ben der Oeffnung zum Wasserdurchlaß zugleich eine Durchfahrt angebracht werden muß. Die Bruͤcke uͤber die Finow ist im Ge⸗ woͤlbe fertig und jetzt bereits so weit hergestellt, daß die Schiff⸗ fahrt durch dieselbe geleitet werden kann, indem auch der neu an⸗ zulegende Kanal ober⸗ und unterhalb derselben der Vollendung nahe ist. 28.⸗9 . Die Bruͤcke uͤber den Pechbach ist fast fertig gewoͤlbt; die uͤber den Buckowgraben im Gewölbe geschlossen und fuͤr vollendet zu achten. Zu den noch nicht in Arbeit genommenen Bruͤcken und Durchlaͤssen ist, eine große Anzahl von Material herange⸗ schafft, so daß im naͤchsten Fruͤhjahr die Ausfuͤhrung derselben ohne Unterbrechung geschehen kann; indeß wird auch in diesem Herbste die Arbeit thaͤtig fortgesetzt, und sind mindestens gegenwaͤrtig noch 180 Maurer beschaͤftigt. Die Anzahl der im urspruͤnglichen Anschlage angenommenen Bruͤcken und Durchlaͤsse wird sich im Allgemeinen vermindern, weil, unbeschadet der vollstaͤndigen Entwaͤsserung der an die Bahn graͤnzenden Grundstuͤcke, mehrere Abwaͤsserungen durch Vertiefung der Seitengraäͤben zusammengefaßt werden koͤnnen. Dagegen wird auch eine Bruͤcke, diejenige uͤber das Blankenburger Fließ, erwei⸗ tert, so wie bei Passow eine nicht veranschlagte Fluthbruͤcke er⸗ baut werden muͤssen. Die Ersparung an den Bruͤckenbauten ist indeß groͤßer, als die vorgenannte Mehrverwendung.
VI. Befestigung des Planums.
Fuͤr die Heranschaffung des erforderlichen Kieses zur Unter⸗ bettung der Querschwellen auf der Strecke von Berlin bis Neu⸗ stadt, welche im naͤchsten Sommer eroͤffnet werden soll, ist so ziem⸗ ich gesorgt, und zwar ist der Kies, so weit derselbe nicht auf der Bahn selbst transportirt werden muß, auf der Strecke von Neu⸗ stadt uͤber Bernau bis zur Zepernicker Graͤnze herangeschafft. Fuͤr das erforderliche Quantum von der Zepernicker Graͤnze bis Berlin wird gegenwaͤrtig gesorgt. Auf der 2ten und 3ten Ab⸗ theilung ist die Anlieferung des Kieses ebenfalls eingeleitet, und wird dieselbe waͤhrend des Herbstes und Winters nach Moͤglich⸗ keit betrieben werden. e“ VII. Herstellung des Bahngestaͤnges.
a) Beschaffung der Querschwellen.
Nachdem die oͤffentliche Ausbietung des diesjaͤhrigen Bedarfs an Schwellen kein gewuͤnschtes Resultat gegeben hatte, ist die Anlieferung der Schwellen im Wege der freien Verhandlung be⸗ wirkt, indem theils die Anlieferung fertiger Schwellen verdungen, thelis aber Balken und Rundholz angekauft und zu Schwellen verarbeitet worden ist. Hierdurch wurde ein Preis erzielt, welcher unter den Anschlagssaͤtzen bleibt und der im Allgemeinen als sehr befriedigend angesehen werden muß. Gegenwaͤrtig sind schon 76,000 Stuͤck Schwellen, welche den Bedarf von circa 8 Meilen decken, an die Bahn geschafft worden. Der ganze Rest der Querschwellen pro 1842 und 1843 ist ebenfalls aus freier Hand verdungen, und ist es gelungen, den maͤßigen Preis von 21 Sgr. pro Stuͤck kurzer
Schwellen und 1 Rthlr. 4 Sgr. 2 Pf. pro Stuͤck langer Schwel⸗
len zu erzielen.
b) Lieferung von Schienen.
Die Anlieferung von Schienen hat im Allgemeinen den durch den Kontrakt mit Gebruͤdern Bayley vorausbedungenen Fortgang gehabt; es sind bis jetzt 74,060 Centner hier eingetroffen und dies deckt den Bedarf von 9 ¾ Meilen.
89 c) Die Anfertigung der Haken⸗Naͤgel.
Zur Befestigung der Schienen und der eisernen Platten zur Unterlage auf den Stoͤßen der Schienen, ist zu sehr. billigen Prei⸗ sen verdungen und schreitet, dem Beduͤrfnisse entsprechend, der Vollendung entgegen. 8
d) Legen des Bahngestaͤnges
Das definitive Legen der Bahn ist bei Neustadt, in der Rich⸗ tung auf Berlin zu, begonnen, und sind bis heute (1. Dezember) etwa 1000 Ruthen oder Meile Bahn vollendet. Diese Arbeit wird thaͤtig fortgesetzt und jetzt mit mehr Nachdruck betrieben werden, weil die Dammschuͤttung uͤber die Schwaͤrze, welche nur Meile von Neustadt entfernt ist, nunmehr vollendet ist. Das Bahnlegen kann bis zum Eintritt strenger Winter⸗Witte⸗
rung um so ungestöorter fortgesetzt werden, als alle Materialien zum Oberbau in Neustadt vorhanden sind und mit leichter Muͤhe
7.
auf der Bahn zugefuͤhrt werden koͤnnen.
VIII. Gebaͤude.
Außer dem unter I. 4. oben Gesagten ist noch zu erwaͤhnen, daß, falls nicht zu zeitig strenger Frost eintritt, bei Ausfuͤhrung der Bahnhof⸗Gebaͤude in Berlin, Bernau und Neustadt⸗Ebers⸗ walde im gegenwaͤrtigen Herbste ansehnliche Fortschritte gemacht werden koͤnnen. Die Hindernisse mancherlei Art, welche dem Beginnen der Bauten auf dem Bahnhofe bei Berlin entgegen⸗ standen, haben, ungeachtet aller Anstrengungen, erst in diesen Tagen beseitigt werden koͤnnen.
kMWX. Maschinen und Wagen, Geraͤthe. a) Lokomotive. 8
Außer den von Norris aus Philadelphia bezogenen 2 Loko⸗ motiven, welche in Neustadt bereits aufgestellt sind, sind gegen— waͤrtig auch die von Scharp⸗Robert in Manchester angefertigten 2 Maschinen hier angelangt und nach Berlin gesendet. Demnaͤchst hat das Direktorium 2 Lokomotiven und Tender bei Borsig in Berlin fuͤr den Preis von 12,000 Rthlr. pro Stuͤck bestellt, in der Hoffnung, kraͤftige und dauerhafte Maschinen zu erhalten, weil die erste, aus seiner Werkstatt hervorgegangene Lokomotive sich in dieser Art vollkommen bewaͤhrt hat. F““
Bekanntmachungen.
Nothwendiger Verkauf.
Invalidenstraße Nr. 84 belegenen Bretterschen Grund
9 8 77 Allgemeiner Anzeiger für 2 Vorwerken, ist von dem auf kurze Zeit in Ber zu erkaufen. Kauflustige, die eine Anzahlung von min⸗
Stadtgericht zu Berlin, den 13. November 1841. destens 25,000 Thlr. sofort nachweisen koͤnnen, wollen aus. Die in der Ackerstraße Nr. 27 und 28 und in der ihre Adressen im Intell.⸗Comt. sub X. 85. abgeben.
1516
Im Laufe des Dezember⸗Monats wird auf der bei Neustadt fertigen Strecke der Materialien⸗Tronsport mittelst Lokomotivkraft beginnen.
b) Bau der Transport⸗ und Personenwagen. „Der Bau von 20 Guͤter⸗Transport⸗ und 2 Bagagewagen fuͤr Passagiergut ist bei einem der bewaͤhrtesten Wagen⸗Fabrikan⸗ ten in Berlin, welcher die meiste und beste Arbeit fuͤr die Anhalt⸗ Magdeburgische und jetzt fuͤr die Ober⸗Schlesische Bahn angefer⸗ tigt und uͤbernommen hat, zu dem Preise von resp. 325 und 475 Rthlr. verdungen, ihm auch der Bau der Personenwagen uͤbertragen, wovon jedoch erst vorlaͤufig von jeder Wagen⸗Klasse Einer angefertigt wird, damit hiernach entschieden werden kann, ob in der angefangenen Weise weiter gebaut werden oder aber eine Modification eintreten soll. Diese Wagen werden noch im Laufe dieses Jahres vollendet seyn und jedenfalls bis zur beabsichtigten Eroͤffnung der Bahn bis Reustadt die noͤthigen Transportmittel beschafft werden.
X. Geld⸗, Kassen⸗ und Rechnungswesen.
Durch die stattgehabte erste und zweite Einzahlung, durch ge⸗ schehene Vollzahlungen von Actien, durch Zinsen des vorhandenen Bestandes ꝛc. sind eingenommen 975,388 Rthlr. 12 Sgr. 2 Pf. Verausgabt sind mit Einschluß von
Abschlags⸗Zahlungen bis zum . Nevemnbee. . .885 650
Es waren mithin damals noch disponibel.. 4. Ruͤckstaͤndige Ausgaben sind ins⸗ besondere die Steuer fuͤr Schie⸗
n]
Dieser Zustand der Kasse verlangte bei den bedeutenden Aus— gaben, die die Ausfuͤhrung nach ihrem jetzigen Gange erfordert, eine recht baldige Verstaͤrkung des Bestandes, und ist deshalb, außer der zum 1. Dezember d. J. festgesetzten dritten Einzahlung von circa 227,000 Rthlr., in wenigen Monaten eine vierte noͤthig. Weil bei dieser dritten Einzahlung die Vollzahlung von Actien gestattet war, kann der zur Kasse fließende Betrag jetzt noch nicht mit groͤßter Wahrscheinlichkeit geschaͤtzt werden; indeß werden die Vollzahlungen uͤber 100,000 Rthlr. sich belaufen.
Verschiedene nothwendige oder nuͤtzliche Abaͤnderungen im Bauplane, so wie die Vermehrung der Betriebsmittel haben eine Ueberschreitung der Anschlagsumme unvermeidlich gemacht. Nach den jetzt gemachten, fuͤr zuͤtreffend zu erachtenden Ermittelungen werden anstatt 2,724,000 Rthlr., 3,028,460 Rthlr. erforderlich seyn. Das Plus von 304,460 Rthlr. wird beispielsweise veran⸗ laßt durch 35,000 Rthlr. Mehrausgabe fuͤr Grund- und Nuz— zungs⸗Entschaͤdigung; 75,000 Rthlr. mehr fuͤr Gebaͤude; 172,000 Rthlr. mehr fuͤr Maschinen, Wagen, Geraͤthe; 116,000 Rthlr. fuͤr die Verlegung des Bahnhofes zu Stettin in die Festungs⸗ werke; 12,000 Rthlr. fuͤr Coaks⸗Oefen; 10,000 Rthlr. Beihuͤlfe zur Chaussee von Neustadt nach Freienwalde. An anderen Po⸗ sitionen treten Ersparungen ein, z. B. 12,400 Rthlr. fuͤr einen Tunnell; 25,900 Rthlr. an Befestigung des Planums; 67,900 Rthlr. an den Kosten der Herstellung des Bahngestaͤnges; 10,800 Rthlr. an den Ausgaben fuͤr Einfriedigung der Bahn.
XI. Verschiedenes.
a) Die Ausfuͤhrung einer Chaussee von Prenzlow bis zum
Bahnhofe bei Wendemark an der Randow ist fuͤr die Ge⸗
sellschaft in doppelter Beziehung wichtig, indem nach Voll⸗ endung derselben die ganze Frequenz aus der Uckermark, Vor⸗ und Neu⸗Vorpommern nach Berlin, welche sonst erst bei Angermuͤnde die Eisenbahn erreicht, 3 Meilen fruͤher auf die Eisenbahn geleitet wird; anderen Theils, weil der Ver— kehr, von Prenzlow und der Uckermark auf Stettin der
Bahn zugefuͤhrt wird, welcher ohne diese Chaussee fuͤr die—
selbe verloren gehen wuͤrde. Fuͤr die Chaussee welche von
der Prenzlow-Angermuͤnder Chaussee bei Gramzow abge⸗ zweigt werden soll und von dort aus bis Wendemark eine
Laͤnge von * Meilen erhaͤlt, ist das noͤthige Kapital im Wege
der Actienzeichnung zusammengebracht, und hat der Koͤnigl.
Landrath Angermuͤnder Kreises es uͤbernommen, die noͤthi⸗
gen Schritte bei den Behoͤrden zu thun, um die Genehmi⸗
gung des Staats zur Ausfuͤhrung dieser Chaussee zu er— halten.
Dem Vernehmen nach ist auch die Anlage einer Chaussee wischen Strasburg und Prenzlow (3 Meilen) durch Zeich⸗ nung eines Actien-Kapitals von 65,000 Rthlr. bereits ge⸗ sichert; ein neuer Beweis davon, daß die Wichtigkeit guter Verbindungen mit einer Eisenbahn auch fuͤr den Landwirth jetzt lebhaft gefuͤhlt wird.
b) Fuͤr die Zusammenbringung des erforderlichen Kapitals zu der Chaussee⸗Anlage von Neustadt nach Freienwalde hat sich ein Comité gebildet, an dessen Spitze der Koͤnigl. Landrath Ober⸗Barnimschen Kreises getreten ist, und steht zu erwar— en, daß mit Einschluß der von der General-Versammlung bewilligten 10,000 Rthlr. und der von Mendelsohn und Comp. bereits gezeichneten 1500 Rthlr. das noͤthige Kapital baldigst beschafft werden wird.
Um bei der im naͤchsten Jahre stattfindenden theilweisen Er— oͤffnung der Bahn den vorlaͤufigen Bedarf an Lokomotiv⸗ fuͤhrern zu sichern, sind 3 geeignete Personen zur Ausbil⸗ dung nach Leipzig gesandt, wo solche durch die gefaͤllige Vorsorge der Direction der Leipzig⸗Dresdner Eisenbahn⸗Ge⸗ sellschaft die erforderliche Unterweisung erhalten. Fuͤr den Feuerungsbedarf wuͤrde von sehr großer Wichtigkeit seyn, venn das neuerlich bei Buckow aufgefundene Braunkohlen⸗ Lager auch zur Heitzung der Lokomotive geeignetes Mate⸗ rial enthielte.
88,738 Rthlr. — Sgr. — Pf.
mann, Kl. Jaͤgerstr. 9.
süͤcke, gerichtlich abgeschaͤtzt zu 5069 Thlr. 18 Sgr. 6 Pf. und 5476 Thlr. 5 Sgr., sollen
am 28. Juni 1842, Vormittags 11 Uhr, an der Gerichtsstelle subhastirt werden. Die Taxe und der Hypothekenschein sind in der Registratur einzusehen.
Eine 3 Meilen von Posen, * Meile von der Warthespreußen, Westphalen und die Rheinprovin gelegene Herrschaft, bestehend aus 3 Doͤrfern und serscheint in der K 4 2¹
Literarische Anzeigen. Subscriptions⸗Einladung. 8 Ein umfassendes Werk: die Spezial⸗Wandkar⸗ den sind. ten der Provinzen des Preußischen Staa⸗ tes, als: Brandenburg, Pommern, Sach
unst⸗Verlagshandlung von E. Kort⸗niß sind — anzunehmen geruht.
an runden Stangen vermittelst einer Rolle aufgezo⸗ gen werden, kosten nur 3 Thlr., fuͤr welchen Preis dergleichen Karten bis jetzt kaum aufgezogen wor
Se. Matestaͤt der P 8 hae ööö G nicht allein Allerhoͤchst Ihren Beifall zu schenken, Berliner Buchhandlungen noch am T Be⸗ sen, Schlesien, Posen, Sstyreußen, West⸗ sondern auch die Dedication dieser Spezial⸗Wandkar⸗ SSöG werden Fhnen. 90
ten — welche fuͤr Lehr⸗Anstalten ein wahres Beduͤrf⸗ Iin2 Sie eignen sich aber
Die vorenthaltene Darstellung, wozu Einsender glaubwuͤrdige Materialien benutzen konnte, duͤrfte die Ueberzeugung gewaͤhren, daß der Bau der Berlin⸗Stettiner Eisenbahn so rasch vorge⸗ schritten ist, als die Umstaͤnde es irgend gestattet haben, und daß, ungeachtet der nothwendig gewordenen Erhoͤhung der urspruͤng⸗ lichen Bausumme um etwa 300,000 Rthlr., diese fast 18 Meilen lange Bahn die verhaͤltnißmaͤßig wohlfeilste unter allen mit Dampfkraft befahrenen Eisenbahnen Deutschlands seyn wird. Diese letztere Behauptung wird Verfasser in einem anderen Aufsatze: uͤber die Eisenbahnen Deutschlands und der Nachbar⸗ staaten, naͤher begruͤnden.
Meteorologische Beobachtungen.
1811. Morgens 5. Dez. 6 Uhr.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags Nach einmaliger
2 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck. (334,71 Par. 335,46 Par. 336,94 Par. qAuellwärme 8,20 R.
„6 R. 4,10 R. 4,5 . Flusswärme 3,6 8 + 0,69 + 4,10 R. + 4,5 R. F 2 3,6° n + 2 —₰— 2,202 n. V — 3,8⁰ R. Bodenwärme 4,9 ° . Dunstsättigung 89 pCt. 86 pCt. 91 pCt. Ausdünstung 0,0317 Rb. Wetter trübe. halbheiter. neblig. Niederschlag 0,011 Rh.
Luftwärme ... Thaupunkt . ..
80. 80. 80. Wolkenzug. .. — 80. — — 3,9⁰.
Tagesmittel : 335,70“ Par... + 3,19 v + 2,1 89 pPCt. 80.
II Tee Den 6. Dezember 1841.
8 5 — 1 3 Fonds. α Pr. Cour. Pr. Cour. Bries. 1 Geld.
Mctien. [IBrief.]Geld.
— ⁸
St. Schuld-Sch. 4 104 ½ 103 ½ Url. Pots. Eisenb. 5 12 122 Pr. Eugl. 0bl. 30. 4 — 101 ½˖ [dSo. do. Prior. Act. 4½ Präm. Sch. derB Mgd. Lpz. Bisenb. — 109 ¼ Sechandlung. — 80 ¾ 80 ¼ do. do. Prior. Act. 4 103 Kurm. Schuldv. 3 — 102 Brl. Anh. Eisenb. — 105 ½ Berl. Stadt -Obl. 4 103 ⅔ 103 ½ [do. do. Prior. Act. 4 102 ⅔ Elbinger do. 3 ½ — — Düss Flb. Bisenb. 5 89 ¼ Danz. do. in Tb. — 48 — do. do. Prior. Aet. 5 102 ⅓ Westp. Pfandbr. 3 102 2 101 . Rbein. EBisenb. 5 94 ½ Grossb. Pos. do. 4 105 ¾¼ 104 do. do. Prior. Act. 4 101 Ostpr. Pfandbr. 3 ½ 102 ¼ 101 ¼ b Pomm. do. 3 ½ 102 — Kur- u. Neum. do. 3 ½ 102 ½ Schlesische d. 32½ 100 ½
Gold al marco — Friedrichsd'or — 13
Andere Goldmün- zen à 5 Th. 8 8 3
Disconto
Auswärtige Börsen.
Niederl. wirkl. Schuld 51 ½. 5 ½ do. 99 S5. Ausg. —. Zinsl. 6 ½. Preuss.
Amsterdam, 2. Dez. Kanz. Bill. 25 %. 56 Span. 23-15. Pass. —.
0 Präm. Sch. —. Pol. —. Oesterr. 105 ½.
Lntwerpen, I. Dez. Ziusl. 6. Neue Anl. 23 G.
Frankfurt a. M., 3. Dez. Met. 108 6. 49½ 100 i G. 2 ½ 9 55 ⅔ G. 19 24 G. Bank-Act. 1968. 1966. Loose zu 500 Pl. 142 ⅞. 1 12 ⅞. Preuss. Präm. Sch. 80 ⅞ G. do. 4 ⅔ Anl. 102 ¼ Br. Poln. Loose 75 ¾ G. 5 ½ Span.
Oesterr. 5 ½
Leipzig- Dresden 101 2 G. Köln-Aachen 98 ½ G.
Engl. Russ. 108 ½.
Eisenbahn-Actien.
Hamburg, 4. Dez. Bank-Actien 1615.
Paris, 1. Dez. 5 % Rente fin cour. 116. 65. 3 9 Rente üin cour. 80. 20. n de 1841 fin cour. 80. 80. 5 98 Neapl. fin cour. 105. 5G Span. Rente
8 3 25 8. Passive 2 ¼.
Wien, 1. Dez. 5 G Met. 106. 129 99 ½. 36 75. 19 —. Bank-Actien 1602. Anl. de 1834 141. de 1839 111 ¼.
Königliche Schauspiele.
Dienstag, 7. Dez. Im Opernhause: Don Juan, Oper in 2 Abtheilungen, mit Tanz. Musik von Mozart. (Dlle. Tuczek: Zerline.)
Im Schauspielhause: 1) La paix, ou: la guerre? comédie nouvelle en 1 acte. 2) Un premier amour, drame-vaudeville en 3 actes, par Mr. Bayard.
Mittwoch, 8. Dez. Im Schauspielhause: Die Herrin von der Else, Schauspiel in 5 Akten, von C. Blum.
Donnerstag, 9. Dez. Im Schauspielhause:
9, 2 Patkul, politi⸗ sches Trauerspiel in 5 Abth., von C. Gutzkow.
Königstädtisches Theater.
Dienstag, 7. Dez. Der Liebe und des Zufalls Spiel, oder: Maske fuͤr Maske. Lustspiel in 2 Akten, nach Marivaux und Juͤnger, von Lebruͤn. Hierauf: Der Vater der Debuͤtantin. Posse in 4 Akten, nach Bayard, von B. A. Herrmann.
Mittwoch, 8. Dez. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Lucre- zia Borgia. Opera in 3 Atti. Musica del Maestro Donizetti. (Signora Laura Assandri: Donna Lucrezia. Signor Francesco Ciaffei: Gennaro.)
Donnerstag, 9. Dez. Die Muͤllermeisterin, oder: Die Folgen einer Erbschaft. Gemaͤlde aus dem Leben mit Gesang, in 3 Ak— ten, von J. Schickh.
XX“
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober-⸗Hofbuchdruckerei.
20 71 82 ₰ 9 die Preußischen Staaten. Diese Karten zeichnen sich auch, da sie Staͤdte, Flecken, Doͤrfer, Schloͤsser, Vor⸗ lin anwesenden Besitzer aus freier Hand durch Korrektheit der Zeichnung, Sauberkeit des werke, Meiereien, Kloͤster, Poststationen, Faͤhrhaͤuser, Drucks und Schoͤnheit des Papiers sehr vortheilhaft Ruinen, Mineralbaͤder u. Jede Karte besteht aus 9 Blaͤttern, ist 5 Fuß Post⸗ und Landstraßen und Eisenbahnen nachweisen, 6 Zoll hoch und 6 Fuß breit und kostet nur die sehr zum Gebrauch fuͤr Jedermann, insbesondere fuüͤr Ge⸗ geringe Summe von 1 Thlr. 15 Sgr. auf Kattun gezogen und mit Band eingefaßt, welche
s. w., ferner Chausseen, Exemplare, schaͤftsmaͤnner, Gastwirthe ꝛc.
In allen Buchhandlungen ist gratis zu haben; Verzeichniß von Buͤchern, welche fuͤr die darin bemerkten, außerordentlich herabgesetzten Preise auf kurze Zeit durch alle
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Wärmewechsel +† 4,8 88
-b Fcdr4;67a9 cct 1. zh S
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Dezember
Inhalt.
Amtliche Nachrichten. b Rußland und Warschau. Ankunft des Ober⸗Praͤsiden⸗ ten der Provinz Posen. Frankreich. Ph⸗ 1. Das Journal des Débats und die Praͤ⸗ sidentschafts⸗Frage. — Vermischtes. — Brief aus Paris. (Herr von Lamartineund das Ministerium; die Zuckerfrage vor der Kammer.) Großbritanien und Irland. London. Zahlreich besuchtes Le⸗ ver des Lord⸗Lieutenants von Irland. — Irland, O. Connell und das konservative Ministerium. — Beabsichtigte Anknuͤpfung. diplo⸗ matischer Verhaͤltnisse mit Rom. — Frankreich und die Tuͤrkisch⸗ Griechischen Differenzen. — Vermischtes. Niederlande. Haag. Die Geschaͤftssprache im Luremburgischen. Belgien. Bruͤssel. Neue Verhaftungen. — Geruͤchte in Bezug auf das Komplott. 5 Deutsche Bundesstaaten. Stuttgart. Abgeordneten⸗Kammer. — Braunschweig. Zoll⸗Verband. “ Oesterreich. Prag. Die Prag⸗Dresdener Eisenbahn soll hoͤhere Genehmigung erhalten haben.
Schweiz. Zuͤrich. Oeffentliche Stimmung in Genf. — Italien. Neapel. Der Schwefelzoll in Sicilien. — Florenz. Der Großherzog in Palermo. G“
Spanien. Madrid. Der Orden vom 7. Oktober.
Portugal. Die Spanischen Fluͤchtlinge.
Türkei. Konstantinovel. Gruͤnde der Truppenvermehrung.
Inland. Berlin. Verordnung üͤber die Einrichtung der Ge⸗
Bmeinde⸗Verfassung in denjenigen Staͤdten der Provinz Westphalen, in welchen die Staͤdte⸗Ordnung bisher nicht eingefuͤhrt ist.
Ueber den Charakter und die Verhaͤltnisse der eingeborenen Bevdl⸗ kerung Irlands. (Zweiter Artikel.)
Beilage. Inland. Berlin. Landgemeinde⸗Ordnung fuͤr die Provinz Westphalen nebst den darauf bezuͤglichen Erlaͤuterungen.
Amtliche Uachrichten. Kronik des Tages.
Berlin, den 7. Dezember.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem bei Allerhoͤchstdenenselben beglaubigten Koͤniglichen Großbritanischen außerordentlichen Ge⸗ sandten und bevollmaͤchtigten Minister, Lord Burghersh, heute eine Audienz im hiesigen Schlosse zu ertheilen und aus dessen Haͤn⸗ den das fuͤr ihn ausgefertigte Beglaubigungs⸗Schreiben Ihrer Majestaͤt der Koͤnigin von England entgegenzunehmen geruht.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
Dem Ingenieur en Thef Vicat zu Grenoble den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse zu verleihen, und—
Dem Kabinets⸗Rath Uhden die Erlaubniß zu ertheilen, das von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Bayern ihm ertheilte Ritter⸗ kreuz des Koͤnigl. Verdienst⸗Ordens der Bayerischen Krone an—
nehmen zu duͤrfen.
bbeee“ die Legitimations⸗Fuͤhrung bei Reisen auf den Ber⸗ lin⸗Anhalt⸗-Magdeburg⸗Leipzig⸗Dresdner Eisenbahnen betreffend.
Um die Schwierigkeiten und Weiterungen zu entfernen, welche bei fortdauernder Anwendung der bestehenden paßpolizeilichen Vor⸗ schriften §. 1, 7 des Paß⸗Edikts vom 22. Juni 1817 hinsichtlich der Legitimations⸗Fuͤhrung der auf den Berlin⸗Coͤthen⸗Magdeburg⸗ Leipzig⸗Dresdner Eisenbahnen ins Ausland reisenden oder aus dem Auslande ins Inland kommenden Personen entstehen koͤnnten, und um durch eine gegenseitige Erleichterung der paßpolizeilichen Vor⸗
schriften die Vortheile zu erhoͤhen, welche aus der Benutzung der
vorgedachten Bahnen den Anwohnern derselben erwachsen werden, ist unter Allerhoͤchster Genehmigung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs mit den betheiligten Koͤniglich Saͤchsischen und Herzoglich Anhalt⸗ schen Regierungen Folgendes vereinbart worden: §. 1. Vom 1. Januar 1842 ab sind diejenigen Einwohner des im §. 2 naͤher bezeichneten Bahn⸗Rayons, welche nach den §. 3 folgenden Bestimmungen zur Fuͤhrung von Paßkarten be⸗ rechtigt sind, von der Verpflichtung entbunden, sich zu ihren Rei⸗ sen auf der Bahn in die Koͤniglich Saͤchsischen und Herzoglich Anhaltschen Staaten mit Ausgangs⸗Paͤssen versehen zu muͤssen. Eben so vertritt fuͤr die Koͤniglich Saͤchsischen und Herzog— lich Anhaltschen Landes-⸗Unterthanen bei deren Reisen auf den vor⸗ edachten Eisenbahnen in dem §. 2 naͤher bezeichneten Bahn⸗ Ragon die Paßkarte die Stelle des Eingangs⸗Passes. §. 2. Der Bahn⸗Rayon umfaßt die durch die vorgedachten Eisenbahnen verbundenen Staͤdte und die nachfolgenden landraͤth⸗ lichen Kreise: 1) im Regierungs⸗Bezirk Potsdam Nieder⸗Barnim, Ober⸗Barnim, Beeskow⸗Storkow, Juͤterbogk⸗Luckenwalde, Zauch⸗Belzig, Ost⸗Havelland, West⸗Havelland, ETgeltow; — 2) in dem Regierungs⸗Bezirk Magdeburg die
Kreise: Kalbe, Jerichow II., Aschersleben, — leöken 8 Wollmirstaͤdt; 3) im Regierung⸗Bezirk Merseburg die landraͤthlichen Kreise: Bitterfeld, “ 1““ Delitzsch, Liebenwerda, Mannsfelder⸗Seekreis,
8
Mannsfelder⸗Ge Merseburg, Naumburg, Saalkreis, Schweinitz, Torgau, Wittenberg, Weißenfels, E b
4) im Regierungs⸗Bezirk Frankfurt die landraͤthlichen Kreise: Luckau, Kalau, Kottbus, und
5) im Regierungs⸗Bezirk Liegnitz den landraͤthlichen Kreis: Hoyerswerda.
§. 3. Denjenigen Einwohnern des Bahn⸗Rayons, welche den Polizei-Behoͤrden als vollkommen sicher und zuverlaͤssig bekannt sind, werden vom 1. Januar 1842 ab fuͤr ihre Reise auf der Bahn innerhalb des Bahn⸗Rayons und der Koͤniglich Saͤchsischen und Herzoglich Anhaltschen Staaten Paß-Karten ertheilt.
Als vollkommen sicher und zuverlaͤssig gelten den Polizei⸗ Behoͤrden in dieser Beziehung:
alle diejenigen selbststaͤndigen Personen, die innerhalb des Bahn⸗
Rayons ihren ordentlichen festen Wohnsitz haben. Die Paß⸗Karten bleiben daher allen denen versagt, welche
1) nach den bestehenden Gesetzen auch bei Reisen im Inlande E sind, wie Gewerbe⸗Gehuͤlfen, Handwerksbur⸗ chen ꝛc.;
2) der Klasse der Dienstboten und Arbeitsuchenden angehoͤ⸗ ren, oder
3) aus irgend einem Grunde besonderer polizeilicher Aufsicht unterworfen sind.
Kinder und Ehefrauen, welche mit ihren Aeltern und Ehe⸗ gatten, und Dienstboten, welche mit ihren Herrschaften reisen, wer⸗ den durch die Paß⸗Karten der Letzteren legitimirt. Handlungs— Reisende und Familienglieder koͤnnen nur ausnahmsweise auf den Antrag des Prinzipals oder Familienhaupts Paß⸗Karten erhalten.
§. 4. Die Paß⸗Karten, welche nach einem fuͤr alle bethei⸗
ligten Staaten uͤbereinstimmenden Formulare ausgestellt werden,
sind fuͤr die Dauer des Kalenderjahres guͤltig. Sie werden von denjenigen Polizei⸗Behoͤrden ertheilt, denen die Befugniß zur Er⸗ theilung von Auslandspäaͤssen zustaͤndig ist. Der Preis der Paß⸗ Karten betraͤgt fuͤnf Silbergroschen; Expeditions⸗ oder Stempel⸗ Gebuͤhren werden dafuͤr nicht entrichtet.
§. 5. Zur Nachweisung seiner Legitimation ist waͤhrend der
Reise auf der Bahn und innerhalb des Rayons derselben jeder
Reisende verpflichtet. Vermag er nicht, dieselbe, auf die Aufforde⸗ b
rung der Bahn⸗ oder sonstigen Polizei⸗Beamten, durch Paß⸗Karte, Paß, oder auf sonst zuläaͤssige Weise sofort zu fuͤhren: so bleibt er von der Weiterreise auf der Bahn ausgeschlossen und hat zu ge⸗ waͤrtigen, daß wegen seiner Zuruͤckweisung, je nach den Umstaͤnden des Falles, auf Grund der bestehenden Borschriften, weiter uͤber ihn verfuͤgt wird.
§. 6. Wer die Paß⸗Karte verfaͤlscht, oder eine verfaͤlschte zu
seiner Legitimation produzirt, oder die ihm ertheilte Paß-Karte
einem Anderen zum Gebrauche als Legitimations⸗Mittel uͤberlaͤßt, hat, wenn nicht ein damit beabsichtetes oder in Verbindung ste⸗ hendes Verbrechen kriminelle Bestrafung nach sich zieht, jedenfalls eine polizeiliche Geldstrafe bis zu fuͤnfundzwanzig Thalern oder eine Gefaͤngnißstrafe bis zu 14 Tagen zu gewaͤrtigen. Berlin, den 6. Dezember 1841. Der Minister des Innern und der Polizei.
(gez.) von Rochow.
Beiannmntimamng.
Nach §. 58 der Allerhoͤchsten Verordnung vom 8. Juni 1835 (Gesetz⸗Sammlung Nr. 1619.) hat heute die zweite Verloosung Schlesischer Pfandbriefe Litt. B. uͤber einen Gesammt⸗Betrag von 12,000 Rthlr. vorschriftsmaͤßig stattgefunden, wobei die Nummern:
140 à 1000 Rthlr. auf Saabor ic.
269 à 1000 ⸗ ⸗Ruschinowitz und Klein Droniowitz. Z - Alt⸗ und Neu⸗Wziesko. 1
1390 147 8 . Far à 500 Rthlr. auf Carolath⸗Beuthen ꝛc.
189 18 à 500 Albendorff ꝛc. 1818 V à 500 Kuttlau. einschließlich 16. .S. à 200 Rehlr. auf Albendorff ꝛc. einschließlich “ .“ 4185 à 200 Rthlr. auf Deutsch⸗Kessel. 5601 8 einschließlich U à 100 Rthlr. auf Kottwitz. 5606 5607 5608 † à 100 Rthlr. auf Schmoͤgerle. 5609) 5610 à 100 Rthlr. auf Haltauf. 8 5671 einschließlich à 100 Rthlr. auf Flaͤmischdorf. 8648
5 à 100 Rthlr. auf Deutsch⸗Krawarn ꝛc 10,762 à 50 Rthlr. auf Haltauf. 10,763
einschließlich à 50 Rthlr. auf Rettkau. 10,781
à 25 Skalung
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21,801 “ v“ her Sistiia .. einschließlich! à 25 ⸗ del und Kern, 21,864
gezogen wurden.
Demgemaͤß werden diese Pfandbriefe ihren Inhabern hier⸗ durch mit dem Bemerken gekuͤndigt, daß die Ruͤckzahlung des Nennwerthes derselben gegen Auslieferung der Pfandbriefe, vom 1. Juli 1842 ab entweder in Breslau bei dem Handlungshause Ruffer und Comp. oder in Berlin bei der Koͤniglichen Seehand lungs⸗Haupt⸗Kasse erfolgen wird.
Da nach dem §. 59 der vorerwaͤhnten Allerhoͤchsten Verordnung vom 1. Juli 1842 ab die weitere Verzinsung dieser Pfandbriefe B. aufhoͤrt, so haben deren Inhaber bei der Praͤsentation dersel⸗
ben, Behufs der Empfangnahme des Kapitals, die sieben Stuͤc
Coupons Series II. Nr. 4 bis 10. uͤber die Zinsen vom 1. Juli 1842 bis Ende Dezember 1845 mit abzuliefern, weil entgegenge⸗ setzten Falls fuͤr jeden weniger abgelieferten Coupons dessen Be⸗ trag bei der Auszahlung des Kapitals gekuͤrzt werden muß. Berlin, den 4. Dezember 1841. 66. Koͤnigliches Kredit⸗Institut fuͤr Schlesien.
Ausland.
Rußland und Polen.
Warschau, 3. Dez. Der Ober⸗Praͤsident der Provinz Posen, Graf von Arnim, ist aus dem Großherzogthum hier an⸗ gekommen; gestern wohnte derselbe dem Gottesdienst im Schlosse bei, speiste dann beim Fuͤrsten Statthalter und besuchte Abends das Theater. Der Fuͤrst Statthalter hat dem Gast in seiner Wohnung, im Krakauer Hotel, einen Besuch abgestattet. Heute reist Graf Arnim wieder nach Posen zuruͤkk.
Frankreich. 8 ]
Paris, 2. Dez. Das Journal des Dobats bricht nun auch das Schweigen uͤber die Praͤsidentschafts⸗Frage. Seine Aeußerungen sind in diesem Falle von besonderem Gewicht, weil sich dabei eine verschiedene Ansicht, ein Konflikt zwischen der eigent⸗ lich konservativen Partei und dem Ministerium, herausstellt. Denn alle Gewandtheit in den Ausdruͤcken des Journal des Débats wird ein gespanntes Verhaͤltniß zwischen den Ultra's und dem Kabinette kaum verhindern koͤnnen. Der Artikel des Journal des Débats lautet im Wesentlichen folgendermaßen:
„Ein Journal hat Herrn von Lamartine als Kandidaten fuͤr die Praͤsidentschaft aufgestellt. Ist dies mit Zustimmung des ehrenwerthen Deputirten geschehen? Wir sind sehr geneigt, das Gegentheil zu glauben. Jedenfalls aber sind wir davon uͤberzeugt, daß Herr von Lamartine unfaͤhig ist, auf seine Mitwirkung einen Preis zu setzen; der Adel und die Redlichkeit seines Charakters buͤrgen uns dafuͤr. Herr von Lamartine bedarf der Kammer⸗ Praͤsidentschaft nicht, um die Politik des Ministeriums zu vertheidigen, wenn er sie sonst fuͤr gut haͤlt, wenn er der Meinung ist, daß unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden jede Kabinets⸗Veraͤnderung nur zum Resultate haben wuͤrde, die Regierung zu schwaͤchen und den Maͤnnern des 1. Maͤrz einen beklagenswerthen Triumph zu bereiten; und andererseits wuͤrde man gewiß nicht durch persoͤnliche Gunstbezeugungen, selbst nicht durch Ertheilung der Praͤsidentschaft, Herrn von Lamartine ver⸗ anlassen, eine Politik fuͤr gut zu halten, die er innerlich mißbil⸗ ligte und entschlossen waͤre, zu bekaͤmpfen. Wir sind daruͤber sehr ruhig. Es giebt Leute, deren parlamentarische Wichtigkeit groͤßtentheils auf der Kunst beruht, mit der sie Intriguen anzu⸗ knuͤpfen, eine Nachricht in die Journale zu schleudern und die⸗ selbe in ihren Salons auszubeuten wissen; es sind dies sehr gefaͤhrliche Gegner fuͤr die Regierung und sehr unfaͤhige Minister, wenn endlich die so lang ersehnte Gewalt in ihre Haͤnde faͤllt. Herr von Lamartine hat nichts mit jenen Leu⸗ ten gemein. Er hat seine Wichtigkeit auf eine edle Weise erlangt. Sie ist die Frucht seines Talentes, seiner Uneigennuͤtzig⸗ keit, seiner Freimuͤthigkeit, seiner Hingebung sür das oͤffentliche Wohl und fuͤr alle hochherzigen Ideen. Zwischen Herrn von Lamartine und den Mannern, von denen wir so eben gesprochen haben, ist die Antipathie gegenseitig. Sie verweisen den beruͤhm⸗ ten Deputirten ironischerweise an die Poesie; sie erklaͤren ihn fuͤr unfaͤhig zu den Geschaͤften, als ob sie selbst in den Geschaͤften sehr geglaͤnzt haͤtten, und als ob ihr Ruf sich auf große Handlungen gruͤndete. Wir unsererseits wuͤrden gewiß keine Einwendungen gegen die Praͤsidentschaft des Herrn von Lamartine zu machen haben. Herr von Lamartine ist einer von den Maͤnnern, die die Partei, der anzugehoͤren wir uns zum Ruhme rechnen, am mei⸗ sten ehren. Als Redner steht Herr von Lamartine in der Kammer Niemanden nach und ist vielen von denen uͤberlegen, die sich schmeicheln, mit ihm zu rivalisiren. Herr von Lamartin wuͤrde gut praͤsidiren; er wuͤrde die Kammer auf eine edle Wei repraͤsentiren, wir zweifeln nicht daran. Aber ist der Platz leer? Ist ein Grund vorhanden, Herrn Sauzet von demselben zu en fernen? Herr Sauzet ist nun 3 Jahre lang Praͤsident, und es ist keine Beschwerde gegen ihn laut geworden. Unter seiner Proaͤ⸗ sidentschaft sind die Sitzungen nicht stuͤrmisch, die Eroͤrterungen nicht verwirrt gewesen, und das Reglement ist niemals uͤbertreten worden. Er hat es weder an Talent, noch an Unparteilichkeit, noch an Festigkeit fehlen lassen. Man bezweckt also durch die vorgeschlagene Kandidatur nichts Anderes, als einen persoͤnlichen Konflikt zwischen Herrn von Lamartine und Herrn Sauzet zu erheben. Herr von Lamartine wird sich nicht dazu hergeben.“ Gestern eroͤffnete der Minister der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten seine Salons zum erstenmale wieder seit dem Schlusse der vorigen Session. Obgleich bis zur Eroͤffnung der naͤchsten Ses- sion noch vier Wochen vergehen muͤssen, so war doch der Andrang zu dem ministeriellen Hotel sehr groß. Fast alle fremden Gesandten, viele Pairs und Deputirte waren um Herrn Guizot versammelt, und die Gesellschaft hatte ein so belebtes Ansehen, als ob man am Vorabend der Eroͤffnungs⸗Sitzung waͤre.