1842 / 153 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

von neuen Beschimpfungen uͤberbracht, welche, obwohl indirekt, dem Britischen Konsul angethan worden.

Die Kolonisirung der Falklands⸗Inseln, von welcher seit eini⸗ gen Jahren viel die Rede war, ist endlich allen Ernstes begonnen worden. Der erste Englische Gouverneur der Inselgruppe, Lieute⸗ nant C. Moody, der am 9. Oktober vorigen Jahres mit einem Detaschement von Sappeurs von Woolwich absegelt war, ist

aam 15. Januar auf der großen Insel gelandet. Er fand die In⸗

seln vollkommen verlassen, die Anspruͤche von England auf die Souverainetaͤt hatten die wenigen Fischer und Gauchos, welche eine Compagnie von Buenos⸗Ayres dort etablirt hatte, ver⸗ trieben. Die Inseln sind ohne alle Baͤume, aber reich⸗ lich mit einer Art von Rohr bewachsen, das Gefluͤgel und Viehheerden in Menge naͤhrt. Der Gouverneur schlug seine Zelte am Verkeley⸗Sund auf, bis er unter den verschiedenen Haͤfen der Inseln den gewaͤhlt hat, der zur Haupt⸗ Niederlassung werden soll. Der Zweck der Besetzung ist, ein Depot zu gruͤnden, wo Englische Wallfischfaͤnger und Kriegsschiffe, welche nach dem Cap Horn gehen oder vom Stillen Meer kom⸗ men, Proviant und Schiffsmaterial finden. Die Auswanderungs⸗ Kommission hatte vor zwei Jahren einen Bericht erstattet, in welchem sie von der Colonisation der Inseln abraͤth, aber die Be⸗

duͤrfnisse des Depots erfordern eine ackerbauende Bevoͤlkerung, so daß man, sobald die Wohnungen fuͤr die Besatzung errichtet seyn wer⸗ den, Ansiedlern das Land und andere Vortheile anbieten wird. Denn obgleich der bestaͤndige Suͤdwind das Wachsen von Baͤumen ver⸗ hindert, so laͤßt sic doch Getraide und Gemuͤse produziren. Die Lage bezeichnet sie so natuͤrlich als einen Zufluchts⸗ ort fuͤr Schiffe, daß Spanien, Frankreich, England und Buenos⸗ Ayres sie der Reihe nach besetzt hatten, aber aus verschiedenen Umstaͤnden wieder verließen. Allein die neueste Entwickelung des Kolonial⸗Systems von England macht Punkte dieser Art, welche Glieder in der Kette von Etablissements bilden, die es um die Erde herum zieht, so wichtig, daß es uͤber die Schwierigkeiten der Niederlassung wegsieht, und man zweifelt nicht, daß es ihm gelingen wird, eine Kolonie dort zu gruͤnden, welche ihren Zweck erfuͤllen duͤrfte, wenn sie auch nie, weder durch die Zahl ihrer Be⸗ wohner noch durch ihre Produkte, sich auszuzeichnen im Stande waͤre.

Die Liverpool⸗Times bemerkt, daß nach amtlichen Be⸗ richten im vorigen Jahre 118,000 Personen aus Großbritanien und Irland, und zwar 47,000 nach den Vereinigten Staaten, die uͤbrigen aber nach den Britischen Kolonieen in den verschie⸗ denen Welttheilen, ausgewandert seyen. Diese enorme Zahl werde sich, wenn der Hafen von Liverpool als Maßstab gelten koͤnne, fuͤr 1842 noch ansehnlich steigern, indem von dort im April 15,000 Auswanderer abgesegelt seyen, waͤhrend ihre Zahl im April 1841 nur 8817 betragen habe.

Die großen Majoritaͤten im Unterhause zu Gunsten des von Sir R. Peel vorgelegten neuen Tarifs werden auf dem Geld⸗ markte als erfreuliches Anzeichen betrachtet, daß die Maßregel in kurzem zur Annahme gebracht seyn und der Handel dann seine gewohnte Thaͤtigkeit wieder gewinnen werde. Der National⸗Verein zur Foͤrderung des Armen⸗Unterrichts hielt dieser Tage unter dem Vorsitze des Erzbischofs von Canter⸗ bury seine Jahres⸗Versammlung, welcher, außer gedachtem Praͤla⸗ ten, noch sechs andere Bischoͤfe und eine Menge angesehener Geist⸗ lichen beiwohnten. Der Hauptzweck des Vereins ist, dafuͤr zu sorgen, daß die Kinder der Armen in den Grundseaͤtzen der Angli⸗ kanischen Kirche auferzogen werden. Der Bischof von London pruͤfte die zu diesem Ende hereingefuͤhrten Zöglinge der Central⸗ schule, deren Antworten ausnehmend befriedigten. Die jaͤhrlichen Unterzeichnungen fuͤr den Verein sind seit 1839 von 1400 auf 6000 Pfd. St. gestiegen. ¹

Die Nachrichten aus Dudley, Stourbridge und uͤberhaupt aus den Kohlen⸗ und Eisen⸗Bezirken lauten schlimmer, als je. Am vorletzten Sonnabend haben zwischen 10 und 14,000 Arbeiter und Kohlengraͤber ihre Beschaͤftigung verlassen, weil sie sich die Lohn⸗Herabsetzung von Seiten ihrer Brodherren nicht gefallen las⸗ sen wollen. Der Vorrath von Kohlen ist nur noch gering, und die meisten Eisenwerke werden in kurzem zur Schließung genoͤthigt seyn, wenn ihre Leute sich nicht wieder zur Arbeit bequemen, wozu trotz ihrer furchtbaren Noth wenig Anschein vorhanden ist.

In der letzten Woche sind aus dem Londoner Hafen 98,227 Unzen gemuͤnztes und 47,000 Unzen ungemuüͤnztes Silber nach Hamburg abgeschickt worden. 11“

Belgien.

Brüssel, 29. Mai. Die Kommunal⸗Fra in den letzten Tagen eine neue Wendung genommen. Man hatte allge⸗ mein geglaubt, wie wir auch berichtet, daß die gesammte katholische Partei in allen ihren Nuͤancen fuͤr die neuen, von dem Ministe⸗ rium oder von der Central⸗Section beantragten Modisicationen stimmen wuͤrde. Das gaͤnzliche Stillschweigen derjenigen katho⸗ lischen Deputirten, die vor sechs Jahren am eifrigsten das Prinzip der Verwaltung der Gemeinde durch die Gemeinde verfochten hat⸗ ten, hatte zu dieser Meinung den Anlaß gegeben. Allein es be⸗ ruhte dieselbe auf einem theilweisen Irrthum. Es ist jetzt gewiß, daß sich drei oder vier dieser Deputirten von ihrer Partei trennen und gegen jede Veraͤnderung in der Stellung des Buͤrgermeisters, jedoch (wenigstens zwei von ihnen) fuͤr die von Herrn de Theux im Interesse der katholischen Meinung gemachten Amendements, hinsicht⸗ lich der Trennung der Gemeinden bei den Wahlen, in Sectionen oder Quartien stimmen werden. Die Rede des Herrn Dumortier, welcher vor 6 Jahren der Berichterstatter des Gesetzes war, hat einen bedeutenden Eindruck gemacht, wegen des neuen gewissermaßen internationalen Gesichtspunktes, aus welchem die Frage betrachtet wurde. Nachdem derselbe seine Be⸗ fuͤrchtung ausgedruͤckt hatte, daß die auf die beantragte Weise ernannten Buͤrgermeister unter dem Einflusse der Re⸗ gierung nur Wahl⸗Agenten werden wuͤrden, setzte derselbe auseinander, wie die Belgische Revolution nicht aus Ruͤcksicht der materiellen Wohlfahrt, welche sie im Gegentheil bedeutend gestoͤrt habe, sondern in einem moralischen Interesse, d. h. zur Beschuͤtzung der Religion und der Erhaltung der nationalen und individuellen Frei⸗ heit gemacht worden sey. Dieses Interesse sey nun aufder Grundlage der errungenen Nationolitäͤt zu behaupten und zu befestigen. Es sey aber bekannt, wie sich in einem benachbarten Lande fortwaͤh⸗ rend in den Kammern und in der Presse Praͤtentionen auf Bel⸗ gien geltend machten. Um diesen keinen Anklang im Lande zu verschaffen, um in Belgien wirkliche Anhaͤnglichkeit an die Natio⸗ nalität zu erhalten und so jeder Vereinigung maͤchtige Hindernisse in den Weg zu legen, sey es nothwendig, die nen, die Belgien vor Frankreich auszeichneten, aufrecht zu erhal⸗ ten, der Centralisation in Belgien entgegenzutreten und nicht gar,

in Bezug auf die Stellung des Buͤrgermeisters, die Gemeinde: Verfassung hier illiberaler als in Frankreich zu machen. Wie beherzigenswerth dieser letztere Gesichtspunkt ist, bedarf keiner wei⸗ teren Auseinandersetzung. Unter den uͤbrigen Reden zeichnet sich die des hiesigen Schoͤffen, Herrn Orts, durch ihren verstaͤndigen,

auf die praktische Seite des Gegenstandes eingehenden Charakter aus. Es zeigte derselbe, wie das Gemeindegesetz ein eng verbunde⸗ nes Ganze ist, wie die dem Buͤrgermeister darin angewiesene Stel⸗ lung auf das genaueste mit anderen Bestimmungen zusammenhaͤngt, und daß daher die eine Modification nothwendig noch andere zur Folge haben muͤsse, auf diese Weise aber der ganze Organismus des Gesetzes angegriffen wuͤrde. Welches das Resulkat dieser Diskussionen seyn wird, ist noch nicht zu bestimmen. Schwer⸗ lich duͤrfte aber die Majoritaͤt, wenn sie sich fuͤr, die Mo⸗ dificationen ausspricht, drei bis vier Stimmen aͤbersteigen. Es ist aber fast ein Uebelstand, wenn so bedeutende Gesetze oder durch eine so geringe Majoritaͤt Gesetzeskraft er⸗ alten.

Die Central⸗Section hat mit einer Stimmenmehrheit von 5 gegen 2 beschlossen, der Kammer den Antrag zu stellen, die Convention zwischen der Regierung und der hiesigen Stadt, wo⸗ nach letztere jaͤhrlich eine Rente von 400,000 Fr. fuͤr die Abtre⸗ tung des Museums, der Gemaͤlde⸗Gallerie u. s. w. er⸗ hielte, nicht zu ratifiziren. Es ist bekanntlich diese Ab⸗ tretung nur ein Auskunftsmittel, um der Hauptstadt, die durch die Haupt⸗Scenen der Revolution und die dadurch hervorgerufenen Unordnungen, Verwuͤstungen besonders gelitten, und welche von den Gerichten laͤngst zum Ersatz verurtheilt wor⸗ den ist, zu Huͤlfe zu kommen. Es waͤre sehr zu bedauer, wenn die Kammer dieser Convention die Zustimmung versagen wollte. Die damaligen Stadt⸗Autoritaͤten haben sich wegen jener fruͤheren Vorfaͤlle viel vorzuwerfen, allein sie tragen die Schuld nicht al⸗ lein; es haben damals und auch noch im Jahre 1834 andere Verhaͤltnisse mitgewirkt, deren Folgen nicht allein der Stadt zur Last fallen koͤnnen.

Die Unterrichts⸗Central⸗Kommission hat jetzt ihren Bericht uͤber die Modificationen in dem Universitaͤts⸗Unterrichts⸗Gesetze abgestattet. Der Inhalt wird uns erst durch den Druck be⸗ kannt werden. In kurzem wird auch der Bericht uͤber den Elementar⸗Unterricht abgestattet werden. Es zeugt dies von den Se die das Ministerium des Innern gemacht hat, um diese Entwuͤrfe bis zu diesem wichtigen Punkte zu bringen. Leider verschwindet nur die Hoffnung immer mehr, daß dieselben noch dieses Jahr zur Diskussion kommen werden.

Deutsche Bundesstaaten.

München, 29. Mai. Diesen Morgen starb hier im Alter von 80 ees Karl Friedrich von Wiebeking, Koͤnigl. Bayeri⸗ scher Geheimerath, vieler Akademieen und gelehrten Gesellschaften Mitglied. Im Jahre 1805 nach Bayern berufen, ward er zum Chef der Ministerial⸗Section fuͤr Straßen⸗ und Wasserbau er⸗ nannt und wirkte als solcher uͤberaus einflußreich bis zum Jahre 1817, wo er in Pension trat. Er hinterlaͤßt eine 22jaͤhrige Wittwe und zwei Soͤhne, von denen der eine 51 Jahre, der andere 11 Mo⸗ nate alt ist.

Hannover, 31. Mai. (Hannov. Z.) Bei dem von der Kommission der zweiten Kammer abaestatteten Bericht uͤber den Regierungs⸗Antrag auf Verstaͤrkung der Armee waren die Verhaͤltnisse des Hannoverschen Militgir⸗Etats in mehrfacher Hin⸗ sicht mit denen der Etats anderer Deutscher Staaten verglichen worden. Diese Vergleichungen bestritt zunaͤchst ein Mitglied ruͤck⸗ sichtlich ihrer praktischen Anwondbarkeit; indem dabei nicht die jetzigen, sondern die Militair⸗Etats vor dem Erlasse der neuen Bundestags⸗Beschluͤsse zum Grunde gelegt seyen, in Folge davon man, außer Wüͤrttemberg, wo die Sache bereits zur Ausfuͤhrung gekommen, jetzt in Begriff stehe, die nothwendigen Einrichtungen zu treffen; theils weil die Angaben selbst nicht allenthalben richtig seyen. Namentlich wurde bei der Vergleichung der Budgets⸗Po⸗ sitionen fuͤr den Militair⸗Etat in den verschiedenen Staaten monirt, einmal, daß mehrere Kriegs⸗Ministerien außer dem, was das Budget ausweise, noch manche andere hier nicht in Betracht gezogene Ein⸗ fluͤsse haͤtten, indem z. B. in Bayern noch ein besonderer Fonds von fuͤnf Millionen Gulden fuͤr das Militair existire; in Sachsen außer dem Militair⸗Etat noch ein separater Militair⸗Pensions⸗Etat vor⸗ handen sey; und bei Wuͤrttemberg die herrschaftlichen Zinsfruͤchte dem Militair zu einem herabgesetzten Preise geliefert wuͤrden; und dann, daß die Reduction der Suͤddeutschen Gulden auf Thaler deshalb zu einem falschen Resultate fuͤhre, weil man in den Suͤd⸗ deutschen Staaten in vielfacher Ruͤcksicht mit einem Gulden eben so weit komme, als bei uns mit einem Thaler. Ferner wurde die

iin Beziehung auf Wuͤrttemberg in dem Berichte enthaltene Angabe der Budgets⸗Ausgabe fuͤr das Militair dahin berichtigt, daß sel⸗

bige, außer den sonstigen Einfluͤssen des Kriegs⸗Ministeriums, nicht 1,126,318 Rthlr., sondern 2,329,792 Gulden betruͤgen, wogegen in die Hannoversche Budgets⸗Position von 2,041,307 Rthlr. auch die blos transitorische Ausgabe von 100,000 Rthlr., welche gegenwaͤr⸗ tig schon auf 70,000 Rthlr. herabgesunken sey, sammt den Zu⸗ schuͤssen zu den Etappen⸗Kosten mit aufgenommen sey; nicht zu gedenken, daß mit dem, was alsdann noch uͤbrig bleibe, Aules, was in militairischen Beziehungen zu leisten sey, bestritten werde, ohne daß noch Kommunal⸗Garden und dergleichen bei uns vorkaͤmen. Außerdem aber wurde noch darauf aufmerksam gemacht, daß das Werk, woraus der Berichterstatter seine Nachrichten entnommen habe, „das Heerwesen der Staaten des Deutschen Bundes“, uͤber⸗ all kein authentisches sey.

Die Vergleichung unseres Militair⸗Etats nach Kopfzahl mit demjenigen anderer Deutschen Staaten, wurde hiernäͤchst auf den Grund der neuesten Standes⸗Uebersichten dahin berichtigt, daß der wirkliche Bestand, 1) in Wuͤrttemberg, welches seine Bundes⸗

flichten allerdings vollkommen erfuͤllt habe, und gegenwärtig 000 Rekruten aushebe, also 1640 mehr als Hannover, und zu⸗ dem auch noch 5000 Mann aus den letzten beiden Jahrgaͤngen zur Disposition gestellt habe, nicht betrage 7410 Mann, sondern ohne die neueste Augmentation 18,607; 2) für Bayern nicht 55,242 Mann, sondern 59,848; 3) fuͤr Sachsen, nicht 13,132, sondern 18,427 Mann; 4) fuͤr Baden, nicht 10,426, sondern 13,078 Mann; 5) fuͤr das 26—— Hessen, nicht 6582, sondern 9684 Mann; und 6) fuͤr das Kurfuͤrstenthum Hessen, nicht 7767, sondern 8536 Mann; dann wurde hinzugefügt, daß Baden und zwei andere Staaten, jetzt um die Kraͤfte noch zu erhoͤhen, die Absicht hegten, Landwehr⸗Einrichtungen zu treffen. Dann fand sich bei der Zusammenstellung des Kavallerie⸗Etats anderer Staaten zu erin⸗ nern, daß 1) Oesterreich, nicht wie berechnet werden, 14,990 Mann fuͤr den Bund halte, sondern 22,104 Mann, von denen nur 3264 beurlaubt seyen; 2) Preußen, welches ohnehin stets 5000 Pferde in Remonte⸗Depots auffuͤttere, nicht etwa 13,000 bis 14,000 Mann, sondern 27,182, worunter 15,182 Mann Linien⸗Kavallerie; 3) Wuͤrt⸗ temberg, nicht 1400 Mann, sondern 2784 Mann; 4) Sachsen, nicht 1952, sondern 2581 Mann; 5) Großherzogthum Hessen, 3 927, sondern 1442 Mann; 6) Kurfuͤrstenthum Hessen, nicht 714, sondern 1214 Mann. In dem Berichte war ferner, um zu zeigen, daß im Jahre 1833—34 Hannover auch in Beziehung auf die Infanterie mehr gethan habe, als irgend ein anderer Deut⸗ scher Staat von aͤhnlichen Verhaͤltnissen, ein Verzeichniß gegeben,

gleichfalls berichtigt wurde; und zwar dahin, daß der Be⸗ stand 1) in Wuͤrttemberg nicht betragen habe 4688 Mann, sondern 14,514 Mann; 2) in Sachsen nicht 9527, sondern 14,130 Mann; 3) im Großherzogthume Hessen nicht 5134, sondern 7538 Mann; 4) in Baden nicht 8055, sondern 9964 Mann; 5) in Bayern nicht 41,072, sondern 43,357 Mann. In gleichem Maße wurden die Angaben über den Bestand der Feld⸗Artilleristen bis 1839 berich⸗ tigt, wonach der letztere betrug: 1) in Bayern nicht 4216 Mann, sondern 7324 Mann; 2) in Wuͤrttemberg nicht 854, sondern 1885 Mann; 3) in Sachsen nicht 1222, sondern 1505 Mann; waͤhrend von unserem Bestande von 1370 Mann noch die zur Artillerie nicht Phörige andwerker⸗Compagnie abzusetzen sey, so daß nur 271 Mann aͤbrig bleiben.

Weimar, 1. Juni. (W. 3.) Das Fuͤrstenthum Lippe, das Herzogthum Braunschweig, das Fuͤrstenthum Waldeck und Pyrmont, so wie das Großherzogthum Luxemburg, sind der allge⸗ meinen Muͤnz⸗Convention vom 30. Juli 1838 beigetreten. e. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog hat daher verordnet, daß 1) die Courant⸗Muͤnzen dieser Vereinsstaaten, welche su vierzehn Thalern auf die feine Mark ausgebracht sind oder kuͤnftig ausgebracht wer⸗ den, von den Zwei⸗Thalerstuͤcken bis zu den Kinsechstei⸗ khaler⸗ stuͤcken einschluͤssig herab, ingleichen 2) die im Zwangiggulden Fuse ausgepraͤgten Eindrittel⸗ und Einsechstel⸗Thalerstuͤcke derselben Vereinsstaaten ebenfalls gleiche Geltung mit den unter Groß⸗ herzoglichem Stempel im Vierzehnthalerfuße ausgepraͤgten Cou⸗ rantmuͤnzen erhalten und zu ihrem Nennwerthe im Vierzehntha⸗ lerfuße, oder bei Zahlungen im 24 ½ Guldenfuße nach dem in der Verordnung uͤber den Umlauf fremder Muͤnzen vom 17. Novem⸗ ber 1840 F. 2 bestimmten Verhaͤltnisse, bei allen Zahlungen im

b-

.

Großherzogthume gleich der Landesmuͤnze ausgegeben und ange⸗ 1

nommen werden sollen.

Hamburg, 30. Mai. (Magd. 8.) Wenngleich die mehr

und mehr wiederkehrende Ruhe un

erer Stadt seit dem Brande

zweimal, zuletzt am 28sten d. M., durch Feuerauflaͤufe unterbro⸗

chen worden, so ließen zweckmaͤßige und zeitige Maßregeln die au⸗

F Besorgnisse, die jetzt freilich noch so leicht zu wecken 8b

ind, bald wieder verschwinden. nisse der Beduͤrftigen ist, Dank der beispie naher und ferner Staͤdte und Gegenden, gesorgt, auch durch Erbauung von Haͤuserreihen, vor dem

Fuͤr die r Beduͤrfe⸗ osen Mildthaͤtigkeit und es wird

Steinthore,

dem Dammthore, auf dem Gras rook und sonst, freilich nur von

Holz, jedoch mit Kochstellen, dafuͤr . getragen, daß die Ob dachlosen bei herannahender kalter Ja

inden. Daß auch Diejenigen, Ss; nicht ohne diesen Erwerb seyen, dafuͤr wird auch dadurch

gesorgt, daß der Jungfernstieg, die Esplanade, der Wall und an⸗ dere Gegenden der Stadt einstweilen mit Bretterbuden bedeckt werden, welche auch einen Winteraufenthalt moͤglich machen. Wie es mit der Gestaltung unserer Stadt, sowohl was den Neu⸗ bau, als was die innere Verwaltung anlangt, werden wird, daruͤber laͤßt sich natuͤrlich noch nichts sagen, was sich zu einer oͤffentlichen Mittheilung eignete. Ideen, Plaͤne und Vorschlaͤge genug, jedoch sind und bleiben es Meinungen, bis die durchaus nothwendigen vorbereitenden Verhandlungen daruͤber mit den Betheiligten been⸗ digt und das Resultat von unseren legislativen Behoͤrden sanctio⸗ nirt seyn wird. Was den Neubau agnlangt, so ist es unzweifelhaft, daß es zur Basis dient, die neue Boͤrse als den Centralpunkt anzu⸗ nehmen, von welchem aus der Plan zum Wiederaufbau des ein⸗ Fegee Theils der Stadt ausgehen soll, um mit dem Alten das deue am passendsten und zweckmaͤßigsten zu verbinden, und daß bei moͤglichst geraden und breiteren neuen Straßen auch die gegen Feuersgefahr am besten sicherstellende Construction der einzelnen Gebaͤude zum Haupt⸗Augenmerke dient. Auch kann man als ge wiß annehmen, daß die Absicht ist, in einem großartigen Gebaͤude alle Behoͤrden zu vereinigen (d. h. Regierungs⸗, Justiz⸗ und ad⸗ ministrative Behoͤrden), wodurch neben einer großen Bequemlich⸗ keit fuͤr die Behoͤrden selbst, wie fuͤr das Publikum gewiß eine bedeutende Ersparniß des Kosten⸗Aufwandes erzielt wuͤrde. Das Detentions⸗Gebaͤude wird gegenwaͤrtig noch um eine Etage erhoͤhet, und dann die Stelle des fruͤheren Spinnhauses vertreten; die De⸗ tentions⸗Anstalt soll nach dem bisherigen Gaß⸗ und Armenhause verlegt werden, was sehr wahrscheinlich ist, da die Nothwendigkeit einer groͤßeren Annaͤherung dieser Anstalt an den Sitz der Polli zei, das Stadthaus, laͤngst schon erkannt und besprochen ist. Nach offiziellen Angaben sind verbrannt: d(SGSSähle 150b9 SCotal Feuerstellen. Außerdem 102 Speicher und 9 Staͤlle mit Wohnungen. Obdachlos sind geworden: maͤnnliche weibliche Personen uͤber 18 Jahre 4759 4641 unter 18 Jahren 3175 Dienstboten 11855 Fremde 8 299 otal 19,995 Personen. Pers Sg

2120

11u““]

Hamburg. 1. Juni. In der heutigen Sitzung des Se⸗ nates wurde an die Stelle des kurz vor der Feuersbrunst, am 1. Mai, verstorbenen Senator Moͤnckeberg, Herr Hermann Goß⸗ ler, J. U. Dr. und bisher einer der Secretaire des Senates, zum Rathsmitgliede erwaͤhlt. 4511 89

I* Hamburg, 1. Juni. Morgen werden wir die erste inhaltschwere Buüͤrgerschafts⸗Versammlung im neuen Rathhause haben, in wescher die Senato⸗Vorschlaͤge oͤber die fuͤr die kom⸗ menden Maßnahmen einzuschlagenden Wege berathen werden sollen. Nach einer zwar nur ungefaͤhren, aber doch wohl nicht allzuweit von der Wahrheit entfernten Schaͤtzung duͤrften sich unsere ma⸗ teriellen Brandschaͤden auf etwa 150 Millionen Mark Banco (75 Millionen Rehlr.) belaufen. Zu derem Ersatze moͤchten etwa fol⸗ gende Quellen von außenher fließen. Freiwillige Beitraͤge aus allen Theilen Deutschlands und anderer Laͤnder 2pCt. des Scha⸗ dens (3 Millionen Mark Banco), Zahlungen durch auswaͤrtige Versicherungen 10 pCt. des Schadens. Der hiesigen Feuerkasse Entschaͤdigung ungefähr 20 pCt., die aber nur durch eine vom Staate zu eroͤffnende Anleihe von etwa

reszeit Dach und Fach welche sich vom Detail⸗Verkaufe

37299

30 Millio⸗ 8

nen Mark Banco (drei Viertel des verbrannten brennba-

ren Haͤuserwerthes) herbeizuschaffen seyn duͤrften, und die nicht nur verzinst, sondern auch allmaͤlig getilgt werden muͤssen. So bleiben also nach Abzug der angegebenen Quellen noch 58 pCt., oder uͤber zwei Drittel des ungeheuren Verlustes, durch uns selbst zu tragen, ungerechnet der wohl nicht ganz in der Stadt aufzu⸗ bringenden Anleihe. Noch ist zu allem diesem hinzuzufuͤgen, die Werthlosigkeit der Actien unserer hiesigen zahlungsunfaͤhigen Ver⸗

scherungs⸗Gesellschaften, großentheils in Haͤnden von Wittwen maen EE

und aüit enüt Zinshaltern, die einen sehr betraͤchtlichen Theil ihres

- ihnen zogen. . 1 ei, . n 89. durch die Vaumeister Chateauneuf, Lu⸗ dolf und Wälbern verstaͤrkten Bau⸗Deputation entworfene neue Bauplan der abgebrannten Stadttheile ist gestern vor den Senat Grunde gelegte Verbrei⸗

je in demselben zum , 1norden, gee der Straßen und Kanaͤle kann

SoAbtragung des Walles zwischen der Stadt und Verstabt ür- evmglicht werden. Diese letzte wuchs von ahr zu Jahr an Bevoͤlkerung und Straßenzahl. Der erste chritt zu solcher allmaͤligen muß zwischen dem Ferdinand's⸗ und Steinthore geschehen und paͤter zwischen diesem und dem Deichthore. So wird eine neue, zu kanalisirende Was⸗ ser⸗Verbindung zwischen Alster und Elbe durch den bisherigen Stadtgraben gebildet, und auch dem Handel und Gewerbe ein neuer brauchbarer Boden angewiesen werden koͤnnen, der gluͤckli⸗ cherweise staͤdtisch ist. 1 1 82 Schließlich fuͤhle ich mich verpflichtet, Ihre und Ihrer Leser Aufmerk samkeit auf die so zeitgemaͤße als treffliche kleine Schrift des hiesigen Professors der Geschichte, Herrn Wurm, zu lenken, die so eben unter dem Titel: „Ein Wort an meine Mitbuͤrger“ erschienen ist. Das was jetzt bei uns durch und fuͤr unsere Ver⸗ fassung zu thun ist, wird in derselben an das 1814 bei der Be⸗ freiung, Geschehene und Unterlassene geknuͤpft, und mit Waͤrme und Buͤrgersinn den Behoͤrden ans Herz gelegt. Moͤge die That rasch dem freimuͤthigen Worte folgen, und unser Ungluͤck wird zur QAuelle kuͤnftigen Gluͤckes und sittlicher Erstarkung werden.

Frankfurt a. M., 31. Mai. Nach der seitherigen Flauheit, welche die Boͤrsen im Allgemeinen behaupteten, war man auf die heutige Abrechnung gespannt. Dieselbe ging indessen ziem⸗ lich gut voruͤber, da sich das Geld abondant zeigte und der Zins⸗ fuß nicht hoͤher ging. Der Markt war aber heute mit Effekten aller Gattungen uͤberladener, als seit langer Zeit. Deshalb waren auch die kleineren Spekulanten genoͤthigt, ihre Fonds zu niedrige⸗ ren Preisen loszuschlagen. Namentlich war dies in Ardoins der Fall, die niedriger von London kamen. Auch in Taunus⸗Eisenbahn⸗ Actien fanden viele Verkaͤufe statt, wodurch dieselben auf 383 Fl. zu⸗ ruͤckwichen. Da indessen die Einnahme der Taunus⸗Eisenbahn in diesem Monat sehr gut ist, wird der Cours der Actien auch gewiß bald wieder anziehen. Die Oesterreichischen Effekten hielten sich heute recht fest und eben so Hollaͤndische Integralen, die zwar von Amsterdam etwas flauer kamen, in welchen sich aber Bedarf zeigte.

8 88 8t. IEb“ ““ Genf, 21. Mai. (A. Z.) Es drohte seit einigen Wochen eine neue Emeute, die Regierung hatte aber so gute Maßregeln ergriffen, daß dergleichen Bewegungen gleich im Entstehen unter⸗ druͤckt worden waͤren. Ja, die Partei, welcher der 22. No⸗ vember und seine Folgen ein Graͤuel sind, fuͤhlt sich jetzt so stark, daß es ihr leid that, daß der Radikalismus bisher keinen Aufstand wagte. Großes Aufsehen macht hier Baumgartner's in St. Gal⸗ len neueste Schrift, uͤber „die Schweiz 1842“, worin dieser vor⸗ zuͤgliche politische Denker und Staatsmann der 8Se darthut, daß der Beschluß des repraͤsentativen Raths vom 22. November, eine Constituante zu bilden, nur, von dem physischen und morali⸗ schen Druck aufgeregter und stuͤrmischer Volksmassen erzwungen sey, und daß sich die vom 22. November ausgegangenen politischen Institutionen Genfs nie von diesem Makel ihres Ursprunges rei⸗ nigen koͤnnten. In den letzten Diskussionen der Constituante, in denen der konservatorische Charakter entschieden vorherrschte, wurde die hoͤhere Zahl der Mitglieder des kuͤnftigen repraͤsentativen Raths (167), so wie die Société économique und ihr Vermögen gegen alles Draͤngen der Radikalen aufrecht erhalten. Die Alles ent⸗ scheidende Volks⸗Abstimmung uͤber das neue Constitutions⸗Projekt

wird nun bald vor sich gehen.

Zwischen die Windwehen und Wasserhosen des Genfer poli⸗ tischen Lebens trat gluͤcklich und versohnend die Deutsche Oper unter Edele's (aus Stuttgart) trefflicher Direction, die noch vor⸗ zuͤglicher als voriges Jahr eine Reihe ausgesuchter Darstellungen Deutscher und Ikalienischer Opern gab. Diese Gesellschaft wurde vor einigen Tagen ganz unerwartet und auf sehr ehrenvolle Weise nach Chambéry berufen, um da zuerst vor dem Erzherzog Rainer und seiner Gemahlin, spaͤter aber vor den jetzt in Genua verwei⸗ lenden Neuvermäͤhlten, dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Sardinien, Deutsche Opern zu geben.

Auch in Genf hat sich bei den Deutschen herzliche, schnelle und große Theilnahme fuͤr 8 gezeigt. Die J. Kellmann⸗ sche Buchhandlung hatte kaum in Deutscher Sprache zu Beitraͤ⸗ gen Deutscher aufgefordert, als dergleichen von vielen Seiten einkamen.

Palermo, 16. Mai. (A. Z.) Vorgestern sind Ihre Koͤ⸗ nigl. Hoheiten die Prinzen Wilhelm, Waldemar und Adalbert von Preußen an Bord des Dampfschiffs „Palermo“ in Girgenti ein⸗ getroffen und werden daselbst die Ueberbleibsel des alten Agrigent in Augenschein genommen haben. Heute fruͤh werden sie die Truͤmmer des uralten Selinunt besichtigt, hierauf in Marsala angelegt und die ausgedehnten Wein⸗Etablissements der Herren Ingham⸗Woodhouse ꝛc. besucht haben. Morgen geht es weiter nach Trapani. Am 17ten wird das Dampfschiff wieder hier ein⸗ treffen und hierauf am 19ten die Reisenden uͤber Messina nach Neapel zuruͤckbringen. Es wird auch nicht einer der Mitreisen⸗ den unbefriedigt von dieser durch das schoͤnste Wetter beguͤnstigten Reise zuruͤckkehren; keine Fahrt dieser Art kann so vielfaͤltigen Genuß gewaͤhren. Es ist bereits eine aͤhnliche Reise fuͤr Juni angekuͤndigt, v. zahlreich benutzt wird, da im Juli oh⸗ nehin das hiesige Rosalienfest eine unzaͤhlbare Menge 8. und Einheimischer herbeiruft.

Se. Majestaͤt der Koͤnig trifft so eben mit ganz geringem Gefolge unerwartet an Bord des Dampfboots „Ferdinando II.“ 1““

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16““ E1ö1“ 8— Berlin, 3. Juni. Se. Majestaͤt der Koͤnig haben dem Ge⸗ heimen Legations⸗Rath Borck die Anlegung des Commandeur⸗ Kreuzes zweiter Klasse des Kurhessischen Haus⸗Ordens vom Gol⸗ denen Löwen, und dem Rittergutsbesitzer, Rittmeister a. D., Frei⸗ herrn von Luͤnink zu Ostwich, im Kreise Meschede, die Anle⸗ gung des Ritterkreuzes erster Klasse des Großherzoglich Hessischen udwigs⸗Ordens Allergnaͤdigst zu gestatten geruht. blz Berlin, 3. Juni. „Das Justiz⸗Ministerlalblatt pu⸗ vüigirt nachstehende Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre, die Lehns⸗Erneue⸗

661 8%½ I. Folge des Ablebens Sr. Majestaͤt des Hochseligen Koͤnigs etreffend:

„Auf Ihren gemeinschaftlichen Bericht vom 14ten v. M. will Ich uͤber vie Lehns⸗Veraͤnderungen in Folge Meiner Thron⸗Bestei⸗ gung folgende Bestimmungen treffen:

1) In 8e.97a der Thronlehne Oels, Sagan, Troppau und

Jaͤgerndorf, Krotoszyn und Wittgenstein soll die Lehns⸗Erneue⸗ rung und die Ausfertigung neuer Lehnbriefe, der bestehenden Verfassung emaͤß/ rheigen, Ich will jedoch allen Inhabern vpon Thronlehnen, welche die Belehnung durch einen Bevoll⸗

u2 zu empfangen nachsuchen, die Dispensation vom

persönlichen Erscheinen biermit ertheilen.

2) Eben so haben alle n** von Erb⸗Aemterlehnen, auch wenn sie bloße Dignitaͤtslehne ohne nutzbare Lehnrechte sind, so wie ddie Besitzer aller uͤbrigen Meiner Ober⸗Lehnsherrlichkeit unter⸗ mwoorfenen adelichen oder unadelichen, schrift⸗ oder amtssaͤssigen Eehne, die Erneuerung der Belehnung nachzusuchen und die da⸗ faͤr zu erlegenden Gebuͤhren zu entrichten; neue Lehnbriefe sollen edoch nur denen, welche ausdruͤcklich darauf antragen, ausge⸗

fertigt werden. . 3) Den Mitbelehnten und Gesammthaͤndern an den eshe Eocehnen, ferner den Besitzern der Ermlaͤndischen, der Schweidnitz⸗ Jauerschen und der Nieder⸗Lausitzschen Lehne, desgleichen den Besitzern solcher allodisizirten Guͤter, bei deren Allodification die Beleihung von Faͤllen zu Faͤllen oder die Confirmation der Alllodifications⸗Urkunden vorbehalten worden, will Ich die Lehns⸗ Errneuerung und beziehungsweise die Beleihung oder die Con⸗ frrmation der Allodificationz⸗Urkunden und die Erlegung der veger hn entrichtenden Gebuͤhren, so wie auch den Bestb ern aallodistzirter Lehne in Hinterpommern die zu entrichtenden Ho⸗ mmaagialgebuͤhren theils nach hergebrachter Verfassung, theils aus

Gnaden, jedoch ohne Praͤjudiz uͤr kuͤnftige Faͤlle, erlassen.

Ich will allen Meinen Vasallen, den Lehnbesitzern, Mitbelehn⸗ en und Gesammthaͤndern, die von ihnen bis zum heutigen Sgge begangenen Lehnsfehler, welche nicht den Verlust des Lehns, sondern nur eine Lehnsemende nach sich ziehen, in Gna⸗

den verzeihen, wenn sie hinnen Jahresfrist der versaͤumten Lehns⸗ pflicht nachtraͤglich genuͤgen.

iernach haben Sie zur Ausfuͤhrung vorstehender Bestimmungen in Ihren Ressorts das Erforderliche zu verfuͤgen.

Potsdam, den 22. April 1842. 8 3 1 (Gez.) Friedrich Wilhelm. An den Ober⸗Kammerherrn und Staats⸗Minister Herrn Fuͤrsten zu

Sayn⸗Wittgenstein, die Staats⸗Minister Muͤhler, von Rochow unnd von Ladenberg und den Wirklichen Geheimen Rath Grafen zu Stolberg.“

1an Se. Majestaͤt der Koͤnig haben uͤber die postamtliche Insi⸗ nuation gerichtlicher Verfuͤgungen (woruͤber das Justiz⸗Ministerial⸗ blatt das Naͤhere enthaͤlt) nachstehende Allerhoͤchste Kabinets⸗Ordre erlassen:

sten Ihren Bericht vom 141ten d. M. ermäaͤchtige Ich Sie, den Justiz⸗Minister Muͤhler, die Gerichts⸗Behoͤrden in denjenigen Landes⸗ theilen, in welchen die veir. Gerichts⸗Ordnung Gesetzeskraft hat, anzuweisen, die Behaͤndigung gerichtlicher Verfuͤgungen auch in Fällen, wo ein Behaͤndigungsschein beigebracht werden muß, da wo es die Post⸗Einrichtungen Festztten, in der Regel durch die Post⸗ Aemter zu bewirken, die Behaͤndigung durch andere Gerichts⸗Behoͤr⸗ den aber nur dann eintreten zu lassen, wenn dies in einzelnen Faͤllen aus besonderen Gruͤnden votzwend⸗ oder angemessen erscheint. An Gebuͤhren sind fuͤr jede durch die Post⸗Anstalten zu bewirkende Insi⸗ nuation außer dem Porto, dem Br 1rr, v. und dem etwanigen Botenlohn drei Silbergroschen an die Post zu entrichten, welche Insinuations⸗Gebuͤhren aber in armen, unbedingt portofreien und solchen Angelegenheiten, in denen das Porto reservirt wird, wegfallen. Sie haben hiernach die Gerichts⸗ und Post⸗Behoͤrden mit Anweisung zu versehen. Berlin, den 31. 877. 1842.

1 8 (Gez.) Friedrich Wilhelm.

An die Staats⸗Minister Muͤhler und Ser b

Potsdam, 1. Juni. Die hiesige Stadtverordneten⸗Ver⸗ sammlung hat in ihrer Sitzung vom 20sten v. M. den Beschluß gefaßt, aus ihrer Mitte eine Kommission zu ernennen, welche bei Gelegenheit der jetzt wiederkehrenden Stadtverordneten⸗Wahlen Berathungen daruͤber pflegen soll, welchergestalt das Interesse fuͤr die Staͤdte⸗Ordnung recht zu wecken sey. Demselben Beschluß zufolge, ist der Vortrag, in welchem dieser Gegenstand entwickelt wurde, gedruckt und jedem stimmfaͤhigen Buͤrger mit der Stimm⸗ Karte zugeschickt worden.

Breslau, 31. Mai. (Bresl. Z.) Wenn gestern im Gan⸗ zen weniger gekauft worden ist, als man es wohl erwartet haben mochte, so 19 dies einestheils in der Spannung, in welcher sich Kaͤufer und Verkaͤufer noch befanden, anderentheils aber auch in den starken Zufuhren, nach welchen sich der Markt mit seinem aufgebrachten Wolle⸗Quantum erst uͤbersehen laͤßt. Man wird dies nicht uͤberschaͤtzen, wenn man es auf mindestens 60,000 Ctr. annimmt. Fast ohne Ausnahme ruͤhmen die Produzenten die dies⸗ jaͤhrige reichliche Schur, welche sich bei vielen auf 10 pCt. mehr als voriges Jahr beläaͤuft. Sollten daher auch die Preise, wie es bereits den Anschein gewinnt, um einige pCt. zuruͤckgehen, so wird dennoch den meisten die diesjaͤhrige Schur ein groͤßeres Geld⸗ Quantum bringen, wie mehrere fruͤhere. Man hatte in voriger Woche viel von truͤber Waͤsche gesprochen, die diesmal haͤufig vor⸗ kommen wuͤrde. Was uns davon bis jetzt vor die Augen gekom⸗ men, unterliegt, nur mit wenig Ausnahmen, keinem Tadel.

Danzig, 1. Juni. Der hiesige Verein zur Unterstuͤtzung der Hamburger Abgebrannten publizirt heute folgendes Dank⸗ cger- 1

„Der vom Senate eingesetzten Unterstuͤtzungs Behoͤrde ist am heftrigen Tage Ihr herzliches Schreiben vom 17ten d. M., so wie

as großartige Weschen von .“ welches die ee Schwesterstadt Danzig und namentlich sein Handelsstand zum Besten unserer Abgebrannten eingesendet hat, uͤber⸗ liefert worden, und haben wir die Ehre, Ihnen fuͤr diesen schoͤnen Beweis des waͤrmsten Mitgefuͤhls den innigsten Dank auszusprechen. Sind auch die Bande geldset, die einst beide Staͤdte zu gleichem Bunde vereinte, so haben Sie dennoch in der Stunde der Noth der alten Genossen gedacht. Sie duͤrfen sich aber auch versichert halten, daß Hamburg und seine Bewohner es nie vergessen werden, wie be⸗ reitwillig Sie uns mit kraͤftiger Huͤlfe unterstuͤtzt haben, und daß wir es unser besonderes Bestreben seyn lassen werden, durch zweckmaͤßige Vertheilung die wohlthäͤtigen Geber zu ehren. Genehmigen Sie die Versicherung besonderer Hochachtung. Hamburg, den 22. Mai 1842. Die vom Senate eingesetzte oͤffentliche Unterstuͤtzungs⸗Behoͤrde. Dammert, Dr.“

Uebersicht der Durchschnittspreise der vier Hauptge⸗ treidegattungen in den Provinzen des Preußischen Staats für den Zeitraum von 1816—1841.

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Die allgemeine Preußische Staatszeitung giebt monatlich eine Uebersicht der Durchschnittspreise der vier 2 in

63 Marktstaͤdten des Preußischen Staats, welche so . sind, daß auch die entlegeneren und minder verkehrreichen Landes

theile nicht unbeachtet bleiben. Gleichzeitig wird hieraus fuͤr jede Provinz ins Besondere ein Durchschnittsmarktpreis aus den Prei⸗ sen desjenigen Theiles der erwaͤhnten Staͤdte berechnet, welcher dieser Provinz angehoͤrt. Nur Brandenburg und Pommern sind

hierbei zusammengenommen worden, weil sie nach Maaßgabe so⸗ wohl der geographischen Lage als der Verkehrsverhaͤltnisse nicht wohl zu trennen sind. Aus den zwoͤlf Monatsdurchschnitten wird ferner ein Jahresdurchschnitt gebildet; alsdann wird aus den Jahresdurchschnitten jeder unmittelbar auf einander folgenden vierzehn Jahre wiederum ein Durchschnitt in der Art berechnet, daß die Durchschnitte der zwei theuersten und zwei wohlfeilsten Jahre als außerordentlich weggelassen, die Durchschnitte der uͤbri⸗ gen zehn Jahre aber summirt und durch Zehn dividirt werden. Solcher vierzehnjaͤhrigen Durchschnitte sind nunmehr innerhalb des sechsundzwanzigjaͤhrigen Zeitraums, welcher die Zeit vom ersten Januar 1816 bis letzten Dezember 1841 umfaßt, dreizehn ent⸗ standen, und es ist endlich auch aus diesen wieder das arithmetische Mittel gezogen worden, welches demnach als ein mittler Durch⸗ schnittspreis fuͤr den ganzen Zeitraum angesehen werden kann. So wie diese Durchschnitte das Mittel aus den Preisen von den sehr verschiedenartigen Marktplaͤtzen jeder einzelnen Provinz dar⸗ stellen; so geben sie auch den Mittelpreis der verschiedenen markt⸗ gaͤngigen Beschaffenheiten des Getreides, also durchschnittlich so⸗ wohl der besten als der geringsten. Ueberhaupt aber ist hier nur die Frage von demjenigen Getreide, das durch die Landwirthe auf die Maͤrkte gebracht wird, und welches hiernach ganz wesentlich von demjenigen Getreide verschieden ist, das als Kaufmannsgut aus den Ostseehaͤfen oder auch uͤber Hamburg ausgefuͤhrt wird. Dieses fuͤr den Großhandel bestimmte Getreide besteht theils uͤber⸗ haupt nur aus Koͤrnern von der besten Beschaffenheit, theils wenigstens doch aus Mischungen, worein nur mittelgutes aber

nicht ganz schlechtes aufgenommen wird. Es wird uͤberdies nicht nur mit besonderer Sorgfalt von dem eingemischten Saamen der im Getreide vorkommenden Unkraͤuter und andern Unreinigkeiten gesaͤubert, sondern auch durch taͤgliches Umstechen waͤhrend eines laͤngern Zeitraumes so stark ausgetrocknet, daß es ohne Gefahr des Erhißens auf Seereisen, welche nicht leicht uͤber vver Wochen dauern, in die Schiffsraͤume verladen werden kann. Sein Geld⸗ werth ist daher stets ein betraͤchtlich hoͤherer, als derjenige, welcher fuͤr das auf den Maͤrkten unmittelbar zur Verzehrung gekaufte gezahlt werden darf. Daß die nachstehenden Angaben sich nur auf diesen beziehn, mußte hier ausdruͤcklich bemerkt werden, um Anwendungen auf den Getreidehandel mit dem Auslande vorzu⸗ beugen, welche zu sehr wesentlich irrigen Folgerungen verleiten koͤnnten. In der nachstehenden Uebersicht sind fuͤr jede Getreideart drei Zahlen angegeben. Die erste mit A bezeichnete giebt den Durchschnittspreis aus den zwoͤlf Monaten des Jahres 1841; die zweite unter B den vierzehnjaͤhrigen Durchschnittspreis aus den Jahren 1828 bis mit 1841; die dritte unter C das arithmetische Mittel aus den dreizehn vierzehnjaͤhrigen Durchschnittspreisen, welche waͤhrend des Zeitraumes von 1816 bis 1841, beide Jahre mit eingeschlossen, haben gebildet werden koͤnnen. Jede dieser Zah⸗ len giebt den Marktpreis des Preußischen Scheffels in Silber⸗ groschen und deren Zwoͤlftheilen nach Preußischem Silbergelde.

G“ 5 Iu 8 1 r. Pf. S * 4 Ost⸗ und Westpreußen 71 11 8 v 39 84 Posen 6 50 10 Brandenburg und Pommern 67 8- 4 5 54 3 Schlesien 54 1 Sachsen 58 Wesisalun.. Rheinprovinz 1— 73 u“ 8 h R o g 8 n. 1 Sgr. Pf. Ost⸗ und Westpreußen..... 40 3. Posen 37 Brandenburg und Pommern 39 Schlesien Sachsen Westfalen Rheinprovinz

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Ost⸗ und Westpreußen Posen

Brandenburg und Pommern

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Ost⸗ und Westpreußen.

Posen 22 20 Brandenburg und Pommern 21 22 Schlesien 21 21 Sachsen 18 22 Westfalen 24 Rheinprovinz 23 23 11 2 4 Bei dem Urtheile daruͤber, wie viel das zum Unte . Menschen und Thiere angewandte Getreide gütoster Geö- es nicht allein auf die gezahlten Marktpreise, sondern auch auf die Scheffelzahl des fuͤr jeden Preis ins Besondere wirklich erkauften Getreides an. Es ist nicht anzunehmen, daß sich der aus dem Unterschiede der fuͤr die verschiedenen Preise gekauften verschiede⸗ nen Scheffelzahlen hervorgehende Geldwerth der eben gedachten Verwendung dadurch ausgleiche, daß fuͤr die gleiche Menschenzahl jaͤhrlich ungefaͤhr gleich Viel gekauft werde; denn es ist ein sehr 1es Unterschied zwischen dem, was zum nothduͤrftigen Unter⸗ alte durchaus unentbehrlich ist, und dem, was mit Wohlbehagen und Wohlgedeihen genossen werden kann. In Mißjahren und bei bedeutender Theurung wird zuweilen selbst das Unentbehrliche nicht einmal vollstaͤndig gereicht, und wenn auch Menschen und Haus⸗ thiere nicht geradezu verhungern; so verkuͤmmern sie doch bei un⸗ zureichender Kost, und erliegen alsdann sehr haͤufig Krankheiten, welche bei kraͤftigerer Nahrung nicht toͤdtlich geworden waͤren. Umgekehrt findet bei reichen Erndten und ungewoͤhnlicher Wohl⸗

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feilheit das Getreide mancherlei Verwendungen, welche nur durch lichen Zustand wirthschaftlich vortheilhaft