1841 / 354 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1590

Heilquellen in leichtfasslicher, vergleichender Zusam- menstellung und Versinnlichung dem Auge des Be- schauers vorgeführt wird, noch besonders durch ihre eben so schöne als kunstvolle typographische Ausstat- tung von Seiten des rühmlichst bekannten typogra- phischen Instituts des Herrn F. X. Schlösser in Köln und eignet sich daher noch vorzüglich zur Zierde sowohl für die Studirstube des Arztes, als überhaupt des an dem Gegenstande Interesse nehmen-

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In unterzeichnetem Verlage sind so eben erschienen und in allen Buchhandlungen vorräthig: E11818] von Heinrich von Mühler. 24 Bogen Velinpapier. 8. Elegant gehestet. 1 Thaler 15 Sgr. Vofssche Buchhandlung,

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Wann die in dem beim vormaligen Hof⸗ und Land-⸗ erichte und gegenwaͤrtig bei hiesiger Großherzogli⸗ cher Justiz⸗Kanzlei anhaͤngigen Debitwesen des Haupt⸗ 1 manns Ulrich Georg von Viereck, vormals auf Watt⸗ Se manshagen, e Akten daruͤber keine Aus⸗ 5. Castelli. kunft geben, daß nachstehende Glaͤubiger desselben, 20ster Jahrgang. Mit 6 Stahlstichen in 8. im ele⸗ naͤmlich: ganten Fresko⸗Umschlag mit Goldschnitt gebunden.

Huldigung den Frauen. raschenduch für das Jahr 1842 9 Herausgegeben 11 von Ee

Preis

OUeceren Ga Mmeheneeee

1) der Eigenthuͤmer Ernst Heinrich Gustav Frisch Preis 2 Rthlr. 15 Sgr. auf Glocksin, 1 Indem wir dem verehrten Publikum den zwanzig⸗ 2) der Maior von Viereck zu Beverstaedt, ssten Jahrgang dieses Taschenbuches uͤbergeben, glau⸗ 3) die Erben des General⸗Lieutenants von Treskow ben wir, daß diese Zahl die Beliebtheit des Werkes zu Baireuth, I lzu Guͤstrow hinlaͤnglich ausdruͤckt, um uns weiterer Empfehlun⸗ 4) die verwittwete Secreratrin Saurkohl zu Guͤstrow, gen zu uͤberheben. Gleiche Sorgfalt wie fruͤher ist 33 die Erben des Pachters Duͤwel zu Roggow⸗, von dem Herrn Herausgeber auch auf den Inhalt die⸗ 69 die Erben des Pachters Franck zu Hagenow und ses Jahrganges verwendet worden, welcher die hohe 7) des weeeeaein als welche in Ehre genießt, daß Ihre Majestaͤt die Durchlauchtigsie 547 genan e . 3 . 8 IXy roni r d8 Serzpai ) NMh rma, * i ir la nverehelichte Henriette von Viereck, Ko⸗ unstniln Ahee Seeang von Parma, Piacenza un niglich Preußische Hofdamee, anehmen geruhten. b) der Ulrich von Viereck, Stabs⸗Capitain beim Wir haben keine Kosten gescheut, um durch ein Regiment Prinz Heinrich zu Kvritz⸗ passendes Format (Englisch kl. 8.), durch schoͤnes scher *) die unverehelichte Dorothea von Viereck, Koͤ⸗ Maschinenpavier, zierlichen Druck, anmuthige Stahl⸗ gefa niglich Preußische Hofdamee«, stiche und einen geschmackvollen Einband dem Taschen⸗ d) die unverehelichte Anna von Viereck zu Berlin, und buche jenen Reiz zu verleihen, der seiner Bestimmung, e) der Leopold von Viereck, Premier⸗Lieutenant dem schoͤnen Geschlechte zu huldigen, entspricht. 3 J 8 im Regimente des Prinzen Georg von Hohenlohe, vb. Füüan 8 du das ihnen nach dem im Jahre 1799 entworfenen Di b1“ 1—““ . stributionsplane Zukommende empfangen, vor kurzem Musikalien-Leih-Inslittut aber 658 Thlr. 31 ½ 3 n. 3. zur Masse gekommen sind, der Buch-, Kunst- und Musikalien-HHandlung von wovon indessen ein Theil zu den erwachsenen Kosten bCECCeacec. in Abrechnung kommt; so werden auf Antrag des Jägerstralse No. 42, Ecke der Oberwallstrafse. 8— Advokaten Schondorff hierselbst, qua mandatarii com EEöö“ für 3 Monate 1 Thlr. 15 Sgr. Nit Wattmannshaeger Glaͤubiger, der Berechtigung, für den ganzen gezahlten Be- trag Musikalien als Eigenthum zu entnehmen, 3 Thlr.

munis der von Viereck⸗ - alle vorstehend aufgefuͤhrte Glaͤubiger, eventualiter

¹ Ausführlicher Prospekt gratis. Für Auswäartige die vortheilhaftesten Bedingungen.

den

der

deren sich gehdrig legitimirende Erben, Cessionarien oder Glaͤubiger, unter Gestattung der Akten⸗Einsicht auf hiesiger Großherzoglicher Justiz Kanzlei, prae- sente Registratore, hierdurch aufgefordert, binnen 3 Monaten a dato, unter Bestellung von procuratoribus in loco, sich daruͤber zu erklaͤren, ob sie gemeint sind, D9 K annoch Rechte in dem von Viereck Wattmannshae⸗ von ger Debitwesen geltend zu machen, sub praejudicio Karl Seidel. pro omni, daß sie fuͤr darauf verzichtend werden an⸗ Durch seine vaterlaͤndische Tendenz, wie durch die genommen werden. edle poetische Form, empfiehlt dieses allgemein aner⸗ Gegeben Guͤstrow, den 13. November 1841. kannte Werk sich ganz besonders zur Festgabe fuͤr Großherz. Mecklenburg⸗Schwerinsche Justiz⸗Kanzlei. alle Gebildete und namentlich auch fuͤr die erwach⸗ 8 Radel. sene Jugend.

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eitung

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Amtliche Nachrichten.

Frankreich. Paris. Fortdauernde Spaltung unter den K vativen. Vermischtes. Pairshof. Prozeß Quenisset. (Selbst⸗ vertheidigung der Angeklagten.) Briefe aus Paris. (Thiers und seine gegenwaͤrtige politische Stellung. Weite Aufklaͤrun⸗ „gen uͤber die Praͤsidentschafts⸗Frage.)

Großbritanien und Irland. London. Astronomische Preis⸗ Medaille. Organisation des Chartismus. O' Connell und die Whigs. Vermischtes.

Niederlande. Aus dem Haag. Berichtigung.

Deutsche Bundesstaaten. Hannover. Staͤnde⸗Versammlung. Erklaͤrung einiger Deputirten. Gesetz uͤber die Rechtsverhaͤlt⸗ nisse der Juden. Schreiben aus Frankfurt. (Boͤrse.)

Spanien. Vermischtes. Schreiben aus Madrid. (Dem Sy⸗ stem des Terrorismus soll Einhalt gethan werden; Kongreß und Intervention, von der Presse beleuchtet; Zustand von Barcelona.)

Türkei. Konstantinopel. Ministerial⸗Veraͤnderungen.

Beilage. Türkei. Nachrichten aus der Tuͤrk. Ztg. Deputa⸗ tion der Maroniten an die Pforte. Inland. Berlin. Kd⸗ nigliche Verordnung uͤber Militair⸗ Disziplin. Aufhebung der Postscheine fuͤr Lohnfuhrwerk. 8

Se. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht:

Dem Geheimen Hofrath und Professor Dr. Weber in Breslau; so wie dem Stadtgerichts⸗Rath Stuertz zu Koͤnigsberg in Pr. den Rothen Adler⸗Orden vierter Klasse; und

Dem Buchhalter und ersten Vorstands⸗Beamten des Bank⸗ Comtoirs zu Muͤnster, Bacmeister, den Charakter als Rech⸗ nungs⸗Rath zu verleihen.

8

VPekennemechung. 1 Dem dabei betheiligten Publikum wird hiermit bekannt ge⸗ macht, daß die Haupt⸗Seehandlungs⸗Kasse, vom 3. Januar k. J. ab, die ihr zur Belegung gegen Seehandlungs⸗Obligationen an⸗ gebotenen Gelder nicht mehr zu 3 ½ sondern unter Beibehaltung der uͤbrigen Bedingungen nur zu 2 ½ pCt. jaͤhrlicher Zinsen anneh⸗ men wird. Dagegen bhleibt fuͤr die fruͤher belegten Kapitalien der Zinsfuß von 3 ½ pCt. vorlaͤufig unveraͤndert. Berlin, den 23. Dezember 1841. Der Geheime Staats⸗Minister und Chef des Seehandlungs⸗ Instituts. (gez.) Rother.

Frankreich.

Paris, 16. Dez. Die Spaltung der parlamentarischen Majoritaͤt, auf die wir schon seit laͤngerer Zeit aufmerksam ge⸗ macht haben, tritt bei Annaͤherung der Session immer deutlicher hervor, so viel Muͤhe sich auch das Kabinet gegeben zu haben scheint, um dieselbe zu verbergen, Man hat gesehen, wie die De— batte uͤber die Kandidatur des Herrn von Lamartine erstickt und bis auf den Augenblick des wirklichen Kampfes in der Kammer hinausgeschoben wurde. Die Presse, welche sich bei jener Gele⸗ genheit offenbare Gewalt anthat, scheint sich jetzt fuͤr das ihr auf⸗ gedrungene Stillschweigen entschaͤdigen zu wollen, indem sie be⸗ gierig eine andere Gelegenheit ergreift, um in ganz unverhohlene Opposition gegen das Ministerium zu treten. Man gewinnt taͤg⸗ lich mehr die Ueberzeugung, daß dieses einflußreiche Journal schon jetzt im Interesse eines folgenden Ministeriums, im Interesse einer Combination Molé-⸗Lamartine, welches das rechte Centrum herbeiwuͤnscht, redigirt wird. Der Consti— tutionnel hatte in seinem gestrigen Blatte dargethan, daß die Koͤnigliche Ordonnanz uͤber die Reduction der Armee ein deutlicher Beweis sey, daß die von dem Ministerium Thiers getroffenen und so laut verschrieenen militairischen Einrichtungen vollkommen zweck⸗ vne19, 86 waͤren, da der Marschall Soult und das Kabinet vom 29. Oktober nicht die geringste Veraͤnderung mit denselben bens haͤtten. Die Reduͤction an sich wuͤrde auch Herr Thier 8 rgenommen haben, sobald die Kriegs⸗Eventuglitaͤten ver⸗ hnn aectenh waͤren. Hierzu nun bemerkt die Presse: beheags vnphirt, wie man sieht, uͤber das, was geschehen 1 . Mainisteri 8 eine Rechtfertigung jener Politik, welche as Ministerium und dessen Freunde bekaͤmpft und verschrieen hatten. Offen gesprochen, hat Herr Thiers Recht, si Gluͤck wuͤnschen. Es ist gewiß, daß man bis jetzt wenig hervo st 68 d . lungen seiner Politik anfuͤhren koͤnnte, die da igen staͤnde eines heftigen Tadels gewesen, von seinen Rachf sie teeg. verdammt worden waͤren. Es ist dies, wie man weiß 59 ir. offen bestaͤndigsten und gegruͤndetsten Vorwuͤrfe gegen dr edin cnn baf 29. Oktbr. Wir unsererseits sind konsequent in unserem Beneh. men. Wir haben die Handlungen des Herrn Thiers bekaͤm ft. nicht weil sie von Herrn Thiers kamen, sondern weil sie uns verderbiich an sich erschienen. Wir erblicken sie in keinem besseren Lichte, wenn sie mehr oder weniger offen von Herrn Guizot angenommen und legitimirt

waͤren. Was wir bei Herrn Thiers getadelt hab auch bei Herrn Guizot, und zwar aus 889 ganz EV weil wir eine Politik von Grundsaͤtzen und ernsten Ueberzeugun⸗ gen, und nicht, wie so viele Andere, eine Politik von Personen und Eigennamen zu der unsrigen gemacht haben. Wir glauben daß das Land nicht geneigt ist, seine Ansichten und seine Sprache in Betreff der Politlk des 1. Maͤrz so leicht zu aͤndern. Wir halten es fuͤr das sicherste Mittel, sein Vertrauen zu verscherzen wenn man sich jener Politik naͤhert, sie fortsetzt und ihren Urhe⸗ bern oͤfters Gelegenheit giebt, solche Freude, wie gestern der Con⸗ stitutionnel, an den Tag zu legen.“ Mehrere der hiesigen Oppositions⸗Journale tadeln es, daß man es mit der Instruction gegen den Angeklagten Dufour so leicht genommen habe. Da dieser angeblich die Seele der ganzen Verschwoͤrung gewesen sey und man durch ihn endlich einmal an die eigentlichen Anstifter der Attentate, die stets bezeichnet, aber niemals aufgefunden wuͤrden, haͤtte gelangen koͤnnen, so waͤre es wohl der Muͤhe werth gewesen, eine foͤrmliche supplementarische Instruction gegen Dufour einzuleiten, energischer in ihm zu drin— gen und sich nicht bei den wenigen an ihn gerichteten Fragen zu beruhigen. Dufour wisse augenscheinlich mehr, als alle uͤbrigen Angeklagten: er verweise selbst auf die Zukunft, die manches Ge⸗ E1“ es sey hoͤchlichst zu tadeln, daß man sich nicht mehr Muͤhe gebe, on jetzt diese imni sic Bra 8 komnen g schon jetz sen Geheimnissen auf Heute, als am Jahrestage des Einzuges der Lei dapo⸗ leons in Paris, begaben sich 8 große eege en X 88— ter mehrere Militairs in der Uniform der alten Garde, nach dem Dom der Invaliden, um an dem Gitter, welches den Sarg Na⸗ ““ I aufzuhaͤngen.

„Boͤrse vom 16. ezember. Zu Anfang der ventau⸗ Rente bcche gber bald he1nheg sich h erkaͤufe ein, und die Course ging, tri 114 Course gingen auf ihren gestrigen

Pairshof. Sitzung vom 15. Dezember. (Fortsetzung kachdem Dufour auf so vcsebetses Weise Feraggan niß seiner Schuld abgelegt hatte, verbreitete sich im Sitzungs⸗ Saale die Nachricht, daß er in der vorhergehenden Nacht einen Versuch gemacht hatte, sich das Leben zu nehmen. Er hatte zu

die ganze Nacht hindurch an furchtbarem Erbrechen und war geistig so herunter gekommen, daß ihm die Kraft fehlte, sein Ge⸗ heimniß laͤnger zu bewahren. Nachdem im Verlauf der Si—

Klienten genommen hatten, fragte der Praͤsident den General⸗ Prokurator, ob er noch etwas hinzuzufuͤgen habe. Dieser erhob sich und verlas das folgende Schluß⸗Requisitorium: „In Bezug auf Prioul erklaͤrt das oͤffentliche Ministerium sein Schicksal der Weisheit des Hofes anheimstellen zu wollen. Was Quenisset betrifft, so tragen wir darauf an, daß er des am 13. September begangenen Attentats und des Komplotts, welches zum Zweck hatte, die Regierung zu vernichten, oder zu veraͤndern, fuͤr schul⸗ dig erklaͤrt werde; in Bezug auf Boucheron, Colombier, Brazier (genannt Just), Dufoure, Petit (genannt Auguste), Jarasse, Lau—

nois, Boggio (genannt Martin) und Mallet tragen wir darauf

an, daß sie der Mitschuld an dem Attentat vom 13. September und der Theilnahme an dem oben erwaͤhnten Komplott fuͤr schul⸗ dig erklaͤrt werden; der Weisheit des Hofes stellen wir es anheim, ob hinsichtlich Boucheron's, Baggio's und Mallets eine Straf⸗ milderung eintreten koͤnne. Was die Angeklagten Dupoty, Mar⸗ tin, Fougeray, Bouzer, Considère und Bazin betrifft, so tragen wir darauf an, daß sie der Theilnahme an dem Komplotte fuͤr schuldig erklaͤrt werden, wobei wir fuͤr Martin und Fougeray mildernde Umstaͤnde fuͤr zulaͤssig erachten.“ Der Praͤsident fragte hierauf den Angeklagten Quenisset, ob er noch etwas zu seiner Vertheidigung hinzuzufuͤgen habe? Quenisset erhob sich mit einem Papier in der Hand, welches er mit zitternder Stimme, und offenbar tief erschuͤttert, ablas:

Da mir das Wort bewilligt worden ist, so werde ich dasselbe zuvoͤr⸗ derst benutzen, um dem Herrn Pallier zu danken, der ein so großes Talent entwickelt hat, um meinen so bedrohten Kopf zu vertheidigen. Ich bitte ihn, hier meinen Dank anzunehmen fuͤr die Art, wie er sich einer so peinlichen Mission erledigt hat. Meine Familie und ich werden einen solchen Dienst nie vergessen. Sie wissen, meine Herren Pairs, wie viel ich seit 8 Tagen habe leiden muͤssen, weil ich die Wahrheit gesagt habe. Heute danke ich Gott, daß ein neuer Ange⸗ klagter auftreten mußte, um Ihnen zu beweisen, daß ich kein Luͤgner war. Er hat die Vertheilung der Patronen eingestanden. Alles, was

ich gesagt habe, ist wahr, und es waͤre fuͤr mich ein großes Ungluͤck

gewesen, wenn die Wahrheit an der Klippe der Luͤge haͤtte scheitern muͤssen. vertheidigen wollte; ich vertheidige mich auch jetzt nicht, aber ich hoͤre in der Rue Popincourt zwei klagende Stimmen, die meiner Frau und die meines Kindes. Ich hoͤre, wie mein Kind mir zuruft: „Vater, du willst dich also nicht vertheidigen; du willst also den Haß der Handwerker und die Verachtung der Einwohner mit dir in's Grab nehmen!“ Wenn mich nicht Bescheidenheit zuruͤckhielte, so wuͤrde ich mich dem Hofe zu Fuͤßen werfen; ich wuͤrde denen, gegen die ich strafbar bin, meine Gewissensbisse zu zeigen suchen. Ja, m. H., ich bin verra⸗ then, auf eine unwuͤrdige Weise verrathen worden. Sie haben selbst gehoͤrt, daß man nur einen Vorrath von 21 Patronen hatte, und ich glaubte, man besaͤße ein ganzes Magazin, um das Regiment anzugreifen. Ich weiß nicht mehr, was ich gethan habe; ich weiß nicht, wie ich dessen faͤhig war, aber ich bin resignirt. Ich weiß, daß die Leiden der Menschen auf dieser Welt ein Ende nehmen, und ich glaube an ein anderes, ewiges Leben; ich weiß, daß es eine Erbsuͤnde giebt, die auf uns Allen bei unserer Geburt lastet. Ich habe alle meine Fehler, alle meine Vergehen, alle meine Verbrechen vor Gott gebeichtet, und ich beichte sie jetzt vor Ihnen. Ich bin strafbar, aber meine Reue ist groß. Ich habe nur noch Eines zu beklagen, daß naͤmlich die Herren Advokaten und ihre Klienten den Glauben ausgesprochen haben, daß mein Kopf allein genuͤge, um ein so großes Verbrechen abzubuͤßen. Nein, mein Kopf ist nicht den hundertsten Theil jenes Verbrechens werth. Wenn ich uͤberzeugt

waͤre, daß er genuͤgen koͤnne, so wuͤrde ich ihn nehmen (er faßte

dem Ende den in seiner Dose befindlichen Taback verschluckt. Schnelle aͤrztliche Huͤlfe vereitelte den Versuch, aber litt

tzung mehrere der Vertheidiger noch einmal das Wort fuͤr ihre

Ich habe Ihnen auch gesagt, m. H., daß ich mich nicht

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ich moͤchte, daß das Blut, welches daraus hervorspritzen wuͤr Kleider jener Republikaner befleckte. Man eresreie, Fehs rothen Kleidern erkennen, und sie wuͤrden Niemand mehr taͤuschen Fͤnnen. Ich habe nichts weiter hinzuzufuͤgen. sie s uͤbrigen Angeklagten, von dem Praͤsidenten befragt, ob * etwas zu sagen haͤtten, beschraͤnkten sich groͤßtentheils dar⸗ au ihre Unschuld zu betheuern. Als die Reihe an den Angeklag⸗ V ten kam, 8. derselbe und sagte:

K abe nur einige Worte hinzuzufuͤgen; ine S Herrn Ledru⸗Rollin so geschickt e 2.. Be⸗ duͤrfniß ist, zuerst ihm meine Dankbarkeit auszudruͤcken. Seit 10 . ag- Kaͤmpfe der Presse verwickelt, habe ich mich allen Ge⸗

derselben unterzogen. Mir waren die Faͤhrlichkeiten der Lauf⸗ ahn nicht unbekannt; ich habe sie mit Muth ertragen. Ich bin der Anklage mit Geduld gefolgt, was nichts Leichtes Ich 1 der Ruhe, die ein Hewi b es war. Ich habe mit gutes Gewissen giebt, alle die Verachtung und alle die Schmaͤhungen ertragen, deren Gegenstand ich war. Aber bevor dies Alles zu Ende geht, muß ich vor dem Publikum, zur Civilisatton, g ikum, zur Ehre der sation, gegen den unerhoͤrten Gedanken protestiren, der die An⸗ klage beherrscht. Man will in meiner Person die Presse strafen man will den Journalisten ihre Freiheit, ihr Eigenthum rauben, und wenn meine Sache verloren waͤre, so wuͤrde es in der Folge nur ir einer Perfidie beduͤrfen, um die Journalisten von 348 Tribuͤne erab, von wo aus Sie mir jetzt zuhoͤren, an den Platz zu bringen den ich in diesem Augenblick einnehme. Was mich betrifft der Wich meinem Lande nach besten Kraͤften diene, so danke ich den Organen desselben, daß sie sich meiner Sache angenommen haben. Ein verein⸗ zeltes Organ ist ohne Staͤrke gegen die Maͤchte, welche es unterdruͤk⸗ ken; aber die ganze Presse ist staͤrker als alle ihre Feinde. Ich werde Ihre Entscheidung, m. H., mit der Ruhe eines rechtlichen Mannes abwarten; wie sie auch ausfallen moͤge, ich werde weder daruͤber triumphiren, noch mich von ihr niederdruͤcken lassen.

Ganz zuletzt wendete sich der Praͤsident noch an Dufour und fragte ihn, ob er dabei bleibe, keine weiteren Aussagen ma⸗ chen zu wollen? Dufour: Die Zukunft wird Alles aufklaͤ⸗ ren. Der Praͤsident: Ich kann nicht umhin, euch noch ein⸗ mal bemerklich u machen, daß ihr, wenn ihr wirklich als rechtli⸗ cher Mann sterben wollt, die volle Wahrheit sagen und die Ju— stiz uͤber die Ursachen eures Ungluͤcks aufklaͤren muͤßt. Fuͤrchtet ihr denn nicht, daß euer Stillschweigen Anderen schaͤdlich werde, die man in dieselbe Falle locken koͤnnte? Sagt uns daher, wel⸗ chen Anreizungen ihr gefolgt seyd, wer euch in jene Reihe von Verbrechen gestoßen hat, die euch den Strafen des Gesetzes bloß⸗ stellen. Dufour bleibt einige Augenblicke lang schweigend mit gesenktem Haupt, dann erhebt er die Augen und ruft aus: „Un⸗ gluͤckseliger Stern! Wenn sich mir ein besserer zeigen sollte, so wuͤrde ich mich an ihn anklammern, um ihn niemals wieder zu verlassen. Es ist jener unselige Stern, der mich bis jetzt verfolgt hat. Ich wiederhole, daß, wenn einer jener Maͤnner im Stande waͤre, die Ruhe des Landes zu stoͤren, so wuͤrde ich sagen: Der ist es! Aber es ist kein solcher unter ihnen.“ Der Praͤsi⸗

dent: Die Debatten sind geschlossen. Morgen Mittag, Punkt 12 Uhr, wird der Hof sich in sein Berathungs⸗Zimmer zuruͤckzie⸗ hen. (Man glaubt, daß das Urtheil nicht vor Sonnabend den 18ten d. gefaͤllt werden wird.)

.. Paris, 15. Dez. Die parlamentarischen Intriguen werden mit großer Thaͤtigkeit fortgesetzt. Herr Thiers läßt seine Journale sprechen, und dies ist fast das einzige Werkzeug, welches ihm fuͤr den Augenblick uͤbrig bleibt. Der ehemalige Praͤsident des Kabinets vom 1. Maͤrz hat seine Popularitaͤt fast ganz verlo⸗ ren, und sein persoͤnlicher Einfluß ist sehr gesunken. Er fuͤhlt uͤbri⸗ gens wohl, daß er sehr weit von der Gewalt entfernt ist, und seine Annaͤherung an die Konservativen ist nur ein Mittel, um die Schwaͤchen seiner Politik waͤhrend seiner letzten Verwaltung der Angelegenheiten vergessen zu machen. Frankreich hat die Opfer⸗ die ihm Herr Thiers auferlegt, und den unbedeutenden Ausgang der kriegerischen Politik, die beinahe Europa in Flammen gesetzt haͤtte, nicht vergessen. Man will hier keine Agitation, und die revolutionaire Partei, auf die Herr Thiers sich stuͤtzte, will ihn nicht; sie verstoͤßt ihn. Er beunruhigt uͤberdies Europa, und seine Ahnwesenheit in einem Kabinet gilt immer als eine Garantie we⸗

niger fuͤr den allgemeinen Frieden. Jetzt, da er den Maßstab fuͤr

seine Projekte gegeben, wuͤrde seine Ruͤckkehr ins Kabinet im Aus⸗

lande vielleicht noch allgemeinere Mißbilligung finden. Seine Journale machen sich allerdings nach dieser Seite hin keine Sorge und glauben, daß es leicht seyn werde, mit den Feind⸗ seligkeiten des Auslandes fertig zu werden. Sie nehmen in ihrer Po⸗ lemik keine Ruͤcksicht auf die wahren Interessen Frankreichs; worauf es ihnen ankommt, das ist der Triumph ihres Patrons, denn wollte man sagen, es laͤge ihnen etwas an dem Triumph ihrer Meinun⸗

gen, so wuͤrde man sich taͤuschen und zwar aus folgenden Gruͤn⸗ den. Der Courrier, das Sidecle und der Constitutionnel haben fruͤher Herrn Thiers mit der aͤußersten Heftigkeit angegrif⸗ fen. Als er Minister des Innern war, ging eines dieser Journale

sogar so weit, daß es seine Redlichkeit verdaͤchtigte, indem es offen

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erklaͤrte, daß Herr Thiers nicht ein Mann sey, dem man ohne Gefahr die geheimen Fonds anvertrauen ehnae Es war 89 Constitutionnel, der diese Sprache fuͤhrte. Seit jener Zeit sind die Politik und die Moralitaͤt des Herrn Thiers dieselben geblieben, er hat nur das Talent gehabt, die Linke von ihrem ge⸗ woͤhnlichen Wege abzulenken und sie theilweise mit sich zu ver⸗ schmelzen. Allein dies ist keine Veraͤnderung von seiner Seite, sondern die Opposition hat sich geaͤndert, und die Journale haben sich fuͤr den Dienst einer Sache hergegeben, die nicht die ihrige ist. Diese Opposition ist jedoch Herrn Thiers nicht sehr treu ge⸗ blieben, und der schlechte Erfolg, den der Praͤsident des 1. Maͤrz gehabt hat, rechtfertigt bis zu einem gewissen Punkte diesen Abfall. Sie giebt uͤbrigens auch der oͤffentlichen Meinung nach, die sich so sehr gegen Herrn Thiers gewendet hat, daß er, wie gesagt, kaum noch anderswo Unterstuͤtzung findet, als in den drei genann⸗ ten Journalen, die ihm ganz ergeben sind. Er begreift vollkommen, wie viel Unangenehmes eine solche Stellung hat, und wie schwierig es ist, sie zu verlassen. Es sind viele Dinge, fuͤr die er Nachsicht bedarf, und noch mehr, die er vergessen machen muß. Herr Thiers wird um so mehr Muͤhe haben, sich unter den

seinen Kopf mit beiden Haͤnden) und ihn zu Boden werfen; aber

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gegenwaͤrtigen Umstaͤnden Bahn zu machen, als einer seiner groͤßten