1842 / 21 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

offizielle Censur⸗Behoͤrde ist, durchgesehen, gepruͤft und berichtigt; man versichert, der Papst selbst haͤtte es gelesen und verbessert ndlich wurde es gut befunden und gedruckt. Bei dieser Gelegen⸗ eit zeigte sich, was sich spaͤter so oft wiederholt hat: unwissende Censoren, denen es aufgegeben war, ein Buch zu pruͤfen, was weit aber ihren Gesichtskreis hinausging, billigten es, ohne zu ahnen, wie entgegengesetzt und verderblich es denen Ideen war, welche je gerade beschuͤtzen wollten.

Die Wortfuͤhrer in diesem Dialog waren zwei von Galilei's verstorbenen Freunden, Sagredo und Salviati und ein Peripate⸗ tiker, Simplicius genannt. Alle Argumente zu Gunsten der Be⸗ wegung der Erde werden von Sagredo und Salviati vorgebracht und durch Simplicius bestritten. Die Beweisfuͤhrungen und Schluͤsse der beiden ersten sind die folgerichtigsten, und sie scheinen immer auf dem Punkt, ihren schwachen Gegner zu uͤberwaͤltigen; aber trotz ihrer unbestreitbaren Ueberlegenheit endigen sie damit, ihm nachzugeben; dies Resultat setzt den Leser in Erstaunen, und allerdings laͤßt der Gedankengang einem tiefen Blicke einen entge⸗ gengesetzten Eindruck zuruͤck.

Man fuͤhlt den Sieg uͤber die alten Systeme der Naturwissen⸗ schaft zu deutlich, wenn er auch scheinbar verleugnet wird. Der Beifall, die Diskussionen, welche dies erregten, reizten die Domi⸗ kaner und Jesuiten, Galilei's alte Feinde, auf das neue, sie zoͤ⸗ gerten nicht, den Roͤmischen Hof auf das Gefaͤhrliche dieser Schrift aufmerksam zu machen und von neuem die Religion in den Vordergrund des Treffens zu stellen.

Man uͤberredete den Papst, er sey unter der Person des Simplicius gemeint und laͤcherlich gemacht; man bot Alles auf, ihn zu reizen und Galilei zu ven cheigen; er ernannte darauf eine Kommission zur Untersuchung dieser Angelegenheit, die nur aus Galilei's Gegnern bestand. Galilei, der 70jaͤhrige Greis, wurde krank und ohne Ruͤcksicht auf die Strenge der Jahreszeit und die in Toscana herrschenden pestartigen Krankheiten, im Fe⸗ bruar 1633 nach Rom berufen und vor das Gericht gestellt. Bald wanderte er aus dem Palast des Florentinischen Gesandten in das Gefaͤngniß der Inquisition, wo man ihn, wahrscheinlich mit Anwendung der Folter, verhoͤrte und endlich am 20. Juni das Urtheil sprach. Sein Buch wurde verboten, er zum Ge⸗ faͤngniß in den Kerkern der Inquisition und zum Widerruf seiner Irrthuͤmer verdammt. Er mußte sie oͤffentlich auf den Knieen im Hemde abschwoͤren und versprechen, nie wieder von seiner Meinung uͤber die Bewegung der Erde, welche die Sentenz als „eine falsche, absurde, ketzerische und der heiligen Schrift widersprechende“ verdammte, zu reden oder zu schreiben.

Man hat mehrfach bezweifelt, ob Galilei wirklich gefoltert worden oder nicht. Man hatte ihm selbst das tiefste Stillschwei⸗ gen daruͤber aufgelegt, und auch die entscheidenden Aktenstuͤcke sind nicht mehr vorhanden. Napoleon ließ die Original⸗Akten des Prozesses nach Paris kommen, allein hier, wiewohl in das Ka⸗ binet des Kaisers gelangt, sind sie verloren gegangen und noch nicht wieder gefunden worden. Man weiß indeß aus dem Zeug⸗ niß Delambre's, welcher sie durchgesehen, daß sie unvollstaͤndig waren und gerade die Verhoͤre darin fehlten. Aus dem Text des Urtheilsspruchs ergiebt sich jedoch eine uͤberwiegende Wahr⸗ scheinlichkeit fuͤr die Anwendung der Folter. Hier heißt es: „Und weil es uns scheint, daß Du uͤber Deine Absicht nicht ganz die Wahrheit gesagt, haben wir fuͤr noͤthig erachtet, mit dem examen rigorosum gegen Dich zu verfahren.“ Dieser Ausdruck bedeutet in dem konstanten Sprachgebrauche des heiligen Offi⸗

ciums regelmaͤßig die Tortur, zu Deutsch die „scharfe Fr Auch war es, wie sich aus der Analogie anderer Prozeß⸗A der Inquisition unwidersprechlich ergiebt, durchaus in der Ord⸗ nung, daß die Tortur jedesmal angewendet werden mußte, wo nquisiten Zweifel bei dem Richter statt⸗ So kennen wir die Original⸗Akten eines Inquisitions⸗ Prozesses zu Novara im Jahre 1705, worin eine Frau beschul⸗ digt ward, eine andere Frau Faktum war kein Zweifel; die die Absicht, wodurch zugleich die 9 nirt wurde, war nicht so klar. es im Protokoll heißt, das examen rigorosum wegen uͤber die Absicht an, d. h. die Folter, welche Prozedur alsdann eklagte blieb unter den Qualen e ein Verbrechen beginge, und Haͤtte sie Unwissenheit uͤber de man dies als

uͤber die Absicht des

eheirathet zu haben. eklagte leugnete es nicht, allein atur des Verbrechens determi⸗ Die Richter wandten daher, wie

enau beschrieben wird. st dabei, sie habe gewußt, daß dies rettete sie von der Todesstrafe. die Natur des Verbrechens vorgeschuͤtzt, so w erei betrachtet und sie zum Scheiterhaufen In der Sentenz von Novara findet sich uͤber „Ueber die Absicht be⸗ Genau die⸗

Bekenntniß der Ke verdammt haben. die Tortur nichts als die Bemerkung: fragt, habe die Angeklagte katholisch geantwortet.“ selben Worte finden sich nun auch in der Sentenz Galllei's. Endlich hebt die Prozeß⸗Ordnung des heiligen Officiums, von welcher unter dem Titel „das heilige Arsenal“ noch 1730 zu Rom ewordene Ausgabe erschien, in dieser Hinsicht dach den dort gegebenen Gesetz⸗Bestimmungen ist es unbestreitbar, daß Galilei's Richter sich einer schweren Ver⸗ antwortlichkeit ausgesetzt haben wuͤrden, wenn sie in diesem Falle, wo die Absicht, die Natur der inkriminirten Schrift, noch keines⸗ weges klar am Tage lag, Galilei nicht der Folter unterworfen Es war dies im Laufe des damaligen Prozeßganges eine hergebrachte und ganz gewoͤhnliche Sache: C no, Dominis, ja, viel spaͤter als Galilei, der beruͤhmte Physiker Oliva, alles Gelehrte, welche der Inquisition zum Opfer fielen, sind der Tortur uͤbergeben worden.

Der Rest von Galilei's Leben war sehr elend. einem Landhause bei Florenz als Gefangener, ruhig, aber Schweigen verdammt; seine Kinder starben alle vor ihm, er einsam und erblindet zuruͤck. Allein die Feuerseele, die ihn be⸗ Unaufhoͤrlich diktirte er die Entdek⸗ kungen seines maͤchtigen Geistes, dessen Kraft 78 Jahre nicht zu aͤhlte Foricelli, Viviani und andere große Als er 1642 starb, dauerte die Verfolgung gegen seine Schriften fort; die Verbote Roms folgten denselben durch alle Laͤnder. Sein reicher literarischer Nachlaß ging fast ganz verloren; ein Theil ward durch Viviani vergraben und nach dessen Tode an einen Fleischhaͤndler zum Einwickeln Hier erkannte der Senator Nelli zufällig Galilei's Handschrift und rettete ben Rest. Ein interessanter Theil des Nachlasses, uͤber 1000 Briefe der gelehrtesten Maͤnner jener Zeit, ist kuͤrzlich im Toscanischen entdeckt worden. bildet eine ziemlich vollstaͤndige Literatur⸗Geschichte jener Zeit und wird in diesem Augenblick durch G. Libri in Paris zur Heraus⸗ gabe vorbereitet.

eine sehr selten jeden Zweifel.

Giordano, Bru⸗

Er lebte auf

herrschte, war unbezwungen.

beugen vermochten; e Maͤnner unter seine

Diese Sammlung

Auswärtige Börsen.

Amsterdam, 15. Jan. Niederl. wirkl. Schald 51 62à. 5 % 40. 100 ½. 5 9% Span. 22 ⅞. Pass. —. Oesterr. 105 ¼⁄..

Kanz. Bill. 25,1½1.

Hlamhburg, 17. J2n. Bank- Aetien 1625 nrF. Nagl. Aaas 109 ½.

182, n II. Jan. Lond. 3 Met. 38 ½. Hamb. 34 . Paris 405. Poln. à Par. 300 Fl. 72. 40. 500 PFl. 75. 40. 200 H. 26 ½. Wien, 14. Jan. 527 Met. 106 ½. 4 ¼ 100. 8 75 ½. 2 ½ —.

15% —. hHank-Aetien 1595. Aul. 40 18324 142. 4. 1820 109 ½.

anAzt Iünsen

AMAMeteorologische Beobachtungen.

1812. Morgens Nachmittags Abends Nach einmaligor 18. Januar. 6 Unr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.

Luflidruck... 339,87 Par. 340,52“ Par. 341,44 Par.] Qvellwieme 7,72 n. Lofhwürne 0,4 h. + 1,e / . †+ 0,2 n. F wümne 0,0 ° h. Tbaupankt 0,4 h. 0¼l n. 0,8 ° h. Hodenwü —0,20 h. Duusta5ttigung 88 pct. 81 pct. 85 pct. Ausdüaatung 0,0a9 Rb. Wotter trübe. trübe. trübe. Niederseblag 0.

W. SW. SW. Wurmewechsel 1,9*, Wolkenzug... SW. 0,4 °.

Tagesmittel: 340,81 Per... +† 0,8 °9 h.. 0,8*9 h.. 85 pce wsw.

vede7a 080 8 18 Königliche Schauspiele. Donnerstag, 20. Jan. Im Opernhause: Alceste, lyrisches

Trauerspiel in 3 Abth., mit Ballet. Musik von Gluck. m Schauspielhause: Spectacle demandé: Le verre d'eau,

comédie en 5 actes, par Scribe. Freitag, 21. Jan. Im Opernhause: Zum erstenmale wie⸗ derholt: Christoph Columbus. 9* Im Schauspielhause: Keine Franzoͤsische Vorstellung. ] 81it118 E1 1“ Königstädtisches Theater. ““

Donnerstag, 20. Jan. Lord und Raͤuber, oder: Des Mee⸗ res und des Lebens Wogen. Tragikomisches Melodrama in 4 Abthl., von Friedrich Adami.

Freitag, 21. Jan. Der boͤse Geist Lumpacivagabundus. 8 Sonnabend, 22. Jan. (Ztalienische Opern⸗ Vorstellung.) Norma.

3289 1 n praen DOekkentliche Aufkührungen.

Sonnabend, 22. Jan., Abends 7 Uhr, im Konzert⸗Saale der Koͤniglichen Schauspielhauses: Großes Bokal⸗ und Instrumental⸗ Konzert zum Besten der Malmeneschen Knaben⸗Beschaͤf⸗ tigungs⸗Anstalet, unter Leitung des Koͤnigl. Konzertmeisters L. Ganz und unter Mitwirkung mehrerer Mitglieder der Koͤnigl. Buͤhne. Billets zu 1 Rthlr. sind beim Kastellan des Koͤnigl. Schauspielhauses und in den Musikalien⸗Handlungen von Schle⸗ singer, Trautwein, Bote und Bock zu haben.

Montag; 24. per⸗ Abends 7 Uhr, im Saale der Sing⸗ Akademie: Musikalische Abendunterhaltung von Marie Shaw.

BVBerantwortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen.

Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober⸗Hofbuchdruckerei.

11“

Allgemeiner Anzeiger für die Preußischen Staaten.

88 g

2 ssscchriftlich, oder durch Mandatarien, wozu ihnen die Bekanntmachungen. ¼%½ Fha i AöEee ess-nn desnne . u melden, ihr erwani⸗

blr. betragenden Nach⸗ der Herrschaft Heinzenburg. laß des ꝛc. Clauß nachzuweisen und zu bescheinigen Die im Luͤbener Kreise belegene Herrschaft Hein⸗ und weitere Verhandlun zenburg, im Jahre 1840 landschaftlich zur Subha⸗ sich nicht melden und n station geschaͤtzt, zusammen auf 98,202 Thlr. Sgr. mit ihren Erbanspruͤchen an d ; schlossen und wird solcher, als herrenloses Gut, dem a) Neuguth mit Groz⸗Heinzendorf und der alten Koͤnigl. Fisco zuerkannt werden. Wanzleben, den 22. September 1841. hlr. 15 Sgr. 5 Pf. Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht. 2 10 EE1

111“ wirth vorgeschla Subhastations⸗Patent ges Erbrecht an

5 Pf., bestehend aus den Guͤtern:

Heinzenburg, einzeln geschaͤtzt zu 1824 b b) Ober⸗Herbersdorf 11,643 c) Nieder⸗Herbersdorf 15,540 10 882 d) Neudorf 20,742 20 - wird entweder im Ganzen oder nach einzelnen Thei⸗ len an unserer Gerichtsstelle im Termin

sind in unserer Registratur einzusehen.

oder in dem Termin regulirt werden.

sin v. Reschenbach, resp. deren Erben und Rechts⸗ mit vorgeladen. Nachfolger werden hierdurch öffentlich vorgeladen. .see, den 13. November 1841.

v. Forckenbeck. sder verschollene Friedrich E ditt a1 zu Wollmirstaͤdt am 29. November 1792, welcher der Auf den Antra 8 Citation. Anzeige nach als Bäaͤckergeselle bei der Franzbsischen mann als Kuratge de Insic gemmislarius . Armee gestanden und im Jahre 1811 zum letzten⸗ nger 1892 hierlelvst versordenen Mittme des Sena. shn bineerlagen sort nn E“ Christian Listich, Char⸗ dert, sich vor oder spaͤtestens in dem auf -FAbeen Erben 8* 8.echemuth, werden die den 30. April 1842, Vormittag sten Anverwandten der Verciorbenene ien oder naͤch⸗vor Gericht zu Wollmirstaͤdt anberaumten Termine jerdurch auf he melden und weitere Anordnung zu gewarten, wi⸗

b 8 581 de rigenfalls der Verschollene fuͤr todt erklaͤrt und sein ear Heren üssessor Bandow, in unserem Gerichts⸗ Bermägen denen, welche sich als Erben legitimiten,

gefordert, in dem auf den 7. Juni 1842, ver

lokale anstebenden peremtorischen Termine entwe⸗ eventuell aber als herrenloses Gut dem Koͤnigl. Fis⸗

wozu ihnen der Justiz⸗Kommissarius Henkel hierseldst 88,eener e ee soll.

artsbergaer Kreis Gräflich Heldorffsches Gericht daselbst.

der persoͤnlich oder durch einen Bevollmaͤ tigten

in Vorschlag gebracht wird, zu erscheinen, ihre Erd anspruͤche geltend zu machen und ihr sen, Eck

Die Zahlun

en circa 30

zu gewaͤrtigen. itimiren, werden sie esem Nachlaß ausge⸗ Verzeichnisse,

unserem Buͤreau mit der Za

unserem Stempe

der Zuruͤckgabe dieses bescheinigten Verzeichnisses, wel⸗ ches von dem Inhaber zu quittiren ist, sind die Quit⸗ tungsbogen, gehdrig vollzogen, nach acht Tagen zu⸗ ruͤckzunehmen. 8 .

Die Actionaire werden auf die in den Quittungs⸗ bogen abgedruckten §§. 11 und 16 des gerichtlich voll⸗

Nothwendiger Verkauf. Stadtgericht zu Berlin, den 12. August 1841. Das in der Neuen Koͤnigsstraße Nr. 65 belegene den 27. Juni 1842, Vormittags um 9 Uhr, Ludwigsche Grundstuͤck, geas selbch abgeschaͤtzt zu

nothwendig subhastirt. Taxe und othekenschein 29,256 Thlr. 2 Sgr. 9 P 1 g subh r esewien am 26. April 1842,

Die Kaufbedingungen sollen nach Befinden vor an der Gerichtsstelle subhastirt werden. ypothekenschein sind in der Registratur einzu Die Realberechtigte Christiane Catharine Wilhel⸗ Die unbekannten Erben der als Glaͤubig

mine, fruͤher verehelichte, nachmals geschiedene Ge tragenen Ehefrau des Eigenthuͤmers, Wilbhel

heime Regierungs⸗Raͤthin v. Massow, geborene Graͤ⸗ gebornen Seidentopf, werden zu diesem Termine

ormittags 11 Uhr,

Gesellschaft.

von 10 pCt. wird auf dem Quit⸗ deren sich gehdrig legitimirende Erben, Cessionairen tungs⸗Bogen selbst durch einen der Direktoren oder oder Glaubiger, unter Gestattung der Akten⸗Einsicht Stellvertreter und unseren Rendanten Thimm be⸗ auf hiesiger Geoßberhoglicher Justiz⸗Kanzlei, prae- scheinigt, weshalh die Actionaire ersucht werden: sente Registratore, hier 56

die Quittungs⸗Bogen unter Beifuͤgung dop⸗Monaten a dato, unter Bestellung von procuratoribus pelter, nach den Nummern geordneter, in loco, sich daruͤber zu erklaren, ob ste gemeint sind, mit der Namens⸗Unterschrift versehener annoch Rechte in dem von Viereck⸗Wattmannshae⸗ enannten Tagen in ger Debitwesen geltend zu machen, sub praejudicio lung einzureichen, pro omni, daß sie fuͤr darauf verzichtend werden an⸗

wogegen sofort das eine Verzeichniß mit der Unter⸗ genommen werden.

schrift des oben genannten Rendanten Thimm und Gegeben Guͤstrow, den 13. November 1841.

I versehen zuruͤckgegeben wird und at 8 Pheclanssetd.Schescs as. Instt. Kenbles. v Radel.

dem Einzahler als Interims⸗Bescheinigung dient. Bei

urch aufgefordert, binnen 3

5“* in fle, nasle ad sAs “] J n h a 1 ü 8

erl. 1839, 40. Hfrz. 12 Thlr.

nigl. Ober⸗ zgeri . Ediktal⸗Ladung. gl. Ober⸗Landesgericht. Eester Senat. Von dem Patrimonialgericht Wollmürstaͤdt wird ugust Wilbelm, manns Ulrich Geo

manshagen, erwa

eschrieben, so wie die etwa von

rben und Erbnehmer, aufgefor⸗ 2) der Major von Viereck zu Beverstaedt,

3) die Echen des General⸗Lieutenants von Treskow

ttwete Seecretairin Saurkohl zu Guͤstrow, wandb. (unbeschn. ters Duͤwel zu Roggow,

s 10 Uhr,

4) die verwi 5) die Erben des 6) die Erben des

[547] genannt worden: 8 a) die unverehelichte Henriette von Viereck, Kd⸗ 1s Thlr.

reuß. Herzogthum Sach⸗ un niglich Preußische Hofdame,

Regiment Prinz Heinrich zu Kyritz,

oͤrig nachzuweisen, widrigenfalls der Nachlaß fo 88 beerenloses Gut erachtet und wegen dessen 28₰ 2

veranlaßt werden wird.

Koͤnigl. Land⸗ und Stadtgericht. 6 1

bekannten Er

en 2 Fenha gaerpanch oͤffentlich vorgeladen, im Termin

an hiesiger Geri

ü a orschrift der Gesetze das Wei 8 schuͤttung nach Vorschrif Gesetze das Weitere 8 Berlin⸗Frank ; en 16. August 1841. ie Actionaire der 8 Stolp, d 4 1 1 Gesellschaft werden bi 8 EE1“ bente Einzahl

1 8 Betrag der ausge

Von dem unterzeichneten Gericht werden alle un⸗rechnung der Zinsen ben und Erbnehmer des fuͤr todt erklaͤr. 15. Februar 1842 auf di Westphalischen Soldaten Carl Clauß seblun en mit 7 Sgr. 6 Pf. a L-r 2 5 2 1. bis 15. Fe

23. Juli 1842, Vormittag r, Ausnahme der Sonntage, in unsere

9* 12 Heern Land⸗ und Stadtgerichtsrath Theune wallstraße Nr. 3, Mor chtsstelle sich entweder persöͤnlich oder leifen.

furter Eisenbahn. Berlin⸗Frankfurter Eisenbahn⸗ ch aufgefordert, die sie⸗ rozent auf den »Bogen nach Ab⸗

eleisteten sechs Ein⸗ 1 derselben, in

ar 1842, mit m Buͤreau, Over⸗

ens von 9 bis 12 Uhr zu

ung von Zehn P Quittungs 5 pCt. vom

wovon inde n Abrechnun Advokaten Schondorff maunis der von Viereck alle vorstehend aufgefu

3 Bde. gr. 8.

Wann die in dem beim vormaligen Hof⸗ und Land⸗ Er aͤnzungen und Erlaäͤuterungen der Frrasellchen gerichte und gegenwaͤrtig bei hiesiger Großherzogli⸗ d Wissenschaft. cher Justiz⸗Kanzlei anhaͤngigen Debitwesen des Haupt⸗ Herausg. v. H. Graͤff, C. F. Koch, L. v. Roͤnne, von Viereck, vormals auf Watt⸗ H. Simon u. A. .10 Bde. gr. 8. nen Akten daruͤber keine Aus⸗ kunft geben, daß nachstehende Glaͤubiger desselben,

enthuͤmer Ernst Heinrich Gustav Frisch Laciani Opf. r. v er 2n,’e zaag vana Reiz. ol. Amstelod. 1743 46. ann.

echtsbuͤcher durch Gese gsbung un

Breslau 1838 41. Hfrz. 33 Thlr. 1839. Hfrz. 18 Thlr.

IV Ti. in 1 Appendix Gelii. 4. Lugd. B. 1824. Hfrz. 18 Thlr.

18 Thlr.

omn. intp

c) die unverehelichte Dorothea von Viereck, Koͤ⸗ 40. eleg. Hfrz. 14 Thlr. niglich Preußische Hofdame,

estochen,

—O O—ꝛ—§

Literarische Anzeigen. 82 W1“ ““ Bei H. Baller, Heiligegeiststr. 21, ist zu haben: Frankreich. 11161“*“ ö Wörterbuch, encyklopädisches, der medizinischen zogenen und von Sr. Maijestaͤt dem Koͤnige mittelst Wissenschaften. Herausg. v. Dr. W. H. Busch, Bestaͤtigungs⸗Urkunde vom 15. Mai 1841 genehmig⸗ J. F. Dieffenbach, k. ten Gesellschafts⸗Statuts aufmerksam gemacht. Berlin, den 30. Dezember 1841.

Die Direction der Berlin⸗Frankfurter⸗Eisenbahn⸗ kart. 50 Thlr. - Wörterbuch, medizinisch- chirurgisch -therapeu-

tisches, m durch einen Verein von Aerzten.

Horn, J. C. Jüng- ken, H. F. Link, J. Müller, E. Osann etc. 26 Bde. (Aachen Pestis) gr. 8. Berl. 1828 441.

Forcellini tot. latinitatis Lezicon IV. Ti. fol. Lips.

Euripidis Opp. omn. gr. et lat. c. schol. etc. il- lustr. (op- IX Vol. 8. Glasg. 1821. Lein-

Herodoti Musae gr. et lat. illustr. Schweighaeu- ters Franck zu Hagenow und zer. VI Vol. 8. Lond. 1824. Hfrzb. 414 Thlr.

7) die Kinder des Gemeinschuldners, als welche in pPlatonis Opp. ex rec. Bekkeri cum commentar. intpp. Ni Vol. Lond. 1826. Ppb. (unbeschn.)

Müller, Joh. v., sämmtl. Werke. 40 Thle. 16.

b) der Ulrich von Viereck, Stahs⸗Capitain beim Stuttg. 1831 35. Hfrz. 12 Thlr. Wielan d's sämmtl. Werke. 36 Bde. Lpag. 1839,

. Göthe's sämmtl. Weake in 40 Bdn. 16. Stuttg. d) die unverehelichte Anna von Viereck zu Berlin, und 1840. eleg. Hfrz. 19 Thlr. g2 68 e) der 3 2ög . E h“

im Regimente des Prinzen Georg von Hohenlohe, ZEE11“ das ihnen nach dem im Jahre 1799 entworfenen Di⸗ Das aͤhnlichste, schonste und wohlfeilste 2 stributionsplane Zukommende empfangen, vor kurzem aber 658 Thlr. 31 ½ 8 n. z. zur Masse gekommen sind, . in Stahl 8 4 ssen ein Theil zu den erwachsenen Kosten auf Chinesischem Papier 10 Sgr., kommt; so werden auf Antrag des ist zu haben in der 552 A& —2 com- g899d49 Schloßplatz 2,

attmannshaeger Uubiger, gPpotsdam, Ho 2* hrie Gtenoher— NEEEP1ö111

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Amttliche Nachrichten. Frankreich. Deputirten⸗Kammer. Die Adresse. Paris.

Schreiben des Herrn Chambolle an den Praͤsidenten der Pairs⸗ begheß des Charivari. Vermischtes. Briefe aus Paris. (Das Sisele und die Pairs⸗Kammer. Herr hiers üͤnd Graf Molé. Der Traktat mit Belgien und Herr Charles Dupin als Vertreter des Prohibitiv⸗Systems. Die Diskussion der Adresse und die Ohnmacht der Opposition.)

Großbritauien und Irland. London. Naͤheres in Bezug auf

die Taufe. Streit der Whig⸗ und ministeriellen Blaͤtter uͤber die Etikettenfrage in Spanien. Convention mit Spanien uͤber die Sklaven in Cuba. Vermischtes. Briefe aus London. Der Etikettenstreit zu Madrid und die Haltung des Englischen rabinets in demselben. Naͤheres uͤber die Gegenwart des Prin⸗ zen von Joinville in Lissabon.)

Belgien. Bruͤssel. Die bevorstehende Ankunft Sr. Majestäaͤt des

Köͤnigs von Preußen in Belgien.

Dänemark. Kopenhagen. Des Koͤnigs von Schweden bevor⸗ stehende Reise nach Norwegen.

Deutsche Bundesstaaten. Hannover. Reise des Koͤnigs zur Begrüßung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Preußen. Kaͤssel. Bevolkerungs⸗Statistik. Detmold. Freier Verkehr mit den Vereinsstaaten. Graͤnzwache.

Italien. Neapel. Die Soͤhne des Don Carlos. Schwefel⸗

Ausfuhrzoll.

Spanien. Erklaͤrungen des Ministers der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten und des Herrn Olozaga im Senat und im Kongreß in Be⸗ ug auf die Abreise des Grafen von Salvandy. Briefe aus

adrid. (Die juͤngsten va. des Etikettenstreites.)

Türkei. Die Haͤndel der Drusen und der Maroniten. Kon⸗ stantinopel. Der neue Minister der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten. Mehmed Ali und der Tuͤrkische Handels⸗Traktat mit ,—₰ Absetzung des Griechisch⸗unirten Bischofs von Sa⸗ rajewo.

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika. Schatzamts⸗Bericht.

Streit zwischen Englischen und Amerikanischen Behörden uͤber ein Seekise ngsch Bebshabl im Washin 2”. Archiv.

Ostindien. Einkuͤnfte und Verwaltungskosten des Britischen In⸗

diens. Vermischtes.

Amtliche Uachrichten.

8

Kronik des Tages.

Ee. Majestaͤt der Koͤnig haben Allergnaͤdigst geruht: Dem Friedensrichter, Zuse rath van Muͤhlbracht zu Weg⸗

berg, im Regierungs⸗Bezirk Aachen, den Rothen Adler⸗Orden vierter Kiasse velbein das Allgemeine Ehrenzeichen, zu verleihen; und

„so wie dem Kreis⸗Chirurgus Haeger zu Schie⸗

Dem Seconde⸗Lieutenant im 11ten Landwehr⸗Regimente,

Karl Gotthardt Gideon von Wallenberg zu Breslau, die Landesherrliche Erlaubniß zu ertheilen, den Namen und das

Wappen des erloschenen adeligen Geschlechts von Pachaly seinem

Familien⸗Namen und Wappen beizufügen und sich in Zukunft:

von Wallenberg⸗Pachaly nennen und schreiben zu duͤrfen.

2 88 Zeitungs-Nachrichten.

8 ga h Sb

55

Ausland. 11““] 11]

Deputirten⸗Kammer. Sitzung vom 14. Januar.

Der Adreß⸗Entwurf, welchen Herr Mérilhou im Namen der Kommission abgefaßt hatte, und der im Wesentlichen nur eine Umschreibung der Thron⸗Rede ist, ward heute zu Anfang der

Sitzung von dem Praͤsidenten verlesen und lautet folgender⸗

maßen:

„Sire! Die Ereignisse, deren Schauplatz der Orient war, haben unsere gerechte Besorgniß erregt. Die Fragen, welche sie entstehen

ließen, sind erledigt, und Ew. Majestaͤt hat mit dem Kaiser von Oesterreich, der Koͤnigin von Großbritanien, dem Koͤnige von Preu⸗ ßen, dem Kaiser von Rußland und dem Sultan einen Vertrag ab⸗ heschlossen, welcher die gemeinschaftliche Absicht der Maͤchte betrifft,

en Frieden Europa's zu erhalten und die Ruhe des Osmanischen

Reichs zu befestigen. Die Ruͤstungen hatten dem Lande große Lasten auferlegt. Ihre Regierung hat bereits bedeutende Ermaͤ igungen bewirkt. Als getreue Bewahrerin der Interessen der Steuerpflich⸗ d. wuͤnscht sich die Kammer der Deputirten zu dieser ersten Ver⸗ m

nderung der Staatslasten Gluͤck; indeß vernimmt sie doch mit

Bedauern, daß das Gleichgewicht zwischen den Ausgahen und Ein⸗ nahmen nicht sofort wieder hergestellt werden konnte. Frankreich fuͤrchtet —— wenn seine Ehre und seine Interessen es erfordern, seinen Kredit in Anspruch zu nehmen und sich auf die Zukunft zu verlassen; indeß kann diese Zukunft nur durch voraussorgende Reserven eflchert werden. Die Ordnung in den Finanzen traͤgt nicht weniger zu der

cht als zu dem Reichthum der Staaten dei. Alle unsere Bestrebungen muͤssen darauf gerichtet seyn, dieselben, ohne den Staatsdiest zu beein⸗

traͤchtigen, ohne die Vertheidigung des Landes zu schwaͤchen, wieder⸗ herzustellen, und wir zweifeln nicht, daß, um zu diesem Ergebniß zu

elangen, es nur einer einsichtigen Sparsamkeit und der Zunahme der ational⸗Wohlfahrt beduͤrfen werde, ohne daß es noͤthig waͤre, die

Last der Steuern zu vermehren. Unter den Verpflichtungen, welche der Kammer obliegen, ist keine ihrer Aufmerksamkeit 49 als die Erbffnung der Verbindungswege. Die Ausgaben, welche

iese Ar⸗

iten erfordern, sind nur Vorschͤsse, welche, wie alle Quellen der

taats⸗Einnahmen, in den Staatsschatz zuruͤcksließen. Der Geset⸗

utwurf, welcher uns vorgelegt wird, uUm die Haupt⸗Linien eines gro⸗

88 dnbasagezeleane zn e L- 95 rg. * eyn. rend die Regierung Ew. Maje

em Innern nr unseren Ackerbau und 2 Gagerbnciß Mittel

eines schnellen und leichten Umsatzes darbietet, beschaͤftigt sie sich au mit der Ausbreitun uösee. Bansincher en . 58— neuer Absatzquellen fuͤr die Erzeugnisse unseres Bodens und unseres Kunsi⸗

er Eroͤffnung

. Berlin, Freitag den 2lsien Januar

fleißes. Die Klugheit, mit welcher sie die auf Ihren Befehl begonnenen Verhandlungen verfolgen wird, buͤrgt uns fuͤr den Schutz, welcher den National⸗Erzeugnissen gebuͤhrt. Solche Arbeiten ehren den ES.

den und lassen seinen Werth empfinden. Der Friede ist dauerhaft,

weil er fruchtbar ist, und seine Wohlthaten verbuͤrgen seine Dauer: Sie haben Grund, darauf zu zaͤhlen, daß er nicht aie. werde, und mit Vergnuͤgen empfaͤngt die Kammer diese Zusicherung. Füͤr die Versprechungen, welche Frankreich gegeben bat, verlangt es mit Be⸗ harrlichkeit die Erfuͤllung der Versprechungen, welche ihm gegeben worden san. „Die Kammer bringt Europa Rechte der Polnischen Nationalitaͤt in Erinnerung, welche durch die Vertraͤge so bestimmt festgesetzt wurden. (Bei der Vorlesung dieses Paragraphen erhob sich auf verschiedenen Baͤnken ein Gelaͤchter.), Bie Wachsamkeit Ihrer Regierung strebt dahin, die Sicherheit unserer Afrikanischen Besitzun⸗ en sgegen jeden aͤußeren Angriff zu wahren. Die Wuͤnsche und die heilnahme der Kammer folgen unseren tapferen Kriegern in dem Verlauf der edlen Anstrengungen, deren Gefahren und Ruhm die

geschickten und weisen Lenne das vollbringe, was der Erfolg unserer Waffen begonnen hat, und daß unsere Herrschaft uͤber diesen Erdstrich, der kuͤnftig und auf immer Franzoͤsisch bleiben soll, unsere Macht vermehren werde, wie sie den Muth unserer Armee ehrt. Wir werden die Finanzgesetze und die verschiedenen Gesetz⸗ Entwuͤrfe, welche den Zweck haben, in die Staats⸗Verwaltung nuͤtz⸗ liche Verbesserungen einzufuͤhren, mit Sorgfalt pruͤfen. Warum muͤssen uns doch, indem uns die Wuͤnsche des Landes zu diesen fried⸗ lichen Arbeiten berufen, die Unternehmungen der Factionen zu ernsten und traurigen Gedanken fuͤhren, welche der allgemeine Unwille und die Strafe der Gesetze begleiten! Die Factionen sind nicht vertilgt. Wir haben ihre Attentate gesehen, und ihre Komplotte haben sich ent⸗ huͤllt. Ihre unsinnigen Plaͤne bedrohen nicht allein unfere Institu⸗ tionen, sie greifen die buͤrgerliche Gesellschaft selbst an. Man kann ihre Ohnmacht verachten, aber man muß ihre Verwegenheit beauf⸗ ichtigen. Ihre Regierung, Sire, wird, wir haben die Versicherung, hre Pflicht thun. Ueberall und fortdauernd will sie die Wuͤrde der Gesetze aufrechterhalten und dafuͤr sorgen, daß sie geachtet werden, wie sie selbst dieselben achtet. Unsere loyale Mitwirkung ist Ib nen sicher; moͤge der Eifer der guten Buͤrger der Staatsmacht zu Huͤlfe kommen! Moͤge das ganze Land, uͤber sein wahres Fntereßse belehrt, ihr seine Unterstuͤtzung widmen! Und stark in unserer Ein⸗ tracht werden wir das heilige Pfand, welches die Charte uns anver⸗ traute, unverletzt bewahren. In dieser Staats⸗Wohlfahrt wird sich die machtige Thaͤtigkeit Frankreichs unbeeintraͤchtigt entfalten, und die gesetzliche und friedliche Freiheit, welche die Nation erworben hat und in deren sicherer heheees Ew. Majestaͤt Ihren Ruhm sucht, wird alle ihre Wohlthaten verwirklichen. Der Erreichung die⸗ ses Ziels unserer gemeinschaftlichen Anstrengungen haben Sie, Sire, ere han 7 F es; ois. bedin 86 vergebens auf die rkeit des Vaterlandes gezaͤhlt. e Deputirten⸗Kammer gi Ihnen davon die feierlichste Versicherung.“ b eei,hen

Nach Beendigung dieser Vorlesung legte Herr Guizot au das Buͤreau der Kammer den Traktat vom 13. Juli Uns -. schiedene offizielle Aktenstuͤcke nieder, die sich auf jene Unterhand⸗ lung beziehen. Der Minister fuͤgte hinzu, daß er der Adreß⸗ Kommission außerdem eine Menge von Depeschen uͤber⸗ reicht habe, welche von der Kommission, wenn er nicht irre, in die Archive der Kammer niedergelegt worden waͤren, wo die Her⸗ ren Deputirten Einsicht von denselben nehmen koͤnnten. 222 Billaut verlangte hierauf das Wort und sagte:

Ich wuͤnsche von dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten und von der Adreß⸗Kommission zu erfahren, ob die nicht gedruckten und nicht an die Kammer vertheilten, sondern in die Archive der Kammer niedergelegten Papiere alle Elemente der von dem Kabinette gefuͤhrten Unterhandlung enthalten. Ich sage, alle Elemente, weil wir das Recht haben, sie alle zu verlaͤngen; dieses Recht ward von dem Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten selbst waͤhrend der Er⸗ rterung anerkannt, die im Monat April des vorigen Jahres stattfand. Er sagte uns damals: „Die Unterhandlungen werden Ihnen vorgelegt werden; nichts soll geheim gehalten werden; die Umstände, die 3 lungen, die Dokumente, Sie werden Alles erfahren.“ Demzufolge ersuche ich den Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, saͤmmtliche diplomatische Aktenstuͤcke vorzulegen, die sich auf eine Unterhandlung 06 24, welche in dem Adreß⸗Entwurfe selbst fuͤr beendigt erklaͤrt wird. Ich verlange ferner die Mittheilung des Traktats in Bezug auf das Durchsuchungs⸗Recht, ein Traktat, der alle diejenigen auf das ernstlichste beschaͤftigt, die auf die Wuͤrde der Franzbsischen Flagge noch einigen Werth legen. Wenn ich gut unterrichtet bin, so t die Adreß⸗Kommission die Mittheilung jenes wichtigen Akten⸗

auͤckes ebenfalls verlangt, und sie ist ihr verweigert worden. Es ist aber nichtsdestoweniger wahr, daß jene Convention jetzt dem Gebiet der allgemeinen Eroͤrterung anheim gefallen ist; sie bildet die Grund⸗ lage und den Ausgangspunkt der Unterhandlung, oder vielmehr der Erdrterung, die in diesem Augenblick zwischen England und den Ver⸗ einigten Staaten stattfindet. Es ist daher fuͤr die Kammer von Wich⸗ tigkeit, den Zustand jener Angelegenheit zu kennen, und ich kann nicht glauben, daß der angegebene Grund der Verzöͤgerung, naͤmlich der noch nicht erfolgte Austausch der Ratificationen die Erbrterun einer Frage verhindern koͤnne, die fuͤr die Ehre unserer Flagge und fuͤr das Interesse unseres Handels von so großer Wichtigkeit 8

Herr Guizot: Es ist mir durchans unmoͤglich, den Traktat in Betreff der Unterdruͤckung des Negerbandels auf das Buͤreau der Kammer niederzulegen. Er ist noch nicht ratistzirt, und es ist Grund⸗ satz, daß ein diplomatischer Vertrag der Kammer nicht eher mitge⸗ theilt werden kann, als bis nach der Ratistcation, indem er alsdann erst vollstaͤndig ist. Ich sage dies nicht, um die Eroͤrterung uͤber jene Frage zu verweigern. Sollte sie angeregt werden, so werde ich der Kammer die noͤthigen Aufschluͤsse geben und alle diejenigen Pa⸗ piere vorlegen, welche mir zur Mittheilung geeignet scheinen. Was den ersten von dem vorigen Redner au eregten Punkt betrifft, so habe ich der Kommission eine sehr große enge der Aktenstuͤcke mitgetheilt, die sich auf den Traktat vom 13. Juli beziehen. Ich bin zu aufrichtig, um zu behaupten, daß ich alle Dokumente und alle Papiere mitgetheilt haͤtte. (Geraͤusch zur Linken.) Die Kammer kann unmoͤglich glauben, daß Alles, was waͤhrend einer solchen Un terbandlung, die beinahe ein Jahr gedauert hat, geschrieben worden ist, publizirt werden koͤnnte. Ich wuͤrde meiner Pflicht zuwider handeln, wenn ich Alles mittheilte. Aber ich habe der Kommission so viel mitgetheilt, daß keines der wichtigeren Aktenstuͤcke der Unter⸗ bandung. cins, c⸗ im Lasfe der Erzrterung noch irgend

el bleiben e ie lebe 1 F vüecih Feben so werde ich augenblicklich jeden verlang⸗ err laut trug nunmehr darauf an, da die der Kommission mitgetheilten Aktenstuͤcke 2.22 vZ. wuͤrden, damit nicht allein die Kammer, sondern auch das Publi⸗ kum davon Einsicht nehmen koͤnnten. England habe dasselbe gethan.

Erfolge des Ministeriums, noch immer in Erstere verzweifelt noch nicht daran, in wenigen am Ruder zu seyn. Herr Thiers hat weniger Hoffnung, und seine Isolirung, tritt so zu sagen, mit jedem Tage deutlicher hervor. Er sucht sich Herrn Molé und selbst Herrn von Lamartine zu naͤbern; allein sein Entgegenkommen ist nicht erwiedert worden.

erle . R. 216 ut, Pite zümrcten 198 18111““ 1842

..

Herr Guizot: Man sagt, England habe dasselbe gethan; und do kennt man nur die Aktenstuͤcke, welche es bat drucken laßfen; aber nec diejenigen, welche ungedruckt geblieben sind. (Allgemeines Gelaͤchter.)

ch kenne viele Aktenstuͤcke, die England nicht hat drucken lassen, das

nglische Ministerium hat gethan, was auch ich thue; es hat dem Parlamente und dem Publikum alles dasienige mitgetheilt, was ihm zur Mittheilung geeignet schien. Meines Erachtens ist ein großer Unterschied dazwischen, ob Aktenstuͤcke der Kammer vorgelegt oder ob sie durch den Druck dem Publikum mitgetheilt werden. Ich kann da⸗ her jenem Vorschlage nicht beistimmen.

Herr Lherbette bemerkte, daß Herr Guizot durchaus nicht so zu Werke gehen wolle, wie England es gethan habe. Das Engli⸗ sche Ministerium habe alle Aktenstuͤcke, die dem Parlamente mitge⸗ theilt worden waͤren, auch fuͤr das Publikum drucken lassen. Dies verweigere Herr Guizot.

Die Eroͤffnung der Debatten uͤber den Adreß⸗Entwurf ward

Prinzen, Ihre Soͤhne, theilen. Wir wuͤnschen, daß die Beharrlichkeit einer hierauf zum kaͤnftigen Montag 26ehe. Ien Shlusse der Se⸗

zung schritt die Kammer noch zur Besetzung der durch den Tod des Herrn Lucas erledigten Stelle eines Staatsboten. Die Wahl fiel auf Herrn Larchevoque.

Paris, 15. Jan. Das (schon erwaͤhnte) Schreiben, worin der Deputirte, Herr Chambolle, als Redacteur en Chef des Siècle, dem Praͤsidenten der Pairskammer anzeigt, daß er der Verfasser des angeschuldigten Artikels sey, lautet vollstaͤndig:

„Herr Praͤstdent! Der von der Pairs⸗Kammer gefaßte Beschluß, den Géranten des Sieele vorzuladen, legt mir eine Verpflichtung auf, die ich erfuͤllen will. Fuͤr Ihre Gerechtigkeit moͤchte es genuͤ⸗ gen, in dem verantwortlichen Vertreter des angeschuldigten Journals einen gesetzten Mann vor sich zu sehen, der mit seinem Vermoͤgen und durch seine Ueberzeugung im Dienste der politischen Sache ist, welcher das Sisele als Organ dient. Ich aber würde dadurch in meinem Bewußtseyn und in meiner Ehre leiden. Diese Betrachtung, die Sie verstehen werden, Herr Praͤsident, die einzige, welche mich beruͤhrt, bestimmt mich, Ihnen anzuzeigen, daß der Artikel, welcher bauptsaͤchlich die Berathung der Kammer begruͤndete, von mir ge⸗ schrieben worden ist, und daß ich die Verantwortlichkeit dafuͤr in An⸗ spruch nehme. Ich hatte nicht erwartet, wie die Form des Artikels Ihnen beweisen wird, daß er bestimmt sey, in einem so hoben Grade die Aufmerksamkeit einer der Staatsgewalten auf sich zu lenken. Ich glaube aber fest, daß er in den gesetzlichen Graͤnzen zer Eroͤrterun geblieben ist. Die Constitution achten und die Rechte, welche sie verbuͤrgt, ehren, ist eine doppelte Pflicht, die ich in meiner Eigen⸗ schaft als Deputirter und Schriftsteller absichtlich nie verletzen werde. Das tiefe Bewußtseyn dieser Pflicht, das Interesse der Wahrheit, das Beduͤrfniß selbst, deren Achtung zu bewahren, deren Ueberzeugung

ch oft mag verletzt haben, Alles gebietet mir, diese Erklaͤrung an Sie zu richten, die ich Sie bitte der Pairs⸗Kammer mitzutheilen.

Heute ward vor dem hiesigen Assisenhofe der Prozeß des Charivari verhandelt. „Dieses Blatt enthielt vor 2ο2 Ta⸗ gen bei Gelegenheit der faͤlschlich verbreiteten Nachricht, daß der General⸗Pro urator Hébert unmittelbar nach dem Prozesse vor dem Pairshofe das Offizierkreuz der Ehren⸗Legion erhalten habe, einen Arti⸗ kel, in welchem die Jury, trotz einer gewandten Vertheidigung des Herrn Cremieur, das Vergehen der Beleidigung, Schmaͤhung und Diffa⸗ mation eines oͤffentlichen Beamten erkannte. Herr Massi, verant⸗ wortlicher Herausgeber des Charivari, ward zu zweijaͤhrigem Gefaͤngniß und 4000 Fr. Geldstrafe, der Drucker des Blattes zu

sechsmonatlichem Gefaͤngniß und 2000 Fr. Geldstrafe verurt eil Dieses Urtheil machte auf das Auditorium einen lebhaften 8..⸗n

Die auf heute angesetzte Sitzung der Pairs⸗Kammer ist auf

uͤbermorgen verschoben worden. Ueber den Grund dieser .

schiebung weiß man nichts Naͤheres; indeß glaubt man, 8

von Herrn Chambolle angeregte Incidenzpunkt die Pairie zu Be⸗

bathschlagungen veranlasse, welche eine oͤffentliche Sitzung verhin⸗ en.

Der Messager enthaͤlt Folgendes: „Herr von Salvandy ist in Bayonne angekommen. Der zweite Botschafts⸗Secretair Herzog Ludwig von Gluͤcksberg, ist als Geschaͤftstraͤger zuruͤck⸗ geblieben.“ (Vergl. unten Briefe aus Madrid.)

Boͤrse vom 15. Jan. Die Course der Franzoͤsischen Rente waren an der heutigen Boͤrse sehr fest, nur die Spanische aktive Schuld war, in Folge der Nachrichten aus Madrid, angeboten. 1

. . Paris, 14. Jan. Die Pairs⸗Kammer hat den An⸗ trag des Herrn von Daunant auf gerichtliche Belangung des S le Siecle mit sehr großer Majoritaͤt angenommen.

ie Kammer ist sehr aufgebracht gegen die Oppositions⸗ Presse von der sie seit laͤngerer Zeit mit großer Unehrerbietigkeit behan⸗ delt wird. Das Sidele ist eines von den Blaͤttern, welche die Berichte uͤber die Sitzungen der Pairs⸗Kammer eingestellt hatten weil sie nicht das geringste Interesse darboͤten. Dieser Umstand hat vielleicht den Groll der edlen Versammlung noch ver⸗ mehrt. Herr Cousin hat den Antrag des Herrn von Daunant mit Gruͤnden zu bekaͤmpfen gesucht, die von der dynastischen Farbe des Journals, welches zum erstenmal auf dergleichen Abwege ge⸗ raͤth, so wie von der hohen Stellung der Kammer, die dergleichen Beleidigungen nicht treffen koͤnnten, hergenommen waren. Diese Argumentation hatte keinen Erfolg. Man wußte uͤberdies daß Herr Cousin dem Ministerium des 1. Maͤrz angehoͤrt hatte, wel⸗ ches von dem Sidele stets mit großer Warme und Hingebung

unterstuͤtzt worden war.

Unter solchen Umstaͤnden ist eine Ladung vor die Pairs⸗Kam⸗

mer einer Verurtheilung gleich, und das Sidcle weiß im vor⸗ aus, daß es nichts zu hoffen hat. Eine Verurtheilung 9. uͤbri⸗ 8* nicht se 8 ie Gunst seiner Klienten, und in weniger als einem Jahre hatte sich die Zahl seiner Abonnenten betraͤchaich bn. 8 fall, wie der in Rede stehende, wird die Aufmerksamkeit des Pu⸗ blikums und sehr wahrscheinlich die Sympathieen einiger ehemali⸗ gen Abonnenten wieder erregen.

hr betruͤben. Es verlor seit einiger Zeit

or⸗

Die Herren Molé und Thiers sind, 22,—. der neueren 5 „— und der onaten wieder

Herrt