleicher Weise beguͤnstigt. Dieser Um⸗ stand war um so mehr zu beruͤcksichtigen, als, dem Verneh⸗ men nach, die Absicht vorwaltet, einen Uebergang uͤber die Oder bei Greifenhagen anzulegen, um eine Communication zwischen dem rechten Oder⸗Ufer und der Eisenbahn herzu⸗ stellen; auch die Stadt Garz gleiche Wuͤnsche hegt.

4) Die Entwuͤrfe zu den Bahnhof⸗Gebaͤuden sind, nach dem fuͤr die wahrscheinliche Frequenz der Bahn berechneten Erfor⸗ dernisse, mit Ruͤcksicht auf thunlichste Kosten⸗Ersparung aus⸗ gearbeitet; die Vorbereitungen zum Bau derselben haben auf dem Bahnhofe bei Berlin, der Bau selbst auf den Bahn⸗ hoͤfen zu Bernau und Neustadt⸗Eberswalde bereits be⸗ gonnen. 8

II. Terrain⸗Erwerbungen.

Die Erwerbung des erforderlichen Grund und

eine Zeit lang durch sehr hohe Forderungen vieler Grundbesitzer nicht allein erschwert, sondern fast gehemmt; ein Umstand, der auch dem raschen Fortschreiten des Baues aͤußerst hinderlich gewesen ist. Es mußte daher haͤufig die Expropriation angewendet werden, und wenn auch gewohnlich nach erfolgter Abschaͤtzung eine guͤtliche Einigung zu Stande kam, so war doch Zeitverlust nicht zu vermei⸗ den. Jetzt endlich ist die Gesellschaft, mit Ausnahme von etwa 86 Morgen, mindestens in den vorlaͤufigen Besitz des saͤmmtlichen erforderlichen Terrains getreten. Von dem Gesammt⸗Bedarfe ad 1304 ½ Morgen naͤmlich (nicht 1541 Morgen, welche fruͤher der laͤngeren Bahnlinie und anderer Ruͤcksichten wegen veranschlagt waren) sind jetzt als Eigenthum der Gesellschaft zu betrachten 1024 Morgen. Die Eigenthuͤmer von ferneren 195 Morgen ha⸗ ben auch vor desinitiver Einigung uͤber den Ankauf ihrer Grund⸗ stuͤcke die Arbeit auf denselben gestattet; es kann daher nur auf obigen 86 Morgen noch nicht gearbeitet werden.

III. Erdarbeiten.

Bis zum 1. November waren an Erdarbeiten vollendet 19,934 laufende Ruthen; in Arbeit standen 3540 laufende Ruthen. Da nun auch hiervon etwa zwei Drittheile als vollendet zu betrachten

sind, so betraͤgt jetzt die Laͤnge der beschafften Planum-⸗Arbeiten 24,000 laufende Ruthen oder 12 Meilen von der Gesammt⸗Laͤnge ad 35,290 Ruthen. Unter den vollendeten und in Arbeit begriffenen Planums- Strrecken sind einige der bedeutendsten Arbeiten mit enthalten, als die Schuͤttung durch das Schwaͤrzethal, 49 Fuß hoch, welche vol⸗ lendet ist, die Schuͤttung durch das Finowthal, 42 Fuß hoch, bis auf 40 Ruthen Laͤnge beendigt; die S chuͤttung durch das Bruch an dem kalten Wasser, ganz vollendet; die Schuͤttung des Dam⸗ mes am Pechbach von 57 Fuß Hoͤhe, bis auf 25 Ruthen Laͤnge vollendet; so wie die Schuͤttung durch die Bruͤche bei Chorinchen, bei Serwest, bei der Bruchhagner Muͤhle, bei Kerkow, durch das Randowthal, am Buckowgraben und bei der Ziegelei vor Stettin die theils begonnen, theils ansehnlich vorgeschritten sind. Auf der Strecke von Berlin nach Pankow wird das Pla— num in der Breite fuͤr 2 Geleise, also 26 Fuß breit, ausgefuͤhrt weil hierdurch bei den ganz geringen Auftraͤgen nur unbedeutende Kosten erwachsen; ein Gleiches geschieht an mehreren andern Stel⸗ len. Im Ganzen sind bis jetzt 1900 laufend? Ruthen Doppelt⸗ planum vollendet. Die Bahnhoͤfe bei Neustadt und Angermuͤnde sind planirt, derjenige bei Wendemark (Passow) ist bis zur Haͤlfte eingeebnet.

Dee Erdarbeit wird bei der jetzigen Jahreszeit fortgesetzt und soll auch waͤhrend des Winters uͤberall da, wo Auf⸗ und Abtraͤge die Arbeit bei Frostwetter gestatten; ununterbrochen forte. den. An den Punkten, wo bedeutende Erdmassen auf groͤßere Entfernung zu transportiren sind, werden dazu temporaire Bah⸗ nen angelegt und Eisenbahn⸗Transportwagen benutzt. Diese Ein⸗ richtung besteht gegenwaͤrtig zunaͤchst bei Chorinchen, bei Anger muͤnde, bei Kerkow, an der Bruchhagner Muͤhle, bei Schonow bei Petershagen auf zwei Punkten, am Buckowgraben und an der Ziegelei bei Stettin, und soll auch in der naͤchsten Zeit an 6 an⸗ deren Punkten eingerichtet werden. Die Transportwagen dazu sind vorhanden und die erforderlichen Schienen werden gelegt.

IV. Befestigung der Boͤschungen.

Die Befestigung der Boͤschungen wird uͤberall gleichzeitig mit dem Planum da ausgefuͤhrt, wo 1 die Peschaffe cheis e.csqnh nums gestattet, d. h. also da, wo keine zu hohen Aufschuͤttungen vorkommen, welche ein nachtraͤgliches Sacken befuͤrchten lassen Es sind im Ganzen nach dem Raäpport pro September c. don den auszufuͤhrenden 115,100 Quadratruthen 26,342 Quadratru then gefertigt und bezahlt.

V. Bau der Bruͤcken und Durchlaͤsse.

8 Der Bau der Bruͤcken und Durchlaͤsse ist auf allen 3 Bau Abtheilungen im Gange und sind dabei auch schon wesentliche Fort schritte gemacht worden, wie sich aus Folgendem ergiebt: Es sind naͤmlich bis 1. November d. J. vollendet

6 Bruͤcken,

8 Doppel⸗Durchlaͤsse,

5 einfache Durchlaͤsse,

13 Seiten⸗Durchlaͤsse, Bruͤcken durch Seitenwege, —2 Ueberbruͤckungen von Communications⸗Wegen. In Arbeit sind genommen

7 Bruͤcken,

9 einfache Durchlaͤsse,

2 Seiten⸗Durchlaͤsse, 1““ öI11“

4 Ueberbruͤckungen von Communications⸗Wegen,

die ebenfalls bald vollendet seyn werden. 8

Unter den vollendeten Bauwerken befindet sich eine der groͤß⸗ ten Bruͤcken, diejenige uͤber die Schwaͤrze naͤmlich, welche 470 Schachtruthen Material erforderte.

„In Arbeit sind gleichfalls die groͤßten Bauwerke dieser Art, naͤmlich die Bruͤcke uͤber die Finow, von 48 Fuß lichter Weite und 42 Fuß Hohe, die Bruͤcke uͤber den Pechbach und die uͤber den Buckowgraben bei Stettin, letztere deshalb so bedeutend, weil die Dammschuͤttung die Hoͤhe von 40 Fuß erreicht und weil ne⸗

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