15. November auf 42 bis 44 Prozent standen, auf respektive 34 und 35 Prozent gefallen. Will man indessen einem demo⸗ kratischen New⸗Yorker Blatte, dem New York Sun, Glauben schenken, so ist die Erklaͤrung der demokratischen Partei in Missi⸗ ssippi nicht sehr zu fuͤrchten, da sie auf einem speziellen Motive beruht und daher auf die Frage uͤber Anerkennung oder Nichtan⸗ erkennung der Staatsschulden im Allgemeinen keinen Einfluß aͤußern kann. Sie betrifft naͤmlich nur einen Theil der von dem Staate Mississippi aufgenommenen Anleihen, welcher den Bestimmungen des daruͤber erlassenen Gesetzes zuwieder und unter Protest des Gouverneurs von Mississippi kontrahirt worden ist; zugleich be⸗ merkt der Sun, daß die Nichtanerkennung dieses Schuldtheils noch keinesweges so unzweifelhaft sey, da ein Theil der demokratischen Partei die Anerkennung wolle, endlich fuͤgt er noch hinzu, daß der Sieg der Demokraten sich keinesweges ausschließlich durch ihre Ansichten uͤber diese Frage motivire, sondern auf ihrer Politik im Allgemeinen beruhe. Sollte die an der New⸗Yorker Boͤrse ziemlich allgemein verbreitete Besorgniß vor den Absichten der demokratischen Partei begruͤndet seyn, so wuͤrde England am meisten verlieren, denn der groͤßte Theil der von den Staaten der Union im Auslande angeliehenen Summen, die man auf 200 Millionen Dollars berechnet, ist aus England geflossen, und, wie behauptet wird, ist der Zustand der Finanzen in vielen Staaten der Union so schlecht, daß sie waͤhrend der letzten Jahre genoͤthigt gewesen sind, Anleihen nur zu dem Zwecke zu kontrahiren, um die Zinsen der fruͤheren Anleihen zu decken. Der Betrag der in Englischen Haͤnden befindlichen Bons des Staates Mississippi wird auf 3 Millionen Dollars berechnet, von denen ein großer Theil als subsidaire Garantie fuͤr die Anleihen der Bank der Vereinigten Staaten gegeben worden ist.
Der Prinz von Joinville und Lord Morpeth bereisen noch immer die Vereinigten Staaten und haben sich beide sehr beliebt gemacht; Letzterem soll am 28. November in New⸗York von Sei⸗ ten der hier wohnenden Britischen und anderer angesehenen Kauf⸗ leute ein großes Mahl gegeben werden, dem der Gouverneur des Staates New⸗York beiwohnen will.
Eine bedeutende Feuersbrunst hat in der Nacht vom 8. auf den 9. November in Vicksburgh stattgefunden, wo zwei Squares, im Ganzen 30 bis 40 Haͤuser enthaltend, voͤllig zerstoͤrt worden
8hes bese Hns hlhk. Iün⸗ ei8 m80,e Rio Jaueiro, 20. Okt. Die Deputirten⸗Kammer hat
dem Finanz⸗Minister, der einen Kredit von 8817 Contos verlangte, nur 5318 Contos bewilligt.
Meteorologische Beobachtungen.
Abends V 10 Uhr.
Morgens Nachmittags Nach einmaliger
6 Uhr. 1 2 Uhr. Beobachtung.
12. Dez.
827 ,1171 3ö3833, ,9 Par. 333,40 Par. Quellwörme 5,1° R. + 1,3 0n. + 5,20 R. + 4,40 K. Flusswärme 2,9° R. + 0,720 n. + 4 4 n. +† 4,1° R. Bodenwärme 4,4 ° R. Dunstsättigung 79 pCt. 89 pCt. 91 pCt. Ausdünstung 0,031, Rh. Wetter regnig. Regen. Wind W. W. “ Wäüarmewechsel + 5,4 °, w. — JX+ 3,0°. Tagesmittel: 333,000 Par... † 3,39 R.. † 3,19 R... 87 pcCt. W.
8 Luftdruck 8 Luftwärme . . .
Thaupunkt . . .
Wolkenzug. .. —
ö111A14“;
1841.
Ber Den 13. Dezember
Fonds 8ꝗPvr. Cour. Pr. Cour. 8 Brief.]†Geld.
Actien. G Brief. Geld.
Brl. Pots. Eisenb. 124 do. do. Prior. Act. 44 — Mgd. Lpz. Eisenb. 109 ¼ do. do. Prior. Act. 103 102 ½⅔ HBrl. Auh. Eisenb. - 105 ¼ 104¾ ddlo. do. Prior. Act. 102 ⅓ — Düss Elb. Bisenb. 87 86 do. do. Prior. Act. 10! 2 — Rhbein. Eisenb. 9 1½ 93 ⅞ do. do. Prior. Act. 101
2 11 103 12
101¾
St. Schuld-Sch. 4 1045,2
Pr. Rugl. Obl. 30. 4 102 ½
Präm. Sch. der Sechandlung. — 80 Kurm. Secbuldv. 3 ½ —
4 103 ¾ 103 ¼ 3 ½ — —
V
V 102 ½ 108 ¼ 102 ¼ RBerl. Stadt-Obl. Elbinger do. J do. in Th. 48 Westp. Pfandbr. 3½ 102 ½ Grossh. Pos. do. 105 ½¼ Ostpr. Pfandhr. 3 ½ — 2 102 Kur- u. Neum. do. 4 102 ½
1013,
1013, 101½ 101½
Gold al mareo — Pomm. do.
13 ½
Friedrichsd'or
Andere Goldmün-
I Engl. Russ. 113. Bras. 62. Chili 71. Columb. 20 ½. Mex. 26.
Niederschlag 0,049 Rh.
Dez. Cons. 3 ¼ 88 ½. Belg. 101. Neue Anl. 23 ⅛. Pas-
Peru 14.
London, 7. sive 5 ⅓. Ausg. Sch. 12 ½. 5½ Holl. 99 ½. 2 ½ 51 ⅞. 5
Paris, 8. Dez. 5 8 Rente fin cour. 116. 80. 3 % Rente fin cour. 78. 60. Anl. de 1841 fin cour. 79. 25. 5 % Neapl. au compt. 105. 25. 59 Span. Rente 24. Passive 5 ½.
Wie n., 8. Dez. Bank-Aectien 1612. Aul. de 1834 142. de 1839 110 ½⅔.
bn“ IIPHen.
Kßbnigliche Schauspiele.
Dienstag, 14. Dez. Im Opernhause: Alceste, große Oper in 3 Akten, mit Ballet. Musik von Gluck. (Herr Baͤder: Admet.)
Im Schauspielhause: Spectacle demandé: 1) Un secret, drame-vaudeville nouveau en 3 actes. 2) La seconde repré- sentation de: Tiridate, ou: Comédie et Tragédie, vaudeville nouveau en 41 acte, par Mr. Fournier.
Mittwoch, 15. Dez. Im Schauspielhause: Zum erstenmale wiederholt: Die Stiefmutter, Lustspiel in 1 Akt, nach Scribe, von dem Freiherrn von Lichtenstein. Hierauf: Der Zeitgeist, Possen⸗ spiel in 4 Abth., von E. Raupach.
Donnerstag, 160. Dez. Im Schauspielhause. Auf Begeh⸗
: Treue Liebe, Schauspiel in 5 Abth., von Eduard Devrient
E6“ 1u“ v11A1XAX“
Königstädtisches Theater.
Dienstag, 14. Dez. Der Talisman. Posse mit Gesang in 3 Akten, von J. Nestroy.
Mittwoch, 15. Dez. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Norma. Opera in 2 Atti. Musica del Maestro Bellini. (Signora Laura Assandri: Norma. Signora Carmela Marziali: Adalgisa.)
Donnerstag, 16. Dez. Zum erstenmale: Das Marmorherz. Romantisch⸗komisches Volksmaͤhrchen, mit Gesang in 3 Akten, von C. Haffner. Musik von A. Muͤller.
Oektentliche Aukkührungen. Singakademie.
sind. 1 uͤberaus bedeutend seyn.
Mexiko.
Veraernz, 27. Okt. Bustamento hat, ohne daß bedeutende Kaͤmpfe vorangegangen waͤren, eingeschuͤchtert durch Santana's Uebermacht, abgedankt und steht im Begriff sich uͤber Havana Ein National⸗Konvent berief den Ge⸗ neral Santana auf den Praͤsidentenstuhl, und die neue Regierung, welche am 12. September eingesetzt wurde. scheint bedeutende Re⸗ formen zu beabsichtigen. Das neue Ministerium ist folgenderma⸗ ßen zusammengesetzt: General de Teruel, Kriegs⸗Minister; Gomez Pedraza, Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten; F. Castillion, Minister des Innern; Francis Garcia, Finanz⸗M glaubt, der neue Praͤsident werde demnaͤchst gegen Texas und Yucatan ins Feld ziehen. Hier lagen alle Geschaͤfte danieder, mit Ausnahme der Verschickung von Waaren nach dem Innern.
nach Europa zu begeben.
Literarische Anzeigen. Fuͤr Lesezirkel und Leih⸗Bibliotheken. Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist so eben erschie⸗
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Novellen und Erzaͤhlungen 1 von vl1“ Inhalt: Der gefaͤhrliche Kamerad. — Deutsch und Polnisch. — Das Kroatenmaͤdchen. — Ehemann und Hagestolz. — Die Kunstfahrt. — Herz Verstand. 5 8. brosch. Preis 1 Thlr. 15 Sgr. Interessante Anzeige fuͤr Lesezirkel, Leih bibliotheken. Wohlfeile Gesammt⸗Ausgabe der Romane der Frances Trollope.
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I. Leben und Abenteuer Michael Armstrong's Fgbbvikiungen. Von . 8 Frances Trollope. Nach dem Englischen von A. Frh. v. T. Baͤnde, Schillerformat, brosch. Preis 1½ Thlr. 1. Die Wittwe. Nach dem Englischen von A. Frh. v. T.
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Wir erdffnen hiermit einen Cyklus der neuesten und gediegensten Werke der hochgefeierten Verfasse⸗
. 6 2 2 x. f& 1 rin, dem alsbald die bereits in der Presse befindli⸗
chen beiden Romane:
△ι₰yꝑ. .4 „ 1 2
Die wiederverheirathete Wittwe
und ct.
Seebhler in gleichem Umfange und Format sich anreihen wer⸗ den. Der Beifall, dessen sich die scharfgezeichneten humoristischen Erzaͤhlungen der auch dem Deutschen Publikum bereits ruͤhmlichst bekannten Verfasserin in ihrem Vaterlande zu erfreuen hatte, ist kaum erhoͤrt; sie stehen in der That an Geist, Humor und Satyre
keinem Erzeugnisse derjenigen Englischen Schriftstel⸗
ler nach, die man mit dem Praͤdikate klassisch be⸗ zeichnet. Wir hoffen daher, daß das Publikum es
uns Dank wissen wird, wenn wir diese anziehenden Geistes⸗Erschoͤpfungen, in einer freien, hoͤchst gelun⸗ genen Bearbeitung und in elegantester Ausstattung —.
rn e 1 a u Hexor⸗ dentlichem billigen Preise, 5 Bñpaͤnde 1 Thlr.
in dem beliebten Schillerformate zu
darbieten.
Wir schmeiche s, daß kein Freund der schoͤnen 89n 1 t 1 Wir schmeicheln uns, daß kei defe ber ö in Worten eben so wahr, anschaulich und le⸗
8 1 ; 1, 1 „F azhe ; ein; 8 Sammlung seiner Bibliothek anzureihen, daß kei in den Rand⸗Zeichnungen des obengenannten Schul⸗
Wissenschaften versaͤumen wird, Lesezirkel Anstand nehmen wird, diese Werke zu de außerst billigen Preise sich anzuschaffen.
—.j.—
Der Betrag des Schadens wird nicht angegeben, soll aber
Allgemeiner Anzeiger
und r 83 8 8 8 Faden der Erzaͤhlung bildet die Geschichte zweier
Ein Handbuch zur Belebung des geographischen Un⸗
1003
Schlesische do. % 2 —
Auswärtig Amsterdam, 9. Dez. Nieder Kanz. Bill. 25 ½. 5 9 Span. 22 85.
Prüm. Sch. —. Pol. —.
Antwerpen, 8. Dez. Zinsl.
FrankFurt a. M., 10. Dez. 2 ½ 56 G. 1 % 24 ⅛ Br. Preuss. Präm. Sch. 81 G. 1 Aul. 24 ½. 24. 2 ½ % Holl. 50 7x%. 50 ⅞.
Man
einister.
Eisenbahn-Actien.
IIamburg, I1. Dez.
Empfehlenswerthe Jugendschriftt. Bei G. C. E. Meyer sen. in Braunschweig ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben, in Berlin in der Gropiusschen Buch- und Kunst⸗ handlung, Koͤnigl. Bauschule, Laden 12:
Marryat, Capitain, der arme Jakob. Nach dem Englischen, fuͤr die Jugend beider Geschlech⸗ ter, bearbeitet von Dr. E. Brinkmeier. 3 Bde. 1841. 2 Thlr.
Was vor Allem diesem Werke die groͤßte Theil⸗ rahme gewinnen muß, ist der Umstand, daß eine Rein heit der Gesinnung und Darstellung darin herrscht, wie man sie gegenwaͤrtig selten findet. Den rothen
Geschwister, des armen Jakob und seiner Schwester Virginia, von fruͤhester Jugend an bis zu ihrer Ver heirathung, durch alle Wechselfaͤlle des Lebens hin durchgefuͤhrt durch Freude und Leid, Noth und Ge⸗ fahr. Diese Beiden sind ungemein anziehende Er— scheinungen, und die Sitten⸗Reinheit so in ihr Herz eingegraben, so mit ihrer Natur eins, daß sie selbst den schwierigsten Versuchungen mit einem reinen Herzen entgehen. Andere vorzuͤgliche Charaktere sind: der alte Anderson, ferner Jakob's Eltern, die Wittwe, der Apotheker, Ben der Wallfisch⸗Jaͤger, Spicer und in hohem Grade die alte Nanny, deren Geschichte endlich zu einer merkwuͤrdigen Loͤsung kommt. Die lauterste Sittlichkeit spricht aus diesem Buche, aber nirgend zeigt sich die Absicht der Belehrung und Warnung, nirgend wird der Ton dozirend, die Men⸗ schen sieht man leben und weben bis in ihre klein sten Regungen und Verhaͤltnisse hinein, und Jeder spricht so, wie er unter solchen Umstaͤnden eben nur reden konnte; und dabei ist Alles so schlicht und ein⸗ fach erzaͤhlt. Kann man irgend einem Werke nach sagen, daß sein Inhalt wahrscheinlich sey, so gilt dies vom armen Jakob: Eins entwickelt sich so na⸗ tuͤrlich aus dem Anderen, daß man das wirkliche Le⸗ ben vor sich zussehen glaubt. Man wird aus dem Allen ersehen, daß dieses Buch mit Recht als eine belehrende, bildende und unterhaltende Lektuͤre fuͤr die Jugend empfohlen werden kann.
So eben ist bei Hinrichs in Leipzig erschienen und in der Enslinschen Buchhandlung (Ferd. Muͤller) Berlin, Breite Straße 23, in derselben in Kuͤstrin, eben so in Ferd. Muüͤller's Buchhandlung in Stargard, als auch bei E. S. Mittler und A. Duucker in Berlin, zu haben:
A11214121n
terrichts und fuͤr Gebildete uͤberhaupt; zunaͤchst als
1
und Lehrern der Erdkunde aufs waͤrmste empfehlen,
Erklaͤrung zum Schul⸗Atlas der neueren Erdkunde von Dr. Carl Vogel, Direkt. der verein. Real⸗ und Buͤrger⸗Schulen zu Leipzig. gr. 8. (27 Bogen Ve⸗ linpap.) geh. 1½ Thlr. Der Herr Verfasser hat versucht, das Naturleben, wie es sich in den verschiedenen Erdtheilen verschie⸗ den gestaltet, nach der ihm eigenthuͤmlichen Physiog⸗ endig zu schildern, wie es der zeichnende Kuͤnstler Atlas (te Aufl. 1841) mit so vielem Gluͤcke gethan
hat. Deshalb koͤnnen wir das Buch allen Freunden
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2 1. wirkl. Schuld 51 78 5⁰ Pass. —.
Oesterr. 105 ½. —, Neue Anl. 22 ½¼.
Oesterr. 5⁰ Met. 107 G. do. 49 Anl. 102 ½¼ Br.
Leipzig-Dresden 101 4¼% G.
Bank-Actien 1620.
stimmungen für -schäftsleute jeder Art, Gymnasien und Schulen, mit
spruͤchen zu genuͤgen.
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e Börsen.
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Schumann.
Köln-Aachen 98 ¼ G.
Engl. Russ. 108 ½.
für die Preußischen Staaten.
da es auch bei jedem andern Atlas zu brauchen ist und fuͤr die Methodik des geographischen Unter⸗ richtes namentlich insofern eine neue Bahn bricht, als es Ritters Ideen auch in Bezug auf das Natur⸗ leben in die Schule einfuͤhrt, waͤhrend man dieselben bisher mehr nur fuͤr die Orientirung im Reingeogra⸗ phischen benutzt hatte.
II1¹ Erde
nach den neuesten Be- Zeitungsleser, Kauf- und Ge-
der ganzen
besonderer Rücksicht auf die geographischen Werke von Dr. C. G. D. Stein, Prof. in Berlin ete. Zwan- zigste vermehrte und verbesserte Auflage. In 27 Karten, gröfstentheils neu entworfen und gezeichnet von H. A. Köhler, A., Leutemann, OC. G. Rie- dig, F. W. Streit, gestochen von H. Leutemann; nebst 7 historischen Zeittafeln und statistischen Ta- bellen. gr. Fol. kol. 1842. 4 i Thaler.
Nicht leicht duͤrfte irgend eines der aͤlteren oder neueren Karten Werke so wie dieses geeignet seyn, bei dem niedrigsten Preise den verschiedensten An⸗ Diese Auflage ist wieder mit einer ganz neuen Karte der Asiatischen Tuͤrkei, im Ganzen mit 5 neuen Platten, vermehrt.
Bei C. Flemming in Glogau ist erschienen: Als Weihnachts⸗Geschenke sind nachstehende außerordentlich billige Atlanten zu empfehlen, welche in allen Buchhandlungen vorraͤthig: — e . — 71 1 8 5 2 3 Vollstaͤndiger Schulatlas von F. Handtke, 25 illum. Blaͤtter in gr. quer Quart, dauerhaft bro⸗ schirt 15 Sgr. Atlas von Deutschland zum Schul⸗ und Hausgebrauch, herausg. v. Dr. K. ohr. 28 illum. Blaͤtter in gr. quer Quarto, 8 dauerhaft broschirt 20. Sgr. Atlas des Preußischen Staats. Herausgeg. von Dr. K. Sohr. 10 illum. Blaͤtter b 898. Vollstaͤndiger Handatlas ök111 in 86 illum. Folioblaͤttern, herausgeg., von Dr. K. Sohr. 1ste bis 4te Lieferung, die Lieferung von 4 Blatt 10 Sgr. Die ö5te Lieferung wird in einigen Wochen ausgegeben. Die vielen oͤffentlichen Beurtheilungen sprechen sich einstimmig uͤber die Brauchbarkeit der hier an⸗ gekuͤndigten Atlanten aus, und die geachtetsten Schul⸗ maͤnner, so wie fast alle Hochloͤblichen Preuß. Re⸗ gierungen, haben sie empfohlen und ihrer beispiello⸗ sen Billigkeit halber dieselben eine wohlthaͤtige Er⸗ scheinung fuͤr das Schulwesen genannt.
Als Weihnachts⸗Geschenke werden stets erfreuen und gewiß sehr willkommen seyn:
Godwie⸗Castle. 3 Theile.
St. Roche. 3 Theile.
Tieck's gesammelte Novellen. 10 Baͤndchen. Tieck's Vittoria Accorombona. 2 Baͤnde. Novellen von Posgarn. 3 Theile mit Stahl⸗
stich⸗Vignetten.
Zweite bvonnements-Konzert, Donnerstag, 16. 2⸗ Zweites Ab ments⸗Konzert, D tag, 16. Dez. Jo hann Huß, Oratorium von C. Loͤwe, Text von Zeune.
Anfang
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Großes Vokal⸗ und Instrumental⸗Kon⸗
Birnbach und
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
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qTe Oehlenschlaͤger's Werke in 21 Baͤndchen. Steffens Novellen. 16 Baͤndchen. Steffens Memoiren. 1r-—Ar Theil. Tausend und eine Nacht. Deutsch von Ha⸗ cht, Hagen und Schall. Vollstaͤndig in 5 Baͤndchen, mit Holzschnitt⸗Vignetten. Wohl ilste, aber sehr elegante Ausgabe. Noͤsselt's Weltgeschichte fuͤr das weib⸗ liche Geschlecht. Mit Stahlstichen. 3 Theile. Noͤsselt's Literatur⸗Geschichte fuͤr das weibliche Geschlecht. 3 Theile. Harnisch, Himmelsgarten fuͤr Kinder und kindliche Gemuͤther. Mit 4 Kupfern. Otfried Muͤller’s Handbuch der Archaͤo⸗ logie der Kunst. Otfried Muͤller's Geschichte der Griechi⸗ schen Literatur in 2 Baͤnden.
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nigl. Hof⸗Buchhaͤndler, Franz. Str. 21. Verlagshandlung Josef Maxr und Comp. in Breslau.
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Das Publikum erhaͤlt hier eine vollstaͤndige Samm⸗ lung der Dichtungen des Herrn Grafen Alexan⸗ der von Wuͤrttemberg. “
Reben reicher Phantaste, Geist und Tiefe des Ge⸗ muͤths, tragen diese Dichtungen das Gepraͤge lecht Deutscher Vaterlandsliebe, edler Ritterlichkeit und schoͤner fester Freundestreue. Aus allen aber toͤnt, wie aus den Saiten einer Acolsharfe, frischer, ge sunder Laut der Natur. Durch sie schließt sich ein edler Sprosse des Wuͤrttembergischen Regentenstam⸗ mes den Koryphaͤen der vaterlaͤndischen Saͤnger an und mahnt an die schoͤnen Zeiten der ritterlichen Minnesaͤnger Schwabens.
Jedem Freunde des Vaterlandes und der Poesie werden daher diese Dichtungen eine erfreuliche, will⸗ kommene Erscheinung seyn.
Stuttgart und Tuͤbingen, Oktober 1841.
J. G. Cottascher Verlag.
EEEE16 S 9. empfehlen zu Weihnachten ihr bekanntes, reichhal- tiges Lager Englischer, Französischor, Ita- lienischer, Spanischer und Deutscherr Werke in allen Zweigen der Literatur und Kunst, eine Auswahl von Büchern zu den verschiedensten Preisen von 5 Sgr. bis 200 Thlr. 20 Linden,
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Se.
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Berlin,
Inhalt.
Amtliche Nachrichten. 1 h““ Frankreich. Paris. Weitere Aufklaͤrungen der Presse uͤber La⸗ martine'’s Kandidatur zur Praͤsidentschaft. — Bewegungen in dem Hafen von Toulon. — Vermischtes. — Pairshof. Prozeß Que⸗ nisset. — Briefe aus Paris. (Schattenseiten der politischen Ju risdiction des Pairshofes. — Die Linke und ihr Programm in der bevorstehenden Sitzung.) “ Großbritanien und Irland. London. Großmeister der Schot⸗ tischen Freimaurerlogen. — Wiedereroͤffnung des Tower. — Schrei ben aus London. (Oeffentliche Stimmung in Bezug auf die Er⸗ richtung eines protestantischen Bisthums in Jerusalem.) Belgien. Bruͤssel. Repraͤsentanten⸗Kammer. Deutsche Bundesstaaten. Stuttgart. Dannecker †. — Wei mar. Berathungs⸗Gegenstaͤnde des Landtages. — Schwerin. Konflikt der adeligen und der buͤrgerlichen Gutsbesitzer. Oesterreich. Wien. Mozart⸗Feier. — Schmuggler⸗Gesellschaft. Spanien. Schreiben aus Madrid. (Der Espectador uͤber den Europaͤischen Kongreß.) Brasilien. Schreiben aus Rio Janciro. (Gesetz⸗Entwuͤrfe uͤber eine Reform des Kriminal⸗Prozesses und uͤber Errichtung eines Staats⸗Rathes; oͤffentliche Skandale; schwierige Stellung des Mi nisteriums; Zustand von Rio Grande.) Ostindien. Schach Sudscha, die Afghanen und Sir W. Macnaghten. — Nussir Chan's Wiedereinsetzung in Kelat. — Vermischtes. Inland. Berlin. Berichtigende Erlaͤuterung. — Bojanowo. Kirchliche Saͤkularfeier.
Die Australischen Niederlassungen von Eugland. Sydney. — Aus⸗ fuhr. — Ackerbau. — Vandiemensland. — Port Philipp ꝛc. — Norfolk⸗Eiland. — Schwanenfluß.
Beilage. Schweiz. Basel. Großer Rath. — Genf. An nahme des Wahlgesetzes. — Luzern. Antrag auf Wiedereinfuͤh⸗ rung der Jesuiten. Syrien. Zur Charakterisirung der im Li⸗ banon herrschenden Zwistigkeiten. — Wissenschaft, Kunst und Literatur. Eduard Gerhard, Fest Gedanken an Winckelmann.
Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:
Dem Kaaiserl. Oesterreichischen Wirklichen Kaͤmmerer, auch Herzogl. Nassauischen und Fuͤrstlich Thurn⸗ und Taxisschen Ober⸗ Postmeister, Freiherrn von Vrints zu Treuenfeld in Frank⸗ furt a. M., den Rothen Adler⸗Orden dritter Klasse; dem Pfarrer Boͤcker zu Nieder⸗Wenigern, im Regierungs⸗Bezirk Arnsberg, den Rothen Adler-⸗Orden vierter Klasse; so wie dem katholischen Schullehrer Kariger zu Schreckendorf, in der Grafschaft Glatz, das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen;
Die Annahme: Dem Wirklichen Geheimen Legations⸗Rath Eichmann, Direktor der 2ten Abtheilung im Ministerium der auswaͤrtigen Angelegenheiten, des Commandeur⸗Kreuzes erster Klasse des Kurhessischen Lowen-Ordens; so wie Allerhoͤchstihrem Vice⸗Konsul Lutteroth in Triest, des Ritterkreuzes vom Groß⸗ herzogl. Badenschen Zaͤhringer Loͤwen-Orden, zu gestatten; und
Dem ordentlichen Mitgliede der Akademie der Kuͤnste, Kupfer⸗ stecher Mandel, das Praͤdikat als Professor zu verleihen.
Angekommen: Der Ober⸗Praͤsident der Provinz Posen, Graf von Arnim, von Posen.
Abgereist: Der Koͤnigl. Franzoͤsische Minister⸗Resident an den Großherzogl. Mecklenburg⸗ und Oldenburgschen Hoͤfen und bei den freien Hansestaͤdten, von Tallenay, nach Hamburg.
Zeitungs-Nachrichten. Ausland.
Frankreich.
IW 9. Dez. Nachdem die Presse einige Tage lang uͤber die Kandidatur des Herrn von Lamartine grschwiegen hatte, und man schon glaubte, daß sie dieselbe gaͤnzlich aufgegeben habe tritt sie heute energischer als je fuͤr sie auf. „Man muß geste— hen“, sagt das genannte Blatt, „daß das Ministerium sehr unge⸗ schickte Freunde hat.“ Gestern brachte der Temps, der seine Nach⸗ richten aus einer uns wohlbekannten ministeriellen Quelle schoͤpft, folgende Anekdote in Umlauf: G
Es scheint, daß der Deputirte von Macon nicht einen Augenblick geglaubt hat, daß es mit seiner Kandidatur fuͤr die Praͤsidentschaft ernstlich gemeint sey, aber die in dieser Hinsicht verbreiteten Geruͤchte haben ihm eine jener Gelegenheiten verschafft, die er so wohl zu be⸗ nutzen weiß, um einen schoͤnen und edlen Brief an Herrn Sauzet zu schreiben, in welchem er die Anspruͤche, die man in seinem Namen erhoben hat, Luͤgen straft.
Die Existenz jenes Briefes ist eine Erfindung; es ist nicht wahr, daß Herr von Lamartine ihn geschrieben hat. — Obgleich sich der ehrenwerthe Deputirte von Macon erst seit Montag Abend in Paris befindet, so ist doch der Univers schon beauf⸗ tragt, ihm witzige Redensarten in den Mund zu legen, deren Geist und Geschmack man aus dem Nachstehenden beurtheilen mag:
„Ein Deputirter sagte gestern zu Herrn von Lamartine: „Die Haͤlfte der Kammer bietet Ihnen den Praͤsidentenstuhl an, und die andere Haͤlfte wird Ihnen denselben nicht streitig machen.“ — „Ich danke“, erwiederte Herr von Lamartine, „ich bin nicht muͤde und habe noch nicht Lust, mich zu setzen.“
Jeder, der Herrn von Lamartine kennt, kann von vorn her⸗ ein behaupten, daß ihm eine solche Antwort niemals in den Sinn
E11
kommen konnte. Herr von Lamartine spielt nicht mit den Wor⸗ ten. Eine solche Trivialitaͤt, Herrn von Lamartine in den Mund gelegt, ist eine Verleumdung. Entweder hat der Univers die⸗
selbe erfunden, oder er hat sie in irgend einer ministeriellen Anti⸗
chambre aufgerafft. — Das ist aber noch nicht Alles. Das Journal des Débats enthaͤlt gestern einen Artikel, in dem es mit einer Heftigkeit gegen Herrn von Lamartine auftritt, die den Zorn oder die Furcht verraͤth. Den Débats zufolge, waͤre die Kandidatur des Herrn von Lamartine nur eine Caprice, ein Abenteuer, durch welches das Ministerium 40 Stimmen ver⸗ lieren wuͤrde. Es unterliegt also keinem Zweifel mehr, daß sich das Ministerium der Ernennung des Herrn von Lamartine zum Praͤsidenten der Kammer widersetzt. Anekdoten des Temps, Witze des Univers, Schmaͤhungen des Journal des Dé⸗ bats, nichts ist vernachlaͤssigt worden, um jener Kandidatur nicht nicht allein jede Chance, sondern auch jeden ernstlichen Anschein zu rauben. Nur wir sind es, die zu der Einstimmigkeit fehlen, und wir muͤssen bekennen, daß Alles, was wir gelesen haben, weit davon entfernt, unsere Meinung zu erschuͤttern, sie nur noch mehr befestigt hat.“ Im weiteren Verlaufe ihres Artikels bekaͤmpft die Presse die Argumente des Journal des Dé⸗ bats durch die bereits bekannten Gruͤnde, welche zu Gunsten des Herrn von Lamartine sprechen.
Man schreibt aus Toulon vom 4ten d.: „Alle Werkstaͤt⸗ ten und Magazine des Hafens sind in diesem Augenblicke mit Anfertigung und Auslieferung von Gegenstaͤnden beschaͤftigt, die zur vollstaͤndigen Instandsetzung der Linienschiffe gehoͤren, welche in See gehen sollen. Die Abfahrt dieser Schiffe, welche sich dem Contre⸗Admiral La Susse anschließen werden, bleibt auf den 8ten d. festgesetzt. Es heißt heute, daß sie zuerst bei Tunis und Tripolis anlegen werden, um dem Tuͤrkischen Geschwader zu begeg⸗ nen, falls dasselbe sich nach jenen Gewaͤssern begeben sollte. Der Contre⸗Admiral La Susse soll den Befehl erhalten haben, bei Te⸗ nedos die Bewegungen der Tuͤrkischen Flotte zu beaufsichtigen, und um jeden Preis einen Angriff auf Griechenland oder Tuͤnis zu verhindern. Man sieht, daß in dem Mittellaͤndischen Meere noch nicht Alles beendet ist, und daß jeder neue Umstand der Grund zu Spaltungen werden kann. Man spricht seit gestern auch von der nahe bevorstehenden Ruͤckkehr der 6 Linienschiffe, die nach Brest gesandt worden waren, und von der Ausruͤstung der Linienschiffe „Nestor“, „Couronne“ und „Algesiras“, wodurch der Effektivbestand der Linienschiffe im Mittellaͤndischen Meere auf 23 gebracht werden wuͤrde.“
Nach einer Korrespondenz im Toulonnais befaͤnde sich ein Englischer Oberst bei Abd el Kader, der denselben mit seinem Rathe Unterstuͤtze.
Der Moniteur parisien widerspricht heute dem Geruͤchte, daß Espartero die Aufloͤsung der Cortes und eine Veraͤnderung des Ministeriums beschlossen habe.
Boͤrse vom 9. Dezember. Bei Eroͤffnung der heutigen Boͤrse zeigte sich einige Nachfrage nach Zproc. Rente; spaͤter aber trat wieder eine ruͤckgaͤngige Bewegung ein, die die Course auf ihren gestrigen Stand zuruͤckbrachte.
Pairshof. Sitzung vom 8. Dezember. In der heutigen Sitzung begann das Verhoͤr der Entlastungs⸗Zeugen. Einer derselben, Namens Gazet, der auf Verlangem des Just voͤrgeladen worden war, gab zu einer laͤngeren Debatte Anlaß. Er sagte naͤmlich aus: Ich befand mich am 13. September an dem Orte, wo das Attentat be⸗ gangen ward, und dicht neben Quenisset. Ich hoͤrte, wie er rief: Nieder mit den Bastillen! Nieder mit dem Oberst! und wie er Ver⸗ wuͤnschungen gegen das Koͤnigthum ausstieß. Quenisset bat mich, ihm den Oberst⸗Lieutenant des 17ten Regimentes zu bezeichnen; ich wies auf Herrn Levaillant, der einen Schritt von dem Herzoge von Aumale entfernt war. In demselben Augenblicke siel der Schuß. Quenisset hatte auf die Schulter einer anderen Person aufgelegt. Ich bezeuge, daß Just nicht dort war. — Der Praͤsident zu Que⸗ nisset: Was sagt ihr zu der Erklaͤrung dieses Zeugen? — Antw.: Ich erkenne ihn wohl. Er stand neben mir. Es ist einer von de⸗ nen, auf die ich zaͤhlte. (Bewegung.) Das Geschrei, von dem er spricht, habe nicht ich ausgestoßen, sondern er. — Gazet: Ihr luͤgt. — Quenisset: Ihr seyd ein falscher Zeuge. Ich habe geru fen: Es lebe die Republik! Es lebe das 17te Regiment! und was euch betrifft, so wiederhole ich, daß ihr zu denen gehoͤrt, auf die ich zaͤhlte. Ihr befandet euch unter den Republikanern. — Gazet: Ich beschaͤftige mich nur mit meiner Arbeit. Ich bin kein Republikaner. — Die Sitzung ward hierauf, inmitten einer lebhaften Aufregung, auf eine halbe Stunde unterbrochen. Als sie wieder eroͤffnet wuürde, ver langte Quenisset sogleich das Wort und sagte, daß er sich eines Ga zet betreffenden Umstandes erinnere. Er sey einer von denen, die am
13ten Morgens bei Colombier Patronen erhalten haͤtten, Fougeray
muͤsse ihn auch als Republikaner kennen. — Auf Verlangen des Herrn Cremieur ward der Zeuge Gazet wieder vorgerufen. Herr Cre⸗ mieux fragte Quenisset, ob er sich erinnere, wie Gazet am 13. Sep⸗ tember gekleidet gewesen sen? — Quenisset: Er hatte eine Schuͤrze vor und ging mit aufgekrempelten Hemdsaͤrmeln. — Der Zenge: Ich kann durch mehrere Personen beweisen, daß ich, so lange ich Handwerker in Paris bin, mich nie mit nackten Armen auf der Straße habe sehen lassen. Ich bleibe bei meiner Behauptung, daß Just am 13. September nicht in Quenisset's Naͤhe war. — Quenisset: Und ich behaupte, daß ihr luͤgt. — Die uͤbrigen Entlastungszeugen machten nur unerhebliche Aussagen, und um 4 Uhr war das Zeugen⸗ Verhoͤr gaͤnzlich beendet. Morgen wird der General⸗Prokurator sein Requisitorium beginnen.
†1 Paris, 7. Dez. Fast die gesammte Presse nimmt sehr lebhaft Partei fuͤr den in den Quenissetschen Prozeß verwickelten Redacteur des Journal du Peuple, dessen Sache in der That mit der des Zeitungswesens uͤberhaupt zusammenfaͤllt. Es ist un⸗ moͤglich, Herrn Dupoty Mitwissenschaft oder gar direkte Theil⸗ nahme an dem Komplotte zur Last zu legen, aus welchem das Attentat vom 13. September hervorgegangen ist, aber man glaubte gleichwohl, ihn vor Gericht stellen zu koͤnnen, weil ein moralischer Zusammenhang zwischen seinem schriftstellerischen und politischen Treiben und dem Verbrechen seiner Mitangeklagten bestehe. Eine solche Rechts⸗Ansicht ist zwar nicht neu, allein sie hat sich lange nicht mehr oͤffentlich zu zeigen gewagt, und sie ist von allen wis⸗ chaftlichen Kriminalisten, die sich mit ihr beschaͤftigt haben,
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Mittwoch den 1l5 ten Dezember
verworfen worden. Wenn die Politik aͤhnliche Verhaͤltnisse zwi⸗ schen Ursache und Wirkung geltend macht, um das Maaß einer unschäͤdlichen Freiheit zu bestimmen, so ist sie damit voͤllig in ihrem Rechte; aber die Justiz hat andere Namen fuͤr ihr Ein⸗ schreiten, als das etwaige Vorhandenseyn eines durch eine Reihe moralischer oder intellektueller Mittelglieder hindurch zu verfolgen⸗ den Kausalnexus, der nicht allein dem Willen und der Ab⸗ sicht des Handelnden fremd ist, sondern den dieser vielleicht nicht einmal ahnte. Man kann Herrn Dupoty dafuͤr zur Rechenschaft ziehen, daß er republlkanische Ideen verbreitet; aber es haͤlt schwer, ihn dafuͤr verantwortlich zu machen, wenn irgend ein Fanatiker durch einen Mord⸗Versuch an der Realisirung aͤhnlicher Ideen arbeiten zu koͤnnen glaubt. 8 Im Interesse des Pairshofs scheint es eben nicht zu liegen,
aß man de Auenissetschen Prozesse einen solchen fremdartigen Zusatz gegeben. Denn das Ansehen dieses hohen Tribunals leidet uberhaupt dadurch, daß seine Gerichtsbarkeit so oft angerufen wird, und zwar gewoͤhnlich in Sachen, deren Wichtigkeit in keinem richtigen Verhaͤltnisse zu der Mission eines hohen politischen Ge⸗ richtshofes der Nation zu stehen scheint. Es laͤßt sich kaum be⸗ zweifeln, daß eine Versammlung, wie die im Palast Luxembourg nicht ohne Gefahr fuͤr ihre Wuͤrde in ein Verhaͤltniß zu Personen und Sachen gebracht werden kann, die unfehlbar selbst ihre Rich⸗ ter in gewissem Sinne zu sich herabziehen, da sie zu tief stehen, um sich auch nur bis zu dem Punkte, wo aͤberhaupt ein Verstaͤndniß möoͤglich ist, bis zu ihnen erheben zu koͤnnen. Freilich meint man, daß die Regierung wohl gezwungen sey, die Dienste des Pairshofes in Anspruch zu nehmen, weil sie in poli⸗ tischen Sachen des Ausspruchs des Geschworenengerichts selbst bei der groͤßten Evidenz der Thatsachen nicht sicher seyn koͤnne; allein die Richtigkeit dieser Meinung laͤßt sich bezweifeln, wenigstens fehlt es bis jetzt an genuͤgen⸗ den Erfahrungen zu ihrer Begruͤndung. Die Jury ist aller⸗ dings aͤußerst nachsichtig gegen die Presse, hingegen bei großen Verbrechen gegen den Staat hat sie es selten oder nie an sich fehlen lassen, wenn man den beruͤchtigten Straßburger Prozeß ausnimmt, der uͤbrigens ganz gewiß nicht mit einer Freisprechung geendet haben wuͤrde, wenn die Regierung den Vorwand dazu nicht dadurch gegeben haͤtte, daß sie den Hauptschuldigen der Ju⸗ stiz entzog. Im Ganzen genommen waͤre es wahrscheinlich weni⸗ ger gefaͤhrlich, wenn man sich eine zu gelinde Behandlung der Staats⸗Verbrecher durch das Geschwornengericht gefallen ließe, als daß man durch zu haͤufige Anwendung der politischen Juris⸗ diction die Pairs⸗Kammer immer mehr um Ansehen und Achtung bringt und dadurch eines der wesentlichen Elemente der monar⸗ chischen Verfassung nur noch schwaͤcht.
O Paris, 9. Dez. Man kann wohl sagen, die Partei Thiers⸗Barrot hat ihren Angriffsplan fuͤr die naͤchste parla⸗ mentarische Session in Bereitschaft. Das Programm der Lin⸗ ken besteht aus zwei Hauptpunkten: Ausdehnung des Wahl⸗Census mittelst Zuziehung der Kapazitaͤten; Erweiterung der Inkompalibi⸗ litaͤten fuͤr die Deputation. Herr Rivet hat es uͤbernommen, diese beiden Propositionen gleich im Anfange der Session auf das Buͤ⸗ reau der Kammer niederzulegen, da weder Herr Thiers, noch Herr Odilon⸗Barrot, die unter der Verwaltung des Kabinets vom 1. Maͤrz die Proposition Remilly bekaͤmpft hatten, Anstands hal⸗ ber es thun duͤrfen. Ich habe schon in meinem vorigen Schrei— ben angedeutet, daß die Anreihung der zweiten Juryliste an die Wahllisten, worin die vorgeschlagene Ausdehnung des Wahl⸗ Census bestehen soll, sowohl von der Regierung, als von der ge⸗ sammten konservativen Partei verworfen werden wird. Heute will ich Ihnen den Grund davon angeben. Es gab vor etwa fuͤnf oder sechs Wochen wirklich einen Augenblick, wo einige Mit⸗ glieder des Kabinets der Ansicht waren, man sollte sich zur Zu— lassung der Kapazitaͤten bequemen, um durch ein solches freiwilli⸗ ges Zugestaͤndniß dann energischer die Partei der Wahl⸗Reform ind Schach zu erhalten. Wiewohl Ludwig Philipp gegen jedes Zu⸗ gestaͤndniß zu Gunsten der Wahl⸗Reformisten sich kategorisch aus⸗ gesprochen hat, so wurde dennoch vom Minister des Innern eine Untersuchung angestellt, um zu ermitteln, ob die Zulassung der Ka⸗ pazitaͤten der konservativen Partei mehr Staͤrke zu geben ver⸗
spreche oder im Gegentheil der Opposition Vortheil bringen werde.
In Folge einer genauen statistischen Berechnung hat es sich nun ergeben, daß bei den letzten Wahlen 156 konservative Deputirte mit einer im Vergleich zu dem vorigen Wahl⸗Resultat weit gerin⸗ geren Majoritaͤt gewaͤhlt wurden. Der Grund davon war die Zulassung der Supplementar-Waͤhler. Nach dem Wahl⸗Regle⸗ ment sollen naͤmlich, damit die Wahl eines Deputirten guͤltig sey, wenigstens 150 Waͤhler an derselben Theil nehmen, und wenn diese in der vorgeschriebenen Anzahl sich nicht vorfinden, so werden aus den Steuerpflichtigen, deren Steuer⸗Quote der Summe von 200 Fr. sich am meisten naͤhert, so viel Supplementar⸗Waͤhler dazu gezogen, bis die Zahl von 150 erreicht wird. Dies wurde im Jahre 1838 in 156 Wahl⸗Kollegien beobachtet, aber uͤberall mehr zum Nachtheil als zum Vortheil der Regierung. Diese statistischen Daten sind nicht von der Art, daß die Regierung es versuchen sollte, die Kapazitaͤten unter die Waͤhler aufzunehmen. Denn es handelt sich hier von solchen Kapazitaͤten, die wenig oder kein Eigen⸗ thum besitzen, die also mehr geneigt sind, sich zur Opposition zu halten, als die Regierung zu unterstuͤtzen. Frankreich ist mit solchen Kapazitaͤten uͤbervoͤlkert, die schon jetzt, wo sie auf das politische Leben keinen direkten Einfluß haben, die Regierung sehr beunru⸗ higen und ihr als Wahlmaͤnner nur noch mehr zu schaffen machen wuͤrden. Es wird nicht schwer werden, die parlamentarische Majoritaͤt in dieser Beziehung fuͤr die Ansichten des Kabinets zu gewinnen, na⸗ mentlich da die Haͤupter der konservativen Partei die Regierung hierin eifrig zu. unterstuͤtzen sich anheischig machten. Somit kann der erste Punkt des Programms der Linken schon in diesem Augen⸗ blick als gescheitert betrachtet werden. 8 Größele Chancen haͤtte wohl der zweite Punkt 6 Pro⸗ gramms, der im Grunde nichts Anderes ist, als 75 Proposition Remilly, der zufolge die Staats⸗Beamten aus 86 888- de aus⸗ geschlossen bleiben sollten, nur mit dem Unterschiede, daß nach