rtung dieselbe vorzunehmen sei, liegt jedoch weit außerhalb der Grenzen dieses Aufsatzes. Aber daran darf wohl erinnert wer⸗ den, daß bei den Verhandlungen uͤber den Gang des hoͤhern Un⸗ terrichts Mißverstaͤndnisse gewoͤhalich sind, welche sehr verderblich wirken, indem sie das Vertrauen zwischen wohlgesinnten Maͤnnern vernichten, welche von sehr verschiedenen Standpunkten aus doch wesentlich nur dasselbe wollen. Nur eine Gesinnung, welcher hier⸗ bei keine Stimme zusteht, kann verkennen, daß der Mensch zum wahrhaft menschlichen Leben mehr als sein taͤgliches Brodt, oder hoͤher gestellt, mehr als einen Ueberfluß an aͤußern Guͤtern bedarf. Allein es ist ebensowohl einerseits nicht jeder rein geistige Genuß ein wohlthaͤtiger, als auch anderseits nicht jedes beharrliche Ver⸗
folgen nur auf den Erwerb aͤußerer Guͤter gerichteter Zwecke die Erziehung des Menschengeschlechts fuͤr seine wahre Bestimmung durch eine praktische Richtung auf den Erwerb aͤußerer Guͤter seitigen Verketzerungen, welche bald nach der Trennung des Roͤ⸗ sch chtung merreichs den Kaiserthron des Orients umgaben und untergru⸗ oͤnchthum, das Rit⸗
foͤrdert. Die Streitigkeiten uͤber unbegreifliche Lehren, die gegen⸗
ben, die Richtung der Geister, woraus das terwesen, und der Ruf „Gott will es“ (Dieu le veut) hervor⸗ gingen, womit die halbe Bevoͤlkerung des christlichen Abendlandes zur Eroberung des heiligen Grabes stroͤmte, — die ganze ungeheure Zergeudung von Kraͤften an Zwecke, welchen wenigstens urspruͤng⸗ lich durchaus kein Erwerb aͤußerer Guͤter zum Grunde lag, kann — wenn auch dieser Lavastrom nach endlicher Verwitterung theil⸗ weise fruchtbarer Boden wurde — dennoch niemals als Vorbild
zur Nachahmung dienen, wo das Menschengeschlecht menschlich er⸗
zogen werden soll. Der eben in dem Streite uͤber die Gestaltung des hoͤhern Unterrichts so scharf hervorgehobene Unterschied zwi⸗ schen materiellen und geistigen Interessen beruht auf einer Ansicht von dem Wesen beider, welche Maͤnner niemals hegen koͤnnen, denen hierin ein Urtheil gebuͤhrt, und deren doch jeder Theil den andern nur allzuleicht faͤlschlich bezuͤchtigt. außern Guͤtern hat nur einen dauernden Werth, soweit er die hoͤhern Zwecke des menschlichen Lebens foͤrdert. Einem Volke, das hungert und friert, wird vergebens Erhebung der Geister und Her⸗
Der Reichthum an
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V V
nuͤtzlich anerkannt wurde, durch Uebung zur Gewohnheit machen, das darf nicht mit der herabwürdigenden Benennung des Abrich⸗ tens belegt werden. Keiner Staats⸗ und Gemeindeverwaltung, selbst keinem Privatgeschaͤfte, welches sich uͤber gemeine Handarbeit erhebt, ist mit bloßem Abrichten ihrer Beamten und Geschaͤfts⸗ traͤger gedient. Ueberall will man Menschen, welche Vorschriften verstaͤndig zu deuten, und auch wo diese sie verlassen, zweckmaͤßig zu handeln wissen. Eine Unvereinbarkeit der klassischen Bildung, welche bisher die Grundlage unseres Gymnasialunterrichts war, mit einer 222— vorherrschenden Neigung auf den Er⸗ werb materieller Guͤter, ist der Erfahrung ebensowenig gemaͤß, als eine Nothwendigkeit, den Besitz einer solchen Bildung mit einer hohen Macht des Geistes zu verbinden. In Leyden wie in Orforth bluͤht das klassische Studium unter Nationen, welche sich
auszeichnen, und die Maͤnner, deren Geist, obwohl von klassischer Bildung kaum beruͤhrt, dennoch ihr Jahrhundert beherrschte, und zu hohem Aufschwunge der Gemuͤther anregte, duͤrften wohl hier nicht erst genannt werden. H.
Auswärtige Börsen.
Amsterdam, 12. Juni. Niederl. wirkl. Sch. 52 ½. 5 % Span. 20 +ℳ%ℳ.
Antwerpen, II. Juni. Zinsl. —. Neue Aul. 19 .
Hamburg, I4. Juni. Bank-Actien 1690. Bngl. Russ. 109 ⅞.
Paris, II. Joͤni. 5 ½ Reute fin cour. 120. 15. 3 Rente ün cour. 80. 15. Anl. de 1841 fin cour. 80. 35. 5 ½ Neapl. au compt. 105. 90. 5½ Span. Rente 23 ½. Passive 4 †.
Wien, II. Juni. 5 % Met. 109. 4½ 100 ⁄913. 3 ¼ 78 ½. 2 ⅜ 98 —. 1¾ —. Bank-Actien 1674. Anl. de 1834 138 ½. de 18399 108.
Berliner Bör Den 16. Juni 1842.
S e.
Pr. Cour. Rrief.
Fonds. 8 Actien. 8 Geld.
Pr. Cour. Thlr. zu 30 Sgr.
rief.] Geld.
I“ ian 8 81 S hac
Augsburg Breslau
Leipzig in Courant im 14 Thl. Fuss. 100 Thlr.
Frankfurt a. M. Petersburg
139 ⅔ 139 ½
819 139 150 ½ 149 ⅜ 149 ⁄
Kurz 2 Me. Kurz 2 Mt. 3 Me. 2 Mt. 2 Mte. 2 Mt. 2 Mt. 8 Tage 2 Me. 3 Woch.
150 Fi. 1 Shhl.
WZ. *
Metreorologische Beobachtungen.
1842.
15. Juni.
Abends 10 Uhr.
Nachmittags 2 Uhr.
Nach einmaliger Beobachtung.
Morgens
6 Uhr.
Luftdruck... Luftwärme.. Thaupunkt .. Dunstsättigung Wetter
Wolkenzug...
Tagesmittel: 335,36 Par.. +† 10,820 hH. P 6,4 h...
337,51 Par.
334,54 Par. 334,1 2 Par. + 11,6° R. + 13,8° R. 4 7,4* R. + 6,60 kn. + 6,3° h. + 2,2° R. 81 pct. 59 pct. 89 pct. trübe. trübe. trübe. W. W. W. — W —
Quellwürme 8,60 R. Flusswärme 16,0° h. Bodenwärme 14,8° R. Ausdünstung 0,029, Rh. Niederschlag 0,041 Rb. Wurmewechsel †+† 13,72
+ 6,8°. 76 pct. W.
Freitag,
zen geboten.
deutend. dung der Wissenschaft auf das Leben.
von Mitteln zur weitern in einer aͤrmern Zeit u
wickelung.
seines Geistes unterworfen wird.
g Bekanntmachungen.
Bekanntmachung.
Der am 28. Juli v. J. uͤber das Vermoͤgen des irschel (auch Herrmann) Schlesinger bierselbst eroͤffnete Konkurs ist heute wieder aufge⸗
Kaufmanns
. bhoben worden. Brreslau, den 10. Juni 1842. Koͤnigliches Stadtgericht.
uSg Dampfschifffahrten ..“ zwischen Potsdam und Brandenburg. 3 (Dampfb. „Falke“.)
4 Sonntag, den 19. Juni c.
von Potsdam um 6 Uhr Morgens, weBrandenburg⸗ 4 ½ ⸗Nachmitt.
Passagier⸗Billette à 15 Sgr. zur Hin⸗ oder Ruͤck⸗ fahrt sind bis Sonnabend Nachmittags 5 Uhr bei dem Unterzeichneten und dann an der Tageskasse in Potsdam zu haben.
Zwischen Potsdam und Hamburg. Die Abfahrt erfolgt 2eahe jeden Dienstag Mor⸗
1 8 gens 6 ½ r.
Passagier⸗Billette sind nuͤr bei dem Unterzeichneten zu haben, am Bord des Dampfboots werden keine Billette verkauft.
L. F. Anker, Behrenstr. Nr. 23.
II. Abtheilung.
Das Passagier⸗Schiff,, Borussia“, von einem Dampf⸗ schiff mit kraͤftigen Maschinen geschleppt, wird seine regelmaͤßigen Fahrten zwischen hier und Swinemuͤnde Montag den 20sten dieses von hier ab beginnen und an den nachbenannten Tagen und Stunden antre⸗ ten, naͤmlich: “
Von Stettin: 8
Wum 2 Uhr Nachmittags, Mittags,
Mittags, “
Nachmittagg. muͤnde: Uhr Morgens,
Montag Mittwoch Freitag Sonnabend
2 2 2 ine
- Moecgene, ’ 535 ⸗ Morgens
sa Hie Chasazüer Billets werden an Vord des Pas⸗ Stettin, 14. Juni 18410 also nur daselbst zu loͤsen. Comité der Stettiner Dampfbugsirboot⸗Rhederei. 82 Bekanntma Von den fruͤher ereirten 20½ Seh.k Priorit 8 Actien, welche wir unterm 13. Februar c durch z oͤffentlichen Blaͤtter fuͤr den Fall geküͤndigt 19, ie daß die Besitzer derselben in die Vermehrung des Prics⸗ ritaͤts⸗Actien⸗Kapitals um 1,100,000 Thie 88
Was ein jaͤmmerliches Abdingen wohlverdienten Ar⸗ beitslohnes, zerstörendes Uebertreiben koͤrperlicher Anstrengung und ein elender Kraͤmersinn muͤhseelig erwirbt, bleibt immer nur unbe⸗ Gediegener Reichthum kann nur entstehen durch Anwen⸗ Die Sternkunde leitet das Schiff zu den Antipoden, und die Naturlehre leiht den Wagen⸗ zuͤgen auf der Eisenbahn den Fittich der Lokomotive. Aber dieser Reichthum belohnt die Huͤlfe der Wissenschaft durch eine Fuͤlle
Werr die Wissenschaft fruchtbar machen will fuͤr das Leben, will sie darum nicht zur Magd fuͤr den Hausbedarf her⸗ abwuͤrdigen; und wer die höͤhere Bestimmung des Menschen in Erin⸗ nerung bringt, kann darum die Bemuͤhungen nicht verdaͤchtigen wol⸗ len, wodurch die Aussenwelt ih rer Bestimmung gemaͤß der Herrschaft Thiere werden abgerichtet, Menschen unterrichtet. Was der Verstand auffaßt, dem Gedaͤcht⸗
isse zu Bewahrung uͤbergeben, was als nothwendig oder doch
1 Allgem
ssehabten General-Versammlung in Vorschlag gebrach- sten Anträge:
St. Schuld-Sch. do. do. z. 3 ½ pCt. abgestempelt Pr. Engl. Obl. 30. Sch. der Seebandlung.
Kurm. Schuldv. Berl. Stadt-Obl. Danz. do. in Th. Westp. Pfandbr. Grossb. Pos. do. Ostpr. Pfandbr. Pomm. do. Kur- u. Neum. do. ⁷ Schlesische do.
105 ½ 101
103 102 ½⅔
102 ½ 102 ¼ Präm. 101¾ 103 ½ 102 ⁄ 1067
102 1041 48 103 106 ¾ 103 103 ¾ 103
ngeahneten Ent⸗
103 102 ⅞
P. anno bis 31. Dezember 1842.
102 %
*) Der Käufer vergütet die abgelaufenen Zinsen à 4 pCt. und ausserdem vyct.
Brl. Pots. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Mgd. Lps. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Brl. Anh. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Düss Elb. Eisenb. do. do. Prior. Obl. Rhein. Eisenb.
do. do. Prior. Obl.
Gold al marco Friedrichsd'or Andere Goldmün- zen à 5 Th. Disconto —
üTEEE
Veran Gedruckt in
9 4
RKöhnigstädtisches Theater.
Freitag, 17. Juni. Steffen Langer aus Glogau, oder: Der Hollaͤndische Kamin. Original⸗Lustspiel in 4 Akten und einem Vor⸗ spiel: „Der Kaiser und der Seiler“, in 1 Akt, von Charlotte Birch⸗Pfeiffer. .
Sonnabend, 18. Juni. von Nuͤrnberg Haͤnsel: Jobst, als Gast.)
Königliche Schauspiele.
17. Juni. Im Schauspielhause. Zum erstenmale:
Der Sohn der Wildniß, romantisches Drama in 5 Abth., von
Friedrich Halm. Sonnabend, 18. Juni. Im Schauspielhause: Maria Stuart.
(Herr Haͤnsel: Wasilowitsch, als Gast.) Hinko, der Stadtschultheißen⸗Sohn ohn.“ (Herr
1212*
. Mit elnem Vorspiel: „Der juͤngere
twortlicher Redacteur Dr. J. W. Zinkeisen
81
der Deckerschen Gebeimen Ober⸗Hosbuchdruckeret.
einer 1: Anzeiger für die Preußtischen Staaten.
2750, 2751, 2785, 2786, 2887, 3310, 3396,
3322, 3423,
4707, 4987, 3213 bis incl. 5226, 5228 bis incl
weder zur Abstempelung, noch zur Erhebung des Ka⸗ pitals praͤsentirt worden. Um die Besitzer dieser Actien vor Verlust zu schuͤtzen, haben wir mit Genehmigung des Gesellschafts⸗Aus⸗ schusses den zur Abstempelung anberaumt gewesenen Termin bis zum 1. August c. verlaͤngert. Nach Ab⸗ lauf dieses Termins kann die Abstempelung nicht mehr stattfinden, vielmehr wird das Kapital derjeni⸗ gen Actien, welche bis dahin nicht praͤsentirt wor⸗ den sind, zur Erhebung bei unserer Haupt⸗Kasse dis⸗ vonibel gehalten werden, und die Verzinsung hoͤrt alsdann auf. Magdeburg, den 12. Juni 1842. Direktorium der Magdeburg⸗Coͤthen⸗Halle Leipziger Eisenbahn⸗Gesellschaft.
Hagelschaden- und Mobiliar -Brand-Ver- sicherungs-Gesellschaft zu Schwedt a. d. O. Nachdem die in der letzten, am 2. März d. J. statt-
1) wegen der Zulässigkeit, grössere Schläge gegen Hagelschaden in Unter-Abtheilungen versichern zu dürfen, und
2) wegen Erweiterung des Sozietäts-Bezirks,
nunmehr nach Bestimmung der vorerwähnten Gene-
ral-Versammlung von den in derselben durch Stim- menmehrheit erwählten Herren Kommissarien bear-
schlulsnahme vorgelegt werden zu können, so laden
wir mit Bezugnahme auf die Bestimmungen unserer
Statuten die geehrten Mitglieder der hiesigen Versi-
cherungs-Vereine zu einer solchen auf
1 Dienstag, den 5. Juli d. .
hierdurch mit dem ergebensten Bemerken ein:
dals die Verhandlungen in dem Konserenz-Saale
unseres Societätshauses Vormittags 10 Uhr ihren
Ansang nehmen werden.
Schwedt a. d. O, den 11. Juni 1842. Die Haupt-Direction.
Meyer. Zierold. Kieckebusch. C. Lüdecke.
Gleichstellung der Rechte nicht einwilligen sind bis jetzt 236 Stuͤck, und zwar: igen wollen,
No 446, 447, 504, 550, 556, 594, 595, 726, 797 dis incl. 800, 834 bis incl. 836, 838, 839, 1275 15653, 1563, 1687, 1737, 1738, 1742, 1744, 1750, 1756, 1761, 1768, 1770, 1771, 1796, 1923, 1924 1991, 2009, 2210 bis incl. 2212, 2322 bis incl
2325, 2345, 2424 bis incl. 2427, 2439, 2463, 2735 1. 2744, 2747, 2748,
bis incl. 2738, 2740 bis ine
/ *
b Kunst⸗Anzeige. wt kuustliebenden Publikum die ergebene An⸗ O al⸗Gemäaͤlde zum Verka aufgestellt habe, die ich zur bene ten dn scht 8.7
2752, 2758, 2760 bis incl. 2764, 2851, 2852, 2854 bis incl. 2857,
3607 bis incl. 3611, 3613 bis inecl. 3616, 3619
4 4 5213 lern 5231, 5233 bis incl. 5236, 5302, 5388 bis incl. s im 4 37, 5802 bis incl. e⸗ 5826 bis incl. 5828, 6005, 6022, 6088, messenen und ungemessenen Frohnen ein Vergleich
beitet und so weit gediehen sind, um einer ausseror- dentlichen General- Versammlung zur definitiven Be-
Oeffentliche Aufforderung.
dienstpflichtigen Beguͤterten, Gaͤrtnern und Haͤus⸗ zu Sorgau, Pockau, Pobershau, Rittersberg, Laute, Blumenau und Grundau uͤüber Abloͤsung der in das genannte Rittergut zu leisten gewesenen,
zu Stande gekommen und daruͤber ein Rezeß ausge⸗ fertigt worden ist, so werden alle diejenigen, welche bei dieser Abloͤsung ruͤcksichtlich des derechtigten Grundstuͤcks als dritte Interessenten, und zwar als solche, die das Eigenthum daran gerichtlich in An⸗ spruch genommen, oder als Real⸗Glaͤubiger, Lehns⸗ oder Fideikommiß⸗Interessenten, Erbverpachter, Erb⸗ zinsherren, Zinsherren oder Wiederkaufs⸗Berechtigte betheiligt sind, hiermit aufgefordert, wenn sie bei der erwaͤhnten Abloͤsung eine Wahrnehmung ihrer eS. —. fuͤr noͤthig halten, ihre Antraͤge binnen einer peremtorischen Frist von zwoͤlf Wochen und spaͤtestens bis zu dem achten September 1842 bei gaͤnzlichem Verluste derselben bei dem unterzeich⸗ neten juristischen Spezial⸗Kommissar, bei welchem ihnen der Rezeß⸗Entwurf auf erfolgte Anmeldung vorgelegt werden soll, anzubringen. Zur Vermei⸗ dung zweckloser Erinnerungen wird zugleich bemerkt, daß nur solche Ausstellungen als zulaͤssig angesehen werden koͤnnen, denen die Behauptung zum Grunde liegt, es sey durch das Verfahren bei der Ausein⸗ andersetzung dem berechtigten Gute weniger zu Theil als nach Lage der Sache haͤtte geschehen ollen, und es werde in dieser Hinsicht der Werth des Grundstuͤcks durch die Auseinandersetzung derge⸗ stalt vermindert, daß der Betheiligten Interesse da⸗ bei gefaͤhrdet sey. Freiberg, am 10. Juni 1842. Koͤnigl. Saͤchsische Spezial⸗Abloͤsungs⸗Kommission . auf dem Rittergute Olbernhau. Ernst Klemm, Jurist. Spez.⸗Kommissar.
Literarische Anzeigen.
Als Ergaͤnzung zu den gegenwaͤrtig erscheinenden Nachge Fee. u. gesammelten Schriften von b „Dr. Carl v. Rotteck empfehlen wir die bei uns erschienene
Sammlung kleinerer Schriften, 88 1 ; meist historischen und politischen Inhalts,
von demselben Verfasser. Drei Baͤnde. 8 N. 24 Kr. Rh. — 5 Thlr. — 7 Fl. 30 Kr. Conv. Dieselben sind zu haben in der Stuhrschen Buch⸗ 2197 Berlin, Schloßplatz 2, Potsdam, Hohen⸗
Nachdem zwischen Sr. Excellenz dem Königlich 2973, 2974, 3038, 3287, 3308 bis incl. Saͤchsischen wirklichen Geheimen .
3341 bis incl. 3349, 3355, 3395, Sechcic⸗ Herrn ZT111““ 3491 bis incl. 3505, 3507, 3508, als beliehenem, und dem Koͤniglich Preußischen Hof 619, Jagermeister und Major Herrn Wilhelm Bogislaus 620 6 6 26, 3730 bis inel. Grafen von Kleist, als Ratural⸗Besitzern des im BV“ * vr Amts⸗Bezirke Sher ee gelegenen Rittergutes Ol⸗
2 „ 77 4178, 79, 212 212 535 S san ube. 12, he, Taia Thn4 196 92. 4646 4858,, 49098 bernhau sammt Zubehoͤrungen, und den saͤmmtlichen
Johann Adolpb Grafen von oß⸗ Populaires Handbuch
V Bei C. Fr. Amelang in Berlin (Bruͤderstr. 14)
des In⸗ und Auslandes zu haben:
8.
der EI organisch⸗technischen Chemie; oder Anleitung, die Rohstoffe aus dem Gebiete der organischen Natur nach rationellen Grundsaäten zu verarbeiten. Zum Gebrauch fuͤr Techniker, Kame⸗ ralisten, Landwirthe und bei Vorlesungen in poly technischen und Gewerbschulen. Nach den neuesten Quellen bearbeitet
von C. G. Quarizius, Avpotheker in Dessau. 40 ½ 82 in gr. Oktav. 1812. Maschinen⸗Velin⸗
papfer. Sauber geheftet. 2 Thlr. 15 Sgr.
In unseren Tagen, wo die technischen und land⸗ wirthschaftlichen Gewerbe immer mehr an Ausdeh⸗ nung gewinnen, muͤssen alle Schriften, die darauf binzielen, zur genauen Kenntniß und möͤglichsten u derselben beizutragen, eine sehr willkommene Erscheinung seyn, und so wird auch das hier angezeigte Handbuch sich den Dank aller Gewerbtreibenden verdienen, da der ruͤhmlichst be⸗ kannte Herr Verf. keinen Sen. uͤbergangen hat, der fuͤr das gewerbtreibende Publikum, insbe⸗ sondere aber fuͤr den Landwirth, der von den Erzeug⸗ nissen seines Bodens den Nutzen selbst zu zie⸗ hen wuͤnscht, den er fruͤher dem Fabrikan ten uͤberließ, nur irgend Interesse haben kann, wie aus dem hier kurz angegebenen Inhalt des Bu⸗ ches leicht zu ersehen seyn wird.
Bierbrauerei. — Bleichkunst. — Branntweinbren⸗
nerei. — Liqueur⸗Fabrication. — Brennstoffe. —
Brodbaͤckerei. — Essig⸗Fabrication. — Faͤrbekunst. —
Kattun⸗ und Zeugdruckerei. — Flachs⸗ und Hanf;
Linnen⸗Manufaktur. — Gerberei oder Fabrication
des Leders. — Bereitung des Indigs, Waidindiqs
und der Orseille. — Milch; Bereitung der Butter und des Kaͤse. — Gewinnung der Atherlschen und fetten Oele; Oelraffinerie. — Papier⸗Fabrication;
Papiermuͤhlen. — Pottaschensiederei und Sodaberei⸗
tung. — Seifensiederei und Bereitung der Talg⸗ und
Wachslichte. — Staͤrke⸗Fabrication. — Tabacks⸗Fa⸗
brication. — Weinbereitung. — Rohrzucker⸗, Run⸗
kelruͤben⸗ und Staͤrkezucker⸗Fabrication.
In unserem Verlag erschien so eben und ist durch
alle Buchhandlungen zu haben:
Magazin von Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Gebiete der Zuͤchtungs⸗, Gesund⸗ heit⸗Erbaltungs⸗ und Heil⸗Kunde der Hausthiere. Ein Organ zur innigeren Ver⸗ knuͤpfung der Interessen der Viehzuͤchter und Thieraͤrzte herausgegeben von Dr. F. A. Kuers. gr. 8. geh. Erster Fabrgang (1842.) 1 Thlr. Is Heft. April — Juli. 10 Sgr. 8
Dies erste Heft enthaäͤlt sehr interessante Aufsaͤtze aus dem Gebiet der Schafzucht und Schafheilkunde und die Ergebnisse der Versuche, welche von dem landwirthschaftlichen Verein Ober⸗Barnimschen Krei⸗ ses uͤber die Ansteckungsfaͤhigkeit und die Gelegen⸗ heits⸗Ursachen der hügegseuche des Rindviehes an⸗ esteult wurden. — Diese Zeitschrift ist eben so wich⸗ ig fuͤr Landwirthe als fuͤr Thieraͤrzte.
Berlin, im Juni 1842.
Ruͤcker & Puͤchler,
L. Lepke, Kunsthäͤn ler, Behrenstr. 27 part.
wegstr. 4. Frtuttgart.
Neu⸗Koͤln a. W. Nr. 19.
Se. Majestaͤt der
erschien so eben und ist durch alle Buchhandlunge 8
d2 &8 9 SP “ “
89
8
1-
Inhalt.
ten. Amtliche Nachrich en Von der Kufsische
Rußland und Polen. ie Tscherkessen. 5 g2.he, 8,0p zeg Ueber die Wahlen. — Die Debats und die Gazette des Tribunaur uͤber Zeitkaͤufe. — Insurrection in der Provinz Konstantine. — Abreise des Prinzen von Joinville. —
tes. “ 2llblwien und Irland. London. Beitraͤge fuͤr die 2
abrik⸗Arbeiter. — Verbaͤltniß zwischen England Bericht uͤber die Ermordung von Alexander Burnes.
— s onds. eeafee” g sce⸗ aus Bruͤssel. (Die Handels⸗Politik Frank⸗ Belgiens.)
reichs, Englands, Deutschlands und DPenh Vundesstaaten. Leipzig. Wollmarkt. — Schreiben aus Weimar. (Wollmarkt.) — Schreiben aus Frankfurt a. M. — Hamburg. — Luxemburg. Anwesenheit des Kbnigs und der Franzoͤsischen Prinzen. ““ Oesterrei 8e.2 Polizeiliches Reglement fuͤr die Eisenbahnen. Spanien. Madrid. 3 Inland. Berlin. Kreis Ruͤgen. — Breslau. General Lieute⸗ nant von Strantz. — Köͤln. Feuerversicherungs⸗ Gesellschaft Co⸗
lonia.“ “*“
Wissenschaft, Kunst und Literatur. (Zur Beurtheilung der „Hugenotten“.) — Berlin. lung des wissenschaftlichen Kunst⸗Vereins.
Konigliche Oper. Versamm⸗
Amtliche NUachrichten Ksrronik des Tages.
Koͤnig haben Allergnäͤdigst geruht: Den Iber⸗Landesgerschts⸗Bice⸗Praͤsidenten von zum Mitgliede des Staats⸗Raths; und
Den bisherigen Regierungs⸗Assessor Karl Gustav Leopold Toop zu Marienwerder zum Regierungs⸗Rath bei dem Regie⸗ rungs⸗Kollegium daselbst zu ernennen; so wie
Dem eg Snethlage in Barmen den Cha⸗ rakter als Konsistortal⸗Rath zu verleihen.
Se. Königl. Hoheit der Prinz von Preußen ist von hier nach St. Petersburg abgereist.
Angekommen: Der Hof⸗Jaͤgermeister, Graf von der
Asseburg, von Frankfurt a. d. O. v eE Se. Excellenz der General⸗Lieutenant und Com⸗
mandeur der 6ten Division, Freiherr von Quadt und Huͤch⸗
tenbruck, nach Brandenburg. Se. Durchlaucht der General⸗Major und Commandeur der
öten Landwehr⸗Brigade, Fuͤrst Wilhelm Radziwill, nach Havelberg.
“
Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.
Rußland und Polen. 8
Von der Russischen Gränze, 2. Juni. (A. Z.) Was chon vor mehreren Wochen aus gewoͤhnlich gut unterrichteter eeeen. gemeldet worden, hat sich nunmehr bestaͤtigt, da es kein Geheimniß mehr ist, daß Fuͤrst Tschernitscheff selbst den Ober⸗ Befehl im Kaukasus uͤbernommen, um den Versuch zu machen, die aufruͤhrerischen Tscherkessen und Abasen durch uͤberwiegende Streitmassen zu erdruͤcken. Der Kampf, auf die bisherige Weise eführt, spann sich offenbar zu sehr in die Laͤnge und kostete den Russen zu viel Blut, ohne sie dafuͤr durch angemessene Terrgin⸗ Fortschritte genuͤgend zu entschaͤdigen. Zwar sind sie noch alljaͤhr⸗ lich als Sieger aus diesem moͤrderischen Guerillakriege hervor⸗ gegangen, doch gingen regelmaͤßig jeden Winter mehrere von den im Sommer auf der aͤußersten Operationslinie erbauten Forts durch Ueberfall wieder verloren, und beim Beginn jedes neuen Feldzugs mußte man einen großen Theil der Zeit und Kraͤfte darauf verwenden, nur das wieder zu erstreiten, was man schon im vorigen Jahre besessen hatte. Unleugbar ha⸗ ben die Russen das Gebirge immer mehr cernirt und das Kampf⸗ gebiet mehr eingeengt; indessen konnte der Krieg nach dem Ur⸗ theile Sachverstaͤndiger nach dem zeitherigen Operations⸗System c6⸗ noch ein Decennium und daruͤber hinziehen. Zwei Umstaͤnde besonders sollen den Entschluß, den Krieg einmal mit großen Massen zu versuchen, zur Reife gebracht haben, einmal die Lage der Dinge in Suͤd⸗Asien und dann der Tod des gefaͤhrlichsten Tscherkessen⸗Haͤuptlings, des Guz⸗Beg. Allerdings kann Rußland kein theilnahmloser Zuschauer bleiben bei den Ereignissen, die sich den politischen Constellationen nach in Central⸗Asien vorbereiten, und die uͤber kurz oder lang zum Ausbruch kommen muͤssen; und doch bleibt es in allen seinen dahin zielenden Un⸗ ternehmungen so lange paralysirt, als es in den Kaukasus⸗ stämmen einen stets kampfbereiten Feind im Ruͤcken hat. Der alte Guz⸗Beg, der an Unternehmungsgeist und Tollkuͤhnheit alle Fuͤrsten des 9; weit uͤberragte, ist gestorben, und die jetzigen Hauptfuͤhrer, die Begs Mansor und Tschamuz, sollen mit ein⸗ ander zerfallen seyn, weshalb der Zeitpunkt zur Erdruͤckung der⸗ selben günftig seyn duͤrfte, wobei uͤberdies der keinesweges er⸗ Iaene Religionshaß der christlichen und Mohammedanischen Staͤmme foͤrderlich zu seyn verspricht. Nach Versicherung von Rei⸗ senden aus dem suͤdlichen Rußland herrscht daselbst viel Truppen⸗ Bewegung, und Alles ist voll Vertrauen auf den Ausgang der Unternehmung, besonders weil Tschernitscheff, der Russische Bluͤcher, an der Spitze steht und Grabbe, der das Terrain aufs ge⸗
naueste kennt, unter ihm kommandirt; nichtsdestoweniger koͤnnen
“
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Berlin, Sonnabend den 18en
bei einem derartigen Kampfe alle Berechnungen durch den geringsten unvorhergesehenen Zwischenfall durchkreuzt werden. Um indessen den Bergvoͤlkern auch alle Waffen⸗ und Munitions⸗Zufuhr abzuschneiden, halten Russische Schiffe die zanze Kuͤste des Pontus von Sinope, des Hauptsitzes der Englischen Agenten, bis Anapa streng blokirt. Als Versammlungspunkte fuͤr das große Expedi⸗ tions⸗Heer bezeichnet man Jekaterinodar, Kawkaskaja und Staw⸗ ropol am rechten Kubanufer. Die Lesghier am rechten Terekufer fuͤrchtet man jetzt nicht; dagegen sollen die Abasen sich in der Naͤhe von Sochumkaleh konzentrirt haben. Vielleicht gelingt es den Russen, die einzelnen Staͤmme mit geschickter Benutzung des Terrains zu isoliren, und dann haben sie gewonnen Spiel. Paris, 12. Juni. Die Leere, welche sich schon seit einigen Monaten in den hiesigen Journalen fuͤhlbar machte, hat seit dem Schlusse der Session noch um ein Bedeutendes zugenommen. Es fehlt gaͤnzlich an politischen Nachrichten, die Aus Interesse seyn koͤnnen. Die Pariser Journale, so wie die Depar⸗ temental⸗Presse, sind in diesem Augenblicke einzig und ausschließ⸗ lich mit den bevorstehenden Wahl⸗Operationen beschaͤftigt, und so wichtig das Resultat der bevorstehenden Wahlen auch ist, so sind doch die kleinen Details und die kleinlichen Kunstgriffe, deren sich die verschiedenen Parteien bedienen, um auf die Wahlen zu influenziren, im hoͤchsten Grade uninteressant. Jede Par⸗ tei beschimpft und verdaͤchtigt auf alle moͤgliche Weise den Kandidaten der Gegner und erhebt die Verdienste des eige⸗ nen Kandidaten bis in die Wolken. Klatscherei, Verleumdung, Scheelsucht und Lobhudelei sind die Huͤlfsmittel, durch welche die meisten Organe der oͤffentlichen Meinung die Versammlung zu bilden suchen, welche binnen kurzem uͤber die hoͤchsten Interessen des Landes entscheiden soll. Das Edelste, was in der Revpraͤsen⸗ tativ⸗Verfassung liegt, die gewissenhafte, freie und unparteiische Wahl der Vertreter der Nation, wird hier durch die kleinlichsten Combinationen zu einem wahrhaften Gaukelspiel herabgewuͤrdigt. Das Einzige, was dabei troͤsten kann, ist die schon haͤufig gemachte Erfahrung, daß der Wahlkoͤrper im Allgemeinen hochherziger empfindet 1 vF als welche sich zu uͤhrern und Beherrschern desselben aufwerfen. In Bezu 8 das von dem Zuchtpolizeigericht gefaͤllte Urtheil gegen einen Wechsel⸗Agenten, der wegen Zeitkaͤufe mit einer Geld⸗ strafe von 5000 Fr. belegt worden ist, aͤußert sich das Journal des Débats in folgender Weise: „Diese Verurtheilung hat an der Boͤrse und in der finanziellen Welt einen lebhaften Eindruck gemacht. Die Ueberzeugung der Richter achtend, ist man doch all⸗ gemein der Ansicht, daß das Tribunal, dessen loͤbliche Intentionen nicht verkannt werden, nicht genug beachtet hat, auf eine wie ernste Weise jenes Urtheil die Elemente des öoͤffentlichen Kredits beeintraͤchtigt, der sich durch die Beduͤrfnisse der Zeit nicht allein in Frankreich, sondern auch in ganz Europa, auf eine andere Weise gestaltet hat. Die Richter der hoͤheren Instanz werden wahr⸗ scheinlich aufgefordert werden, sich definitiv uͤber eine Frage aus⸗ zusprechen, die durch ihre Folgen eine der wichtigsten ist, die der Justiz zur Wuͤrdigung vorgelegt werden koͤnnen.“ — Die Ga⸗ zette des Tribunaux bemerkt dagegen: „Wir begreifen sehr wohl, daß das in Rede stehende Urtheil einen lebhaften Eindruck auf die Boͤrse und auf die finanzielle Welt hervorbringen mußte; schwe⸗ rer wird es uns aber, zu begreifen, wie man die von dem Gericht aufge⸗ stellten Grundsaͤtze ernstlich bestreiten kann. Muß die uͤber die Verurtheilten verhaͤngte Strafe aufrecht erhalten werden? Dies ist eine Frage, uͤber die uns keine Meinung zusteht; sie ist von den Richtern zu entscheiden, die die Appellation zu pruͤfen haben. Was aber die Prinzipien⸗Frage betrifft, so nehmen wir keinen An⸗ stand, zu sagen, daß sie auf eine richtige Art geloͤst worden ist. Das Gericht hat dem Gesetze die einzig moͤgliche Auslegung gege⸗ ben; es hat die Praͤcedenzien anderer Gerichtshoͤfe bestaͤtigt, die, wenn sie nicht zu oft von der richterlichen Behoͤrde selbst verkannt worden waͤren, gewiß vielen Katastrophen und vielen Aergernissen vorgebeugt haͤtten.“ Der Toulonnais vom 9ten d. M. meldet aus Algier vom 5ten d.: „Unsere Armee hat uns verlassen, um sich mit den Corps unter den Befehlen des Generals Bugeaud zu vereinigen, und da dieser tiefer in das Land eingedrungen ist, so beruht Alles, was wir von ihm erfahren, nur auf Hoͤrensagen. Wir sind uͤber⸗ eugt, daß der General Bugeaud nach seinem Aufenthalte in lidah zu uns zuruͤckkehren wird. Wir erwarten ihn mit Unge⸗ duld, damit er sich selbst von dem Zustande unserer Angelegenheiten uͤberzeuge. Es heißt noch immer, Abd el Kader befinde sich im Osten; indessen unternimmt er nichts, und Ben Salem hat sich bis jetzt noch nicht gezeigt. Wir schreiben diese Ruhe dem Um⸗
fuͤr das Ausland von
buͤrgen koͤnnen. Er meldet näͤmlich, daß die Provinz Konstantine sich im Insurrections⸗Zustande befinde. Wir werden nicht lange uͤber diese Nachricht in Ungewißheit bleiben.“
Heute fruͤh hieß es, die Regierung habe neuere Nachrichten aus Algier erhalten; die Anwesenheit Abd el Kaders in dem Mit⸗ telpunkte der Französischen Besitzungen soli das Signal zur In⸗ surrection mehrerer Staͤmme, die sich erst vor kurzem unterwor⸗ fen hatten, gewesen seyn.
Der Prinz von Joinville ist gestern von Neuilly aus nach Toulon abgereist.
In Folge der in der letzten Zeit stattgehabten Preß⸗Prozesse waren zwei Pariser Druckereibesitzer zu Gefaͤngnißstrafen verur⸗ theilt worden, naͤmlich der Drucker des Charivari zu 6 Mo⸗ naten und der Drucker der Mode zu 3 Monaten. Der Koͤnig hat, von seinem Begnadigungs⸗Rechte Gebrauch machend, die ge⸗ gen die beiden Drucker ausgesprochene Strafe fuͤr den Ersteren auf 2 Monate, fuͤr den Letzteren auf einen Monat abgekuͤrzt.
err Michel Chevalier, einer der Redacteure des Journal
des Débats, tritt, wie es heißt, in nicht weniger als 15 Wahl⸗
Juni
Bezirken als Kandidat auf. So melden wenigstens die Opposi⸗ tions⸗Journale.
Großbritanien und Irland. London, 11. Juni. Der Aufruf der Koͤnigin fuͤr die noth⸗ leidenden Arbeiter, den Ihre Majestaͤt mit einer ansehnlichen Bei⸗ steuer begleitete, hat schon vielfachen Anklang gefunden, so daß bei dem Comité bereits 15,000 Pfd. St. eingegangen sind. Auf der Liste stehen die Koͤnigin Wittwe mit 300, Prinz Albrecht mit 200, die Bankvon England mit 500, die Kräͤmer⸗Innung mit 200 Pfd. St. Der Globe meint indeß, daß die Summe mindestens auf das Doppelte und Dreifache der bisherigen Beitraͤge steigen muͤsse, wenn sie dem Zwecke, wofuͤr sie bestimmt sey, auch nur einigermaßen entsprechen solle, und setzt hinzu, daß die Namen der Comité⸗Mit⸗ lieder hinlaͤngliche Buͤrgschaft fuͤr die umsichtigste und nuͤtzlichste erwendung der Gelder gaͤben.“
Der Morning Herald enthaͤlt nachstehende, angeblich halb amtliche Erklaͤrung: „Wir koͤnnen nach glaubwuͤrdiger Quelle die seit kurzem verbreiteten Gerüuͤchte von einem angeblichen Mißver⸗ staͤndnisse zwischen den Kabinetten von Frankreich und England foͤrmlich Luͤgen strafen. Wir versichern ohne die Besorgniß, wi⸗ derlegt zu werden, daß zwischen den beiden Kabinetten sich nichts begeben hat, was von der Art waͤre, ihre freundschaftlichen Bezie⸗ hungen zu unterbrechen.“
Ein eingeborener Diener von Sir Alexander Burnes, der per⸗ soͤnlich bei dessen traurigem Ende zugegen war, hat eine vollstaͤn⸗ dige Mittheilung daruͤber gemacht, die einzig glaubwuͤrdige, wie Indische Blaͤtter meinen, die wohl je hieruͤber zu erwarten. Die Aussage lautet folgendermaßen:
„Sir Alexander ward am Tage vor seiner Ermordung von sei⸗ nen Afghanischen Dienern genau benachrichtigt, daß eine Aufregung in der Stadt herrsche, und daß sein Leben in Gefahr seyn werde, wenn er dort bleibe. Sie sagten ihm, es sey besser, daß er sich ins Lager begebe. Dies wollte er nicht, weil, wie er sagte, die Afgha⸗ nen nie von ihm beleidigt worden, er ihnen vielmehr manches Gute erwiesen habe und er deshalb uͤberzeugt sey, sie wuͤrden ihm nie et⸗ was zu Leide thun. Am Tage seiner Ermordung kam fruͤh Mor⸗ gens um 3 Uhr ein Kossid, Wulli⸗Mahommed, zu mir, waͤhrend ich außerhalb auf Posten stand. Er sagte: „„Geb und benachrichtige deinen Herrn sogleich, daß in der Stadt Aufruhr ist, und daß die Kaufleute ihre Waaren und Guͤter aus den Laͤden wegschaffen.“ Ich wußte, was mein Herr am Tage vorher daruͤber gesagt hatte, und wollte ihn deshalb nicht aufwecken, legte aber meinen Chu⸗ pras an und ging nach dem Char Chuk. Dort ich dem Wusir Nusamul Daulah, der sich nach dem Hause meines Herrn begab. Ich kehrte sogleich mit ihm um, und als wir ankamen, weckte ich meinen Herrn, der sich rasch ankleidete, zum Wu⸗ sir ging und eine Zeit lang mit diesem sprach. Der Wusir versuchte, ihn zu bewegen, daß er sich sogleich ins Lager begebe, indem er ihm versicherte, daß es nicht sicher sey, in der Stadt zu bleiben. Mein Herr bestand aber darauf, dort zu bleiben, und sagte: „„Wenn ich gehe, wer⸗ den die Afghanen sagen, daß ich Furcht hatte und weglief! Er sen⸗ dete jedoch durch Wulli⸗Mahommed ein Billet an Sir W. Maenaghten. Vom Koͤnig (Schach Sudscha) kam ein Chobdar, um den Wusir zu ho⸗ len; dieser beurlaubte sich bei meinem Herrn und sagte noch an der Thuͤr zu ihm: „„Sehen Sie wohl, daß sich schon einige von Amir⸗ Üülah⸗Chan’s Leuten versammelt haben, um Sie anzugreifen. Wol⸗ len Sie mir gestatten, so will ich sie auseinandertreiben.“% — „Nein“, sagte Sir Alexander, „der Koͤnig hat nach Ihnen geschickt, eilen Sie unverzuͤglich zu ihm.“ Darauf bestieg der Wusir sein Pferd und ritt weg. Jetzt wurden die Thuͤren des Hauses geschlossen, und kurz darauf umzingelte Amir⸗Ulah⸗Chan sie mit seinen Leuten. Hy⸗ der Chan, ehemals Kotwal der Stadt, welchen Sir Alexander aus diesem Amte vertrieben, holte Feuer aus dem Human auf w uͤberliegenden Seite der Straße und steckte die Thuͤren in Brand.
Bald darauf kam der Wusir mit einem der Pultuns des Koͤnigs zu⸗ ruͤck, da er aber die Thuͤren brennen und die ungeheure Menschen⸗ masse umher versammelt sah, nahm er es offenbar fuͤr gewiß, daß Sir Alexander entweder entflohen oder getoͤdtet sey, und zog das Re⸗ giment wieder zuruͤck. Zu der Zeit war der Poͤbel der ganzen Stadt zusammengelaufen, und das Haus brannte. Der Jemadar der Chu⸗ prassis theilte Sir Alexander mit, man sage, es sey ein Regiment gekommen, um ihm beizustehen. Er ging deshalb zum Dache des Hauses hinauf, um nachzusehen. Als er aber halb hinauf war, be⸗ gegnete ihm ein Afahane und sagte, er habe sich umgesehen und be⸗ merke nicht die geringste Spur von einem Regimente. Mein Herr kehrte demgemaͤß um und aͤußerte, es sey nicht wahrscheinlich, daß Huͤlfe kommen werde, weder aus dem Lager, noch vom Koͤnige. Jetzt trat ein Muselmann aus Kaschmir vor und sagte: „„Wenn Ihr Bruder und die Chuprassis aufhoͤren, auf den Poͤbel zu schießen, schwoͤre ich beim Koran, daß ich Sie sicher durch den Garten nach dem Fort der Kuzzibaschis bringen will.“” Das Schießen hoͤrte auf, und Sir Alexander willigte ein, ihn zu begleiten; und um sich zu verkleiden, zog er ein Chogha und Loongen an. Sobald er aber einige Schritte nas. dem Kaschmirer aus der Thuͤr war, rief dieser Elende: „„Dies ist Sikunder Burnes!““ Hunderte stuͤrzten jetzt auf ihn und schnit⸗
stande zu, daß die Beduinen damit beschaͤftigt sind, ihre Aerndten so schnell als moͤglich in Sicherheit zu bringen. — Nachschrift: Unser Algierscher Korrespondent meldet uns eine Nachricht von der
e Nei „ 2 * äzi 2 is „ hoͤchsten Wichtigkeit, deren Authentizitaͤt wir indessen nicht ver Sivons; diese wurden All gieich anfangs getödtet. Alle Hinkvsta!
ten ihn mit ihren Messern in Stuͤcken. Sein Bruder, Capitain Burnes, ging mit ihm hinaus und ward vor Sir Alexander getoͤd⸗ tet. Capitain Broadfort wurde einige Zeit vorher im Hause von einer Kugel getroffen und starb eine halbe Stunde darauf. Es war eine Wache da von einem Havildar, einem Naik und zwoͤlf
ner außer mir wurden getoͤdket. Sein Sirdartraͤger, der jetzt bei
mir ist, kam davon, well er sich in seinem Hause befand. Ich kam
davon, weil ich einen Afghanischen Anzug trug. Alle Afghanischen Diener liefen weg. Ich gelangte ins Lager, nachdem ich zwei Tage in einer Scheune versteckt gewesen. Sir Alexander verbot den Si⸗ 5094 „& Anderen, zu schießen, bis die Thuͤren in Brand gesteckt wurden.
Die neuesten Madrider Nachrichten haben bereits ein merk⸗ „ liches Steigen der anfangs so bedeutend gewichenen Spanischen Bons zur Folge gehabt; man hat naͤmlich erfahren, daß der Re⸗ gent den Entschluß ausgesprochen habe, die bevorstehende Divi⸗ dende zu bezahlen und mit den Inhabern der Spanischen aktiven Schuld ein befriedigendes Uebereinkommen zu treffen. „Die Ma⸗ drider Course“, sagt der Globe, „bessern sich daher taͤglich, das Vertrauen der Kapitalisten kehrt zuruͤck, und man sieht der 92& verzuͤglichen Bildung einer starken Regierung entgegen. ist auch, daß, so weit die neuesten Nachrichten ge ea, faübrr hatte.“ Krisis noch zu keiner Bewegung in den Provinzen gesuat