her vergebens zu erlangen suchten. Fuͤr die auf Eubba belegenen Grundstuͤcke erhͤlt die Pforte eine bestimmte Summe von Grie⸗ chenland; fuͤr die zu Theben belegenen Besitzungen zahlt Griechen⸗
land den Ankaufspreis. Türkei.
Konstantinapel, 8. Dez. (A. Z.) Izzed Mehemed Pa⸗
scha's Ernennung ist des alten Thosrew's Werk. Jener ist di
wessirat bahnen wird.
den älteren Zeiten haͤufig geschah — zur schickt.
Die Truppenmaͤrsche nach Rumelien dauern fort. mungen bis auf 50,000 Mann regulaire Truppen,
suk (irregulaire Kavallerie) gebracht werden. zwei Haupttheile theilen: Mann bestehend, die sich in Adrianopel, Warna, Silistria und Schumla konzentriren wird und Bulgarien und Serbien, und was in der Umgegend und im Hintergrund liegt, bewachen soll. 2) Die Operations⸗Armee, aus 40,000 Mann bestehend, welche hei Salonich und in den angraͤnzenden Provinzen aufgestellt wird. Ihre Hauptbestimmung, sagt man, sey, im Fall sich die Griechischen Angelegenheiten nicht bis zum Fruͤhjahr ord⸗ neten, von dieser Seite aus nach Griechenland zu operiren, sich so viel als moͤglich an den Kuͤsten haltend, um von der alsdann dort kreuzenden Flotte unterstuͤtzt zu werden. In Konstantinopel wird eine Reserve⸗Armee von 50,000 Mann (die Garnisonen Kon⸗ stantinopels, des Bosporus und der Dardanellen mit eingerechnet) gebildet werden.
1 Aegypten.
8 Alexandrien, 10. Dez. (L. A. Z.) Endlich scheint Mehmed⸗ Ali die Bahn der Verbesserungen betreten zu wollen. Der Han⸗ dels⸗Vertrag zwischen der Tuͤrkei und den meisten Europaͤischen Maͤchten ist hier verkuͤndigt worden und wird zur Ausfuͤhrung gebracht. Die Apalten oder Monopole werden abgeschafft werden und es bleiben nur noch einige Einzelheiten von geringer Wichtig⸗ keit zu ordnen, die erledigt werden sollen, sobald der Pascha aus Ober⸗Aegypten zuruͤckkehrt. Außerdem ist die National⸗Garde in Kahira und Alexandrien, zur großen Freude der Einwohner, auf⸗ geloͤst worden. Wer die Abneigung und die Ungeschicklichkeit die⸗ ser Leute fuͤr den Militairdienst gesehen, konnte auch nur die Hart⸗ naͤckigkeit bedauern, mit welcher der Pascha darauf bestand, sie unter den Waffen zu behalten.
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.
New⸗York, 8. Dez. Die Botschaft des Praͤsidenten an den zu Anfang dieses Monats eroͤffneten Kongreß ist am 6ten d. demselben zugesandt worden. Sie beginnt mit Gluͤckwuͤnschen zu dem Frieden, der Ruhe und Wohlfahrt, deren sich die Bevoͤlkerung der Vereinigten Staaten im vorigen Jahre erfreut habe, und geht dann zu einer Eroͤrterung der Mac Leodschen Angelegenheit uͤber. Der Praͤsident vertheidigt das Verfahren, welches die Vereinigten Staaten in dieser Sache beobachtet haben, und erklaͤrt, es sey dies die beste Politik gewesen, welche moͤglicher Weise haͤtte ange⸗ nommen werden koͤnnen. Er empfiehlt dem Kongreß, die⸗ jenigen Veraͤnderungen in den die Verfassung betreffenden Gesetzen vorzunehmen, welche sich etwa als angemessen erweisen moͤchten, um fuͤr die Zukunft, wenn ein aͤhnlicher Fall sich ereignen sollte, bestimmte Vorschriften uͤber das dabei von Seiten der Unions⸗Regierung zu befolgende Verfahren zu haben. Hierauf wendet sich der Praͤsident zu der Aufhebung des Ameri⸗ kanischen Buͤrgers Grogan durch Britische Milizen und spricht seine Zufriedenheit mit dem Benehmen der Kanadischen Behoͤrden
Die ganze dort zu konzentrirende Armee wird nach den neuesten Bestim⸗ 15,000 Alba⸗ nesen, 2000 Spahi (Landwehr⸗Kavallerie) und 3000 Baschi Bo⸗ Sie wird sich in 1) die Observations⸗Armee, aus 30,000 Philippopel, Sophia,
Macht einräͤnmen, in unzer Gebiet, stem und aͤußerstem Nothfall, einzudringen, um etwa die Munizipal⸗Gesetze einer solchen fremden treten oder ihre aus dem gen zerstoren.“ Mit Hinsicht auf den wird in der Botschaft bemerkt, daß,
““ 8 8
egierun
Navy⸗Ivsland besetzt hielten, gemeinschaftliche Sache gemacht,
habe; aber zugleich fuͤgt der weges die hoͤheren Ruͤcksichten,
in reifliche Erwaͤgung
Schlosser zum Vorbild nehmen wollten.
fordern.
wenig Fortschritte in der Ausgleichung dieser Differen
den, ihre Arbeit bald beendigt haben wuͤrden.
ausgenommen in dringend⸗ Feashter. welche uͤber⸗ Voͤlkerrecht entspringenden Verpflichtun⸗ verletzt haben moͤchten, zu verhaften oder deren Eigenthum zu Eigenthuͤmer der „Caroline“ wenn derselbe durch eine feind⸗
8 1 e selige Absicht geleitet worden oder mit denen, welche zu jener Zeit Uebergangs⸗Person, sein Vorlaͤufer, der ihm den Weg zum Groß⸗ - 2
Es ist leicht vorauszusehen, daß der eigen⸗ sinnige, rauhe, nicht sehr gewandte Izzed sich in kurzem so ver⸗ haßt machen wird, daß sein Fall erfolgen muß, wo dann Chosrew unter den besten Auspizien die hoͤchste Wuͤrde des Staats antre⸗ ten kann, waͤhrend man den Izzed als Großwessir — wie dies in Armee nach Rumelien
keinen Anspruch auf Entschaͤdigung fuͤr den erlittenen Verlust Praͤsident hinzu, daß hiermit keines⸗ welche diese Frage in sich schließe, beseitigt seyen, sondern daß dieselbe bald moͤglichst noch vom Kongreß gezogen werden muͤsse. Die schlimmsten Fol⸗ gen, meint er, muͤßten daraus entstehen, wenn eine von den beiden Regierungen, England oder die Vereinigten Staaten, bei irgend einem kuͤnftigen Aufruhr an der Graͤnze den Vorfall bei Der naͤchste Punkt der Botschaft ist das Durchsuchungsrecht, und in dieser Beziehung nimmt der Praͤsident einen sehr festen und entschiedenen Ton an. Er streitet jedweder Nation das Recht ab, irgend ein unter Ame⸗ rikanischer Flagge fahrendes Schiff unter irgend einem Vorwand anzuhalten oder sich dessen zu bemaͤchtigen. Er erklaͤrt, daß er nicht davon abstehen werde, fuͤr jeden Verlust, welchen Amerikani⸗ sche Buͤrger durch die Ausuͤbung jenes von ihrer Regierung nicht aner⸗ kannten Rechts von Seiten Großbritaniens erlitten, Entschaͤdigung zu Indeß spricht er sich dabei sehr energisch gegen den Skla⸗ venhandel aus und fordert die Legislatur auf, Alles zu thun, was
in ihren Kraͤften stehe, um denselben zu unterdruͤcken. In Bezug
auf die Graͤnzfrage aͤußert sich der Praͤsident nur sehr kurz und
unbestimmt; er bedauert, daß seit der letzten Kongreß⸗Session so
z gemacht
worden, und kuͤndigt an, daß die Amerikanischen Graͤnz⸗Kommissa⸗
rien, welche mit einer neuen Aufnahme der Graͤnze beauftragt wor⸗
dn ehan sa 97 1216“
et gs eh re. .
Rhr 1,8 lAG72,h J h g J vas .Sö 8* Berlin, 2. Jan. Waͤhrend schon seit laͤngerer Zeit Viele mit dem falschen Geruͤchte sich getragen haben, als seyen neue, unerhoͤrte Zwangs⸗Maßregeln in Bezug auf eine strengere Sonn⸗ tagsfeier bei uns zu erwarten, da doch nur die bestehenden Ge⸗ setze gebuͤhrend gehandhabt worden, hat in der neuesten Zeit ge⸗
evangelische Geistliche unserer Hauptstadt haben sich nach einer vorausgegangenen Synodal⸗Verhandlung nicht an die Polizei⸗Be⸗ hoͤrden, sondern an die Gewissen ihrer 8
Androhung obrigkeitlicher Strafen, sondern mit liebreichen Vor⸗ stellungen und uͤberzeugenden Gruͤnden gewandt, um die Feier des Gottesdienstes gegen Entweihung zu sichern. In einer gedruckten Ansprache, welche mit Recht den Titel fuͤhrt: „Worte der Liebe“, haben sie die Entheiligung des christlichen Ruhe⸗
ihre Wirkung gewiß nicht verfehlen wird; und am Reuen Jahrestage, nach dem Ermessen eines jeden Seelsor⸗ gers, entweder an den Kirchthuͤren oder auf andere Weise in den Gemeinen verbreitet worden, waͤhrend zugleich Predigten uͤber die⸗ sen Gegenstand auf den meisten Kanzeln gehalten worden sind.
In Uebereinstimmung mit dem Vorschlag, welchen die Geist⸗ lichen in der Ansprache selbst gemacht haben, ist auch bereits ein aus Geistlichen und Laien zusammengesetzter Verein zur Befoͤrde⸗ rung einer wuͤrdigen Sonntags⸗Feier unter hoͤherer Benehmigung errichtet worden. Die in den gedruckten Statuten (§. 7) ausgesprochene Auf⸗ gabe dieses Vereins ist: „durch Beispiel, Belehrung, Ermahnung
und Verbreitung zweckdienlicher Schriften, so wie auf jede andere
aus, die denselben sogleich wieder in Freiheit gesetzt, als ihnen die naͤheren Umstaͤnde der Sache bekannt gemacht worden. Die Kor⸗ respondenz, welche in dieser Hinsicht zwischen den Briti⸗ schen und Amerikanischen Behoͤrden stattgefunden, wird dem Kongreß durch eine besondere Botschaft mitgetheilt. Der naͤchste Punkt, den die Botschaft behandelt, ist die Zerstoͤrung des Dampfboots „Caroline“, in Bezug worauf der Praͤsident sein Bedauern daruͤber ausspricht, daß er nicht im Stande sey, eine befriedigende Erledigung dieser Sache anzuzeigen. Er geht dann in eine naͤhere Auseinandersetzung der Fakta ein und giebt einen Ueberblick von der Politik, welche beide Regierungen in der Ange⸗ legenheit befolgt haben. In Betreff des kuͤnftigen Verhaltens der Amerikanischen 8 in solchen Faͤllen sagt der Praͤsi⸗ dent: „Unsere Regierung kann keiner fremden Regierung die
1“ EI1I1“ Lagh .
des Steseseeus — Koͤnigstein, Ediktal⸗Citation. 3 Der jetzt 52 Jahr alte, hier geborene Georg Wil⸗ helm Berg hat sich vor 18 Jahren von hier ent⸗ fernt und seit dieser Zeit von seinem Leben und Auf⸗ enthalt keine Nachricht gegeben. Es ist auf feine Todeserklaͤrung angetragen und wird daher der Georg Wilbelm Berg oder dessen unbekannte Erben oder Erbnehmer aufgefordert, sich in dem auf
den 18. Juli 1842, Vormittags 11 Uhr, angesetzten Termine oder vor demselben hier zu mel⸗ den, widrigenfalls Ersterer fuͤr todt erklaͤrt un Erbfolge in sein „eeg. eroͤffnet, mit ihren Anspruͤchen präͤkludirt werden sollen.
Reetz, den 28. Juli 1841. x Kdnigl. Land⸗ und Stadtgericht.
aber unter Zuruͤckl
gewesen.
aber bekannten Glaͤubig
irgend einem meinen,
n biermit d
Nothwendiger Verkauf. raͤklusion, Land⸗
Das zur August Fleckschen Konkursmasse gehd⸗ rende, vor dem Vogel No. 1082 zu Nordhausen be⸗ legene und zu 12,907 Thlr. gerichtlich abgeschaͤtzte Haus nebst Zubehoͤr soll
am 4. Mârz 1842, Vormittags 11 Uhr, im Gerichtslokale im Rathhause daselbst offentlich meistbietend verkauft und koͤnnen die Taxationsver⸗ handlungen und der neueste Hypothekensch Gerichts⸗Registratur eingesehen werden.
—
er abwesende unter dem 3
timirenden werden geladen, den
ein in der in Person und d
n hiesi
Ediktal⸗Ladung. an hiesiger Amts
Von dem unterzeichneten Koͤnigl. zur Ausmittelung
Allgemeiner Anzeiger für Bekanntmachungen.
welcher am 9. April 1828 das össte Lebensjahr reicht hat, seit dem Anfang des Monats April ej.
trage von ungefaͤhr 230 Thlr. Antrag der hinterlassenen Erben mit Erlassung von Ediktalien in Gemäaͤßheit des Mandats vom 13. No⸗ vember 1779 die Ediktal⸗Citationen in Civilsachen außerhalb des Konkurses
⸗-Es werden daher der namhaft gemachte Verschol⸗ 5 die lene, so wie die Erben und die bekannten und un⸗
welche an selbigen und dessen Vermoͤgensbestand aus Rechtsgrunde Anspruͤche zu haben ver⸗
Nechtsnachtheile des Verlustes ihrer Anspruͤche durch
auch beziehendlich bei Ver er? . und Stsergesis zu Nordhausen. wohlthat der Sebeenisfndic I. e
un, sein en „daß er fuͤr todt werde erklaͤrt
welcher zum Liquidations⸗T
Justizamte isisgeben, beziehendlich ihren Verwundrichoffe⸗ 8 nit dem Verschollenen nachzuweif dtschafts⸗
wuͤrdige Weise auf die Heiligung des Feiertags lhinzuwirken.“ Es ist nicht zu bezweifeln, 1 den Provinzen Nachfolge finden werde.
Zugleich wird die gemeinsame Handlung der hiesigen Geistli⸗ chen dazu dienen, den neuerlich oft dem ganzen Stande gemach⸗ ten zwiefachen Vorwurf zu widerlegen, als strebten die Geistli⸗ chen eben so sehr auf aͤußerem Wege ihr Ansehen zu erhoͤhen und ihren Einfluß zu vermehren, als sie es zugleich an der thaͤtigen Anwendung der ihnen als treuen Dienern des goͤttlichen Wortes zustehenden Mittel zur Befoͤrderung der Sache der Religion fehlen ließen.
4 Berlin, 2. Jan. Nach dem amtlichen Verzeichnisse des
Personals und der Studirenden hiesiger Friedrich⸗Wilhelms⸗Uni⸗
rechtlich zu verfahren, er⸗ ßen, und al. Be⸗ der Inrotulation der Akten
assung eines Vermoͤgens im 1l vermißt wird, auf Praͤklnsiv⸗Bescheides
zur
der Publication desselben, und
er desselben und alle diejenigen, ffentlich, peremtorisch unter dem
g in den vorigen Stand; Carl Gottfried Kopprasch aber
1 1 der Eroͤffnung und Bekanntmachun ches Vermoͤgen seinen sich legi. welches fuͤr den Außenbleibenden g
Glaͤubigern werde verabfo
1 ◻—% 4 d. g 02& 11. April 1842, Justiz⸗Amt Pirna, den 26.
Termin anberaumt worden a noͤthig bevormundet di 2 ten aber dur 6 berhn6.
gen unleugbar eingerissene Mißbraͤuche eine Gegenwirkung statt⸗ gefunden, die das Uebel an seiner Wurzel angreift. Saͤmmtliche
farrkinder und nicht mit
tages, das Beduͤrfniß nach einem solchen Tage und die rechte Feier desselben ihren Mitbuͤrgern in einer Weise ans Herz gelegt, welche diese Ansprache ist
daß ein so wuͤrdiger Vorgang auch in
versitaͤt sind im gcgenwärrigen Winter⸗Semester immatrikulirt. Zahl der Immatrikulirten nur 1561 Zuwachs von 196. Von den 1757 sind inskribirt: logischen Fakultaͤt 361 (277 Inlä;pnder 84 Ausländer ristischen 573 (403 InlaJnder, 170 Auslaͤnder), 386 (272, Inlagnder, 114 Auslaͤnder), bei der 286 Inl;nder, 151 Ausläaͤnder). Außerdem sind no der Vorlesungen 383 Personen berechtigt und 85 Pharmaceuten, 72 Eleven des Friedrich⸗ 106 Zöͤglinge der chirurgischen Militair⸗Akademie, meinen Bauschule, 15 des Bergwerks⸗ Instituts, 2 remunerirte Schuͤler der Kunst⸗ 87 so daß also im Ganzen? eil nehmmen. kaers dartte. 1 1r m en K Kooblenz, 23. S Die Rheinischen folgende Allerhöchste Kabinets⸗Ordre: „Ich will auf den Mir vorgele Rheinprovinz genehmigen, daß der
er
Infanterie Regimenter den Ueberschuß ihrer Infanterie den Linien-Infanterie Regimenter des Armeen Corps gestellen. haben hiernach in Ihren Ressorts das Erforderliche zu veranlassen.
Sanssouci, den 7. Oktober 1811. Friedrich Wilhelm.
von Rochow.
1757 Studirende a im vorangegangenen 5I die
betrug, so erglebt sich ein bei der theo⸗ „bei der ju⸗ bei der medizinischen philosophischen 437 zum Horen war: 47 Chirurgen, ilhelms⸗Instituts, 41 der allge⸗ 2 Volontaire, 6 kademie, 6 der Gaͤrtner⸗Lehr⸗An⸗ 2140 Personen an den Vorlesungen
Blaͤtter publiziren
ten Antrag der Staͤnde der 2 . rsatz fuͤr diejenigen Reserve⸗ Infanterie⸗Regimenter, bei welchen die Mannschaften 3 Jahre im aktiven Dienst verbleiben, aus saͤmmtlichen Kreisen der bereffenden Armee⸗Corps⸗Bezirke nach Verhaͤltniß der Bevoͤlkerung ausgehoben werde, wogegen die Bezirke der Landwehr⸗Bataillone dieser 2 eserve Rekruten zu Sie
1 — 1 6 2 An die Staats Minister, General der Infanterie, von Boyen und
Meteorologische Geobachtungen.
1842. 1. Januar.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr.
Morgens
Nach einmaliger 6 Ubr.
Beobachtung.
Luftidruck. .. . 311,01 Per. 311,12 Per. 311,04 par. Quellwürme 8,1 ° R. Lufrtwärme — 1,4 ° R. — 0,70 nN. — 1,5 ° hn. PFlaaswürme 1,1° . Thaupunkt ... — .4 h. — 1,8 ° h. 72 n. Bodenwärme 2 ° . Dunstsättigung 81 pCt. 79 pCt. 80 pCt.
trübe. trübe. Sehbnee. W. NW. NW.
„ NRhw. — 341,06 Par...
— 2
277
Wolkenzug.. Tagesmittel:
;- 4,9⁰. — 0,9 n. — 2,3° n. 80 pct. Nw. Auswürtige Börsen. Amsterdam, 29. Dez. Niederl. wirkl. Schald 51 .l. 5 8⅞ 40. Kanz. Bill. 25 . 5 % Span. 21 ¼. Präm. Seb. —. Pol. —. Oesterr. —. Antwerpen, 28. Dez. Zinsl. 5 ½. Neue Aul. 21 ⅛. Hamburg, 31. Dez. Bank-Actien 1628 6. Kaugl. Ruas, 108 ⅛. London, 28. Dez. Cons. 3 % 88 ⅛. helg. 101 ½. Neue Aul. 24. Pa. aire 5 ½. Ausg. Sch. 12. 5 8% HoHll. 99 ½. 2 ½ 51 ¼. 5 % Port. 32 ⅛. 3 % 19 ½. Rogl. Russ. II3 ½. Bras. 64. Chin 71. Coluamb. 20 ½. Mex. 26 ½. Pera 14. Paris, 28. Dez. 5 % Rente ün cour. 116. 60. Anl. de 1841 fin cour. 78. 90. 5 ½ Neapl. fin cour. 106. 10. 24 ¼. Passive 5 ½. Wien, 28. Dez. 5 % Met. 106 ½. 4 „ 98 ½. 3 ¼ 75 ½. 2 ½ ¼ 54 ½. nank-Actien 1613. Anl. 4 1834 141 ½. 4. 1839 108 ⅛.
Königliche Schauspiele. Montag, 3. Jan. Im Schauspielhause: Der alte Herr, Lustspiel in 2 Abth., vom Verfasser von Lüg: und Wahrheit“. Hierauf: Der Militairbefehl, Lustspiel in 2 Abth., nach Anicet,
von C. W. Koch. Dienstag, 4. Jan. Im er Belisar, Oper in 3 Ab⸗ theilungen, mit Ballets. Musik von Dontzetti.
Im Schauspielhause: L.a seconde représentation de la re- prise de: Le Mariage de Figaro, ou: La folle journéec, comé-
die en 5 actes et en prose, par Beaumarchais.
Pass. —. Ausg. —. Zinsl. —.
— —
Königstädtisches Theater.
Montag, 3. Jan. (Italienische Opern⸗Vorstellung.) Zum erstenmale wiederholt: Cenerentola. Opera bufsfa in 2 Aiti. Mu- sica del Maestro Rossini.
Dienstag, 4. Januar. Zum erstenmale: Lord und Raͤuber, oder: Des Meeres und des Lebens Wogen. Tragikomisches Melo⸗ drama in 4 Abthl., von Friedrich Adami. (Mit freier Benutzung eines Franzoͤsischen Stoffes.) E12*
Oeffentliche Aufkührungen. b
Montag, 3. Jan. Im Saale des Hotel de Russie: Sie⸗
bente vom Musik⸗Direktor C. Moͤser veranstaltete musikalische Abonnements⸗Versammlung. (Symphonieen.) Anfang 7 Uhr.
Verantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.
die Preußischen Staaten.
s Carl Gottfried Kopprasch aus spruͤche anzumelden und zu bescheini binnen 8 Wochen zu beschlie⸗
den 10. Juni 1842
den 10. Juni 1842
den 30. Juni 1842 betreffend, zu verfahren der Pflegung guͤtlicher Verhandlungen der unter Anmeldung ihrer Anspruͤche Erschienenen unter der Verwarnung, daß die Außenbleibenden und diejeni⸗ en, welche in dem Verhoͤrs⸗Termine nicht bestimmt uͤber den vorseyenden Vergleich sich erkaͤren, fuͤr einwilligend werden geachtet werden, in Entstehung eines Vergleichs aber und sonst nach Befinden den 20. Juli 1842
der anderweiten Inrotulation der Akten Behufs der üveer derselben nach rechtlichem Erkenntnisse, un
den 18. August 1842
fuͤr publizirt erachtet werden wird, sich zu versehen. Oktober 1841.
Koͤnigl. Saͤchsischer Justiz⸗Amtmann daselbst.
Gedruckt in der D eckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei. 2
die Stuhrsche, Berlin, Schloßplatz 2, Potsdam, Hohenwegstr. 4, zu beziehen: 1 Die bildende Kunst in Muͤnchen von Professor Dr. Soöltl. Preis br. 2 Thlr.
Wie die Wittelsbacher am Rhein und in Bayern die Kuͤnste gepflegt, was sie gesammelt und in Muͤn⸗ chen aufgestellt, wie Ludwig l. eine glaͤnzende Epoche hervorgerufen; dann die Wirksamkeit und Biogra⸗ phieen dem ersten Meister Muͤnchens aus allen Kunst⸗ zweigen (z. B. eines Gaͤrtner, Klenze, Ohlmuͤller, Cornelius, Heinrich und Peter Heß, Schnorr, Zim⸗ mermann, Kaulbach, Stieler, Rottmann, Schwan⸗ thaler, Stieglmaier ꝛc.); endlich alle Kunst⸗Anstal⸗ ten und Sammlungen Muͤnchens, dazu die Wal⸗ balla und Hohenschwangau. Dieses ist in dem Buche historisch und beschreibend auf eine anziehende und fehlende Weise dargestellt, weshalb es Allen, die Muͤnchens Kunstschäͤtze jemals gesehen haben, als ein interessantes Erinnerungsbuch empfohlen wer⸗ den kann. — Fuͤr Freunde und Einheimische ist es bei Betrachtung der reichen Kunst⸗Sammlungen Muͤnchens ein scherer wohlunterrichteter Fuͤhrer. 9 In der Vofsschen Buchhandlung, Charlotten-Str. 1
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eines solchen, ittags 12 Uhr
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gen Orts zu bestellende Bea
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Literarische Anzeigen.
I. 6 51cs Buchhand⸗ und durch jede gute Buchdandians, venachs benen
No. 25, Ecke der Dorotheen-Str., so wie in allen übrigen Buch- und Kunsthandlnngen ist zu haben:
Die Berlinerin, im Kalender-, Karten-, 8 der- und Liebesschmuck. Ein Kalender fur 1842.
Kolorirtes Blatt in Folio. Preis 20 Sg.
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in Afrika. — 2 aus Paris. (Die Thronrede;
8 a rikc, 8. 82* Wahl⸗Reform; Herr von Salvandy.)
rland. London. Tauftag. — Befinden V verenörageed’ de Renaan sese hgeeen da⸗ V Chatham⸗Inseln. — Rin. - b 1enf er gteehen nsche Expedition gegen Rio⸗Grande. — Ver ¼ aens. . ag. ens. 8.n aaten. 862* aus Frankfurt a. M. Börse; iches; Kunstnotizen.) 8 . 2 Hden nan des ennbn Feuersbruͤnste in der Schweiz. — Heilungen des Kretinismus. Spanien. Madrid. Herr von Salvandy. Madrid. (Vermischtes.) 1 Aegypten. Alexrandrien. Königs der Franzosen.
— Schreiben aus
Weitere Ruͤstungen. Geschenk des
’ Ausdünstung 0,029 Hb. Niederschlag 0,019 Rh. I Wärmewechsel — 0,7, ’
99 ⁄.
Preuae.
3 % Rente in cour. 78. 30. ’ 5 ⅔ Span. Reonte
Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. sidenten. Inland.
Botschaft des Praͤ⸗
Magdeburg. Weihnachtsfest der armen Kinder. W
as Britische Kolonialwesen und seine Bedeutung fuͤr die Zukunft des Britischen Reiches. (Zweiter Artikel.) V
EIIMRNASh. aAAkCitll
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Amtliche Nachrichtehan.
V C11M“ 4 2* 2Ie “ SC M. sgvronik des v1“
1111““ * isherige Land⸗ und Stadtgerichts⸗Rath Neukirch ist 4. Zra⸗ vngiffarius bei den Land⸗ und r ren . zu Minden und Petershagen und zugleich zum Notarius im tement des Köͤniglichen Ober⸗Landesgerichts zu Paderborn, mit Anweisung seines Wohnsitzes in Minden, bestellt worden.
I1 . . - ieutenant und Abgereist: Se. Durchlaucht der General⸗Lieu V ouverneur von Magdeburg, Prinz George zu Hessen, nach agdeburg. b Der Kaiseri. Russische Geheime Rath, außerordentliche Ge⸗ ndte und bevollmaͤchtigte Minister am Kaiserl. Tuͤrkischen Hofe, on Butenieff, nach Dresden. H 178 114 1189 111“
Zeitungs-Nachrichten.
Ausland.
e. ⸗ 8* * 8 Frankreich.
88 utirten⸗Kammer. Sitzung vom 28. Dezember. . 1ees Das Skrutinium fuͤr die Ernennung des Praͤsi⸗ denten ergab folgendes Resultat:
FZahl der Stimmenden 309.
Absolute Majoritaͤt.. 155. 88 Herr Sauzet erhielt 193 Stimmen. Herr von Lamartine... 8 “ Herr Odilon Barrot 11“ Herr Lafitte... EEEEE1ö 4 Herr Royer⸗Collard.. 8 Dufaure Herr Berryer
b Unbeschriebene Zettel 2. 1 Heerr Sauzet ward demgemaͤß zum Praͤsidenten proklamirt und die Sitzung um 5 Uhr W — Die Buͤreaus der Kammer haben sich auf folgende Weise organisirt:
Praͤsidenten. Secretaire. .Buͤreau .. Herr Passy. Herr Paillard⸗Ducleré. 8 err B. Valessert. Herr Havin.
err Lacave⸗Laplagne. Herr Chazot.
. Herr Sauzet. Herr Chabaud⸗Latour.
Herr von Montesquiou.
Herr Delaborde.
Der Marquis von Dal⸗
matien.
8 von L'Espée.
err Guilhem.
1“
4 .. ..Herr Dupin.
Herr Dufaure. 1t
err Leclert.
1““
. 2„
.
err Jancin.ʒ err Sapey.
— Sitzung vom 29. Dezember. Zu Anfang der heu⸗ en Sihung empfing der Praͤsident eine Botschaft der Pairs⸗ ammer, wodurch die definitive Konstituirung derselben angezeigt wurde. — Demnaͤchst schritt die Kammer zur Ernennung der Vice⸗Praͤsidenten. Die Abstimmung 5 folgendes Resultat: 8 Zahl der Stimmenden 288. s Absolute Majoritaͤt 145. 2 8. Dufaure erhielt 246 Stimmen.
err Calmon.. “ .176 Herr Jacqueminot Herr Bigvon . 151 8 Die genannten Deputirten wurden danach zu Vice⸗Praͤsidenten der Kammer proklamirt. Bei Abgang der Post war das Skru⸗ ingm zur Ernennung der Secretaire erbffnet.
Paris, 29. Dez. Die Ernennung des Praͤsidenten der
“
Berlin,
solcher Ausgang gekommen seyn muß.
dergleichen
Fath. dile Miinoritaͤt gerade auch 193 Stimmen.
schlauen Leute wollten . 1 men in die Festung einschleichen, sie wollten, im Namen des Herrn von Lamartine, das politische System umstuͤrzen, dem Herr von La⸗
Depukirten⸗ ammer, die dadurch ein wichtiger Akt wird, daß die
Harteien diese erste Gelegenheit wahrzunehmen pflegen, um sich selbst 8 vüspektiven Erzrte zu uͤberzeugen, hat die⸗ sesmal eine seltsame und fast komische Enttaͤuschung fuͤr die Oppo⸗ sition herbeigefuͤhrt. Man braucht nur die (gestern mitgetheilte) vorlaͤufige Berechnung des Courrier frangais aͤber die muth⸗ maßliche Vertheilung 1as Sena wieder
a wie hoͤchst unerwartet der FeeIe Alle Journale bemuͤhen
Eqüüüüääü
Dienstag den 4 „ Januaur
wahre Schlachtfeld.
sich heute, den glaͤnzenden Sieg des Ministeriums zu erklaͤren.
Die Opposition ruͤckt mit ihrem ewigen Argumente vor, daß viele ihrer Partei nicht zu der Sitzung eingetroffen waren, — eine en tn die in diesem Falle ein großer politischer Fehler ist und keinen Falls der Opposition zur Ehre ge⸗ reicht. Andererseits wird behauptet, daß Herr von Lamartine
im letzten Augenblick eine Schaam daruͤber empfunden haͤtte, der
Kandidat der extremen Parteien zu werden, und deshalb seine V Freunde dringend gebeten habe, fuͤr Herrn Sauzet zu stimmen.
Wie dem aber auch sey, und wie wuͤnschenswerth fuͤr die Ruhe
Frankreichs eine feste Stellung des Ministeriums seyn moͤge, so
muß man sich doch wohl huͤten, diesen ersten Erfolg zu hoch an⸗ zuschlagen.
Es darf freilich den Freunden des Ministeriums
eine groͤßere Zuversicht und dem konservativen Prinzip frische Hoffadh hed en. aber man darf nicht vergessen, wie schwankend 8)
kajoritaͤten in Frankreich sind. Die Kammer ist allerdings noch sehr unvollzaͤhlig, da 136 Deputirte ausgeblieben sind, von denen 60 bis 70 den opponirenden Nuͤancen angehoͤren mögen. 193 Stimmen sind an sich keine Majoritaͤt, denn vor 3 Jahren, bei der ersten Session der jetzigen Le⸗
erhielt Herr Odilon Barrot als Kandidat der Aber, wie gesagt, der mo⸗ ralische Eindruck dieses ersten und in dem Maße unerwarteten
an Agitationen von Seiten der Journale und an Intriguen von Seiten der Parteien nicht gefehlt hat, um ein entgegengesetztes
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ben wuͤrden. Herr Ganneron habe gestern einen Vorschlag Büch Ausdehnung der Inkompatibilitaͤten und Herr Ducos einen Vor⸗ schlag wegen Aufnahme der zweiten Liste der Jury in die Wahl⸗
listen auf das Buͤreau der Kammer niedergelegt. Dies sey das
Die Pairs⸗Kammer hat die Kommission, welche den Adreß⸗ Entwurf abfassen soll, aus folgenden Mitgliedern zusammenge⸗ setzt: Marschall Valée, Baron Mounier, Braf Roy, Graf von Argout, Graf Molé, Herr Merilhou und Vicomte von Caux.
Die Gazette des Tribunaux sagt, daß Brazier und Colombier nachtraͤglich alle die ihnen waͤhrend der Debatten vor dem Pairshofe zur Last gelegten Thatsachen als richtig anerkannt und außerdem einige wichtige Gestaͤndnisse abgelegt haͤtten. Die Untersuchungs⸗Kommission sey neuerdings zusammengetreten, habe mehrere Verhaftungs⸗Befehle erlassen und die Nothwendigkeit einer neuen Instruction eingesehen. Ueber das Begnadigungs⸗Gesuch der zum Tode Verurtheilten sey noch immer kein beumraren Entschluß gefaßt worden. — Das Journal des Dobats sagt: „Gestern, nach der Sitzung der Pairs⸗Kammer, kam die Unter⸗ suchungs⸗Kommission bei dem Kanzler zusammen und beschloß, daß sogleich eine Supplementar⸗Instruction eroͤffnet werden solle. Es scheint gewiß, daß die Gestaͤndnisse Colombiers und Braziers 5 bis 6 neue Verhaftungen veranlaßt haben.’“ — Der National will mit Bestimmtheit wissen, daß die Verurtheilten Quenisset, Colombier und Brazier am Montag Abend um 9 Uhr die Nach⸗
richt erhalten haͤtten, daß die uͤber sie verhaͤngte Todesstrafe in
Triumphes wird groß seyn, und das Ministerium kann sich den- selben um so hoͤher anrechnen, da es gerade in diesem Augenblicke
Resultat herbeizufuͤhren. Wir lassen Auszuͤge aus einigen Blaͤttern
uͤber diesen Gegenstand folgen. Das Journal des Débats agt: II
sag Wir haben nicht noͤthig, auf die ganze Wichtigkeit dieses ersten Votums aufmerksam zu machen, und wir haben keinesweges Lust, die Bedeutsamkeit desselben zu uͤhertreiben. Die konservative Partei hat bewiesen, daß sie die Disziplin und die Eintracht bewahrt, die das Land vor einer furchtbaren Krisis geschuͤtzt hat. Wie konnte man auch in der That glauben, daß die Majoritaͤt in diesem Jahre nichts Eiligeres zu thun hahen wuͤrde, als in diesem Jahre dasie⸗ nige zu vernichten, was sie im vorigen Jahre aufgebaut hatte? Und
wem zum Vortbeil wuͤrde die Majoritaͤt sich aufgelost haben? Wel⸗ rben wuͤrde sie die Regierung hinterlassen haben, nachdem sie
en . . so unerklaͤrlichen Selbstmord begangen haͤtte? Wer sollte re⸗ ieren an dem Tage, wo die konservative Partei laut ihre Unfaͤbig⸗ eit erklaͤrte? Durch eine seltsame Laune der Intrigue war Herr
von Lamartine, ohne daß er sich um eine solche Ehre bemuͤht hatte,
der Kandidat der Opposition geworden. Wenn die Opposition sich
so sehr erniedrigt hat, daß sie nicht einmal wagt, eine eigene Fabne aufzupflanzen, so hat sie sicherlich gestern eine schmaͤhliche Nie nicht gegeben, die Namen Herr von La⸗- martine ist heute noch, was er gestern war: einer der ausgezeichnet
derlage erlitten. Aber es in ihr 1 zu kompromittiren, mit venen sie Mißbrauch treibt.
sten Maͤnner der Kammer, eines der schoͤnsten Talente, einer der loval⸗ sten Charaktere, den die konservative Partei sich zur Ehre schaͤtzt, in ihren Reihen zu zaͤhlen. Man 1— Bedeutung jenes Votums taͤuschen. Die Maͤnner, welche jenen be⸗ ruͤhmten Namen auf ihre Fahne eingeschrieben hatten, haben sowohl dem Herrn von Lamartine, wie der konservativen Partei, eine bedeut⸗ same Huldigung dargebracht; denn sie haben aus einem der Chefs der Majoritaͤt einen Kandidaten der Opposition gemacht; aber jene sich ganz einfach unter einem geachteten Ra⸗
martine seine Ueberzeugung und sein Talent gewidmet hat. Kurz, die Combination war so fein, daß Herr von Lamartine in Verzweif lung gewesen seyn wuͤrde, wenn sie gelungen waͤre. Jedem sein Werk und die Verantwortlichkeit fuͤr sein Werk: die Dpposition vwg hat die Schlacht geliefert, die Opposition allein ist besiegt worden.
Seltsam abstechend gegen dieses Siegesgeschrei der Débats ist die Traurigkeit der Presse, die sich in folgenden kurzen Wor⸗ ten ausspricht: „Moͤge jenes Votum, welches ein glaͤnzender, aber schmerzlicher Sieg fuͤr das Ministerium ist, die Allianz, der Herr von Lamartine geopfert wurde, dauerhaft befestigen und dem Ka⸗ binet so viel Staͤrke verleihen, wie der Partei geraubt wird, die wir bei den letzten Wahlen auf eine verzweifelte Weise (désespé- rément) vertheidigt haben.“ — Der Courrier frangais ent⸗ haͤlt folgende Bemerkungen:
Das Resultat der gestrigen Sitzung uͤbertrifft die Erwartung des Ministeriums, und wir duͤrfen nicht verhehlen, daß es die unsri⸗
gen getaͤuscht hat. Ohne auf einen gewissen Sieg zu rechnen, wa⸗ ren wir doch zu der Hoffnung berechtigt, daß die Minoritaͤt impo santer seyn und daß die Opposition, wenn auch keine Fortschritte machen, doch mindestens die ihr zu Gebote entwickeln wuͤrde. Leider muͤssen wir sagen, daß beinahe 100 De⸗ putirte der linken Seite und des linken Centrums der Sitzung nicht beiwohnten. Zu keiner Zeit hat eine so kleine Anzahl von Stim⸗ menden an dem entscheidenden Votum, welches die Kammer erdff net, Theil genommen. Dagegen war die ministerielle Phalanx fast ganz vollstaͤndig. So geht es in der Politik. Die Freunde der Regierung erwarten Alles von ihr und regeln ihren Eifer nach ih⸗ ren Hoffnungen. Die Oppositions Deputirten lassen sich bei ihrer Uneigennuͤtzigkeit Mangel an Eifer zu schulden kommen. In einer solchen Lage und wenn so wichtige Interessen auf dem Spiele sie⸗ ben, mußte jeder Deputirte auf seinem Platze seyn. Keine Fami⸗ lien⸗ und keine persoͤnliche Ruͤcksicht durfte ihn daran hindern. Die⸗ jenigen Deputirten, welche gestern fehlten, sind ihrem Mandate un⸗ treu gewesen.
Der Constitutionnel tadelt es, daß die verschiedenen Fraec⸗ tionen der Opposition sich bei dieser Gelegenheit auf einen Kampf eingelassen haͤtten, der gegen ein Mitglied des linken Centrums gerichtet gewesen waͤre. ie haͤtten ihre Kraͤfte lieber zu einem entscheidenden Kampfe aufsparen sollen, bei dem sie alle Gegner der retrograden Doktrinen des Ministeriums fuͤr sich gehabt ha⸗
tend gemacht
entschlossen ist, eine Ursache
Man wird sich keinen Augenblick uͤber die
stehenden Streitkraͤfte
dem
muͤsse.
Deportation verwandelt worden waͤre.
Der Constitutionnel aͤußert sich uͤber die diplomatische Verlegenheit in Madrid (vergl. das Madrider Privat⸗Schreiben in dem gestrigen Vlatte der Staats⸗Zeitung) in folgender Weise: „Die Schwierigkeit, welche sich in Spanien erhebt, ist mehr als eine bloße Sache der Etikette. Sie wird sehr ernst dadurch, daß alle Botschafter, welche vor Herrn von Salvandy in Madrid wa⸗ ren, bei der Koͤnigin⸗Regentin akkreditirt wurden. Da Herr von Salvandy nur bei der Koͤnigin Isabella akkreditirt war, so hat Espartero daraus gefolgert, daß die Französische Regierung ihn nicht als Regent anerkenne; daher die Anspruͤche, welche er gel⸗
haͤt, und von denen ihn nichts hat abbrin⸗ gen koͤnnen. Es scheint, daß England seinem Entschlusse nicht fremd gewesen ist, obgleich derselbe, nach dem so zweideutigen Be⸗ nehmen unseres Ministeriums bei Gelegenheit der letzten Christini⸗ schen Schild⸗Erhebung, leicht vorauszusehen war. Es waͤre weit besser gewesen, keinen Botschafter abzusenden, als sich dieser neuen Schwierigkeit auszusetzen, wenn anders nicht Herr Guizot fest zum Bruch mit der neuen Spanischen Regierung aufzusuchen. Wir hoffen, daß der Minister der aus⸗ waͤrtigen Angelegenheiten bei Eroͤrterung der Adresse uͤber eine so wenig offene und so wenig den Interessen des Landes angemessene Politik interpellirt werden wird.“
Die Presse enthaͤlt Folgendes: „Ein Schreiben aus Algier vom 2lsten d. benachrichtigt uns, daß wichtige Ereignisse den General⸗Lieutenant Bugeaud zwingen, in Afrika
zu bleiben, und ihn verhindern, den zweimonatlichen Urlaub zu
benutzen, um den er gebeten hatte, und der ihm bewilligt worden war. Diese Nachricht, deren * wir verbuͤrgen, wird die⸗ jenigen zufrieden stellen, welche mit Besorgniß auf eine auch nur momentane Entfernung des General Bugeaud von dem Posten sehen, auf dem er das Vertrauen der Regierung des Koͤnigs so Aaͤnzend gerechtfertigt hat.“ (Die offiziellen und halbofftziellen Blaͤtter enthalten bis jetzt nichts, was diese unerwartete Nachricht bestaͤtigte.)
.. Paris, 28. Dez. Die Thronrede sagt uns nichts Neues, und schon vor der Verlesung derselben wußte man bereits, daß sie sehr kurz sey. Man war nur erstaunt uͤber das Still⸗ schweigen, welches sie in Bezug auf Spanien beobachtet, obgleich man schon wußte, daß sich zwischen unserem Botschafter in Ma⸗ drid, Herrn von Salvandy, und dem Regenten eine Frage wegen der Etikette erhoben hat, die ziemlich ernste Folgen haben kann, wenn der Repraͤsentant Frankreichs und der Repraͤsentant der Koͤnigin Isabella II. ihre Hartnaͤckigkeit beibehalten, die sie bei Beginnen dieser Schwierigkeit bewiesen. Herr von Sal⸗ vandy will seine Beglaubigungs⸗Schreiben nur der Koͤnigin uͤber⸗ geben; Espartero dagegen besteht darauf, daß er waͤhrend der Minderjaͤhrigkeit Isabella's mit allen Vollmachten der Koͤnigli⸗ chen Wuͤrde bekleidet sey, und daß er daher die Beglaubigungs⸗ Schreiben des Franzoͤsischen Botschafters direkt entgegen nehmen So steht der Streit, und man weiß noch nicht, wie er enden wird. Ein Journal spricht heut von einem fruͤheren Bei⸗ spiele, wo der Fuͤrst von Cellamare, Spanischer Botschafter bei dem Regenten Philipp von Orleans, gegen diesen so weit Recht behalten haͤtte, daß es ihm gestattet wurde, sein 85v
er
Schreiben dem minderjaͤhrigen Koͤnige Ludwig XV. in feierli
Audienz zu uͤberreichen. (Vergl. den in unserer gestrigen Num⸗ mer Brief aus Madrid.) 4
ie orientalischen Angelegenheiten sind eingeschlafen, und das Osmanische Reich ist, wie die Thronrede sehr gut sagt, in Ruhe.
Es ist dies ein eben so neuer als ungewoͤhnlicher Ausdruck.
Was die Eisenbahnen betrifft, so ist es gewiß, daß in diesem
Augenblicke die Richtung der Hauptlinien noch nicht bestimmt
worden ist, und daß Meinungs⸗Verschiedenheit in dieser Beziehung unter den Kabinets⸗Mitgliedern herrscht. So will der Kriegs⸗ Minister fuͤr die Eisenbahn nach Straßburg wegen der Vertheidi⸗ gung der Graͤnze die direkte Linie, der Minister der oͤffentlichen
Arbeiten die Linie uͤber Dijon und Muͤhlhausen, um man weiß
nicht welchen Verpflichtungen zu genuͤgen, an denen er streng festzuhalten scheint. Es existirt fuͤr diese Eisenbahnen eine geheime Gewalt, welche die Ausfuͤhrung derselben hindert; es ist unglaublich, wie viele dien, Plaͤne, Projekte schon gemacht worden sind, die rein verlo⸗
eren sind. Es ist mehr nals in den Thronreden davon gesprochen
worden, das ganze Land verlangt sie;
die vESen di Staͤdte, bieten bedeutende Summen an, theils als Unterstuͤtzung, theils als Garantie fuͤr die Zinsen, und dennoch gesch abe Man beschaͤftigt sich seit zehn Jahren mit Projekten, un