1842 / 21 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1 haͤtte

Thiers ist zu sehr kompromittirt, als daß er fuͤr jetzt eine An⸗ näͤherung an die eine oder andere Fraction der konservativen Par⸗ tei hoffen koͤnnte. Die Opposition, welche diese Versuche, die sie als retrograd bezeichnet, wahrnahm, entfernt sich ebenfalls von ihm, so daß seine Stellung noch niemals weniger ermuthigend war. Er ist gaͤnzlich von der Gewalt entfernt und sein Ansehen im Parlamente ist sehr kompromittirt.

In der Pehrn en Sitzung der Pairs⸗Kammer kam auch der Traktat mit Belgien zur Sprache. Der Herzog von Harcourt bekaͤmpfte die von Herrn von Argout aufgesgellten Argumente. Dieser hat bei der Frage nur die Produzenten im Auge, der Her⸗ zog von Harcourt dagegen nimmt auch auf die Konsumenten und das allgemeine Interesfe Ruͤcksicht. Dies ist in der That der wahre und einzige Gesichtspunkt, aus dem diese Angelegenheit be⸗ trachtet werden muͤßte. Aber leider wird Herr von Argout ge⸗ gen den Herzog von Harcourt Recht behalten und wir werden noch lange Zeit unter dem Schutze des Prohibitiv⸗Systems le⸗ ben, welches Herr Charles Dupin das beste aller Systeme nennt und das er, seitdem er Pair ist, aufs Aeußerste vertheidigt. Fruͤ⸗ her hatte Herr Dupin ganz andere Ansichten und er hat selbst ein kleines Buch geschrieben, daß er jetzt gern aus der Liste seiner Werke streichen moͤchte, worin er der Handels⸗Freiheit eine glänzende Lobrede haͤlt. In diesem Buche, worin er die entgegengesetzten Doktrinen in der Form eines Dialogs auseinan⸗ dersetzt, treten ein Herr Prohibant und ein Herr Lefranc auf. Der Erstere wird bestaͤndig von dem Letzteren geschlagen und seine Argumentation ist so erbärmlich, daß Herr Lefranc sieg⸗ reich aus dem Kampfe hervorgeht. Damals war Herr Charles Dupin ein wuͤthender Vertheidiger der Handels⸗Freiheit und er ern alle Douanen und Douaniers der ganzen Welt vernich⸗

tet. an weiß nicht, welchem Umstande diese radikale Umwand⸗

lung zuzuschreiben ist, aber so viel ist gewiß, daß er in der Pairs⸗

Kammer der na, „. Vertheidiger der Prohibitiv⸗Doktrinen und e

der eigensinnigste Repraͤsentant aller veralteten staatsokonomischen

8 Ansichten ist, welche die Wissenschaft und der gesunde Menschen⸗Ver⸗

stand laͤngst verworfen haben.

Auf diese Weise war er eine treff⸗

liche Stuͤtze fuͤr Herrn von Argout, als sich gestern die Diskus⸗ sion uͤber den Traktat mit Belgien erneuerte.

heit der Presse nicht mehr existire.

. Paris, 15. Jan. Das Schreiben des Herrn von Chambolle, Haupt⸗Redacteur des Siècle, macht den Prozeß, den die Pairs⸗Kammer gegen dies Journal beabsichtigt, verwickelter. Stellt man den Gérant des Sidele vor die Jury, wie es der Marquis von Dreux⸗Brézé und Herr Dubouchage verlangten, so benimmt man Herrn Chambolle eine treffliche Gelegenheit, sich zu produziren; denn wir sind uͤberzeugt, daß er es als ein gutes Gluͤck betrachtet, in Begleitung eines, seine Sache vertheidigenden Advo⸗ katen vor den Schranken der Pairs⸗Kammer zu erscheinen. Herr Chambolle selbst ist kein Redner und hat noch nie die Tribune der Deputirten⸗Kammer bestiegen, nicht einmal dann, wenn die Presse von gewign konservativen Deputirten aufs Heftigste angegriffen wurde. Die Gesinnungen der sind stets dieselben und ihre Gereiztheit hat noch zugenommen, seitdem die Vorladung an den Gérant des Sidcle erlassen worden ist. Dies erklart sich aus der Waͤrme, womit die Oppositions⸗Blaͤtter ihren bedrohten Kollegen verthei⸗ digen. Die ganze liberale Presse ist in Bewegung und von allen Seiten ruft man, daß die Institution in Gefahr sey und die Frei⸗ Dies ist bloße Taktik. Die

Feliaischen Schriftsteller der Opposition haben allerdings niemals

reiheit genug, aber gluͤcklicherweise versteht nicht Jeder die Frei⸗ heit der Presse so wie sie. Um sich zu uͤberzeugen, daß dieselbe

nicht in Gefahr ist, genuͤgt es, das zu lesen, was seit drei Tagen

Unter⸗Staats⸗Secretair im Ministerium der oͤffentlichen Arbei⸗ ten war. an stellen kann oder will, hat Herrn Billaut als Tirailleur vor⸗

Kammer niedergelegten Dokumente berufen, und bemerkte sehr diplomatisch, daß nicht alle Elemente einer Unterhandlung, die

Indeß muͤssen wir bemerken, daß dieser Traktat selbst unter den

8

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sich in ihrer Staͤrke und Gewandtheit zeigen. kels uͤber Polen,

hierin den Traditionen der constitutionellen Re

ausgeschickt, um zu sehen, welcher Argumente 189 Guizot sich zur Vertheidigung seiner auswaͤrtigen Politik

uͤber den Prozeß des Sidcle gesagt wird.

In der Deputirten⸗Kammer hat Herr Billaut das Feuer gegen Herrn Guizot eroͤffnet. Er ist ein kleiner, lebhafter, eist⸗ reicher Mann, der waͤhrend des Ministeriums vom 1. Maͤrz

Herr Thiers, der sich in diesem Augenblick nicht vor⸗

edienen wuͤrde. Der Minister der auswaͤrtigen An 3182½ ist sehr zuruͤckhal⸗ end gewesen; er hat fich in Betreff des Traktats vom 13. Juli uf die in die Archive und auf das Buͤreau der Deputirten⸗

mehr als zwei Phre gedauert, der Oeffentlichkeit uͤbergeben wer⸗ en koͤnnten. en mit England uͤber das gegenseitige Durchsu⸗ chungs⸗Recht abgeschlossenen or der vollzogenen Ratifizirung vorlegen.

raktat wird Herr Guizot auch nicht Auch das ist begreiflich.

em Kabinet ergebensten Personen Gegner gefunden hat. Si etrachten ihn als ein ungeheueres Zugestaͤndniß, das man Eng⸗ land gemacht habe, ein Zugeständniß, das es seit laͤnger als funf⸗ Jahren zu erlangen gesucht, und das Frankreich ihm stets artnaͤckig verweigert habe. Jener Vertrag, der nur seinem allge⸗ meinen Inhalte nach bekannt ist, verletzt, wie es scheint, selbst die ministerielle Presse, die ihn auch tadeln zu muͤssen glaubte. Er wird wahrscheinlich in der Kammer zu bitteren Kritiken An⸗ 8 und der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten

Kühe haben, ihm den Weg durch die Kammern zu bah⸗

1c eigentliche Diskussion der Adresse beginnt uͤbrigens erst ontag und dann erst werden die Streiter der Opposition

e ene af F Sen99e, mit des Arti⸗ urchaus lächerliches Beiwerk ist, kaum etwas mehr, als eine Umschreibung lch üces Neür Iln folgt

stuͤrmischen Zeiten, wie gegen Ende der gierung und nur in

Regierung Karl's X., ent⸗ 559 821 14 Adressen von den Gedanken und Ausdruͤcken der

It Paris, 15. Jan. Die Oppositi

vicgiegen Hpamact sg lebhaft demug and a egreangen. wußtseyn ihre Anspruͤche so sehr herabgestimmt, daß se dee Be stätigung der Wahl des Herrn Vineau durch die Kummee P⸗ einen Sieg feiert. Weil einige ministerielle eputirte die 8 dg- keit dieser Wahl angrissen, 2 mußte dieselbe .

8 n 12 2 herkoͤmmlichen Auffassungsweise zu einer Parteiscche vobrdach 8. sihre Validirung war also nichts weniger als eine Niederla 8 7 die Regierung. Der Parteigeist sieht nicht, wie schwer 10 8— Charakter der Kammer beleidigt, indem er solchen Entscheidun derselben, bei denen es nur auf die strenge Anwendung von Ge⸗ setzen oder reglementarischen Vorschriften ankommt, politische Be⸗ weggruͤnde unterschiebt.

Auch in dem Entwurfe der Antwortz⸗Adresse guf die Thron⸗ Rede findet die Opposition mancherlei beehähches fur sich, obgleich er von einer durchaus ministeriellen Kommission e lich ist es unmöglich, darin irgend eine mißbilligende Aeußerung

die Regierungshandluugen nachzuweisen, welche von der

1“

Opposition mit ehen so vieler Schaͤrfe als Ungerechtigkeit ange⸗ griffen werden, allein man findet, daß das Lob, der Beifal in emäaͤßigterer Weise ausgedruͤckt ist, als man voraussehen zu muͤs⸗ geglaubt, und dies ist denn ein wirksamer Grund der Beru⸗ üsung uͤber den Tadel den man vermißt. Waͤre es nicht un⸗ illig das Verdienst einer solchen Bescheidenheit zu verkennen, und waͤre es nicht beeaccn ihren Organen die Freude uͤber die Be⸗ friedigung so mäßiger Anforderungen verkümmern zu wollen? Man soll die Opposition vielmehr in diesen ihr ganz neuen Tu⸗ genden bestaͤrken, um so mehr als sich voraussehen laͤßt, daß sie derselben noch in mancher schweren Probe beduͤrfen wird.

Die Erklaͤrung des Herrn Chambolle, welcher in einem Briefe an Herrn Pasquier die Autorschaft des Artikels uͤbernimmt, dessen⸗ wegen der Gérant des Sièecle von der Pairs⸗Kammer zur Rechenschaft gezogen ist, wird dieser Versammlung schwerlich die Verlegenheiten bereiten, die man sich auf gewissen Seiten von ihr verspricht. Allerdings waͤre es ein schlimmer Fall, wenn die Pairs⸗ Kammer dadurch in die Alternative versetzt wuͤrde, entweder auf die Verfolgung des Siecle zu verzichten, oder aber die Autorisa⸗ tion zur gerichtlichen Anklage des .8. Chambolle bei der Depu⸗ tirten⸗Kammer nachzusuchen. Durch das Erstere gaͤbe sich die Pairs⸗Kammer eine schwere Bloͤße, durch das Zweite unterwuͤrfe sie sich einer Art Demuͤthigung, die durch die Eventualitaͤt einer Verwei⸗ gerung der verlangten Ermaͤchtigung einen hoͤchst bedenklichen Charakter erhalten wuͤrde. beelüclcherwese fuͤr die Pairs⸗Kammer ist sie jener schwierigen Wahl uͤberhoben. Es existiren naͤmlich mehrere Pri⸗ edentien dafuͤr, daß sich die Kammern, wenn sie Justiz gegen

Dreßbeleidigungen uͤben, nur an die verantwortlichen Geranten der angeklagten Journale halten, selbst dann, wenn sich die Ver⸗ fasser der strafbaren Artikel selbst melden. So wurde im Jahre 1834 der Gérant der Tribuͤne, Herr Lionne, zu 20,000 Fr. Geldbuße und drei Monaten Gefaͤngnißstrafe verurtheilt, obgleich die Herren Marast und Cavaignac die Verantwortlichkeit fuͤr die fuͤr belei⸗ digend erklaͤrten Aufsaͤtze auf sich nahmen. Denselben Ausgang hatte ein Jahr spaͤter ein von der Pairs⸗Kammer verhandelter Pross des

National, dessen Gérant gleichfalls, trotz der Intervention Armand Carrels, als Redacteur, von einer auf 10,000 Fr. Buße und zwei⸗ sährige⸗ Gefaͤngniß lautenden Verurtheilung getroffen wurde.

uf diese beiden Vorgaͤnge gestuͤtzt, wird die Pabes⸗Kͤmmer von dem Brief des Herrn Chansbolle wahrscheinlich gar keine Notiz nehmen und ihrem Verfahren gegen den Geranten des Sidele, dessen Zweckmaͤßigkeit und Klugheit uͤbrigens sehr verschieden beur⸗ theilt wird, eine ungestoͤrte weitere Folge geben. ET 8 v11““ Großbritanien und Irland.

London, 15. Jan. Heute wird Ihre Majestaͤt die Koͤni⸗ gin eine Geheimeraths⸗Versammlung im Schloß Windsor halten, in welcher die Anordnungen in Bezug auf die Taufe des Prin⸗

en von Wales definitiv festgestellt werden sollen. Ministeriellen

laͤttern zufolge, wuͤrde Se. Majestaͤt der Koͤnig von Preußen sich am Donnerstag Abend, den 20sten d., in Ostende einschiffen und Geheime Fas⸗ Bunsen seinem Souverain bis dorthin ent⸗

egen reisen. Gleich nach der Landung in England, die im

guf des Freitags zu erwarten sey, wüͤrde Se. Maje⸗ stät sich nach Windsor begeben. Jene Blaͤtter sprechen ihr Bedauern daruͤber aus, daß, dem Vernehmen nach, der Preußische Monarch nur acht Tage in England verweilen wolle, und sie hoffen, daß, wenn es Sr. Majestaͤt nicht moͤglich seyn sollte, seinen Aufenthalt diesmal zu verlaͤngern, Al⸗ lerhoͤchstderselbe sich vielleicht im Sommer oder Herbst zu einer

Wiederholung seines Besuchs bewegen lassen moͤchte. Die Taufe soll nun doch schon am Dienstag, den 25sten, nicht am L2östen, stattfinden. Die Zahl der dazu eingeladenen vornehmen Personen betraͤgt, außer dem Koͤnige von Preußen und seiner Begleitung, nicht uͤber 85, worin alle Wuͤrdentraͤger der Kirche und des Staats und alle Hoschargen mit eingeschlossen sind. Von den Rittern des Hosenband⸗Ordens werden, wegen Al⸗ ters und Kraͤnklichkeit, mehr als zwei Drittel nicht zu⸗ gegen seyn, was man sehr bedauert, da die Ceremonie durch die vollzaͤhlige Anwesenheit des Kapitels dieses Or⸗ dens sehr an Glanz gewonnen haben wauͤrde; Ritter anderer Orden kann man die Stuͤhle der Abwesenden in der St. Georgs⸗ Kapelle nicht einnehmen lassen. Alle Eingeladenen sind ersucht worden, baldmoͤglichst anzuzeigen, wie viel gefolge sie mit sich zu bringen wuͤnschten. Vom diplomatischen Corps sind nur die Ge⸗ sandten Oesterreichs, Frankreichs, Fenens Belgiens und Sach⸗ sens eingeladen. Man glaubt, daß Se. Majestaͤt der Koͤnig von Preußen wenigstens ein paar Tage auch in London zubringen werde, und wie verlautet, wollen die Herzoge von Wellington und von Sutherland Feste zu Ehren Allerhoͤchsidesselben eben.

Ein vom 5. Januar datirtes Cirkular Sir Robert Peel's an die ministeriellen Mitglieder des Unterhauses fordert dieselben auf, sich am 3. Februar zur Eroͤffnung des Parlaments einzusinden.

Die Morning Chronicle und die Times sind uͤber das Verhalten des Grafen Aberdeen in dem Etiketten⸗Streite zwischen dem Franzoͤsischen Gesandten am Spanischen Hofe und dem Re⸗

enten Spaniens in eine heftige Polemik gerathen. Das erstere

latt behauptet, der jetzige Minister der auswaͤrtigen Angelegen⸗ heiten habe sich ganz in Uebereinstimmung mit den Feseemhe des Franzöͤsischen Kabinets erklaͤrt, und es erblickt in dem von Ludwig Philipp bei dieser Gelegenheit üecgeen Mandoͤver einen Meisterstreich, um den Englischen Einfluß am Spanischen Hose wenigstens zu neutralisiren, da es unter den jetzigen Umstaͤn⸗ den Umstaͤnden nicht moͤglich sey, denselben durch den Fran⸗ zoͤsischen zu ersezen. Das genannte Whig⸗Blatt erzaͤhlt, die Spanische Regierung habe sich an die Britische ge⸗ wandt, um durch Vermitteiung des Britischen Gesandten in Paris, Lord Cowley, einen kurzen Aufschub der Abreise des Herrn von Salvandy aus Madrid zu erlangen, damit inzwischen der Etiketten⸗Streit durch einen Vergleich erledigt werden koͤnne. Darauf habe aber die Britische Regierung erklaͤrt, daß sie die Anspruͤche Spaniens auf keine Weise unterstuͤtzen koͤnne, daß sich dasselbe vielmehr den Anforderungen Frankreichs, welche das Bri⸗ tische Kabinet als gerecht anerkenne, unterwerfen muͤsse. Als naͤch⸗ stes Resultat dieses Beschlusses der Britischen Regierung betrach⸗ tet die Chronicle die wahrscheinliche Resignirung des jetzigen Britischen Gesandten in Madrid, Herrn Aston, in welchem Falle England fortan entweder nur durch einen Geschaͤftstraͤ⸗ ger repraͤsentirt werden oder einen neuen Gesandten abferti⸗ gen und sich dann natuͤrlich in 8gnen Etiketten⸗Streit verwickelt finden wuüͤrde, wie jetzt Frankreich. edenfalls baüc also dann Ludwig Philipp seinen Zweck erreicht, Eng⸗ br Spanischen Liberalen eben so verhaßt zu machen, wie es * nen sey, und ihm demnach jede Macht zu rauben, die naten constitutionellen Freiheit in Spanien wirksam zu un⸗

Spaniens von 2 Philipp trage den Schlüössel der Anerkennun

on Seiten der nordischen Maͤchte in der Tasche, un

da er nun auch Lord Aberdeen fuͤr sich u gewinn ußt habe, so sey das Schicksal Spaniens in 22 Sewane 1 12

herrschenden Partei in Spanien jede beliebige Bedingung vorschrei⸗

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ben, ihr den Sohn des Don Carlos zum Koͤnig oder den Herzog von Aumale zum Gemahl der Königin aufzwingen, und wenn man sich weigere, so bleibe keine andere Alternative als abermali⸗ ger Baͤrgerkrieg.

Die Times nimmt den Grafen Aberdeen in Schutz und

weist darauf hin, daß es im Interesse Spaniens sselbst liege, daß

der Etiketten⸗Streit auf guͤtlichem Wege ausgeglichen werde, da die zu erwartende Anerkennung der Spanischen Regierung von Seiten der anderen Maͤchte es wuͤnschenswerth erscheinen lasse, das solche Nebenpunkte vorher beseitigt schen. Lord Aberdeen sey daher auch keinesweges, wie ihm das ig⸗Blatt v r⸗ fen, auf eine diktatorische Weise gegen die aufgetreten, sondern habe nur dem zuletzt von Herrn von vand der

ten, ein Verfahren, fuͤr welches alle Antecedentien spraͤchen, das Wort reden lassen. Uebrigens sey terrichtet, wenn es behaupte, der Englische Botschafter in Paris habe sich geweigert, einen Aufschub der Abreise des Herrn von Salvandy nachzusuchen, viel⸗ mehr besagten die neuesten Berichte aus Paris, daß Lord Cowley einen Aufschub erlangt habe, und daß ein Courier in groͤßter Eile von Paris abgefertigt worden sey, um wo möͤglich in Madrid einzutreffen, bevor sich der Franzbsische Gesandte von dort entfernt habe. Den Einfluß Frankreichs auf die Entschlüsse der übrigen Maͤchte in Betreff der Anerkennung der Spanischen Regüeruna stellt das ministerielle Blatt in Abrede und aͤußert die Ansicht, daß die Meinungen des Britischen Kabinets eine viel entschiedenere Einwir⸗ kung auf diese Frage zu aͤußern geeignet seyen. Was aber den Einfluß

Englands in Spanien selbst betreffe, so beruhe derselbe nicht auf der Anwesenheit oder Abwesenheit eines Britischen Gesandten, sondern auf

dem in Wuͤrde und Gerechtigkeit begruͤndeten Verfahren des Priti⸗ schen Kabinets in seinen Beziehungen zu der Spanischen Regie⸗ rung. Gleich dem zuletzt genannten Blatt erklärt au Standard, daß Lord

spruͤche auf das oben erwaͤhnte v habe; so unver⸗ nuͤnftig und anmaßend auch die Anspruͤche Espartero's seyen, so duͤrfe man doch bei der bekannten Neigung aller Emporkoͤmm⸗ linge, auf mehr Ehrenbezeugungen Anspruch zu machen, als an⸗

dere Leute, und nachdem die bisherigen Bemuͤhungen des Herrn ganz erfolglos geblieben Vereinbarung zu Stande

Aston zur Schlichtung der Differenz seyen, kaum erwarten, daß eine guͤtliche kommen werde.

Die hiesigen Blaͤtter theilen eine schon vom 17. Dezember

1840 datirte Note des Britischen Geschaͤftstraͤgers in Madrid, Herrn Aston, mit, in welcher eine Convention in Antrag gebracht wird, der zufolge die in Cuba niedergesetzte gemischte Kommission, welche die Bestimmungen des zwischen England und Spanien abgeschlossenen Traktats wegen Abschaffung des 4—— zu handhaben hat, befugt werden soll, eine Untersuchung ü der den Bestand der Sklaven in Cuba und alle diejenigen Sklaven, welche nach dem 30. Oktober 1820 (dem in dem Trak⸗ tate bestimmten Normal⸗Termine) in Cuba eingefuͤhrt worden sind, sofort freizulassen. Als Motiv zu diesem Vorschlage wird angefuͤhrt, daß, wiewohl der Sklavenhandel unter Spanischer Flagge in Folge des erwaͤhnten, am 15. Juni 1835 ——2ö— Vertrages wesentlich abgenommen, dennoch die Spanischen Skla⸗ öba unter fremder Flagge noch immer sehr viele Sklaven

in Cuba einfuͤhren. von 250 Wahlberechtigten, die nicht von einem Sechstel oder Siehen⸗

Von Seiten einer in Orford selbst residiren, d. h tel saͤmmtlicher Waͤhler, ist an die Wahl⸗Comité’s der Herren Wil⸗ liams und Garbett, welche sich bekanntlich in Puseyisichen und anti⸗Puseyischen Interessen um die Stelle eines Professors der

Dichtkunst in Oxford bewerben, eine Adresse gerichtet worden, in welcher sie den wiederholen, daß sich beide Kandidaten zuruͤckziehen moͤchten. Dieser Veeschlag. hervorgegangen aus der Ueberzeugung der Puseyiten von ihrer Schwaͤche, ist von den Geg⸗ nern abgelehnt worden.

Der mit Kapitalisirung der ruͤckständigen Spanischen Divi⸗ denden beauftragte Agent, Herr Borrajo, ist auf seinem Wege nach London bereits in Paris angekommen.

H London, 14. Jan. Die diplomatische Welt in London hat sich in den letzten Tagen sehr viel mit den Fragen beschaͤf⸗ tigt, um die es sich bei der Aufnahme des Herrn von Salvandy zu Madrid als Botschafter Frankreichs handelt. Sie werden vermuthlich von Ihren Korrespondenten zu Paris und Madrid ausfuͤhrliche Berichte uͤber diese Angelegenheit erhalten haben, in⸗ soweit es das Verhalten der dortigen beiden Kabinette betrifft; aber die Ansichten, welche Lord Aberdeen von der Sache hegt, und die heftigen Zaͤnkereien, die daruͤber zwischen der Times und der Morning Chronicle gefuͤhrt worden sind, das letztere Blatt gilt bekanntlich noch jetzt veee er ein Organ des vorigen Ministeriums, veranlassen mich, Sie von der Stel⸗ lung in Kenntniß zu setzen, welche Großbritanien in jenem Streite eingenommen hat. 1

Als sich zuerst die Schwierigkeit hinsichtlich der Ueberreichung der Kreditive des Herrn von Salvandy an den Regenten Espar⸗ tero erhob, unterstuͤtzte Herr Aston, der Britische Gesandte, den Anspruch der Spanischen Regentschaft auf die Keesgeagchen⸗ jener Beglaubigungs⸗Schreiben, die der Franzoͤsische Votschafter, seinen Instructionen zufolge, nur der Koͤnigin sabella selbst üͤbergeben sollte. Lord Cowley aber, der Britische Botschafter in Parie und die hiesige Regierung ahen die Sache von einem an⸗ deren Gesichtspunkte an und empfahlen einen Mittelweg, wonach die Kreditive der Königin von Spanien praͤsentirt und dann zu⸗ gleich dem Regenten eingehaͤndigt werden sollten. Diese Entschei⸗ dung ist von den Whig⸗Blaͤttern aufs leidenschaftlichste angegrif⸗ fen worden. Lord Aberdeen wird beschuldigt, er habe sich von Frankreich an der Nase herumfuͤhren und einschuͤchtern lassen, und die Folgen, die man in Aussicht stellt, laufen auf nichts Ge⸗ ringeres hinaus als auf den Verlust alles Britischen Einflusses in Spanien.

Betrachte ich die Frage als einen bloßen Punkt der Hof⸗ Etikette, so kann ich ihr von keiner Seite große Bedeutung bei⸗ legen; dem Geschaͤftsgange nach moͤchte sich das dedegeugg zu Gunsten der Forderung des Regenten hinneigen, aber die Wuͤrde der Person der Koͤnigin und die Gewaͤhr der Praͤcedenz⸗Beispiele

sprechen fuͤr die andere Seite. Der Fall, auf den man sich be⸗.

sonders beruft, ereignete sich waͤhrend der Minderjaͤhrigkeit des Kaisers von Brasilien; es wurde damals bestimmt, daß die Re⸗ praͤsentanten der fremden Maͤchte ihre Kreditive dem Regenten durch die 72 des unmuͤndigen Souverains, bei dem sie beglaubigt waren, uͤberreichen sollten. Wenn uüͤbrigens die Englische Re⸗ ierung das Gewicht ihres Rathes hergegeben hat, um die Lafpelche Espartero's zu mildern und den modifizirten Vorschiag Frankreichs zu unterstuͤtzen, so muß man dies nicht sowohl einer besonderen Eingenommenheit in Betreff des Etiketten⸗Punktes zu⸗

panische Reglerung b Sal⸗

heantragten Auskunftsmittel, daß naͤmlich die Kreditive öͤnigin in Gegenwart des Regenten uüͤbergeben werden soll⸗

jenes Blatt falsch un⸗ die Pritische Regierung oder

der⸗ berdeen sich nicht eher in den Etiketten⸗ Streit gemischt, als bis Herr von Salvandy seine fruͤheren An⸗

⸗= London, 14. Jan.

schreiben, gls vielmehr ihrem Wunsche, das zu thun, wovon sie glaubt, daß es am wahrscheinlichsten zur diplomatischen Aussoͤh⸗ nung Spaniens mit dem üͤbrigen Europa fuͤhren duͤrfte. Die Engli⸗ he 22— laͤßt es sich ohne allen eaec. hoͤchst angelegen seyn, dlese rneuerung freundschaftlicher Verhaͤltnisse zwischen den Hauptstaaten des Festlandes und den jetzigen Regierungen der Halbinsel zu bewerk⸗ stelligen, und man darf wohl erwarten, daß Lord Aberdeen's ge⸗ mna6 te und versoͤhnliche Gesinnungen mehr dazu beitragen wer⸗ den, deeses wichtige Resultat zu erreichen, als Lord Palmerston's Benehmen. Der Whig⸗Minister unterstuͤtzte die ultraliberale Par⸗ tei in Spanien und sprach viel und laut von der constitutionellen Sache, nur um die anderen Maͤchte so fern als moͤglich von Madrid zu b und einen ausschließlichen Einfluß als Spaniens alleiniger Ver⸗ uͤndeter auszuuͤben. Die —F5 Folge war, daß in allen Dif⸗ ferenzen, die sch etwa zwischen dem Kabinet von Madrid und dem der Tuilerieen erheben, sey es uͤber Angelegenheiten, die mit der Fa⸗ milien⸗Verwandtschaft der beiden Dynastieen in Verbindung stan⸗ den, oder die aus der geographischen Lage der beiden Laͤnder her⸗ vorgingen, England sich sogleich immer in entschiedener Opposition mit Frankreich befand und Spanien allein auf Englands Beistand baute. Dies mag dem Ehrgeiz Lord Palmerston’s geschmeichelt haben, aber es ist kaum zu bezweifeln, daß fuͤr Spaniens wah⸗ res Wohl besser gesorgt gewesen waͤre, wenn man sich bemuͤht häͤtte, in seinen Angelegenheiten ein gutes Einvernehmen zwischen den Europaͤischen Maͤchten und besonders zwischen Oesterreich und England herzustellen. Es steht uͤbrigens schon so viel fest, daß die Eintracht, welche gewoͤhnlich unter den drei nordischen Maͤchten vorherrscht, in diesem Fall nicht gestoͤrt werden wird, und daß dieselben, welchen Schrikt sie auch zu thun geneigt seyn moͤchten, auch 8 gemeinschaftlich handeln werden. enn daher die heutig; Times in einem Artikel, der viel⸗ leicht aus der Feder Lord Canning's herruͤhrt, der jetzt Unter⸗

Staatssecretair in dem einst von seinem beruͤhmten Vater geleite⸗

ten Departement ist, sich dahin vernehmen laͤßt, daß die Beweg⸗ ruͤnde, von denen die Englische Reglerung in dieser Angelegenheit bestimtnt worden, fuͤr die wahren Interessen Spaniens außeror⸗ dentlich guͤnstig seyen, so glaube ich, daß sie hiermit auf diese jetzt schwebenden Unterhandlungen uͤber die Anerkennung der Regie⸗ rung der Koͤnigin Isabella anspielt. Lord Aberdeen sieht wahr⸗ scheinlich ein, daß die Art des Empfanges der Gesandten zu Ma⸗ drid den Abschluß dieser Ausgleichung ernstlich hindern koͤnnte.

Indeß ich muß leider fuͤrchten, daß die Sache durch Natio⸗ nalstolz und Privat⸗Empfindlichkeit schon so vergiftet ist, daß man die Ruͤckkehr des Herrn von Salvandy nach Madrid kaum erwar⸗ ten darf; denn wie auch die Stimmung der Spanischen Regie⸗ rung seyn moͤchte, sie wuͤrde vermuthlich in den Kammern geschla⸗ gen werden, wollte sie in dieser Sache nachgeben, und ungluͤck⸗ licherweise haͤngt die Existenz des Gonzalezschen Kabinets von der Energie ab, mit der es den Rathschlaͤgen seiner besten Freunde Widerstand leistet.

3 Briefe aus Lissabon vom 3. Ja⸗ nuar, welche mit dem letzten Englischen Paketboot in Falmouth eingelaufen sind, enthalten Folgendes uͤber den kurzen Besuch des Prümnen Joinville am Hofe Ihrer Allergetreuesten Majestaͤt: „Die Koͤnigl. Fregatte „la belle Poule“ erschien am 23. Dezember Mit⸗ tags am Eingange der Barre des Tajo, ohne jedoch, bei voͤlliger indstille, einlaufen zu koͤnnen. l- einiger Entfernung gewahrte man die Franzoͤsische Brigg „le Zelé“. Am naͤchsten Morgen wurde die Fregatte von einem Franzoͤsischen Kriegs⸗Dampfschiffe, welches auf seiner Fahrt nach Toulon zufaͤllig voruͤbersegelte und die „belle Poule“ erkannte, ins Schlepptau genommen und derge⸗ 77 in den Tajo gebracht. Der Strom bot den herrlichsten An⸗ lick dar, es war ein wundervoller Fruͤhlingstag, kein Woͤlkchen an dem suͤdlich blauen Himmel, und die Sonne ergoß ihre waͤr⸗ menden und leuchtenden Strahlen mit voller Kraft uͤber die be⸗ lebte Scene, welche sich den Einwohnern Lissabons darbot. Die Fregatte beprüͤßte das Kastell mit den uͤblichen Schuͤssen, welche von dem Kastell St. George, den s iesischen Kriegsschiffen und den beiden Englischen Linienschiffen „Revenge“ und „Indus“ mit tausendfaͤltigem Kanonendonner beantwortet wurden. Als⸗ bald verschwanden die Masten und Wimpel der Schiffe in dich⸗ ten Rauchwolken, bis diese von einem leichten Ostwinde nach dem Meere getragen wurden. Der Hof, der Franzoͤsische Gesandte und der Herzog von Palmella gaben dem Prinzen große Diners, der auch einen Ball des Barons Varennes mit seiner Gegenwart beehrte. Am 27sten begaben sich Se. Koͤnigl. Hoheit nach Cintra, dem reizendsten Punkte des Koͤnigreichs, wo der Koͤnig auf dem hoͤchsten Punkte der Sierra, Penha de Cintra, welcher eine der e Aussichten der Welt beherrscht, ein altes Mohren⸗Kastell at einrichten lassen. Se. Majestaͤt begleiteten selbst den Prinzen dahin und am folgenden Tage nach dem Kloster von Mafra, das

enn der Portugiesischen Geschichte einst eine so große Rolle spielte,

18 aber, dem Verfalle nahe, das Loos der meisten Kloͤster des andes zu theilen droht. Auch eine große Revue auf Campo pequeno wurde dem Priagen veranstaltet. Dort sah man die kleine, aber gut gehaltene Besatzung der Hauptstadt, 2000 Mann, die modernen Helden Portugals, den Herzog von Terceira, den Grafen das Antas, Don Carlos de Mascarenhas, die Maͤnner von Oporto, in glaͤnzenden Uniformen, meist schoͤne, soldatisch aus⸗ sehende Gestalten, und die elegante Welt zahlreich versammelt. Am letzten Tage des Jahres ging die „belle Poule“, ihren Cours suͤdwaͤrts nehmend, nach Toulon unter Segel. Belgien. 8 22 Hüt h. . e i, a „Brüßssel, 16. Jan. Se. Majestaͤt der Köni wird sich am naͤchsten Mittwoch auf der Eisenbahn von hier nach Igende begeben, um daselbst Se. Majestaͤt den Koͤnig von e zu begruͤßen. An diesem Tage wird in Ostende ein großes Gala⸗Diner statt⸗ finden, zu welchem auch die hoͤheren Civil⸗ und Militair⸗Behoͤrden eingeladen sind. Am naͤchsten Tage werden Sich Se. Majestaͤt der Koͤnig von Preußen, Hoͤchstwelche unter dem Namen eines Grafen von Zollern reisen und nach Ostende direkt von Luͤttich auf der Eisenbahn kommen werden, auf dem bereit liegenden Englischen Kriegsschiffe nach London einschiffen. Der Koͤnig der Belgier koͤmmt wahrscheinlich nach Bruͤssel zuruͤck, da es bisher noch nicht entschieden ist, ob Sich Se. Meht zur Taufe des Pringen von Wales nach England begiebt. Es sind an die Eisen⸗ ahn⸗Verwaltung Befehle ertheilt worden, Alles zum Empfange und zur Beförderung Sr. Majestaͤt des Koͤnigs von Preußen bereit zu halten.

n 3 Daͤnemark. -e 8 Kopenhagen, 15. Jan. (Alt. Merk.) In den heute eingegangenen Schwedischen Blaͤttern heißt es, die Reise des Koͤ⸗ nigs Carl Pobann nach Norwegen sey auf den 18ten d. festgesetzt und er wolle selbst den Storthing am ersten Werkeltag im Fe⸗ bruar eroͤffnen.

In Rorwegen ist das Ausschenken von Branntwein durch

Marketender bei den e en vermittelst Circulair des Ar⸗ mee⸗Departements beschraͤnkt worden.

Deutsche Bundesstaaten.

Hannover, 17. Jan. Se. Majestaͤt der Koͤnig sind gestern egen 6 Uhr Abends nach Othfresen abgereist, wo Höchstdieselben habe mit Sr. Majestaͤt dem Koͤnige von Preußen, auf Hoͤchst⸗ deren Reise nach England, zusammentreffen werden.

Kassel, 16. Jan. „Hier wurden im Jahre 1841 geboren 498 Knaben und 478 Maͤdchen, zusammen 976. Getraut wurden 222 Paare, beerdigt 507 Personen maͤnnlichen, 439 weiblichen Geschlechts, zusammen 946. Die ganze Bevoͤlkerung betraͤgt, mit Ausschluß des Militairs, 31,686 Individuen. Die Zahl der Haus⸗ nummern belaͤuft sich auf 1889, von denen jedoch nur 1692 Wohn⸗ haͤuser sind.

Detmold, 12. Jan. (Hannov. Z.) Nach einer so eben in einer Extra⸗Beilage zum Regierungs⸗Blatte ausgegebenen Bekanntmachung Fuͤrstlicher Regierung tritt, nachdem nunmehr saäͤmmtliche Declarationen von nachsteuerpflichtigen Waaren ein⸗ gegangen und, so weit als noͤthig, revidirt worden sind, vom heu⸗ tigen Tage an voͤllig freier Verkehr zwischen hiesigem Fuͤrstenthume und den Vereins⸗Staaten ein, und sind zu dem Ende bereits von den Koͤnigl. Preußischen Behoͤrden die erforderlichen Verfuͤ⸗ gungen an die Grenz⸗Aemter erlassen. Es sind somit also die Hin⸗ dernisse eines freien Verkehrs unseres Landes mit befreundeten Nachbarstaaten, hoffentlich fuͤr immer, beseitigt. Das humane Verfahren der Koͤnigl. Preußischen Revisions⸗Beamten in der Aus⸗ uͤbung ihrer gewiß unangenehmen Dienstpflicht hat die bisherigen Gegner des Anschlusses unseres Landes an den Preußischen Zoll⸗ Verein ausgesoöhnt.

Um nach aufgehobenen Zollgraͤnzen den Unterthanen den er⸗ forderlichen Schutz gegen brodlos werdendes und verdaͤchtiges Ge⸗ sindel, Verbrecher und Landstreicher zu gewaͤhren, haben Se. Durchlaucht die Anordnung einer Schutzwache in den Graͤnz⸗Aem⸗ tern befohlen, deren Kommando dem Hauptmann Hornhardt uͤber⸗ tragen ist. Es wird diese Anordnung hier allgemein dankbar an⸗ erkannt, da der Mangel einer Land⸗Gendarmerie hier oft fuͤhlbar geworden ist. Auch fuͤr die Nachbarstaaten werden diese Maßre⸗ geln der oͤffentlichen Sicherheit von Wichtigkeit seyn, da es fuͤr die Zukunft verdaͤchtigem Volke schwer seyn duͤrfte, sich laͤngere Zeit unerkannt im Lippeschen umherzutreiben.

9 86 Italien. „MNeapel, 5. Jan. (A. Z.) Die beiden Soͤhne von Don Carlos sind in Folge einer speziellen Einladung von Seiten Sr. Majestaͤt des Königs von Rom aus hier angekommen. Beide wohnten gestern der ersten Vorstellung der von Mercadante fuͤr San Carlo geschriebenen neuen Oper il proscritto bei, die dem Compositeur, einem großen Verehrer der Deutschen, namentlich Mozartschen Musik, die in Italien sonst wenig Anklang findet, zur Ehre gereicht.

Herr W. Bouleware, Bevollmäͤchtigter der Vereinigten Staa⸗ ten am hiesigen Hofe, hatte die Ehre, Sr. Majestaͤt seine Beglau⸗ bigungs⸗Schreiben zu uͤberreichen.

8 Tarj pro Cantaro auf den Schwefel in Kraft getreten; Se. Majestaͤt scheint die wegen ganf freier Ausfuhr dieses Artikels an ihn gerichteten Bittschriften nicht guͤnstig gufgenommen zu haben, und wie man aus Sicllien schrelbt, hat man auch vor der Hand alle Hoffnung, diese Erleichterung zu erlangen, aufgegeben. b.g. 2 b ö

n 8 Spanien. Sree

Die in dem nachfolgenden Schreiben aus Madrid, vom 7. Januar erwaͤhnte Rede, mit welcher der Minister der auswaͤrtigen Angelegenheiten, Herr Gonzales auf die im Senat von Herrn Landero wegen der Differenz mit dem Franzoͤsischen Botschafter Grafen von Salvandy erhobene Interpellation antwortete, lautet folgendermaßen:

erfordert. Der Senat wird sie auch begreifen und sich ohne Zwei⸗ fel nicht wundern, wenn ich sie nicht mit der ganzen Ausfuͤhrlich⸗ keit behandle, deren sie faͤhig ist. Vielleicht werde ich spaͤter an einem anderen Orte weitlaͤuftiger uͤber sie sprechen, um den Wuͤn⸗ schen der ganzen Nation vollstaͤndig zu genuͤgen.

Meine . die Regierung hat von Sr. Majestaͤt dem Koͤnige der Franzosen Beglaubigungs⸗Schreiben empfangen, die den Herrn Grafen von Salvandy bei Ihrer Majestät der Koͤ⸗ nigin von Spanien zum Botschafter ernennen. Der Graf von Salvandy behauptete, daß die Beglaubigungs⸗Schreiben durch ihn Ihrer Maäjestaͤt der Koͤnigin uͤberreicht werden sollten. Die Regierung behauptet im Gegentheil, daß sie dem Regenten des Koͤnigreichs, der mit der Ausuͤbung der Rechte der Souverainetät bekleidet ist, uͤberreicht werden muͤßten.

Die Spanische Regierung kannte die Verantwortlichkeit, wel⸗ cher sie ihn unterwarf, wenn er seine Pflicht nicht erfuͤllte, eben so wie das Herkommen in solchen Dingen. Ich wußte selbst, daß der Graf von Rayneval nach dem Tode Ferdinand's VII. und spaͤter die Herren von Latour⸗Maubourg, de Fezensac, de Ru⸗ migny, Mathieu de la Redorte ihre Beglaubigungs⸗Schreiben der Koͤnigin⸗Regentin uͤberreicht hatten, daß es eben 5 ruͤcksichtlich der Englischen esandten war, endlich, daß unter der provisorischen Regentschaft eine Person von hohem Range und ein bevollmaͤch⸗ tigter Minister ihm ihre Kreditive uͤbergeben hatten.

„Unter diesen Umstaͤnden hatte die Regierung die gerechtesten Gruͤnde zu verlangen, daß der Graf von Salvandy seine Kre⸗ ditive dem Regenten des Koͤnigreichs uͤberreiche. Die Wuͤrde der ersten Autoritaͤt des Staates, die Ehre der Nation und nament⸗ lich ein Prinzip, welches uͤber allen anderen Rüuͤcksichten stand, haben mich und meine Kollegen gezwungen, darauf zu bestehen, daß der Graf von Salvandy seine Kreditive nicht der Koͤnigin 4 II., sondern dem Regenten des Konigreichs, uͤbergeben muͤsse.

Die Regierung glaubte, daß dies ein Akt waͤre, und daß Ihre Majestaͤt nach Uürn 8 1,982% muͤsse. 4 und wichtigere Betrachtung hat das Benehmen der Regierun bestimmt. Sie hat sich nach der Constäcaene richten . ie 8 beobachten wollen. Sie, meine Herren, haben zu erklaͤren, ob meine Verantwortlichkeit gehoͤrig gedeckt gewesen ist. Ich werde mich Ihrem Beschlusse unterwerfen, wir werden nicht dulden, daß die Constitution verletzt werde. Wir werden sie nach Beduͤrfniß bis zu unserem letzten Blutstropfen vertheidigen. der Constitution lautet folgendermaßen: die ganze Gewalt des Koͤnigs ausuͤben.“ etwa zur Koͤniglichen Gewalt, die Be⸗

feierlicher und offizieller dem Prinzipe der Con⸗ Aber eine andere hoͤhere

„Die Regentschaft wird Gehoͤrt es denn nun nicht laubigungs⸗Schreiben der

fremden Gesandten zu empfangen,

ist dies nicht einer der wichtig⸗

bei

Der Artikel 50 beobachtet habe.

Dieses Argument ha

sten jener offiziellen und feierlichen Akte, welche der Koͤnig voll⸗ ziehen kann. koͤnnen, und in Wahrheit wurde es auch sehr schwer seyn, es zu thun. Die Regierung hat kraft dieses Artikels darauf bestanden, daß allein dem Regenten, welcher die Koͤnigliche Gewalt ausuͤbt, 11“ der Gesandten uͤberreicht werden müßten.

t noch nicht widerlegt werden

Das ist, meine Herren, der ganze Stand der Frage. Das ist

ch

schaͤftstraͤger hier zu lassen.

abfolgen konnte.

sa die Regierung nat thun, welche nöthig seyn duͤrften, u vor jeder Verletzung zu sichern.

Die

die einzige Ursache, weshalb der Graf von Salvandy es fuͤr an⸗ gemessen gehalten hat, seine Paͤsse zu fordern. . sagt, daß er seinen Titel eines Botschafters nicht beibehalten koͤnne und hat es fuͤr passend gehalten, sich zuruͤckzuziehen und einen Ge⸗ Regierung war der Meinung, daß man ohne weitere Inkonvenienzen die verlangten Päaäͤsse ver⸗ Das ist gegenwaͤrtig der Stand der Frage, wo⸗

Fruͤch vorbehalten hat, die Schritte zu

Der Graf hat ge⸗

u m unser

Das ist der vorherrschende G

danke, dem sie in dieser Sache gefolgt ist, und sie wird daran fest⸗ halten; denn sie hat die innigste E-eÄ daß sie genau den

V Prinzipien gefolgt ist, welche im Arti halten sind.“

el 50 der Constitution ent⸗

In Bezug auf denselben Gegenstand aͤußerte Herr Olozaga

im Kongreß unter Anderem Folgendes:

„Der Zustand meiner Gesundheit, welcher mich seit einiger

gen. . v schafter, Graf von Salvandy, nach Frankreich abgereist ist. bin, eben so wie Herr Arguélles, im Stande gewesen,

dert hat, meine Freunde

ten in Kenntniß

Zeit von der Kammer entfernt gehalten und mich sogar verhin⸗ u sehen, der mich von dem, was in Be⸗

zug auf die vorliegende Frege in der Kammer vorgekommen, haͤt⸗

koͤnnen, duͤrfte mich wohl von der Ver⸗ pflichtung, hier das Wort zu nehmen, entbinden; allein man hat mich aufgefordert, zu sprechen. Ich habe indeß dem, was bereits uͤber diesen Gegenstand gesagt worden ist, nur wenig hinzuzufuͤ⸗

Es ergiebt sich, meine Herren, daß der Franzoͤsische Bot⸗

Ich

den

Ruf des Herrn von Salvandy als Publizisten und als Litera⸗ ten zu wuͤrdigen und ich habe seine ganz besondere Hochachtung fuͤr die Spanier und seine Sympathieen fuͤr die politische Wieder⸗

geburt Spaniens kennen gelernt. 4 1823 nicht die Waffen gegen die Sache der Freiheit fuͤhren wollte. Weitere Umstaͤnde sind mir nicht bekannt; der Kongreß muß Alles wissen. Ich will nur noch hinzufuͤgen, daß niemals irgend etwas geschehen ist, woraus man schließen koͤnnte, die Franzod ische Regie⸗ rung habe auch nur einen Augenblick die Legitimitäͤt des Regenten von Spanien bezweifelt; eine große Anzahl positiver und durch die Umstaͤnde wichtiger Handlungen beweist vielmehr, daß Frank⸗ reich die Autoritaͤt des Herzogs von Vitoria, als die einzige von den National⸗Repraͤsentanten geschaffene, anzuerkennen geneigt ist und die wenigen Personen, welche sich thoͤrichten Illusionen hin⸗ gegeben, haben eingesehen, daß jene Autorität eben so stark, wie gesetzlich ist. Es ist dies ein denkwuͤrdiges Ereigniß, welches uns auf eine ungewoͤhnliche Hoͤhe stellt.“

Ich weiß, daß er im Jahre

O Madrid, 5. Jan. Herr von Salvandy erklärte in sei⸗

nem der Spanischen Regierung vorgestern Abend zugestellten Ul⸗

Mit dem 1. Januar ist in Sicilien der Ausgangs⸗Zoll von timatum, daß, wenn er auf dieses binnen achtundvierzig Stunden 1 keine Antwort erhielte, er ohne laͤnger zu warten abreisen wüͤrd

Zugleich verlangte er seine Pässe, und nachdem er gestern Nach mittag abermals einen Courier aus auch fuͤr saͤmmtliche Mitglieder der Botschaft Paͤsse fordern. De Graf Werner von Merode und der Vicomte Couessin sind bereit

Pestern Abend mit Courierpferden nach Paris abgegangen.

„Herr Landero begreift die ganze Wichtigkeit dieser Angelegen⸗ heit eben so wie die Umsicht, welche sie von Seiten der Regierung

Paris erhalten hatte, ließ

—₰ De

otschafter wird mit dem gesammten uͤbrigen Personal im Lauf dieser Nacht abgehen, da die diesseitige Regterung, ohne bis diese Mittag ihre Schluß⸗Antwort uͤbergeben zu haben, doch fest en schlossen ist, in die Franzoͤsische Zumuthung nicht einzuwilligen. Da auch der bisherige Franzoͤsische Geschaͤftstraͤger, Herr Pageot, mitfortgeht, so wird Frankreich hier ohne alle Vertretung bleiben und Herr von Salvandy hat befohlen, das Wappen von dem Hotel der Botschaft sogleich nach seiner Abreise herunterzunehmen

Abends 10 Uhr.

Ich kann nun noch hinzufuͤgen, daß der Englische Gesandte diesen Abend 7 Uhr sich zu Herrn von Sal⸗

vandy verfuͤgte, ihn vom Diner abrufen ließ und ihn ersuchte, seine Abreise bis Mitternacht aufzuschieben, indem er hoffe, daß bis dahin eine zufriedenstellende Antwort von Seiten der Spa⸗ nischen Regierung erfolgen werde.

von Salvandy nachgegeben;

da abe

Diesem Gesuche hat Herr Briefe um 11 Uhr auf

r die

der Post seyn muͤssen, so schließe ich. Madrid, 6. Jan. Gestern Abend elf Uhr erhielt Herr

von Salvandy eine Mitt

b gierun uͤberge

Schreibens betreffende Frage direkt zu unterhandeln.

8.

in welcher sie ihm anzeigte

heilung von Seiten der diesseitigen Re

daß sie auf die letzte von ihm

bene Note nicht antworten koͤnne, indem sie den Spanischen Geschaͤftsträͤger in Paris beauftragt habe, mit dem Franzoͤsischen Kabinet uͤber die obschwebende die Uebergabe des Beglaubigungs⸗

In Folge

dieses Umstandes ersuchte die Spanische Regierung den Herrn von

Salvandy in hoͤflichen Ausdruͤcken, seine Abreise so lange

aufzu⸗

schieben, bis die näͤheren Mittheilungen des Spanischen Geschäfts⸗ trägers von Paris aus eingehen wuͤrden. Der Umstand, daß das Spanische Kabinet es vorzog, mit dem der Tuilerieen direkt ver⸗ mittelst eines bloßen Geschaͤftstraͤgers zu unterhandeln, als die mit dem Herrn von Salvandy hier angeknüͤpfte Unterhandlung sort:⸗ buseben soll von Letzterem sehr uͤbel aufgenommen worden seyn.

Indessen hat er sich entschlossen, noch heute, sobald

er seine Paͤsse

erhalten haben wird, nebst dem bisherigen Geschaͤftstraͤger, Herrn Pageot, und dem Attaché, Grafen Damrémont, nach Paris ab⸗

zugehen, dagegen den Herzog Geschaͤftstraͤger hier auf so

von

Gluͤcksberg als einstweiligen

lange zuruͤckzulassen, bis neue Vor⸗

schriften von Paris aus eingetroffen seyn werden.

Diesen Abend sechs Uhr hat Herr von noch nicht erhalten, indessen sind W

O Madrid, 7. Jan. Herr von Salvandy mit

den Ihnen

von hier nach Paris ab.

Diesen Morgen stellte sich der Herzog Minister⸗Praͤsidenten als

vor. Im Senate richtete Herr

unter Calatrava) an den treff der Abrei 3 wiederte, die

Salvandy die Paͤsse agen und Pferde bereit.

Gestern Abend sieben Uhr reiste

gestern bezeichneten Personen

von Gluͤcksberg dem

Franzoͤsischer Geschaͤftstraͤger ad interim

Landero (Zustiz⸗Minister

Minister⸗Praͤsidenten eine Anfrage in Be⸗ e des Herrn von Salvandy. egierung haͤtte dem Franzoͤsischen Botschafter nicht

Der Minister er⸗

zugestehen koͤnnen, daß er sein Beglaubigungs⸗Schreiben der Köͤ⸗ nigin selbst uͤbergaͤbe, und sie, die 8 wortlichkeit auf sich, da sie nur die Vorschriften der Constitution

egierung, naͤhme alle Verant⸗

Herr Landero erklaͤrte sich fuͤr befriedigt, und

machte den Antrag, der Senat solle aussprechen, daß die Regie⸗ hre Pflicht erfuͤllt haͤtte, indem sie die Constitution mit

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d Festigkeit aufrecht hielt.

Der Senat berieth sich auf